3 September 2013

Meinungen

Ich habe vorhin irgendwo das Kinderlied mit den Elefanten und den Bäumen gehört. Also konkret geht es um die Größe, die Bäume haben müssen, damit Elefanten darunter spazieren gehen können, ohne sich zu stoßen. Ich würde fast behaupten, dass das inzwischen sicher auch als Ballermann-Hit gespielt wird. Aber egal, darum geht es nicht. Es geht um einen anderen Gedankengang, den ich durch dieses Lied bekommen habe.

Es geht um Meinungen und darum, was das für Meinungen sein müssen, an die sich keiner stößt, durch die keine Reibungen entstehen, durch die keinem wehgetan wird. Kann es solche Meinungen überhaupt geben? Ich glaube nicht! Wäre es nicht auch traurig, wenn jeder die gleiche Meinung hätte? Von der Langeweile einmal abgesehen, die dadurch aufkommen würde. Es wäre auch ein Verlust für unsere Gesellschaft, denn unterschiedliche Meinungen beleuchten Sachverhalte aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wodurch dann auch Schwachstellen anderer Meinungen aufgedeckt werden können – natürlich auch Schwachstellen in der eigenen Meinung. Die gibt es auch, und natürlich tut es weh, diese selbst zu erkennen.

In letzter Zeit kommt es mir aber so vor, dass dies nicht erwünscht ist. Niemand möchte auf die Schwachstellen der eigenen Meinung hingewiesen werden. Zum Teil wird die mediale Macht, die einige Menschen ja durchaus besitzen, dazu gebraucht, um Menschen mundtot zu machen. Sie werden dann schnell in eine Schublade gesteckt, die möglichst negativ ist, damit die Meinung auch möglichst im negativen Kontext aufgenommen wird. Es kommt mir so vor, als ob Meinungsvielfalt inzwischen unerwünscht ist. Es gibt nur die gute Meinung, das ist die, die von den Menschen verbreitet wird, die eine große Reichweite haben, und dann gibt es die schlechten Meinungen, die ganz schnell durch irgendwelche Kampagnen auch genau dazu gemacht werden. Und viele lassen sich dann vor den Karren spannen, ohne überhaupt die Meinungen einmal genauer betrachtet zu haben. Es gewinnt also nicht immer die bessere Meinung, sondern eher die Meinung, die die besseren Multiplikatoren hatte, die bessere Reichweite, den besseren Bezug zur vordefinierten Meinung.

Oben schrieb ich, dass Meinungen immer jemanden wehtun, dass sie Reibung erzeugen, dass sich daran gestoßen werden muss. Das ist richtig, denn nur so kann man seine eigene Meinung prüfen, seine eigene Meinung auf Schwachstellen überprüfen. Jeder sollte offen für andere Meinungen sein, auch wenn sie einem erst einmal nicht gefallen. Natürlich bedeutet offen nicht, dass nicht diskutiert werden darf. Im Gegenteil, Offenheit verlangt gerade eine Diskussion zum Thema, aber eben zum Thema, nicht zur Person, die dahinter steht. Der Austausch von Argumenten zeigt auf, wo Schwachstellen sind – eigene und die der anderen Meinung.

Was mir auch oft auffällt, ist die Frage, warum der Gegenüber den eigenen Standpunkt nicht versteht. Oder die Frage, ob der Gegenüber nicht lesen oder zuhören kann. Da muss ich dann immer mit dem Kopf schütteln, denn das zeigt, dass wir viel zu oft davon ausgehen, dass jeder dasselbe Wissen hat, jeder dieselben Erfahrungen gemacht hat und jeder genau weiß, aus welchen Erfahrungen die Meinung des anderen entstanden ist. Aber das ist Schwachsinn! Jeder macht andere Erfahrungen, hat andere Verknüpfungen im Wissensnetz und deswegen andere Assoziationen zum Thema. Deswegen sollte man Fragen, auch wenn sie sich naiv anhören, immer ernst nehmen. Ich habe schon ein paar Mal nachfragen müssen, wie bestimmte Dinge in einem Blogartikel gemeint sind, weil mir einfach die Verknüpfungen, bzw. die Erfahrungen fehlten. Oft genug wurde ich deswegen angemacht – was übrigens sehr produktiv in der Meinungsbildung ist. Bei vielen Artikeln konnte ich mir bis heute noch keine Meinung bilden, was ich ziemlich schade finde.

Da machen sich Autorinnen und Autoren die mühe, einen Artikel zu verfassen, der meist auch noch mehrere A4-Seiten lang ist, aber wenn dann jemand nachfragt, um auch wirklich alles zu verstehen, wird dieser von der Seite angemacht. Schließlich muss man die vordefinierten Meinungen, die dem Mainstream entsprechen, doch kennen.

