Erfolg

„Was bedeutet für mich Erfolg?“, steht auf dem Arbeitsblatt vor mir. Das Arbeitsblatt lacht mich aus, ruft mir zu, dass ich doch endlich einmal über so wichtige Dinge nachdenken sollte. Du kannst nicht immer den Fragen ausweichen, die dich zum Nachdenken über dich selbst anregen sollen. „Komm schon“, sagt es grinsend zu mir, „schau hin, da sind noch ein paar mehr Fragen über dich, trau dich und beantworte sie! Oder hast du etwa Angst?“ Erfolg? Ein positives Ergebnis einer Bemühung, sagt Google! Google sagt auch, dass der Begriff „Erfolg“ das Erreichen gesetzter Ziele ist. Ist doch gar nicht so schwer, denke ich, dabei bin ich mir bewusst, dass es bei der Frage nicht um die Standarddefinitionen geht. Es geht um meine eigene Definition. Es geht um mich, denn Standard kann ja schließlich jeder. | mehr

2019

Das neue Jahr ist jetzt drei Tage alt. Es ist kälter geworden, langsam fühlt es sich wie Winter an, auch wenn der Schnee fehlt, der zwar ab und zu fällt, aber nicht liegen bleibt. In einem Café sitzend, den Cappuccino schon getrunken und eine Obstschorle vor der Nase, überlege ich, was dieses neue Jahr bringen könnte. Das letzte Jahr habe ich einfach so ausklingen lassen, ohne Anspruch noch irgend etwas zu erreichen. Es plätscherte vor sich hin, brachte hier und da noch einen interessanten Gedanken zum Vorschein, einen neuen Kater in die Wohnung und war ansonsten eher wenig kreativ. Im neuen Jahr sollte ich jetzt einmal wieder mehr für das Studium machen. Es wartet auf mich, will wieder ernst genommen werden. Doch da ist auch die Lust auf neue Projekte. | mehr

Lasst ihnen das letzte Stück Selbstbestimmung

„Die Leute zögern zu spenden, weil sie sich nicht sicher sind, was die Obdachlosen mit dem Geld machen.“ Zitat aus dem Artikel von Deutschlandfunk Nova Es gibt jetzt in England also eine App, mit deren Hilfe an obdachlose Menschen per Smartphone eine Spende gesendet werden kann. Wäre soweit erst einmal nichts Schlimmes, wenn diese App nicht auch noch zur Überwachung dieser obdachlosen Menschen dienen würde. Denn der Spender kann sehen, wofür das Geld verwendet wird, viel schlimmer noch, es ist meist direkt zweckgebunden, soll heißen, die obdachlosen Menschen können nicht selbst entscheiden, was mit dem Geld geschieht. Aber das reicht noch nicht, es geht nämlich noch einen Schritt weiter. Die Menschen werden nicht nur entmündigt, sie werden auch zu Touristenattraktionen gemacht. | mehr

Straftat Überlebensinstinkt

Es tut so weh, es tut einfach so weh! Die TAZ berichtet über die Verurteilung von Asif N., der 2017 aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben werden sollte. Er wurde wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und allem was dazu gehört verurteilt, und zwar zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Für mich ist das schon nicht wirklich verständlich, weil hier ein Mensch seinem Instinkt gefolgt ist. Dem Instinkt zu überleben, weil Afghanistan einfach kein sicheres Land ist und weil er zu einer Minderheit in der Region gehört, aus der er kommt, die von den Taliban verfolgt wird. Hier gehören eigentlich die Personen verurteilt, die solche Abschiebungen ermöglichen und nicht die, die ihrem Überlebensinstinkt folgen. | mehr

Blogadventskalender 2018 – 19. Söckchen

Blogadventskalender Söckchen Nr. 19 Irgendwo versteckt auf dem weiten Meer gibt es eine Insel. In der Mitte der Insel steht ein großer Nadelbaum. Dieser wird das ganze Jahr über von all den Inselbewohnern geschmückt, schön bunt und festlich. Dieser Baum ist gleichzeitig auch der Treffpunkt für alle Bewohner der Insel. Hier wird zusammen getanzt, zusammen gegessen, zusammen diskutiert und gestritten. Es werden Pläne geschmiedet, die notwendige Arbeit verteilt. Es wird hier gelacht, ab und an auch geweint. Es wird gespielt, gemeinsam fern gesehen. Dieser Ort ist, um es knapp zu sagen, der wichtigste Ort auf der Insel. Natürlich haben die Bewohner auch einen zweiten wichtigen Ort. Den Ort, an dem sie alleine sein können, an dem sie sich zurückziehen, wenn sie gerade nicht Gemeinsamkeit, sondern Einsamkeit brauchen. | mehr

Öffnet die EVG wieder das Tor zu den Dämonen gegen das Streikrecht?

