7 September 2021

07.09.2021: Diskutiert mit mir

Auswertung zum Wahlkompass

Die Wahl rückt immer näher. Es könnte mir egal sein, denn ich habe mich entschlossen, dieses Jahr nicht zur Wahl zu gehen. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, was die vielen Texte, die ich zur Wahl und zur Demokratie in den letzten Wochen geschrieben habe, beweisen. Seit ich wählen darf, war ich bisher immer wählen. Ich kenne die Argumente, die für eine Wahl sprechen, habe selbst genügend Texte dazu geschrieben oder im Podcast darüber gesprochen. Deswegen bringt es nicht viel, wenn ihr mir jetzt auf Twitter mit genau diesen Argumenten kommt, um mich doch davon zu überzeugen, zur Wahl zu gehen.

Ihr dürft es versuchen und ich würde es auch spannend finden, eure Argumente zu hören. Doch das funktioniert nur, wenn ihr dabei auch auf meine Argumente eingeht, wenn ihr euch mit meinen Gedanken beschäftigt, ihr meine Texte lest. Die allgemeinen Argumente, die kenne ich schon und wenn die mich noch überzeugen würden, dann würde ich zur Wahl gehen, oder meint ihr nicht?

Ich habe vor drei Monaten mit dem Text „Geht wählen oder lasst es!“ angefangen. Da habe ich aufgeschrieben, warum ich dieses Jahr nicht zur Wahl gehen werde. Es gab einen kleinen Kommentar auf diesen Artikel, aber keine Diskussion um die aufgeschriebenen Gedanken. Diesen Text habe ich danach in jeder Diskussion zum Thema erwähnt, in der Hoffnung, dass ihr auf die Inhalte eingeht. Es ist nicht passiert, im Gegenteil, es kamen weiterhin nur die Argumente, die schon seit Jahrzehnten kommen, wenn jemand erzählt, dass er nicht zur Wahl geht. Es gab sogar eine Person, die mir nahegelegt hat, nach China, Nordkorea oder in ein anderes Land zu gehen, wo es keine freien Wahlen gibt, wenn ich auf mein Recht verzichten möchte.

Ganz ehrlich, wie oft habe ich in meinem Leben schon gehört, dass ich doch in diese Länder gehen soll, wenn mir unsere Demokratie, unsere Gesellschaft, und/oder unser Kapitalismus nicht gefällt? Viel zu oft! Es ist das letzte Argument, wenn die inhaltliche Auseinandersetzung nicht so funktioniert, wie es sich die Person gegenüber vorstellt. Damit ist allerdings fast nie gemeint, dass die Gegenseite sich mit den Argumenten auseinandersetzt, die ich in die Diskussion einbringe, sondern nur ich soll mich inhaltlich mit den Argumenten der Gegenseite auseinandersetzen.

Das ist schon der erste Punkt, an dem unsere Demokratie krankt. Wir gehen nicht auf die Inhalte des Gegenübers ein, wir wollen unsere Standpunkte durchdrücken und wenn das nicht funktioniert, dann kommen halt Scheinargumente ins Spiel. Ich meine damit nicht, dass wir mit jeder Person diskutieren müssen, es gibt Personengruppen, mit denen kannst du nicht diskutieren, weil sie bereits ein geschlossenes Weltbild haben, weil sie nicht bereit sind, sich mit anderen Inhalten zu beschäftigen. Aber genau das ist die Grundlage einer Demokratie und wenn wir Demokraten sein wollen, dann müssen wir auch offen sein, uns mit den Inhalten und Gedanken anderer Menschen zu beschäftigen. Nur so kann das mit dem Diskutieren und dem Austausch von Argumenten funktionieren.

Mir ist bewusst, dass das Internet eine Flut an Informationen liefert, dass wir die Informationen sortieren müssen, damit wir mit der Flut der Informationen überhaupt umgehen können. Dass da ein Blog wie meiner, in dem ich nur meine persönlichen Gedanken und Kurzgeschichten teile, untergeht und kaum interessiert, ist mir deswegen auch bewusst. Wenn ich allerdings in einer Diskussion dann einen Text teile, dann wäre es schön, wenn sich die Person, die mit mir diskutieren möchte, auch die Zeit nimmt, um diesen Text zu lesen. Es sind ja meist keine Romane, es dauert meist keine fünf Minuten, um sich mit dem Text auseinanderzusetzen.

Es sind noch einige Tage bis zur Wahl und ich bin weiterhin offen für eure Argumente. Vielleicht ist ja das Argument dabei, welches mich dann doch überzeugt, am Wahlsonntag zur Wahl zu gehen.

Links

6 September 2021

06.09.2021: Koalitionsbasar bereits vor der Wahl?

Teddy Bär auf der Suche nach Sonne

Ich bin derzeit wieder verwirrt, weil Parteien ihr Wahlprogramm schon jetzt auf den Koalitionsbasar stellen. Wozu wird von den Parteien ein Wahlprogramm beschlossen, wenn dann schon vor der Wahl Kompromisse zu diesem ausgehandelt werden? Können Parteien dann nicht einfach direkt vor der Wahl einen Koalitionsvertrag aushandeln und diesen einfach zur Wahl stellen? Das wäre doch sehr viel einfacher und jeder wüsste, was er nach der Wahl bekommt.

