25 November 2020

Das gesellschaftliche Hamsterrad und die Pandemie

Baumreihe

Es ist gerade spannend zu sehen, wie sich Politiker*innen immer weiter in ihrem Hamsterrad drehen, aus dem sie nicht herauskommen, weil das bedeuten würde, dass gesellschaftliche Konzepte auf den Prüfstand müssten. Konzepte, die wir jetzt Jahrzehnte so gelebt haben, weil es einfach so schön einfach ist und die wir nur nicht antasten dürfen, weil es halt schon immer so war!

Da müssen Schüler*innen weiter in die Schule, weil es eben wichtig ist, dass sie in die Schule gehen. Sonst wären ja die Eltern plötzlich gebunden, könnten nicht mehr die volle Zeit ihrer Arbeit nachgehen und das würde ja der Wirtschaft schaden. Und überhaupt, die Kinder müssen doch in die Schule, müssen doch soziale Kontakte haben und Lernen geht halt nicht anders! Am Nachmittag allerdings, also in ihrer Freizeit, da müssen sie soziale Kontakte dann unbedingt vermeiden, muss ja jeder seine Opfer bringen in der Pandemie. Kurz gesagt: Vormittags in der Schule schön anstecken und Nachmittags dann den Virus im Haushalt verteilen! Wobei, in der Schule steckt sich ja keiner an, passiert ja alles woanders und überhaupt … ach lassen wir das.

Es gab ja nicht den Sommer, in dem wir Modelle hätten entwickeln können, die jetzt den Druck herausnehmen würden. Digitale Konzepte, die den Schüler*innen zumindest eine Wahlmöglichkeit hätten geben können. Aber dann könnte sich ja am Ende vielleicht herausstellen, dass das System der Schulpflicht gar nicht notwendig ist und es durch das Recht auf Lernen ersetzt werden könnte.

Wo ich das Thema gerade anspreche: Ein Recht auf Lernen könnte auch Schüler*innen aus einkommensschwachen Haushalten davor schützen, dass das Job-Center plötzlich der Meinung ist, dass diese kein Abitur brauchen, sondern lieber arbeiten gehen sollen. Aber das ist ein anderes Thema, welches halt immer wieder Mal aufkommt, aber niemanden wirklich interessiert. Warum sollten Jugendliche aus Hartz4-Haushalten auch dieselben Chancen haben wie andere?

Zurück zu den Schulen. Das Problem sind ja nicht nur die fehlenden digitalen Konzepte, das Problem ist ja auch der Datenschutz. Ja, Datenschutz ist wichtig, aber es muss möglich sein, dass das Internet weiterhin als Kommunikationskanal genutzt werden kann und es muss auch möglich sein, dieses riesige Wissensnetz als Lernplattform einzusetzen. Wenn Eltern das allerdings nicht möchten, dann nutzt das beste digitale Konzept nichts! Ja, nicht nur Politiker drehen sich im Hamsterrad, auch viele andere Menschen sind darin gefangen, kommen einfach nicht raus, haben Angst vor dem Neuen und halten am Alten fest, weil das halt schon immer so war!

Nicht Wirtschaft, sondern Menschen retten

Der nächste Punkt ist dann weiterhin das BGE. Menschen brauchen – gerade in der Pandemie – ein sicheres Einkommen! Damit ist sehr viel mehr Menschen geholfen, als mit den 9 Milliarden Euro, die an die Lufthansa gegangen sind. Die Wirtschaft sollte ein Konstrukt sein, dass dem Menschen zu einem guten Leben verhilft. Derzeit ist es aber ein Konstrukt, was für viele Menschen ein gutes Leben unmöglich macht, weil es die Lebensgrundlagen zerstört und Mensch, Tier und Natur ausbeutet. Darum müssen jetzt auch die Schulen offen bleiben, damit diese Wirtschaft weiterhin Wohlstand für wenige schafft. Wäre es nicht so, dann müssten wir die Wirtschaft nicht retten, weil wir sie einfach herunterfahren könnten und sie dann – nach der Pandemie – ohne Schäden wieder hochfahren könnten.

