4 März 2019

Lebens-ABC: A wie Abwechslung

Abwechslung ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Abwechslung legt den Grundstein aller Erfahrungen, es ist ein Ausdruck von Neugierde. Neugierde, die mich antreibt, die mich davon abhält, immer dasselbe zu tun und Veränderung zu vermeiden.

Abwechslung bringt die Farbe in mein Leben. Sie garantiert den Spannungsbogen, den ich in meinem Leben brauche, der mich Antreibt, der mir den Sinn vermittelt, auf dessen Suche wir ständig sind.

Ohne Abwechslung wäre mein Leben fade. Sie gehört dazu und durchbricht Routinen. Klar, auch Routinen gehören dazu, aber nur dort, wo sie hilfreich sind, beim Zähneputzen zum Beispiel. Alle unnützen Routinen schränken das Leben ein und sie können nur mit Abwechslung vermieden werden. Wobei Abwechslung natürlich nicht bedeutet, die ganze Zeit immer nur neue Dinge zu tun. Vielmehr bedeutet es, dass sich Neues und Altes abwechselt, Spannung und Langeweile, Anstrengung und Erholung.


Das Lebens-ABC ist eine Idee aus einem Schreibratgeber. Es hilft dabei, dass eigene Leben zu fassen, es greifbar zu machen, mehr über sich selbst zu lernen und damit auch zu erfahren, was einem im Leben wirklich wichtig ist. Natürlich ist es auch eine Schreibübung und es übt darin, sich selbst zu beobachten.

12 Februar 2019

Wann habe ich zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?

Seit einiger Zeit geht im Internet ja dieses Dokument mit den tausend Fragen an dich selbst herum. Wer sich die Fragen einmal ansehen möchte, findet hier das Ganze als PDF und ja, ich werde jetzt auch regelmäßig Fragen daraus beantworten. Und heute fange ich mit der Frage an, wann ich zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht habe?

Die Antwort darauf ist, dass ich eigentlich täglich irgendwas zum ersten Mal mache. Ich bin ein ziemlich neugieriger Mensch und ich beschäftige mich täglich mit irgendwelchen Themen, die für mich neu sind, mit denen ich mich also das erste Mal beschäftige. Da ich aber natürlich nicht jeden Moment darauf achte, ob das, was ich gerade mache, etwas ist, was ich zum ersten Mal tue, ist es immer schwierig diese Dinge genau zu benennen. Aber komischerweise fallen mir gerade sogar zwei Dinge ein, die ich in letzter Zeit zum ersten Mal gemacht habe.

Die erste Sache ist ziemlich banal. Ich habe mir dieses Jahr zum ersten Mal wirklich darüber Gedanken gemacht, was für mich „Erfolg“ bedeutet. Ich habe mich damit ziemlich lange beschäftigt, ein paar Tage und bin am Ende auch zu einer Antwort gekommen. Diese könnt ihr hier im Blog nachlesen, aber auch die Antwort auf diese Frage ist ziemlich banal.

Die zweite Sache war dann schon etwas spannender, denn ich habe zum ersten Mal Kapitelmarken für den Podcast von Christian und mir festgehalten. Bisher war ich immer schon damit zufrieden, den Podcast einigermaßen synchron zu bekommen, aber nachdem mich ein Hörer darauf angesprochen hat, ob ich für den Podcast nicht auch Kapitelmarken anbieten könnte, hat mich hier natürlich der Ehrgeiz gepackt und so habe ich beim letzten Podcast zum ersten Mal Kapitelmarken gesetzt. Allerdings habe ich die eigentliche Aufgabe damit nur zur Hälfte gelöst, denn ich muss diese Kapitelmarken noch in die MP3-Datei selbst einbetten, damit sie auch außerhalb der Webseite von Geräten erkannt werden können. Wie ich das hinbekomme, wie ich also das nächste Mal etwas zum ersten Mal machen werde, da bin ich gerade auf der Suche nach einem Lösungsweg.

