6 November 2020

Kommt gut ins Wochenende mit einer neuen Version von Father & Son

Ich liebe dieses Video! Auch zu Corona-Zeiten sollten wir uns unseren Humor bewahren und ja, dieses Video trägt dazu bei. Ich musste beim ersten Mal hören mit die Tränen aus den Augen wischen, so sehr musste ich darüber lachen.

Father & Son (Cat Stevens Lockdown Parody)
Dieses Video ansehen auf YouTube.

Habt ihr auch einen Corona-Lieblingssong? Dann hinterlasst doch bitte einen Kommentar und lasst uns alle daran teilhaben.

30 Oktober 2020

Warum hasst ihr mich eigentlich?

Bild von einem Gefäß voll Tee und dem Text "Warum hasst ihr mich eigentlich?"

Danke! Danke dafür, dass ihr eure Masken konsequent unter der Nase oder gar nicht getragen habt. Danke dafür, dass ihr die Infektionszahlen nach oben getrieben habt, was wahrlich vermeidbar gewesen wäre. Auch Danke dafür, dass ihr Gastronomen, Künstler, Kinos und all die anderen Unternehmen mit einem weiteren Monat ohne Einnahmen belohnt habt, obwohl sich ein Großteil wirklich angestrengt hat, einen vernünftigen Hygieneplan aufzustellen, damit die Infektionszahlen nicht steigen. Danke auch für die, die gerade so die erste Schließung überstanden haben, mit der zweiten Schließung jetzt aber Pleite gehen werden. Danke dafür und für die Angestellten in diesen Unternehmen, die jetzt weiter um ihre Existenz kämpfen müssen. Und danke auch von mir, dass ihr meine Selbstständigkeit weiterhin gefährdet.

Danke von den Pfleger*innen und Krankenschwestern, die ja nicht ohne Virus schon an der Belastungsgrenze arbeiten und auch danke von den Ärzt*innen, die weiter hoffen müssen, dass sie nicht entscheiden müssen, welches Leben sie retten und welches nicht. Auch danke schon Mal, dass ihr gleich wieder erzählen werdet, dass ich für all diese Gruppen gar nicht Danke sagen darf.

Ihr könnt euch echt auf die Schulter klopfen, weil ihr euch gegen ein Stückchen Stoff gewehrt habt, welches euer Leben nur minimal verändert hätte. Danke dafür, dass ihr für euren Egoismus und für eure Freiheit das Leben von anderen Menschen gefährdet und ihr für einige sogar das Todesurteil sprecht. Ich hoffe, dass es das wert war!

Ich hoffe auch, dass es der Kaffee Wert war, den ihr in der S-Bahn trinken musstet, obwohl diese voll war. Oder das Bier, welches anscheinend wichtiger ist als der Schutz anderen Menschen.

Danke natürlich auch dafür, dass ihr die Bemühungen all der anderen Menschen kaputt gemacht habt, die sich – auch wenn es schwerfiel – an all die Regeln gehalten haben. Danke dafür, dass ihr Angst, Hetze und Gewalt verbreitet, weil so ein bissel Stoff euch ja die Luft zum Atmen nimmt! Danke dafür!

Doch eine Frage hätte ich dann doch: Warum hasst ihr mich eigentlich? Warum hasst ihr all die anderen Menschen, die euch nichts getan haben? All die Menschen, die durch euren Egoismus ihre Existenz verlieren, im schlimmsten Fall sogar ihr Leben?

12 Oktober 2020

Könnt ihr mir einen Gefallen tun?

Screen von der Corona-Warn-App

Leute, tut ihr mir einen Gefallen und installiert die Corona-App? Ja, ich hatte am Anfang auch bedenken, weil Bluetooth nicht die sicherste Schnittstelle ist, habe mich aber dann doch entschieden die App zu installieren, weil ich als Selbstständiger mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt komme. Wenn ich als Promoter unterwegs bin, um zum Beispiel mit Rädern mit Werbebanner-Anhänger durch die Gegend zu fahren, dann ist die Nachverfolgung meiner Kontakte sehr schwer. Eigentlich ist sie unmöglich. Die App ist der einzige Weg, um eine ernsthafte Nachverfolgung der Kontakte zu ermöglichen. Listen in Restaurants oder bei Veranstaltungen bringen nicht wirklich viel, schon allein wegen der Angst vieler Menschen, dass die Daten für andere Dinge missbraucht werden, bei der App besteht die Gefahr nicht!