Wären Wohn- und Geschäftsräume nicht dazu da, um anderen Menschen Renditen zu bringen, wären sie also in gesellschaftlicher Hand, könnte die Gesellschaft jetzt entscheiden, dass sie für einen gewissen Zeitraum auf die zu zahlenden Mieten verzichtet. Genauso sieht es bei Strom, Telekommunikation und anderen wirtschaftlichen Bereichen aus, bei denen wir als Gesellschaft einfach hätten auf Einnahmen verzichten können, damit alle gut durch die Pandemie kommen. Dann hätte es danach einfach weiter gehen können, dann bräuchte jetzt keiner Angst haben, durch die Pandemie seine Existenz zu verlieren!

Eine solche Wirtschaft haben wir aber nicht, hatten wir vor der Pandemie nicht und hätten wir jetzt in der Pandemie auch nicht erreichen können, aber wir hätten ein BGE einführen können! Habe ich jetzt schon oft genug geschrieben, hier im Blog, auf Twitter, überall, wo ich regelmäßig schreibe. Haben wir auch nicht gemacht und damit wieder eine Chance verpasst, die Gesellschaft insgesamt solidarischer zu organisieren.

Da hätten wir dann schon ein weiteres gesellschaftliches Konstrukt angefasst, nämlich das Konstrukt der Erwerbsarbeit. Oje, Erwerbsarbeit, Schulpflicht, was denn noch?

Vielleicht generell die repräsentative Demokratie? Nein, ich will keine Diktatur! Allerdings will ich demokratische gesellschaftliche Institutionen! Eine demokratische Wirtschaft, eine demokratische Institution Schule und vieles mehr. Werde ich wahrscheinlich nie erleben, weil wir uns immer weiter in unserem Hamsterrad drehen, weil es morgen noch so ist, weil es immer schon so war.

23 November 2020

Gut, es ist ein Jammerjahr!

Bäume, Wolken und ein Gewässer

Das Jahr neigt sich langsam seinem Ende zu, noch ein paar Wochen hat es, dann ist Schluss. Die Zeit rennt und die Zeit fühlt sich so verloren an, weil die letzten Monate mich nicht weiter gebracht haben. Jeder Schritt nach vorne bedeute gleichzeitig wieder Stillstand, immer wenn es wieder aufwärts ging, lauerte an der nächsten Ecke schon wieder das Tal und das macht einen dann doch fertig! Es hilft aber nichts, es muss ja irgendwie weitergehen, nein, es geht irgendwie weiter, auch wenn ich in den letzten Monaten schon häufiger alles hinwerfen wollte. Dieser Krampf, dieses von Monat zu Monat denken, weil es auf dem Konto einfach keine Rücklage mehr gibt und das Ziel einfach nur ist, zumindest die laufenden Kosten irgendwie weiterhin zahlen zu können, macht einen irre und nicht die Möglichkeit zu haben, notfalls halt Hartz4 zu beantragen, noch sehr viel mehr.

Irgendwie bin ich jetzt bis November gekommen. Wie genau, weiß ich auch nicht, aber bis hierhin konnte ich irgendwie alles bezahlen, was bezahlt werden musste und das, obwohl ich schon seit August damit rechne, dass ich das nicht mehr schaffe! Geholfen haben mir da natürlich auch die beiden Spenden bei meiner gofundme-Kampagne und ein paar kleinere Aufträge, die ich in den letzten Monaten dann doch hatte. Hilfen vom Staat habe ich nicht bekommen, auch wenn sich die Politiker immer wieder damit rühmen, dass den Solo-Selbstständigen doch so geholfen wurde. Ich schrieb es glaube schon, dass mir die bisherigen Hilfen, die es gegeben hätte, nicht wirklich etwas gebracht hätten, weil ich das Geld nicht hätte ausgeben dürfen und irgendwie scheint es mir, dass durch die Hilfen die Ungleichheiten in der Gesellschaft nur vergrößert wurden, weil gefühlt die reichsten Menschen um den Betrag der Hilfen reicher geworden sind in der Krise.

