13.07.2026: Toleranz oder Intoleranz gegenüber Antidemokraten – was schadet wirklich unserer Demokratie?

In den letzten Tagen habe ich wieder vermehrt darüber nachgedacht, wem gegenüber ich Toleranz zeigen muss und warum es kein Widerspruch ist, wenn tolerante Menschen nicht immer tolerant sind. Auslöser war zum einen die Frage hier im Blog, ob ich für eine Allparteien-Koa gegen die AfD bin, welche unter dem Artikel „Auf den Abgrund starren“ gestellt wurde. Zum anderen aber auch die Diskussion darüber, ob es einer Demokratie guttut, wenn Parteitage von Antidemokraten blockiert werden. Nimmt die Demokratie dadurch schaden oder ist es nicht sogar ein notwendiger Akt, damit die Demokratie wehrhaft wird und bleibt? Ich weiß, auf den ersten Blick haben beide Fragen nichts mit Toleranz zu tun. Sie beschäftigen sich mit Demokratie, aber meine These ist: Demokratie ist nur mit toleranten Menschen möglich. | mehr

23.06.2026: LebensABC – P wie Politisch

„Du sagst, du willst die Welt nicht ändern“, singt Rio Reiser in seinem Lied „Wann?“ (Youtube). Er singt weiter: „und ich frag‘ mich, wie machst du das nur?“. Genau diese Frage ist es, die sich mir auch immer stellt, wenn wieder wer zu mir sagt, dass er nicht politisch unterwegs ist. Wenn er*sie politischen Gesprächen aus dem Weg geht, weil es unangenehm werden könnte. Aber das Leben ist politisch, wir alle leben zusammen in einer Gesellschaft, auf einem Planeten, den wir nicht einfach so verlassen können, wir sind „kein Geist in einer Flasche“ und wir sind garantierte auch „kein Loch in der Natur“! Entscheidungen, die wir treffen, Dinge, die wir tun oder nicht tun, beeinflussen auch meist die Gesellschaft, das Leben von anderen und sind somit zutiefst politisch und gestalten so auch die Welt, in der wir Leben. | mehr

12.01.2026: Demokratiestammtisch

Anfang letzten Jahres ging mir eine Idee durch den Kopf, die ich im Fediverse wie folgt beschrieben habe: Völlig dämlicher Gedanke ging mir durch den Kopf. Gedanke: Um Demokratie zu stärken, sucht sich jede Familie einmal in der Woche einen Termin für einen Familien-Demokratie-Stammtisch. Da wird über ein aktuelles Thema diskutiert, was ein paar Tage vorher festgelegt wurde, sodass jeder in der Familie die Zeit hat, sich über das Thema zu informieren, Quellen zu sammeln, diese dann natürlich auch zum #DemokratieStammtisch mitzubringen und dann wird in der ersten Runde am Stammtisch jedem ein gewisses Zeitfenster gegeben, wo er*sie seinen Standpunkt vortragen kann, ohne das er*sie von den anderen unterbrochen wird. Danach wird diskutiert und es werden gemeinsam die Quellen bewertet, die von den einzelnen Menschen miteingebracht wurden. | mehr

11.01.2026: Ich soll mehr bloggen …

Ich soll mich einfach hinsetzen und zehn Minuten schreiben, sagt die Autorin des Buches. Wir sollten alle mehr bloggen, sagen die Menschen aus dem Internet und ich selbst finde auch, dass die anderen mehr bloggen sollten, dass es mehr Menschen geben sollte, die ihre Gedanken, Erlebnisse und Gefühle in Blogs festhalten. Nur selbst bloggen? Dazu fehlt mir die Motivation. Die Gedanken fühlen sich so an, als ob ich die schon zwanzigmal im Blog verarbeitet habe. Sie - die Gedanken - eh nur nerven, weil ich einen seltsamen Blick auf die Welt habe, mit dem andere nichts anfangen können. Ich stelle mir zum Beispiel seit Monaten die Frage, warum wir unsere Demokratie so aufgebaut haben, dass am Ende wieder eine einzelne Person an der Spitze steht. | mehr

04.10.2025: Friedrich Merz, Demokratie und Chatkontrolle

Friedrich Merz spricht davon, dass wir als Gesellschaft in einem dauerhaften Gespräch einen gemeinsamen Weg finden müssen. Er hat tatsächlich auch recht, wenn er sagt, dass eine lebendige Demokratie davon lebt, dass die Menschen miteinander diskutieren und streiten. Nur braucht es zu Kommunikation auch Kanäle, in die die Bürger*Innen vertrauen haben, weil sie wissen, dass die dort geführten Gespräche vertraulich sind und diese Gespräche eben nicht von staatlichen Institutionen mitgelesen werden könnten. Wenn Merz also möchte, dass das Misstrauen zwischen den Bürger*Innen und Politiker*Innen abgebaut wird, dann sollte seine erste Handlung sein, die Chatkontrolle endgültig zu beerdigen und so zu zeigen, dass die Politiker*Innen ihren Bürger*Innen vertrauen und sie die Wichtigkeit erkennen, dass die Kommunikation vertraulich sein muss, damit die Demokratie lebendig sein kann. | mehr

