6 Februar 2020

Hallo #CDU, hallo #FDP …

Hallo CDU, hallo FDP,

ich gebe es zu, ich konnte mit euch noch nie wirklich etwas anfangen. Ihr wart mir schon immer zu konservativ und zu autoritär eingestellt. Allerdings dachte ich bisher immer, dass ihr immer noch dem demokratischen Spektrum zuzuordnen seid und, auch wenn ihr am rechten Rand der Gesellschaft steht, die Demokratie gegen Faschisten und Rechtsextreme verteidigt. Okay, ich bin ehrlich, mir war klar, dass ihr, wenn es hart auf hart kommt, wohl eher der extremen Rechten die Hand haltet, aber nicht, dass ihr dies ohne Not tut!

Jetzt sitze ich hier, habe Kopfschmerzen und bin genervt von all den Ausreden, die jetzt durch die Medien gehen. Eine Neuwahl verändert gar nichts, sie heilt den Tabubruch nicht, wird den Schaden, der gestern angerichtet wurde, nicht reparieren. Ihr habt gestern gezeigt, dass auf euch kein Verlass ist, wenn es um die Verteidigung der Demokratie geht. Ihr habt euch disqualifiziert und jede Aussage von euch, die in die andere Richtung geht, ist einfach nicht mehr glaubwürdig.

Aber auch ihr von der SPD solltet euch jetzt einmal überlegen, ob ihr diesen autoritären Weg, den ihr in den letzten Jahrzehnten verfolgt habt, weitergehen wollt. Ich empfehle euch das Buch „Woher kommt der Hass?“ von Anne Otto zu lesen, damit ihr versteht, warum dieser Autoritarismus, den ihr mit Hartz4 und Co. durchgesetzt habt, die gesellschaftliche Bewegung nach rechts mit in Gang gesetzt hat. Solange ihr diese Zusammenhänge nicht versteht, solange ihr euch von diesem Weg nicht verabschiedet, ihr sogar nach neuen Wegen sucht, um zum Beispiel weiterhin Menschen mit Hartz4-Sanktionen zu erpressen, habt auch ihr immer noch nicht verstanden, dass dieser Rechtsruck auch eure Handschrift trägt. Und solange ihr eben diese Zusammenhänge nicht seht, braucht ihr euch nicht als Bollwerk gegen den Faschismus zu sehen. Ändert euch, tragt zur Demokratisierung der Gesellschaft bei, baut staatliche Autoritäten ab. Demokratisiert die Schulen, demokratisiert die Wirtschaft und die Unternehmen, demokratisiert alle Institutionen, die demokratisiert werden können und vor allem: Demokratisiert die Menschen und durchbrecht die autoritären Strukturen, die die Menschen einschränken.

Zurück aber zur CDU und zur FDP. Ihr habt gestern die Faschisten und Rechtsextremen in die Mitte der Gesellschaft geholt. Ihr habt Mauern eingerissen, die bisher eine noch größere Zustimmung für die AfD verhindert haben. Diese Mauern sind futsch, denn wie wollt ihr den Wähler*Innen jetzt noch erklären, dass die AfD eine antidemokratische Kraft ist, wenn ihr schon bei der ersten sich bietenden Möglichkeit mit diesen Kräften zusammenarbeitet? Und dies auch noch ohne Not, denn der Ministerpräsident, den ihr unbedingt verhindern wolltet, hat 5 Jahre lang bewiesen, dass er anständige sozialdemokratische Politik macht. Politik auf dem Boden des Grundgesetzes, demokratische Politik. Ihr habt gestern gezeigt, dass ihr euch lieber gegen Demokraten stellt und mit antidemokratischen Kräften zusammenarbeitet, um das eigene Machtspektrum zu erweitern.

Nein, nicht Bodo Ramelow ist daran schuld! Er hatte den Wählerauftrag eine Regierung zu bilden und wollte diesen Wählerauftrag umsetzen. Schuld seid ihr ganz alleine, weil ihr die Angebote von ihm nicht angenommen habt und weil ihr euch gestern auch einfach hättet enthalten können, wenn ihr denn weder mit der antidemokratischen AfD noch mit der sozialdemokratischen Linkspartei hättet zusammenarbeiten wollen. Ihr habt euch aber aktiv und bewusst für eine Zusammenarbeit mit der antidemokratischen AfD entschieden und dieses Handeln ist euer Handeln, nicht das Handeln der Linkspartei, SPD oder der Grünen. Steht dazu! Sucht nicht nach irgendwelchen Ausreden, die den politischen Gegner in ein schlechtes Licht stellen sollen.