Ich bin weiterhin der Meinung, dass ein BGE mehr gebracht hätte, aber dagegen hat sich ja die sozialdemokratische Partei Deutschlands sehr gut gewehrt, weil sie die Menschen lieber in Hartz4 sehen will, wo sie mit Repressionen die Menschen klein halten kann. Hat schon einmal wer ausgerechnet, wie viel BGE hätte ausgezahlt werden können, wenn all die Hilfen, die ausgeschüttet werden sollten, in diese Idee geflossen wären? Mir hätte es jedenfalls viele schlaflose Nächte und uns allen wahrscheinlich ein paar Querdenker erspart, weil zumindest eine finanzielle Absicherung bestanden hätte, mit der die Existenz hätte gesichert werden können. Aber okay, wo kämen wir denn hin, wenn wir die Krise genutzt hätten, um neue Konzepte auszuprobieren? Könnte ja passieren, dass die Bekämpfung der Pandemie nachher noch gelingt, weil die Menschen einfach zu Hause bleiben!

Gut, es ist ein Jammerjahr. Da muss nicht nur ich durch, da müssen wir alle durch. Nur gehen mir langsam die Ideen aus, denn ohne Geld ist es halt so ziemlich unmöglich, irgendwelche Ideen umzusetzen. Aber okay, irgendwie wird auch diese Woche wieder vergehen und vielleicht schaffe ich es auch diesen Monat wieder, irgendwie genug zu verdienen, um die laufenden Kosten zu bezahlen. Ich glaube derzeit nicht daran, aber selbst wenn nicht, muss es ja irgendwie weiter gehen. Ich lasse mich überraschen!

6 November 2020

Auswertung zur Blogparade #Pandemieleben

Am 08. Oktober 2020 habe ich hier die Blogparade „Wie hat Corona euer Leben verändert?“ gestartet. Bis zum 05. November hattet ihr Zeit, an dieser Blogparade teilzunehmen. Dieser Zeitraum ist nun abgelaufen und es sind zwei Artikel zur Blogparade entstanden. Woran es lag, weiß ich nicht, weil ich das Thema an sich spannend fand, aber ich will jetzt nicht jammern und wer Lust hat, kann sich das Thema ja immer noch als Inspiration für einen Blogartikel nehmen.

Eine Studentin und die Pandemie

Jetzt aber zu den beiden Teilnehmerinnen. Den Anfang machte Verena, die in ihrem Beitrag über ihre Ängste schreibt, über all die Einschränkungen, die sie sich freiwillig auferlegt hat und die ihr auferlegt wurden. Sie schreibt von ihrer Einsamkeit und darüber, wie ihr, ihr Garten durch diese Zeit hilft. Wenn sie sagt:

Es ist auch ok, traurig zu sein oder wütend oder verzweifelt. Auch ist es ok, zu weinen und einzugestehen, dass man sich einsam fühlt.

Quelle: Verenas Beitrag

spricht sie damit sicher vielen aus der Seele. Und es wäre auch seltsam, wenn jemand ganz ohne diese Gefühle durch die Pandemie gehen würde. Es ist absolut okay diese Gefühle zu haben!

Eine Verwaltungsfachkraft in der ambulanten Pflege

Auch Sabrina lässt uns in ihrem Beitrag zur Blogparade an ihrem Pandemieleben teilhaben. Sie schreibt von vielen Überstunden, die sich durch die Umstellungen in diesem Bereich ergeben haben, den verschobenen Urlaub und auch die Veränderungen der Menschen, die in der ambulanten Pflege versorgt werden. Auch hier kommen die Ängste zum Vorschein, die durch die Pandemie ausgelöst wurden und die Menschen dazu trieben, lieber auf ihre Hilfe zu verzichten, weil sie niemanden mehr in die Wohnung lassen wollten.

Auch ein Fazit gibt Sabrina uns mit auf den Weg:

Aber eins weiß ich, ich lass mir 1. nicht den Kopf verschwurbeln, 2. sehe ich trotzdem einiges Kritisch und 3. dass der Wald, genauso wie das Meer, mein Lieblingsort geworden ist´während der Pandemie.

Quelle: Blogartikel von Sabrina

Mein Fazit

Gerne hätte ich sehr viel mehr Beiträge zur Blogparade gelesen. Zum einen, weil ich ein neugieriger Mensch bin und zum anderen, weil mich interessiert hätte, wie sich diese Pandemie so auswirkt, welche Lebensbereiche besonders betroffen sind und ob es Ähnlichkeiten gibt.