Klar, es bleibt weiterhin der Punkt, dass die verwendete Schnittstelle nicht die sicherste ist, aber in der Pandemie müssen wir abwägen. Was ist wichtiger? Die Gesundheit und das Leben von Menschen oder eine abgeschaltete Bluetooth-Schnittstelle? Vielleicht kann auch ein Mittelweg gegangen werden, wenn nämlich ein zweites Smartphone für die Corona-App genutzt wird, auf dem keine sensiblen Daten drauf sind, wenn denn wirklich wer über Bluetooth das Smartphone knackt. Ich meine jetzt nicht, dass dafür extra ein neues Smartphone gekauft werden soll, sondern vielleicht liegt noch ein gebrauchtes irgendwo in der Schublade, welches für die Corona-App geeignet ist. Wenn dort dann nur die Corona-App läuft und nichts anderes, wäre ein Angriff auf das Smartphone nicht wirklich mit einem großen Schaden verbunden.

Also Leute, tut mir den Gefallen und installiert die App! Je mehr Menschen sie nutzen, desto besser wird die Nachverfolgung und um so mehr Freiheiten können in dieser Pandemie erhalten bleiben.

Hier noch ein kleines Update von einem anderen Blog. Der Johnny Haeusler vom Spreeblog schreibt gerade ein Quarantäne-Tagebuch und das sie so schnell reagieren und damit wohl auch verhindern konnten, dass sie viele andere anstecken, liegt an der Corona-App. Also ein praktisches Beispiel, warum die App so wichtig ist!

Bild GofundMe-Kampagne

8 Oktober 2020

Blogparade: Wie hat Corona euer Leben verändert? #pandemieleben

Baumreihe

Hach, ich muss es doch einmal wieder probieren, ich muss Mal wieder eine Blogparade starten. Es geht um Corona und darum, wie sich euer Leben in den letzten Monaten verändert hat, ob sich überhaupt was verändert hat oder ob ihr so weiter gelebt habt wie bisher. Es gibt tatsächlich schon Blogparaden zu Corona, zum Beispiel die, wo ihr 10 Bilder von eurem Corona-Alltag verbloggen sollt, oder die, die sich mit der Ablenkung von der Corona-Pandemie beschäftigt, vergessen dürfen wir natürlich auch nicht die Zukunft nach Corona, die ebenfalls in einer Blogparade abgefragt wurde. Ich finde aber, dass noch zu wenig sichtbar wird, wie anders das Leben mit der Corona-Pandemie ist und deswegen braucht es diese Blogparade.

Ablauf

Da jede Blogparade (harte) Regeln braucht, hier der kurze Ablauf:

  • Die Frage: Wie hat Corona euer Leben in den letzten Monaten verändert?
  • Die Aufgabe: Schreibt einen Blogartikel zum Thema, veröffentlicht diesen auf euren Blog und verlinkt den Artikel hier in den Kommentaren.
  • Zeitraum: Wir haben heute den 08.10.2020 und ich würde sagen, die Blogparade läuft bis zum 05.11.2020. Ihr habt also vier Wochen Zeit, um euren Artikel zu verfassen
  • Hashtag: #pandemieleben

Ich freue mich auf eure Blogartikel und hoffe, dass ihr alle Gesund durch die Pandemie kommt, oder zumindest ohne größere Schäden, wenn euch das Virus doch erwischt.

23 September 2020

(Il)legale Partys und Corona

Derzeit gibt es ja viele illegale Partys in Berlin, Ursache dafür ist natürlich die Pandemie, aber auch die Politik, die hier immer noch nicht kreativ genug ist. Einige werden jetzt wieder sagen, dass die jungen Menschen doch wohl Mal verzichten können, kann doch nicht so schwer sein! Und ja, wenn ich jetzt nur von mir persönlich ausgehe – was viele in diesem Zusammenhang ja tun – fällt es wirklich nicht schwer. Ich war allerdings schon vor der Pandemie eher selten bei Massenveranstaltungen, einzig und allein der Besuch bei meinem Fußballverein war immer Mal notwendig und den vermisse ich auch jetzt schon, aber ansonsten fehlt es mir nicht. Nun bin ich aber nicht der Bezugspunkt, denn andere Menschen brauchen eben die Party als Ventil, um den Stress, der durch das normale Leben entsteht, abzubauen. Für andere, Singles, die alleine wohnen, ist das die Möglichkeit, um in sozialen Kontakt mit anderen Menschen zu kommen und der Einsamkeit zu entfliehen. Diese Bedürfnisse kannst du für eine gewisse Zeit zurückstellen, aber eben halt nicht ewig!

