11 August 2020

Dieses Gefühl …

Erinnerungen

Es wird ja viel geschrieben und gesprochen über Kinderarmut und das dagegen was getan werden muss. Passieren tut nicht viel, weil die zuständigen Personen die Dringlichkeit nicht sehen. Das Jobcenter weigert sich zum Beispiel hartnäckig, einen PC als Grundausstattung für Schüler*innen anzuerkennen – jedenfalls so lange, bis ein Sozialgericht dann entscheidet, dass die Verweigerung falsch ist. Chancengleichheit gibt es nicht und wer es miterlebt hat, der fragt am Ende auch gar nicht, woher die Wut dieser Kinder und Jugendlichen kommt.

Ich schreibe das, weil mir gerade auf Twitter wieder aufgefallen ist, was ich als Kind bzw. Jugendlicher gern alles gemacht hätte, es aber nicht konnte, weil einfach kein Geld da war. Ich fand zum Beispiel Angeln ganz spannend und hätte dies gern auch öfter gemacht, aber es fing da ja schon bei der Ausbildung an, die gebraucht wird, um einen Fischereischein zu bekommen. Das Geld war nicht da, genauswenig wie das Geld für den eigentlichen Fischereischein und Angelschein da gewesen wäre. So zog sich das durch die Kindheit, sodass ich nie ein wirkliches Hobby hatte. Auch die soziale Teilhabe war damals schon schwierig und ist es heute immer noch. Wenn andere etwas gemacht haben, was Geld kostete, war es für mich nicht wirklich möglich, dies auch zu machen, eben weil es Geld kostete. Ist heute nicht anders und grenzt viele Kinder und Jugendliche aus!

Natürlich willst du als Kind und Jugendlicher irgendwo dazu gehören! Irgendwann gibst du es aber auf, weil du weißt, dass das ohne Geld nicht wirklich möglich ist. Dann suchst du irgendwo Anschluss, wo Geld keine Rolle spielt und baust dort Wut auf die anderen auf, die dir all die Möglichkeiten verwehren, die andere Kinder und Jugendliche in deinem Alter haben.

Wenn dann, Jahre später, dir irgendwelche Leute erzählen wollen, dass das gar nicht so schlimm ist, die Kinder ja alle Chancen hätten, dann kommt diese Wut wieder hoch. Wenn die Leute von Chancengleichheit sprechen, davon, dass die einfach alle nur hart genug hätten arbeiten müssen, dann ist da einfach irgendwann nur noch Hass auf diese Menschen. Menschen, die gar nicht wissen, wie es ist, wenn du wochenlang keinen Strom hast, weil die Stromrechnung nicht bezahlt wurde, die nicht wissen wie sich die Angst anfühlt aus der Wohnung zu fliegen, weil die Miete nicht gezahlt wurde. Die irgendwo in einem Einfamilienhaus aufgewachsen sind, dir aber erzählen wollen, wie schwer sie sich alles erarbeitet haben! Die sich dann wundern, warum du nicht sachlich mit ihnen über ein Thema diskutierst, bei dem sie einfach nicht mitreden können, weil sie es nie erlebt haben.

Ich hatte vor Jahren auf Twitter Mal eine Diskussion mit einer Anwältin, die während der letzten Wochen und Monate ihres Studiums Nudeln mit Tomatensoße essen musste, weil das Geld knapp war. Das ist sicher nicht angenehm, aber es ist eben nicht die Erfahrung, die wirkliche Armut bedeutet. Mal ein paar Monate zu verzichten, mit dem Wissen, dass danach ein gutes Gehalt auf einen wartet, ist etwas anderes, als gar nicht zu wissen, wie die Nudeln gekocht werden sollen, weil der Strom abgestellt ist und die Angst davor, in ein paar Wochen vielleicht nicht einmal mehr in der Wohnung zu leben, in der du zu Hause bist. Das sind unterschiedliche Erfahrungen, die nicht vergleichbar sind, weil hinter beiden Erfahrungen eine komplett unterschiedliche Zukunftserwartung steckt. Wer das in einer Diskussion als gleichwertige Erfahrung einbringen möchte, hat nicht viel verstanden, auch wenn er eventuell die eleganteren Wörter verwendet.

Auf Twitter fallen mir diese Diskussionen immer wieder auf. Ich halte mich raus, weil die Diskussionen auf der einen Seite wehtun, und auf der anderen Seite einfach eine Stimmung in mir auslösen, die mich nicht sachlich diskutieren lässt. Es ist dasselbe Gefühl, welches mich daran hindert, Dinge loszulassen, weil es ein Scheitern wäre, welches einfach unerträglich ist. Auch das verstehen andere Menschen dann nicht, die dann meinen, Tipps geben oder sich Lustig machen zu müssen, weil es für sie lächerlich ist. Mag sein, dass es das wirklich ist, aber es schmerzt dennoch und macht die ganze Angelegenheit nicht besser.

Es sind die vielen Erfahrungen, die dann auch noch unterdrückt werden, in eine persönliche Schuld umgewandelt werden sollen. Die dann niemand hören möchte, weil dies in unserer Gesellschaft doch gar nicht so ist und jeder Mensch doch irgendwo Mal negative Erfahrungen sammelt. Erfahrungen, die unterdrückt von Personen unterdrückt werden, weil sonst ihre eigene Heldengeschichte nicht mehr so heldenhaft wäre. Erfahrungen die auch weitere Generationen von Kindern und Jugendlichen machen werden müssen, weil unsere Gesellschaft es nicht hinbekommt, eine gerechte Gesellschaft zu sein, in der tatsächlich Chancengleichheit herrscht!