Ich hoffe, dass ich nie aufhören werde, irgendwas zum ersten Mal zu machen. Es ist die Neugierde, die mich antreibt und die möchte ich gerne auch mit 60 oder 70 noch besitzen. Ich möchte nicht zu den Menschen gehören, die irgendwann nur noch vor dem Fernseher sitzen und nichts mehr erleben, weil sie einfach nur noch die restliche Zeit ihres Lebens absitzen möchten.

8 Februar 2019

Sie wollen erzählt werden …

Es gibt da eine neue Kurzgeschichte, die in meinem Kopf herumspukt. Sie spuckt mir in all meine Gedankengänge, will beachtet werden, will aufgeschrieben werden und sabotiert alles andere.

„Ich will euch mitnehmen in die Geschichte eines Menschen. Es ist egal, welches Geschlecht dieser Mensch hat. Es ist ein Mensch, der mit dem gesellschaftlich akzeptierten Lebensentwurf nicht kompatibel ist. Ein Mensch, der sich anstrengt, der aber immer wieder an der gesellschaftlichen Norm scheitert.“

Schon wieder drängt sich die Geschichte in den Vordergrund. Schon wieder schleicht sie sich in meine Gedankengänge und versucht sich heimlich in den Mittelpunkt zu stellen. Doch ich will das nicht, will sie nicht aufschreiben, weil es sich nicht lohnt, weil meine Kurzgeschichten nicht dazu taugen Beachtung zu generieren. Sie fressen nur meine Zeit, bringen mir nichts. Sie sind da und verstauben, deswegen will ich sie nicht mehr aufschreiben.

Doch auch so klauen sie mir meine Zeit, weil sie es nicht hinnehmen wollen, weil sie erzählt werden wollen, weswegen sie in jeden meiner Gedankengänge spucken. Sie zeigen mir, dass sie da sind, das sie nicht vorhaben mich in Ruhe zu lassen. Ihnen ist egal, ob ich Geld verdienen muss, ihnen ist die Erzählung wichtiger als mein Einkommen.

5 Februar 2019

Schwermut

Die Sonne ist zu einem Phantom geworden. Im Sommer war sie noch sehr real, doch der Winter hat sie vertrieben. Versteckt im Wolkengewölbe, zeigt sie sich nur selten, schaut schüchtern herunter, kaum merklich und doch weiß jeder, dass sie da ist.

Dekaden von Tagen vergehen so, hinterlassen eine getrübte Stimmung und vergrößern die Sehnsucht nach ihr. Die Sehnsucht nach der Wärme, die sie jederzeit zu spenden in der Lage ist. Aber auch die Sehnsucht nach dem puren, ungetrübten Licht, dass die Seele erreicht und die gedämpfte Stimmung vertreibt.

Am liebsten würde die Seele auf eine Leiter klettern und mit einer Handsäge das Wolkengewölbe zerstören. Sie würde gern die Sonne aus ihrem Versteck holen, sie der Phantomwelt entreißen und ihr wieder zu vollem Glanz verhelfen, damit sie – die Seele – selbst wieder im vollen Glanze strahlen kann.

Es bleibt aber nur das Warten. Die Wolken verschwinden von allein, geben den Blick wieder frei, lassen das Versteck verschwinden und mit ihm die Schwermut, die sich die Seele eingefangen hat.

3 Februar 2019

Schon wieder geht ein Januar – 2019

Der Januar ist schon wieder vorbei. Die ersten 31 Tage des Jahres kamen und gingen, ließen sich nicht festhalten. Motivierende Momente gab es keine, keine außergewöhnlichen Augenblicke, die festgehalten werden mussten. Es kann nur besser werden, wobei es ja nicht wirklich schlecht war bisher. Aber es fehlt noch die Spannung, es fehlt noch das Neue, die Herausforderung, die neue Aufgabe, die mich weiterbringt, die Spaß und Motivation für mich an Board hat. Sie wird kommen, ich muss nur aufmerksam bleiben und sie einfangen.

Aber auch alte Herausforderungen warten jetzt auf mich. Sie stehen im Regal, sind verstaubt und wollen jetzt wieder beachtet werden. Sie drängen sich in den Vordergrund und haben damit auch recht, weil sie sich hinter meinen letzten Aufgaben anstellen mussten. Jetzt ist ihre Zeit!