Schon am Anfang der Pandemie schrieb ich, dass die Einschränkungen für einen gewissen Zeitraum durchaus Sinn ergeben, dieser Zeitraum aber eben mit einer Perspektive verknüpft sein muss. Diese Perspektive hat der Senat aber bisher nicht geschaffen und inzwischen kommen wir in den Herbst. Und ja, der Artikel ist am Anfang der Pandemie entstanden und einiges davon würde ich heute so wohl nicht mehr schreiben.

Ich glaube, wir hätten weniger Probleme mit Partygängern, wenn es eine legale Möglichkeit geben würde. Hierzu hätte der Senat den Clubbetreibern Flächen zuweisen müssen, die für solche Partys hätten genutzt werden können. Im Gegenzug hätten die Veranstalter natürlich ein Hygiene-Konzept erstellen, hätten natürlich auf die Einhaltung der Regeln achten müssen. Es hätte personalisierte Tickets geben können, die eine Nachverfolgung ermöglichen und es hätte Verantwortliche für den Müll und dessen Beseitigung gegeben. Einige von euch werden mir jetzt aber entgegenrufen, dass die Fallzahlen steigen, wir immer noch mitten in der Pandemie stecken und das ganze doch unverantwortlich ist!

Nun, die Alternative dazu sehen wir gerade. Illegale Partys im Park, die nach Stunden aufgelöst werden, bei denen es aber keine Nachverfolgbarkeit der Personen gibt, kein Hygiene-Konzept, keine Verantwortlichen, die auf dessen Einhaltung achten. Wir haben unkontrollierbare Partys, die sich notfalls halt in Gebäude verlagern, wo sie nicht so schnell auffliegen und von der Polizei aufgelöst werden. Ist das der bessere Zustand? Und nein, ich glaube nicht daran, dass wir diese Partys ewig lang unterdrücken können, und genau das ist mein Punkt in der Diskussion. Dann doch lieber legale Partys, mit Hygiene-Konzept, mit Verantwortlichen, die darüber wachen und mit Nachverfolgbarkeit.

Ich möchte auf keinen Fall Corona verharmlosen, dafür haben wir alle viel zu viel über den Virus in den letzten Monaten gelernt, aber ich werbe dafür, dass wir uns durchaus in die Lage von Menschen versetzen, die grundsätzlich schon bereit wären, sich an die Regeln zu halten, wenn sie im Gegenzug ein Ventil bekommen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Es könnte so viel leichter sein, auch die Durchsetzung von Hygiene-Regeln auf den Partys selbst, wenn wir nicht nur versuchen mit negativen Anreizen die Leute davon zu überzeugen, sondern es eben auch mit Konzepten für positive Anreize versuchen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich sowohl die Veranstalter, wie auch die Gäste, sehr um die Einhaltung der Regeln bemühen würden, damit solche Freiräume auch weiterhin genutzt werden könnten, nur dazu hätte der Senat diese erst einmal schaffen müssen.

19 September 2020

Tirade: 10 Männer mit Geld

Wow, da wird seit Monaten versucht alle davon zu überzeugen, dass der Mund-Nasen-Schutz wichtig ist, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann und dann sitzen beim Eröffnungsspiel der Bundesliga, welches Live in ganz Deutschland im Free-TV zu sehen war, 10 Herren ohne Abstand und ohne Mund-Nasen-Schutz auf der Tribüne eines Stadions, aus welchem gerade ein Tag zuvor das – bis dahin zugelassene Publikum – ausgeschlossen wurde. Ganz ehrlich, haben die echt überhaupt kein Taktgefühl mehr, auch wenn die bayrische Corona-Verordnung das tatsächlich zulässt?

Welche Botschaft vermitteln diese Herren denn bitte, wenn sie, obwohl wir gerade in einer Pandemie sind, sich da ganz normal, ohne Mund-Nasen-Schutz, ohne Abstand, hinsetzen? Ist denen nicht bewusst, dass sie eine Vorbildfunktion haben und sie mit solch einer Aktion die Bemühungen der letzten Wochen kaputt machen? Muss es wirklich sein, dass die sich so demonstrativ ins Stadion setzen, so als ob die Pandemie ihnen nichts anhaben könnte, als ob sie sich nicht mit Covid-19 infizieren könnten? Ich kann mir da nur an den Kopf greifen, denn auch wenn die Corona-Verordnung das in Bayern so hergibt, sollten sich die Herren bewusst sein, dass das an ihre Fans eine gewisse Botschaft aussendet.