Ich habe keine Ahnung, wohin sich diese Gesellschaft in den nächsten Jahren entwickeln wird, habe keine Ahnung, ob die demokratischen Kräfte stärker sein werden als die antidemokratischen Kräfte, aber seit gestern weiß ich, dass ihr, die CDU und FDP, keine Probleme damit habt, mit antidemokratischen Kräften zusammenzuarbeiten. Ich weiß nun, dass weder die Unionsparteien noch die FDP Partner im Kampf gegen rechtsextremistische Tendenzen sind und sie sich somit aus dem für Demokraten wählbaren Parteienspektrum entfernt haben. Und da hilft keine Abgrenzung, kein heucheln von Empörung, denn am Ende war Thüringen wohl nur ein Testballon, um zu schauen, wie hoch die Empörung in der Gesellschaft noch ist, wenn die Unionsparteien und die FDP mit der AfD zusammenarbeiten.

2 Februar 2020

Rückblick Januar 2020

Erinnerungen

Eigentlich wollte ich dieses Jahr wieder mehr bloggen. Jetzt liegt der Januar schon wieder hinter uns und ich komme gerade einmal auf vier Blogartikel und da habe ich schon alle Blogs zusammengenommen. Hier waren es bisher nur drei, dies ist der vierte Artikel in diesem Jahr. Und ja, ich fange jetzt wieder mit Rückblicken an, denn ich fand die früher schon sehr Hilfreich und wollte eigentlich schon länger wieder damit anfangen – jetzt mache ich es dann einfach mal! Vielleicht auch bald wieder wöchentlich, wenn ich die Motivation dazu finde.

Das war der Januar 2020

Der Januar begann mit einem Magen-Darm-Infekt. Nichts Schlimmes, aber für ein paar Tage war ich schon außer Betrieb, also nicht ganz, aber in irgendein Büro fahren wollte ich nicht. Zum einen, weil ich zu bestimmten Orten eine gewisse Nähe halten wollte und zum anderen, weil ich niemand anderen anstecken wollte. Habe ich dann auch nicht gemacht, aber die erste Woche war halt erst mal nervig. Danach ging es dann aber auch für mich das Jahr wirklich los.

Und das dann tatsächlich gleich erst einmal mit sechs Windows 7 PCs, die noch auf Windows 10 gebracht werden wollten. Fünf davon wollten das auch, einer hat sein Dasein als Windows PC aufgegeben, bzw. wird es bald. Ansonsten habe ich neue spannende Aufgaben übernommen, darunter auch einen neuen Auftrag, der mich die nächsten Monate noch ein wenig fordern wird. Ich freue mich schon darauf, denn dadurch werde ich auch wieder eine Menge Lernen und meine Selbstständigkeit dadurch auf ein neues Level bringen. Wobei natürlich jeder Auftrag dazu beiträgt, meine Dienstleistungen zu verbessern. Ich sehe meine Selbstständigkeit ja auch als Chance, ständig neue Dinge zu erlernen und meine Neugierde zu befriedigen.

Auf dem Bild ist ein Tweet von mir zu sehen: Ich kann Arbeit und Lernen gar nicht getrennt sehen. Ich lerne eigentlich mit jedem Auftrag immer wieder neues, viel neues!

Sportlich gesehen war der Januar eine Katastrophe. Nicht nur die erste Woche, in der ich mich wegen des Magen-Darm-Infekts zurückhalten musste (was der Lutz niemals nicht nie machen würde), nein auch danach die Wochen fehlte ein wenig die Motivation. So sind es am Ende nur 40 Lauf-Kilometer geworden, mit dem Fahrrad bin ich überhaupt nicht gefahren. Kann im Februar eigentlich nur besser werden.

Insgesamt ist der Januar viel zu schnell vergangen oder – um es aus einer anderen Sicht zu betrachten – ich habe viel zu wenig aus dem Januar gemacht, bin aber dennoch nicht unzufrieden und freue mich jetzt auf den Februar, der dann hoffentlich noch mehr sportliche Aktivitäten mit sich bringt.

