Juni 14 2018

Kriegsschauplatz Straßenverkehr

Der Straßenverkehr in Berlin ist ein Kriegsschauplatz. Dieser Satz liegt mir jetzt schon mehrere Wochen auf der Zunge und ich wollte schon lange einen Artikel dazu schreiben. Ein Kommentar im Tagesspiegel ist es jetzt, der aus dem passiven Wollen ein aktives Schreiben macht. Deswegen, weil der Kommentar nur eine Facette des Problems aufgreift, der durchaus richtig ist, aber eben vieles ausblendet.

Ich bin Fußgänger, Radfahrer und ab und an auch Autofahrer in Berlin. Ich bekomme aus allen drei Perspektiven mit, wie sich andere Verkehrsteilnehmer benehmen und wie wichtig es dadurch wird, nicht immer auf sein Recht zu bestehen, weil das sonst zu Unfällen führen würde. Wenn ich an einer Ampel zum Beispiel langsamer anfahre, weil ich sehe, dass dort noch jemand unbedingt abbiegen muss, obwohl seine Ampelphase schon längst wieder auf Rot ist. Der Autofahrer neben mir aber nur noch Routinen ablaufen lässt, bei Grün voll beschleunigt und den Unfall mit dem Abbieger dann nur mit sehr viel Glück verhindern kann. Dann sehe ich da diesen Kriegsschauplatz. Der eine will ein wenig Zeit sparen und Riskiert dabei sein Leben und das Leben eines anderen und eben dieser andere will unbedingt auf sein Recht bestehen, und riskiert dadurch ebenfalls sein Leben.

Oder ich stehe mit dem Fahrrad an der roten Ampel und schaue allen anderen Radfahrern dabei zu, wie sie eben diese rote Ampel ignorieren. Und das machen sie nicht nur, wenn sie alleine auf dem Fahrrad sind, nein, sie machen es auch, wenn noch ein Kindersitz am Fahrrad montiert ist, in dem dann meist auch ein Kind sitzt. Und es sind nicht nur rote Ampeln, es sind auch die Situationen, wo unbedingt noch vor einer Straßenbahn die Schienen überquert werden müssen.

Oder ich stehe als Fußgänger an der Ampel, habe eigentlich schon Grün und kann dennoch nicht über die Straße gehen, weil es da Radfahrer gibt, die selbst dann nicht abbremsen, wenn andere Vorrang haben.

Was nutzen mehr Warnsignale, wenn sie ignoriert werden?

Ich könnte noch vieler solcher Dinge aufzählen. Dinge, die mich Kopfschüttelnd zurück lassen, weil diese Ignoranz und diese Selbstsucht mich irritiert. Es geht meist um ein paar Sekunden, die diese Menschen schneller sind. Für ein paar Sekunden riskieren diese Menschen ihr ganzes Leben. Ein paar Sekunden schneller, wenn alles gut läuft und ein paar Jahrzehnte weniger Lebenszeit, wenn es dann doch schief geht. Da werden Ampeln ignoriert, Vorfahrtregeln missachtet und andere Menschen gefährdet, nur weil dadurch ein paar Minuten Zeit eingesparrt werden können.

Und dann ist halt die Frage, was mehr Warnsignale bringen sollen, wenn sie am Ende eh ignoriert werden?

Mehr Sicherheit würden sie nur bedeuten, wenn sie respektiert werden. Wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten, wenn Menschen konzentriert und achtsam am Straßenverkehr teilnehmen und auch die Rechte der anderen Verkehrsteilnehmer respektieren. Dann würden sie mehr Sicherheit bedeuten.

Und auch ohne neue Signale könnte mehr Achtsamkeit für mehr Sicherheit sorgen. Wenn ich als Radfahrer zum Beispiel weiß, dass LKWs einen toten Winkel haben, dann ist es eben sicherer an der Ampel hinter dem LKW zu bleiben, besonders dann, wenn dieser auch noch signalisiert, dass er abbiegen möchte. Dann muss ich halt im Notfall noch eine zweite Rotphase abwarten, aber dafür habe ich dann noch ein paar Jahrzehnte meines Lebens vor mir. Der Zeitgewinn, für den wir dort unser Leben riskieren, ist meist marginal.

