26 November 2018

Das digitale Leben verlieren?

Ich muss ja ehrlich sein, ich habe schon ein wenig Angst, dass irgendwann all meine digitalen Daten weg sind. Ich sitze mindestens einmal in der Woche da und überlege mir, wie ich meine Datensicherung noch verbessern kann. Und mit sichern meine ich tatsächlich, dass ich die Datenträger auch hier bei mir habe und nicht irgendwo anders. Soll heißen, Daten, die in der Cloud liegen, – ja, ich nutze durchaus auch Clouddienste – fühlen sich für mich nicht sicher an. So ein Cloudanbieter kann ja irgendwann mal seine Tore schließen oder ich habe keinen Zugriff mehr, weil durch irgendwelche internationalen Konflikte das Internet nicht mehr funktioniert, bzw. nur noch regional verfügbar ist. Haltet mich für paranoid, aber die derzeitige Entwicklung, die Tendenzen nach rechts und zurück zu mehr Abschottung, verstärken diese Ängste nur noch.

Und wenn da irgendwann nichts mehr ist?

Aber meine Angst ist ja immer noch, dass irgendwann all meine Daten weg sind. Was ist dann? Wenn all die Texte die ich geschrieben habe, all die Bilder, die ich gemacht habe, weg sind? Was bleibt dann am Ende vom digitalen Leben übrig? Ich kann da irgendwie nicht loslassen, will mir gar nicht vorstellen, wie das ist. Und doch kann es jederzeit passieren!

Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr auch solche Ängste? Oder habt ihr gar keine Probleme damit, eure digitalen Schätze loszulassen? Mich würde tatsächlich einmal interessieren, ob nur ich so verrückt bin, ob nur ich die Ängste habe, dass mein digitales Leben verloren geht?

Habt ihr Angst euer digitales Leben zu verlieren?

View Results

Loading ... Loading ...

Ich bin auch ehrlich. Mich nervt das ein wenig. Irgendwie wünsche ich mir manchmal, dass ich nicht so viel im Internet machen würde. Dann überlege ich mir, ob ich nicht all meine Texte einmal so aufarbeiten sollte, dass ich sie in einem Buch veröffentlichen kann. Dann wären die Dinge immer greifbar, immer erreichbar für mich. Obwohl so ein Buch ja auch verloren gehen kann, aber wenn ich so schaue, wie alt so einige Bücher sind, dann würde mich das wahrscheinlich schon ein wenig beruhigen.

21 November 2018

Skurrile Texte: Gedanken fangen

Vor dem Computer sitzen, überlegen, welches Thema gerade interessant genug wäre, um darüber zu schreiben. Podcasts hören, nur halb zuhören. Irgendwas mit Kreativität, irgendwas mit Nachhaltigkeit, was eben so die Themen der Zeit sind. Überlegen, grübeln, auf Twitter hin und her scrollen. Tweets lesen, sich darüber aufregen, lachen, ärgern. Nebenbei ein wenig auf Amazon schauen, zum Thema Nachhaltigkeit natürlich, wiederverwendbare Obstnetze ansehen, sich fragen, warum diese aus Baumwolle und nicht aus Hanffasern sind, zumindest teilweise, weil Baumwolle jetzt ja auch nicht so berauschend für den Umweltschutz ist, wenn sie aus dem konventionellen Anbau kommt.

Vor dem Computer sitzen, überlegen, wie viel Sinn es noch macht Blogs zu betreiben, wenn einem so viele Themen interessieren, aber nicht die Motivation da ist, sich damit tiefer zu beschäftigen, um darüber Blogartikel schreiben zu können. Das Studium weit wegschieben, obwohl die nächsten Einsendeaufgaben schon vor der Tür stehen. Einfach nur noch Twitter folgen, Menschen verfolgen, Gedanken aufnehmen, zustimmen, ablehnen, aufregen.

