20 Dezember 2017

Blog Adventskalender 2017 – 20.Söckchen

Immer, wenn sich bei mir eine Socke vom Blog Adventskalender befindet, schreibe ich eine Kurzgeschichte für euch. Dieses Jahr habe ich lange überlegt und erst heute Nacht auf dem Heimweg von einer Weihnachtsfeier kam mir die Idee für die diesjährige Kurzgeschichte. Deswegen muss ich euch heute mit einem Entwurf dieser Geschichte überraschen, was ihr an der ein oder anderen Stelle beim lesen wahrscheinlich bemerken werdet. Die Protagonistin der Geschichte ist dabei nicht neu, es gab bereits eine Kurzgeschichte mit ihr auf diesem Blog. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und noch vier entspannte Tage bis Heiligabend.

Am Ende war mir nur noch kalt. Ich schwamm und schwamm doch überall war nur Wasser. Kaltes Wasser. Salziges Wasser. Und dann war das Wasser komplett um mich herum. Unten nur Dunkelheit und oben das Licht, dass sich im Wasser brach. Und dann nur noch schwarz. Schwarz und kalt.

Als ich aufwachte, lag ich in einem großen Bett. Ich hatte einen roten Schlafanzug an und lag in einem warmen weichen Bett. Wo war ich? Wurde ich doch noch gerettet, oder bin ich im tiefen Meer, irgendwo zwischen Afrika und Europa, ertrunken? Ja, ich war auf dem Meer, ich wollte nach Europa, doch dann ging mein Boot unter. Daran kann ich mich erinnern. Auch daran, dass mich am Ende die Kraft verließ. Ja, ich musste gestorben sein und dieses Bett hier, dass befindet sich bestimmt auf einer riesigen Wolke.

Ich stand auf und ging zum Fenster. Draußen war alles weiß, ich musste also wirklich auf einer Wolke sein. Oder war das etwa Schnee? Davon gehört hatte ich bereits, aber gesehen hatte ich noch nie welchen. War ich vielleicht doch in Europa? Wurde ich vielleicht doch noch gerettet?

Nachdem ich das Fenster nicht öffnen konnte, ging ich zur Tür, die sich ohne Probleme öffnen lies. Es war eine schwere Holztür und davor lag ein langer Flur, der zu einer Treppe führte. Ich ging langsam zur Treppe, lauschte den Geräuschen, die aus der unteren Etage kamen und folgte diesen. Unten an der Treppe lag ein riesiger Saal, in dem viele kleine Leute hin und her huschten.

„Jamila, du bist wach?“, fragte mich auf einmal eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und da stand plötzlich ein dicker alter Mann hinter mir. Er hatte einen langen weißen Bart, hinter dem sich ein Lächeln versteckte. Außerdem hatte er einen roten Mantel, eine rote Hose und schwarze Schuhe an. Ich fragte mich, woher er meinen Namen wusste. Alles, was ich dabei hatte, ist mit dem Boot untergegangen. Mit dem Boot, dass uns nach Europa bringen sollte. Zum Schluss hatte ich nur noch die Sachen, die ich am Körper trug und da war garantiert nichts dabei, auf dem mein Name stand.

„Wir dachten schon, dass du ewig schlafen würdest“, sagte der alte Mann weiter. „Aber jetzt bist du ja wach und du musst einen riesigen Hunger haben. Also komm, ich bringe dich in die Küche, wo du erst einmal ordentlich etwas zum Essen bekommst.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging zu einer Tür.

„Worauf wartest du, Jamila? Dort an der Treppe bekommst du bestimmt nichts zwischen die Zähne.“

Zögerlich ging ich auf diesen Mann und die Tür zu. Eigentlich sollte ich wohl Angst haben, aber dieser Mann strahlte soviel Wärme und Fröhlichkeit aus, dass ich diese Angst nicht hatte. Ich ging mit ihm durch die Tür und wir standen gemeinsam in einer große und warmen Küche, in der gerade eine alte Frau dabei war, Essen zu machen.

„Schau mal Sandra, wen ich dir mitbringe.“, sagte der alte Mann zu der Frau.