Vorbild sein

Im Artikel geht es um die beiden Kinder, die innerhalb eines Tages in Berlin ihr Leben verloren haben. Das ist schrecklich! Aber schrecklich ist eben auch, dass das durch Fehlverhalten verursacht wird, welches ihnen täglich von den vermeintlich erwachsenen Verkehrsteilnehmern vorgelebt wird. Wie sollen Kinder das richtige Verhalten im Straßenverkehr erlernen, wenn sich ansonsten kein Verkehrsteilnehmer an die Regeln hält? Wie sollen Kinder sich fehlerfrei im Straßenverkehr verhalten, wenn sie an jeder Ampel sehen, wie andere Verkehrsteilnehmer bei Rot über die Ampel fahren oder gehen? Das funktioniert nicht! Nur dann funktioniert es eben auch dann nicht, wenn es mehr Warnsignale gibt.

Es ist schrecklich, dass dieser Krieg von Egoisten meist unschuldige Opfer fordert. Kindern kann kein Vorwurf gemacht werden, wenn sie sich von den Erwachsenen ein fehlerhaftes Verhalten abschauen. Erwachsene sind Vorbilder für Kinder und sie sollten sich eben auch so verhalten. Dieser Egoismus, der da im Straßenverkehr gelebt wird, der ist eben nicht nur für einen selbst schädlich, er ist es meist auch für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, nämlich für die Kinder.

Februar 7 2016

Fahrradwetter in Berlin

Radfahren in Berlin

Wisst ihr, da bin ich in der letzten Woche drei Mal mit dem Rad gefahren. Nur kurze Strecken von maximal 5 Kilometer. Das lohnt sich, denn die Temperaturen sind wieder in einem Bereich, die sogar eine längere Radtour zulassen würden. Nur, weil es ja so schön hätte sein können, also das mit meinem Rad und mir, hatte ich nach der dritten kurzen Tour gleich wieder einen Platten, und das, obwohl ich ein Gel im Schlauch habe, welches genau das verhindern soll. Nun, das beste Gel ist natürlich machtlos, wenn sich der Gegenstand, der das Loch verursacht hat, noch im Mantel befindet und das Loch natürlich immer wieder auf sticht.

Nunja, nun werde ich mir nächste Woche wieder die Zeit nehmen müssen, um den Mantel vom Rad zu machen, den Gegenstand zu suchen, der das Loch verursacht und diesen dann zu entfernen. Danach werde ich dann wohl so ein Band aus Plastik in den Mantel legen, welches das Eindringen von spitzen Gegenständen verhindert.

Leute, ich sage euch, Radfahren in Berlin macht nur dann Spaß, wenn deine Räder nicht den Boden berühren …

November 22 2015

Das war die Kalenderwoche 47 im Jahr 2015 ;)

Puh, ist es in Berlin kalt geworden. Ich konnte das praktisch seit Mittwoch live miterleben, denn ich habe vom Mittwoch an Flyer verteilt und täglich wurde es kälter. Mittwoch, Donnerstag und Freitag bin ich noch mit dem Fahrrad zum Messegelände gefahren, Samstag und Sonntag dann mit der S-Bahn, wobei ich mir am Samstag schon nach einer Station gewünscht hatte, doch mit dem Rad gefahren zu sein, aber das ist halt die Berliner S-Bahn, Berliner wissen glaube, was ich damit meine.

Das Flyer verteilen selbst war ziemlich lustig. Viele sind erst einmal ablehnend vorbei gegangen und sind dann, als sie merkten, worum es bei den Flyern eigentlich geht, noch einmal umgekehrt, und haben sich den Flyer dann doch mitgenommen. Andere versuchten seltsame Wege zu gehen, Wege, die nicht direkt an mir vorbei führten, die meisten mussten aber einsehen, dass ich strategisch klug stand und sie mir nicht ausweichen konnten.

