17 Februar 2019

Schulstreiks

Das mit den Schulstreiks finde ich schon interessant. Nicht nur, weil junge Menschen sich um ihre Zukunft Sorgen machen und sie dafür streiken, dass die Verantwortlichen diese Sorgen endlich wahrnehmen und sie ihre Politik endliche an diese nächste Generation ausrichten. Sondern es ist auch interessant zu sehen, wie Demokraten auf diese Streiks reagieren, wie Politiker eine Drohkulisse aufbauen, um die jungen Menschen wieder in die Schule zu bekommen und sie vom streiken abzuhalten. Es muss doch alles seine Ordnung haben und schließlich besteht ja auch eine Schulpflicht in Deutschland! Wer will schon, dass die jungen Menschen sich ihrer demokratischen Rechte bewusst werden? Wer will schon junge Menschen, die in der Politik mitreden wollen? Die jungen Menschen sollen sich auf ihre Ausbildung konzentrieren, darauf, dass sie zu möglichst marktkonformen Menschen werden. Menschen, die das System nicht hinterfragen, die sich an all die Regeln halten, die dieses System vorgibt, ohne darüber nachzudenken, ob diese Regeln nicht schädlich sind, ob sie nicht verbessert werden können. Unbequeme junge Menschen könnten da Kontraproduktiv sein, könnten ihre Stärke entdecken und das System infrage stellen.

Irgendwie sind es dieselben Politiker, die vor einigen Jahren der Meinung waren, dass die jungen Menschen zu unpolitisch sind. Jetzt zeigen diese Menschen Interesse an Politik und da ist es den Politikern auch nicht recht. Jedenfalls dann nicht, wenn diese jungen Menschen diesen politischen Aktivismus nicht in ihrer Freizeit veranstalten – von der diese jungen Menschen eh schon relativ wenig haben – sondern in ihrer Schulzeit. In der Zeit also, in der sie alle Fähigkeiten für ein marktkonformes Verhalten erlernen sollen.

Die Frage, warum sie sich aber auf eine Zukunft vorbereiten sollen, die es eventuell gar nicht gibt, wenn die Politik so weitermacht, beantworten diese Politiker aber nicht. Sie sprechen dann von Arbeitsplätzen, von Unternehmen, vom Kapital und Planungssicherheiten, aber nicht davon, dass der Fehler eventuell im System selbst liegt und all diese Argumente eben nichts am Klimawandel ändern. Was nutzt uns Planungssicherheit, wenn wir unsere Lebensgrundlagen auf diesem Planeten zerstört haben? Was nutzen Arbeitsplätze, wenn sich Kriege um Ressourcen entwickeln? Wenn das die Zukunft ist, wozu sollten die Schüler*Innen dann jeden Freitag in die Schule gehen? Und warum drohen Demokraten mit Strafen, wenn junge Menschen ihre demokratischen Rechte in Anspruch nehmen?

12 Februar 2019

Wann habe ich zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?

Seit einiger Zeit geht im Internet ja dieses Dokument mit den tausend Fragen an dich selbst herum. Wer sich die Fragen einmal ansehen möchte, findet hier das Ganze als PDF und ja, ich werde jetzt auch regelmäßig Fragen daraus beantworten. Und heute fange ich mit der Frage an, wann ich zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht habe?

Die Antwort darauf ist, dass ich eigentlich täglich irgendwas zum ersten Mal mache. Ich bin ein ziemlich neugieriger Mensch und ich beschäftige mich täglich mit irgendwelchen Themen, die für mich neu sind, mit denen ich mich also das erste Mal beschäftige. Da ich aber natürlich nicht jeden Moment darauf achte, ob das, was ich gerade mache, etwas ist, was ich zum ersten Mal tue, ist es immer schwierig diese Dinge genau zu benennen. Aber komischerweise fallen mir gerade sogar zwei Dinge ein, die ich in letzter Zeit zum ersten Mal gemacht habe.

Die erste Sache ist ziemlich banal. Ich habe mir dieses Jahr zum ersten Mal wirklich darüber Gedanken gemacht, was für mich „Erfolg“ bedeutet. Ich habe mich damit ziemlich lange beschäftigt, ein paar Tage und bin am Ende auch zu einer Antwort gekommen. Diese könnt ihr hier im Blog nachlesen, aber auch die Antwort auf diese Frage ist ziemlich banal.

