Mir fehlt die Empathie für alte Gebäude …

Deutschland trauert! Politiker fordern Live-Sendungen von den Öffentlich-Rechtlichen, andere Vergleichen den Vorfall mit dem Einschlag eines Meteoriten auf der Erde und meinen auch, dass dafür unbedingt das Programm unterbrochen werden muss. Es geht dabei nicht um Menschen, die durch Gewalt, Hunger oder auf der Flucht sterben, es geht dabei um ein altes Gebäude, welches dem Feuer zu Opfer fällt. Ich kann durchaus verstehen, dass sich da durchaus ein Gefühl des Verlustes einstellt. Und da es ein Kulturerbe ist, stellt sich dieses Gefühl nicht nur bei den Bewohnern und/oder Besitzern ein, sondern bei vielen Menschen auf dieser Erde. Wenn ein Wohnhaus niederbrennt, dann ist das für die Bewohner mit Sicherheit auch ein halber Weltuntergang, weil viele Erinnerungen für immer vernichtet werden, aber solange niemand dabei getötet wird, solange ist der materielle Verlust immer wieder ersetzbar. | mehr

Respekt über Jogginghosen definieren?

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Respekt über Jogginghosen definiert wird. Nicht über Solidarität, nicht über Menschlichkeit, sondern über Kleidungsstücke. Menschen, die Jeanshosen tragen, scheinen respektvoller zu sein als Menschen in Jogginghosen. Warum dies so sein soll? Ich habe keinen Plan! Eventuell, weil Jogginghosen zu bequem sind. Wer bequeme Kleidung trägt, kann wahrscheinlich nicht respektvoll mit anderen Menschen umgehen. Oder ist die Jogginghose nicht sexy genug? Muss Kleidung eventuell körperbetonend sein, damit sie Respekt vermittelt? Es gibt für mich keine wirkliche Erklärung, es gibt nur die Erklärung der Normabweichung. Es soll doch bitte keiner von der derzeitigen Norm abweichen! | mehr

Lebens-ABC: C wie Chaos

Ich liebe das Chaos. Ich liebe es, mich in einer gewissen Distanz zum Chaos zu befinden und mir einen Überblick zu verschaffen, zu sehen, wie das Chaos doch irgendwie zu ordnen ist. Es gehört dazu, es ist eine Herausforderung und doch ist es auch Spaß, immer wieder eine Quelle, um Neues zu entdecken. Neues Wissen, neue Zusammenhänge. Chaos hat für viele etwas Abschreckendes. Sie wollen lieber Ordnung, wollen den Überblick und die Kontrolle und verpassen dabei so viel. Natürlich kostet auch das Chaos viel Zeit, Zeit, in der andere Dinge gemacht werden könnten, aber es ermöglicht das Entdecken und somit die Freude an einer Sache. Es ist doch langweilig, wenn vorher schon alles feststeht, wenn keine Überraschungen mehr möglich sind. Routinen halt, die einen nicht mehr fordern. | mehr

Schulstreiks

Das mit den Schulstreiks finde ich schon interessant. Nicht nur, weil junge Menschen sich um ihre Zukunft Sorgen machen und sie dafür streiken, dass die Verantwortlichen diese Sorgen endlich wahrnehmen und sie ihre Politik endliche an diese nächste Generation ausrichten. Sondern es ist auch interessant zu sehen, wie Demokraten auf diese Streiks reagieren, wie Politiker eine Drohkulisse aufbauen, um die jungen Menschen wieder in die Schule zu bekommen und sie vom streiken abzuhalten. Es muss doch alles seine Ordnung haben und schließlich besteht ja auch eine Schulpflicht in Deutschland! Wer will schon, dass die jungen Menschen sich ihrer demokratischen Rechte bewusst werden? Wer will schon junge Menschen, die in der Politik mitreden wollen? | mehr

Wann habe ich zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?