Versteht mich nicht falsch, natürlich braucht es in einer Demokratie Kompromisse, auch in der Demokratieform, die ich mir wünschen würde. Nun gibt es die Demokratieform, die ich mir wünsche, nicht und alles, was wir haben, ist eine repräsentative Parteiendemokratie und dann möchte ich zumindest schon noch die Wahl bei der Wahl haben. Ich möchte, dass da zur Wahl möglichst Parteien antreten, die sich inhaltlich auch unterscheiden! Wenn ich nur Parteien zur Wahl habe, die in Kernthemen alle dieselben Vorstellungen haben, brauche ich die Wahl nicht wirklich. Dann können wir auch auswürfeln, wer am Ende mit wie vielen Personen im Parlament sitzt und dort die Bürger*innen repräsentiert. Ja, das meine ich so, wie ich es schreibe! Wenn nur SPD, Grüne und die Unionsparteien zur Wahl ständen, wäre eine Partie Kniffel die sinnvollere Art, um ein Parlament zu ermitteln, denn inhaltlich sind die Positionen nicht wirklich weit auseinander. Wenn diese Parteien dann auch noch anderen Parteien ihre Haltelinien noch vor der Wahl diktieren möchten, dann wird es schwierig.

Wenn SPD und Grüne jetzt schon von der Linkspartei Kompromisse verlangen, obwohl die Wähler*innen noch gar nicht über das eigentliche Wahlprogramm der Parteien abgestimmt haben, schadet das der Demokratie, weil nicht mehr die Ausgangspositionen zur Wahl stehen, sondern die Kompromisse. Und die Kompromisse vor der Wahl sind nach der Wahl dann die Ausgangspositionen, auf denen dann neue Kompromisse aufbauen, weil ja erst dann wirklich verhandelt wird, was im Koalitionsvertrag stehen wird! Es werden also Kompromisse zu Positionen gefunden, die eigentlich schon Kompromisse waren und so wird das eigentliche Wahlprogramm immer weiter verwässert. Keine wirklich schöne Vorstellung, denn als Wähler müsste ich darauf regieren, indem ich Parteien mit noch extremeren Ausgangspositionen wähle, um sicherzugehen, dass der Kompromiss dann auch noch von mir tragbar wäre.

Schön wäre es, wenn Parteien sich vor der Wahl einfach keinen Kopf über irgendwelche Koalitionen machen, sondern sie einfach mit ihrem Wahlprogramm selbstbewusst in den Wahlkampf ziehen. Das Wahlprogramm ist ja schon ein Kompromiss, der innerhalb der Partei geschlossen wurde und dieser Kompromiss sollte dann auch während des Wahlkampfes Bestand haben, damit die Mitglieder der Partei auch mit einem guten Gewissen Wahlkampf für die eigene Partei machen können. Es braucht vor der Wahl keine Kompromisse mit Parteien, zu denen ein Wettbewerb um die Wähler*innen besteht! Zur Wahl stehen die Ideen der Partei, die intern geschlossenen Kompromisse und nicht die Kompromisse, die irgendwelche Spitzenkandidaten anderer Parteien fordern.

Geht mit dem Wahlprogramm und dessen Maximalpositionen in den Wahlkampf und geht mit diesen Maximalpositionen dann auch in den Koalitionsverhandlungen, wenn es diese nach der Wahl denn geben sollte. Alles andere ergibt keinen Sinn, wenn wir in einer Demokratie leben, in der es nur darum geht, sich alle paar Jahre für eine Partei zu entscheiden.

30 August 2021

30.08.2021: Meine Vorstellung vom #Triell

Baumreihe

Auf RTL lief das erste große Kanzler*innen-DuellTriell und ich habe es nicht geschaut. Warum auch? Ich habe Twitter und um gleich mit dem Fazit anzufangen: Gewonnen haben alle drei Kandidaten! Sogar eindeutig, also zumindest auf Twitter. In den Umfragen nach der Sendung sah es wohl ein wenig anders aus, aber was interessieren schon Umfragen? Ist so wie bei diesem lästigen Klimathema, da interessiert es die aktuellen Regierungsparteien ja auch nicht, wie viele tausende Menschen auf die Straße gehen, um dafür zu sorgen, dass uns dieser Klimawandel nicht unsere Lebensgrundlagen zerstört. Da geht es nur um die Wirtschaft, und weil Wirtschaft nicht bei allen zieht, kommen dann die Armen auch wieder ins Spiel. Also die, die normal Sanktioniert und schikaniert werden, die müssen dann als Alibi-Bürger herhalten, wenn es dann darum geht, den menschengemachten Klimawandel zu begrenzen.

Dass das mit der Begrenzung des Klimawandels übrigens teuer wird, ist gar nicht so unwahrscheinlich und das darunter die Ärmsten in der Bevölkerung – sowohl in Deutschland, aber noch viel mehr in der ganzen Welt – leiden werden, dürfte jedem klar sein. Die Grünen scheinen zumindest verstanden zu haben, dass sie hier Geld nach unten verteilen müssen und sie wollen dies mit einem Klimageld tun, so war es zumindest auf Twitter zu lesen. Eigentlich ein Pluspunkt für die Grünen, denn dass den anderen beiden Parteien die Ärmsten in unserer Gesellschaft so ziemlich egal sind, haben sie mit der geplanten Erhöhung des Hartz4-Satzes um 3,- Euro gezeigt, die wahrscheinlich nicht einmal die Mehrkosten für die kommende CO2-Steuer ausgleichen werden.

