19 Dezember 2018

Blogadventskalender 2018 – 19. Söckchen

Bild vom 19ten Söckchen
Blogadventskalender Söckchen Nr. 19

Irgendwo versteckt auf dem weiten Meer gibt es eine Insel. In der Mitte der Insel steht ein großer Nadelbaum. Dieser wird das ganze Jahr über von all den Inselbewohnern geschmückt, schön bunt und festlich. Dieser Baum ist gleichzeitig auch der Treffpunkt für alle Bewohner der Insel. Hier wird zusammen getanzt, zusammen gegessen, zusammen diskutiert und gestritten. Es werden Pläne geschmiedet, die notwendige Arbeit verteilt. Es wird hier gelacht, ab und an auch geweint. Es wird gespielt, gemeinsam fern gesehen. Dieser Ort ist, um es knapp zu sagen, der wichtigste Ort auf der Insel.

Natürlich haben die Bewohner auch einen zweiten wichtigen Ort. Den Ort, an dem sie alleine sein können, an dem sie sich zurückziehen, wenn sie gerade nicht Gemeinsamkeit, sondern Einsamkeit brauchen. Hier können sie sich frei entfalten, ihren Gedanken und Hobbys frönen. Sie wissen alle, dass es neben all den schönen gemeinsamen Stunden auch Stunden der Einsamkeit oder auch Zweisamkeit geben muss. Stunden des Rückzugs, die jedem Bewohner den Freiraum geben, den jeder von ihnen braucht.

Die Bewohner der Insel leben seit Anbeginn friedlich zusammen. Es gibt natürlich auch mal unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Entwürfe für das gemeinsame Leben, aber diese Unterschiede werden respektiert, bringen keine Feindschaften hervor. Und auch Fremde werden mit diesem Respekt empfangen. Sie werden in die Gemeinschaft eingebunden, bekommen Aufgaben, bekommen aber auch ihren Rückzugort. So werden aus Fremden Bekannte und aus Bekannten werden Freunde …

Sven: „Herr Bär, sag mal, wolltest du mir nicht eine Weihnachtsgeschichte erzählen?“

Teddy: „Aber ich bin doch gerade dabei!“

Sven: „Bisher kam aber Weihnachten in der Geschichte noch gar nicht vor.“

Teddy: „Ja sag mal Sven, hörst du mir eigentlich zu, wenn ich etwas erzähle? Warum sollte auf einer Insel, auf der das ganze Jahr über ein geschmückter Baum steht, wo die Menschen sich jederzeit an einen stillen Ort zurückziehen können, um sich auf wesentliches besinnen zu können und wo sie ansonsten die gesamte Zeit mit all ihren Freunden, Bekannten und der Familie verbringen und auch feiern können, warum sollte es auf solch einer Insel noch Weihnachten geben?“

Sven: „Ähm, weil du hier die Geschichte für den Blogadventskalender erzählen wolltest?“

Teddy: „Ja, aber dazu muss es doch nicht immer eine Weihnachtsgeschichte sein. Es geht doch Weihnachten darum, Zeit mit der Familie zu verbringen, darum, sich auf das Wichtige im Leben zu besinnen. Aber das geht doch immer, nicht nur zu Weihnachten. Ich könnte mich zum Beispiel mitten im August mit meiner Familie treffen, mit ihnen Plätzchen backen und Zeit mit ihr verbringen. Ich könnte das auch im Februar machen oder im März.“

Sven: „Ja Teddy, dass könntest du, aber wir sollen hier doch etwas für den Blogadventskalender schreiben. Du weißt doch, dass der Alex sonst ein Problem hätte, wenn das 19te Türchen leer bliebe?“

Teddy: „Klar, aber ich war doch gerade dabei eine Geschichte zu erzählen. Weißt du noch 2015, als ich einfach nicht in Weihnachtsstimmung kommen konnte, wegen der sozialen Kälte hier in Deutschland und Europa?“

Sven: „Sicher weiß ich das noch, haben wir ja auch im Adventskalendertürchen darüber geschrieben.“