25 Mai 2020

25.05.2020: Was läuft bei mir?

Erinnerungen

Bodo Ramelow will die Einschränkungen der Grundrechte in Thüringen nicht verlängern. Eigentlich eine gute Nachricht, auch wenn die Corona-Krise natürlich noch nicht vorbei ist, doch die Reaktionen der Menschen sind dann doch eher negativ. Wunderlich ist das für mich nicht wirklich, denn die Erziehung in unserer Gesellschaft ist auf Autoritäten ausgerichtet und die Eigenverantwortung steht da hinten an. Deswegen ist auch die Kritik an den Plänen von Herrn Ramelow nicht überraschend, denn den Leuten fehlt das Vertrauen in eben diese Eigenverantwortung der Menschen. Sie glauben einfach nicht daran, was ich absolut traurig finde, da gerade in einer demokratischen Gesellschaft eben diese Eigenverantwortung wichtig wäre!

Dass das mit der Eigenverantwortung ein Wunschtraum ist, zeigt aber eben auch die Erfahrung mit all den anderen Krisen, die wir derzeit haben. Die Biodiversität nimmt ab, die Temperatur steigt, die Jahre werden immer wärmer, es regnet immer weniger, aber Umwelt- und Klimaschutz geht trotzdem nur, wenn die Regierung hier Regeln, Gesetze und Verbote erlässt. Auf Plastiktüten verzichten? Nur wenn es ein Gesetz gibt, sonst ist es doch viel zu bequem. To-Go-Pappbecher durch Mehrwegbecher ersetzen? Niemals, ist doch viel zu unbequem. Auf Inlandsflüge verzichten? Hallo? Das geht nun einmal sehr viel schneller und ist am Ende auch noch günstiger als die Bahn! Wir könnten schon viel weiter sein, könnten die politische Ebene vor uns hertreiben, ihnen die Entscheidungen abnehmen, aber wir machen es nicht, weil wir gewohnt sind, die Ansagen von Oben zu bekommen, weil wir eine Autorität brauchen, die uns sagt, wo es langgeht.

Deswegen sind diese negativen Reaktionen, die Ramelow schon irgendwo durch Verschwörungstheoretiker getrieben sehen, auch so ein schöner Einblick in unsere Gesellschaft. Sie zeigt die Angst vor einer wirklich demokratisch verantwortlichen Gesellschaft, den Wunsch, dass es eine Autorität gibt, die alles vorgibt, die die Richtung anzeigt und so wenig wie möglich Eigenverantwortung voraussetzt. Das ist traurig, ist aber eben auch ein politisches Ergebnis, weil diese den Bürger*Innen nicht viel zutrauen und den Machtverlust fürchten, wenn sie politische Entscheidungen auf sehr viel mehr Schultern verteilen würden.

Beruflich

Hach, es könnte vieles viel einfacher sein, aber anscheinend stimmt derzeit die Kommunikation mit einem Auftraggeber nicht wirklich. Die Frage bei mir ist derzeit, ob es weiterhin Sinn macht, eine solche Geschäftsbeziehung aufrechtzuerhalten, in der es in der Kommunikation nur noch zu Unterstellungen kommt. Damit muss ich mich in den nächsten Tagen auseinandersetzen, denn wirklich Spaß macht das nicht und es ist auch nicht produktiv. Aber es ist eh die Zeit der Umbrüche und vielleicht gehört das jetzt einfach dazu.

Körper und Geist

Am Wochenende habe ich an einem virtuellen Lauf teilgenommen. Richtige Volksläufe sind ja derzeit nicht möglich, weswegen solche virtuellen Läufe eventuell für die Motivation ganz nützlich sind. Insgesamt waren es aber auch in der letzten Woche nur knapp 20 Laufkilometer, was aber schon mehr ist, als in den Wochen davor. Radfahren war ich leider gar nicht, aber auch das wird wieder besser werden – hoffe ich.

Ansonsten habe ich in der letzten Woche ein wenig was für meine Bildung gemacht. Online-Kurse gibt es ja doch eine ganze Menge und derzeit habe ich tatsächlich richtig Lust darauf, meinen Wissenshorizont zu erweitern. Jetzt muss ich nur dran bleiben, denn die Online-Kurse gehen noch ein paar Wochen und die bringen ja nur was, wenn ich diese auch abschließe.

18 Mai 2020

18.05.2020: Was läuft bei mir?

Erinnerungen

Leute, Leute, Leute! Da schaue ich mir ein Video an, wo ein paar Menschen von diesen Anti-Corona-Regeln-Demos an und muss gleich eine Frau sehen, die da total zusammenbricht, weil sie ihre Eltern und Großeltern nicht mehr sehen darf und sie Angst hat, dass diese ihre Enkel nicht mehr aufwachsen sehen können. Irgendwie ist das genau die Situation, die ich erwartet habe! Menschen, die mit der sozialen Isolation nicht klarkommen und deswegen geistig zusammenbrechen. Sicher gilt das nicht für all diese Verschwörungstheoretiker, aber in diesem Fall wird schon deutlich, dass diese Frau Unterstützung von einem Psychiater oder einer Psychiaterin braucht. Ich glaube, dass da einige dabei sind, die einfach mit der sozialen Isolation nicht klarkommen. Darüber hat sich die Politik leider keine Gedanken gemacht, macht sie sich wahrscheinlich immer noch nicht, aber so haben natürlich komische Menschen mit komischen Ansichten die Chance, ihre kruden Gedanken unter das Volk zu bringen. Ist schon irgendwie unheimlich!