„Ah, unser junger Gast ist ja endlich wach! Worauf sie wohl Hunger hat?“, sagte die Frau, die mich mit einem dicken Lächeln begrüßte.

„Wir sollten ihr vielleicht zeigen, was wir so in unserm Kühlschrank verstecken, oder was meinst du?“, sagte der alte Mann zur Frau, die mich daraufhin mit einer leichten Umarmung zum Kühlschrank schob. Sie öffnete die Tür und ich erschrak vor der großen Auswahl, dir dort drin zu finden war. Es war dort soviel drin, dass die Entscheidung schwer fiel, jedoch fand ich, dass so ein Stück Torte ziemlich passend war. Ich nahm es mir und setzte mich an den Tisch, der ebenfalls in der Küche stand.

Der alte Mann setzte sich ebenfalls an dich Tisch und lächelte mich an.

„Na Jamila, du wunderst dich wahrscheinlich darüber, dass ich deinen Namen kenne. Wahrscheinlich fragst du dich auch, wo du hier überhaupt bist und wie du hier her kommst. Was ich dir versichern kann, ist, dass du hier nicht im Himmel bist. Du bist dort auf dem Meer nicht gestorben. Wobei du schon ganz viel Glück hattest, dass ich mich gerade dort in der Gegend aufgehalten habe. Aber eigentlich bin ich gerade sehr unhöflich, denn obwohl ich genau weiß, wer du bist, weißt du noch gar nicht, wer ich bin. Mein Name ist Santa. Wahrscheinlich kennst du mich nicht, obwohl ich auch bei einigen Kindern in Afrika ziemlich bekannt bin.“

Santa? Wie Santa Claus? Der Weihnachtsmann? Meine Verwunderung war mir wohl ins Gesicht geschrieben, denn der alte Mann nickte mir kurz zu. In unserem Dorf feierten wir kein Weihnachten, aber ich wusste, dass es das Weihnachtsfest in der christlichen Welt gab und ich wusste auch, worum es dort ging. Aber natürlich glaubte ich nicht an den Weihnachtsmann. Für mich war es nie so wirklich verständlich, warum es im Jahr nur drei Tage für Nächstenliebe und Besinnlichkeit geben sollte. Warum nur drei Tage, um mit der Familie zusammen zu sein?

„Ja genau, ich bin dieser Santa Claus, über den du gerade Nachdenkst und nein, ich kann natürlich keine Gedanken lesen, es sei denn, sie sind jemanden – so wie dir gerade – ins Gesicht geschrieben.“

Wow! Ist er sich sicher, dass er keine Gedanken lesen kann?

Aber wenn es wirklich Santa Claus ist, wenn es ihn wirklich gibt, warum kommt er dann nicht zu allen Kindern auf dieser Welt? Warum kann er seinen Weihnachtszauber nicht einsetzen, um diese Welt besser zu machen? Kaum hatte ich das Gedacht, hatte ich es auch schon ausgesprochen.

Der Weihnachtsmann sah mich ernst an und sagte:

“Nun, dass ich Geschenke bringe, ist eher eine Deutung der Menschen. Wie sollte ich das auch machen? Ich bin viel mehr der Gedanke. Der Gedanke an Besinnlichkeit und Frieden, der in jedem Menschen steckt. Ich bin die Hoffnung auf eine bessere Welt, auf etwas Glück für jeden Menschen auf dieser Welt. Ich bin nicht das Konsumfest, dass in vielen Ländern auf dieser Welt gefeiert wird, nicht die drei Feiertage, die sich die Menschen geben, um Zeit mit ihrer Familie zu verbringen, damit sie diese dann wieder ein ganzes Jahr ignorieren können. Ich bin die Hoffnung der Menschen, die zusammen mit Jesus geboren wurde, die gewachsen ist, um den Menschen Mut zu machen. Ich bin der Funken, der die Welt tief in den Herzen der Menschen zum leuchten bringt, der Kindheitserinnerungen weckt und zeigt, dass es eine Welt geben kann, in der es weniger Sorgen und sehr viel mehr Glück für alle gibt. Und nur, weil du ganz viel davon in deinem Herzen trägst, nur deswegen konnte ich dich dort im Meer leuchten sehen. Nur deshalb konnte ich dich Retten. Jamila, du bist die, die den Frieden bringt, du bist die, die mich aus dem finsteren Verlies holen kann. Dem Verlies, dass die Menschen in ihren Herzen um mich herum gebaut haben.