Teddy: „Siehst du, viel hat sich seit damals nicht verändert. Es ist alles noch viel schlimmer geworden. Der Hass in den Straßen und im Internet. Das ganze Leid und der ganze Neid. Die vielen Ängste, die vielen Menschen, die nicht einmal das Geld haben, um sich ein Weihnachtsessen leisten zu können, die Obdachlosen. Da dachte ich mir, es wäre Zeit für eine Geschichte, in der all das nicht vorkommt. Eine Geschichte ohne Hass, ohne Neid, ohne Gewalt und Hunger. Ein Ort, an dem die Leute das ganze Jahr über ihre Weihnachtsstimmung bewahren, ohne zu wissen, was Weihnachten überhaupt ist und ohne den Stress, den sich die Menschen in der Vorweihnachtszeit machen. Weißt du, wir haben schon über einen Obdachlosen geschrieben, der sein letztes Geld für ein armes Kind ausgegeben hat. Wir haben über den Weihnachtsmann geschrieben, der Weihnachten einfach verschlafen hat und wir haben über Jamilia geschrieben.“

Sven: „Das haben wir.“

Teddy: „Und jetzt dachte ich mir, jetzt erzählen wir den Leuten einmal eine Geschichte, in der es nicht um Weihnachten geht. Eine Geschichte von einer solidarischen Gesellschaft ohne Hass und ohne Neid. Eine Gesellschaft, in der es nicht darum geht, besser zu sein als die Anderen. Eine Gesellschaft voll mit Besinnlichkeit, Freude und Lebensglück. Weihnachten halt, nur das ganze Jahr über und halt ohne Geschenke.“

Sven: „Und worauf sollen sich die Kinder dann das ganze Jahr über freuen?“

Teddy: „Warum braucht es denn einen Fixpunkt im Jahr für die Kinder? Warum können die sich denn nicht das ganze Jahr über, über jeden Tag freuen? Jeder Tag kann Glück und Freude bringen, jeden Tag können sie mit ihrer Familie etwas erleben oder mit Freunden oder auch ganz alleine. Jeder Tag steht für etwas Neues, vielen neuen kleinen Momenten, die jeder gerne für immer behalten möchte. Geschenke, die das ganze Leben lang bleiben. Natürlich auch Missgeschicke und Abschiede, aber auch das gehört zum Leben dazu. Und notfalls können sich die Kinder ja auch auf ihren Geburtstag freuen. Sie würden vielleicht ein Fest verlieren, wobei die Leute in meiner Geschichte das Fest ja gar nicht kennen, aber sie würden so viel mehr Gewinnen. Menschlichkeit zum Beispiel, eine Welt ohne Hass und Gewalt, ohne Hunger und Leid. Sie könnten wirklich Kind sein, könnten sich jeden Tag freuen, auf jeden Tag ohne Armut …“

Sven: „Ach Teddy, jetzt habe ich dir deine ganze Geschichte kaputt gemacht. So, wie du hier die ganze Zeit schwärmst, wäre es sicher eine schöne Geschichte geworden. Vielleicht solltest du sie jetzt doch weitererzählen und hat die Insel denn eigentlich einen Namen?“

Teddy: „Ach Sven, jetzt bin ich nicht mehr in der Stimmung für diese Geschichte, vielleicht erzähle ich sie dir später einmal. Und die Insel, das ist die Insel der Weihnacht. Du kannst sie jedes Jahr für genau drei Tage im Jahr besuchen. Dann ist sie überall dort, wo Weihnachten gefeiert wird. Irgendwo, versteckt auf dem weiten Meer, aber immer nur dann erreichbar, wenn die Menschen wirklich ihren Hass und ihren Neid vergessen …“

Frohe Weihnachten 2015

Das 20te Söckchen findet ihr hier oder hier oder hier

20 Dezember 2015

Blog Adventskalender 2015 – 20.Söckchen: Herr Bär auf der Suche nach der Weihnachtsstimmung

Teddy im Weihnachtssack

Teddy im Weihnachtssack

“Sag mal Herr Bär, was machst du denn im Sack vom Weihnachtsmann?”

“Ich bin auf der Suche nach der Weihnachtsstimmung!”

“Na hör mal, heute ist schon der 20. Dezember, wenn du jetzt noch nicht in Weihnachtsstimmung bist, wird das sehr schwer werden.”

“Ja Sven, du hast ja Recht, aber hast du draußen schon einmal die Temperaturen gefühlt? Es sind über 10 Grad Celsius. Und außerdem ist die Welt so kalt, wie soll ich denn da in Weihnachtsstimmung kommen?”