Ich hoffe, dass es euch soweit gut geht und ihr die schwere Situation übersteht, ohne dabei all zu große psychische Schäden davon zu tragen. Hoffentlich habt ihr genügend Menschen, mit denen ihr reden könnt, wenn auch nur über Videotelefonie oder auch nur mit normaler Telefonie. Aber auch für alle anderen muss die Politik schnell Lösungen finden, damit sie die Hilfe bekommen, die sie benötigen.

Beruflich

Letzte Woche war ich ja noch positiv gestimmt, habe mich auf neue Projekte gefreut, doch das hat sich dann letzten Montag auch gleich wieder gelegt. Ich war am Ende des Tages dann ziemlich genervt, auch weil ich nicht verstanden habe, was der Auftraggeber mit einem bestimmten Konzept erreichen will. Ich habe es bis heute noch nicht verstanden, aber okay, so ist es dann halt auch manchmal. In bestimmten Konstellationen bist du dann halt fehl am Platz, weil du keinen Plan hast, wie du dem Kunden konkret helfen sollst, da du das Konzept nicht wirklich verstehst. Dafür ergibt sich vielleicht bald ein neues Projekt in ähnliche Richtung bei einem neuen Auftraggeber. Bin gespannt, gehe diesmal aber nicht mit ganz so viel Optimismus in die ganze Sache, weil es halt nur wieder enttäuscht werden kann.

Körper und Geist

Sportlich war die Woche wieder einmal enttäuschend. Ich bin ein wenig Fahrrad gefahren, habe mich aber nur zu knapp 3 Kilometern joggen überwinden können. Kann nur besser werden, hoffe ich zumindest.

Dafür habe ich endlich ein Buch zu Ende gelesen. Die Buchbesprechung folgt dann hoffentlich in den nächsten Tagen. Allerdings nicht hier, sondern auf meinem Literaturblog – eventuell sollte ich die irgendwann Mal zusammenlegen und nur noch einen Blog führen, aber auf der anderen Seite ist das auch wieder cool, dass die beiden Blogs getrennt sind.

11 Mai 2020

11.05.2020: Was läuft bei mir?

Erinnerungen

Ist schon wieder eine Woche vorbei? Wo ist die hin? Nein, ehrlich, wo ist die Woche hin? Okay, vielleicht ist es schon ganz gut, dass die Zeit derzeit fliegt, vielleicht bekomme ich dadurch gar nicht alles mit, worüber ich mich dann eh nur aufregen würde. Warum zum Beispiel alle Schüler*Innen bis zu den Sommerferien noch einmal in der Schule gewesen sein sollen, erschließt sich mir nicht. Wenn sich Deutschland nicht in der Digitalsteinzeit befinden würde, wäre digitales Lernen nicht so ein Stückwerk wie jetzt, sondern eine wirkliche Alternative. Ja, dann müsste auch endlich allen Schüler*Innen ein eigenes Endgerät zur Verfügung stehen, am besten mit mobilem Internet, aber das wurde ja bisher erfolgreich verdrängt.

Meiner Meinung nach ist Schule als Ort für Frontalunterricht gar nicht so wichtig, wichtiger ist Schule als Lernort, als Ort für soziale Kontakte und sozialen Austausch. Schule als demokratische Institution, in der jeder Schüler, jede Schülerin und alle dazwischen Mitentscheiden können, wie das Lernen stattfindet. Ein Ort, der die Neugier an Neuem erhält und so auch den Spaß am Lernen. Ein solcher Ort kann dann auch eine Zeitlang verlagert werden, wenn es die Situation erfordert, weil jeder Lernende auch wirklich selbstständig Lernen kann, auch zu Hause, auch mit viel Motivation, weil das Lernen Spaß macht, die Neugierde noch vorhanden ist. Aber okay, solange die Wirtschaft im Mittelpunkt steht und sie die Schule als autoritäre Institution braucht, um die Menschen an das derzeitige System zu gewöhnen, wird sich wohl nicht viel ändern. Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte hier eine Wende bringen, hätte jetzt in dieser Krise dazu beitragen können, die Akzeptanz der Maßnahmen zu erhöhen, weil die Menschen keine Angst um ihre Existenz haben müssten. Jetzt haben wir halt Menschen, die sich auf Demos gegen diese Maßnahmen treffen und dort den Virus fleißig verteilen. Aber so läuft das halt in unserem System, welches als Mittelpunkt die Wirtschaft und das Kapital hat und eben nicht den Menschen.

Beruflich

Es gibt immer Mal wieder ein wenig was zu tun. Es freut mich, weil einige Auftraggeber sich doch irgendwie durch die Krise retten können. Das ist natürlich auch deswegen schön, weil es teilweise nicht nur Auftraggeber sind, sondern auch Freunde. Und natürlich eröffnet das auch für einen selbst Perspektiven, weil es nach der Krise nicht bei null beginnt, sondern schon ein kleines Fundament da ist, auf dem wieder etwas aufgebaut werden kann.