Seit einiger Zeit geht im Internet ja dieses Dokument mit den tausend Fragen an dich selbst herum. Wer sich die Fragen einmal ansehen möchte, findet hier das Ganze als PDF und ja, ich werde jetzt auch regelmäßig Fragen daraus beantworten. Und heute fange ich mit der Frage an, wann ich zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht habe? Die Antwort darauf ist, dass ich eigentlich täglich irgendwas zum ersten Mal mache. Ich bin ein ziemlich neugieriger Mensch und ich beschäftige mich täglich mit irgendwelchen Themen, die für mich neu sind, mit denen ich mich also das erste Mal beschäftige. Da ich aber natürlich nicht jeden Moment darauf achte, ob das, was ich gerade mache, etwas ist, was ich zum ersten Mal tue, ist es immer schwierig diese Dinge genau zu benennen. | mehr

Sie wollen erzählt werden …

Es gibt da eine neue Kurzgeschichte, die in meinem Kopf herumspukt. Sie spuckt mir in all meine Gedankengänge, will beachtet werden, will aufgeschrieben werden und sabotiert alles andere. „Ich will euch mitnehmen in die Geschichte eines Menschen. Es ist egal, welches Geschlecht dieser Mensch hat. Es ist ein Mensch, der mit dem gesellschaftlich akzeptierten Lebensentwurf nicht kompatibel ist. Ein Mensch, der sich anstrengt, der aber immer wieder an der gesellschaftlichen Norm scheitert.“ Schon wieder drängt sich die Geschichte in den Vordergrund. Schon wieder schleicht sie sich in meine Gedankengänge und versucht sich heimlich in den Mittelpunkt zu stellen. Doch ich will das nicht, will sie nicht aufschreiben, weil es sich nicht lohnt, weil meine Kurzgeschichten nicht dazu taugen Beachtung zu generieren. | mehr

Ausbeutungsgrundsicherung

Es regt mich auf! Es regt mich auf, wenn eine Grundrente, von der Menschen gerade so Leben könnten, von der Anzahl der Beitragsjahre abhängig gemacht wird. Es darf dann keine Brüche im Leben geben, kein Versuch einer Selbstständigkeit, keine längeren Pausen, in denen sich ein Mensch neu erfinden kann. Die Pflege von Familienangehörigen wird so auch zum Luxus, ebenso wie andere Lebensentwürfe. Alles ist auf einen kapitalistischen Markt ausgerichtet. Wertvoll ist, wer sich dieser kapitalistischen Logik unterwirft, wer sich ausbeuten lässt, wer seine gesamte Lebensplanung der Arbeit und dem Arbeitgeber unterwirft. All die Sicherungssysteme sind genau darauf ausgelegt. Du bist nur abgesichert, wenn du dich und deine Arbeitskraft als Arbeitnehmer verkaufst. | mehr

Schon wieder geht ein Januar – 2019

Der Januar ist schon wieder vorbei. Die ersten 31 Tage des Jahres kamen und gingen, ließen sich nicht festhalten. Motivierende Momente gab es keine, keine außergewöhnlichen Augenblicke, die festgehalten werden mussten. Es kann nur besser werden, wobei es ja nicht wirklich schlecht war bisher. Aber es fehlt noch die Spannung, es fehlt noch das Neue, die Herausforderung, die neue Aufgabe, die mich weiterbringt, die Spaß und Motivation für mich an Board hat. Sie wird kommen, ich muss nur aufmerksam bleiben und sie einfangen. Aber auch alte Herausforderungen warten jetzt auf mich. Sie stehen im Regal, sind verstaubt und wollen jetzt wieder beachtet werden. Sie drängen sich in den Vordergrund und haben damit auch recht, weil sie sich hinter meinen letzten Aufgaben anstellen mussten. | mehr

Briefcast – Idee für einen neuen Podcast

In den letzten Tagen habe ich wieder viel gelesen und dabei sind mir auch ein paar neue Ideen gekommen. Eine davon ist ein Podcastformat, welches ich mir ziemlich spannend vorstelle. Allerdings kann ich mich hier auch täuschen und deswegen Frage ich jetzt mal bei euch nach, was ihr von meiner Idee haltet. Briefcast - Briefwechsel im Podcastformat Viele berühmte Menschen haben zu ihrer Zeit mit mindestens einer anderen Person in Briefkontakt gestanden und in diesen Briefen ihr Leben und das aktuelle Weltgeschehen betrachtet. Sie haben in diesen Briefen ihre Gedanken formuliert, gegenseitig Argumente ausgetauscht, eigene Denkansätze eingebracht und so da eigene Denken und die eigene Meinung immer weiter entwickelt. | mehr