Am Samstag habe ich einem Obdachlosen 20,- Euro gegeben, damit er seinen Hund nicht ins Tierheim bringen muss. Er hatte wohl die Auflage, seinen Hund einen Chip zu verpassen, doch dazu fehlte ihm das Geld. Ob die Geschichte wirklich stimmte, weiß ich natürlich nicht, aber wenn nicht, dann hatte er und der Hund zumindest ein warmes Abendessen, was irgendwie ja auch etwas wert ist.

Wo wir gerade bei dem Thema sind: Am Donnerstag wollte mir eine Frau 2,- Euro geben, weil sie dachte, dass ich im Fußgänger-Tunnel nach Geld bettle. Habe ich natürlich nicht, aber sie musste dann natürlich gleich einen Flyer mitnehmen.

Der Fußgänger-Tunnel am ICC wird übrigens auch immer dreckiger. Zum einen liegt das daran, dass dort Menschen schlafen, die keine andere wetterfeste Unterkunft haben und die dort in die Ecken pinkeln, weil es keine öffentlichen Toiletten gibt. Und zum anderen liegt es natürlich auch daran, dass die Stadt dort nicht regelmäßig reinigt. Dafür, dass Obdachlose dort übernachten, habe ich vollstes Verständnis, dass sie dort aber direkt hin pinkeln verstehe ich nicht, würde ich in meiner Wohnung ja auch nicht machen.

Und heute, am Sonntag, fiel dann der erste Schnee in Berlin. Er blieb zwar noch nicht liegen, dazu war es dann doch noch zu warm, aber er fiel. Wobei es zuerst Hagel war, zwar nicht wirklich schlimm, aber doch Hagel.

Insgesamt bin ich mit mir zufrieden, denn vor ein paar Jahren hätte ich noch keine Flyer auf der Straße verteilen können. Menschen so direkt ansprechen und ihnen den Flyer in die Hand drücken, dass ist schon etwas, wofür es Überwindung braucht, die ich vor ein paar Jahren noch nicht hätte aufbringen können, inzwischen ist das aber zum Glück kein Problem mehr, solange es um etwas Gutes geht.

November 21 2014

Wer viel sparen will, bekommt die Leistung, die er verdient.

Schule Berlin Lichtenberg

Ich bin derzeit ein wenig amüsiert. Grund hierfür sind die massiven Probleme in der Schulreinigung, die derzeit zumindest in Berlin auftreten. Toiletten, die tagelang nicht gereinigt werden. Staub, der überall herumliegt. Räume, die nicht gefegt werden. Und das Beste, Schulen, die für einen Tag geschlossen werden, damit die Lehrer die Schule selbst reinigen können.

Schule Berlin Lichtenberg

 

Wer ist schuld an den Problemen?

 

Amüsiert bin ich deswegen, weil die Stadt und die Bezirke hätten wissen können, dass günstigere Preise nur über die Anzahl der Stunden möglich sind, die den Reinigungskräften zur Reinigung der Schule zur Verfügung gestellt werden, bzw. für die die Reinigungskräfte bezahlt werden. In der Reinigungsbranche gilt nämlich ein Mindestlohn, somit sind die Stundenlohnkosten Fixkosten. Zusätzlich möchte ein Unternehmen auch noch Gewinn machen, und somit bleibt nur eine Variable, die gekürzt werden kann, und das ist die Anzahl der bezahlten Reinigungsstunden. Wenn der Senat, bzw. die Bezirke also bei der Ausschreibung sich das günstigste Angebot raussuchen, dann sollte ihnen bewusst sein, dass die Qualität der Reinigung darunter stark leidet.