Ich bin ziemlich froh, dass dies hier nur ein kleiner Blog ist, dass ich für die vielen Elite-Blogger unbedeutend bin, weil ich deswegen nicht Gefahr laufe, irgendwann einmal die falsche Meinung zu haben, die dann durch andere weggemoppt wird. Ich kann hier schreiben, ohne mich verbiegen zu müssen. Und da sind wir wieder beim Kinderlied, denn die ganzen Elite-Blogger können einem schon leidtun. Sie müssen Meinungen haben, die keinem wehtun, oder zumindest nicht den Menschen, für die sie Elite-Blogger sind. Ich stelle mir das so ziemlich schwer vor! Ich persönlich möchte nämlich anstoßen, ich möchte Reaktionen provozieren, die dann eventuell in einer sachlichen Diskussion enden, durch die am Ende für beide Seiten ein Erkenntnisgewinn steht.

1 September 2013

Was würde ich tun, wenn ich im Lotto gewinne?

Was würde ich tun, wenn ich im Lotto gewinne? Eine interessante Frage, die ich mir immer mal wieder stelle, wobei ich erwähnen muss, dass ich gar kein Lotto spiele. Ich habe nichts gegen Lotto, denn jeder soll seinen kleinen Traum leben, und wenn der Traum eben ist, dass man irgendwann mal im Lotto gewinnt, dann ist das vollkommen okay. Ich selbst halte aber nichts davon. Die Chancen zu gewinnen sind ziemlich gering und so steigen die Chancen, dass man in seinem Leben eine ganze Menge Geld verliert, welches man anders hätte einsetzen können. Auf der anderen Seite muss natürlich auch erwähnt werden, dass mit den Lottoeinnahmen, die der Staat erzielt, ja auch eine Menge Gutes getan wird. Auch deswegen habe ich nichts gegen Lotto und das Lottospielen.

Wie oben schon erwähnt, stelle ich mir die Frage, was ich mit einem Lottogewinn machen würde, häufiger mal. Um genau zu sein, sind es Tagträume, die mir immer mal wieder über den Weg laufen, wenn ich mir mal wieder etwas nicht kaufen konnte, was ich eigentlich brauchen würde. Bücher für mein Studium zum Beispiel. Natürlich Gewinne ich in meinen Tagträumen immer eine große Summe, von der natürlich auch abhängt, was ich mir alles an Träumereien leisten kann.

Viele kleine Träume erfüllen

 

Als Erstes würde ich mir viele kleine Wünsche erfüllen. Ich würde mir also ein Fahrrad kaufen, und damit durch Europa fahren. Dabei würde ich gleich Ausschau nach einem schönen Bauernhof halten, auf dem ich mich dann im Alter mit vielen anderen Bloggern niederlassen würde. Bevor ich den allerdings kaufe, würde ich erst einmal noch ein wenig durch die Welt reisen und an verschiedenen Laufveranstaltungen teilnehmen und in Amerika würde ich dann auch noch eine weitere Fahrradtour veranstalten. Wenn ich damit fertig bin, und ich den Bauernhof gekauft habe, würde ich diesen erst einmal mit einer kleinen Serverfarm ausstatten, denn Blogger brauchen Platz um zu bloggen ;-).

Sollte dann noch Geld übrig sein, würde ich ein kleines Büchercafé eröffnen. Gemeint ist damit eine Mischung aus Buchladen und Café, in dem jeder willkommen ist, der gerne Bücher liest. Ob dieser Laden genügend Umsatz machen würde, damit er die Kosten erwirtschaftet, kann ich nicht sagen, aber ich würde ihn dennoch eröffnen.

Damit wäre mein Leben dann wahrscheinlich schon total verplant, sollte aber noch Geld übrig bleiben, würde ich noch ein paar soziale Dinge umsetzen. Aber das möchte ich hier jetzt nicht genauer ausschmücken, vielleicht mache ich das einmal in einem anderen Blogeintrag.

Allerdings befürchte ich, dass diese Pläne eh nur solange bestand haben, bis ich tatsächlich im Lotto gewonnen habe. Ich glaube, wenn ich das Geld auf meinem Konto hätte, würden mir noch soviel andere Dinge einfallen, dass ich meine eigentlichen Ziele vergessen würde. Eines würde ich aber auf gar keinen Fall machen, nämlich auf Twitter und Facebook über einen solchen Gewinn schreiben, so wie es eine Engländerin gemacht hat. Natürlich würde ich dann den Menschen helfen, die mir in den letzten Jahren geholfen haben – zum Beispiel der Claudia – wenn sie meine Hilfe benötigen. Aber das kann ich ja auch machen, ohne das ich über den Gewinn twittere.

15 August 2013

Verdammt bin ich Irre

Ich glaube ja, ich bin verrückt. Jedenfalls kommt mir das so vor, nachdem meine Phantasie sich gerade wieder in ein Jugendbuch wünscht, welches ich eben zu Ende gelesen habe. Mein Gehirn will nicht nur lesen, es will live dabei sein – schon irgendwie schlimm!

Aber das wäre ja eigentlich auch noch kein Problem, wenn ich für das Mädel im Buch nicht irgendwie „Gefühle“ hätte. Soll nicht bedeuten, dass ich mich in die Protagonistin verliebt hätte, aber ich möchte sie kennenlernen. Viel schlimmer, ich möchte sie beschützen, obwohl, nach allem was ich von ihr gelesen habe, dieser Gedanke lächerlich ist, denn sie hat selbst gelernt sich zu beschützen und ich würde wohl nach zwei Handgriffen von ihr auf dem Boden liegen. Sie würde also eher mich beschützen und nicht ich sie. Verrückt? Sag ich doch!