16.05.2023: Klimakrise-Gedanken-Wandern

Es ist Montag. Ich bin bereits seit ein paar Stunden mit dem Zug unterwegs gewesen und stehe jetzt auf einer Fähre im Kurort Rathen, die meinen Wanderkollegen und mich auf die andere Seite des Flusses bringt. Dort wartet die Sächsische Schweiz auf uns, um von uns wandernd entdeckt zu werden. Vielmehr von mir, denn mein Wanderkollege ist hier schon öfters gewandert, kennt die Sächsische Schweiz also schon, für mich ist sie ganz neu. Ich bin direkt verliebt in die Landschaft und bin ganz froh, dass ich sie noch durchwandern kann, bevor der Klimawandel richtig zuschlägt, und die Gegend nicht mehr so schön grün ist, wie sie es jetzt noch ist. Jetzt die Zeit noch nutzen für Wanderungen, bevor es zu spät ist, bevor Natur zum Mangel wird. Und das wird sie, wenn wir als Gesellschaft nicht endlich ins Handeln kommen. | mehr

13.01.2023: Auch friedlicher Protest kann eine Form von Gewalt sein!

„Jede Tugend neigt zur Dummheit, jede Dummheit zur Tugend.“ Friedrich Nietzsche Ich hatte gestern wieder viel zu viel Zeit, über Dinge nachzudenken. Um genau zu sein, habe ich über die Klebeaktionen der letzten Generation nachgedacht – mal wieder – und bin mal wieder zu dem Entschluss gekommen, dass ich mit der Aktionsform nicht viel anfangen kann. Dennoch ist es natürlich eine legitime Aktionsform, um demokratische Prozesse anzustoßen. Es ist nicht antidemokratisch, wie einige Politiker*Innen es gerne betonen, es ist aber auch kein gewaltfreier Protest, wie es die letzte Generation gerne behauptet. Klar, die Aktivist*Innen setzen keine körperliche Gewalt ein! Sie setzen sich friedlich auf die Straße und warten dann dort, bis die Polizei sie wieder von eben dieser Straße entfernt. | mehr

02.01.2023: Böllerverbot

Böllerverbot! Ich mag das Wort schon nicht mehr lesen! Nicht, weil ich unbedingt Feuerwerk zu Silvester brauche, sondern eher, weil diese Debatte schon wieder so geführt wird, dass sich die eine Seite der anderen Seite überlegen fühlt. Dabei gibt es gute Argumente dafür, mit dem Feuerwerk zu Silvester in seiner jetzigen Form aufzuhören, dazu muss es aber eine gesellschaftliche Debatte geben. In diese kommen wir aber nicht, wenn wir einfach etwas verbieten wollen, weil es uns persönlich nicht gefällt. Es wird auch nicht gelingen, den anderen Egoismus vorzuwerfen, wenn es unser eigener Egoismus ist, der nach einem Böllerverbot schreit. Ich selbst kaufe mir kein Feuerwerk, ich brauche es nicht, mir wäre das Geld dafür viel zu schade. | mehr

07.11.2022: Auf den Straßen kleben – Klimaprotest

Ich schreibe ja immer etwas verspätet über Themen, die gerade die Gesellschaft so beschäftigen. Ich muss die meist erst einmal sacken lassen, muss die verschiedenen Eindrücke auf mich einwirken lassen und irgendwann kommt dann der Impuls, dass ich etwas schreiben muss. So auch bei den Klimaaktivisten, die jetzt dafür verantwortlich gemacht werden sollten, dass die Hilfe für eine Person verspätet kam, weil sie durch ihre Aktion einen Stau verursacht haben. Die Klimaaktivist*Innen selbst schreiben, dass damit eine Grenze überschritten ist*, und weißen darauf hin, wer eigentlich die Schuld trägt und warum nicht die Klimaaktivist*Innen selbst. Ich glaube, dieser Artikel war diesmal der Impuls, warum ich auch etwas dazu schreiben muss. | mehr

15.05.2022: Resonanzraum Autofahrt

Gestern, während der Rückfahrt von Rostock nach Berlin, haben wir uns so ein wenig über Politik, Meinungen und Bildung unterhalten. Ich unterhalte mich ja gerne über diese Themen, denn sie gehören zusammen. Die Erkenntnis, die ich daraus gezogen habe, ist nicht neu, ich habe darüber schon oft gesprochen - im Podcast mit Christian zum Beispiel - oder hier im Blog geschrieben, aber auch die Zeit während der Pandemie hat es untermauert. Wir haben ein Problem damit, die Meinung und Ansichten anderer zumindest zuzulassen, ihnen zuzuhören, ihnen einen Raum zu geben. Dadurch verhärten sich Fronten, Menschen werden in Schubladen gestopft und die eigene Meinung bleibt meist unangetastet, weil anderen Argumenten einfach nicht zugehört wird. | mehr