Und auch die Projekte, die jetzt durch die Krise erst entstehen, machen Mut. Ob sie am Ende auch wirklich ein Erfolg werden, wird sich zeigen müssen, aber machen ist wohl besser als nichts machen und deswegen machen wir jetzt halt ein wenig was.

Körper und Geist

Ich habe wieder ein wenig mehr gelesen in der letzten Woche! Dazu konnte ich mich tatsächlich motivieren. Ich meine damit natürlich nicht die Artikel im Internet, die ich sowieso täglich konsumiere, sondern tatsächlich Bücher, bzw. ein Buch. Ich bin da eh ziemlich langsam geworden, brauche für ein Buch viel zu viel Zeit, aber lieber länger an einem Buch lesen als gar nicht lesen, oder?

Sport habe ich nicht wirklich gemacht. War zwar schönes Wetter in der letzten Woche, aber die Motivation ist immer noch nicht gegeben. Wird sicher wieder besser, aber ich bin derzeit auch nicht in der Stimmung, mich dazu zu zwingen – dasselbe gilt übrigens für das Schreiben von Blogartikeln. Themen hätte ich einige, Gedanken genauso, die sortiert werden wollen, aber die Motivation, diese Gedanken dann auch festzuhalten, fehlt halt derzeit.

4 Mai 2020

04.05.2020: Was läuft bei mir?

Erinnerungen

Während ich noch überlege, warum der Verband der Nordrhein-Westfälischen Omnibusunternehmen am 15. Mai den Staat übernehmen möchte, wir eine Impfung brauchen, um gechippt zu werden, wo es doch beim Zahnarzt viel einfacher gehen würde und ich noch teste, ob ich jetzt an einer CO2-Vergiftung sterben werde, weil ich eine Maske trage, klaue ich einfach Mal das Stöckchen von runomatic, der sich die Idee dazu vom Harlerunner geklaut hat. Ich werde aber wahrscheinlich kein Stöckchen daraus machen, sondern die Chance nutzen, um meinen regelmäßigen Rückblick wieder ins Leben zu rufen. Ist dann jetzt schon der x-te Versuch, aber ich glaube, dass das diesmal durchaus gelingen wird.

Gegenwart

Klar, ich bin durch die derzeitige Krise auch betroffen. Ich muss zum Beispiel eine Maske tragen! Letzten Mittwoch war Premiere und ich habe es bereits nach fünf Minuten gehasst. Eine CO2-Vergiftung befürchte ich nicht, bin mir aber nicht sicher, ob es wirklich den Effekt hat, den es haben soll. Jedenfalls nicht, wenn die Leute weiterhin die Masken außerhalb der Pflichtbereiche unterm Kinn tragen oder sie nur über den Mund, nicht aber über die Nase ziehen. Aber egal, solange sich andere Menschen dadurch besser fühlen, trage auch ich die Maske in der Kaufhalle und in den öffentlichen Verkehrsmitteln, hoffe aber, dass die anderen dann auch endlich den Abstand einhalten und nicht mit mir kuscheln …

Ansonsten fühle ich mich jetzt gar nicht so eingeengt, was aber daran liegt, dass ich auch vorher kaum unterwegs war. Der Gang ins Café fehlt ein wenig, aber irgendwann wird das wieder möglich sein, und dann wird auch wieder Auswärts der Cappuccino getrunken. Es ist schon ein kleines Ritual, bei dem ich auch immer ein Buch dabei habe und darin lese, was derzeit ebenfalls fehlt und dazu führt, dass ich tatsächlich weniger lese. Aber auch das wird wieder, auch wenn es noch ein wenig dauern wird.

Beruflich

Da trifft mich der Virus schon ein wenig härter. Eigentlich lief es dieses Jahr wieder super, es kamen langsam mehr und mehr Auftraggeber*innen hinzu und dann kam der Virus und vieles war wieder weg. Im Mai muss es jetzt unbedingt wieder mehr werden, sonst wird es ab dem nächsten Monat sehr unbequem für mich, also finanziell, und da ich auch immer noch Student bin – so schnell wird sich das nicht ändern 😉 – habe ich auch nicht die Möglichkeit Hartz4 zu beantragen. Es muss also jetzt im Mai wieder nach oben gehen, ansonsten weiß ich auch nicht mehr.

Körper und Geist

Oje, wir sollten eventuell nicht darüber reden, dass ich während der letzten sechs Wochen knapp 10 Kilogramm zugenommen habe. Eventuell verschweige ich auch, dass ich dieses Jahr erst 110 Kilometer gelaufen bin. Dafür habe ich dieses Jahr aber schon eine kleinere Radtour gemacht, was ja in den letzten zwei Jahren nicht der Fall war. Hat Spaß gemacht und war aber auch sehr anstrengend, weil die Wege echt sehr sandig waren. Aber geschafft ist geschafft, schweigen wir einfach über den Muskelkater danach, okay?

Geistig nutze ich die Zeit, um mein Wissen weiter auszubauen. Ich habe mir ein paar Kurse bei Udemy gekauft und beschäftige mich derzeit mit einem Kurs zu Computer-Netzwerken. So ein wenig Vertiefung kann da nicht schaden und für meine Dienstleistungen ist das auf jeden Fall ein Gewinn, weil ich danach noch mehr von dem erklären kann, was ich derzeit einfach so mache. Und eigentlich ist der Kurs auch eine Vorbereitung auf das CompTIA-Network+-Zertifikat, aber die Zertifikate kann ich mir am Ende leider nie leisten, aber okay, damit muss ich halt schon mein ganzes Leben lang leben. Ist halt so.