Ich habe selbst schon als Reinigungskraft gearbeitet, und weiß daher, welcher Zeitdruck aufgebaut wird und dieser Zeitdruck wird nicht besser, solange niemand bereit ist, für die Reinigung einen angemessenen Preis zu zahlen. Er wird teilweise so groß, dass nur die gröbsten Verunreinigungen beseitigt werden können. Da passiert es dann auch, dass Räume mal ein-zwei Tage nicht gefegt oder gesaugt werden. Da passiert es auch, dass Tische nicht gründlich abgewischt werden und das auch Mal der Ein- oder andere Mülleimer nicht entleert wird. Wie auch, wenn gar nicht die Zeit dazu da ist?

Schuld am Problem sind also die Politiker, die meinen, dass die Reinigung immer günstiger werden muss. Wer andauernd spart, bekommt genau die Leistung, die er verdient und da ist es auch keine Lösung, wenn die Politiker strengere Kündigungsregelungen in die Verträge schreiben lassen wollen. Die Schulreinigung wird auch dann von Menschen durchgeführt, und Menschen haben, wie wir alle wissen, eine Belastungsgrenze, die auch nicht durch drohende Kündigungen außer kraft gesetzt werden kann! Vielleicht sollten die Entscheidungsträger einfach mal selbst eine Schule reinigen, vielleicht sollten sie selbst einmal sehen, dass das eine körperlich sehr anstrengende Arbeit ist und vielleicht merken sie dann auch, dass diese Arbeit nur dann zu schaffen ist, wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht.

Es ist also lächerlich, wenn sich die Politiker über die Reinigungsunternehmen aufregen, denn die Politik ist dafür verantwortlich, dass die Unternehmen immer niedrigere Preise anbieten. Somit sind auch die Politiker dafür verantwortlich, wenn die Qualität der Reinigung sinkt – nicht die Reinigungsunternehmen und schon gar nicht die Reinigungskräfte.

Oder sind die Politiker der Meinung, dass die Reinigungskräfte einfach noch ein-, zwei Stunden länger – unbezahlt – arbeiten, damit die Schule perfekt gereinigt ist?

Eine Lösung könnte es sein, dass sich die Politik einfach mal Expertenwissen ins Haus holt. Jemanden, der sich mit der Reinigung auskennt und der dann Mindestkriterien aufstellt, die ein Angebot eines Reinigungsunternehmens erfüllen muss, damit es überhaupt in die engere Auswahl kommt. Ein Mindestkriterium könnten zum Beispiel die Anzahl der Reinigungsstunden sein, die für das Schulgebäude einkalkuliert werden müssen. Dann fliegen zwar wahrscheinlich die günstigsten Angebote sofort raus, aber damit wäre die Qualität der Schulreinigung gesichert. Oder die Schulen beschäftigen die Reinigungskräfte direkt, dann wären die Reinigungsunternehmen außen vor, wodurch deren Gewinnspanne wegfallen würde.

Was es aber auf keinen Fall geben wird, ist eine gute Reinigungsqualität bei Niedrigpreisen!

September 5 2014

Abenteuer Radfahren in Berlin

Radfahren in Berlin

Radfahren in Berlin

 

Radfahren in Berlin, das kann schon ein ziemliches Abenteuer sein. Wie ich darauf komme? Nun, seit ein paar Wochen habe ich wieder ein Fahrrad, mit dem ich auch ziemlich oft unterwegs bin. Hach, wie habe ich das regelmäßige Radfahren vermisst, wie oft habe ich mich darüber geärgert, dass ich kein Fahrrad habe, weil ich gerne zu einer Veranstaltung fahren wollte, wie oft habe ich mich über die mangelnde Mobilität geärgert. All das ist jetzt Geschichte. Vorher habe ich mir für Touren immer mal ein Nextbike ausgeliehen, aber das war nicht die Lösung, weil die Ausleihstellen doch ziemlich weit weg waren und sich so eine spontane Radtour nie wirklich ergeben hat, aber auch das ist jetzt nicht mehr.