Die Geschichte ist reine Phantasie, hoffe ich zumindest, und es ist lächerlich von mir, mich in diese Geschichte zu wünschen. Ich glaube, ich habe als Jugendlicher zu wenig erlebt, zu wenig gefährliche Dinge gemacht und die Geschichte im Buch ist das, was mir bisher im Leben fehlt. So würde ich das jetzt zumindest deuten, so als Hobbypsychologe – ihr wisst schon.

Ich frage mich allerdings, ob ich wirklich in England leben möchte und ob ich dort wirklich auf ein Internat gehen will. Genau das trifft nämlich auf die Protagonistin des Buches zu, und wenn ich zu ihr will, dann müsste ich dort wohl leben. Außerdem sind schon zwei ihrer besten Freundinnen gestorben, es ist also verdammt gefährlich, in ihrer Nähe zu leben. Und der dritte Punkt, der mich eigentlich abstoßen müsste, ist, dass das alles nur reiche Jugendliche sind, die dort auf das Internat gehen und dieser Reichtum stößt mich ja eher ab. Und doch zieht mich die Protagonistin an! Ich möchte mit ihr reden, will sie kennenlernen, will sie sogar küssen. Verdammt bin ich Irre, und ich finde, ihr solltet das wissen.

13 Juni 2013

Mobbing in Schulen und meine Gedanken zu Robert Bs. Artikel

Seit einigen Tagen geht das Thema Mobbing durch die Blogszene. Ausgelöst wurde es durch einen Blogeintrag von Robert Basic, der in seinem Artikel zugibt, früher ein Arschloch gewesen zu sein. Ich überlege seit Tagen, ob ich zu diesem Thema auch einen Blogeintrag schreibe, oder ob ich es lieber sein lasse. Auf der einen Seite möchte ich dem Schüler Basic einen richtig fiesen Artikel an den Hals schreiben, auf der anderen Seite kenne ich den Erwachsenen Robert und ich glaube ihm, dass er in den letzten Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, über sein damaliges Handeln reflektiert-, und daraus die richtigen Schlüsse gezogen hat. Das bedeutet, ich kann den heutigen Robert nicht Arschloch nennen, nur weil er damals ein Arschloch war.

Das scheinen einige im Netz anders zu sehen. Es wird ausgeblendet, dass sich Menschen ändern können, dass sie über die Jahre lernen – und zwar auch aus Fehlern, die sie irgendwann einmal gemacht haben. Vielleicht ärgert viele auch die Form, wie Robert Basic das gemacht hat, doch wie hätte er es machen sollen? Hätte er in seinem Artikel um Gnade flehen sollen? Was würde das bringen? Nichts! Viel wichtiger wäre wohl, wenn er sich bei den Schülern entschuldigt, die er damals gemobbt hat. Das wäre die einzige Möglichkeit, um jetzt noch Stärke zu zeigen, um zu zeigen, dass es einem wirklich leidtut. Da ist aber die Schwierigkeit, dass er mit genau diesen Menschen keinen Kontakt mehr haben wird und diese Menschen wohl auch keinen Kontakt mehr mit dem Robert Basic haben wollen. In der Blogszene selbst muss sich Robert aber nicht entschuldigen, warum sollte er das also in einem Blogartikel tun? Ihn jetzt also an den Pranger zu stellen, vielleicht mit der Wut im Bauch, die man gegenüber dem eigenen Mobber hat, bringt überhaupt nichts. Viel wichtiger wäre eine Diskussion darüber, wie man dieses Mobbing, was ja auch durch ein gewisses „Dazu-gehören-Wollen“ entsteht, durchbrechen kann.

Vielleicht sollte man sich auch einmal die Frage stellen, ob die Mobber in der Schule wirklich stark waren. Ich würde das verneinen, denn wer wirklich stark ist, sucht sich seine Bestätigung nicht in einer Gruppe. Wie möchte man aber von einem Menschen verlangen sich gegen eine Gruppe zu stellen, wenn er nicht stark genug dazu ist? Nein, das entschuldigt das Arschlochverhalten nicht, zeigt aber, dass Kinder nicht umsonst Kinder sind und warum sie nicht als Erwachsene angesehen werden. Die Entwicklung, sowohl körperlich wie auch charakterlich, ist noch nicht so, wie man sie bei einem Erwachsenen erwartet. Was anderes ist es, wenn ein Erwachsener mobbt. Der sollte die Reife haben, um zu wissen, dass das falsch ist. Aber darum ging es in den Artikel nicht. Es ging um den Schüler Robert Basic.

Ja, ich war damals auch ein Außenseiter in der Schule und es wäre gelogen von mir, wenn ich behaupten würde, dass das mein Leben nicht beeinflusst hat. Ich würde sogar sagen, dass viele meiner heutigen Verhaltensweisen auf die damalige Zeit zurück zu führen ist. Mobbing prägt das gesamte Leben, es hilft nicht gerade dabei, ein stabiles Selbstbewusstsein aufzubauen, aber kann ich dafür wirklich Schülern, die einfach noch zu dumm waren, um das zu verstehen, die alleinige Schuld daran geben? Sind wir doch ehrlich, unser heutiges Gesellschaftssystem fördert solche Verhaltensweisen, und wenn ich mich richtig erinnere, dann gab es in den 10 Jahren Schule, in denen ich davon betroffen war, nicht eine einzige Unterrichtsstunde, welche die Folgen von Mobbing aufgezeigt haben. Muss man den Lehrern hier dann nicht eigentlich auch eine Mitschuld anlasten?