Gegen die Begrenzung des Klimawandels spricht übrigens auch die damit einhergehende Mobilitätswende. In eine lebendige Stadt gehören schließlich Autos und ob da nun eine Person drin sitzt oder gar keine, sobald die selbstfahrenden Autos zugelassen sind, ist erst einmal uninteressant, wichtig ist nur, dass die die Stadt so richtig vollstopfen, damit sich am Ende kein Auto mehr bewegt, weil die Straßen einfach viel zu voll sind. Ich stell mir diese Stadt so richtig lebendig vor, wie die Radfahrer Slalom fahren müssen und dennoch schneller sind, weil sie halt weniger Platz als Autos brauchen. So eine Stadt der kurzen Wege, wo alles zu Fuß, mit dem Rad und im schlimmsten Fall mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen ist, kann doch nicht wirklich lebendig sein! Also jedenfalls dann, wenn die Twitter-Menschen hier Laschet richtig wiedergegeben haben.

Einigkeit scheint allerdings darüber zu herrschen, dass die Linkspartei möglichst nicht in eine Regierungskoalition kommt. Für die einen ist die Partei Linksextrem, die anderen müssten dann wohl ihre sozialen Versprechungen auch tatsächlich umsetzen, was ja gar nicht ginge, weil diese dann bei der nächsten Wahl ja nicht mehr zum Wahlkampfthema gemacht werden könnten. Ein anderer Grund würde mir nicht wirklich einfallen, denn vom Programm her sind die Schnittmengen zwischen SPD, Grünen und Linkspartei wohl am Größten und somit wäre hier wohl ein Koalitionsvertrag möglich, in dem keine der Parteien große Abstriche machen müsste. Na gut, es gibt da noch das Thema Außenpolitik, also zum Beispiel Kriegseinsätze in Afghanistan und die Einstellung der Linken zu solchen Kriegseinsätzen. Aber wollte nicht auch die SPD immer eine Friedenspartei sein, also so lange, bis sie den Kriegskrediten für den 1. Weltkrieg zustimmte?

Themen wie Digitalisierung und der Pflegenotstand kamen wohl gar nicht erst auf den Tisch, so jedenfalls erzählt es mir Twitter. Dabei hat gerade die Pandemie gezeigt, dass wir den CARE-Berufen möglichst große Aufmerksamkeit schenken müssen. Scheint im Triell aber nicht angekommen zu sein, also zumindest, wenn ich Twitter hier Glauben schenken darf!

Wo wir bei der Pandemie sind – ihr wisst schon, dieser Virus – so scheint diese für die Kandidat*innen schon vorbei zu sein. Jedenfalls soll es wohl keinen Shutdown mehr geben. Also gab es ja eh nie wirklich in Deutschland, aber jetzt soll es ihn wohl auch nie geben, obwohl gerade die Kinder – also sowohl die, die in Kinderarmut leben wie auch die anderen – jetzt durchseucht werden und es deutliche Hinweise gibt, dass das für diese Gruppe auch ernsthafte Folgen bedeuten kann. Nun gut, zumindest scheint sich hier die Politik einig zu sein: Was interessieren uns schon Kinder und Jugendliche?

Übrigens gibt es da wohl noch eine Gruppe, die von der Twitter-Blase immer wieder im Zusammenhang mit dem Triell erwähnt wird: die Ostdeutschen! So ganz genau weiß ich nicht, warum, aber ich als Ostdeutscher weiß eh meist nicht, warum die Politik schon wieder über uns redet. Warum sollte ich dann verstehen, warum Twitter über die Ostdeutschen beim Triell redet?

Habe ich eigentlich schon einmal das Thema Armut erwähnt? Also die Menschen auf Twitter erwähnen das doch relativ häufig, zumindest wenn es um Kinderarmut geht. Hier scheint Laschet der Meinung zu sein, dass die Kinder, die mit Hartz4 aufwachsen, sich doch selbst aus der Armut befreien sollen. Ich überlege gerade, für welches Gewerbe diese Kinder das nötige Startkapital hätten, aber so wirklich einfallen möchte mir keines, aber ich bin da wohl nicht so Innovationsfreudig wie der Herr Laschet.

Die anderen Parteien wollen wohl so etwas wie eine Kindergrundsicherung. Wobei ich mich halt immer Frage, warum nicht gleich die Hartz4-Sätze so gestaltet werden, dass weder die Kinder noch die Eltern in Armut leben müssen, aber gut, bei Parteien, die meinten, dass sie mit Sanktionen in der Grundsicherung irgendwas erreichen könnten, verwundert es mich nicht, dass dies gar nicht erst zur Diskussion steht.

Wenn ich Twitter richtig verstanden habe, ging es dann um noch mehr belangloses Zeug, aber da mir meine Zeit schon zu schade war, um die Sendung zu schauen, habe ich hier auch irgendwann bei Twitter das #Triell verlassen. Wenn ihr meint, dass ich etwas Wichtiges vergessen habe, so schreibt es doch bitte in die Kommentare.