Durch die Wohnung laufen. Überlegen, wie die eigene Kreativität gefördert werden kann. An die Zukunft denken, die Gegenwart vernachlässigen. Wahrnehmen, dass der Podcast weiterhin im Hintergrund läuft. Überlegen, was der mit Kreativität zu tun hat. Auf Twitter schauen, Bilder anklicken, Politiker stalken, Gedanken finden, zustimmen, ablehnen, aufregen.

Einfach was schreiben, Gedanken einfangen. Versuchen zu formulieren. Gedanken entdecken, weiter denken, verlieren. Auf Twitter gehen, Gedanken klauen, Gedanken verwerfen. Gedanken zustimmen. Gedanken ablehnen. Aufregen!

Feedreader öffnen. Blogartikel lesen, Blogartikel überspringen. Langweiliges gleichförmiges Bloggen um Klicks zu generieren. Spannende Themen finden, einfangen, nachdenken, aufregen. Antworten im Kopf formulieren, Antworten im Kopf verwerfen, Antworten neu formulieren, länger darüber nachdenken, wieder verwerfen. Kommentare schreiben, absenden, sich über den misslungenen Satzbau aufregen, Rechtschreibfehler zählen, noch mehr aufregen. Längeren Blogartikel planen, unter „Später noch bearbeiten“ speichern, nie wieder ansehen.

Weiter springen, hüpfen von Blogartikel zu Blogartikel, wichtige Themen teilen, wissen, dass die Reichweite gering ist. Dennoch weiter teilen, weiter geben. Gedanken sortieren. Hoffen, dass es doch was bringt.

Vor dem Computer sitzen. Schreiben, Schreiben, Schreiben. Gedanken sammeln, Gedanken formulieren, verwerfen, weiter schreiben. Viel sagen, ohne etwas zu sagen. Wenigstens überhaupt was sagen, irgendwas schreiben. Ausformulieren, überdenken, weiter denken, ablenken.

18 November 2018

Wenn du um 15 Uhr schon wieder müde bist …

Um 15 Uhr schon wieder total müde zu sein, liegt entweder daran, dass der Körper eine Erkältung oder sonst irgendeine Krankheit ausbrütet, oder es liegt an einem sieben Monate alten Kater, der zwar auch gerne schläft, aber nicht zu den Zeiten, wo mensch selbst gerne schlafen würde.

Ein solcher Kater wird meist dann aktiv, wenn der Mensch inaktiv wird, er also gerade ins eigene Bett gehen möchte. Dann wird für den Kater alles zu einem riesigen Spielplatz. Der Schreibtisch, auf den er nicht rauf soll, die Pflanzen, die er aus irgendeinen Grund nicht leiden kann und die er deswegen permanent angreift. Auch die Regale, die Bücher, Tische und was es noch so gibt, sind nicht sicher, eignen sich super, um Krach zu machen und den Menschen wach zu halten.
Dann wären da noch die Taschentücherpackungen, die der Kater absolut liebt und gerne auseinander nimmt, sobald er die Chance dazu hat. Warum auch immer er das tut?

Genügend Dinge also, die den Menschen am Einschlafen hindern! Irgendwann ist so ein Kater dann aber auch müde und legt sich ins Bett, allerdings nicht solange, wie es der Mensch gerne hätte, und so geht es dann um fünf Uhr schon weiter. Vier bis fünf Stunden schlaf reichen für so einen Kater. Vier bis fünf Stunden schlaf müssen also auch dem Menschen reichen.

Dann muss wieder Zeit sein fürs spielen und wenn der Mensch nicht will, dann werden halt die Füße angegriffen, oder die Pflanzen, oder die Kopfhörer oder jeder andere Gegenstand, der irgendwie heil bleiben sollte, wodurch der Mensch aus seinem Bett aufstehen muss, um den Kater von seinen zerstörerischen Spielen abzuhalten.

Und wenn das Werk erledigt ist, der Mensch aus seinem Bett vertrieben wurde, dann ist für den Kater Zeit das erste Nickerchen einzulegen, natürlich erst, nachdem er sein Frühstück zu sich genommen hat.