Nehmen wir die Amokläufe von Schülern. Nein, nicht immer ist Mobbing schuld daran, aber doch sehr oft. Nur die Medien verschweigen diese Zusammenhänge doch lieber. Viel einfacher ist es, Killerspielen die Hauptschuld zu geben, denn man darf Opfer doch nicht zu Täter machen. Keiner von denen, die Robert jetzt ein Arschloch nennen, würden auf die Idee kommen, den Mobbern in diesem Fall eine Mitschuld zu geben. Schließlich ist man doch selbst auch nicht zu einem Amokläufer geworden, nur weil man gemobbt wurde. Solange das aber nicht thematisiert wird, solange den Kindern und Jugendlichen die Folgen ihres Handelns nicht bewusst sind, solange kann man das Mobben nicht effektiv bekämpfen.
Meine Schulzeit ist nun schon 15 Jahre her, ich weiß nicht, inwieweit sich der Umgang mit diesem Thema verändert hat. Ich weiß nicht, ob Mobbingopfer von Lehrern immer noch so behandelt werden, als ob sie an allem alleine schuld sind. Wenn dem so ist, dann sollte eigentlich dieses Verhalten in der Bloggerszene behandelt werden.

Robert Basic und noch ein weiterer Blogger hatten das Pech, dass sie zu einer Projektionsfläche für Menschen geworden sind, die noch die Wut des gemobbt werden im Bauch hatten. Wie oben schon erwähnt, hatte ich diesen Reflex am Anfang auch gehabt. Ich wollte einen Artikel darüber schreiben, wie dieses verdammte Mobbing mein Leben beeinflusst – und ja, es beeinflusst mein Leben immer noch, obwohl schon 15 Jahre vergangen sind. Aber diese Wut kann ich nicht auf irgendeinen Blogger projizieren. Vielmehr finde ich es mutig, dass diese beiden Blogger auch über ihre Schwächen geschrieben haben. Denn Mobbing ist nichts, auf das jemand Stolz sein kann und es zeigt auch nur, dass hinter diesen beiden Bloggern Menschen stehen, die in ihrer Kindheit vom Charakter her schwach waren. Das zuzugeben braucht Mut, aber natürlich könnten Täter ihre Tat auch totschweigen, um ein sauberes Image in der Öffentlichkeit zu bewahren.

16 Mai 2013

In Berlin steht ein Barbiehaus…

In Berlin steht ein Barbiehaus,
doch Barbiehäuser müssen raus,
damit in dieser schönen Stadt,
der Kaufrausch keine Chancen hat.

Skandal, Skandal um Barbie….

Fiel mir gerade so ein, weil in Berlin tatsächlich ein Barbiehaus steht und weil einige Frauen der Meinung sind, dass sie gegen die Eröffnung von eben diesem Barbiehaus protestieren müssen. Es geht natürlich nicht um den Kaufrausch, sondern um die Rollenbilder, die dieses Traumhaus vermitteln soll, jedenfalls in den Augen der AktivistInnen.

Ich habe nichts gegen Protest, ich habe auch nichts gegen eine Meinungsäußerung, aber was die AktivistInnen erreichen wollen, ist doch viel mehr. Sie wollen, dass das Traumhaus nicht eröffnet wird, damit auch die Menschen nicht dort hingehen, die das durchaus interessiert. Sie wollen also anderen Menschen ihre Meinungen aufzwingen, weil sie der Meinung sind, dass ihre Meinung die einzig richtige Meinung ist. Das ist in meinen Augen falsch und das wird nicht zur Veränderung der Geschlechterrollen beitragen. Vielmehr würden sie, wenn das Traumhaus von Barbie tatsächlich nicht eröffnet wird, den Wut vieler Kinder und Eltern auf sich ziehen, die sich eben auf dieses Event gefreut haben.

Nun habe ich oben gesagt, dass ich nichts gegen Protest habe, allerdings hätte ich diesen anders organisiert. Ich hätte vor dem Barbiehaus einen Stand aufgebaut, der über die falschen Rollenbilder informiert. Der die Menschen darüber aufklärt, warum dieses Barbiehaus ein falsches Signal ist. Ich hätte Flyer an die Besucher verteilt, welche die wichtigsten Argumente beinhalten, die den Besuchern aber kein schlechtes Gewissen machen, sondern sie zum Nachdenken einladen. Denn nur, wer nachdenkt, wird irgendwann seine Positionen auch überdenken, und nur wenn die BesucherInnen ihre Positionen überdenken, wird es dazu kommen, dass es solche Traumhäuser in dieser Form nicht mehr gibt.

Der Zwang, den die AktivistInnen hier aber indirekt anwenden wollen, wird nicht dazu beitragen. Er wird nur die gegnerische Position stärken und genau das ist ein Fehler, wenn man Geschlechterrollen wirklich ändern möchte.