6 August 2021

06.08.2021: Umfrage – Sind Impfanreize der richtige Weg?

Verkostung bei Meta Mate Berlin

Impfanreize sind derzeit in aller Munde. Bratwürste gegen Impfung, Geld, Gutscheine, alles wird derzeit in die Diskussion geworfen, um die Impfbereitschaft und somit die Impfquote zu erhöhen. Persönlich habe ich nichts gegen Impf-Grillfeste, wenn das dazu beiträgt, Menschen von der Impfung zu überzeugen. Ich hätte auch nichts gegen andere Impfanreize, auch wenn es für mich natürlich unverständlich ist, dass der Schutz der eigenen Gesundheit und eventuell sogar des eigenen Lebens oder des Lebens eines Familienmitgliedes nicht schon Gegenleistung genug ist. Aber wenn wir durch Impfanreize die Impfquote auf über 80 Prozent bringen können, dann sollten wir die Chance nutzen. Meine Meinung!

Wir sollten halt nicht vergessen, dass unsere Gesellschaft kapitalistisch erzogen ist und für viele bedeutet das eben, dass sie eine greifbare Gegenleistung brauchen, um zu einer Handlung bewegt zu werden. Das wird aber nur ein Teil der Erklärung sein, ein anderer Teil ist, dass für Menschen und Familien mit geringen Einkommen der Anreiz eine warme Mahlzeit zu bekommen, durchaus die Entscheidungsfindung beeinflussen kann, unabhängig von der kapitalistischen Prägung.

Okay, genug der (Vor)Worte, jetzt zur Umfrage: Sind Impfanreize der richtige Weg?

Sind Impfanreize der richtige Weg?

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23 Juli 2021

23.07.2021: Und da ist Impfung Nr.2

Mein eigentlicher Termin für die Zweitimpfung war ja der 07.09.2021 und weil der noch soweit in der Zukunft lag, twitterte ich am Wochenende, dass ich mir schon wünschen würde, einen früheren Impftermin von der Praxis zu bekommen, in welcher ich meine Erstimpfung erhalten habe. Natürlich hätte ich auch einfach irgendwo anders hingehen können, aber da ich schon einen Termin für die Zweitimpfung hatte und das mit der Erstimpfung auch super geklappt hat, kam für mich nur ein früherer Termin in derselben Praxis infrage oder eben der Impftermin, den ich schon hatte.

Wie das Leben so spielt, kam dann am Wochenende ebenfalls eine E-Mail von der Praxis, die mir nicht nur einen früheren Termin ermöglichte, sondern auch den Wechsel zur Kreuzimpfung mit Biontech. Der zweite Punkt war mir gar nicht so wichtig, aber da das empfohlen wurde und ich damit auch direkt im Impffenster lag, habe ich – nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe – mich eben für den Wechsel auf Biontech und auf einen früheren Termin entschieden. Und ja, ich hatte ein schlechtes Gewissen, habe es immer noch, weil ich damit ja doch irgendwen den Ersttermin für die Impfung geklaut habe. Auf der anderen Seite gibt es wohl derzeit auch mehr Impftermine als Impfwillige, was schon ein wenig deprimierend ist, weil wir bei der Impfquote in der Bevölkerung noch weit unter 70 Prozent sind und es echt so wichtig wäre, dass wir schnell weit über die 70 Prozent kommen. So ähnlich war auch die Argumentation auf Twitter und ganz ehrlich, wenn ich am Montag noch einen Termin am Donnerstag bekomme und dann immer noch neun Termine frei sind, dann vermute ich stark, dass die Termine nicht mehr komplett vergeben wurden.

Wie schon erwähnt, habe ich dann direkt einen Termin am Donnerstag dem 22.07 bekommen und habe nun also meine zweite Impfung intus. Das erleichtert mich ein wenig, da jetzt die Jahreszeit kommt, in der es wieder mehr Promotionaufträge gibt und ich somit auch wieder mehr mit Menschen zu tun habe. Die Delta-Variante hat mir ja schon ein wenig Angst gemacht und natürlich weiß ich, dass die Impfung kein Garant dafür ist, dass ich mich nicht doch anstecke, aber der Krankheitsverlauf ist dann eben milder und ja, das bringt dann schon wieder ein wenig mehr Sicherheit ins Leben.

Heute ist nun der erste Tag nach der zweiten Impfung und die Stelle am Impfarm schmerzt diesmal ein wenig stärker als bei der ersten Impfung, ansonsten habe ich aber auch diesmal keine wirklichen Nachwirkungen. Könnte sich natürlich noch ändern, aber da es bei der ersten Impfung auch nicht passiert ist, bin ich guter Dinge, dass der schmerzende Arm auch diesmal die einzige Nachwirkung sein wird, die ich ertragen muss.