Die zweite Sache war dann schon etwas spannender, denn ich habe zum ersten Mal Kapitelmarken für den Podcast von Christian und mir festgehalten. Bisher war ich immer schon damit zufrieden, den Podcast einigermaßen synchron zu bekommen, aber nachdem mich ein Hörer darauf angesprochen hat, ob ich für den Podcast nicht auch Kapitelmarken anbieten könnte, hat mich hier natürlich der Ehrgeiz gepackt und so habe ich beim letzten Podcast zum ersten Mal Kapitelmarken gesetzt. Allerdings habe ich die eigentliche Aufgabe damit nur zur Hälfte gelöst, denn ich muss diese Kapitelmarken noch in die MP3-Datei selbst einbetten, damit sie auch außerhalb der Webseite von Geräten erkannt werden können. Wie ich das hinbekomme, wie ich also das nächste Mal etwas zum ersten Mal machen werde, da bin ich gerade auf der Suche nach einem Lösungsweg.

Ich hoffe, dass ich nie aufhören werde, irgendwas zum ersten Mal zu machen. Es ist die Neugierde, die mich antreibt und die möchte ich gerne auch mit 60 oder 70 noch besitzen. Ich möchte nicht zu den Menschen gehören, die irgendwann nur noch vor dem Fernseher sitzen und nichts mehr erleben, weil sie einfach nur noch die restliche Zeit ihres Lebens absitzen möchten.

8 Februar 2019

Sie wollen erzählt werden …

Es gibt da eine neue Kurzgeschichte, die in meinem Kopf herumspukt. Sie spuckt mir in all meine Gedankengänge, will beachtet werden, will aufgeschrieben werden und sabotiert alles andere.

„Ich will euch mitnehmen in die Geschichte eines Menschen. Es ist egal, welches Geschlecht dieser Mensch hat. Es ist ein Mensch, der mit dem gesellschaftlich akzeptierten Lebensentwurf nicht kompatibel ist. Ein Mensch, der sich anstrengt, der aber immer wieder an der gesellschaftlichen Norm scheitert.“

Schon wieder drängt sich die Geschichte in den Vordergrund. Schon wieder schleicht sie sich in meine Gedankengänge und versucht sich heimlich in den Mittelpunkt zu stellen. Doch ich will das nicht, will sie nicht aufschreiben, weil es sich nicht lohnt, weil meine Kurzgeschichten nicht dazu taugen Beachtung zu generieren. Sie fressen nur meine Zeit, bringen mir nichts. Sie sind da und verstauben, deswegen will ich sie nicht mehr aufschreiben.

Doch auch so klauen sie mir meine Zeit, weil sie es nicht hinnehmen wollen, weil sie erzählt werden wollen, weswegen sie in jeden meiner Gedankengänge spucken. Sie zeigen mir, dass sie da sind, das sie nicht vorhaben mich in Ruhe zu lassen. Ihnen ist egal, ob ich Geld verdienen muss, ihnen ist die Erzählung wichtiger als mein Einkommen.

7 Februar 2019

Ausbeutungsgrundsicherung

Es regt mich auf! Es regt mich auf, wenn eine Grundrente, von der Menschen gerade so Leben könnten, von der Anzahl der Beitragsjahre abhängig gemacht wird. Es darf dann keine Brüche im Leben geben, kein Versuch einer Selbstständigkeit, keine längeren Pausen, in denen sich ein Mensch neu erfinden kann. Die Pflege von Familienangehörigen wird so auch zum Luxus, ebenso wie andere Lebensentwürfe. Alles ist auf einen kapitalistischen Markt ausgerichtet. Wertvoll ist, wer sich dieser kapitalistischen Logik unterwirft, wer sich ausbeuten lässt, wer seine gesamte Lebensplanung der Arbeit und dem Arbeitgeber unterwirft.

All die Sicherungssysteme sind genau darauf ausgelegt. Du bist nur abgesichert, wenn du dich und deine Arbeitskraft als Arbeitnehmer verkaufst. Generell geht es nur um deine Arbeitskraft, für die du auch in deiner Freizeit alles zu tun hast, um sie zu erhalten. Deine Freiheit hört da auf, wo du den Gewinn deines Arbeitgebers gefährden könntest, wo du dich also sozialwidrig verhältst. Und auch diese Respekt-Rente ist nichts anderes!