23 Januar 2019

Augenblick

„Worauf warten wir?“

„Auf den Augenblick!“

„Auf welchen?“

„Auf den, den wir nicht verpassen dürfen, der unserem Leben den Sinn gibt, den wir schon seit Ewigkeiten suchen. Auf diesen Augenblick warten wir!“

Nur, vielleicht verpassen wir ihn, wenn wir unsere Zeit nur mit warten verbringen. Wie schnell verrinnt die Zeit, die wir auf diesem Planeten haben, da könnte Warten vielleicht genau die falsche Tätigkeit sein. Es sei denn, warten ist der Sinn des Lebens, dann wäre Warten die richtige Tätigkeit, auch wenn uns das nicht bewusst ist.

„Warum eilen wir so?“

„Weil wir den Augenblick fangen wollen!“

„Welchen Augenblick?“

„Den Augenblick, der uns den Sinn des Lebens verrät! Darum eilen wir so, damit wir rechtzeitig da sind, um den Augenblick zu fangen.“

Nur, sind wir dann vielleicht am falschen Ort und verpassen deswegen den Augenblick. Es sei denn, der Sinn des Lebens ist Eile, dann fangen wir den Augenblick permanent, aber das wäre uns natürlich nicht bewusst.

10 Januar 2019

Erfolg

„Was bedeutet für mich Erfolg?“, steht auf dem Arbeitsblatt vor mir. Das Arbeitsblatt lacht mich aus, ruft mir zu, dass ich doch endlich einmal über so wichtige Dinge nachdenken sollte. Du kannst nicht immer den Fragen ausweichen, die dich zum Nachdenken über dich selbst anregen sollen. „Komm schon“, sagt es grinsend zu mir, „schau hin, da sind noch ein paar mehr Fragen über dich, trau dich und beantworte sie! Oder hast du etwa Angst?“

Erfolg? Ein positives Ergebnis einer Bemühung, sagt Google! Google sagt auch, dass der Begriff „Erfolg“ das Erreichen gesetzter Ziele ist. Ist doch gar nicht so schwer, denke ich, dabei bin ich mir bewusst, dass es bei der Frage nicht um die Standarddefinitionen geht. Es geht um meine eigene Definition. Es geht um mich, denn Standard kann ja schließlich jeder.

Doch wie soll ich den Begriff „Erfolg“ greifen? Es geht ja nicht um konkrete Ziele wie einen 10-Kilometer Lauf beenden. Es geht um fiktive Ziele, etwas was mich positiv stimmt, was positive Gefühle auslöst, wenn ich es erreicht habe.

Drei Stunden später ist das Blatt Papier immer noch leer, die Frage schwebt weiter im Raum, ist noch immer nicht beantwortet, dabei steht meine Selbstmotivation auf dem Spiel. Wie soll ich mich selbst zu etwas motivieren, wenn ich diese Frage schon nicht beantworten kann, wenn mich mein Gehirn schon in dieser Frage nicht unterstützt, es sich weigert, mir eine sinnvolle Antwort zu geben?

Erfolg bedeutet für mich, machen zu können, was mir Spaß macht. Nicht gegen meine Ansichten verstoßen zu müssen, um mein Leben sichern zu können. Ehrlich gesagt wäre es wohl eine ziemlich große Niederlage für mich, wenn ich gegen meinen Ansichten verstoßen müsste. Ich will mein Leben finanzieren, ohne meine Vorstellungen, meine Ansichten, meine Werte über Board zu werfen. Wenn mir das gelingt, dann ist das ein riesiger Erfolg für mich. Mich nicht verbiegen müssen, da ist Erfolg für mich.

Da ist er, der erste Gedanke zur Frage und er ist gut. Die erste Antwort und sie gefällt mir, macht mich zufrieden und das Blatt Papier hört auf zu lachen, fragt mich, ob es wirklich so schwer war? Es fragt, ob sich das nicht gelohnt hat und zeigt still auf die zweite Frage, die ich jetzt zu beantworten hätte.