6 Februar 2020

Hallo #CDU, hallo #FDP …

Hallo CDU, hallo FDP,

ich gebe es zu, ich konnte mit euch noch nie wirklich etwas anfangen. Ihr wart mir schon immer zu konservativ und zu autoritär eingestellt. Allerdings dachte ich bisher immer, dass ihr immer noch dem demokratischen Spektrum zuzuordnen seid und, auch wenn ihr am rechten Rand der Gesellschaft steht, die Demokratie gegen Faschisten und Rechtsextreme verteidigt. Okay, ich bin ehrlich, mir war klar, dass ihr, wenn es hart auf hart kommt, wohl eher der extremen Rechten die Hand haltet, aber nicht, dass ihr dies ohne Not tut!

Jetzt sitze ich hier, habe Kopfschmerzen und bin genervt von all den Ausreden, die jetzt durch die Medien gehen. Eine Neuwahl verändert gar nichts, sie heilt den Tabubruch nicht, wird den Schaden, der gestern angerichtet wurde, nicht reparieren. Ihr habt gestern gezeigt, dass auf euch kein Verlass ist, wenn es um die Verteidigung der Demokratie geht. Ihr habt euch disqualifiziert und jede Aussage von euch, die in die andere Richtung geht, ist einfach nicht mehr glaubwürdig.

Aber auch ihr von der SPD solltet euch jetzt einmal überlegen, ob ihr diesen autoritären Weg, den ihr in den letzten Jahrzehnten verfolgt habt, weitergehen wollt. Ich empfehle euch das Buch „Woher kommt der Hass?“ von Anne Otto zu lesen, damit ihr versteht, warum dieser Autoritarismus, den ihr mit Hartz4 und Co. durchgesetzt habt, die gesellschaftliche Bewegung nach rechts mit in Gang gesetzt hat. Solange ihr diese Zusammenhänge nicht versteht, solange ihr euch von diesem Weg nicht verabschiedet, ihr sogar nach neuen Wegen sucht, um zum Beispiel weiterhin Menschen mit Hartz4-Sanktionen zu erpressen, habt auch ihr immer noch nicht verstanden, dass dieser Rechtsruck auch eure Handschrift trägt. Und solange ihr eben diese Zusammenhänge nicht seht, braucht ihr euch nicht als Bollwerk gegen den Faschismus zu sehen. Ändert euch, tragt zur Demokratisierung der Gesellschaft bei, baut staatliche Autoritäten ab. Demokratisiert die Schulen, demokratisiert die Wirtschaft und die Unternehmen, demokratisiert alle Institutionen, die demokratisiert werden können und vor allem: Demokratisiert die Menschen und durchbrecht die autoritären Strukturen, die die Menschen einschränken.

Zurück aber zur CDU und zur FDP. Ihr habt gestern die Faschisten und Rechtsextremen in die Mitte der Gesellschaft geholt. Ihr habt Mauern eingerissen, die bisher eine noch größere Zustimmung für die AfD verhindert haben. Diese Mauern sind futsch, denn wie wollt ihr den Wähler*Innen jetzt noch erklären, dass die AfD eine antidemokratische Kraft ist, wenn ihr schon bei der ersten sich bietenden Möglichkeit mit diesen Kräften zusammenarbeitet? Und dies auch noch ohne Not, denn der Ministerpräsident, den ihr unbedingt verhindern wolltet, hat 5 Jahre lang bewiesen, dass er anständige sozialdemokratische Politik macht. Politik auf dem Boden des Grundgesetzes, demokratische Politik. Ihr habt gestern gezeigt, dass ihr euch lieber gegen Demokraten stellt und mit antidemokratischen Kräften zusammenarbeitet, um das eigene Machtspektrum zu erweitern.

Nein, nicht Bodo Ramelow ist daran schuld! Er hatte den Wählerauftrag eine Regierung zu bilden und wollte diesen Wählerauftrag umsetzen. Schuld seid ihr ganz alleine, weil ihr die Angebote von ihm nicht angenommen habt und weil ihr euch gestern auch einfach hättet enthalten können, wenn ihr denn weder mit der antidemokratischen AfD noch mit der sozialdemokratischen Linkspartei hättet zusammenarbeiten wollen. Ihr habt euch aber aktiv und bewusst für eine Zusammenarbeit mit der antidemokratischen AfD entschieden und dieses Handeln ist euer Handeln, nicht das Handeln der Linkspartei, SPD oder der Grünen. Steht dazu! Sucht nicht nach irgendwelchen Ausreden, die den politischen Gegner in ein schlechtes Licht stellen sollen.

Ich habe keine Ahnung, wohin sich diese Gesellschaft in den nächsten Jahren entwickeln wird, habe keine Ahnung, ob die demokratischen Kräfte stärker sein werden als die antidemokratischen Kräfte, aber seit gestern weiß ich, dass ihr, die CDU und FDP, keine Probleme damit habt, mit antidemokratischen Kräften zusammenzuarbeiten. Ich weiß nun, dass weder die Unionsparteien noch die FDP Partner im Kampf gegen rechtsextremistische Tendenzen sind und sie sich somit aus dem für Demokraten wählbaren Parteienspektrum entfernt haben. Und da hilft keine Abgrenzung, kein heucheln von Empörung, denn am Ende war Thüringen wohl nur ein Testballon, um zu schauen, wie hoch die Empörung in der Gesellschaft noch ist, wenn die Unionsparteien und die FDP mit der AfD zusammenarbeiten.