Wenn du willst, Jamila, dann bist du der Mensch, der die Hoffnung zurückbringen kann. Die Hoffnung für all die Menschen auf der Welt, die derzeit auf der Flucht sind. Die Hoffnung auf ein besseres Leben für alle. Für die Menschen, die sich im Trott der Welt verlaufen haben. Die sich verlaufen haben in diese Konsumwelt, in der es nur wenigen wirklich gut geht. Wenn du das willst, dann helfe ich dir auch dabei. Aber erst später, denn jetzt musst du erst einmal wieder zu Kräften kommen und dein eigenes Glück finden. Und ich bin der, der dir die Hoffnung dafür gibt.”

Diese Antwort machte mich sprachlos, weswegen ich mich erst einmal weiter mit meinem Stück Kuchen beschäftigte.

Ich bin Jamila.

Ich bin die, die den Frieden in die Welt bringt.

Wie ihr sicher merkt, hat diese Kurzgeschichte ein offenes Ende. Es wird also mit sehr großer Wahrscheinlichkeit noch eine Fortsetzung geben. Eine Fortsetzung des Blog Adventskalenders gibt es auf jeden Fall. Das Söckchen von Morgen findet ihr hier, oder hier, oder vielleicht auch hier.

Wollt ihr eine Fortsetzung von Jamilas Weihnachtsgeschichte?

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20 Dezember 2015

Blog Adventskalender 2015 – 20.Söckchen: Herr Bär auf der Suche nach der Weihnachtsstimmung

Teddy im Weihnachtssack

Teddy im Weihnachtssack

“Sag mal Herr Bär, was machst du denn im Sack vom Weihnachtsmann?”

“Ich bin auf der Suche nach der Weihnachtsstimmung!”

“Na hör mal, heute ist schon der 20. Dezember, wenn du jetzt noch nicht in Weihnachtsstimmung bist, wird das sehr schwer werden.”

“Ja Sven, du hast ja Recht, aber hast du draußen schon einmal die Temperaturen gefühlt? Es sind über 10 Grad Celsius. Und außerdem ist die Welt so kalt, wie soll ich denn da in Weihnachtsstimmung kommen?”

“Herr Bär, jetzt wiedersprichst du dich aber. Erst sagst du, dass es viel zu warm ist, und dann sagst du, dass die Welt viel zu kalt ist. Du musst dich schon entscheiden.”

“Nein, nein Sven, ich wiederspreche mich natürlich nicht. Du weißt doch, dass ich vor langer Zeit nach Deutschland gekommen bin, so wie derzeit auch viele Menschen nach Deutschland kommen. Ich habe in den letzten Monaten viel Fern gesehen, und was ich gesehen habe, war wirklich schrecklich für mich. Ich hatte schon überlegt, wieder nach Hause zu gehen, aber dann viel mir ein, das mein zu Hause bei dir ist.”

“Oh Teddy, ich kann dich ja schon verstehen, aber du darfst dabei auch nicht übersehen, dass es nicht nur Hass gibt. Es gibt auch viele, die die geflüchteten Menschen hier willkommen heißen. Die geben sich wirklich Mühe und das sollte dir doch dabei helfen, die Weihnachtsstimmung zu finden, oder Bär?”

“Ja, es gibt sie, aber es gibt auch so viele Vorurteile und so viel Hass. Vorher kommt dieser Hass? Ich meine, Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe und der Besinnlichkeit. Wie können wir aber von Nächstenliebe sprechen, wenn hier soviel Hass ist in Deutschland? Wie soll ich ein Fest feiern können, wenn dort draußen so viele Menschen keine Unterkunft haben? Wenn dort Menschen kaum Essen haben, wenn es Menschen gibt, die Schutz suchen, den aber nicht finden? Maria und Josef suchten damals auch nach Schutz, und würden wir heute Weihnachten feiern, wenn sie diesen Schutz nicht bekommen hätten?”