27 Januar 2013

Noch mal Sexismus, Rollenbilder und zwei Fragen…

Mir lässt das Thema „Sexismus“ immer noch keine Ruhe. Ich habe mich durch weitere Blogeinträge gelesen und oft konnte man dort von Opfern lesen, die zu Mittätern gemacht wurden. Opfer dürfen aber NIEMALS zu Mittätern gemacht werden. Eine Frau, die vergewaltigt wurde, wollte das nicht, ihr wurde unrecht getan und nicht dem Mann, der sie vergewaltigt hat. Eine Frau, die geschlagen wurde, ist auch nicht schuld daran. Sie wurde geschlagen und nicht der Täter, der sie geschlagen hat. Die Gesellschaft muss sich mit den Opfern solidarisieren, nicht mit den Tätern!

Das musste ich jetzt erst einmal sagen, denn ich finde es grauenvoll, dass das immer noch nicht der Fall ist. Meine eigentliche Frage in diesem Artikel geht aber an die Väter da draußen.

Wie erklärt ihr euren Töchtern, dass sie immer noch nicht gleichberechtigt behandelt werden? Wie erklärt ihr ihnen, dass ihre Arbeit weniger Wert sein soll, obwohl sie genauso hart arbeiten wie ihre männlichen Kollegen? Wie erklärt ihr ihnen, warum sie immer noch nicht die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und wie erklärt ihr ihnen, dass sie, obwohl sie Opfer sind, zu Mittätern gemacht werden?

Warum ich das frage? Weil ich es, wenn ich eine Tochter hätte, nicht erklären könnte. Ich könnte ihr die Ungerechtigkeiten nicht erklären, die es immer noch gibt, obwohl es diese Ungerechtigkeiten laut Grundgesetz gar nicht geben dürfte.

An die Mütter, Lehrerinnen und Erzieherinnen habe ich auch eine Frage. Die stellt sich mir, weil sie eine große gesellschaftliche Macht haben. Sie sind an der Erziehung der Kinder beteiligt, bzw. übernehmen einen großen Teil. (Ich weiß, das ist jetzt so ein typisches Rollenbild, aber es trifft derzeit leider noch zu.) Bevor ich die Frage stelle, möchte ich auch noch klarstellen, dass es sich nicht um einen Vorwurf handelt. Ich möchte nur verstehen, warum es so ist und welche Zwänge sich vielleicht dahinter verstecken.

Warum gibt es immer noch eine große Gruppe unter euch, die diese idiotischen Rollenbilder verbreiten? So ein Rollenbild wird ja durch die Erziehung vermittelt, es ist ja nicht angeboren, nicht durch irgendwelche Gene bestimmt. Oder, um ein Zitat zu benutzen, welches ich gestern gelesen habe: „Frauen werden nicht als Frauen geboren.“ – sorry, ich weiß jetzt leider nicht, von wem dieses Zitat ist. Dasselbe gilt übrigens auch für Männer. Auch Männer werden ohne Vorurteile gegenüber Frauen geboren. Und wenn ich ganz ehrlich bin, so war ich bisher immer der Meinung das, bis auf wenige Ausnahmen natürlich, diese idiotischen Rollenbilder in meiner Generation ausgestorben sind. Wahrscheinlich bin ich in dieser Beziehung auch zu naiv, aber umso mehr diese seltsamen Rollenbilder aus der Erziehung verschwinden, desto seltener wird es Diskriminierung gegenüber Frauen geben.

Meiner Meinung nach gehört dazu auch, dass Männer genauso viel Zeit in die Erziehung investieren wie Frauen. Es gehört für mich dazu, dass es sehr viel mehr männliche Erzieher in der Kinderbetreuung gibt und das die Begriffe „Männerberuf“ und „Frauenberuf“ endlich aus unserem Wortschatz verschwinden.

Ich wurde übrigens ohne diese Rollenbilder erzogen. In meiner Welt kann jeder das machen, was ihm Spaß macht. Vielleicht kommt daher auch meine Abscheu gegen Frauenquoten, weil ich immer noch der Meinung bin, dass das die eigentliche Leistung der Frau abwertet. Für mich gibt es keine Männer, – oder Frauenberufe, ich war schon immer sauer darüber, dass Mädels im Sport weniger leisten mussten, um eine gute Note zu bekommen. (Wobei ich bei der Leichtathletik wieder froh war, dass ich nicht das machen musste, was die Mädels machen mussten 😉 ). Und ja, auch ich denke manchmal: „Was denn das für ein geiler Arsch.“ – aber zwischen Denken und einer doofen Bemerkung liegen halt doch noch Welten.

26 Januar 2013

Was ist Sexismus?

Die Frage geht mir seit gestern durch den Kopf, wobei die Frage noch ziemlich falsch ist. Genauer müsste sie heißen: „Ab wann fängt Sexismus an?“. Die erste Frage sollte noch ziemlich einfach zu beantworten sein, denn alles, was eine Frau zu einem Objekt minimiert, ist Sexismus.