Was nicht ist, kann ja noch werden! Zwar ist die Blogparade beendet, aber wer jetzt vielleicht doch noch Lust bekommt, einen Artikel zu schreiben, ist herzlichst dazu eingeladen dies zu tun und – damit ich es auch mitbekomme – sind auch Kommentare mit dem Link zum Beitrag gerne gesehen.

6 November 2020

Kommt gut ins Wochenende mit einer neuen Version von Father & Son

Ich liebe dieses Video! Auch zu Corona-Zeiten sollten wir uns unseren Humor bewahren und ja, dieses Video trägt dazu bei. Ich musste beim ersten Mal hören mit die Tränen aus den Augen wischen, so sehr musste ich darüber lachen.

Father & Son (Cat Stevens Lockdown Parody)
Dieses Video ansehen auf YouTube.

Habt ihr auch einen Corona-Lieblingssong? Dann hinterlasst doch bitte einen Kommentar und lasst uns alle daran teilhaben.

30 Oktober 2020

Warum hasst ihr mich eigentlich?

Bild von einem Gefäß voll Tee und dem Text "Warum hasst ihr mich eigentlich?"

Danke! Danke dafür, dass ihr eure Masken konsequent unter der Nase oder gar nicht getragen habt. Danke dafür, dass ihr die Infektionszahlen nach oben getrieben habt, was wahrlich vermeidbar gewesen wäre. Auch Danke dafür, dass ihr Gastronomen, Künstler, Kinos und all die anderen Unternehmen mit einem weiteren Monat ohne Einnahmen belohnt habt, obwohl sich ein Großteil wirklich angestrengt hat, einen vernünftigen Hygieneplan aufzustellen, damit die Infektionszahlen nicht steigen. Danke auch für die, die gerade so die erste Schließung überstanden haben, mit der zweiten Schließung jetzt aber Pleite gehen werden. Danke dafür und für die Angestellten in diesen Unternehmen, die jetzt weiter um ihre Existenz kämpfen müssen. Und danke auch von mir, dass ihr meine Selbstständigkeit weiterhin gefährdet.

Danke von den Pfleger*innen und Krankenschwestern, die ja nicht ohne Virus schon an der Belastungsgrenze arbeiten und auch danke von den Ärzt*innen, die weiter hoffen müssen, dass sie nicht entscheiden müssen, welches Leben sie retten und welches nicht. Auch danke schon Mal, dass ihr gleich wieder erzählen werdet, dass ich für all diese Gruppen gar nicht Danke sagen darf.

Ihr könnt euch echt auf die Schulter klopfen, weil ihr euch gegen ein Stückchen Stoff gewehrt habt, welches euer Leben nur minimal verändert hätte. Danke dafür, dass ihr für euren Egoismus und für eure Freiheit das Leben von anderen Menschen gefährdet und ihr für einige sogar das Todesurteil sprecht. Ich hoffe, dass es das wert war!

Ich hoffe auch, dass es der Kaffee Wert war, den ihr in der S-Bahn trinken musstet, obwohl diese voll war. Oder das Bier, welches anscheinend wichtiger ist als der Schutz anderen Menschen.

Danke natürlich auch dafür, dass ihr die Bemühungen all der anderen Menschen kaputt gemacht habt, die sich – auch wenn es schwerfiel – an all die Regeln gehalten haben. Danke dafür, dass ihr Angst, Hetze und Gewalt verbreitet, weil so ein bissel Stoff euch ja die Luft zum Atmen nimmt! Danke dafür!

Doch eine Frage hätte ich dann doch: Warum hasst ihr mich eigentlich? Warum hasst ihr all die anderen Menschen, die euch nichts getan haben? All die Menschen, die durch euren Egoismus ihre Existenz verlieren, im schlimmsten Fall sogar ihr Leben?

12 Oktober 2020

Könnt ihr mir einen Gefallen tun?