4 Januar 2019

Meine Gedanken zu: „Klassiker“

Die Verena fragt nach meinen Gedanken zu dem Wort „Klassiker“. Musste ich erst mal googeln, denn was ist das eigentlich, so ein Klassiker? Zum einen ist es ein Vertreter der Klassik, zum anderen aber eben auch ein bestimmtes Werk oder eine bestimmte Person, deren Leistungen wegweisend waren oder immer noch sind. Das Problem daran ist allerdings, dass diese Personen meist in einem anderen zeitlichen Kontext zu stellen sind, dass die Werke oder die Personen aus heutiger Sicht nicht mehr unbedingt den moralischen Ansprüchen entsprechen, die sich viele Menschen heute auferlegen. Oder die Leistungen und Ansichten, die damals noch wegweisend waren, sind heute schon veraltet oder eben selbstverständlich.

Ein Klassiker kann durchaus noch viel Spaß machen. Klassische Musik zum Beispiel ist immer noch sehr populär, wird immer noch gerne von vielen Menschen gehört, kann immer noch viel in Menschen auslösen, beim Entspannen helfen oder beim Nachdenken. Auch die Klassiker aus der Oper oder aus dem Theater können noch viele Menschen anlocken, ihnen eine schöne Zeit bereiten. Und natürlich auch die vielen Klassiker bei den Büchern. Wichtig ist nur, dass all das Freiwillig passiert, der Besuch in der Oper oder im Theater, die Lektüre des Buches, das Hören der klassischen Musik.

Menschen, die sich dafür nicht interessieren, die werden schnell dadurch abgeschreckt. So ein Klassiker kann sehr langweilig sein oder es fehlt das Verständnis, weil der zeitliche Kontext, und somit der Zugang fehlt. Ich finde nicht, dass diese Klassiker ein „Muss“ sind, das Menschen, die an solchen Klassikern kein gefallen finden, irgendwas verpasst hätten, oder die Bildung schlechter wäre. Ich verstehe nicht, wenn sich Menschen über solche Klassiker definieren möchten, wenn sie damit herausstellen wollen, dass sie etwas Besseres sind, dass sie in einer anderen Liga spielen. Wahrscheinlich lesen diese Menschen Klassiker nur, damit sie angeben können, nicht weil es ihnen Spaß macht. Deswegen muss es wahrscheinlich überhaupt erst Klassiker geben.

Versteht mich nicht falsch, ich meine damit nicht, dass alle Menschen so sind, die Klassiker lesen. Dann müsste ich mich selbst dazu zählen. Ich schreibe tatsächlich nur von denen, die genau dieses Verhalten an den Tag legen und davon gibt es einige. Hier möchte ich meine Gedanken zu dem Wort „Klassiker“ auch beenden. So einen wirklichen Zugang habe ich dazu nicht, bin dem Wort ein wenig abgeneigt, weil er irgendwie auch etwas Mainstreammäßiges an sich hat, etwas von Routinen. Ich bin ja mehr der neugierige Mensch, der Neues erleben möchte.

3 Dezember 2018

Organspenden – Was ist mein Körper ohne Gehirn?

Organspenden sind ja ein gesellschaftlich heiß diskutiertes Thema. Die einen haben kein Problem damit, ihre noch lebenden Organe anderen Menschen zur Verfügung zu stellen, damit diese eine Chance auf ein längeres Leben haben. Andere hingegen sind der Meinung, dass der Mensch nicht wirklich tot ist, weil er ja noch atmet, weil viele Körperfunktionen künstlich am Leben gehalten werden. In der TAZ gab es jetzt einen Essay zum Thema, der eben auch dieses Thema aufgreift, der auch noch ein wenig den ökonomischen Charakter ins Spiel bringt. Angeheizt ist die Debatte durch die mögliche Umstellung vom Opt-In-Verfahren zur Organspende zu einem Opt-Out-Verfahren.

Was ist mein Körper, wenn das Gehirn nicht mehr funktioniert?