“Herr Bär, jetzt versaust du mir aber meine Weihnachtsstimmung. Ich stimme dir zu, die Welt ist derzeit nicht schön, und du hast Recht, Weihnachten würde es wahrscheinlich nicht geben, wenn es da vor ein paar Tausend Jahren nicht den Stall gegeben hätte, in dem Josef und Maria untergekommen wären, aber wenn du diesen Menschen helfen willst, solltest du dann nicht auch ein wenig Hoffnung im Herzen tragen? Immerhin ist das Weihnachtsfest ja auch das Fest der Hoffnung. Wenn du diese Hoffnung nicht mehr im Herzen hast, wie soll die Welt dann besser werden? Außerdem solltest du vielleicht auch daran denken, dass du die Nächstenliebe selbst weitergeben kannst, du darfst sie nicht nur von anderen fordern. Nein, du kannst nicht allen Menschen helfen, dass geht nicht, aber du kannst einigen Helfen.”

“Aber wie?”

“Ach Bär, ich denke, du hast in den letzten Monaten soviel Fern gesehen. Viele Menschen wünschen sich einfach nur ein wenig Zeit und Hilfe. Es geht hier auch nicht nur um die Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, es geht auch um die Obdachlosen, die Weihnachten allein auf der Straße verbringen. Wenn du denen eine kleines Geschenk machst, eine warme Mahlzeit, ein warmes Getränk, einen Schoko-Weihnachtsmann oder eben etwas Zeit, dann bringst du diesen Menschen Freude und das ist es doch, wozu Weihnachten da ist, oder?”

“Ja, da hast du recht. Du Sven?”

“Ja”

“Können wir noch schnell so 200 Schoko-Weihnachtsmänner kaufen? Und vielleicht noch ein paar warme Socken? Und können wir ein wenig was für die Menschen kochen? Oh Sven, komm, lass uns ein wenig Freude in die Welt bringen und dann bekomme ich hoffentlich ein schönes Weihnachtsgeschenk von dir. Oh Sven, jetzt komme ich doch tatsächlich langsam in Weihnachtsstimmung.”

“Öhm Herr Bär, können es auch ein paar weniger Weihnachtsmänner sein? Und ähm …”

“Ja gut, dann holen wir nur 199 Weihnachtsmänner, aber darunter geht gar nichts!”

“Öhm, und wer soll das Bezahlen?”

“Na du natürlich …”

Weihnachtskranz

20ste Adventssocke Ja, die Welt ist nicht perfekt, aber lasst euch dadurch nicht die Weihnachtsstimmung kaputt machen. Und wenn ihr nicht in Weihnachtsstimmung seid, oder ihr Weihnachten generell ablehnt, dann ist das auch nicht so schlimm. Menschlichkeit, Nächstenliebe und Freude kann auch ohne Weihnachten weitergegeben werden, auch mit Kleinigkeiten, ein paar warmen Socken, eine warme Mahlzeit, einen Kaffee oder eben einer Stunde Zeit, um den Menschen zuzuhören. Feiert Weihnachten, genießt die Zeit mit der Familie und den Freunden und geht auch in euch, damit ihr ein wenig Besinnlichkeit findet.

Das nächste Türchen findet ihr hier, hier oder hier.

13 Dezember 2012

Blogger-Adventskalender: Türchen 13

13. Türchen des Blogger-Adventskalenders

13. Türchen des Blogger-AdventskalendersNachdenkend gehe ich durch die nächtliche Stadt. Überall sind Lichter, welche die Nacht, die Läden und die Marktbuden erhellen. Auf dem Weihnachtsmarkt hört man glückliche Kinder, die sich in Fahrgeschäften vergnügen. Weihnachtsmusik verfolgt mich, bohrt sich tief in meine Gedanken. Es geht um die Weihnachtsbäckerei, um den Schnee, um Liebe und Zuneigung und um den Zusammenhalt der Familie – Nächstenliebe wird auf einmal großgeschrieben.

Langsam gehe ich von Bude zu Bude. Vor einem Stand mit kandierten Obst entdecke ich ein Kind, dass die kandierten Äpfel mit großen Augen ansieht. Die Mutter steht daneben, sieht, wo der Blick des Kindes hinfällt und dann kann ich Traurigkeit in ihrem Gesicht erkennen. Sie kniet sich zu ihrem Kind hinunter, flüstert ihm was ins Ohr und auch in seinem Gesicht flackert kurz Traurigkeit auf. Beide gehen sie weiter, aber schon kurze Zeit später kann man wieder Fröhlichkeit im Gesicht des Kindes erkennen, das Gesicht der Mutter hingegen bleibt von Traurigkeit erfüllt.

