Drohen, einschüchtern, Meinungsfreiheit einschränken …

Dieses Internet ist echt spannend, besonders dann, wenn du eine harmlose Diskussion führst, und dir am Ende ein Teilnehmer, den du bis dahin nicht wirklich beachtet hast, mit dem Anwalt droht, weil er sich durch eine allgemeine Aussage angegriffen fühlt. Passiert immer wieder Mal, meist ist eine Aussprache am nächsten Tag möglich, in der all das geklärt wird, aber derzeit gibt es da draußen eine Gruppe von Menschen, denen ich durchaus zutraue, den Weg zum Anwalt zu gehen. Nicht, weil sie mit ihren Anschuldigungen irgendwie Erfolg haben könnten, sondern nur, um dem anderen einen finanziellen Schaden zuzufügen, indem erst einmal ein Brief vom Anwalt geschrieben wird, mit dem du dann zu deinen eigenen Anwalt musst, um das prüfen zu lassen. | mehr

Wo ist die Mobilisierung?

Sagt Mal, was läuft hier eigentlich falsch? In Leipzig marschieren zehntausende Wut-Hut-Maskenverweigerer, weil diese der Meinung sind, dass sie - wegen ein bisschen Stoff - in ihrer Freiheit und in ihren Grundrechten beschränkt sind, aber wenn die EU wirkliche Grundrechtsbeschränkungen plant, indem sie einen Generalschlüssel für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Kommunikationsapps wie WhatsApp, Signal und Co. plant, berichten davon nur eine handvoll Medien, aber die Mobilisierung dagegen bleibt aus. Klar, es geht derzeit um einen Entwurf, aber auch gegen einen Entwurf kann schon mobilisiert werden, um den Verantwortlichen zu zeigen, dass das nicht stillschweigend hingenommen wird! | mehr

Warum hasst ihr mich eigentlich?

Danke! Danke dafür, dass ihr eure Masken konsequent unter der Nase oder gar nicht getragen habt. Danke dafür, dass ihr die Infektionszahlen nach oben getrieben habt, was wahrlich vermeidbar gewesen wäre. Auch Danke dafür, dass ihr Gastronomen, Künstler, Kinos und all die anderen Unternehmen mit einem weiteren Monat ohne Einnahmen belohnt habt, obwohl sich ein Großteil wirklich angestrengt hat, einen vernünftigen Hygieneplan aufzustellen, damit die Infektionszahlen nicht steigen. Danke auch für die, die gerade so die erste Schließung überstanden haben, mit der zweiten Schließung jetzt aber Pleite gehen werden. Danke dafür und für die Angestellten in diesen Unternehmen, die jetzt weiter um ihre Existenz kämpfen müssen. Und danke auch von mir, dass ihr meine Selbstständigkeit weiterhin gefährdet. | mehr

Lebens-ABC: G wie Geduld

Das Wort „Geduld“ begleitet mich in meinem Leben komischerweise ständig. Ich weiß nicht wieso, aber egal was ich mache, als positives Merkmal wird immer sofort meine Geduld erwähnt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich ein solch geduldiger Mensch bin, ich würde es eher mit Gelassenheit umschreiben, weil Panik und Stress bei Problemlösungen nicht viel bringen. Entweder, ich kann ein Problem sofort lösen, dann wären Panik und Stress eh unnötig, oder ich bekomme es nicht sofort gelöst, dann wären Stress und Panik hinderlich. Im zweiten Fall würde mich blockieren, wenn ich ungeduldig und gestresst wäre und wäre dann nicht mehr in der Lage, mir einen Plan B, gegebenenfalls sogar einen Plan C auszudenken. | mehr

Wir Behinderer

Heute Morgen fuhr ich mit dem Rad zu einem Auftraggeber. An einer Ampel überquerte ein blinder Mensch die Straße, und ich musste sofort an die Blogparade von blindleben denken, in der es um Begegnungen mit blinden Menschen ging. Ich stand da also mit dem Fahrrad an der - für mich roten - Ampel und wartete, bis der Mensch die Straße überquert hatte. Ich beobachtete ihn dabei und dann fiel mein Blick auf die eigentlich viel zu hohen Bordsteinkanten, die schon für sehende Fußgänger und Radfahrer gefährlich sind. Am liebsten hätte ich ihn vor der Gefahr gewarnt, aber mir ist schon bewusst, dass blinde Menschen diese Gefahren sehr gut ohne Warnung meistern und so war es dann natürlich auch in diesem Fall. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie blinde Menschen sich in der Stadt zurechtfinden. | mehr

