Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Es ist wieder soweit. In Berlin fällt der erste Schnee, der schon seit Tagen angesagt ist und die Berliner S-Bahn bricht wieder total zusammen. Eigentlich auch nichts Neues, darauf hätten sich die Berliner ja vorbereiten können.

Aber zurück zur S-Bahn. Mich interessieren die neuen Ausreden, ich möchte mir wieder anhören, was man alles falsch gemacht hat und ich möchte mir wieder anhören, dass man das beim nächsten Mal besser macht. Und dann kann man ja gleich die nächste Werbeaktion starten, dann kann man wieder Kunden an sich binden, die sich dann die nächsten 12 Monate von der S-Bahn verarschen lassen müssen. Okay, dafür müssen diese ja auch weniger Zahlen, aber liebe S-Bahn, den Dezember gratis fahren bedeutet nicht, dass man den Dezember wieder nur eingeschränkt fahren kann. Und die Veraschung der Kunden, die kein Abo haben, die sich ihre Monatskarten Monat für Monat kaufen geht somit auch weiter. Was nutzen einen 15. Tage kostenlos fahren, wenn dies durch ein bisschen Schnee unmöglich wird?

Liebe S-Bahn, eigentlich solltet ihr gleich aufgeben – stellt den Betrieb doch einfach ein und sagt den Kunden, dass sie dennoch für euch zahlen müssen, eine erbrachte Leistung scheint dafür ja nicht notwendig zu sein. Oder wollt ihr euch dann wieder entschuldigen? Wollt ihr noch mal eine Werbeaktion starten, die überhaupt nicht wirklich für den entstandenen Schaden entschädigt?

Eigentlich müssten alle Berliner, die zurzeit noch zur S-Bahn gehalten haben, diese Berliner müssten, sobald es möglich ist, aufs Rad umsteigen. Nur so kann man sich den ärger ersparen und nur so zahlt man nicht für etwas, was man am Ende nur eingeschränkt in Anspruch nehmen kann.

Ich verstehe jeden Busfahrer, der heute seinen Bus verspätet durch die Straßen fährt. Diese sind aber eben noch nicht freigeräumt und eine S-Bahn fährt nun einmal nicht auf der Straße. Wahrscheinlich sind sogar noch alle Autofahrer früher auf Arbeit, obwohl die Straßen alle noch eingeschneit sind.

Liebe S-Bahn, so kann es doch nicht weitergehen! Sind euch eure Kunden wirklich so egal? Braucht ihr sie nicht? Habt ihr genügend Abonnenten an euch gefesselt, mit eurer Werbeaktion, die als Entschuldigungsaktion getarnt war? Habt ihr genügend Menschen gefunden, die euch noch ihr Geld in den Rachen werfen, um dann keine Leistung zu erhalten? Ich glaube schon! Und das ist eigentlich traurig. Kein Unternehmen kann es sich leisten so mit seinem Kunden umzugehen, aber ihr könnt es, nur weil es keine wirklichen Alternativen gibt.

So liebe S-Bahn, jetzt habe ich mich genug aufgeregt, ich habe meinen Entschluss gefasst. Ich werde nächstes Jahr wieder aufs Fahrrad umsteigen, nachdem ich wieder eines habe. Und für den Winter werde ich mir eine Fahrgemeinschaft organisieren, mit der ich dann dort hinkomme, wo ich hin will. Ich weiß, dass interessiert euch nicht, ihr habt ja genügend Kunden und Steuergelder bekommt ihr auch genug, aber ich hoffe, dass sich auch viele andere Kunden dafür entscheiden – Kunden, die sich noch kein Abo geholt haben.

In Berlin herrscht ja zur Zeit das totale Chaos bei der Stadtbahn. Die S-Bahn, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, hat 2/3 der eigenen Bahnen in Depot. Einige Strecken werden gar nicht mehr bedient, andere nur noch im 20 Minuten Takt. Für viele Berliner ist es eine Qual zur Arbeit zu kommen, sie brauchen länger, die Bahnen sind voll und das Chaos-Management der Bahn viel zu langsam. Nun bin ich aber der Meinung das die Bahn einiges mehr für ihre Kunden machen könnte.

Zum einen hat die Bahn einen Service wo sie Fahrräder verleiht. Diese Räder könnten die Bahn den Berliner S-Bahn Kunden für die Zeit der eingeschränkten S-Bahn Strecken, kostenlos zur Verfügung stellen. Viele könnten dann locker vom Ostbahnhof zum Alex kommen oder zu den anderen Stationen die nicht mehr angefahren werden. Dadurch wäre auch das Problem mit den Fahrrädern gelöst, die zur Zeit nicht mitgenommen werden dürfen. Und nicht nur der Kunde hätte etwas davon, sondern auch die Bahn, denn eine bessere Werbung für ihre City-Bikes kann die Bahn doch gar nicht haben. Also liebe Bahn, gebt die Räder frei, wenn ihr schon nicht die Bahnen fahren lassen dürft. Eine kurze Anmeldung auf eurer Seite ist ja nicht das schlimmste und den Leuten wird euer Service bekannter.

Natürlich gibt es auch Fahrgäste die nicht unbedingt selber Rad fahren können, aber auch das sollte kein Problem sein. Denn es gibt ja auch Velotaxis. Soll die Bahn sich doch mit einem Unternehmen zusammen tun, welche diesen Service in Berlin anbietet und diesen eine Summe dafür bezahlen, dass sie die Strecken zwischen den nicht mehr angefahrenen Stationen kostenlos abfahren und Personen befördern.

Liebe Bahn, ihr seht es ist noch Luft nach oben und ihr könntet eure Kunden doch noch einen besseren Service bieten als ihr es jetzt macht.