Auch ich gehe weiter, bleibe mit meinen Gedanken aber bei der Mutter mit ihrem Kind. Wahrscheinlich wird sie es schwer haben, dem Kind ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Wahrscheinlich wird es was Kleines sein und wahrscheinlich wird das Kind kurz traurig sein, sich dann aber über das Geschenk freuen. Und dann Frage ich mich, ob das Weihnachten ist?

Kurze Zeit später komme ich an einem Kaufhaus vorbei. Hier streitet sich eine Jugendliche mit ihren Eltern. Es geht wohl um das Geschenk, welches die Eltern hier im Kaufhaus erwerben möchten. Es geht darum, dass das Geschenk wohl noch nicht teuer genug ist und das die Jugendliche wohl etwas will, was noch einmal doppelt so teuer ist.
Und dann muss ich daran denken, dass ich in meiner Jugendzeit nicht einmal wusste, was ich unterm Baum finden würde. Es blieb ein großes Geheimnis bis zur Bescherung und das war es, was den Reiz von Weihnachten ausgemacht hat. Sicher war ich auch vorher schon neugierig, habe versucht herauszufinden, welche Geschenke denn unterm Weihnachtsbaum auf mich warteten, aber erfahren haben ich es immer erst unterm Weihnachtsbaum. Es war nicht immer das, was ich mir gewünscht hatte, aber es war immer schön und ich war nach der Bescherung immer glücklich über das Geschenk.
Inzwischen waren die Eltern des Mädels verschwunden und das Mädel selbst telefonierte mit ihrem Handy. Jetzt hörte sie sich wieder glücklich an, obwohl sie eben noch sagte, dass sie nie mehr glücklich sein würde, wenn sie nicht das teurere Geschenk bekommt. Wahrscheinlich wird sie ihren Willen bekommen haben und unterm Weihnachtsbaum wird das liegen, was sie sich schon immer gewünscht hat.

Spontan zähle ich mein letztes Kleingeld – mein letztes Geld. Es sind noch fünf Euro. Ich steuere auf den Stand zu, vor dem das Kind stand, und kaufe einen leuchtend roten kandierten Apfel. Ich lasse ihn einpacken und schlendere weiter über den Markt in dieser nächtlichen Stadt. Am Ende der Straße entdecke ich das Kind mit seiner Mutter, ich laufe zu ihm, spreche kurz mit der Mutter und gebe dem Kind den leuchtenden Apfel. Ich sehe die großen leuchtenden Augen des Kindes und sage mir, das ist Weihnachten.

Langsam wird es ruhig in der nächtlichen Stadt. Einige Marktbuden werden bereits geschlossen und die Lichter gehen aus. Einige werden natürlich die ganze Nacht über brennen, wodurch die Stadt nicht ganz von der Dunkelheit umhüllt wird.

Auch ich gehe weg vom Markt, ich bin noch auf der Suche. Durch die Löcher in meinen Schuhen strömt die Kälte immer deutlicher hinein, wodurch meine Füße schmerzen. Es wird Zeit, einen Unterschlupf für die Nacht zu finden, auch wenn der die Kälte nicht vertreiben wird.

30 Minuten später stehe ich vor einem alten Schuppen. Die Tür ist zwar abgesperrt, aber durch ein nicht verriegeltes Fenster komme ich dennoch hinein. Ich nehme meinen Schlafsack, breite ihn in einer Ecke aus, wo gerade noch soviel Platz ist, damit mein Schlafsack und ich dort hineinpassen, und lege mich hin. Ich gehe davon aus, dass der Besitzer in der Nacht nicht mehr in den Schuppen kommen wird und somit wird er gar nicht bemerken, dass ich hier war.

