Warum bloggen wir eigentlich? Geht es wirklich nur um die Mitnahme von Klicks, wenn ein aktuelles Ereignis es ermöglicht, oder geht es uns um den Austausch, ganz ohne den Katastrophen-Voyeurismus?
Ich finde ja, gerade wir Blogger*Innen haben Zeit. Wir müssen nicht tagesaktuell auf Ereignisse reagieren, wir können warten, bis es eine gesicherte Informationsbasis gibt.
Mir ist klar, dass das Schreiben Therapie sein kann. Es hilft dabei, den Kopf freizubekommen, um Gefühle zu verarbeiten. Doch zwischen Schreiben und Veröffentlichen liegt schon noch ein gewisser Weg. Jeder kann und soll sofort schreiben, wenn es dabei hilft, Dinge zu verarbeiten. Das Geschriebene muss aber nicht sofort veröffentlicht werden, auch wenn dadurch vielleicht ein Gefühl der Befreiung entsteht.
Wir haben die Zeit, wir müssen nicht die optimale Anzahl von Klicks generieren und deswegen möglichst zeitnah auf Ereignisse öffentlich reagieren. Dafür gibt es Journalist*Innen, die auf ihren Medien einen gewissen Informationsauftrag erfüllen sollen. Für Blogger*Innen besteht ein solcher Auftrag nicht, wir können Dinge sacken lassen, können Informationen sammeln und dann informiert auf Ereignisse reagieren. Druck ablassen auf Social-Media-Kanälen ist okay, in einem Blog kann dann aber mit Abstand reagiert werden, auch wenn der Mainstream dann schon wieder ganz andere Geschichten durchs Dorf treibt.