Jugendliche müssen sich seit Monaten einschränken, haben ihre physischen sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert und müssen, wenn sie sich dann doch mit ihren Freunden treffen, sich an alle möglichen Regeln halten, damit wir solidarisch die Menschen schützen, die dieses Virus ansonsten töten würde. Diese Jugendlichen sehen dann, dass der Vorstand der Bayern sich nicht an diese Regeln hält, was meint ihr, welche Schlüsse einige Jugendliche daraus ziehen werden? Dasselbe gilt natürlich auch für Erwachsene, die sich durchaus auch an Vorbildern orientieren!

Ja, es mögen nur 10 Leute sein und ja, die arbeiten zusammen in einem Verein, aber jeder von diesen Herren hat ja auch noch andere Verpflichtungen, trifft andere Menschen, hat also durchaus die Möglichkeit, sich mit dem Virus anzustecken und diesen dann in den Verein zu tragen. Und da ist egal, dass es da auch noch einen Hygiene-Plan der DFL gibt!

Es regt mich auf, weil ich – wegen Corona – Pleite bin, weil ich keinen Plan mehr habe, wie es die nächsten Monate weitergeht. Ich kann nur hoffen, dass es nicht wieder zu härteren Ausgangsbeschränkungen kommt, weil dann auch die Promotion-Jobs, die ich derzeit wieder ab und an habe, wegfallen würden. Und dann sitzen da 10 Menschen, die genügend Geld haben, die deswegen kaum von den Corona-Einschränkungen betroffen sind, und schaffen es einfach nicht, einen verdammten Mund-Nasen-Schutz zu tragen! Ich könnte gerade mächtig kotzen.

PS: Bevor ihr euch jetzt aufregt: Ich bin pleite, dieser Blog geht irgendwann in den nächsten Wochen eh offline!

11 August 2020

11.08.2020: Was läuft bei mir?

Weltzeituhr am Alexanderplatz in Berlin

Hach, die letzten Monate waren doch nicht ohne. Ein Grund, warum es hier so still war und ich auch mit meinen Wochenrück- und Vorblicken aufgehört habe, war, dass meine Oma gestorben ist. Nicht an Corona, aber wegen Corona konnten wir sie vorher nicht einmal mehr besuchen. Ist sehr schwierig, weil sie, auch wenn sie vielleicht nicht mehr viel mitbekommen hat, ziemlich einsam gestorben sein muss. Im Heim, bei all den anderen Menschen, wo nur ihre Kinder und Enkel nicht mehr gekommen sind. Wahrscheinlich wusste sie nicht einmal, warum wir nicht kommen können, dass wir nicht kommen durften. Das macht es irgendwie noch einmal schwerer, weil der Gedanke daran, dass sie ziemlich einsam gewesen sein muss, schmerzt. Zum Glück konnten wir aber wenigstens zu ihrer Beerdigung gehen, hier waren die Regeln dann schon nicht mehr so streng und so war wenigstens die Möglichkeit des Abschiedes gegeben.

Diese Möglichkeit hatte ich bei meinem Onkel leider nicht, der schon ein paar Wochen vorher gestorben war. Leider waren zu dem Zeitpunkt die Bestimmungen noch strenger und die Einreise nach Mecklenburg-Vorpommern nicht wirklich erlaubt. Das ist schon scheiße, auch wenn der Kontakt nicht so eng war, wie zu meiner Oma. Ich hätte dennoch gerne Abschied genommen, denn an Mecklenburg-Vorpommern und auch an meinem Onkel – okay, er war der Mann meiner Tante, aber dennoch nannten wir ihn Onkel – habe ich doch positive Erinnerungen, auch aus der Kindheit. Sollte leider nicht sein, weil Corona es nicht wollte, was mich schon ziemlich traurig macht.

Das mit meiner Oma geht mir leider nicht aus dem Kopf. Gerne hätte ich sie dieses Jahr noch einmal gesehen, gerne hätte ich noch ein wenig Zeit mit ihr verbracht. Es rächt sich leider, dass ich mir diese Zeit nicht zum Anfang des Jahres genommen habe. Es lehrt mich, dass das mit dem Verschieben von Besuchen leider auch dazu führen kann, dass es dann für Besuche einfach zu spät ist. Ich habe mir natürlich vorher auch die Zeit genommen, sie zu besuchen, zuletzt lag dann jetzt aber ein etwas längerer Abschnitt dazwischen und durch das ständige hinausschieben, habe ich sie jetzt dann gar nicht mehr gesehen. Das schmerzt schon ziemlich, auch wenn am Ende ein Virus die Schuld daran trägt, dass ich meine Oma nicht mehr sehen konnte.