Ich schlafe ein, doch schon kurze Zeit später werde ich von einem Geräusch geweckt. So schnell, wie ich nur kann, stehe ich auf und packe meine Sachen. Vor mir steht ein älterer Mann. Er lächelt mich sanft an und sagt, dass ich keine Angst haben muss. Er ist der Besitzer des Schuppens und er sagt, dass ich ruhig die Nacht im Schuppen verbringen dürfe. Er habe eben nur etwas abgestellt und mich in der Ecke liegen sehen. Deswegen wollte er einen Heizlüfter aus dem Schrank holen, wobei er dieses Geräusch gemacht hätte.

Ich legte meinen Schlafsack wieder hin und er stellte den Heizlüfter in meine Nähe. Dann steckte er den Stecker in die Steckdose und schaltete den Heizlüfter ein. Sofort umgab mich eine wohlige Wärme, die die Kälte erst aus meinen Kleidern und dann aus meinem Körper vertreibt.

Während ich die Wärme genieße, sagt mir der ältere Mann, dass ich am nächsten Morgen doch noch auf ein Frühstück vorbeikommen soll. Dann verabschiedet er sich von mir und ich bedanke mich noch schnell bei ihm. Während er durch die Tür geht, sagt er noch, dass das doch der Sinn von Weihnachten ist. An diesen Tag sollte man doch Wärme und Vertrauen verschenken.

Das nächste Türchen findet ihr Hier, Hier oder Hier.

11 Dezember 2011

Blog Adventskalender 2011 – 11. Söckchen

11. Söckchen
11. Söckchen

Heute ist der 11.Dezember und somit Zeit für das 11.Türchen des Blogger-Advent-Kalenders Es ist das erste Mal, das ich dran teilnehme und ich hoffe, dass euch die Kurzgeschichte gefällt, die ich für euch geschrieben habe.

Als der Weihnachtsmann Weihnachten verschlief.. .

„Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hat der Weihnachtsmann verpennt.“, so heißt es in einem Weihnachtsgedicht. Und tatsächlich gab es einmal ein Weihnachtsfest, an dem der Weihnachtsmann verschlafen hatte. Das ist schon sehr lange her, und natürlich erinnert sich heute auch keiner mehr daran, wofür der Weihnachtsmann verantwortlich ist.

Damals hatte der Weihnachtsmann sehr viel um die Ohren, denn es war mal wieder Krieg auf Erden und auch die Pest verbreitete Leid und Schrecken auf der ganzen Welt. Täglich starben irgendwo auf der Welt Menschen, darunter auch viele Kinder. Für den Weihnachtsmann bedeutete das, dass er täglich sein großes Weihnachtsbuch aktualisieren musste. Dafür brauchte er manchmal den ganzen Tag und die ganze Nacht, sodass er keinen regelmäßigen Schlaf bekam. Computer gab es damals noch nicht, auch nicht beim Weihnachtsmann, weswegen es immer sehr lange dauerte, um das Weihnachtsbuch aktuell zu halten. Das ganze Jahr über musste der Weihnachtsmann die Namen der Kinder streichen, welche durch den Krieg oder durch die Pest ums Leben gekommen sind. Außerdem musste er die Adressen der Kinder aktualisieren, die durch den Krieg oder durch die Pest ihre Eltern verloren hatten und deswegen in ein Waisenhaus gekommen sind.
Natürlich musste er auch noch das Spielzeug kontrollieren, welches von seinen Helfern produziert wurde und auch die Rentiere brauchten seinen Zuspruch, damit sie am 24.12 auch bereit waren, seinen schweren Schlitten zu ziehen.