Und so kommt es dann, dass mensch selbst um kurz nach 15 Uhr in einem Café sitzt und total übermüdet ist, während er einen Cappuccino trinkt und versucht, sich auf ein Buch zu konzentrieren.

3 Juli 2018

Das Meer

Wenn es still daliegt, es nur leichte Wellen schlägt, es ruhig eine Decke über all das legt, was sich in ihm verbirgt, dann sieht das Meer Kilometerweit gleich aus, friedlich. Es hat aber auch eine andere Seite, die Stürmische, das alles verschlingt, wenn es die Chance dazu bekommt.

Ich wohne gar nicht am Meer, ich wohne in Berlin, weit weg vom Meer. Den weiten blauen Horizont, den habe ich bisher nur selten gesehen. In Spanien für ein paar Wochen und in Dänemark. Und doch ist es so faszinierend, so verlockend, so geheimnisvoll. Unter seiner Oberfläche versteckt es Welten voller Schönheit. Schönheit, die wir nicht verstehen, weil wir sie nicht sehen und greifen können. Deswegen zerstören wir diese Welten, nutzen sie als großen Müllplatz, fordern Gesetze, um es zu ändern, ändern aber nichts, ohne Gesetze.

Das Meer verspricht Freiheit, kann es aber nicht halten, weil es kein Lebensraum für uns Menschen ist. Es kennt keine Grenzen und grenzt dennoch ab. Es versperrt den Zugang zu Wohlstand und es schützt den Wohlstand. Ungewollt! Das Meer kennt diese Begriffe nämlich nicht. Das Meer hat keine Werte, kennt kein Gut und auch kein Böse. Es gibt Leben und es nimmt Leben.

Der Mensch kennt Werte, er gibt sich Werte, er besteht auf Werte, um diese Werte dann regelmäßig zu vergessen. Er lässt diese Werte im Meer ertrinken, weil er nicht unter die Oberfläche sieht, weil er nicht die vielen faszinierenden Welten sieht, die dort auf dem Meer zusammen mit den Werten ertrinken. Der Mensch sieht nicht, was er nicht sieht. Er sieht nur seinen eigenen Egoismus, verliert dabei die Menschlichkeit, schmeißt sie ins Meer, wie den Plastikmüll und wundert sich dann, wenn es irgendwann als etwas giftiges zurückkommt. Eine Welle voller Gift und Hass!

Das Meer ermöglicht Leben. Es bringt die Voraussetzungen für all das Leben auf unserem Planeten. Das Meer versteckt Welten, es trennt Welten und verspricht dennoch Freiheit. Das Meer ist wie das Leben, denn auch wenn es an der Oberfläche gleich aussieht, so verstecken sich doch darunter so viele verschiedene, faszinierende Welten, wie sich auch in jedem Lebewesen faszinierende Welten unter der Oberfläche verstecken.

Beitrag zur Blogparade „Europa und das Meer“

30 September 2017

Ein Jahr ist es jetzt her …

Es ist jetzt ein Jahr her. Vor einem Jahr bist du freiwillig von uns gegangen, hast uns hier alleine gelassen. Für mich ist es immer noch nicht greifbar! Ich sehe dich immer noch, wie du hier mit uns Dart spielst, wie du die Pfeile mit so viel Kraft auf die Dartscheibe wirfst, sodass ich denke, dass da gleich ein Loch in der Dartscheibe und der Tür ist. Mich verfolgt das Bild, wie du im Sarg liegst, du dich nicht bewegst. Das letzte Bild von dir, bevor du für immer verschwunden bist.

Das Bild passt nicht! Es ist für mich nicht in Einklang zu bringen mit dem Jungen, der mit Marmelade im Gesicht fröhlich am Tisch sitzt und strahlt, der mit mir Dragonballs schaut. Du bist weg, ich weiß es und doch will ich es auch nach einem Jahr nicht glauben. Auch nach einem Jahr sitze ich da und muss mir die Tränen aus dem Gesicht wischen, wenn ich an dich denke. Jeder Gedanke an dich tut weh, weil du fehlst, weil du nicht mehr da bist und weil es niemanden gibt, dem ich dafür die Schuld geben kann.