Vielleicht vorneweg, ich trage seit Jahren einen Organspendeausweis bei mir. Ich finde, dass meine Organe ruhig in anderen Menschen weiterleben dürfen, wenn es mein Bewusstsein nicht mehr gibt. Und mein Bewusstsein, da bin ich mir ziemlich sicher, ist im Gehirn anzutreffen. Nicht im Herzen, nicht im Magen und auch nicht in der Leber. Wenn mein Körper also nicht mehr durch mein Gehirn am Leben gehalten wird, sondern durch medizinische Geräte, dann bin ich nicht mehr da. Wenn durch das Abschalten der Geräte auch die Körperfunktionen abgestellt werden, also auch der restliche Körper stirbt, dann kann dies auch gerne während des Prozesses der Organentnahme geschehen.

Am Ende verwest der Körper oder, um einen Begriff aus dem TAZ-Artikel zu verwenden, er ist Biomüll. Wobei Müll ja doch negativ ist, da er ja durchaus Grundlage für neues Leben ist. Er sich also in den Kreislauf des Entstehens und Vergehens befindet und warum sollte es ethisch jetzt besser sein, wenn meine Organe, die anderen Menschen noch hätten Leben schenken können, eben einfach so vor sich hin verwesen? Warum sollten Teile meines Körpers nicht in einem anderen Körper weiterleben und einem funktionierendem Gehirn einen funktionierenden Körper zur Verfügung stellen?

Natürlich hab auch ich Ängste …

Ich möchte damit natürlich nicht die Ängste von bestimmten Personen kleinreden. Im Gegenteil, auch ich habe Ängste. Auch ich mache mir Gedanken darüber, ob die Ärzte wirklich immer richtig liegen, wenn sie den Gehirntod feststellen. Natürlich hoffe ich, dass die Ärztinnen hier strenge Maßstäbe setzen und ich nicht doch die Schmerzen der Organentnahme noch spüren muss. Und natürlich ist mir bewusst, dass das auch für die Hinterbliebenen ein schmerzvoller Prozess ist, da sie ja auch noch eine gewisse Entscheidung fällen müssen. Aber am Ende vertraue ich den Menschen dann doch. Ich gehe davon aus, dass sie alles tun, um erst einmal mein Leben und mein Bewusstsein zu retten, bevor sie dann daran denken, mit meinen Organen das Leben anderer Menschen zu retten.

Abschied nehmen

Ein Aspekt, der dann noch kommt, ist der Aspekt des Abschiedsnehmens. Ich weiß nicht, warum es nicht möglich sein soll Abschied zu nehmen, wenn einige meiner Organe in anderen Körpern verschwunden sind. Die Menschen, die Abschied nehmen, nehmen diesen Abschied ja nicht von meinen Organen. Sie nehmen Abschied von mir, von meinem Bewusstsein, von meiner Persönlichkeit. Das ist auch möglich, ohne dass sie mich noch einmal in einem Sarg sehen müssen.

Ich kann leider den Menschen, die in der Organspende etwas Negatives sehen, nicht folgen. Wahrscheinlich auch deswegen, weil ich kein religiöser Mensch bin, weil ich von der Schöpfungsgeschichte nichts halte. Ich kann keinen Unterschied darin sehen, ob mein Körper nun Lebensgrundlage für Würmer und Käfer ist, oder ob mein Körper die Lebensgrundlage für einen anderen Menschen ist. Wenn mein Bewusstsein weg ist, wenn mein Gehirn so geschädigt ist, dass ich nicht mehr ICH bin, dann bin ich als Persönlichkeit gegangen. Und wenn ich als Persönlichkeit gegangen bin, dann bin ich eindeutig tot – jedenfalls nach meinen Maßstäben. Und jeder Mensch, der andere Maßstäbe hat, der kann auch bei einer Opt-Out-Lösung der Organspende immer noch widersprechen, kann diese weiterhin für sich ablehnen. Eventuell würde eine solche Lösung auch mehr Menschen dazu bringen, über diesen letzten Abschnitt auf dieser Welt einmal nachzudenken.

