5 September 2019

Zahltag – Zuschauen beim Scheitern!

Wenn Fernsehsender wie RTL eines gut können, dann ist es, dass sie sich die schwächten Mitglieder der Gesellschaft suchen und diese im TV bloßstellen. Sie suchen sich verzweifelte Menschen und machen mit denen dann Formate wie „Zahltag“. Dort bekommen Hartz4-Empfänger einen Koffer voll mit Geld. Soviel Geld, wie sie sonst ein ganzes Jahr über vom Jobcenter bekommen hätten. Halt nicht gestückelt, sondern auf einmal. Das nennt RTL dann die Chance ihres Lebens, denn mit diesem Geld sollen diese verzweifelten Menschen sich dann eine Existenz außerhalb von Hartz4 aufbauen.

Um es noch einmal deutlich zu sagen: Die Teilnehmer bekommen soviel Geld, dass das Existenzminimum für ein Jahr gedeckt ist. Damit müssen sie ihre laufenden Fixkosten bezahlen – die verschwinden ja nicht plötzlich – und sollen davon gleichzeitig noch eine Existenz in der Selbstständigkeit aufbauen. Eine Selbstständigkeit, die innerhalb von wenigen Monaten Gewinne abwirft, damit die Teilnehmer dann weiterhin ihre Fixkosten zahlen können. Nein, nicht innerhalb von einem Jahr, denn durch die zusätzlichen Kosten für die Selbstständigkeit, wird das Budget kein ganzes Jahr reichen. Realistischer ist wohl ein halbes Jahr, danach droht die Schuldenfalle, wenn die Unternehmung dann nicht genügend Gewinne abwirft. Wer selbst schon einmal den Weg in die Selbstständigkeit gewagt hat, der weiß, dass das eher schwierig wird und das Format somit eher auf das Scheitern der Teilnehmer ausgelegt ist, auch wenn RTL ein paar Experten dabei hat.

Gekommen um zu Scheitern!

Wenn RTL es ernst meinen würde, dann würden sie die Teilnehmer erst einmal ordentlich auf die Aufgabe vorbereiten. Existenzgründerseminare, Gründertrainings und eben auch eine permanente Begleitung durch die Experten. All das ist nämlich mit dem Budget, welches den Teilnehmern zur Verfügung steht, nicht finanzierbar. Meint RTL es ernst? Ich glaube eher nicht! Es geht um Emotionen, es geht darum, Menschen scheitern zu sehen.

RTL könnte es anders machen, könnte den Menschen wirkliche Hilfe bieten und sie mit Trainings und Lehrgängen unterstützen. Der Sender könnte erst einmal testen, ob sich die Menschen wirklich zur Selbstständigkeit eignen und er müsste ihnen mehr als das Jahresbudget Hartz4 zur Verfügung stellen, damit die Selbstständigkeit nicht in der Überschuldung endet und die Teilnehmer noch weiter nach unten abrutschen.

Die Macher der Sendung sollten nicht mit den Hoffnungen der Menschen spielen. Menschen, die durch Hartz4 so gedemütigt sind, dass sie alles versuchen, um aus diesem System herauszukommen. Die dabei die Risiken übersehen, weil sie auf einem Schlag eine Menge Geld haben, was über das Jahr gesehen aber eben gar nicht so viel ist, weil es eben genau das Geld ist, welches sonst die gesamten Kosten der Teilnehmer, die innerhalb eines Jahres anfallen, finanziert. Und genau das wird ausgeblendet!

Vernünftig wäre nämlich, wenn die Teilnehmer sich mit dem Geld nur dann in die Selbstständigkeit wagen, wenn sie sonst keine Verpflichtungen hätten. Wenn sie also keine Kinder hätten oder andere Angehörige, für die dieses Geld ebenso benötigt wird und die nicht einfach mal so ein oder zwei Wochen hungern können, wenn die Unternehmung nicht genügend Gewinne abwirft. Ansonsten ist es eigentlich total unverantwortlich, weil bei einem möglichen Scheitern eben auch die anderen Familienangehörigen leiden, weil dieser Verzicht, diese Anspannung, dieser Stress dazu führen kann, dass die Familie zerbricht, der Zusammenhalt nicht ausreicht, um diese Aufgabe zu meistern.