Sozialwidrig ist auch so ein Wort. Wer hat sich das einfallen lassen? Ist ein Mensch, der sich nicht damit abfinden kann, in einem Arbeitsverhältnis eingesperrt zu sein, wirklich ein sozialwidrig handelnder Mensch? Oder ist es nicht eher die Gesetzgebung, die Ausrichtung auf das Kapital, die kapitalistische Ausrichtung unserer Gesellschaft sozialwidrig? Wenn Frauen* Erziehungsarbeit leisten und dafür nicht entlohnt werden, wer handelt da sozialwidrig? Die Frau oder der Staat? Wohl eher der Staat, weil er die Leistung der Frauen nicht anerkennt. Wenn Menschen sich um ihre Angehörige kümmern und dafür auch noch bestraft werden, wer handelt dann sozialwidrig? Wohl auch wieder der Staat?

Menschen sollten die Möglichkeit haben sich auszuprobieren, sich zu entwickeln, ohne dabei den Druck im Rücken zu spüren, dass das später negative Folgen haben könnte, wenn es nicht funktioniert. Die Gesellschaft könnte sehr viel weiter sein, wenn Menschen nicht an sinnloser Arbeit festhalten müssten, weil dadurch ihre Existenz gesichert wird. Wir könnten sehr viel weiter beim Klima- und Umweltschutz sein, wenn die Arbeitsplätze in klimaschädlichen Branchen, für die es bereits Alternativen gibt, wegfallen könnten, ohne dass dadurch die Menschen, die diese Arbeitsplätze innehaben, in existenzielle Nöte geraten würden.

Aber so läuft das nicht in unserer Gesellschaft. In unserer Gesellschaft ist nur bezahlte Arbeit auch wertvolle Arbeit. In unserer Gesellschaft dreht sich alles um Profit, um Ausbeutung, um das Schaffen von Werten, von denen nur wenige Menschen in großem Umfang profitieren. Und so muss natürlich eine Grundrente von der Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsjahre abhängig gemacht werden. Wo kämen wir denn hin, wenn das anders wäre?


*Ich schreibe hier Frauen, weil diese Arbeit in der Mehrheit von Frauen erbracht wird, nicht weil ich das Rollenbild, was sich dahinter verbirgt, irgendwie cool finden würde.

3 Februar 2019

Schon wieder geht ein Januar – 2019

Der Januar ist schon wieder vorbei. Die ersten 31 Tage des Jahres kamen und gingen, ließen sich nicht festhalten. Motivierende Momente gab es keine, keine außergewöhnlichen Augenblicke, die festgehalten werden mussten. Es kann nur besser werden, wobei es ja nicht wirklich schlecht war bisher. Aber es fehlt noch die Spannung, es fehlt noch das Neue, die Herausforderung, die neue Aufgabe, die mich weiterbringt, die Spaß und Motivation für mich an Board hat. Sie wird kommen, ich muss nur aufmerksam bleiben und sie einfangen.

Aber auch alte Herausforderungen warten jetzt auf mich. Sie stehen im Regal, sind verstaubt und wollen jetzt wieder beachtet werden. Sie drängen sich in den Vordergrund und haben damit auch recht, weil sie sich hinter meinen letzten Aufgaben anstellen mussten. Jetzt ist ihre Zeit!

25 Januar 2019

Briefcast – Idee für einen neuen Podcast

In den letzten Tagen habe ich wieder viel gelesen und dabei sind mir auch ein paar neue Ideen gekommen. Eine davon ist ein Podcastformat, welches ich mir ziemlich spannend vorstelle. Allerdings kann ich mich hier auch täuschen und deswegen Frage ich jetzt mal bei euch nach, was ihr von meiner Idee haltet.

Briefcast – Briefwechsel im Podcastformat

Viele berühmte Menschen haben zu ihrer Zeit mit mindestens einer anderen Person in Briefkontakt gestanden und in diesen Briefen ihr Leben und das aktuelle Weltgeschehen betrachtet. Sie haben in diesen Briefen ihre Gedanken formuliert, gegenseitig Argumente ausgetauscht, eigene Denkansätze eingebracht und so da eigene Denken und die eigene Meinung immer weiter entwickelt. Dieses Format finde ich schon ziemlich spannend – auch wenn ich derzeit niemanden habe, mit dem ich in solch einen Briefverkehr treten könnte – und dachte mir, dass so etwas auch spannend in Podcastformat wäre.