Und ein Gedanke kam mir gerade noch:

Ist es nicht sogar meinem Körper gegenüber unfair, wenn ich Teilen von ihm verbiete weiterzuleben, nur weil mein Gehirn nicht mehr funktioniert? Wenn ich verlange, dass sie mit meinem Gehirn zusammen sterben? 

28 November 2018

Blauäugig mit starker Lernkurve

2014 hatte der Christian die glorreiche Idee, dass wir gemeinsam doch einen Podcast machen könnten. Blauäugig, wie ich war, habe ich auch sofort zugestimmt und so haben wir voller Elan angefangen den ersten Podcast aufzunehmen. Leider war der Elan dann auch schnell wieder weg, sodass wir für die ersten sechs Folgen knapp 3 Jahre brauchten. Seit 2017 sind nun aber schon 25 weitere Folgen hinzugekommen und bis zum Ende des Jahres werden wir dann wohl auf insgesamt 34 oder sogar 35 Folgen kommen. Doch der Weg zum Erfolg, der ist ziemlich holprig.

Das ist ja richtig viel Arbeit!

So ein Podcast ist schon richtig viel Arbeit. War mir am Anfang nicht wirklich so bewusst, aber es ist ja nicht nur die Aufnahme, auf die mensch sich vorbereiten muss. Das ist schon viel Arbeit, die aber durchaus viel Spaß machen kann, wenn der Podcast so chaotisch ist, wie der von Christian und mir. Aber wirklich los geht die Arbeit dann nach der Aufnahme, denn dann müssen die beiden Tonspuren geschnitten werden, das Rauschen und Klicken muss entfernt werden und was am wichtigsten ist, die Tonspuren müssen auch synchronisiert werden.

Das letzte spreche ich auch deswegen an, weil ich hier auch mit einer gewissen Blauäugigkeit ran gegangen bin. So kam es, dass viele Folgen nicht wirklich synchron waren, was mir zwar irgendwann auffiel, aber wohl zu diesem Zeitpunkt schon einige potentielle Hörer verjagt hatte. Die Lernkurve stieg dadurch natürlich steil an, immerhin musste ich über 10 Folgen noch einmal neu bearbeiten, was einige Tage in Anspruch genommen hat und die verlorenen HörerInnen werde ich durch diese nachträgliche Nachbearbeitung wohl auch nicht mehr zurückgewinnen können, jedenfalls nicht so schnell, vielleicht aber in ein paar Monaten.

Einfach hinsetzen und aufnehmen?

Allerdings kann auch vorher viel schiefgehen. So haben wir einmal einen Jahresrückblick aufgenommen, den ich aber aufgrund zu schwacher Hardware nicht bearbeiten konnte. Er war einfach zu lang und wurde deswegen nie veröffentlicht. Auch nie veröffentlicht wurde eine weitere Folge, die eigentlich eine Fortsetzung werden sollte. Bei der Folge ärgerte uns die Technik, um genauer zu sein der Zwischenspeicher im Browser, der einfach die Aufnahme von Christian klaute. Auch diese Fortsetzung ist dadurch nie erschienen.

Die Technik hat uns innerhalb der letzten 30 Folgen auch öfter einmal geärgert. Mal brach die Verbindung zwischendurch ab, mal war mein Mikrofon zu schlecht, um überhaupt eine Aufnahme zu machen und ein anderes Mal waren die Störgeräusche so groß, dass ich Christian nur noch Teilweise verstanden habe und ich ein wenig ins Blaue raten musste mit meinen Antworten.

Insgesamt hat es aber bisher doch viel Spaß gebracht. Wir hatten beide keinerlei Ahnung von dem, was wir da machten und auch immer noch fehlt uns eine ganze Menge Ahnung, aber dafür haben wir uns bisher schon ziemlich gut entwickelt, würde ich jetzt einfach mal behaupten. Und wir haben in der Zeit auch viel gelernt oder zumindest ich habe viel gelernt, was den Christian betrifft, kann ich das schlecht einschätzen. Irgendwann allerdings wird er mich für das Schneiden des Podcasts bezahlen müssen, denn dafür geht eine Menge Zeit drauf.