Screen von der Corona-Warn-App

Leute, tut ihr mir einen Gefallen und installiert die Corona-App? Ja, ich hatte am Anfang auch bedenken, weil Bluetooth nicht die sicherste Schnittstelle ist, habe mich aber dann doch entschieden die App zu installieren, weil ich als Selbstständiger mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt komme. Wenn ich als Promoter unterwegs bin, um zum Beispiel mit Rädern mit Werbebanner-Anhänger durch die Gegend fahre, dann ist die Nachverfolgung meiner Kontakte sehr schwer. Eigentlich ist sie unmöglich. Die App ist der einzige Weg, um eine ernsthafte Nachverfolgung der Kontakte zu ermöglichen. Listen in Restaurants oder bei Veranstaltungen bringen nicht wirklich viel, schon allein wegen der Angst vieler Menschen, dass die Daten für andere Dinge missbraucht werden, bei der App besteht die Gefahr nicht!

Klar, es bleibt weiterhin der Punkt, dass die verwendete Schnittstelle nicht die sicherste ist, aber in der Pandemie müssen wir abwägen. Was ist wichtiger? Die Gesundheit und das Leben von Menschen oder eine abgeschaltete Bluetooth-Schnittstelle? Vielleicht kann auch ein Mittelweg gegangen werden, wenn nämlich ein zweites Smartphone für die Corona-App genutzt wird, auf dem keine sensiblen Daten drauf sind, wenn denn wirklich wer über Bluetooth das Smartphone knackt. Ich meine jetzt nicht, dass dafür extra ein neues Smartphone gekauft werden soll, sondern vielleicht liegt noch ein gebrauchtes irgendwo in der Schublade, welches für die Corona-App geeignet ist. Wenn dort dann nur die Corona-App läuft und nichts anderes, wäre ein Angriff auf das Smartphone nicht wirklich mit einem großen Schaden verbunden.

Also Leute, tut mir den Gefallen und installiert die App! Je mehr Menschen sie nutzen, desto besser wird die Nachverfolgung und um so mehr Freiheiten können in dieser Pandemie erhalten bleiben.

Hier noch ein kleines Update von einem anderen Blog. Der Johnny Haeusler vom Spreeblog schreibt gerade ein Quarantäne-Tagebuch und das sie so schnell reagieren und damit wohl auch verhindern konnten, dass sie viele andere anstecken, liegt an der Corona-App. Also ein praktisches Beispiel, warum die App so wichtig ist!

Bild GofundMe-Kampagne

8 Oktober 2020

Blogparade: Wie hat Corona euer Leben verändert? #pandemieleben

Baumreihe

Hach, ich muss es doch einmal wieder probieren, ich muss Mal wieder eine Blogparade starten. Es geht um Corona und darum, wie sich euer Leben in den letzten Monaten verändert hat, ob sich überhaupt was verändert hat oder ob ihr so weiter gelebt habt wie bisher. Es gibt tatsächlich schon Blogparaden zu Corona, zum Beispiel die, wo ihr 10 Bilder von eurem Corona-Alltag verbloggen sollt, oder die, die sich mit der Ablenkung von der Corona-Pandemie beschäftigt, vergessen dürfen wir natürlich auch nicht die Zukunft nach Corona, die ebenfalls in einer Blogparade abgefragt wurde. Ich finde aber, dass noch zu wenig sichtbar wird, wie anders das Leben mit der Corona-Pandemie ist und deswegen braucht es diese Blogparade.

Ablauf

Da jede Blogparade (harte) Regeln braucht, hier der kurze Ablauf:

  • Die Frage: Wie hat Corona euer Leben in den letzten Monaten verändert?
  • Die Aufgabe: Schreibt einen Blogartikel zum Thema, veröffentlicht diesen auf euren Blog und verlinkt den Artikel hier in den Kommentaren.
  • Zeitraum: Wir haben heute den 08.10.2020 und ich würde sagen, die Blogparade läuft bis zum 05.11.2020. Ihr habt also vier Wochen Zeit, um euren Artikel zu verfassen
  • Hashtag: #pandemieleben

Ich freue mich auf eure Blogartikel und hoffe, dass ihr alle Gesund durch die Pandemie kommt, oder zumindest ohne größere Schäden, wenn euch das Virus doch erwischt.