10 Januar 2020

Dieses Jahr wird fabelhaft (#WritingFriday)

Dieses Jahr wird fabelhaft, weil so Erfolgsgeschichten beginnen! Positiv denken, so sagen viele, ist der erste Schritt zu einem positiven und glücklichen Leben. Also wird dieses Jahr fabelhaft! Vergessen wir einfach, dass es bisher eher bescheiden angefangen hat, vergessen wir die Kriegsgefahren, die Brände, die noch aus dem letzten Jahr stammen, die vielen Baustellen in der Gesellschaft. Nein, vergessen wir das nicht, denn es gehört dazu und muss in eine positive Richtung gebracht werden, damit das Jahr wirklich fabelhaft werden kann. Die Brände als letzter Warnschuss vor der Klimakatastrophe, die die Politiker endlich ins Handeln bringt, die Kriegsgefahren als Quelle von Menschlichkeit, die die Menschheit endlich zusammenrücken lässt und der Menschenfeindlichkeit der ganzen Rechts-Konservativen und Faschisten endlich den Stinkefinger zeigt. Denn nur so kann das Jahr wirklich fabelhaft werden!

Dieses Jahr wird fabelhaft, wenn wir endlich anfangen unsere Demokratie zu stärken, neue Möglichkeiten schaffen, um an demokratischen Prozessen mitzuwirken. Der Staat muss anfangen, seine repressiven Tendenzen zu bekämpfen, damit das Jahr fabelhaft werden kann. Er muss eine unabhängige Stelle einrichten, die gegen Polizeigewalt ermittelt und er muss notfalls auch eine unabhängige Staatsanwaltschaft einrichten, die dann auch Anklagen gegen Polizisten durchzieht, ohne dabei irgendein Vertrauensverhältnis beachten und erhalten zu müssen.

Dieses Jahr könnte fabelhaft werden, wenn Schulen zu demokratischen Orten werden. Demokratie und Mitbestimmung muss erlernt werden, ebenso wie die vielen Werkzeuge, die zur Meinungsbildung notwendig sind. Schule muss kein Ort sein, wo Jugendliche einfach nur allem zustimmen, was ihnen in irgendeiner Hierarchie vorgekaut wird. Es muss ein Ort der Mitbestimmung werden, der Begegnung und eben auch der politischen Meinungsbildung. Sie darf nicht weiterhin ein Mittel sein, um Jugendliche von Protest fernzuhalten, um sie Disziplinieren zu können, wenn sie für ihre Zukunft einstehen. Wie fabelhaft könnte unsere Gesellschaft werden, wenn Demokratie nicht nur darauf stehen, sondern wenn sie gelebt werden würde.

Wenn wir in diesem Jahr anfangen würden, Grenzen zu überwinden, dann könnte es auch deswegen fabelhaft werden. Nicht Mauern bauen, nicht Menschen im Mittelmeer ertrinken lassen, nicht immer mehr Waffen in Krisengebiete exportieren ist der richtige Weg, sondern solidarisch zusammen stehen, den Menschen helfen, ihnen eine Zukunft bieten ist der Weg, den wir gehen müssen. Gier, Macht und Egoismus müssen überwunden werden, genauso wie Ausbeutung und Hunger.

Okay, vielleicht ist das ein wenig viel für ein einziges Jahr, aber wenn wir mit der Umsetzung anfangen, dann könnte es dennoch fabelhaft werden. Erfolgsgeschichten beginnen schließlich auch mit dem ersten Kapitel, manchmal auch mit einem Vorwort, aber dieses Vorwort habe ich jetzt einfach schon Mal geschrieben. Das erste Kapitel schreiben wir dann jetzt zusammen, oder?