Augenblick

„Worauf warten wir?“ „Auf den Augenblick!“ „Auf welchen?“ „Auf den, den wir nicht verpassen dürfen, der unserem Leben den Sinn gibt, den wir schon seit Ewigkeiten suchen. Auf diesen Augenblick warten wir!“ Nur, vielleicht verpassen wir ihn, wenn wir unsere Zeit nur mit warten verbringen. Wie schnell verrinnt die Zeit, die wir auf diesem Planeten haben, da könnte Warten vielleicht genau die falsche Tätigkeit sein. Es sei denn, warten ist der Sinn des Lebens, dann wäre Warten die richtige Tätigkeit, auch wenn uns das nicht bewusst ist. „Warum eilen wir so?“ „Weil wir den Augenblick fangen wollen!“ „Welchen Augenblick?“ „Den Augenblick, der uns den Sinn des Lebens verrät! Darum eilen wir so, damit wir rechtzeitig da sind, um den Augenblick zu fangen. | mehr

Erfolg

„Was bedeutet für mich Erfolg?“, steht auf dem Arbeitsblatt vor mir. Das Arbeitsblatt lacht mich aus, ruft mir zu, dass ich doch endlich einmal über so wichtige Dinge nachdenken sollte. Du kannst nicht immer den Fragen ausweichen, die dich zum Nachdenken über dich selbst anregen sollen. „Komm schon“, sagt es grinsend zu mir, „schau hin, da sind noch ein paar mehr Fragen über dich, trau dich und beantworte sie! Oder hast du etwa Angst?“ Erfolg? Ein positives Ergebnis einer Bemühung, sagt Google! Google sagt auch, dass der Begriff „Erfolg“ das Erreichen gesetzter Ziele ist. Ist doch gar nicht so schwer, denke ich, dabei bin ich mir bewusst, dass es bei der Frage nicht um die Standarddefinitionen geht. Es geht um meine eigene Definition. Es geht um mich, denn Standard kann ja schließlich jeder. | mehr

2019

Das neue Jahr ist jetzt drei Tage alt. Es ist kälter geworden, langsam fühlt es sich wie Winter an, auch wenn der Schnee fehlt, der zwar ab und zu fällt, aber nicht liegen bleibt. In einem Café sitzend, den Cappuccino schon getrunken und eine Obstschorle vor der Nase, überlege ich, was dieses neue Jahr bringen könnte. Das letzte Jahr habe ich einfach so ausklingen lassen, ohne Anspruch noch irgend etwas zu erreichen. Es plätscherte vor sich hin, brachte hier und da noch einen interessanten Gedanken zum Vorschein, einen neuen Kater in die Wohnung und war ansonsten eher wenig kreativ. Im neuen Jahr sollte ich jetzt einmal wieder mehr für das Studium machen. Es wartet auf mich, will wieder ernst genommen werden. Doch da ist auch die Lust auf neue Projekte. | mehr

Lasst ihnen das letzte Stück Selbstbestimmung

„Die Leute zögern zu spenden, weil sie sich nicht sicher sind, was die Obdachlosen mit dem Geld machen.“ Zitat aus dem Artikel von Deutschlandfunk Nova Es gibt jetzt in England also eine App, mit deren Hilfe an obdachlose Menschen per Smartphone eine Spende gesendet werden kann. Wäre soweit erst einmal nichts Schlimmes, wenn diese App nicht auch noch zur Überwachung dieser obdachlosen Menschen dienen würde. Denn der Spender kann sehen, wofür das Geld verwendet wird, viel schlimmer noch, es ist meist direkt zweckgebunden, soll heißen, die obdachlosen Menschen können nicht selbst entscheiden, was mit dem Geld geschieht. Aber das reicht noch nicht, es geht nämlich noch einen Schritt weiter. Die Menschen werden nicht nur entmündigt, sie werden auch zu Touristenattraktionen gemacht. | mehr

Straftat Überlebensinstinkt

Es tut so weh, es tut einfach so weh! Die TAZ berichtet über die Verurteilung von Asif N., der 2017 aus Deutschland nach Afghanistan abgeschoben werden sollte. Er wurde wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und allem was dazu gehört verurteilt, und zwar zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Für mich ist das schon nicht wirklich verständlich, weil hier ein Mensch seinem Instinkt gefolgt ist. Dem Instinkt zu überleben, weil Afghanistan einfach kein sicheres Land ist und weil er zu einer Minderheit in der Region gehört, aus der er kommt, die von den Taliban verfolgt wird. Hier gehören eigentlich die Personen verurteilt, die solche Abschiebungen ermöglichen und nicht die, die ihrem Überlebensinstinkt folgen. | mehr