365 Tage bist du jetzt weg. Du hast dich davon gestohlen, einfach so! Nein, ich kann dir dafür keine Vorwürfe machen. Du hast das ja nicht gemacht, weil du anderen weh tun wolltest. Du bist gegangen, weil das Leben dir Schmerzen bereitet hat. Warum genau, das werden wir nie erfahren. Hättest du uns nicht wenigstens einen Hinweis hinterlassen können? Einen Abschiedsbrief? Ein paar Worte, warum du gegangen bist? Ein paar Worte, die das Begreifen leichter gemacht hätten? Die am Anfang vielleicht noch mehr Schmerz verursacht hätten, die aber dabei geholfen hätten, zu verstehen, warum du gegangen bist?

Du bist gegangen! Heimlich, still und leise hast du uns hier vor einem Jahr alleine gelassen. Und wir? Wir mussten weitermachen, das Leben weiterleben – mussten Funktionieren! Verdammt, um zu Funktionieren musste ich dich verdrängen, musste ich die Gedanken an dich verdrängen. Jeder Gedanke an dich brachte auch Tränen mit, Tränen, die ein weiter so verhindert hätten.

Wenn es nach dem Leben weitergeht, dann hoffe ich, dass du deinen Frieden gefunden hast. Ich hoffe wirklich, dass es dir gut geht auf deiner Wolke. Ich hoffe, dass du dich von den Qualen, die dir das Leben bereitet haben muss, befreien konntest und du glücklich bist, wenn es denn nach dem Leben doch weitergehen sollte. Wenn nicht, dann bist du auf jeden Fall befreit von dem, was dich kaputt gemacht hat.

Die Erinnerungen an dich werden nie vergehen, ich hoffe nur, dass sie irgendwann nicht mehr so wehtun. Ich hoffe, dass ich mich irgendwann an dich erinnern kann ohne dabei Tränen wegwischen zu müssen. Das ich die schönen Erinnerungen an dich genießen kann, ich vielleicht auch wieder über diese lachen kann. Ein Jahr ist dafür allerdings zu kurz, zwei Jahre wahrscheinlich auch, aber auch wenn es wehtut, ich werde weiterhin an dich denken.

30 Juni 2017

Saubere Lappen

“Könnten Sie mir bitte einen Lappen geben?”
“Klar”
“Nein, keinen der schon im Klo benutzt wurde. Hören Sie, keinen, der schon im Klo war …”

Klar, keiner der schon im Klo war, denke ich mir. Aber was denkt dieser Mensch eigentlich von mir? Das ich ihm einen Lappen gebe, den ich schon im Klo verwendet habe? Klar, könnte ich machen, aber das wäre ja zu meinem Nachteil, denn ich müsste dann wohl danach die Küche komplett desinfizieren, müsste den Kaffeevollautomaten mehrmals reinigen und desinfizieren, damit die nächsten Gäste nicht durch irgendwelche Keime krank werden. Aber anscheinend denkt dieser Mensch, dass mir das nicht Bewusst ist, oder egal, oder beides. Mir sind meine Gäste aber nicht egal, sie sollen sich wohlfühlen und nicht krank werden, sollen Spaß haben, sich auch entspannen können.

Eigentlich hätte ich große Lust unfreundlich zu werden, aber auch dieser Mensch ist ein Gast bei mir, auch er soll sich wohlfühlen und so bleibt dann halt einfach nur freundlich zu bleiben und dem Menschen einen Lappen zu geben – einen sauberen natürlich, einen, der in seinem Leben als Lappen noch nie Kontakt mit einer Toilette hatte, der schon immer und ewiglig für den Einsatz in der Küche gedacht war und ist.