Dieser Artikel gehört zur #WritingFriday Aktion

5 Januar 2020

Ziele für 2020 (#WritingFriday)

Es gibt da ja zum Ende eines Jahres immer wieder den Brauch, sich für das neue Jahr einen Vorsatz zu suchen. Ich halte davon ja nicht viel, habe das auch schon öfter erwähnt, weil ich der Meinung bin, dass die Umsetzung von Vorsätzen sofort beginnen sollte und nicht in die Zukunft verschoben gehört. Entweder ich möchte etwas Erreichen oder ich will es eben nicht! Will ich es, dann fange ich sofort damit an, will ich es nicht, dann lasse ich es halt. Klar brauchen manche Vorsätze eine Vorbereitungszeit, aber diese Vorbereitung gehört ja zur Umsetzung mit dazu. Wenn mein Vorsatz zum Beispiel ist, dass ich mehr Sport machen will, ich aber bisher überhaupt keinen Sport gemacht habe, dann sollte ich vorher mit einem Arzt sprechen, bevor ich anfange. Aber den Termin bei der Ärztin zu machen, ist dann eben der erste Schritt bei der Umsetzung des Vorsatzes. Aber okay, darüber soll ich hier jetzt gar nicht schreiben, ich soll über Vorsätze für das Jahr 2020 schreiben.

Klar habe ich Ziele!

Natürlich habe ich für das Jahr 2020 auch Ziele, es sind Ziele, die ich bisher noch nicht erreicht habe. Ziele von Wegen, die ich schon längere Zeit laufe, bei denen ich auch schon Umwege gelaufen bin. Dazu gehört immer noch mein Studium! Es ist zwar noch immer nicht das Ziel, dass ich es bis zum Ende des Jahres abgeschlossen haben möchte, dieses Ziel habe ich auf das Jahr verschoben, in dem ich 40 werde. (Ist auch nicht mehr so lang, aber noch genügend Zeit, um es zu erreichen) Aber für 2020 wäre es schön, wenn ich zumindest wieder 2 bis 3 Klausuren schreiben würde, ich wieder ins Tun komme. Ich arbeite darauf schon eine ganze Weile hin, habe zum Beispiel einen Kurs zur Selbstmotivation angefangen und beschäftige mich auch viel mit dem Thema Lernen. Ich bin also auf dem Weg, gehe aber ein paar Umwege, um dann wieder auf Kurs zu kommen.

2020 würde ich auch gerne den Weg meiner Selbstständigkeit weiter gehen. Ich möchte endlich genügend Gewinn erwirtschaften, um einen Teil davon für meine Rente weglegen zu können. Das wäre die nächste Etappe auf meinem Weg, die ich erreichen möchte und die durchaus erreichbar ist. Auch hierzu muss ich Umwege gehen, muss mich Weiterbilden, muss Ängste hinter mich lassen, muss aufhören über Vergangenes zu grübeln.

Vielleicht verlasse ich 2020 aber auch den Weg der Selbstständigkeit und schlüpfe wieder in ein abhängiges Arbeitsverhältnis. Ziele können sich durchaus auch ändern, wenn es plötzlich Abzweigungen auf dem Weg gibt, die interessant genug scheinen, um den eigentlichen Weg zu verlassen. Ich lasse mich da gerne überraschen.

Wie ihr hier seht, halte ich meine Ziele ziemlich vage, auch weil sie nur weitere Etappen sind, die ich auf meinem Weg erreichen kann, aber nicht unbedingt muss. Gut, endlich mehr für die Rente zu tun, das wäre in meinem Alter schon nicht schlecht, aber da ich in der Gegenwart lebe, und ich die Zukunft eben sehr schlecht vorhersagen kann, ist es kein Muss, diese Etappe in diesem Jahr zu erreichen. Wichtig ist, dass ich sie rechtzeitig erreiche, damit es für die Rente dann auch noch einen Nutzen hat.

Dieser Beitrag gehört eigentlich zu #WritingFriday, aber da ich mit einem Magen-Darm Infekt ins Jahr gestartet bin, kommt er erst heute.

7 November 2019

Es ist also wieder November …

Erinnerungen

Es ist also schon wieder November! Wo ist das Jahr hin? Was habe ich mit der Zeit gemacht? Habe ich überhaupt etwas Sinnvolles gemacht?

Gerade war noch Silvester. Gerade waren noch die Ziele für das neue Jahr. Es stand doch eben noch viel zu viel Essen auf dem Tisch und es wurde laute Musik gehört und draußen flogen die Raketen und Knaller durch die Gegend. Gerade war doch noch 2018, wurde von uns verabschiedet und das Jahr 2019 begrüßt und jetzt ist schon wieder November? Was ist mit der Zeit dazwischen passiert?