2 Februar 2020

Rückblick Januar 2020

Erinnerungen

Eigentlich wollte ich dieses Jahr wieder mehr bloggen. Jetzt liegt der Januar schon wieder hinter uns und ich komme gerade einmal auf vier Blogartikel und da habe ich schon alle Blogs zusammengenommen. Hier waren es bisher nur drei, dies ist der vierte Artikel in diesem Jahr. Und ja, ich fange jetzt wieder mit Rückblicken an, denn ich fand die früher schon sehr Hilfreich und wollte eigentlich schon länger wieder damit anfangen – jetzt mache ich es dann einfach mal! Vielleicht auch bald wieder wöchentlich, wenn ich die Motivation dazu finde.

Das war der Januar 2020

Der Januar begann mit einem Magen-Darm-Infekt. Nichts Schlimmes, aber für ein paar Tage war ich schon außer Betrieb, also nicht ganz, aber in irgendein Büro fahren wollte ich nicht. Zum einen, weil ich zu bestimmten Orten eine gewisse Nähe halten wollte und zum anderen, weil ich niemand anderen anstecken wollte. Habe ich dann auch nicht gemacht, aber die erste Woche war halt erst mal nervig. Danach ging es dann aber auch für mich das Jahr wirklich los.

Und das dann tatsächlich gleich erst einmal mit sechs Windows 7 PCs, die noch auf Windows 10 gebracht werden wollten. Fünf davon wollten das auch, einer hat sein Dasein als Windows PC aufgegeben, bzw. wird es bald. Ansonsten habe ich neue spannende Aufgaben übernommen, darunter auch einen neuen Auftrag, der mich die nächsten Monate noch ein wenig fordern wird. Ich freue mich schon darauf, denn dadurch werde ich auch wieder eine Menge Lernen und meine Selbstständigkeit dadurch auf ein neues Level bringen. Wobei natürlich jeder Auftrag dazu beiträgt, meine Dienstleistungen zu verbessern. Ich sehe meine Selbstständigkeit ja auch als Chance, ständig neue Dinge zu erlernen und meine Neugierde zu befriedigen.

Auf dem Bild ist ein Tweet von mir zu sehen: Ich kann Arbeit und Lernen gar nicht getrennt sehen. Ich lerne eigentlich mit jedem Auftrag immer wieder neues, viel neues!

Sportlich gesehen war der Januar eine Katastrophe. Nicht nur die erste Woche, in der ich mich wegen des Magen-Darm-Infekts zurückhalten musste (was der Lutz niemals nicht nie machen würde), nein auch danach die Wochen fehlte ein wenig die Motivation. So sind es am Ende nur 40 Lauf-Kilometer geworden, mit dem Fahrrad bin ich überhaupt nicht gefahren. Kann im Februar eigentlich nur besser werden.

Insgesamt ist der Januar viel zu schnell vergangen oder – um es aus einer anderen Sicht zu betrachten – ich habe viel zu wenig aus dem Januar gemacht, bin aber dennoch nicht unzufrieden und freue mich jetzt auf den Februar, der dann hoffentlich noch mehr sportliche Aktivitäten mit sich bringt.

10 Januar 2020

Dieses Jahr wird fabelhaft (#WritingFriday)

Dieses Jahr wird fabelhaft, weil so Erfolgsgeschichten beginnen! Positiv denken, so sagen viele, ist der erste Schritt zu einem positiven und glücklichen Leben. Also wird dieses Jahr fabelhaft! Vergessen wir einfach, dass es bisher eher bescheiden angefangen hat, vergessen wir die Kriegsgefahren, die Brände, die noch aus dem letzten Jahr stammen, die vielen Baustellen in der Gesellschaft. Nein, vergessen wir das nicht, denn es gehört dazu und muss in eine positive Richtung gebracht werden, damit das Jahr wirklich fabelhaft werden kann. Die Brände als letzter Warnschuss vor der Klimakatastrophe, die die Politiker endlich ins Handeln bringt, die Kriegsgefahren als Quelle von Menschlichkeit, die die Menschheit endlich zusammenrücken lässt und der Menschenfeindlichkeit der ganzen Rechts-Konservativen und Faschisten endlich den Stinkefinger zeigt. Denn nur so kann das Jahr wirklich fabelhaft werden!

Dieses Jahr wird fabelhaft, wenn wir endlich anfangen unsere Demokratie zu stärken, neue Möglichkeiten schaffen, um an demokratischen Prozessen mitzuwirken. Der Staat muss anfangen, seine repressiven Tendenzen zu bekämpfen, damit das Jahr fabelhaft werden kann. Er muss eine unabhängige Stelle einrichten, die gegen Polizeigewalt ermittelt und er muss notfalls auch eine unabhängige Staatsanwaltschaft einrichten, die dann auch Anklagen gegen Polizisten durchzieht, ohne dabei irgendein Vertrauensverhältnis beachten und erhalten zu müssen.