Denken aber darf ich mir meinen Teil, darf mir Gedanken darüber machen, wie dieser Mensch über mich denkt. Anscheinend denkt er, dass ich Blöd bin, so zumindest kommt seine Aussage bei mir an. Ist das eigentlich schon eine gut versteckte Beleidigung? Eigentlich sind es schon jetzt viel zu viele Gedanken, die ich mir über diesen Menschen mache, aber so funktioniert Kommunikation. Eventuell war es nicht einmal böse gemeint, war es nur Verunsicherung, weil der Standort der Lappen eventuell blöd gewählt ist. Aber dennoch ist es ärgerlich, denn natürlich sind die Lappen sauber, sind sie gut und sicher Verstaut.

“Natürlich gebe ich ihnen einen sauberen Lappen …”, sage ich noch, und schon ist die Situation auch wieder beendet, das Nachdenken aber noch nicht.

29 Mai 2017

Alles hat ein Ende …

“Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei …”, so sang ich damals unter der Wäscheleine im Hof meines Opas. Auch meine Oma war damals noch dabei, ich war jung, ich liebte das Lied und auf dem Dorf, im Hof meines Opas, fühlte ich mich verdammt wohl. Da war der Garten, der immer genügend Karotten für mich hatte. Natürlich noch im Boden, aber wenn sie zu klein waren, wurden sie halt von mir wieder in den Boden gesteckt. Meistens waren sie aber nicht zu klein.
Da waren die Erdbeeren, die immer sehr viel besser geschmeckt haben, als die Erdbeeren, die es sonst gab. Außerdem ist frisch von der Pflanze eh immer besser. Der viel zu saure Rhabarber, die Stachelbeeren und all die anderen Dinge, die den Garten so interessant gemacht haben.

Dann waren da auch die Hasen und die Hühner. Ich liebte die Hasen und die Hühner. Ich liebte es, die Eier einzusammeln, ich liebte es, die Hühner zu füttern. Ich liebte das Dorfleben.

Alles hat ein Ende. Auch ein Leben. Das Leben von meinem Opa dauerte 94 Jahre. Es begann zwischen den beiden großen Kriegen, durchdauerte die DDR und ging auch in der BRD noch ein paar Jahrzehnte weiter. 11 Tage nach seinem 94 Geburtstag endete es dann.

Rückblickend habe ich viel zu wenig Zeit mit meinem Opa verbracht. Klar, als Kind war ich oft bei ihm, einmal sogar an Silvester, aber umso älter ich wurde, umso weniger Kontakt gab es. Das letzte Mal habe ich ihn im Oktober 2015 gesehen, davor lange 10 Jahre gar nicht und danach leider auch nicht mehr. Die Zeit rennt und sie lässt dabei Jahre manchmal wie Wochen vergehen. Oder sie stellt das Leben auf den Kopf, wie meines letztes Jahr im Oktober auf den Kopf gestellt wurde, macht andere Dinge für den Moment wichtiger.

Aber mein Opa war nicht einsam, er hatte auch in Mecklenburg, in seinem Dorf und in der Umgebung, viel Familie. Familie die ihn durchs Leben begleitete, auch wenn wie “Berliner” sooft nicht dabei waren und neben der Familie natürlich auch viele Freunde. Er hatte ein schönes Leben und bis zum Ende auch ein weitgehend selbstbestimmtes.

10 Mai 2017

Von Problem A über Problem B zu Problem C …

Um es kurz zu machen: Ich bin gerade etwas genervt!

Problem-Lösung-Problem-Bild

 

Ich möchte hier gerade eine Sache erledigen, aber so, wie wir es derzeit umsetzen können, ist es nicht optimal und das ist leider auch mit dieser Lösung nicht änderbar. Nun gäbe es eigentlich eine andere Lösung, die, wenn sie funktionieren würde, auch einfacher und schneller wäre, aber da sich irgendwo ein Fehler im Programm versteckt, funktioniert sie noch nicht. Eigentlich kein Problem, denn Fehler können behoben werden und wurden sie in dem Fall auch. Nur eben nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, sodass jetzt die einfachere Lösung zwar funktionieren würde, die Vorlage, die es für die Sache, die ich erledigen möchte, schon gibt, aber nicht mehr genutzt werden kann.