Klar, ich habe gearbeitet, habe neue Aufträge übernommen, habe meine Motivationslosigkeit ein wenig in den Griff bekommen. Dieses Loch, welches sich 2016 plötzlich in mein Leben geschlichen hat, welches das Leben aller Menschen in meiner Familie und das Leben anderer nahestehender Menschen plötzlich verändert hat. Dieses Loch, welches dadurch entstanden ist, das ein geliebter Mensch plötzlich nicht mehr da war. Drei Jahre ist das jetzt her, drei Jahre, die einem so sinnlos vorkommen, weil sie die Frage nicht beantworten konnten, weil sie einfach weiter liefen, weil die Zeit einem keine Pause gab. Zwei Jahre davon in einem Modus, in dem es einfach nur um das Weitermachen ging. Nicht darum, alte und neue Pläne umzusetzen, nicht darum, sich in irgendeine Richtung weiterzuentwickeln. Es ging nur darum, diese Zeit zu überstehen, irgendwie weiterhin Geld zu verdienen, ohne wirkliche Ambitionen auf mehr, ohne wirkliche Ambitionen auf Zukunft.

Und jetzt geht auch das dritte Jahr zu Ende und ich weiß eigentlich nicht, wo es hin ist. Klar, ich habe neue Aufträge angenommen, neue Herausforderungen und auch die alten Herausforderungen wollen langsam wieder angegangen werden, aber es ist nicht einfach. Ich versuche es, versuche mir wieder ein finanzielles Polster aufzubauen, versuche meinen Weg zu finden und habe das Gefühl, dass ich auch 2019 für diese Suche verloren habe. Es treiben mich Dinge um, die relativ unwichtig sind, die erst dann wichtig werden, wenn sie tatsächlich eintreten und die bis dahin einfach nur Ballast sind, weil diese Dinge vorher nicht angegangen werden können, weil sie erst angegangen werden können, wenn sie eingetreten sind. Aber es sind wohl diese kleinen Dinge, die mich ablenken, weil sie mich dazu zwingen, über diese Dinge nachzudenken. Und doch bräuchte ich diese Ablenkung gar nicht, weil ich genügend andere Dinge habe, die ich gerade tatsächlich umsetzen könnte, die ich zu einem erfolgreichen Abschluss bringen könnte, oder die ich zumindest irgendwie abschließen müsste, und wenn es nur ein Abschluss durch den Abbruch der Aufgabe wäre.

2019 steht irgendwie für diese Sinnlosigkeit, die sich 2016 in mein Leben geschlichen hat. Es steht dafür, dass ich mich selbst derzeit nicht mit konkreten Zielen motivieren kann, mich in irgendeine Richtung weiterzuentwickeln. Es ist eine Aneinanderreihung von Tagen und Wochen, die mich nirgendwo hingebracht haben. Ob das jetzt ewig so weitergeht? Ob dieses Loch, welches seit 2016 hier wohnt, immer weiter meine Motivation schluckt? Und wenn ja, wo soll das denn enden?

„Und die Welt dreht sich weiter und das sie sich weiter dreht, ist für mich nicht zu verstehen, merkt sie nicht das einer Fehlt …“

Und sie dreht sich und dreht sich und dreht sich. Und die Gesellschaft verlangt danach, dass sich die Welt weiterdreht und die Normen von jeden erfüllt werden. Sie droht, wenn jemand diese Normen nicht erfüllen kann, droht mit Ausschluss, droht mit Strafe und du drehst dich dann halt mit. Muss ja weitergehen, muss ja vorwärtsgehen, muss ja!

Hätte ja auch weitergehen müssen, wenn 2016 nicht gewesen wäre und hat 2016 denn wirklich so viel verändert? Die Luft war ja auch vorher schon raus, ich war ja auch vorher schon einen Weg gegangen, der mich irgendwie nicht dorthin geführt hat, wo ich hinwollte, der zumindest nicht direkt dorthin geführt hat! Aber 2016 kam das Loch, es kicherte und fragte, wozu ich denn überhaupt noch Motivation bräuchte und verschlang diese. Motivation ist seit 2016 Mangelware, genau wie viele andere Dinge, die einem in Leben weiterbringen sollten.

Es ist also schon wieder November, Weihnachten steht vor der Tür und auch Silvester. Es wird wieder geknallt werden, es wird wieder viel zu viel Essen auf dem Tisch stehen und es werden wieder Ziele für das Jahr 2020 warten und dann ist vielleicht schon bald wieder November …

27 September 2019

Keinen Plan!