Ich habe mir Gestern auch den Artikel in der Wikipedia darüber durchgelesen und blieb dann mit der Frage zurück, ob Sexismus schon dann anfängt, wenn man eine Frau „Frau“ nennt. Das ist eindeutig schon eine Klassifizierung nach dem Geschlecht und wäre, wenn man dem Wiki-Artikel glauben schenkt, schon Sexismus. Und, nachdem ich darüber geschlafen habe, bin ich zum Entschluss gekommen, dass das Sagen des Wortes durchaus schon Sexismus sein kann, nämlich dann, wenn der Mann dieses Wort mit einem bestimmten Rollenbild verbindet.
Nun weiß natürlich niemand, außer dem Mann alleine, welchem Rollenbild er anhängt. Deswegen wäre es auch übertrieben, hier schon von Sexismus zu sprechen.

Aber, und hier kommen wir zu einem anderen Artikel, den ich gestern gelesen habe, jede Frau entscheidet für sich, wann Sexismus anfängt. Ein Mann kann die individuelle Grenze der Frau erst einmal gar nicht kennen. Das ist ein Problem! Nicht jeder Mann ist im Flirten so erfahren, dass er jedem Fettnäpfchen aus dem Weg gehen kann. Es wäre wünschenswert, aber es wird nicht gelingen. Aber eines kann jeder Mann lernen, nämlich das Zuhören.

Jeder Mensch macht mal Fehler. Die Frage ist nur, ob der Mensch dann auch bereit ist, daraus zu lernen. Und wenn der Mann etwas von der Frau lernen will, dann muss er zuhören. Wenn Mann jahrelang die falschen Vorbilder hatte, muss er noch lange kein Sexist sein, nur weil er nicht weiß, wie er richtig flirten soll. Wenn er seine Fehler aber einsieht und er zuhören kann, dann kann er daran etwas ändern.

An diesem Punkt sind nun aber die betroffenen Frauen gefragt, denn nur sie wissen, wann bei ihnen Sexismus anfängt und genau das müssen sie den Männern auch sagen. Wenn ein Mann darauf nicht reagiert, dann gehört er sowieso in die Tonne. Aber die betroffene Frau sollte ihm wenigstens die Chance geben, sich zu ändern. Wenn Mann und Frau sich nur gegenseitig anschweigen, wird das keine Veränderung in die Gesellschaft bringen – sie müssen miteinander reden, denn nur gemeinsam können sie die idiotischen Rollenbilder abschaffen, die es leider noch viel zu oft gibt.

Eigentlich wäre das jetzt ein schöner Schlusssatz gewesen, aber ich muss noch etwas ranhängen. Ich kann Verallgemeinerungen nämlich überhaupt nicht leiden. In den meisten Artikeln, die ich gestern gelesen habe, wurde aber immer verallgemeinert. Dort hieß es immer „die Männer“, „der Mann“ und nie wurde eine Unterscheidung gemacht. Ist es wirklich so schwer, das Wort „sexistisch“ noch einzubauen? Mit „die Männer“ sind alle Männer gemeint, und ich hoffe, dass das nicht die Absicht der Autorinnen war. Es fällt schwer, solche Artikel als Mann zu lesen, denn es geht ja irgendwie gegen einen selbst. Ich fragte mich dann gestern, ob ich wirklich auch so bin, ob ich Frauen wirklich nur als Objekte ansehe. Ich kam zu dem Schluss, dass ich das nicht mache, dass das aber auch wieder eine Frage ist, die mir eigentlich nur eine Frau beantworten kann.

In der Sammelmappe findet ihr noch viele andere Artikel zum Thema.

6 Juli 2012

Das Handy aus Kanada in Moldawien

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass fast alle meine Träume das Zeug zum Bestseller haben? Nein? Dann tue ich es jetzt. Heute Nacht hatte ich wieder so einen Traum, wobei es eigentlich immer nur Kurzgeschichten sind, also offener Anfang und so. Aber egal, hier der Traum von heute Nacht:

Aus irgendeinen Grund befand ich mich in Moldawien und zwar als Ermittler. Ich war gerade dabei eine Mordserie aufzuklären, als ich in einem alten Schulgebäude ein Handy fand. Als ich dieses Handy betrachtete, fing es plötzlich an zu klingeln und auf der anderen Seite war eine Frau aus Hamburg dran. Es entwickelte sich ein kleines Gespräch, an dessen Ende sich herausstellte, dass das Handy eigentlich nach Kanada gehört, denn dort lebt die Mutter der Frau, und dieser gehörte das Handy. Ich bat die Frau am Telefon, dass sie versuchen soll, ihre Mutter in Kanada zu erreichen und mir dann bescheid zu geben. Kurze Zeit später meldete sie sich wieder bei mir und gab mir bescheid, dass sie ihre Mutter in Kanada nicht erreichen kann. Zum Schluss kam noch die Rede auf ihren Bruder, da sie zuerst dachte, dass ich ihr Bruder sei. Auf die Frage, wo sich ihr Bruder denn derzeit aufhält, konnte sie mir keine Antwort geben.
Kurzentschlossen weitete ich meine Ermittlungen auch auf Kanada aus und erbat bei den Behörden dort um Amtshilfe. Ich wollte erfahren, ob es dort eine ähnliche Mordserie gab, wie die, in welcher ich die Ermittlungen leite.