Jetzt sind es noch 14 Tage und dann habe ich den vollen Impfschutz, jedenfalls dann, wenn die Impfung bei mir wirkt, da muss ich mich natürlich überraschen lassen, wobei ich keinen Grund wüsste, warum sie bei mir nicht wirken sollte. Ich bin natürlich auch ein wenig glücklich darüber, dass das mit dem Impfen jetzt doch schneller ging als erwartet. Am Anfang dachte ich, ich werde wohl erst im August irgendwann meine Erstimpfung bekommen, aber das lief jetzt doch alles ein wenig anders und dennoch bin ich auch demütig, denn es ist ein absolutes Privileg, hier in der westlichen Welt zu leben. In anderen Ländern, auf anderen Kontinenten ist die Impfquote noch weit unter 10 Prozent und es wird halt nicht leichter für diese Länder, solange wir weiterhin auf Patente und damit auch auf Profite bestehen. Vielleicht verstehen wir ja irgendwann, dass wir mit diesem unsolidarischen Verhalten auch uns selbst schädigen, weil in diesen Ländern der Virus weiterhin munter mutieren kann.

11 Juli 2021

Lebens-ABC: J wie Joggen

Bild mit der Aufschrift "Joggen"

Das Lebens-ABC geht mit dem Buchstaben „J“ weiter und da kann natürlich nur Joggen kommen. Ihr seid nicht wirklich überrascht, oder?

Fangen wir doch einfach damit an, dass ich lange Zeit Sport gehasst habe. Ich bin schon immer gerne Fahrrad gefahren, das war es dann aber auch schon. Ich muss also nicht erwähnen, dass ich eigentlich total unsportlich war und es durchaus auch immer noch bin und meine ersten Laufversuche habe ich 2004/2005 bei der Bundeswehr gemacht. Nicht unbedingt freiwillig, denn die Laufrunde war freitags vor Dienstschluss Pflicht, doch so wirklich was abgewinnen konnte ich dem damals noch nicht viel. Das Ganze wurde dann durch eine Verletzung, die ich mir bei irgendeiner anderen Übung im Wald zugezogen hatte, erst einmal unterbrochen, was auch das Ende meiner Zeit bei der Bundeswehr war.

Nachdem mein Fuß wieder okay war, fing ich langsam wieder an mit dem Joggen. Ich weiß nicht wirklich, warum ich das gemacht habe, aber anscheinend war da bei der Bundeswehr doch irgendwie ein Funken hängen geblieben, der sich jetzt langsam ausbreitete. Allerdings lief ich da noch nicht regelmäßig, öfter lagen mehrere Wochen zwischen den Läufen und Aufzeichnungen habe ich keine geführt. Deswegen kann ich auch nicht wirklich genau sagen, wann ich mit dem Joggen so richtig begonnen habe.

Am 23.09.2007 habe ich dann damit begonnen, meine Laufeinheiten aufzuzeichnen, damals habe ich noch geschätzt, wie lang meine Runde ungefähr war, weswegen die Aufzeichnung damals eher ungenau war, was die Kilometerzahl angeht, aber die Zeit habe ich damals genau erfasst. Das war dann auch der Zeitraum, ab dem ich regelmäßig gelaufen bin und ich nicht mehrere Wochen Pause zwischen den Joggingeinheiten gemacht habe.

An der Abendschule, an der ich damals mein Abitur nachgeholt habe, hing dann irgendwann ein Aushang für einen Volkslauf und weil ich dachte, dass das eventuell eine gute Idee ist, habe ich mich für diesen Volkslauf angemeldet und bin da für die Abendschule gestartet. Es war spannend, hat auch ziemlich viel Spaß gemacht, auch wenn ich von unserer Gruppe wohl einer der Letzten war, der ins Ziel kam. Dieser erste Volkslauf hat mich dem Laufen noch näher gebracht. Nicht unbedingt, weil ich Gewinnen wollte, sondern weil der Zieleinlauf doch immer etwas Schönes mit sich bringt. Das war dann auch der Anfang meiner Volkslaufkarriere, dank der ich auch meinen Laufpartner und Freund Bernd kennengelernt habe, wobei ich das selbst gar nicht so mitbekommen habe, aber er schrieb mich dann irgendwann per Mail an, ob wir nicht gemeinsam unser Lauftraining machen wollten. Das war im Jahr 2009 nach dem Kreuzberger Viertelmarathon. Seither haben wir unser Training bis zum Beginn der Pandemie gemeinsam gestaltet, haben in den ersten Jahren auch viele Volksläufe gemeinsam besucht und sind auch mit dem Fahrrad viel durch Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gefahren. Schon deswegen ist das Joggen inzwischen ein fester Bestandteil meines Lebens.

Wahrscheinlich hätte ich auch den Lutz nie virtuell kennengelernt, wenn ich nicht mit dem Joggen begonnen hätte und viele schöne Erlebnisse, die mir das Joggen gebracht hat, hätte ich auch nicht erlebt. Und ganz ehrlich, so ein paar Laufabenteuer warten auch noch auf mich.

Joggen hat mein Leben bereichert. Nicht nur das Laufen selbst, sondern auch die vielen Dinge, die rund um das Laufen passiert sind, möchte ich nicht vermissen. Mit 20 hätte ich euch wohl für verrückt erklärt, wenn ihr mir das erzählt hättet, mit 30 war ich dann schon vom Laufvirus infiziert und inzwischen gehört das Joggen schon über 13 Jahre zu meinem Leben dazu.