Müde sitze ich im Büro. Es ist kurz nach 10 Uhr und die Motivation ist schon im Wochenende. Eigentlich ist sie immer im Wochenende, eigentlich möchte ich in keinem Büro sitzen, möchte über meine Zeit selbst entscheiden. Ich kann das eigentlich auch, denn ich bin selbstständig, entscheide selbst, was ich machen will, doch auf der anderen ist da der Zwang, Geld verdienen zu müssen. Ohne kommt Mensch nicht weit in unserer Gesellschaft.

So sitze ich im Büro, suche nach Motivation, um dann die Dinge zu tun, die ich tun muss, um Geld zu verdienen. Irgendwie gelingt es auch immer wieder, irgendwie ist nach ewigen sechs Stunden die Arbeit erledigt, die zu erledigen war. Es ist auch ganz gut, dass ich dieser Arbeit nachgehe, sonst würde ich wohl zu Hause versauern, würde auch nicht viel tun, weil ich soviel tun möchte und es einfach viel zu viel ist, was ich tun will und genau da liegt irgendwie mein Problem.

Keinen Plan wo ich hin will!

Das Problem ist ja, dass ich eigentlich immer noch nicht so genau weiß, wohin ich im Leben will! Ja, ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht und ja, ich habe mein Abitur nachgeholt, aber mehr habe ich in den 36 Jahren meines Lebens auch noch nicht wirklich erreicht. Wobei, so wirklich richtig ist es ja nicht, denn ich habe in den letzten Jahren viele Dinge gemacht, die mir Spaß gemacht haben, aber es war noch nicht das dabei, was meinem Leben einen Sinn gibt.

Seit 2012 bin ich jetzt Student, aber ist es wirklich das, was ich will? Vor sieben Jahren dachte ich das, doch inzwischen bin ich mir nicht wirklich sicher, denn eigentlich weiß ich nur, dass ich gar keinen Plan habe.

Ich lebe so vor mich hin, verdiene irgendwie immer ein wenig Geld, sodass ich nicht von Hartz4 abhängig bin. Rede mir jedes Semester ein, dass es ab jetzt besser wird, aber eigentlich kann es das nicht, weil der Plan fehlt. Warum studiere ich eigentlich? Was will ich später einmal damit anfangen? Will ich damit später überhaupt etwas anfangen?

Eigentlich weiß ich nur, dass ich nicht in einem 40 Stunden Job gefangen sein möchte, dass ich von der Fünf-Tage-Woche nicht wirklich viel halte, ich nicht in einem Arbeitsvertrag gefangen sein möchte. Klar, ich will sinnvolle Arbeit verrichten, Dinge, die für die Gesellschaft einen wirklichen Wert haben. Ich möchte nicht die Profitgier von einzelnen Unternehmern unterstützen und doch muss ich natürlich irgendwie selbst überleben. Ich will ständig neues lernen, mir die Zeit dafür nehmen können, aber einen Plan, wie ich das alles unter einen Hut bringen kann, habe ich nicht. Natürlich lähmt mich das! Meist sogar sosehr, dass ich eher gar nichts mache, obwohl da genügend Dinge wären, die ich zu erledigen hätte.

Ich verstehe tatsächlich nicht, wie sich Menschen ewig mit einem Job arrangieren können, der sie nicht ausfüllt, der nicht ihrer Berufung entspricht. Mich lähmt das, mir raubt das die Motivation für all die anderen schönen Dinge. Statt zu Wandern sitze ich dann am Wochenende eher zu Hause und überlege, wie ich mein Bankkonto wieder mit Geld befüllen kann. Aber da ich mich damit auch nicht wirklich beschäftigen will, lenke ich mich wieder mit anderen Dingen ab und so komme ich überhaupt nicht weiter, komme nicht auf den Weg, den ich mit totaler Motivation gehen kann. Ein Teufelskreis, der absolut nervig ist!