Jetzt haben wir August, die Beerdigung ist auch schon wieder ein paar Wochen her und ich muss langsam wieder ins Handeln kommen. Mehrere Monate bin ich jetzt schon ohne Aufträge und wenn der August auch nicht besser wird, dann ist das mit der Zahlungsfähigkeit vorbei. Dann gibt es auch diesen Blog hier nicht mehr und all die anderen Seiten von mir. Hoffen wir einfach, dass das nicht so weit kommt!

Die Hoffnung ist leider ein wenig begrenzt, weil es da diese Wut-Hut-Maskenverweigerer-Egomanen gibt, die sich in ihrer Freiheit und in ihren Grundrechten eingeschränkt fühlen, wenn sie ein Stück Stoff vor Mund und Nase tragen müssen. Dabei gibt es gar kein Grundrecht auf „Ohne-Maske“-Einkaufen oder „Ohne-Maske“-Zugfahren. Ich habe es zumindest nicht gefunden und das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gilt auch nur solange, wie die Grundrechte von anderen nicht verletzt werden. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit zum Beispiel und das Recht auf Leben. Aber erkläre das Mal diesen Menschen, die sich in einer riesigen Verschwörung wähnen, in einem Szenario, wo sie entrechtet werden sollen, durch ein Stück Stoff. Ich würde die gerne alle in Haftung nehmen, wenn es wieder zu Beschränkungen kommt, oder – noch schlimmer – zu einem richtigen Shutdown, wie ihn andere europäische Länder erlebt haben. Ist denen aber egal, denn sie wollen ihr Recht, andere Menschen anstecken zu können, wahren, können aber nicht erklären, worin sie durch eine Maske denn wirklich eingeschränkt sind? Vielleicht ist es die eigene Beschränktheit, die sie so einschränkt.

Das schreibe ich, obwohl ich ja auch nicht so begeistert von diesen Masken bin, obwohl ich auch die autoritären Züge, die dieser Virus ins Rampenlicht gezogen hat, ablehne. Ich trage die Maske dennoch, weil ich das Recht auf Leben respektiere, weil ich andere nicht in Gefahr bringen möchte, weil ich selbst nicht wissen kann, ob ich den Virus nicht vielleicht schon im Körper trage. Deswegen akzeptiere ich auch die anderen Regeln, über die autoritären Tendenzen können wir auch nach der Krise noch diskutieren und diese auch hoffentlich überwinden.

Die letzten Wochen waren schwierig, die nächsten Wochen sind es wohl auch, aber Kopf hängen lassen gilt jetzt nicht, jetzt muss es einfach irgendwie weiter gehen, denn irgendwann werden auch wieder bessere Zeiten kommen.

19 Mai 2020

Dieses Jahr wird wohl doch nicht fabelhaft …

Herbst

Am Anfang des Jahres schrieb ich ja, dass das Jahr fabelhaft werden würde. Damals wusste ich noch nicht, dass da ein Virus auf uns zukommt, der erst einmal alles zum Stillstand bringt und so viele Menschen auf eine harte Probe stellen würde. Soziale Kontakte, Arbeit, Einkommen – plötzlich war alles irgendwie bedroht und doch bin ich der Meinung, dass wir das Jahr immer noch nutzen könnten, es immer noch fabelhaft werden könnte, wenn wir an den positiven Punkten anknüpfen und wir unsere Gesellschaft in die richtige Richtung weiter entwickeln.

Schule

Damals schrieb ich, dass die Schule in diesem Jahr endlich zu einem demokratischen Ort weiterentwickelt werden könnte. Ich ging natürlich von der Klimabewegung aus, die diese Entwicklung hätte vorantreiben können. Aber durch das Virus ergeben sich natürlich neue Denkmöglichkeiten. Schule als demokratischer Ort, wo Lehrende und Lernende gleichberechtigt sind, sie demokratische Werkzeuge erlernen und nutzen und so die autoritäre Institution Schule zu einer demokratischen Institution wandeln. Natürlich sind wir weit weg davon. Vielmehr sehen wir weiterhin die autoritären Bemühungen des Staates, der die Schüler möglichst schnell wieder in die autoritären Strukturen bringen will und genau hier wäre jetzt ein Zeitfenster, in welchem sich die Schüler ein Mitspracherecht erkämpfen könnten. Da haben konservative Politiker natürlich etwas dagegen, immerhin lief das schon immer so und warum sollte sich daran etwas ändern? Aber es spricht halt viel dafür, endlich etwas an diesen alten Strukturen zu verändern.