Oje, ich sehe schon wieder den Hass in den sozialen Medien und in all den anderen Medien, die es so gibt. Warnstreiks bei der Bahn, weil die EVG in den Tarifverhandlungen etwas Druck auf die Deutsche Bahn ausüben will. Der Deutsche mag nämlich keine Streiks, wenn diese den eigenen Alltag betreffen. Er ist eh der Ansicht, dass die Anderen schon genug bekommen und er deswegen auch keinerlei Verständnis für solche Streiks haben müsste. Dann kommt meist auch noch das Gerede davon, dass es einem selbst ja noch viel schlechter geht und das sich dafür ja auch keiner interessiert. All diese Diskussionen kenne ich, ich kenne sie sogar aus der eigenen Familie und wenn ich dann das Argument bringe, dass das eventuell daran liegt, dass mensch selbst nicht in der Gewerkschaft organisiert ist und mensch ja einfach mal für bessere Bedingungen kämpfen könnte, kommt auch nur Ablehnung als Antwort. | mehr

Beobachtung: Unterschiedliche Sprachdeutung

Ich bin heute ein wenig fasziniert von einer Diskussion, die auf Despora zum Artikel „Organspenden - Was wäre mein Körper ohne Gehirn?“ entstanden ist. Diese Diskussion fasziniert mich, weil sie aufzeigt, dass wir, obwohl wir theoretisch dieselbe Sprache sprechen, es praktisch dann doch nicht tun. Es ist so spannend zu sehen, wie andere Menschen Sprache verwenden, wie sie eine ganz andere Deutung in die Sprache bringen, die ich so noch überhaupt nicht gesehen habe. Für den einen hat etwas eine positive Bedeutung, was für den anderen etwas Negatives vermittelt. Das bedeutet natürlich in Diskussionen, dass beide Gesprächspartner sich erst einmal auf eine gemeinsame Sprache einigen müssten, um Missverständnisse zu vermeiden. Und das empfinde ich tatsächlich als eine riesige Herausforderung. | mehr

Organspenden – Was ist mein Körper ohne Gehirn?

Organspenden sind ja ein gesellschaftlich heiß diskutiertes Thema. Die einen haben kein Problem damit, ihre noch lebenden Organe anderen Menschen zur Verfügung zu stellen, damit diese eine Chance auf ein längeres Leben haben. Andere hingegen sind der Meinung, dass der Mensch nicht wirklich tot ist, weil er ja noch atmet, weil viele Körperfunktionen künstlich am Leben gehalten werden. In der TAZ gab es jetzt einen Essay zum Thema, der eben auch dieses Thema aufgreift, der auch noch ein wenig den ökonomischen Charakter ins Spiel bringt. Angeheizt ist die Debatte durch die mögliche Umstellung vom Opt-In-Verfahren zur Organspende zu einem Opt-Out-Verfahren. Was ist mein Körper, wenn das Gehirn nicht mehr funktioniert? Vielleicht vorneweg, ich trage seit Jahren einen Organspendeausweis bei mir. | mehr

Blauäugig mit starker Lernkurve

2014 hatte der Christian die glorreiche Idee, dass wir gemeinsam doch einen Podcast machen könnten. Blauäugig, wie ich war, habe ich auch sofort zugestimmt und so haben wir voller Elan angefangen den ersten Podcast aufzunehmen. Leider war der Elan dann auch schnell wieder weg, sodass wir für die ersten sechs Folgen knapp 3 Jahre brauchten. Seit 2017 sind nun aber schon 25 weitere Folgen hinzugekommen und bis zum Ende des Jahres werden wir dann wohl auf insgesamt 34 oder sogar 35 Folgen kommen. Doch der Weg zum Erfolg, der ist ziemlich holprig. Das ist ja richtig viel Arbeit! So ein Podcast ist schon richtig viel Arbeit. War mir am Anfang nicht wirklich so bewusst, aber es ist ja nicht nur die Aufnahme, auf die mensch sich vorbereiten muss. | mehr

Das digitale Leben verlieren?