Doch zurück zum Thema. Nachdem ich jetzt ein paar Kilometer durch Berlin gefahren bin, ist mir wieder aufgefallen, wie abenteuerlich das ist. Da fehlt mal ein Stein im Fahrradweg, sodass Mensch ordentlich stürzen kann, wenn Mensch nicht richtig aufpasst. Ein anderes mal endet der Fahrradweg plötzlich, oder er ist einfach schon so alt, dass eigentlich jeder Abschnitt ein Abschnitt zum übers Lenkrad fallen ist. Hier und da liegen schöne Scherben aus Glas, weil einige Menschen zu viel Geld haben und Pfandflaschen gerne zertreten, oder die Bordsteinkante ist so schön, dass der kleinste Fehler dazu beiträgt, dass man sich auf die Schnauze packt. Kurz gesagt, an einigen Stellen in Berlin ist es nicht wirklich schön, mit dem Rad zu fahren. Dazu gehören auch Straßen, auf denen der Autoverkehr so stark ist, dass sich ein Fahrradfahrer nicht wirklich auf die Straße trauen sollte, die aber dennoch keinen Fahrradweg aufweisen.

Versteht mich nicht falsch, es gibt durchaus auch gute Fahrradwege und auch Straßen, auf denen das Radfahren superviel Spaß macht, aber das ändert ja nichts daran, dass es eben auch diese gefährlichen Stellen in Berlin gibt.

Ich persönlich finde ja, dass es in einer Großstadt wie Berlin ein gut ausgebautes Netz an Fahrradstraßen geben sollte. Und mit gut ausgebaut meine ich nicht nur, dass es viele viele Kilometer gibt, sondern dass diese Fahrradstraßen auch in einem guten Zustand sind. Das würde dabei helfen, mehr Menschen auf das Fahrrad zu bringen, wenn es um kurze Wege geht und es würde sich auch auf die Unfallzahlen positiv auswirken. Aber irgendwie scheint dafür nicht genügend Geld in den Kassen zu sein.

Fahrradfahren werde ich aber weiterhin, denn es macht mir immer noch verdammt viel Spaß und es erhöht meine Mobilität in Berlin.

April 13 2014

Ich fühle mich gerade richtig schlecht…

Ich fühle mich gerade richtig schlecht! Nicht, weil ich krank bin oder was Schlechtes gegessen habe, nein, ich habe am Freitag einen Termin verpasst, der so verdammt wichtig war. Am Freitag wollte ich um 11 Uhr eigentlich an der Demonstration zum ersten Todestag von Rosemarie Fliess teilnehmen und genau diese Demo habe ich verpasst. Ich Idiot!!!

Rosemarie Fliess ist vor einem Jahr in Berlin gestorben, nachdem sie, mit 67 Jahren, aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt wurde. Diese Zwangsräumung fand statt, obwohl es ein ärztliches Attest gab, welches bestätigte, dass die alte Frau dieser nicht mehr gewachsen ist. Zwei Tage später verstarb Frau Fliess in einer Obdachlosenunterkunft.

Rosemarie Fliess ist natürlich nur ein Beispiel von vielen, wenn auch ein verdammt tragisches, weswegen es wichtig gewesen wäre, wenn an diesem Tag sehr viele Menschen auf die Straße gegangen wären – also auch ich – um den Menschen die Augen zu öffnen. Die Profitgier und Unmenschlichkeit in unserer Gesellschaft trägt dazu bei, dass Menschen sterben. Sie sorgt dafür, dass Menschen vor den Trümmern ihres Lebens stehen, nur weil sie nicht mehr profitabel genug sind. Und genau dagegen muss endlich etwas unternommen werden!!!