Dieses Jahr könnte fabelhaft werden, wenn Schulen zu demokratischen Orten werden. Demokratie und Mitbestimmung muss erlernt werden, ebenso wie die vielen Werkzeuge, die zur Meinungsbildung notwendig sind. Schule muss kein Ort sein, wo Jugendliche einfach nur allem zustimmen, was ihnen in irgendeiner Hierarchie vorgekaut wird. Es muss ein Ort der Mitbestimmung werden, der Begegnung und eben auch der politischen Meinungsbildung. Sie darf nicht weiterhin ein Mittel sein, um Jugendliche von Protest fernzuhalten, um sie Disziplinieren zu können, wenn sie für ihre Zukunft einstehen. Wie fabelhaft könnte unsere Gesellschaft werden, wenn Demokratie nicht nur darauf stehen, sondern wenn sie gelebt werden würde.

Wenn wir in diesem Jahr anfangen würden, Grenzen zu überwinden, dann könnte es auch deswegen fabelhaft werden. Nicht Mauern bauen, nicht Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen, nicht immer mehr Waffen in Krisengebiete exportieren ist der richtige Weg, sondern solidarisch zusammen stehen, den Menschen helfen, ihnen eine Zukunft bieten ist der Weg, den wir gehen müssen. Gier, Macht und Egoismus müssen überwunden werden, genauso wie Ausbeutung und Hunger.

Okay, vielleicht ist das ein wenig viel für ein einziges Jahr, aber wenn wir mit der Umsetzung anfangen, dann könnte es dennoch fabelhaft werden. Erfolgsgeschichten beginnen schließlich auch mit dem ersten Kapitel, manchmal auch mit einem Vorwort, aber dieses Vorwort habe ich jetzt einfach schon Mal geschrieben. Das erste Kapitel schreiben wir dann jetzt zusammen, oder?

Dieser Artikel gehört zur #WritingFriday Aktion

5 Januar 2020

Ziele für 2020 (#WritingFriday)

Es gibt da ja zum Ende eines Jahres immer wieder den Brauch, sich für das neue Jahr einen Vorsatz zu suchen. Ich halte davon ja nicht viel, habe das auch schon öfter erwähnt, weil ich der Meinung bin, dass die Umsetzung von Vorsätzen sofort beginnen sollte und nicht in die Zukunft verschoben gehört. Entweder ich möchte etwas Erreichen oder ich will es eben nicht! Will ich es, dann fange ich sofort damit an, will ich es nicht, dann lasse ich es halt. Klar brauchen manche Vorsätze eine Vorbereitungszeit, aber diese Vorbereitung gehört ja zur Umsetzung mit dazu. Wenn mein Vorsatz zum Beispiel ist, dass ich mehr Sport machen will, ich aber bisher überhaupt keinen Sport gemacht habe, dann sollte ich vorher mit einem Arzt sprechen, bevor ich anfange. Aber den Termin bei der Ärztin zu machen, ist dann eben der erste Schritt bei der Umsetzung des Vorsatzes. Aber okay, darüber soll ich hier jetzt gar nicht schreiben, ich soll über Vorsätze für das Jahr 2020 schreiben.

Klar habe ich Ziele!

Natürlich habe ich für das Jahr 2020 auch Ziele, es sind Ziele, die ich bisher noch nicht erreicht habe. Ziele von Wegen, die ich schon längere Zeit laufe, bei denen ich auch schon Umwege gelaufen bin. Dazu gehört immer noch mein Studium! Es ist zwar noch immer nicht das Ziel, dass ich es bis zum Ende des Jahres abgeschlossen haben möchte, dieses Ziel habe ich auf das Jahr verschoben, in dem ich 40 werde. (Ist auch nicht mehr so lang, aber noch genügend Zeit, um es zu erreichen) Aber für 2020 wäre es schön, wenn ich zumindest wieder 2 bis 3 Klausuren schreiben würde, ich wieder ins Tun komme. Ich arbeite darauf schon eine ganze Weile hin, habe zum Beispiel einen Kurs zur Selbstmotivation angefangen und beschäftige mich auch viel mit dem Thema Lernen. Ich bin also auf dem Weg, gehe aber ein paar Umwege, um dann wieder auf Kurs zu kommen.

2020 würde ich auch gerne den Weg meiner Selbstständigkeit weiter gehen. Ich möchte endlich genügend Gewinn erwirtschaften, um einen Teil davon für meine Rente weglegen zu können. Das wäre die nächste Etappe auf meinem Weg, die ich erreichen möchte und die durchaus erreichbar ist. Auch hierzu muss ich Umwege gehen, muss mich Weiterbilden, muss Ängste hinter mich lassen, muss aufhören über Vergangenes zu grübeln.

Vielleicht verlasse ich 2020 aber auch den Weg der Selbstständigkeit und schlüpfe wieder in ein abhängiges Arbeitsverhältnis. Ziele können sich durchaus auch ändern, wenn es plötzlich Abzweigungen auf dem Weg gibt, die interessant genug scheinen, um den eigentlichen Weg zu verlassen. Ich lasse mich da gerne überraschen.

Wie ihr hier seht, halte ich meine Ziele ziemlich vage, auch weil sie nur weitere Etappen sind, die ich auf meinem Weg erreichen kann, aber nicht unbedingt muss. Gut, endlich mehr für die Rente zu tun, das wäre in meinem Alter schon nicht schlecht, aber da ich in der Gegenwart lebe, und ich die Zukunft eben sehr schlecht vorhersagen kann, ist es kein Muss, diese Etappe in diesem Jahr zu erreichen. Wichtig ist, dass ich sie rechtzeitig erreiche, damit es für die Rente dann auch noch einen Nutzen hat.