Es wäre also mindestens ein Zweiergespann, wobei diese nicht zusammen zu Wort kommen, sondern immer abwechselnd. Erst schreibt (und spricht) der eine einen Brief, indem er auf das aktuelle Weltgeschehen eingeht und ein paar Tage später antwortet dann die zweite Person. In der Antwort geht er dann auf den Brief ein, bringt eigene Gedanken in die Diskussion und geht seinerseits auch wieder auf das aktuelle Weltgeschehen ein. So entsteht ein fortlaufendes Gespräch, welches auch immer mal wieder auf ältere „Briefe“ eingehen kann oder eben auch Sprünge zu anderen Themen, die bisher noch gar nicht erwähnt wurden.

Ich könnte mir vorstellen, dass das ein recht interessanter Podcast werden könnte, aber das ist nur meine Einschätzung und deswegen würde mich einmal eure Meinung interessieren.

23 Januar 2019

Augenblick

„Worauf warten wir?“

„Auf den Augenblick!“

„Auf welchen?“

„Auf den, den wir nicht verpassen dürfen, der unserem Leben den Sinn gibt, den wir schon seit Ewigkeiten suchen. Auf diesen Augenblick warten wir!“

Nur, vielleicht verpassen wir ihn, wenn wir unsere Zeit nur mit warten verbringen. Wie schnell verrinnt die Zeit, die wir auf diesem Planeten haben, da könnte Warten vielleicht genau die falsche Tätigkeit sein. Es sei denn, warten ist der Sinn des Lebens, dann wäre Warten die richtige Tätigkeit, auch wenn uns das nicht bewusst ist.

„Warum eilen wir so?“

„Weil wir den Augenblick fangen wollen!“

„Welchen Augenblick?“

„Den Augenblick, der uns den Sinn des Lebens verrät! Darum eilen wir so, damit wir rechtzeitig da sind, um den Augenblick zu fangen.“

Nur, sind wir dann vielleicht am falschen Ort und verpassen deswegen den Augenblick. Es sei denn, der Sinn des Lebens ist Eile, dann fangen wir den Augenblick permanent, aber das wäre uns natürlich nicht bewusst.

10 Januar 2019

Erfolg

„Was bedeutet für mich Erfolg?“, steht auf dem Arbeitsblatt vor mir. Das Arbeitsblatt lacht mich aus, ruft mir zu, dass ich doch endlich einmal über so wichtige Dinge nachdenken sollte. Du kannst nicht immer den Fragen ausweichen, die dich zum Nachdenken über dich selbst anregen sollen. „Komm schon“, sagt es grinsend zu mir, „schau hin, da sind noch ein paar mehr Fragen über dich, trau dich und beantworte sie! Oder hast du etwa Angst?“

Erfolg? Ein positives Ergebnis einer Bemühung, sagt Google! Google sagt auch, dass der Begriff „Erfolg“ das Erreichen gesetzter Ziele ist. Ist doch gar nicht so schwer, denke ich, dabei bin ich mir bewusst, dass es bei der Frage nicht um die Standarddefinitionen geht. Es geht um meine eigene Definition. Es geht um mich, denn Standard kann ja schließlich jeder.

Doch wie soll ich den Begriff „Erfolg“ greifen? Es geht ja nicht um konkrete Ziele wie einen 10-Kilometer Lauf beenden. Es geht um fiktive Ziele, etwas was mich positiv stimmt, was positive Gefühle auslöst, wenn ich es erreicht habe.

Drei Stunden später ist das Blatt Papier immer noch leer, die Frage schwebt weiter im Raum, ist noch immer nicht beantwortet, dabei steht meine Selbstmotivation auf dem Spiel. Wie soll ich mich selbst zu etwas motivieren, wenn ich diese Frage schon nicht beantworten kann, wenn mich mein Gehirn schon in dieser Frage nicht unterstützt, es sich weigert, mir eine sinnvolle Antwort zu geben?

Erfolg bedeutet für mich, machen zu können, was mir Spaß macht. Nicht gegen meine Ansichten verstoßen zu müssen, um mein Leben sichern zu können. Ehrlich gesagt wäre es wohl eine ziemlich große Niederlage für mich, wenn ich gegen meinen Ansichten verstoßen müsste. Ich will mein Leben finanzieren, ohne meine Vorstellungen, meine Ansichten, meine Werte über Board zu werfen. Wenn mir das gelingt, dann ist das ein riesiger Erfolg für mich. Mich nicht verbiegen müssen, da ist Erfolg für mich.