Niemand sollte aus seiner Wohnung geräumt werden, nur weil der Vermieter finanzielle Interessen hat. Ja, sicher muss ein Vermieter auch von irgendwas leben, aber in einem solchen Fall sollte es doch möglich sein, dass ein Staat, der mit Milliarden Beträgen Banken rettet, die Miete zahlt, sodass der Vermieter sein Geld hat. In den meisten Fällen sind Mietrückstände eh nur ein vorgeschobener Grund, damit die Wohnungen schnell teuer weiter vermietet werden können. Und dann ist das noch das Hartz4-System, das mit seiner Sanktionspraxis auch dafür sorgt, dass Menschen ihre Miete erst verspätet zahlen können, wenn sie diese denn überhaupt zahlen können.

SOWAS DARF ES IN DEUTSCHLAND NICHT GEBEN!!! Wenn jemand seine Miete nicht mehr zahlen kann, egal aus welchem Grund, sollte der Staat dieses für ihn übernehmen – auch wenn es nur ein Darlehen ist, welches zurückgezahlt werden muss. Außerdem bin ich weiterhin der Meinung, dass Wohnraum kein privates Spekulationsobjekt sein darf, sondern dass es in staatlicher Hand gehört. Wohnraum ist für alle Menschen ein Grundbedürfnis und dieses darf nicht hinter Profitgier zurückstehen.

All das ändert aber nichts daran, dass ich am Freitag diesen wichtigen Termin verpasst habe. Ich möchte mich deswegen bei allen entschuldigen, die am Freitag auf die Straße gegangen sind und dort an Rosemarie erinnert haben, um auf die Unmenschlichkeit von Zwangsräumungen hinzuweisen.

Januar 25 2014

Glam Cola – die etwas andere Cola aus Berlin Kreuzberg

Glam Cola
Glam Cola

Stellt euch vor, ihr sitzt in Berlin-Kreuzberg in einem Cafe und wollt euch dort eine Cola bestellen. Auf der Karte steht aber nur die Glam-Cola, die ihr natürlich nicht kennt, aber ihr bestellt sie dennoch, weil ihr davon ausgeht, dass es dennoch eine normale Cola ist. Wenig später kommt die Bedienung wieder, und bringt euch ein Glas, in der sich eine durchsichtige Flüssigkeit befindet, die ihr natürlich erst einmal für Mineralwasser haltet. Das sagt ihr natürlich der Bedienung auch, die euch daraufhin freundlich anlächelt und sagt, dass es sich hierbei um die bestellte Glam-Cola handelt.

Glam Cola – koffeinhaltige Cola-Ingwer Limonade ohne Phosphorsäure

 

Ich war schon ein wenig überrascht, als ich die durchsichtige Cola im Regal stehen sah. Aber da ich neugierig bin, musste ich mir gleich einmal eine Flasche kaufen – und auch, weil mir die Cola empfohlen wurde. Ein wenig skeptisch war ich schon, bevor ich die Flasche öffnete, aber geschockt wurde ich vom Inhalt der Flasche nicht :-).

Was mir beim ersten Schluck gleich positiv auffiel, ist, dass die Limonade nicht so süß ist, wie normale Cola, aber das erklärt sich auch, weil die Glam-Cola keinen Zuckercouleur enthält. Dies bedeutet natürlich nicht, dass es sich nicht um eine süße Limonade handelt, aber sie ist nicht so extrem, wie bei anderen Cola-Limonaden. Wobei ich mir nach dem ersten Schluck auch nicht sicher war, ob die Limonade wirklich nach Cola schmeckt – eher erinnerte mich der erste Schluck ein wenig an Ingwer-Tee, was aber keinesfalls negativ ist.

Nachdem ich dann mehrere Schlücke getrunken hatte, konnte ich mir den Cola-Geschmack zumindest einbilden, auch wenn er nicht so intensiv ist, wie bei einer normalen Cola. Das liegt daran, dass die Glam-Cola keine Phosphorsäure enthält. Das merkt man natürlich am Geschmack, da ein wenig die Säure fällt, die bei normaler Cola vorhanden ist. Aber auch das wirkt sich auf den Gesamteindruck nicht negativ aus.