Jetzt hätte ich zwei Optionen. Option 1 ist, dass ich die Vorlage, die vorhanden ist, irgendwie in das neue Format übertrage, was am Ende bedeuten würde, dass ich die Vorlage noch einmal komplett neu in das neue Programm umsetzen müsste. Das kostet verdammt viel Zeit, da diese Vorlage auch wieder so gestaltet sein muss, dass sie auf unser Briefpapier gedruckt werden kann. Die Zeit also, die ich mir eigentlich ersparen wollte.

Option 2 wäre, dass ich die Sache so umsetze, wie es bisher immer gemacht wurde, und ich einfach mit der nicht optimalen Umsetzung lebe. Wäre einfach, würde mich jetzt nicht noch einmal Zeit kosten, sieht aber doch blöd aus, also in meinen Augen zumindest.

Mich ärgert und nervt das, weil es inzwischen so viele Möglichkeiten gibt, offene Dokumenten-Standards zu nutzen. Wäre das der Fall, könnte ich meine Vorlage einfach umwandeln und sie im neuen Programm nutzen. Es wäre so einfach, so schön, aber ist nicht! Selbst wenn ich mir jetzt die Mühe mache, und die Vorlage in das neue Format umsetze, wird das die Arbeit für alle anderen nicht erleichtern. Sie werden weiterhin mit ihren Programmen arbeiten, mit denen sie sich schon auskennen, weil sie einfach nicht die Zeit haben, sich in das neue Programm einzuarbeiten. Und ja, dass verstehe ich total und es wäre auch gar nicht schlimm, denn diese Programme können in offenen Dokumenten-Standards speichern, nur das bringt mich ja nicht weiter! Ich kann sie nämlich in dem Programm nicht nutzen …

Ich gehe jetzt Heulen, weil einfache Dinge immer so kompliziert gemacht werden …

Merken

11 November 2016

Alles Doof – Geschichten aus der Lounge

Sencha-Tee in der Teeschale

“Hmmm … das ist natürlich Doof!”, dachte ich mir eben, als mir ein Gast der Lounge erzählte, dass er keine Milch verträgt. Das ich bisher nicht selbst auf den Gedanken gekommen bin, dass ich in der Lounge mal einen Gast haben könnte, der auf irgendwas allergisch ist, ist natürlich auch Doof. Dadurch bin ich nämlich überhaupt nicht vorbereitet, habe nicht einmal einen Notfallplan in der Hand, um jetzt schnell etwas für diesen Gast tun zu können, und das ist deswegen Doof, weil ich natürlich möchte, dass sich jeder Gast in der Lounge wohlfühlt.

Ich habe jetzt Süßigkeiten hier, in denen überall Milch drin ist. Sowohl in den Keksen wie auch in den Schokoladenriegeln ist Milch und in der Kaufhalle, in der ich eben war, hatten sie keine Süßigkeiten, die für Menschen mit Laktoseintoleranz geeignet gewesen wären. Das ist natürlich auch Doof. Alles Doof irgendwie.

Allerdings, auch wenn es alles Doof ist, besteht dadurch auch die Chance jetzt etwas zu ändern. Wir müssen schon bei der Organisation der Veranstaltungen die Möglichkeit bieten, uns über Allergien der Gäste zu informieren. Wir haben ja bereits eine Wunschliste, und diese kann natürlich um diesen Punkt erweitert werden. Ob mir dann auch alle relevanten Allergien mitgeteilt werden, ist dann natürlich nicht sicher, aber es gibt eben auch Dinge, die ich selbst nicht beeinflussen kann. Die anderen, an denen ich was machen kann, sollte ich aber angehen, denn eine Allergie darf nicht dazu führen, dass ein Gast sich nicht wohl fühlt bei uns in der Lounge. Eine Allergie soll nicht zu einer Art Ausgrenzung führen, denn auch das wäre total Doof.