Ich muss ja ehrlich sein, ich habe schon ein wenig Angst, dass irgendwann all meine digitalen Daten weg sind. Ich sitze mindestens einmal in der Woche da und überlege mir, wie ich meine Datensicherung noch verbessern kann. Und mit sichern meine ich tatsächlich, dass ich die Datenträger auch hier bei mir habe und nicht irgendwo anders. Soll heißen, Daten, die in der Cloud liegen, - ja, ich nutze durchaus auch Clouddienste - fühlen sich für mich nicht sicher an. So ein Cloudanbieter kann ja irgendwann mal seine Tore schließen oder ich habe keinen Zugriff mehr, weil durch irgendwelche internationalen Konflikte das Internet nicht mehr funktioniert, bzw. nur noch regional verfügbar ist. Haltet mich für paranoid, aber die derzeitige Entwicklung, die Tendenzen nach rechts und zurück zu mehr Abschottung, verstärken diese Ängste nur noch. | mehr

Arbeitnehmern erklären, warum Hartz4-Sanktionen abgeschafft werden sollten …

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer fragt, wie die SPD den arbeitenden Menschen erklären möchte, warum die Sanktionen für Hartz4-Empfänger abgeschafft werden sollen. Nun, es gibt da eine ganz einfach Erklärung, die die meisten ArbeiterInnen auch verstehen werden. Ich bin zwar nicht die SPD, bin auch schon lange kein Mitglied mehr, aber ich erkläre es gerne, denn dieser Neid gegenüber Hartz4-Empfängern, den auch Herr Theurer weiter schüren möchte, ist in Wirklichkeit die Blindheit für den eigentlichen Grund von Hartz4-Sanktionen. Hartz4-Sanktionen hebeln die Lohnbildung am Markt aus Der Hauptgrund, weswegen Hartz4-Sanktionen eingeführt wurden, ist, dass dadurch die Arbeitslosen zur Annahme von allen zumutbaren angebotenen Arbeitsstellen gezwungen werden können. | mehr

Nicht unsichtbare Menschen lösen Probleme, sondern solidarische Gesellschaften

Es gibt Menschen ohne Obdach in Deutschland. Menschen, die keinen Raum haben, in den sie sich zurückziehen können, wo sie sich aufwärmen können, sich vor Regen, Sturm, Schnee und starker Hitze schützen können. Menschen die da sind, weil wir uns als Gesellschaft immer mehr individualisieren und für Solidarität kaum Platz ist. Jeder ist für sich selbst verantwortlich, wer Scheitert, ist selbst schuld, wer abgehängt wird, muss dies auf individuelles Versagen zurückführen. Nicht die Wirtschaftsform ist schuld, nicht die daraus resultierende Gesellschaft, die immer unsolidarischer wird. Anstatt diesen Menschen zu helfen, wird versucht, sie aus dem Stadtbild zu verdrängen, sie unsichtbar zu machen. Es werden Gründe gesucht, Ausreden, warum gerade diesen Menschen nicht geholfen werden muss. | mehr

Wohnraum nutzen – Chancen sehen – Menschen helfen

Es ist Herbst, die lange Hitzeperiode ist vorbei, die Temperaturen gehen immer mehr gegen null, in der Nacht gibt es teilweise schon Frost, in einigen Gebieten gab es sogar schon den ersten Schnee. Auch zu dieser Jahreszeit gibt es Menschen, die keinen eigenen Wohnraum haben, die auf der Straße leben müssen, weil irgendwann mal etwas schiefging, Sicherungsnetze nicht gegriffen haben. Schicksalsschläge, die zu einem totalen Absturz führten. Es ist schon traurig, dass eine Gesellschaft so etwas zulässt, noch dazu eine reiche Gesellschaft, die das überhaupt nicht nötig hätte. Noch schlimmer wird es, wenn Bürokratie dazu führt, dass freier Wohnraum nicht genutzt werden kann, er leer steht, weil die Politik zu unflexibel ist, weil sie verschiedene Gesetze für verschiedene schutzbedürftige Gruppen haben. | mehr

Weil sie ein Mädchen ist!

„Weil sie ein Mädchen ist“, sagten Sie, „kann und darf sie das nicht!“ „Warum?“, fragte ich. Sie hat Füße und Beine, mit denen sie läuft, wie ich. Sie hat Hände und Arme, mit denen sie greift, wie ich. Sie hat einen Mund, mit dem sie redet, wie ich. Eine Nase, mit der sie riecht, wie ich. Zwei Augen, mit denen sie sieht, wie ich. Und zwei Ohren, mit denen sie hört, wie ich. Warum darf und kann sie das nicht? „Weil sie ein Mädchen ist.“ Sie kann fühlen, wie ich. Sie kann stark sein, wie ich. Sie kann schwach sein, wie ich. Sie kann lachen, wie ich. Sie kann weinen, wie ich. Verträgt Schmerzen, sogar mehr als ich! Warum kann und darf sie dann nicht? „Weil sie ein Mädchen ist.“ Sie kann, wenn sie denn will, Berge bezwingen. | mehr