Insgesamt finde ich, dass die Glam-Cola erfrischend und interessant schmeckt. Und „interessant“ ist in diesem Fall nicht abwertend gemeint, sondern die Limonade schmeckt positiv interessant. Bedeutet natürlich auch, dass ich jedem empfehlen kann, diese Limonade einmal zu probieren. Ihr solltet natürlich offen an die erste Flasche herangehen.

Die Zutaten

 

Die Glam-Cola besteht neben Wasser aus natürlicher Fruchtsüße, Kohlensäure, natürlichem Aroma, Calciumlactat, Säuerungsmittel Citronensäure und 15 mg Koffein auf 100 ml Limonade.

Dezember 4 2013

Kältenothilfe mit Herz – Obdachlosen Essen und Zeit spenden

Kalt ist es draußen und dunkel. Der Regen fällt unbeeindruckt vom Himmel und die Autos fahren unbeirrt durch die Stadt. Es ist 18 Uhr, vor einem Lidl am Berliner Ostkreuz sammelt sich langsam eine kleine Gruppe von Menschen, nicht zufällig, nein diese Menschen haben an diesem Abend ein gemeinsames Ziel. Einige haben schwere Tüten bei sich, andere wollen einfach nur mithelfen und wieder andere gehen noch einmal in die Kaufhalle, um noch die letzten Zutaten für das Essen zu kaufen, welches sie gleich gemeinsam kochen werden.

Danach zieht die Gruppe weiter, in einen kleinen Unterschlupf, wo sie gemeinsam kochen können. Einige schnappen sich die Zwiebeln, andere die Karotten, um diese vorzubereiten. Gemeinsam macht kochen viel mehr Spaß und in der Gesellschaft vergeht auch die Zeit schneller, bis das Essen fertig ist. In der Zwischenzeit werden noch interessante Gespräche geführt, dann wird das Essen probiert, bevor es an die Obdachlosen in Berlin verteilt wird.

All dies geschieht jeden Mittwoch in Berlin. Organisiert wird das Ganze über Facebook, wobei die Kältenothilfe Berlin schon einen festen Kern hat. Aber natürlich sind auch neue Mitglieder immer willkommen – warme Klamotten und Zutaten für das Essen natürlich auch.

Nachdem das Essen gekocht ist, ziehen die Leute los. Im Gepäck haben sie das frisch gekochte Essen, warmen Tee, ein paar Brötchen und Kuchen, die ebenfalls gespendet wurden, und natürlich auch warme Klamotten und Decken, wenn welche gespendet wurden. Gemeinsam setzt sich die Gruppe der Kältenothilfe Berlin dann in die S-Bahn, mit welcher sie dann zum Beispiel zum Ostbahnhof fahren. Hier beginnt dann die Tour, obwohl es regnet und obwohl es verdammt kalt ist. Unterwegs verteilen sie das Essen dann an die Obdachlosen, die sie treffen. Ab und zu wird auch ein Gespräch geführt, denn ausgegrenzt werden Obdachlose schon von anderen.

Jeden Mittwoch bringen die Jungs und Mädels von der Kältenothilfe Wärme zu den Obdachlosen. Sie kümmern sich um diese Menschen, geben ihnen Zeit und Essen. Sie zeigen, dass auch im Kapitalismus sich Menschen noch um andere Menschen kümmern können – dass der Egoismus noch nicht gesiegt hat.

Juli 13 2013

Der Igel und die Dose

Zum Glück habe ich mich vorhin noch dazu entschieden, mit meinem Bruder etwas zu trinken zu kaufen. Hätten wir das nämlich nicht gemacht, dann hätten wir das folgende Video nicht machen können, wobei ich hier Glück hatte, dass mein Bruder sein Handy mit hatte. Meins lag, wie eigentlich immer, gemütlich auf meinem Schreibtisch. Auf jeden Fall führte uns unser Weg an diesen kleinen süßen Igel vorbei, der entweder Langeweile hatte, oder sein Revier aufräumen wollte. Dritte Alternative wäre, dass er zur Kaufhalle wollte, um Pfand zu bekommen 😉