Schulpflicht zum Beispiel! Bei der Einführung war diese durchaus sinnvoll, sollten die Kinder doch aus der Arbeit geholt und in die Schule gebracht werden. Inzwischen sollten wir aber in einer Gesellschaft leben, in der diese Pflicht durch ein Recht auf Schule ersetzt werden könnte. Viel besser wäre sogar noch ein Recht auf Lernen und das in einer demokratischen Institution Schule. Schule sollte ein Ort sein, an dem wirklich alle Kinder und Jugendliche eine Chance haben, auch die, die nicht der Norm entsprechen, die das heutige Schulsystem verlangt. Schule sollte auch der Ort sein, wo all die Grundlagen für eine demokratische Gesellschaft nicht nur erlernt, sondern auch gelebt werden. Schule als Ort, an dem Ideen für unsere Zukunft entstehen, die dann auch von der Politik ernst genommen werden müssen. Schulen als Hotspot der Demokratie.

Ja, das ist jetzt schon der hundertste Artikel zu dem Thema von mir, aber ich sehe leider keine Diskussion zu diesem Thema, als ob der Ort Schule wirklich für immer der autoritäre Ort sein muss, an dem vielen Kindern und Jugendlichen der Spaß am Lernen verloren geht.

Die Grenzen

Okay, die Grenzen sind derzeit dicht! Genau das Gegenteil von dem, was ich mir im damaligen Artikel gewünscht habe. Ich kann da jetzt auch erst einmal nicht viel Positives sehen, außer, dass die AfD jetzt einmal gesehen hat, wie das mit geschlossenen Grenzen so ist, weswegen sie jetzt in Mecklenburg ja auch Grenzöffnungen gefordert hat. Ob das aber langfristige Folgen hat und die AfD-Wähler jetzt einmal darüber nachdenken, was sie da eigentlich wählen, wage ich zu bezweifeln.

Dafür haben wir aber am Anfang der Krise gesehen, dass das mit der Solidarität schon irgendwie klappen könnte. Da war soviel Elan, soviel „Wir-schaffen-das“, was schon ein positives Signal ist. Die Politik selbst hat dieses Gefühl nie wirklich vermittelt. Sie hat ein wenig versucht die Wirtschaft zu retten, halbherzig, mit falschen Signalen, aber die ärmeren Menschen in unserer Gesellschaft hat sie bis jetzt im Stich gelassen.

Fazit

Okay, es wird mit großer Wahrscheinlichkeit kein fabelhaftes Jahr. Nicht nur, weil dieser Virus derzeit so viele Einschränkungen mit sich bringt, sondern auch, weil wir die positiven Möglichkeiten, die durch dieses Virus eröffnet wurden, nicht nutzen werden. Jetzt hätten wir die Stellschrauben in Richtung Klimaschutz drehen können, jetzt hätten wir die Wirtschaft und die Gesellschaft in genau diese Richtung drehen können, doch die Politik spricht lieber von der nächsten Kaufprämie für Autos. Und die Wähler? Die belohnen es, indem sie wieder mehr zu den autoritären konservativen Parteien umschwenken.

11 Mai 2020

11.05.2020: Was läuft bei mir?

Erinnerungen

Ist schon wieder eine Woche vorbei? Wo ist die hin? Nein, ehrlich, wo ist die Woche hin? Okay, vielleicht ist es schon ganz gut, dass die Zeit derzeit fliegt, vielleicht bekomme ich dadurch gar nicht alles mit, worüber ich mich dann eh nur aufregen würde. Warum zum Beispiel alle Schüler*Innen bis zu den Sommerferien noch einmal in der Schule gewesen sein sollen, erschließt sich mir nicht. Wenn sich Deutschland nicht in der Digitalsteinzeit befinden würde, wäre digitales Lernen nicht so ein Stückwerk wie jetzt, sondern eine wirkliche Alternative. Ja, dann müsste auch endlich allen Schüler*Innen ein eigenes Endgerät zur Verfügung stehen, am besten mit mobilem Internet, aber das wurde ja bisher erfolgreich verdrängt.