Okay, die Pandemie ist derzeit ein wenig schwierig. Aufgrund der Einnahmesituation bin ich jetzt seit Anfang 2021 ohne Laufschuhe und somit auch ohne Lauftraining, aber das ist nur ein kleiner Dämpfer und ich bin mir sicher, dass ich auch 2021 ein paar Kilometer Laufen werde, bis dahin muss jetzt erst einmal das Wandern und das Radfahren dabei helfen, fit zu bleiben.

Das Lebens-ABC ist eine Idee aus einem Schreibratgeber. Es hilft dabei, dass eigene Leben zu fassen, es greifbar zu machen, mehr über sich selbst zu lernen und damit auch zu erfahren, was einem im Leben wirklich wichtig ist. Natürlich ist es auch eine Schreibübung und es übt darin, sich selbst zu beobachten.

11 Juli 2021

11.07.2021: Braucht es den Bundeswahlausschuss in einer Demokratie?

Die DKP ist nicht zur Wahl zugelassen, so ging es in der letzten Woche durch die Medien. Der Bundeswahlausschuss hat beschlossen, dass die DKP nicht die formalen Voraussetzungen erfüllt, weil sie ihre Rechenschaftsberichte in den letzten Jahren zu spät abgegeben hat. Doch warum gibt es eigentlich eine Instanz wie den Bundeswahlausschuss, der für uns Wählenden eine Vorauswahl trifft, welche Parteien und Organisationen wir zur Wahl wählen dürfen?

Bundeswahlausschuss und Unterstützungsunterschriften sind schon zwei Hürden, die die kleinen Parteien überwinden müssen, um an der Bundestagswahl teilnehmen zu dürfen. Auf Landesebene sieht es nicht anders aus, auch wenn hier der Landeswahlausschuss die Parteien zulässt. Persönlich halte ich dieses Vorgehen für schwierig, denn sowohl die Unterschriften wie auch die anderen formalen Zulassungskriterien können missbraucht werden, um bestimmten Parteien das Leben schwer zu machen. Eine Demokratie sollte ohne viele Hürden auskommen, wo es doch schon am Ende der Wahl die 5-Prozent-Hürde gibt, an der Parteien scheitern, die zu wenig Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten.

Natürlich könnte der Wahlzettel durchaus etwas länger werden, wenn alle Gruppierungen, die sich zur Wahl anmelden, am Ende auch auf dem Wahlzettel stehen würden, aber wäre das wirklich ein Problem? Könnte es nicht sogar eine Win-win-Situation für Wählende und die zu wählenden Gruppierungen sein, wenn sie die Zeit, die sie derzeit zum Sammeln von Unterschriften verwenden müssen, in die politische Willensbildung stecken könnten? Natürlich sorgt das Sammeln von Unterschriften schon für eine bestimmte Aufmerksamkeit, aber es wird schwierig dabei die eigenen Ideen zu verbreiten. Da wäre die Zeit besser eingesetzt, um die eigenen Ideen und Vorstellungen unter die Menschen zu bringen, sie für Veranstaltungen zu nutzen. Jetzt könnte natürlich der Einwand kommen, dass das doch beides möglich wäre, aber das Problem ist halt, dass die meisten kleinen Parteien nicht das Personal haben, um gleichzeitig Unterschriften zu sammeln und Veranstaltungen zu organisieren. Da muss die Zeit eingeteilt werden, da die politische Arbeit meist in der Freizeit stattfindet und die Menschen weiterhin arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Deswegen könnte die politische Arbeit für dieses Menschen sehr viel einfacher werden, wenn es nicht bereits vor der Wahl unnötige Hürden geben würde.

Eine starke Demokratie braucht vor der Wahl keine Hürden! Sie braucht einen Wettstreit der Ideen, Räume, in denen dieser Wettstreit stattfinden kann und Menschen, die dafür offen sind, die nicht aus Routine immer dieselben Parteien wählen. Die einzige Hürde, an der diese Ideen scheitern sollten, sind die Wählenden und eben nicht die Mitglieder eines Wahlausschusses, die dann auch noch von den Parteien vorgeschlagen werden, die bereits im Parlament sitzen und wo somit immer die Frage im Raum steht, ob die Entscheidung wirklich nur auf rein formale Aspekte gestützt ist, oder nicht auch persönliche Präferenzen mit hineinspielen.

29 Juni 2021

29.06.2021: Lebenslaufwahlkampf gegen schmerzhafte Einsichten

Blick Berlin Brandenburg

Auf Twitter schrieb ich heute, dass dieser ganze Wahlkampf, der da derzeit läuft, ein wunderschönes Beispiel dafür ist, wie Menschen versuchen eine bestimmte Person in ein schlechtes Licht zu rücken, um sich nur nicht selbst mit den eigentlichen Themen zu beschäftigen, weil sie dann merken würden, dass das eigene Verhalten sie selbst in ein sehr schlechtes Licht rücken würde. Natürlich rede ich hier von der Kampagne gegen die Kanzlerkandidatin der Grünen. Es fing an mit dem Studium von Annalena Baerbock, weil der Weg, der damals möglich war, so heute nicht mehr möglich wäre. Dann kam ihr Lebenslauf, der wohl nicht ganz korrekt war und jetzt geht es mit ihrem neuen Buch weiter. Und es springen so viele darauf an, besonders viele konservative Menschen, weil das eben bequemer ist, als sich mit den eigentlichen Themen auseinanderzusetzen.