Dieser Beitrag gehört eigentlich zu #WritingFriday, aber da ich mit einem Magen-Darm Infekt ins Jahr gestartet bin, kommt er erst heute.

7 November 2019

Es ist also wieder November …

Erinnerungen

Es ist also schon wieder November! Wo ist das Jahr hin? Was habe ich mit der Zeit gemacht? Habe ich überhaupt etwas Sinnvolles gemacht?

Gerade war noch Silvester. Gerade waren noch die Ziele für das neue Jahr. Es stand doch eben noch viel zu viel Essen auf dem Tisch und es wurde laute Musik gehört und draußen flogen die Raketen und Knaller durch die Gegend. Gerade war doch noch 2018, wurde von uns verabschiedet und das Jahr 2019 begrüßt und jetzt ist schon wieder November? Was ist mit der Zeit dazwischen passiert?

Klar, ich habe gearbeitet, habe neue Aufträge übernommen, habe meine Motivationslosigkeit ein wenig in den Griff bekommen. Dieses Loch, welches sich 2016 plötzlich in mein Leben geschlichen hat, welches das Leben aller Menschen in meiner Familie und das Leben anderer nahestehender Menschen plötzlich verändert hat. Dieses Loch, welches dadurch entstanden ist, das ein geliebter Mensch plötzlich nicht mehr da war. Drei Jahre ist das jetzt her, drei Jahre, die einem so sinnlos vorkommen, weil sie die Frage nicht beantworten konnten, weil sie einfach weiter liefen, weil die Zeit einem keine Pause gab. Zwei Jahre davon in einem Modus, in dem es einfach nur um das Weitermachen ging. Nicht darum, alte und neue Pläne umzusetzen, nicht darum, sich in irgendeine Richtung weiterzuentwickeln. Es ging nur darum, diese Zeit zu überstehen, irgendwie weiterhin Geld zu verdienen, ohne wirkliche Ambitionen auf mehr, ohne wirkliche Ambitionen auf Zukunft.

Und jetzt geht auch das dritte Jahr zu Ende und ich weiß eigentlich nicht, wo es hin ist. Klar, ich habe neue Aufträge angenommen, neue Herausforderungen und auch die alten Herausforderungen wollen langsam wieder angegangen werden, aber es ist nicht einfach. Ich versuche es, versuche mir wieder ein finanzielles Polster aufzubauen, versuche meinen Weg zu finden und habe das Gefühl, dass ich auch 2019 für diese Suche verloren habe. Es treiben mich Dinge um, die relativ unwichtig sind, die erst dann wichtig werden, wenn sie tatsächlich eintreten und die bis dahin einfach nur Ballast sind, weil diese Dinge vorher nicht angegangen werden können, weil sie erst angegangen werden können, wenn sie eingetreten sind. Aber es sind wohl diese kleinen Dinge, die mich ablenken, weil sie mich dazu zwingen, über diese Dinge nachzudenken. Und doch bräuchte ich diese Ablenkung gar nicht, weil ich genügend andere Dinge habe, die ich gerade tatsächlich umsetzen könnte, die ich zu einem erfolgreichen Abschluss bringen könnte, oder die ich zumindest irgendwie abschließen müsste, und wenn es nur ein Abschluss durch den Abbruch der Aufgabe wäre.

2019 steht irgendwie für diese Sinnlosigkeit, die sich 2016 in mein Leben geschlichen hat. Es steht dafür, dass ich mich selbst derzeit nicht mit konkreten Zielen motivieren kann, mich in irgendeine Richtung weiterzuentwickeln. Es ist eine Aneinanderreihung von Tagen und Wochen, die mich nirgendwo hingebracht haben. Ob das jetzt ewig so weitergeht? Ob dieses Loch, welches seit 2016 hier wohnt, immer weiter meine Motivation schluckt? Und wenn ja, wo soll das denn enden?

„Und die Welt dreht sich weiter und das sie sich weiter dreht, ist für mich nicht zu verstehen, merkt sie nicht das einer Fehlt …“

Und sie dreht sich und dreht sich und dreht sich. Und die Gesellschaft verlangt danach, dass sich die Welt weiterdreht und die Normen von jeden erfüllt werden. Sie droht, wenn jemand diese Normen nicht erfüllen kann, droht mit Ausschluss, droht mit Strafe und du drehst dich dann halt mit. Muss ja weitergehen, muss ja vorwärtsgehen, muss ja!

Hätte ja auch weitergehen müssen, wenn 2016 nicht gewesen wäre und hat 2016 denn wirklich so viel verändert? Die Luft war ja auch vorher schon raus, ich war ja auch vorher schon einen Weg gegangen, der mich irgendwie nicht dorthin geführt hat, wo ich hinwollte, der zumindest nicht direkt dorthin geführt hat! Aber 2016 kam das Loch, es kicherte und fragte, wozu ich denn überhaupt noch Motivation bräuchte und verschlang diese. Motivation ist seit 2016 Mangelware, genau wie viele andere Dinge, die einem in Leben weiterbringen sollten.

Es ist also schon wieder November, Weihnachten steht vor der Tür und auch Silvester. Es wird wieder geknallt werden, es wird wieder viel zu viel Essen auf dem Tisch stehen und es werden wieder Ziele für das Jahr 2020 warten und dann ist vielleicht schon bald wieder November …