23 September 2020

(Il)legale Partys und Corona

Derzeit gibt es ja viele illegale Partys in Berlin, Ursache dafür ist natürlich die Pandemie, aber auch die Politik, die hier immer noch nicht kreativ genug ist. Einige werden jetzt wieder sagen, dass die jungen Menschen doch wohl Mal verzichten können, kann doch nicht so schwer sein! Und ja, wenn ich jetzt nur von mir persönlich ausgehe – was viele in diesem Zusammenhang ja tun – fällt es wirklich nicht schwer. Ich war allerdings schon vor der Pandemie eher selten bei Massenveranstaltungen, einzig und allein der Besuch bei meinem Fußballverein war immer Mal notwendig und den vermisse ich auch jetzt schon, aber ansonsten fehlt es mir nicht. Nun bin ich aber nicht der Bezugspunkt, denn andere Menschen brauchen eben die Party als Ventil, um den Stress, der durch das normale Leben entsteht, abzubauen. Für andere, Singles, die alleine wohnen, ist das die Möglichkeit, um in sozialen Kontakt mit anderen Menschen zu kommen und der Einsamkeit zu entfliehen. Diese Bedürfnisse kannst du für eine gewisse Zeit zurückstellen, aber eben halt nicht ewig!

Schon am Anfang der Pandemie schrieb ich, dass die Einschränkungen für einen gewissen Zeitraum durchaus Sinn ergeben, dieser Zeitraum aber eben mit einer Perspektive verknüpft sein muss. Diese Perspektive hat der Senat aber bisher nicht geschaffen und inzwischen kommen wir in den Herbst. Und ja, der Artikel ist am Anfang der Pandemie entstanden und einiges davon würde ich heute so wohl nicht mehr schreiben.

Ich glaube, wir hätten weniger Probleme mit Partygängern, wenn es eine legale Möglichkeit geben würde. Hierzu hätte der Senat den Clubbetreibern Flächen zuweisen müssen, die für solche Partys hätten genutzt werden können. Im Gegenzug hätten die Veranstalter natürlich ein Hygiene-Konzept erstellen, hätten natürlich auf die Einhaltung der Regeln achten müssen. Es hätte personalisierte Tickets geben können, die eine Nachverfolgung ermöglichen und es hätte Verantwortliche für den Müll und dessen Beseitigung gegeben. Einige von euch werden mir jetzt aber entgegenrufen, dass die Fallzahlen steigen, wir immer noch mitten in der Pandemie stecken und das ganze doch unverantwortlich ist!

Nun, die Alternative dazu sehen wir gerade. Illegale Partys im Park, die nach Stunden aufgelöst werden, bei denen es aber keine Nachverfolgbarkeit der Personen gibt, kein Hygiene-Konzept, keine Verantwortlichen, die auf dessen Einhaltung achten. Wir haben unkontrollierbare Partys, die sich notfalls halt in Gebäude verlagern, wo sie nicht so schnell auffliegen und von der Polizei aufgelöst werden. Ist das der bessere Zustand? Und nein, ich glaube nicht daran, dass wir diese Partys ewig lang unterdrücken können, und genau das ist mein Punkt in der Diskussion. Dann doch lieber legale Partys, mit Hygiene-Konzept, mit Verantwortlichen, die darüber wachen und mit Nachverfolgbarkeit.

Ich möchte auf keinen Fall Corona verharmlosen, dafür haben wir alle viel zu viel über den Virus in den letzten Monaten gelernt, aber ich werbe dafür, dass wir uns durchaus in die Lage von Menschen versetzen, die grundsätzlich schon bereit wären, sich an die Regeln zu halten, wenn sie im Gegenzug ein Ventil bekommen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Es könnte so viel leichter sein, auch die Durchsetzung von Hygiene-Regeln auf den Partys selbst, wenn wir nicht nur versuchen mit negativen Anreizen die Leute davon zu überzeugen, sondern es eben auch mit Konzepten für positive Anreize versuchen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich sowohl die Veranstalter, wie auch die Gäste, sehr um die Einhaltung der Regeln bemühen würden, damit solche Freiräume auch weiterhin genutzt werden könnten, nur dazu hätte der Senat diese erst einmal schaffen müssen.

19 September 2020

Tirade: 10 Männer mit Geld

Wow, da wird seit Monaten versucht alle davon zu überzeugen, dass der Mund-Nasen-Schutz wichtig ist, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann und dann sitzen beim Eröffnungsspiel der Bundesliga, welches Live in ganz Deutschland im Free-TV zu sehen war, 10 Herren ohne Abstand und ohne Mund-Nasen-Schutz auf der Tribüne eines Stadions, aus welchem gerade ein Tag zuvor das – bis dahin zugelassene Publikum – ausgeschlossen wurde. Ganz ehrlich, haben die echt überhaupt kein Taktgefühl mehr, auch wenn die bayrische Corona-Verordnung das tatsächlich zulässt?