“Herr Bär, jetzt wiedersprichst du dich aber. Erst sagst du, dass es viel zu warm ist, und dann sagst du, dass die Welt viel zu kalt ist. Du musst dich schon entscheiden.”

“Nein, nein Sven, ich wiederspreche mich natürlich nicht. Du weißt doch, dass ich vor langer Zeit nach Deutschland gekommen bin, so wie derzeit auch viele Menschen nach Deutschland kommen. Ich habe in den letzten Monaten viel Fern gesehen, und was ich gesehen habe, war wirklich schrecklich für mich. Ich hatte schon überlegt, wieder nach Hause zu gehen, aber dann viel mir ein, das mein zu Hause bei dir ist.”

“Oh Teddy, ich kann dich ja schon verstehen, aber du darfst dabei auch nicht übersehen, dass es nicht nur Hass gibt. Es gibt auch viele, die die geflüchteten Menschen hier willkommen heißen. Die geben sich wirklich Mühe und das sollte dir doch dabei helfen, die Weihnachtsstimmung zu finden, oder Bär?”

“Ja, es gibt sie, aber es gibt auch so viele Vorurteile und so viel Hass. Vorher kommt dieser Hass? Ich meine, Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe und der Besinnlichkeit. Wie können wir aber von Nächstenliebe sprechen, wenn hier soviel Hass ist in Deutschland? Wie soll ich ein Fest feiern können, wenn dort draußen so viele Menschen keine Unterkunft haben? Wenn dort Menschen kaum Essen haben, wenn es Menschen gibt, die Schutz suchen, den aber nicht finden? Maria und Josef suchten damals auch nach Schutz, und würden wir heute Weihnachten feiern, wenn sie diesen Schutz nicht bekommen hätten?”

“Herr Bär, jetzt versaust du mir aber meine Weihnachtsstimmung. Ich stimme dir zu, die Welt ist derzeit nicht schön, und du hast Recht, Weihnachten würde es wahrscheinlich nicht geben, wenn es da vor ein paar Tausend Jahren nicht den Stall gegeben hätte, in dem Josef und Maria untergekommen wären, aber wenn du diesen Menschen helfen willst, solltest du dann nicht auch ein wenig Hoffnung im Herzen tragen? Immerhin ist das Weihnachtsfest ja auch das Fest der Hoffnung. Wenn du diese Hoffnung nicht mehr im Herzen hast, wie soll die Welt dann besser werden? Außerdem solltest du vielleicht auch daran denken, dass du die Nächstenliebe selbst weitergeben kannst, du darfst sie nicht nur von anderen fordern. Nein, du kannst nicht allen Menschen helfen, dass geht nicht, aber du kannst einigen Helfen.”

“Aber wie?”

“Ach Bär, ich denke, du hast in den letzten Monaten soviel Fern gesehen. Viele Menschen wünschen sich einfach nur ein wenig Zeit und Hilfe. Es geht hier auch nicht nur um die Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, es geht auch um die Obdachlosen, die Weihnachten allein auf der Straße verbringen. Wenn du denen eine kleines Geschenk machst, eine warme Mahlzeit, ein warmes Getränk, einen Schoko-Weihnachtsmann oder eben etwas Zeit, dann bringst du diesen Menschen Freude und das ist es doch, wozu Weihnachten da ist, oder?”

“Ja, da hast du recht. Du Sven?”

“Ja”

“Können wir noch schnell so 200 Schoko-Weihnachtsmänner kaufen? Und vielleicht noch ein paar warme Socken? Und können wir ein wenig was für die Menschen kochen? Oh Sven, komm, lass uns ein wenig Freude in die Welt bringen und dann bekomme ich hoffentlich ein schönes Weihnachtsgeschenk von dir. Oh Sven, jetzt komme ich doch tatsächlich langsam in Weihnachtsstimmung.”

“Öhm Herr Bär, können es auch ein paar weniger Weihnachtsmänner sein? Und ähm …”

“Ja gut, dann holen wir nur 199 Weihnachtsmänner, aber darunter geht gar nichts!”

“Öhm, und wer soll das Bezahlen?”