Doch genau diese Dramen sind, die diese Sendung braucht, weil es genau das ist, was der Zuschauer sehen will. Er will seine Vorurteile bestätigt sehen, will sehen, dass diese Menschen überfordert sind, sie erst einmal Fehler machen, wodurch der Zuschauer sich in seinen eigenen Vorurteilen bestätigt sieht.

Es bleibt zu hoffen, dass der Schaden durch diese Sendung möglichst gering bleibt. Es bleibt zu hoffen, dass die Hoffnungen der Teilnehmer nicht zerstört werden, dass sie es doch irgendwie schaffen und es den Zusammenhalt in der Familie stärkt.

24 Oktober 2008

Turmspringen und die Physik

Neulich habe ich mir mal das Turmspringen von Stefan Raab angeschaut und habe den Moderatoren mal genau zugehört. Da war doch immer die Aussage von ungleichen Paaren und dass deren Gewichtsunterschiede das Synchronspringen schon unmöglich macht. Aber halt, Wolke sagte da was von der Physik und das der Gewichtsunterschied keine Rolle spielt! Stimmt, sagte ich ganz spontan, denn die Erdanziehung ist für alle gleich! Die Moderatoren blieben weiterhin hartnäckig bei ihrer Meinung und der Einwand von Wolke ging leider unter.

Ist dieser Einwand nun Richtig? Fakt ist das es eine Konstante g gibt, welches die Erdfallbeschleunigung angibt, welche bei uns ca. 9,81 Meter/Sekunde² beträgt. Beim freien Fall ist nun noch die Höhe wichtig,  von welcher der Gegenstand fällt. Wenn man nun mit den Formeln

s= 1/2 g *t² , vobei s und g bekannt sind, nach t umstellt kommt man auf die Formel

t²= 2 *s/g von welcher wir nun die Wurzel ziehen müssen um dann auf t zu kommen. t ist die Zeit, in welcher der Freie Fall stattfindet. Dieses können wir nun benutzen um mit der einfach Formel v = g * t die Geschwindigkeit auszurechnen. Und was wäre damit jetzt bewiesen? Folgendes, in keiner dieser Formeln kommt die Masse, also das Gewicht im weitesten Sinne, zum tragen. Es ist eigentlich total egal, ob ich nun 90 oder 120 kg wiege, ich würde immer mit der selben Geschwindigkeit ankommen, allerdings nur, und hier kommt das große aber, wenn wir uns im Vakuum befinden würden und somit keine Luftreibung entstehen würde. Diese ist allerdings ziemlich gering und sollte bei geringeren Unterschieden bei der Masse nicht all zu viel ausmachen.  Wobei man sich darüber auch streiten kann, wenn man sich mal die folgende Geschichte auf gutefragen.net anschaut.

Meiner Meinung nach kommen die Unterschiede allerdings von der höheren Geschwindigkeit beim Abspringen. Wer mit einer höheren Geschwindigkeit abspringt, springt höher und kommt somit später in die Phase des Freien Falls, somit hat der, der eine niedrigere Absprunggeschwindigkeit hatte, einen “Vorsprung” den der andere nicht mehr aufholen kann, da er ja auf dem Weg nach unten, wie oben eben schon besprochen, die selbe Geschwindigkeit entwickelt wie die Person mit der geringeren Absprunggeschwindigkeit. Wer das gerne einmal nachrechnen möchte und meine Behauptungen wiederlegen will, dem empfehle ich als Ansatz sich die Formeln für den Wurf nach oben mit anschließenden Freien Fall anzuschauen 😉