Welche Botschaft vermitteln diese Herren denn bitte, wenn sie, obwohl wir gerade in einer Pandemie sind, sich da ganz normal, ohne Mund-Nasen-Schutz, ohne Abstand, hinsetzen? Ist denen nicht bewusst, dass sie eine Vorbildfunktion haben und sie mit solch einer Aktion die Bemühungen der letzten Wochen kaputt machen? Muss es wirklich sein, dass die sich so demonstrativ ins Stadion setzen, so als ob die Pandemie ihnen nichts anhaben könnte, als ob sie sich nicht mit Covid-19 infizieren könnten? Ich kann mir da nur an den Kopf greifen, denn auch wenn die Corona-Verordnung das in Bayern so hergibt, sollten sich die Herren bewusst sein, dass das an ihre Fans eine gewisse Botschaft aussendet.

Jugendliche müssen sich seit Monaten einschränken, haben ihre physischen sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert und müssen, wenn sie sich dann doch mit ihren Freunden treffen, sich an alle möglichen Regeln halten, damit wir solidarisch die Menschen schützen, die dieses Virus ansonsten töten würde. Diese Jugendlichen sehen dann, dass der Vorstand der Bayern sich nicht an diese Regeln hält, was meint ihr, welche Schlüsse einige Jugendliche daraus ziehen werden? Dasselbe gilt natürlich auch für Erwachsene, die sich durchaus auch an Vorbildern orientieren!

Ja, es mögen nur 10 Leute sein und ja, die arbeiten zusammen in einem Verein, aber jeder von diesen Herren hat ja auch noch andere Verpflichtungen, trifft andere Menschen, hat also durchaus die Möglichkeit, sich mit dem Virus anzustecken und diesen dann in den Verein zu tragen. Und da ist egal, dass es da auch noch einen Hygiene-Plan der DFL gibt!

Es regt mich auf, weil ich – wegen Corona – Pleite bin, weil ich keinen Plan mehr habe, wie es die nächsten Monate weitergeht. Ich kann nur hoffen, dass es nicht wieder zu härteren Ausgangsbeschränkungen kommt, weil dann auch die Promotion-Jobs, die ich derzeit wieder ab und an habe, wegfallen würden. Und dann sitzen da 10 Menschen, die genügend Geld haben, die deswegen kaum von den Corona-Einschränkungen betroffen sind, und schaffen es einfach nicht, einen verdammten Mund-Nasen-Schutz zu tragen! Ich könnte gerade mächtig kotzen.

PS: Bevor ihr euch jetzt aufregt: Ich bin pleite, dieser Blog geht irgendwann in den nächsten Wochen eh offline!

11 August 2020

11.08.2020: Was läuft bei mir?

Weltzeituhr am Alexanderplatz in Berlin

Hach, die letzten Monate waren doch nicht ohne. Ein Grund, warum es hier so still war und ich auch mit meinen Wochenrück- und Vorblicken aufgehört habe, war, dass meine Oma gestorben ist. Nicht an Corona, aber wegen Corona konnten wir sie vorher nicht einmal mehr besuchen. Ist sehr schwierig, weil sie, auch wenn sie vielleicht nicht mehr viel mitbekommen hat, ziemlich einsam gestorben sein muss. Im Heim, bei all den anderen Menschen, wo nur ihre Kinder und Enkel nicht mehr gekommen sind. Wahrscheinlich wusste sie nicht einmal, warum wir nicht kommen können, dass wir nicht kommen durften. Das macht es irgendwie noch einmal schwerer, weil der Gedanke daran, dass sie ziemlich einsam gewesen sein muss, schmerzt. Zum Glück konnten wir aber wenigstens zu ihrer Beerdigung gehen, hier waren die Regeln dann schon nicht mehr so streng und so war wenigstens die Möglichkeit des Abschiedes gegeben.