Soviel zu meinem Traum. Den Mörder habe ich nicht entdeckt, weil ich dann aufgewacht bin. Aber diese Story hätte doch, wenn man sie weiter ausbaut, das Potential ein Bestseller zu werden. Wahrscheinlich schaue ich aber zu viele Krimis und lese zu viele Thriller ;-).

6 Juli 2012

Dies ist ein sinnloser Text! Ist dies ein sinnloser Text?

Ab und an soll man einfach drauf losschreiben, den Gedanken freien Lauf lassen, auch wenn es erst einmal keine wirklichen Zusammenhänge gibt. Auch in meinem Blog hier habe ich solche Texte schon veröffentlicht, auch wenn ich nicht genau weiß, wie ich diese Texte gestartet habe. Dieser Text ist wieder so ein Text. Ich weiß, dass ich etwas schreiben möchte. Doch ich weiß nicht, was da aus mir heraus will. Was ich weiß, es geht um die Zukunft, nicht um die Vergangenheit und es geht um die Gesellschaft, in welcher wir Leben und in welcher wir in Zukunft leben werden.

Es lässt sich beobachten, dass immer mehr Arbeit, die früher durch Menschen ausgeführt wurde, heute von Maschinen ausgeführt wird. Diese Maschinen werden immer schlauer, sie können immer mehr Aufgaben übernehmen und verdrängen dadurch immer mehr Menschen aus ihrer Arbeit. Damit möchte ich nicht sagen, dass Fortschritt etwas Negatives ist, aber was ich sagen will, ist, dass die Gesellschaft sich diesem Fortschritt nicht schnell genug anpasst. Die Aussage, dass genügend Arbeit für alle da ist, ist schon längst überholt, sie stimmt einfach nicht mehr. Und so stimmt es auch nicht, dass jeder der arbeiten möchte, auch arbeiten kann. Sicherlich geben wir uns viel Mühe mit dem Erfinden neuer Jobs, besonders im Dienstleistungsbereich machen wir das gerne, aber wenn wir ehrlich sind, sind diese Dienstleistungen kein wirklicher Bedarf. Ein wirklicher Bedarf ist sauberes Wasser, Nahrung, eine Unterkunft und inzwischen auch Kleidung. Jeder andere Bedarf ist ausgedacht und künstlich hergestellt.
Lesen zum Beispiel, es gab eine Zeit vor vielen Hundert Jahren, da war Lesen etwas für eine Minderheit, dann kamen Bücher, Lesen wurde beliebt, irgendwann konnte jeder lesen und inzwischen ist das Lesen eines guten Buches zu einem Bedarf vieler Menschen geworden. Genauso ist es mit Fernsehen, mit dem Computer und mit dem Internet. Fortschritt eben, der vollkommen in Ordnung ist. Und weil all das erfunden wurde und weil noch viel mehr erfunden wurde, war immer genügend Arbeit für alle da. Und dann wurde die Rationalisierung erfunden. Und mit dieser Rationalisierung kam der Abschwung vom Aufschwung des Wohlstandes.
Nein, ich möchte natürlich nicht lügen, auch damals gab es Armut, es ging auch damals nicht allen Menschen gut, wahrscheinlich ging es sogar weniger Menschen gut, aber durch den Fortschritt sollte dies ja verändert werden, es sollte Wohlstand für alle geben, jedenfalls war das der Plan von einigen.

Okay, bis hierhin ist es alles schon schön verwirrend, aber ich kann noch viel mehr, ich kann noch viel mehr verwirren. Ihr solltet einen Kaffee trinken, denn meine Gedanken sind noch lange nicht zu Ende.

Auf jeden Fall fanden wir früher dann auf einmal alle den Kapitalismus klasse. Die Menschheit war sich sicher, dass es nur so Fortschritt geben könnte. Wettbewerb an den Märkten und durch diese Innovationen irgendwann auch Arbeit für alle, und dann auch irgendwann Wohlstand für alle. Ja, inzwischen befinden wir uns in der jungen BRD und doch in der Vergangenheit, nicht so, wie ich versprochen habe, in der Zukunft, aber da komme ich noch hin.