Da ist er, der erste Gedanke zur Frage und er ist gut. Die erste Antwort und sie gefällt mir, macht mich zufrieden und das Blatt Papier hört auf zu lachen, fragt mich, ob es wirklich so schwer war? Es fragt, ob sich das nicht gelohnt hat und zeigt still auf die zweite Frage, die ich jetzt zu beantworten hätte.

3 Januar 2019

2019

Das neue Jahr ist jetzt drei Tage alt. Es ist kälter geworden, langsam fühlt es sich wie Winter an, auch wenn der Schnee fehlt, der zwar ab und zu fällt, aber nicht liegen bleibt. In einem Café sitzend, den Cappuccino schon getrunken und eine Obstschorle vor der Nase, überlege ich, was dieses neue Jahr bringen könnte.

Das letzte Jahr habe ich einfach so ausklingen lassen, ohne Anspruch noch irgend etwas zu erreichen. Es plätscherte vor sich hin, brachte hier und da noch einen interessanten Gedanken zum Vorschein, einen neuen Kater in die Wohnung und war ansonsten eher wenig kreativ.

Im neuen Jahr sollte ich jetzt einmal wieder mehr für das Studium machen. Es wartet auf mich, will wieder ernst genommen werden. Doch da ist auch die Lust auf neue Projekte. Ich würde gerne die Ausbildung zum Social Media Manager bei der IHK machen, kostet aber knapp 1.600,- Euro, die ich vorher erst einmal verdienen müsste. Auch bei der Ausbildung zum Ausbilder sieht es nicht anders aus: sie würde mich interessieren, aber auch hier hängen ziemlich hohe Kosten dran.

Gerade habe ich noch in einem Buch zum Thema „Schreiben“ gelesen und ein interessantes Projekt für meinen Blog entdeckt. Bei dem brauche ich allerdings eure Hilfe! Ich bräuchte von euch A-B-C-Listen mit jeweils einem Begriff zu jedem Buchstaben, zu dem ihr meine Gedanken erfahren möchtet. Wenn mir etwas dazu einfällt, schreibe ich zu jedem Begriff einen Blogartikel, der dann natürlich auch hier im Blog erscheint. Hört sich doch interessant an oder etwa nicht? Dann schickt mir eine A-B-C-Liste an die Mail: abc@svenbuchien.de.

Und dann gibt es da ja auch noch die anderen Blogs, die meine Aufmerksamkeit möchten und auch der Podcast will weiter entwickelt werden. Ich bin schon gespannt, wo ich für all das die Zeit hernehmen möchte, denn Geld muss ich am Ende auch noch verdienen, unsere Gesellschaft funktioniert ja nicht ohne.

Im letzten Jahr habe ich keine Fahrradtour gemacht, auch das muss sich in diesem Jahr unbedingt wieder ändern. Generell muss ich wieder mehr raus in die Natur, mehr Wandern, mehr Laufen, mehr Radfahren. Eventuell auch endlich mal wieder eine längere Fahrradtour über mehrere Tage. Es gibt da die Tour nach Kopenhagen, die ich schon seit einiger Zeit gespeichert habe und die ich unbedingt machen möchte. Oder die Tour nach Rostock, die ich auch machen möchte. Kostet aber auch alles Geld, was mich schon ein wenig nervt. Ich will mit dem Fahrrad durch Europa fahren, will die Landschaften entdecken, solange das noch möglich ist, solange der Klimawandel sie nicht zerstört hat.

2019 muss endlich wieder spannend werden. Ich muss noch planen, wie ich all das finanziere, aber das Geld darf einfach nicht immer das Hindernis sein.