 

Juni 19 2013

Bloggertreffen im Meisterschueler

Schöner Abend an der Spree im Meisterschueler
Schöner Abend an der Spree im Meisterschueler

Eigentlich trinke ich ja keinen Alkohol. Zum einen schmeckt mir das nicht wirklich und zum anderen gibt es da noch ein paar andere Gründe, warum ich das Zeug nicht mag. Am 10.Mai habe ich aber eine Ausnahme gemacht, denn da wurde ich zu einem gemütlichen Bloggertreffen im Meisterschüler eingeladen. Der Meisterschüler ist eine Cocktailbar in der Nähe des S-Bahnhofes Friedrichstraße. Der 10. Mai war übrigens einer der wenigen Tage im Mai, an denen wir schönes Wetter hatten, sodass das Treffen noch mehr Spaß gemacht hat.

Lillet Berry
Lillet Berry

Leicht schüchtern meldete ich mich am Tresen der Cocktailbar, da ich nicht wusste, wer die anderen Blogger waren, die sich dort versammelten. Diese saßen schon an einen Tisch zusammen, an den ich mich dann auch gesellte und wo ich dann den ersten und letzten Cocktail des Abends bekam – wie oben schon erwähnt, trinke ich ja eigentlich keinen Alkohol.

Kurze Zeit später verließen wir dann unseren Außenplatz, um uns in der Cocktailbar eine kleine Cocktailschulung anzusehen. Es ist schon interessant, was man aus Alkohol so alles machen kann und wie viele verschiedene Sorten „Alkohol“ es doch gibt. Nein, ich werde es hier jetzt nicht aufzählen, denn ich konnte mir das alles nicht merken. Die anderen Blogger waren da eindeutig die besseren Experten ;-). Interessant war die Schulung aber dennoch, denn es kommt ja nicht nur auf den Alkohol an, sondern auch auf das verwendete Mineralwasser und die anderen Zutaten, die noch zu einem Cocktail gehören.

Aber es ging nicht nur um die Cocktails, sondern auch um die Barkeeper selbst. Barkeeper bedeutet nämlich nicht nur, dass man die Cocktails zubereiten kann, die bestellt werden. Sondern ein Barkeeper muss dem Kunden, der sich mit Cocktails nicht so auskennt, Tipps geben können, welcher Cocktail zu ihm passt. Das schafft er, indem er dem Kunden ein paar kurze Fragen stellt, um herauszufinden, welche Vorlieben der Kunde hat. Ein guter Barkeeper geht also auf seine Kunden ein und lässt sie nicht mit der Cocktailkarte allein.

Nach der Schulung nahm ich mir die Zeit, um mir die Galerie anzusehen, die sich in der zweiten Etage des Meisterschülers befindet. Hier kann man, während man einen Cocktail trinkt, auch noch Bilder bestaunen, oder, durch die großen Fenster, die Schiffe auf der Spree beobachten. Im Sommer werden sich hier aber wohl die wenigsten Menschen aufhalten, denn im Außenbereich sind die Sitzmöglichkeiten so verdammt gemütlich, dass es eigentlich schon eine Schande wäre, sich dort nicht auszuruhen.

Dorthin begab ich mich dann auch, nachdem ich mir die Bilder angesehen hatte, um dort mit den anderen Bloggern noch ins Gespräch zu kommen. Dabei entstanden dann auch einige Fotos, die hoffentlich in der Zwischenzeit schon wieder gelöscht wurden, denn sie sahen grauenvoll aus ;-).

Insgesamt war es ein schöner Abend im Meisterschüler, auch wenn ich persönlich keinen Alkohol trinke. Damit aber kein falsches Bild entsteht, ihr könnt dort auch alkoholfreie Cocktails bestellen. Ich traf dort sogar einen Blogger, den ich schon seit Längerem auf Twitter kenne, und dessen Blog ich auch regelmäßig gelesen habe.

Eingang Meisterschüler
Eingang Meisterschüler