Wir diskutieren nicht darüber, wie wir den Klimawandel abmildern können, reflektieren nicht über unseren Konsum, nicht über die Autos, von denen es viel zu viele gibt und wo auch ein Wechsel auf Elektroantrieb nur ein Teil der Lösung sein kann. Es geht auch nicht darum, wie wir die Gesellschaft verändern, wie wir den Reichtum besser verteilen, wie wir die Welt zu einem besseren Ort für alle Menschen und Lebewesen machen können. Darum geht es nicht, also zumindest nicht in dem Maße, wie wir es bräuchten, um Veränderungen auch politisch durchzusetzen.

Ein Großteil der Gesellschaft diskutiert lieber über den Lebenslauf von Annalena Baerbock als über die Welt, die sie den nächsten Generationen hinterlassen. Und wenn es nicht der Lebenslauf von Annalena Baerbock ist, dann geht es darum, dass die Jugendlichen doch erst einmal selbst etwas in der Gesellschaft leisten sollen, bevor sie sich in die Politik einmischen. Die Frage wäre hier halt, warum die Jugendlichen überhaupt noch was leisten sollten, woher die Motivation noch kommen soll, wenn sie jetzt schon wissen, dass sie in ein paar Jahrzehnten keine Handlungsspielräume mehr haben, um diesen Planeten so zu gestalten, dass er für alle dann noch lebenden Lebewesen lebenswert ist? Sie werden dann auf die Lebensleistungen ihrer Vorfahren schauen und sich fragen, wieso diese so stolz auf diese waren, obwohl sie mit ihren Leistungen die Welt zerstört haben.

Wenn sich die Menschen bewusst wären, dass ihre individuellen Freiheiten, ihre Privilegien, ein Teil des Problems sind, wenn sie sich auch bewusst wären, dass ein Teil ihrer Lebensleistungen dazu geführt haben, dass wir jetzt schon einen eingeschränkten Gestaltungsspielraum haben, dann wäre nicht mehr das Buch von Frau Baerbock das Problem, sondern die jetzige Regierung und die eigenen Verhaltensweisen, die für unsere Welt problematisch sind. Wir würden nicht darüber diskutieren, ob Frau Baerbock überhaupt noch Kanzlerin werden kann, sondern darüber, ob das Wahlprogramm der Grünen ausreichend ist, um den Handlungsspielraum der nächsten Generationen so groß wie möglich zu halten.

Diese Einsicht ist natürlich schmerzvoll! Der Großteil der Gesellschaft will mit der eigenen Lebensleistung nicht die Lebensgrundlage der nächsten Generation zerstören, da bin ich mir sicher, aber mit den vorgeschobenen Debatten versucht sich der Großteil eben doch vor dieser Einsicht zu schützen. Debatten, die Frau Baerbock als Kanzlerkandidatin diskreditieren, wodurch die Beschäftigung mit den eigentlichen Themen überflüssig wird, da ja die Grünen dann generell nicht mehr wählbar sind und dann doch eigentlich alles so bleiben kann, wie es jetzt ist, weil ja die Kanzlerkandidatin auch keine perfekte Person ist – was Frau Baerbock wahrscheinlich auch nie von sich behauptet hat.

27 Juni 2021

27.06.2021: Sport ist politisch!

Es ist Wochenende, schönes Wetter, keine Pandemie, ein Stadionbesuch mit einem Freund, das Fußballspiel läuft bereits und im Hintergrund lässt ein besoffener Kerl seinem Frauenhass freien Lauf, indem er die Schiedsrichterin sexistisch beleidigt. Ein leider immer noch normales Bild in den Fußballstadien, welches in den letzten Jahren häufiger mein Stadionerlebnis ruiniert hat! Frauenhass, Rassismus, Abwertungen, all das hat im Stadion seinen Platz und weil dem so ist, ist Sport – in unserem Fall Fußball – auf jeden Fall politisch!

Wie sollte ein Ort, an dem sich regelmäßig hunderte, gar tausende von Menschen treffen, auch unpolitisch sein? All die Gespräche vor, während und nach dem Spiel sind auch von politischen Ansichten geprägt. Da werden alte Rollenbilder vermittelt, wird über die Arbeit gesprochen, über das Ausbeutungsverhältnis und wie schlecht sich der Stadienbesuchende doch behandelt fühlt. Auch das Klima wird im Stadion zum Thema, so wie viele andere politische Themen eben auch. Und so ist so ein Stadion ein Ort, an dem Diskutiert wird, an dem Meinungen ausgetauscht werden, was alles auch zum eigenen politischen Meinungsbild beiträgt. Ich gehe davon aus, dass das auch bei anderen Sportarten der Fall ist und da der Sport hier die Ursache für das Aufeinandertreffen all dieser Menschen ist, ist der Spruch, dass der Sport unpolitisch ist und dies auch bleiben soll, absolut lächerlich!