Diese Möglichkeit hatte ich bei meinem Onkel leider nicht, der schon ein paar Wochen vorher gestorben war. Leider waren zu dem Zeitpunkt die Bestimmungen noch strenger und die Einreise nach Mecklenburg-Vorpommern nicht wirklich erlaubt. Das ist schon scheiße, auch wenn der Kontakt nicht so eng war, wie zu meiner Oma. Ich hätte dennoch gerne Abschied genommen, denn an Mecklenburg-Vorpommern und auch an meinem Onkel – okay, er war der Mann meiner Tante, aber dennoch nannten wir ihn Onkel – habe ich doch positive Erinnerungen, auch aus der Kindheit. Sollte leider nicht sein, weil Corona es nicht wollte, was mich schon ziemlich traurig macht.

Das mit meiner Oma geht mir leider nicht aus dem Kopf. Gerne hätte ich sie dieses Jahr noch einmal gesehen, gerne hätte ich noch ein wenig Zeit mit ihr verbracht. Es rächt sich leider, dass ich mir diese Zeit nicht zum Anfang des Jahres genommen habe. Es lehrt mich, dass das mit dem Verschieben von Besuchen leider auch dazu führen kann, dass es dann für Besuche einfach zu spät ist. Ich habe mir natürlich vorher auch die Zeit genommen, sie zu besuchen, zuletzt lag dann jetzt aber ein etwas längerer Abschnitt dazwischen und durch das ständige hinausschieben, habe ich sie jetzt dann gar nicht mehr gesehen. Das schmerzt schon ziemlich, auch wenn am Ende ein Virus die Schuld daran trägt, dass ich meine Oma nicht mehr sehen konnte.

Jetzt haben wir August, die Beerdigung ist auch schon wieder ein paar Wochen her und ich muss langsam wieder ins Handeln kommen. Mehrere Monate bin ich jetzt schon ohne Aufträge und wenn der August auch nicht besser wird, dann ist das mit der Zahlungsfähigkeit vorbei. Dann gibt es auch diesen Blog hier nicht mehr und all die anderen Seiten von mir. Hoffen wir einfach, dass das nicht so weit kommt!

Die Hoffnung ist leider ein wenig begrenzt, weil es da diese Wut-Hut-Maskenverweigerer-Egomanen gibt, die sich in ihrer Freiheit und in ihren Grundrechten eingeschränkt fühlen, wenn sie ein Stück Stoff vor Mund und Nase tragen müssen. Dabei gibt es gar kein Grundrecht auf „Ohne-Maske“-Einkaufen oder „Ohne-Maske“-Zugfahren. Ich habe es zumindest nicht gefunden und das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit gilt auch nur solange, wie die Grundrechte von anderen nicht verletzt werden. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit zum Beispiel und das Recht auf Leben. Aber erkläre das Mal diesen Menschen, die sich in einer riesigen Verschwörung wähnen, in einem Szenario, wo sie entrechtet werden sollen, durch ein Stück Stoff. Ich würde die gerne alle in Haftung nehmen, wenn es wieder zu Beschränkungen kommt, oder – noch schlimmer – zu einem richtigen Shutdown, wie ihn andere europäische Länder erlebt haben. Ist denen aber egal, denn sie wollen ihr Recht, andere Menschen anstecken zu können, wahren, können aber nicht erklären, worin sie durch eine Maske denn wirklich eingeschränkt sind? Vielleicht ist es die eigene Beschränktheit, die sie so einschränkt.

Das schreibe ich, obwohl ich ja auch nicht so begeistert von diesen Masken bin, obwohl ich auch die autoritären Züge, die dieser Virus ins Rampenlicht gezogen hat, ablehne. Ich trage die Maske dennoch, weil ich das Recht auf Leben respektiere, weil ich andere nicht in Gefahr bringen möchte, weil ich selbst nicht wissen kann, ob ich den Virus nicht vielleicht schon im Körper trage. Deswegen akzeptiere ich auch die anderen Regeln, über die autoritären Tendenzen können wir auch nach der Krise noch diskutieren und diese auch hoffentlich überwinden.

Die letzten Wochen waren schwierig, die nächsten Wochen sind es wohl auch, aber Kopf hängen lassen gilt jetzt nicht, jetzt muss es einfach irgendwie weiter gehen, denn irgendwann werden auch wieder bessere Zeiten kommen.