Es war also eine sehr harte Zeit für den Weihnachtsmann und so geschah es, das er am 23.12 einschlief. Er fiel in einen so tiefen Schlaf, dass auch seine Helfer nicht genug Lärm machen konnten, um ihn zu wecken. Sie versuchten es mit Trommeln und mit Trompeten. Sie ließen Luftballons und Raketen knallen, doch all das half nichts, der Weihnachtsmann erwachte nicht aus seinem tiefen Schlaf. Erst am späten Abend des 24. Dezember wachte der Weihnachtsmann wieder auf, natürlich war es inzwischen viel zu spät, um die Geschenke noch rechtzeitig zu verteilen.
Die Zeit konnte der Weihnachtsmann nicht zurückdrehen, obwohl er über Zauberkräfte verfügt. Deswegen überlegte er angestrengt, wie er die Weihnachtsgeschenke doch noch rechtzeitig zum Heiligabend ausliefern konnte. Er hätte natürlich die Geschenke auch einfach am 25. Dezember verteilen können, aber das war ihm dann doch zu peinlich und außerdem hatte er Angst, dass die Menschen dadurch noch die letzte Hoffnung auf Frieden verlieren würden. Er hatte schon mit seinem Zauber versucht Frieden auf die Welt zu bringen, aber so stark waren seine Kräfte leider nicht, und so konnte er nur darauf hoffen, dass die Menschen den Frieden irgendwann selbst finden würden. Wenn jetzt noch der Heiligabend ausfallen würde, könnte diese Hoffnung in weite ferne rücken.

Dann kam ihm eine Idee! Fast alle Monate im Jahr hatten mindestens 30 Tage, nur der Februar tanzte mit seinen 28 Tagen aus der Reihe. So beschloss er, dem Februar einen neunundzwanzigsten Tag zu geben. Es hätte natürlich blöd ausgesehen, wenn nur dieses eine Jahr einen Februar mit neunundzwanzig Tagen hätte. Da er aber nicht einfach jedes Jahr um einen Tag verlängern konnte, entschied er sich dafür, jedes vierte Jahr um einen Tag zu verlängern. Damit hatte er dann auch noch ein zweites Problem gelöst, welches ihn schon seit vielen Jahrhunderten quälte. Denn alle vier Jahre trafen sich der Osterhase, der Nikolaus und der Weihnachtsmann, um gemeinsam im warmen Meer zu schwimmen und sich über die Feiertage auszutauschen. Dieser Tag fehlte ihn aber immer in der Weihnachtsvorbereitung, was den Weihnachtsmann jedes Jahr aufs Neue ärgerte. Nun konnte er einfach den 29. Februar für dieses Treffen nutzen.

So belegte er die Menschen mit einem Zauber, damit diese sich an den 29. Februar erinnern konnten, den es bisher noch gar nicht gab. Der Zauber bewirkte auch, dass es für die Menschen den 29.Februar schon immer gab. Nun musste er nur noch die ganzen Kalender austauschen, die es auf der Erde gab. Das machte er, während er die Geschenke auslieferte. Damit hatte er seinen Fehler wieder ausgebessert und er rettete damit auch die Hoffnung der Menschen, die nur wenige Wochen später im Frieden leben durften.
Allerdings gab es ein paar Menschen, bei denen der Zauber des Weihnachtsmannes nicht wirkte. Diese Menschen versprachen dem Weihnachtsmann aber, die Geschichte niemanden zu erzählen. Es hielten sich auch alle an dieses Versprechen, nur einer entschied sich, diese Geschichte aufzuschreiben. Da inzwischen aber alle Menschen aus dieser Zeit gestorben sind, weiß niemand, ob diese Geschichte auch wahr ist. Nur der Weihnachtsmann weiß, ob sich das Ganze so zugetragen hat, und ob er wirklich einmal das Weihnachtsfest verschlafen hat. Selbst seine Helfer können sich nicht mehr an diese Geschichte erinnern, denn dazu liegt sie schon viel zu weit in der Vergangenheit.

Morgen geht es weiter mit dem 12.Türchen des Blogger-Advents-Kalenders. Das Türchen findet ihr vielleicht auf dem meinungs-blog, oder auf gregel.com oder auf timotime.de.

30 November 2009

Weihnachtsschmuck aus Salzteig

Gestern habe ich euch ja gefragt was man machen kann um die Wohnung ein wenig auf Weihnachten zu trimmen. Heute wird die erste Idee dazu umgesetzt. Und zwar geht es um das Basteln mit Salzteig. Der Teig ist einfach hergestellt. Man braucht Mehl, Salz und Wasser, manch einer macht noch etwas Tapetenleim mit in den Teig, aber das habe ich nicht hier gehabt. Wie der Teig genau sein soll findet ihr auf dieser Seite.