16 September 2019

Lebens-ABC: E wie Eigensinn

Echse

Irgendwie ging mir bei dem Buchstaben „E“ das Wort „Eigensinn“ nicht aus dem Kopf. Der Duden sagt mir, dass die Bedeutung von Eigensinn ein hartnäckiges Beharren auf einer Meinung oder einer Absicht ist. Irgendwie erkenne ich mich in dieser Bedeutung auch ein klein wenig wieder, denn wenn ich so zurückschaue, dann konnte und kann ich sehr Eigensinnig sein.

Ich beharre zwar nicht immer hartnäckig auf meiner Meinung, auch wenn es durchaus möglich ist, dass ich das tue, aber auf viele Absichten habe ich in meinem Leben schon beharrt. Wenn ich zum Beispiel die Absicht hatte, den Kindergarten ausfallen zu lassen, dann konnte ich schon sehr viel Eigensinn entwickeln, um dies auch durchzusetzen, oder zumindest die Ankunft im Kindergarten zu verzögern. Auch die Absicht, mir freie Tage von der Schule zu gönnen, konnte ich mit sehr viel Eigensinn umsetzen. Ich würde sagen, dass ich ein sehr eigensinniges Kind war und ich würde weiterhin behaupten, dass sich das bis heute nicht wirklich geändert hat.

Nicht immer bringt mir mein Eigensinn einen Vorteil. Mit Sicherheit würden andere Menschen auch behaupten, dass das eine negative Eigenschaft ist, doch ich finde, dass der Eigensinn durchaus positiv sein kann. Er hilft dabei, ausgetretene Wege zu verlassen und mit Neugier Umwege zu gehen, auf denen sehr viel mehr zu entdecken ist, als auf den Wegen, die am schnellsten zum Ziel führen. Sicher hat mir mein Eigensinn schon einige Türen verschlossen, aber dafür hat er mir auch viele andere Türen eröffnet und hat mich auf viele Umwege geführt, die ich im Nachhinein zum größten Teil auch super fand.

Das Lebens-ABC ist eine Idee aus einem Schreibratgeber. Es hilft dabei, dass eigene Leben zu fassen, es greifbar zu machen, mehr über sich selbst zu lernen und damit auch zu erfahren, was einem im Leben wirklich wichtig ist. Natürlich ist es auch eine Schreibübung und es übt darin, sich selbst zu beobachten.

25 August 2019

Lebens-ABC: D wie Draußen

Draußen in der Natur

Kann es eigentlich etwas Schöneres geben, als draußen in der Natur zu sein?

Draußen, das ist dort, wo nicht ganz so viele Menschen sind, wo ich schon mal eine halbe Stunde auf einer Bank sitzen kann, ohne das ein anderer Mensch vorbei kommt. Draußen im Wald, am See, am Feld, in der Natur.

Es ist doch wunderbar einfach mal durch die Gegend laufen zu können, ohne ständig durch andere abgelenkt zu werden. Den eigenen Gedanken nachgehen, dabei eben nicht ständig dem Lärm der Menschheit ausgesetzt zu sein. Nicht die S-Bahn zu hören, nicht das Auto oder anderen Zivilisationslärm. Einfach auf das Rad setzen und raus aus der Stadt, rein in die Ruhe. Oder Wandern! Kurz mit der S-Bahn an den Stadtrand fahren, dorthin, wo Berlin selbst schon fast zum Dorf wird und dann einfach wandern. Bessere Möglichkeiten, um den Kopf einmal für frische Ideen freizubekommen, gibt es doch gar nicht, oder?

Dort draußen ist auch die Perspektive eine andere. Es ist nicht dein Zimmer, nicht deine Wohnung und schon gar nicht dein Stammcafe. Es ist auch nicht dein Kiez, in dem du schon jeden Stein mehrmals gesehen hast, wenn auch meist nur unbewusst. Es ist einfach was anderes, ein Ort, der neugierig entdeckt werden kann, der voll ist mit Impulsen, die mich wieder aufladen können, die mir neue Blickwinkel erlauben, neue Gedanken ermöglichen.

Das Lebens-ABC ist eine Idee aus einem Schreibratgeber. Es hilft dabei, dass eigene Leben zu fassen, es greifbar zu machen, mehr über sich selbst zu lernen und damit auch zu erfahren, was einem im Leben wirklich wichtig ist. Natürlich ist es auch eine Schreibübung und es übt darin, sich selbst zu beobachten.