Es sollte also Arbeit für alle geben, was in den jungen Jahren der BRD auch tatsächlich der Fall war. Doch, wie oben schon erwähnt, hatte die Menschheit inzwischen schon die Rationalisierung erfunden und durch diese Rationalisierung wurden es mit der Zeit immer weniger Jobs, die auf dem Arbeitsmarkt vorhanden waren. Damit aber nicht plötzlich alle ohne Arbeit da stehen, erfand der Mensch neue Berufe, Berufe im Dienstleistungsbereich. Und dann waren wir irgendwann im Heute. Es wurden viele Arbeitsplätze wegrationalisiert und inzwischen gibt es viele Menschen, für die es einfach keine „Verwendung“ in unserer Gesellschaft mehr gibt. Zurzeit kann man dies noch durch die sozialen Sicherungssysteme auffangen, aber wie sieht das in Zukunft aus? Die Rationalisierung wird weiter gehen, durch immer neue Innovationen werden immer mehr Berufe im produzierenden Gewerbe wegfallen, immer mehr Jobs verloren gehen. Diese Arbeit wird von Computern und Robotern übernommen werden, und somit den Menschen weggenommen werden.
Es wird also irgendwann der Normalzustand sein, dass Menschen keine Arbeit haben, mit welcher sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Das kann in 50 Jahren soweit sein, es kann aber auch noch länger dauern. Fakt ist allerdings, dass wir irgendwann über ein neues Gesellschaftssystem nachdenken müssen. Es wird ein Gesellschaftssystem sein, in welchem die Arbeit nicht mehr an erster Stelle steht. Es wird zwar immer Arbeit geben, aber nicht in der Form, wie wir sie heute haben. Wir werden auch in Zukunft noch essen müssen, wir werden in Zukunft noch Kleidung brauchen und ein Dach über dem Kopf haben, aber es wird nicht mehr so sein, wie es heute abläuft. Das Leben wird nicht mehr über das Arbeiten definiert werden, sondern über andere Dinge. Nein, ich habe keine Ahnung was diese anderen Dinge sein werden, aber es wird sie geben müssen. Es wird kein unendliches Wachstum geben und der Staat wird nicht unendlich viele Schulden machen können. Und noch viel wichtiger, es kann nicht unendlich viel Geld geben, sodass der Kreislauf, wie er heute funktioniert, auch nicht unendlich lang funktionieren kann. Unser System wird irgendwann zusammenbrechen und was kommt dann?

30 Juni 2012

Erinnerungen durch Erinnerungen durch Erinnerungen…

Ist es mit 29 Jahren eigentlich noch zu früh, Erinnerungen aufzuschreiben? Oder ist man dafür nie zu jung?

Gestern war ich mit den Kindern meiner Schwester auf einen Wasserspielplatz. Auch in meiner Kindheit konnte man dort schon mit Wasser spielen, allerdings war es damals noch ein Planschbecken und kein Spielplatz. Das Wasser war tief genug, um dort mit dem ganzen Körper drin liegen zu können – mit dem Körper eines Fünfjährigen wohlgemerkt.
Dort habe ich mir auch meinen ersten Sonnenbrand geholt, damals in der DDR.

Neben dieser Plansche lag mein Kindergarten und meine Kinderkrippe. Das war praktisch, denn so konnten wir im Sommer direkt dort hingehen, wenn wir denn mal dort hingegangen sind. Meistens gab es einfach im Sandkasten vom Kindergarten eine Abkühlung mit dem Gartenschlauch.
Tja, Kindergarten, das ist auch schon wieder 24 Jahre her. Im Kindergarten hatte ich meinen ersten großen Unfall, eine Gehirnerschütterung, nachdem ich ungünstig gefallen bin. Eigentlich wurde ich gestoßen, aber daran war ich auch selbst schuld.
Oder der Tag, an dem ich viel zu lange im Kindergarten war, weil mich keiner abgeholt hat. Zum Schluss waren nur noch ein Mädel und ich im Kindergarten. Und der Satz, den sie mir damals sagte, geht mir wohl auch nie aus dem Kopf. Da nur noch ich da war, war ich natürlich auch die einzige Person, mit der das Mädel spielen konnte. Das ging aber nur mit dem Hinweis, das wir „nur zusammen spielen, aber wir sind keine Freunde“. In der Schule wurden wir dann doch irgendwann Freunde.
Oder die Ecke in der Garderobe von meiner Kindergarten-Gruppe. An die kann ich mich erinnern, weil ich dort ziemlich oft drin stand. Ja, ich war damals schon ein ziemlicher Dickkopf und meine Erzieherin hatte es nie leicht mit mir. Spätestens, wenn es darum ging, Mittagsschlaf zu machen, war der kleine Sven nicht wirklich begeistert. Heute liebe ich es, wenn ich die Zeit für eine Pause am Mittag habe, wenn ich da mal kurz die Augen zumachen darf, damals war es eher eine Strafe für mich.
Oder die Taschenlampe meiner Schwester, die ich mit in den Kindergarten nahm, um damit anzugeben. Natürlich passierte, was passieren musste, und sie ging kaputt. Zum Glück gab es einen Hausmeister, der sie wieder reparierte – ärger gab es nach dem Kindergarten aber natürlich dennoch.

Aber auch meinen Geschwistern ging ich damals ziemlich auf den Keks. Der Weg zum Kindergarten war kein leichter. Denn der kleine Sven hatte seinen eigenen Kopf, und wenn er nicht wollte, dann wollte er nicht. Dann konnte er auch mitten auf der Straße stehenbleiben und seine Geschwister zur Weißglut bringen. Oder seine Eltern, die es auch nicht leicht mit mir hatten – meine Eltern. Und das alles nur in meiner Kindergarten-Zeit.

Wie sieht es mit euch aus, gibt es Orte, die in euch Erinnerungen auslösen, die zu Erinnerungen führen, welche ebenfalls wieder Erinnerungen auslösen? Wir wäre es denn, wenn ihr darüber auch einen Blogeintrag schreibt, oder hier in den Kommentaren darüber schreibt? Ich würde mich freuen.