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Den Teig habe ich in 5 Minuten fertig gehabt. Dann ist natürlich die Frage, was macht man nun. Ich habe mich entschlossen ein paar Sterne, zwei Glocken und einen Schneemann zu machen. Aber nur fürs erste, wenn diese Versuche klappen, werde ich noch ein wenig mehr machen.

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Das ganze muss jetzt aushärten und wird dann noch von mir bemalt, dass Endergebnis werde ich dann bei Gelegenheit hier auch noch veröffentlichen.

Die Kosten kann man vernachlässigen. Eine Tüte Mehl kostet 30 Cent, Salz ebenso und das Wasser kommt aus der Leitung, kostet zwar auch Geld, aber die Cent-Beträge für eine Tasse Wasser kann ich jetzt nicht ausrechnen ;-). Also wirklich eine schöne Idee um kostengünstigen Weihnachtsschmuck herzustellen.

29 November 2009

Wie wird dann die Stube glänzen…

…von der großen Lichterzahl.

Ja wir haben tatsächlich den ersten Advent und es Weihnachtet überall. Nicht nur die Kaufhallen und Einkaufszentren sind Geschmückt, nein auch die Blogs fangen an immer weihnachtlicher zu werden. Und dann, dann schaue ich hier in meiner Wohnung hin und her und es sieht überhaupt nicht nicht nach Weihnachten aus. Kein Schmuck, keine Lichterketten, nichts. Eigentlich würde ich das gerne ändern, aber erstens fehlen mir die Ideen und zweitens will ich das Geld was ich habe lieber für Geschenke ausgeben, als für Weihnachtsschmuck.

Nun dachte ich mir aber das man vieles doch auch sicher alleine basteln könnte, für wenig Geld eben. Bleibt nur das Problem mit den fehlenden Ideen, aber da es da draußen so viele Bastelblogs gibt, glaube ich, dass ich hier von euch sicher ein paar Tipps für preiswerte Weihnachtsdekorationen bekomme. Ich würde mich darüber wirklich sehr freuen und vielleicht wird es ja doch noch gemütlich hier in meiner Wohnung. Ich werde jetzt auf jeden Fall mal meine Schränke durchsuchen und schauen was hier so an Weihnachten erinnert und als Dekoration verwendet werden kann.

16 November 2009

Weihnachtswünsche im Kinderheim Augsburg-Hochzoll – betterplace.org

Ich hatte euch ja schon einmal betterplace.org vorgestellt und damals auch angekündigt immer mal wieder über Aktionen zu schreiben. Heute ist es also mal wieder soweit.

Diesmal geht es um ein Kinderheim in Augsburg-Hochzoll. Diese würden ihren Kindern gerne einen Weihnachtswunsch erfüllen, dafür brauchen sie allerdings Spenden. Hier ist mal die Beschreibung für dieses Kinderheim:

Das Katholische Kinderheim ist ein heilpädagogisches Heim, in dem über 300 Kinder und Jugendliche, die öffentlichen Erziehungsmaßnahmen unterliegen, oder die hör- und sprachbehindert sind, betreut werden. Es werden junge Menschen aufgenommen, die eine schwierige Lebensgeschichte hinter sich haben: Elterntrennung, Missbrauch, materielle Not oder Mangel an Zuwendung und pädagogischer Hilfe.
Im Internat werden Kinder und Jugendliche betreut und gefördert, die die Schule für Schwerhörige in Augsburg besuchen. Bei vielen ist das Hörvermögen so stark eingeschränkt, dass ihr Sprachaufbau durch besondere Fördermaßnahmen unterstützt werden muss. Die jungen Leute leben in kleinen Internatsgruppen mit entsprechend pädagogisch qualifiziertem Personal. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des pädagogischen Konzeptes ist die Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie.

Quelle: betterplace.org

Die Aktion findet ihr hier auf den Seiten von betterplace.org . Dort könnt ihr dann auch genau nachlesen was sich jedes einzelne Kind wünscht. Ich halte das für eine gute Aktion und werde mal schauen was ich Spenden kann.

Kleines Update:

Thorsten vom Distqueror Laufblog hat jetzt auch eine Aktion gestartet um das Kinderheim zu unterstützen. Wenn ihr also schon mal einen Marathon oder Halbmarathon gelaufen seid, meldet euch in der Hall of Fame bei Thorsten an.