4 März 2019

Lebens-ABC: A wie Abwechslung

Abwechslung ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Abwechslung legt den Grundstein aller Erfahrungen, es ist ein Ausdruck von Neugierde. Neugierde, die mich antreibt, die mich davon abhält, immer dasselbe zu tun und Veränderung zu vermeiden.

Abwechslung bringt die Farbe in mein Leben. Sie garantiert den Spannungsbogen, den ich in meinem Leben brauche, der mich Antreibt, der mir den Sinn vermittelt, auf dessen Suche wir ständig sind.

Ohne Abwechslung wäre mein Leben fade. Sie gehört dazu und durchbricht Routinen. Klar, auch Routinen gehören dazu, aber nur dort, wo sie hilfreich sind, beim Zähneputzen zum Beispiel. Alle unnützen Routinen schränken das Leben ein und sie können nur mit Abwechslung vermieden werden. Wobei Abwechslung natürlich nicht bedeutet, die ganze Zeit immer nur neue Dinge zu tun. Vielmehr bedeutet es, dass sich Neues und Altes abwechselt, Spannung und Langeweile, Anstrengung und Erholung.


Das Lebens-ABC ist eine Idee aus einem Schreibratgeber. Es hilft dabei, dass eigene Leben zu fassen, es greifbar zu machen, mehr über sich selbst zu lernen und damit auch zu erfahren, was einem im Leben wirklich wichtig ist. Natürlich ist es auch eine Schreibübung und es übt darin, sich selbst zu beobachten.

12 Februar 2019

Wann habe ich zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?

Seit einiger Zeit geht im Internet ja dieses Dokument mit den tausend Fragen an dich selbst herum. Wer sich die Fragen einmal ansehen möchte, findet hier das Ganze als PDF und ja, ich werde jetzt auch regelmäßig Fragen daraus beantworten. Und heute fange ich mit der Frage an, wann ich zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht habe?

Die Antwort darauf ist, dass ich eigentlich täglich irgendwas zum ersten Mal mache. Ich bin ein ziemlich neugieriger Mensch und ich beschäftige mich täglich mit irgendwelchen Themen, die für mich neu sind, mit denen ich mich also das erste Mal beschäftige. Da ich aber natürlich nicht jeden Moment darauf achte, ob das, was ich gerade mache, etwas ist, was ich zum ersten Mal tue, ist es immer schwierig diese Dinge genau zu benennen. Aber komischerweise fallen mir gerade sogar zwei Dinge ein, die ich in letzter Zeit zum ersten Mal gemacht habe.

Die erste Sache ist ziemlich banal. Ich habe mir dieses Jahr zum ersten Mal wirklich darüber Gedanken gemacht, was für mich „Erfolg“ bedeutet. Ich habe mich damit ziemlich lange beschäftigt, ein paar Tage und bin am Ende auch zu einer Antwort gekommen. Diese könnt ihr hier im Blog nachlesen, aber auch die Antwort auf diese Frage ist ziemlich banal.

Die zweite Sache war dann schon etwas spannender, denn ich habe zum ersten Mal Kapitelmarken für den Podcast von Christian und mir festgehalten. Bisher war ich immer schon damit zufrieden, den Podcast einigermaßen synchron zu bekommen, aber nachdem mich ein Hörer darauf angesprochen hat, ob ich für den Podcast nicht auch Kapitelmarken anbieten könnte, hat mich hier natürlich der Ehrgeiz gepackt und so habe ich beim letzten Podcast zum ersten Mal Kapitelmarken gesetzt. Allerdings habe ich die eigentliche Aufgabe damit nur zur Hälfte gelöst, denn ich muss diese Kapitelmarken noch in die MP3-Datei selbst einbetten, damit sie auch außerhalb der Webseite von Geräten erkannt werden können. Wie ich das hinbekomme, wie ich also das nächste Mal etwas zum ersten Mal machen werde, da bin ich gerade auf der Suche nach einem Lösungsweg.

Ich hoffe, dass ich nie aufhören werde, irgendwas zum ersten Mal zu machen. Es ist die Neugierde, die mich antreibt und die möchte ich gerne auch mit 60 oder 70 noch besitzen. Ich möchte nicht zu den Menschen gehören, die irgendwann nur noch vor dem Fernseher sitzen und nichts mehr erleben, weil sie einfach nur noch die restliche Zeit ihres Lebens absitzen möchten.