Meiner Meinung nach ist Schule als Ort für Frontalunterricht gar nicht so wichtig, wichtiger ist Schule als Lernort, als Ort für soziale Kontakte und sozialen Austausch. Schule als demokratische Institution, in der jeder Schüler, jede Schülerin und alle dazwischen Mitentscheiden können, wie das Lernen stattfindet. Ein Ort, der die Neugier an Neuem erhält und so auch den Spaß am Lernen. Ein solcher Ort kann dann auch eine Zeitlang verlagert werden, wenn es die Situation erfordert, weil jeder Lernende auch wirklich selbstständig Lernen kann, auch zu Hause, auch mit viel Motivation, weil das Lernen Spaß macht, die Neugierde noch vorhanden ist. Aber okay, solange die Wirtschaft im Mittelpunkt steht und sie die Schule als autoritäre Institution braucht, um die Menschen an das derzeitige System zu gewöhnen, wird sich wohl nicht viel ändern. Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte hier eine Wende bringen, hätte jetzt in dieser Krise dazu beitragen können, die Akzeptanz der Maßnahmen zu erhöhen, weil die Menschen keine Angst um ihre Existenz haben müssten. Jetzt haben wir halt Menschen, die sich auf Demos gegen diese Maßnahmen treffen und dort den Virus fleißig verteilen. Aber so läuft das halt in unserem System, welches als Mittelpunkt die Wirtschaft und das Kapital hat und eben nicht den Menschen.

Beruflich

Es gibt immer Mal wieder ein wenig was zu tun. Es freut mich, weil einige Auftraggeber sich doch irgendwie durch die Krise retten können. Das ist natürlich auch deswegen schön, weil es teilweise nicht nur Auftraggeber sind, sondern auch Freunde. Und natürlich eröffnet das auch für einen selbst Perspektiven, weil es nach der Krise nicht bei null beginnt, sondern schon ein kleines Fundament da ist, auf dem wieder etwas aufgebaut werden kann.

Und auch die Projekte, die jetzt durch die Krise erst entstehen, machen Mut. Ob sie am Ende auch wirklich ein Erfolg werden, wird sich zeigen müssen, aber machen ist wohl besser als nichts machen und deswegen machen wir jetzt halt ein wenig was.

Körper und Geist

Ich habe wieder ein wenig mehr gelesen in der letzten Woche! Dazu konnte ich mich tatsächlich motivieren. Ich meine damit natürlich nicht die Artikel im Internet, die ich sowieso täglich konsumiere, sondern tatsächlich Bücher, bzw. ein Buch. Ich bin da eh ziemlich langsam geworden, brauche für ein Buch viel zu viel Zeit, aber lieber länger an einem Buch lesen als gar nicht lesen, oder?

Sport habe ich nicht wirklich gemacht. War zwar schönes Wetter in der letzten Woche, aber die Motivation ist immer noch nicht gegeben. Wird sicher wieder besser, aber ich bin derzeit auch nicht in der Stimmung, mich dazu zu zwingen – dasselbe gilt übrigens für das Schreiben von Blogartikeln. Themen hätte ich einige, Gedanken genauso, die sortiert werden wollen, aber die Motivation, diese Gedanken dann auch festzuhalten, fehlt halt derzeit.

22 April 2020

Egoistisch oder demokratisch?

Wer vor Gericht geht, um dort prüfen zu lassen, ob die Einschränkung seiner Grundrechte verhältnismäßig ist, ist nicht egoistisch! Diesen Satz will ich jetzt schon längere Zeit loswerden, schon deswegen, weil er eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Es ist nicht Egoistisch Ausgangsbeschränkungen überprüfen zu lassen, es ist wichtig für eine Demokratie, dass dies möglich ist und dass jederzeit die Entscheidungen von Politikern überprüft werden können. Nur so können wir verhindern, dass solch eine Krise dazu genutzt wird, die Demokratie und die Freiheitsrechte zu beschränken.