Lebens-ABC: F wie Fahrrad

Beim Buchstaben F kommt mir natürlich sofort das Fahrrad in den Sinn. Ich muss zugeben, dass ich erst ziemlich spät das Fahrradfahren gelernt habe, mit 10 oder 11 Jahren, kurz bevor es zur praktischen Fahrradführerschein-Prüfung kommen sollte. An der habe ich allerdings nie teilgenommen, weil ich am Tag der Prüfung immer noch viel zu unsicher unterwegs war und ich somit die Praxis wohl nie geschafft hätte - mal abgesehen davon, dass ich auch Links und Rechts nicht auseinanderhalten konnte, was mir auch heute noch Probleme macht, weswegen ich damals wohl auch deswegen so ziemlich durchgefallen wäre. Heute kenne ich da zum Glück die L-Regel, die mir - wenn ich wieder einmal unsicher bin - hilft, Links und Rechts zu unterscheiden. | mehr

Was mich wirklich glücklich macht

Ich überlege die ganze Zeit, wie ich euch erklären kann, was Glück für mich ist. Wie ich euch vermitteln kann, wie dieses Gefühl bei mir ausgelöst wird, wie ich zeigen kann, was mich wirklich glücklich macht. Ich hoffe, ich habe ein paar Wanderer unter meinen Leser*innen, die das Gefühl, welches ich beschreiben möchte, kennen. Die es verstehen, weil es für sie genauso Glück bedeutet, wie es für mich eben jenes Glück bedeutet. Meine Beschreibung fängt früh an einem beliebigen Tag im Frühjahr, Sommer oder Herbst an. Die Sonne beginnt gerade ihren Weg über unseren Himmel, draußen ist die Luft noch ein wenig feucht von der Nacht, es liegt auch noch ein wenig Dunst in der Luft. Ich schnüre meine Schuhe zu, mein Rucksack ist für die Wanderung bereits gepackt, gleich geht es los. | mehr

(Il)legale Partys und Corona

Derzeit gibt es ja viele illegale Partys in Berlin, Ursache dafür ist natürlich die Pandemie, aber auch die Politik, die hier immer noch nicht kreativ genug ist. Einige werden jetzt wieder sagen, dass die jungen Menschen doch wohl Mal verzichten können, kann doch nicht so schwer sein! Und ja, wenn ich jetzt nur von mir persönlich ausgehe - was viele in diesem Zusammenhang ja tun - fällt es wirklich nicht schwer. Ich war allerdings schon vor der Pandemie eher selten bei Massenveranstaltungen, einzig und allein der Besuch bei meinem Fußballverein war immer Mal notwendig und den vermisse ich auch jetzt schon, aber ansonsten fehlt es mir nicht. Nun bin ich aber nicht der Bezugspunkt, denn andere Menschen brauchen eben die Party als Ventil, um den Stress, der durch das normale Leben entsteht, abzubauen. | mehr

Demokratisch legitimiert?

Ich lese immer wieder irgendwas von „demokratisch legitimiert“ und frage mich dann, was soll das eigentlich heißen? Ein demokratisch legitimiertes Gesetz, was soll das sein? Jetzt Mal ehrlich, wie viele Menschen arbeiten an so einem Gesetz mit? Wie viel Mitsprache von Außen ist möglich, wenn neue Gesetze erarbeitet werden? Wie viele Menschen dürfen am Ende über das Gesetz abstimmen, dürfen es annehmen oder ablehnen? Genau, es sind eher wenige und sie spiegeln in vielen Fällen nicht einmal die Mehrheitsmeinung der Gesellschaft. Was ist daran demokratisch legitimiert? Klar, wir können Demonstrieren, wir dürfen unsere Meinung sagen, ohne dafür ins Gefängnis zu gehen. Wir können bei Wahlen antreten, können wählen, wen wir wollen, ohne dass uns irgendwelche Repressionen drohen, aber eine Entscheidungsmacht bei konkreten Gesetzesentwürfen haben wir nicht. | mehr

Tirade: 10 Männer mit Geld

Wow, da wird seit Monaten versucht alle davon zu überzeugen, dass der Mund-Nasen-Schutz wichtig ist, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann und dann sitzen beim Eröffnungsspiel der Bundesliga, welches Live in ganz Deutschland im Free-TV zu sehen war, 10 Herren ohne Abstand und ohne Mund-Nasen-Schutz auf der Tribüne eines Stadions, aus welchem gerade ein Tag zuvor das - bis dahin zugelassene Publikum - ausgeschlossen wurde. Ganz ehrlich, haben die echt überhaupt kein Taktgefühl mehr, auch wenn die bayrische Corona-Verordnung das tatsächlich zulässt? Welche Botschaft vermitteln diese Herren denn bitte, wenn sie, obwohl wir gerade in einer Pandemie sind, sich da ganz normal, ohne Mund-Nasen-Schutz, ohne Abstand, hinsetzen? | mehr