31 Dezember 2018

Lasst ihnen das letzte Stück Selbstbestimmung

„Die Leute zögern zu spenden, weil sie sich nicht sicher sind, was die Obdachlosen mit dem Geld machen.“

Zitat aus dem Artikel von Deutschlandfunk Nova

Es gibt jetzt in England also eine App, mit deren Hilfe an obdachlose Menschen per Smartphone eine Spende gesendet werden kann. Wäre soweit erst einmal nichts Schlimmes, wenn diese App nicht auch noch zur Überwachung dieser obdachlosen Menschen dienen würde. Denn der Spender kann sehen, wofür das Geld verwendet wird, viel schlimmer noch, es ist meist direkt zweckgebunden, soll heißen, die obdachlosen Menschen können nicht selbst entscheiden, was mit dem Geld geschieht. Aber das reicht noch nicht, es geht nämlich noch einen Schritt weiter. Die Menschen werden nicht nur entmündigt, sie werden auch zu Touristenattraktionen gemacht. Sie tragen eine Marke mit einem Strichcode, der vom potentiellen Spender eingescannt wird, und wo der Spender dann die Geschichte des obdachlosen Menschen nachlesen kann. Eine Jagd auf Schicksale, eine neue Art des Voyeurismus, die das Schicksal dieser Menschen öffentlich zugänglich macht.

Zeit spenden

Wer etwas über das Schicksal von obdachlosen Menschen erfahren möchte, der sollte ihnen Zeit und Aufmerksamkeit schenken, mit ihnen Reden, sich die Geschichte erzählen lassen. Auch über die Pläne für die Zukunft kann in einem solchen Gespräch gesprochen werden, bei einem Essen oder einem Kaffee. Dazu braucht es keine App, dazu braucht es keinen Voyeurismus, der dann eventuell zu einer Spende führt, über die die obdachlosen Menschen dann nicht einmal frei verfügen können.

Die Idee hinter der App mag ja gut gemeint sein, aber sie ist eher sehr schlecht umgesetzt. Gegen ein Konto für diese Menschen, zu dem sie uneingeschränkt Zugang haben und wo sie über das Geld frei verfügen können, wäre nichts zu sagen. Auch nicht zu einer Verknüpfung mit einer App, über die dann Bargeldlos gespendet werden kann, ebenso wenig. Aber alles andere geht über das Ziel hinaus.

Bevormundung und Erziehung zu gesellschaftlich akzeptierten Verhaltensformen

Diese App, so wie sie hier gestaltet ist, ist zur Bevormundung von Menschen gedacht. Sie nimmt den Menschen noch den letzten funken Stolz, lässt sie noch weiter absinken, weil sie nur dann, wenn sie sich durch den Spender bevormunden lassen, Geld bekommen. Viel wichtiger wäre aber Vertrauen und Zeit! Vertrauen darin, dass diese Menschen sinnvolle Entscheidungen treffen, dass sie wissen, wofür sie das Geld am dringendsten brauchen. Zeit, um sie bei ihren Zielen und Plänen zu unterstützen. Es ist total unwichtig, wofür diese Menschen das Geld am Ende ausgeben, und wenn sie es für Alkohol ausgeben, dann geben sie es eben für Alkohol aus. Das ist dieser letzte Rest von Selbstbestimmung in ihrem Leben, wobei eine Sucht das Leben eventuell auch fremdbestimmt, aber die Entscheidung von dieser Sucht weg zu kommen, muss jeder Mensch alleine und selbstbestimmt treffen.

Die App aber möchte erziehen, sie will obdachlose Menschen zu gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensformen zwingen. Sie will sie in eine Gesellschaft zurückholen, die diese Menschen vorher hat scheitern lassen, die dazu beigetragen hat, dass diese Menschen scheitern. Sicher will diese App den obdachlosen Menschen eine neue Chance geben, aber eben keine selbstbestimmte Chance, sondern eine Chance, die klar durch die Gesellschaft vorgegeben wird, die überprüfbar ist und die bei einem erneuten Scheitern die Gesellschaft von der Schuld befreit, weil sie ja versucht hat, diesem Menschen zu helfen, sie ihm ja den richtigen Weg gezeigt hat. Oder zumindest den Weg, der von der Gesellschaft akzeptiert ist.

Es ist eine App, die den Kosten-Nutzen-Faktor für die Gesellschaft optimieren soll. Eine Spende, die nicht zweckgebunden ist, steht diesem Kosten-Nutzen-Faktor entgegen, denn der Nutzen für die Gesellschaft könnte gegen null gehen, wenn die obdachlosen Menschen das Geld nicht so nutzen, wie es sich der Spender vorstellt. Es ist genau das, was von einem Wirtschaftsstudenten zu erwarten ist, denn in den Wirtschaftswissenschaften ist der Faktor Mensch nur ein Kostenfaktor und eben kein Mensch.