Menschen, die das Stadion und den Sport, der darin stattfindet, als unpolitisch definieren wollen, haben meist nur die Angst, dass ihnen hier Räume verloren gehen könnten, in denen sie ihr eigenes politisches Gedankengut verbreiten können. Denn auch das ist in Stadion möglich, denn natürlich gibt es hier auch Menschen, die noch keine starke politische Meinung entwickelt haben, die noch beeinflussbar sind und somit auch offen für Weltbilder und Rollenbilder von gestern und vorgestern. Diese Räume gehen verloren, wenn Vereine plötzlich politische Werte in den Vordergrund stellen. Wenn sie also plötzlich gegen Homophobie aufstehen, verlieren Menschen mit homophoben Ansichten ihren Agitationsplatz im Stadion, weil die Werte des Vereins natürlich auch von den Fans als deren Werte aufgegriffen werden. Nicht von allen natürlich, aber von einem Großteil und so wird auch der Widerspruch größer, den bestimmte Positionen im Stadion erfahren und zusammen mit dem größer werdenden Widerspruch schrumpft der Agitationsraum für zum Beispiel homophobe Positionen.

Im Idealfall werden dann Werte wie Weltoffenheit, Toleranz – noch viel wichtiger „Akzeptanz“ – gegenüber anderen Lebensentwürfen und viele andere zu Universalwerten im Sport. Und wenn sie das im Sport sind, dann sind sie es auch irgendwann in der Gesellschaft und genau hier liegt die Gefahr für Konservative und all die anderen, die meinen, dass der Sport ein unpolitischer Raum wäre. Ihre Meinungen, ihr Fremdenhass, ihre Homophobie, ihr Frauenhass und all die konservativen Rollenbilder könnten plötzlich aus dem gesellschaftlichen Raum „Sport“ verschwinden und damit an Verbreitung und Akzeptanz in der Gesellschaft verlieren.

Eine Utopie, von der wir noch weit entfernt sind. Noch immer werden Menschen rassistisch, sexistisch und homophob in Sportstadien beleidigt. Noch immer werden alte Rollenbilder transportiert, wird Frauenhass gelebt, aber es Entwickeln sich Werte, die eine Veränderung angestoßen haben und das ist nur möglich, weil Sportstadien eben doch ein zutiefst politischer Raum sind, in dem Gesellschaftsteile aufeinandertreffen, die sich sonst nie getroffen hätten und somit auch nie die Chance gehabt hätten, ihre politischen Ansichten miteinander auszutauschen.

Und natürlich geht es auch ums Geld, wenn bestimmte Menschen den Sport als unpolitisch Brandmarken wollen. Das ist aber ein anderer Aspekt, ein anderer Artikel, der vielleicht schon geschrieben ist oder noch geschrieben werden muss, um den es hier im Artikel aber nicht geht.

22 Juni 2021

22.06.2021: Erstimpfung, eine Woche danach …

Weltzeituhr am Alexanderplatz in Berlin

Meine Impfung ist jetzt knapp eine Woche her und ich bin ja ziemlich enttäuscht! Auf Twitter und Mastodon habe ich von den vielen Nachwirkungen gelesen, durch die die Leute sogar teilweise für drei Tage arbeitsunfähig waren. Ich hatte mir letzte Woche Mittwoch schon ausgemalt, wie schön ich über die Impfung jammern werde, nur weil das ja irgendwie dazu gehört und dann? Dann war da die letzten sechs Tage so überhaupt nichts! Ein paar Schmerzen im Arm, ja, aber nichts, was mich irgendwie an irgendwas gehindert hätte, nicht mal am Einkaufsbeutel tragen. Tatsächlich war die Hitze der letzten Tage sehr viel anstrengender, auch wenn die ebenso keinerlei körperliche Einschränkungen hervorruft, aber dennoch ist diese ganze Hitze, die die Klamotten dauerhaft feucht hält, wenn diese am Körper getragen werden, einfach nur unangenehm.

Ich habe also die letzten sechs Tage auf Kopfschmerzen gewartet, auf einen bewegungsunfähigen Arm, zumindest aber auf ein wenig Fieber, es kam aber nichts! Ich kann mit all dem also nicht angeben, kann nicht über meinen heldenhaften Umgang mit all den Nebenwirkungen berichten, weil es sie einfach nicht gab. So muss ich die Hoffnung dann also wohl auf die zweite Impfung richten, vielleicht bekomme ich durch diese ja noch eine Heldenerzählung hin, die ich meinen Nichten und Neffen dann später einmal erzählen kann!

Und wenn nicht? Dann ist auch gut! Ich hatte ja tatsächlich noch nie Probleme mit Impfungen. Ich kann zwar die Nadeln nicht sehen, schaue also lieber die Wand an oder die Decke, aber ansonsten war bisher immer alles gut und wenn das so bleibt, dann ist das noch viel besser als irgendeine Heldenerzählung vom Fieberkrampf, der mich drei Tage lang ans Bett fesselte – fesselt ein Fieberkrampf einen ans Bett? Und notfalls, wenn Heldenerzählungen doch cool werden, dann kann ich mir ja ein paar Nachwirkungen von Twitter klauen, mixe das ganze noch mit Horrorerzählungen von Impfgegnern und Querdenkern und erzähle das dann, in der Hoffnung, dass niemand diesen Blogartikel hier liest 😉 …