“Na du natürlich …”

Weihnachtskranz

20ste Adventssocke Ja, die Welt ist nicht perfekt, aber lasst euch dadurch nicht die Weihnachtsstimmung kaputt machen. Und wenn ihr nicht in Weihnachtsstimmung seid, oder ihr Weihnachten generell ablehnt, dann ist das auch nicht so schlimm. Menschlichkeit, Nächstenliebe und Freude kann auch ohne Weihnachten weitergegeben werden, auch mit Kleinigkeiten, ein paar warmen Socken, eine warme Mahlzeit, einen Kaffee oder eben einer Stunde Zeit, um den Menschen zuzuhören. Feiert Weihnachten, genießt die Zeit mit der Familie und den Freunden und geht auch in euch, damit ihr ein wenig Besinnlichkeit findet.

Das nächste Türchen findet ihr hier, hier oder hier.

5 Februar 2014

Herr Bär: Sag mal, ist Weihnachten nicht schon vorbei?

 

Herr Bär und die Plätzchen
Herr Bär und die Plätzchen

  • Sag mal Sven, ist Weihnachten nicht schon lange vorbei?
  • Ja Herr Bär, Weihnachten ist schon lange vorbei, warum fragst du?
  • Na wegen den Plätzchen, die hier auf deinem Tisch stehen.
  • Ja, die sind leider noch übrig geblieben.
  • Und du willst die jetzt alle essen?
  • Naja, zumindest ein paar davon.
  • Wolltest du nicht abnehmen?
  • Ja…
  • Und dann isst du Plätzchen?
  • Hatte ich vor.
  • Sicher?
  • Sag mal Herr Bär, willst du etwa die ganzen Plätzchen essen?
  • Ja, ich würde mich für dich opfern und die ganzen Kalorientierchen für dich vernichten!
2 Februar 2014

Herr Bär: Das schlechte Gewissen

Das schlechte Gewissen
Das schlechte Gewissen

 

  • Sag mal Sven, wolltest du nicht lernen?
  • Wie soll ich denn lernen, wenn du, Herr Bär, auf meinen Unterlagen sitzt?
  • Jetzt hör hier mal auf mit deinen Ausreden, ich bin gerade erst hier herauf geklettert. Und ich habe gesehen, was du gemacht hast – gelernt hast du auf jeden Fall nicht.
  • Okay, okay Herr Bär, hast ja recht…
  • Also wolltest du nun lernen?
  • Eigentlich schon…
  • Und warum machst du das nicht?
  • Nun, ich bin wohl eben etwas abgelenkt wurden…
  • Das ist ja schon wieder eine Ausrede!
  • Okay, hast ja recht, ich habe mich wieder ablenken lassen.
14 September 2011

Der Hexengarten im Britzer Garten

Herr Bär im Hexengarten
Herr Bär im Hexengarten


  • Herr Bär: „Sven, warum heißt der Hexengarten eigentlich Hexengarten?“
  • Sven: „Nun, in diesem Garten befinden sich Kräuter und Pflanzen, mit denen die Frauen früher Heilmittel und Gifte hergestellt haben. Mit den Giften haben sie dann ihre Männer getötet oder krankgemacht, weil diese zum Beispiel nicht treu waren.“
  •  Herr Bär: „Aber Hexen sind doch Frauen, die zaubern können und die auf einen Besen durch die Nacht fliegen.“
  • Sven: „Ja schon, aber hier sind wohl eher die Frauen gemeint, die ihre Männer mit Hilfe dieser Kräuter verhext haben. Wie schon gesagt, einige davon sind giftig, andere hingegen können als Heilmittel genutzt werden. Und da die Menschen damals noch nicht verstanden wie das funktioniert, haben sie halt gedacht, dass da Hexerei dahinter steckt. Heute wissen die Menschen natürlich einiges mehr, obwohl viele die Wirkung der verschiedenen Pflanzen vergessen haben.“
  •  Herr Bär: „Du redest immer von giftigen Pflanzen, willst du sagen, dass ich hier zwischen giftigen Pflanzen sitze?“
  • Sven: „Das müsste ich jetzt erst nachlesen, aber es könnte durchaus sein. Du solltest also lieber nicht auf den Blättern herumkauen.“
  •  Herr Bär: „Wahhh… hol mich sofort raus aus dieser grünen Hölle!“

Das Foto gehört zum Projekt52/2011. Das Thema: „Die grüne Hölle“