Aber Demokratie scheint eh nur etwas für fröhliche und glückliche Zeiten zu sein, denn wenn ich mich so an Diskussionen und Tweets der letzten Wochen erinnere, scheint in solchen Krisen, wie wir sie jetzt haben, die Flucht zu Autoritäten die bequemere Option zu sein. Wenn Politiker nicht mehr als Autorität taugen, dann werden halt Wissenschaftler zu solchen Autoritäten erklärt. Unterschiedliche Meinungen sind dann nicht mehr zulässig, unterschiedliche Einschätzungen einfach nur problematisch und alles, was nicht ins Weltbild der eigenen Autorität passt, ist gleich eine Verschwörungstheorie und kann mit einer schönen Grafik, die schnell am eigenen Computer erstellt wird, widerlegt werden. Eigene Auswege aufzeigen, sich Gedanken machen, sich mit den Schattenseiten der jetzigen Einschränkungen auseinandersetzen, ist nicht notwendig, die Wissenschaft wird schon die Lösung präsentieren.

Eine demokratische Gesellschaft braucht die Wissenschaft, um Entscheidungen treffen zu können. Sie braucht aber keine Autoritäten, sondern sie braucht Wissen, sie braucht Einschätzungen und Entscheidungshilfen, um dann die richtigen und ausgewogenen Maßnahmen zu treffen. Ich bin zutiefst überzeugt, dass solche Entscheidungsprozesse sogar zu einer sehr viel größeren Akzeptanz solcher Maßnahmen in der Bevölkerung führen und dass diese dann auch länger durchhaltbar sind, eben weil jeder einzelne Mensch in eine solche Entscheidungsfindung eingebunden ist und eben alle Aspekte betrachtet werden.

Wenn ich mir die sozialen Medien so ansehe, habe ich das Gefühl, dass viele sich überhaupt nicht die Mühe machen, sich mit anderen Aspekten zu beschäftigen. Da wird die Ausweitung der Kontaktsperren gefordert, ohne zu beachten, dass diese auch für viele Menschen mit negativen Folgen verbunden sind. Es wird vergessen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, dass diese sozialen Kontakte für viele sehr wichtig sind, um psychisch Gesund zu bleiben. Wer eine gute soziale Beziehung führt, wer die physische Isolation mit einem anderen Menschen oder der eigenen Familie durchstehen kann, mag dies nicht verstehen, aber er muss zumindest versuchen sich einzufühlen, muss versuchen die vielen Schattierungen und die vielen Farben zu sehen und das Schwarz-Weiß-Denken ablegen. In dieser Krise geht es eben nicht nur darum, dass wir die Leben der Menschen in der Risikogruppe retten, sondern es geht auch darum das Leben der Menschen zu retten, die durch diese Krise und die unbekannte Isolation in Depressionen verfallen, oder die schon vorher in einer waren und diese nur durch physische Kontakte durchgestanden haben.

Es gibt Menschen, die sind mit den besten Absichten in diese Phase gegangen. Menschen, die sich an die Regeln halten wollen, die aber an eine psychische Grenze kommen, die einfach wieder physischen Kontakt zu anderen Menschen brauchen, weil sie sonst durchdrehen. Die sind nicht egoistisch, die haben es einfach nicht gelernt, solange Distanz zu halten. Oder ist es egoistisch nicht Lesen zu können, weil es nie eine Möglichkeit gab, Lesen zu lernen?

Die Krise zeigt mir, dass wir als Gesellschaft noch viele Dinge lernen müssen. Wir müssen autoritäre Denkweisen überwinden, müssen demokratische Denkweisen etablieren, müssen Institutionen demokratisieren und wir müssen noch etwas machen: Wir müssen die Überlebensgrundlage der Menschen unabhängig von der Wirtschaft machen. Die Menschen müssen selbst entscheiden können, ob die Arbeit, die sie machen, in einer solchen Krise notwendig ist oder nicht. Sie müssen in der Lage sein, dieser Entscheidung dann auch Taten folgen zu lassen, indem sie die Arbeit einstellen, ohne in Existenznot zu geraten. Dies wird nur gelingen, wenn das Einkommen unabhängig von der Erwerbstätigkeit ist. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird eine Grundvoraussetzung sein, um unsere immer noch autoritäre Gesellschaft in eine demokratische Gesellschaft zu verwandeln.

Ein weiteres Beispiel sind die Schulen. In einer demokratischen Gesellschaft sollten auch Schulen Orte der Demokratie sein. Schüler*Innen brauchen Mitspracherechte, sie müssen Mitentscheiden dürfen, wie es in einer solchen Krise weitergehen kann. Wie soll eine Gesellschaft zu einer demokratischen Gesellschaft werden, wenn die Kinder und Jugendlichen auf Autoritäten getrimmt werden? Es kann so nicht gelingen, weshalb hier ein grundlegender Hebel zu sehen ist, um unsere Gesellschaft zu transformieren.