Juni 9 2016

Morgens, kurz nach fünf Uhr in Deutschland

Foto von einem Telefon

Donnerstag, kurz nach fünf, noch viel zu früh, um sich mit irgendjemanden zu streiten. Es ist der dritte Tag, an dem ich meinem Auftraggeber erklären muss, dass der Verein immer noch nicht telefonisch erreichbar ist und das auch die Internetleitung noch nicht steht. Dabei hängt das eine vom anderen ab, denn der Telefonanschluss sollte am Dienstag auf Voice over IP umgestellt werden, der nächste heiße Scheiß, so scheint es jedenfalls, wenn du dem Gerede der Telekommunikationsunternehmen glaubst. Allerdings scheint das Umschalten auf diese Technologie gar nicht so einfach zu sein, und so ist der Verein jetzt schon seit Dienstag nicht telefonisch erreichbar. Der Horror! Im schlimmsten Fall gehen Aufträge verloren und somit auch Gelder, kein schöner Gedanke.

Aber ich weiche ab, denn um kurz nach fünf musste ich heute wieder den Support anrufen. Nachdem auch die Internetleitung nicht funktioniert, musste dafür am Mittwoch eine Lösung gefunden werden und diese Lösung war ein Surfstick, der eventuell, wenn etwas Glück im Spiel ist, mit der nächsten Rechnung verrechnet wird. Aber das liegt in der Zukunft, keiner weiß, wie viel Spaß ich bis dahin noch mit dem Support haben werde.
Nein, es geht jetzt noch nicht um die Zukunft, es geht noch um die Vergangenheit, denn nachdem ich am Mittwoch nun diesen Stick gekauft hatte, rief ich erneut beim Support an, denn dieser wollte mit kostenloses Datenvolumen auf den Stick buchen, damit das Unternehmen wieder online ist. Die Bearbeiterin war freundlich, versicherte mir auch, dass sie das Datenvolumen aufgebucht hätte und wünschte mir noch einen schönen Tag.

Heute um kurz nach fünf komme ich dann in das Büro, schalte das Internet ein und bekomme die Nachricht, dass das Datenvolumen bereits aufgebraucht wäre. Wir reden hier von 50 GB. Da das natürlich nicht sein konnte, rief ich also kurz nach fünf beim Support an, einfach um kurz nachzuhören, was da wohl passiert sei. Eigentlich hatte ich vor freundlich zu bleiben, aber wie willst du freundlich bleiben, wenn dir um kurz nach fünf schon eine unfreundliche Dame die Schuld geben will? Schuld an eine Situation, die der Telekommunikationsanbieter verschuldet hat, weil er den Anschluss nicht umgeschaltet sondern stillgelegt hat und die wohl noch ein paar Tage anhält, weil er einen Fehler im System nicht sofort beheben kann, obwohl er ihn selbst produziert hat.

Ich musste mir also anhören, dass wir das Datenvolumen von 50 GB innerhalb von 12 Stunden verbraucht hätten – mit einer Leitung, die maximal 2 Mbit/s hergibt. Schuld daran sollte sein, dass ich den Stick nicht nach jeder E-Mail, die im Büro abgerufen wird, vom Netz getrennt habe. Ich stelle mir gerade vor, wie ich jedes mal das mobile Datennetz meines Smartphones deaktiviere, nachdem ich eine Mail abgerufen habe und schlage in Gedanken meinen Kopf gegen die Wand.

Auf die Idee, dass die Mitarbeiterin, die ich am Tag zuvor in der Leitung hatte, um den Stick mit dem Datenvolumen bestücken zu lassen, einen Fehler gemacht hat, weshalb das Datenvolumen gar nicht gebucht wurde, kam die nette unfreundliche Support-Mitarbeiterin um kurz nach fünf natürlich nicht und ich hatte nicht wirklich die Lust dazu, mit ihr darüber zu diskutieren, nachdem ich, weil der Telefonanschluss im Büro nicht funktionierte, gerade einmal 4 Stunden geschlafen hatte. Ich wollte nicht über eine Leitung diskutieren, die im Büro gerade einmal dazu reicht, um wenigstens die Mails abzurufen und zu beantworten, wenn schon das Telefon nicht funktioniert. Über eine Leitung, die nicht dazu geeignet ist, um sich irgendwo Videos anzusehen, mit der ich gar keine Trafficintensiven Dienste nutzen könnte, die ich bräuchte, um 50 GB Traffic zu erzeugen. Mal davon abgesehen, dass ich hier zu Hause nicht einmal auf 50 GB Traffic im Monat komme, obwohl ich hier Spotify und Youtube regelmäßig nutze und auch mein Linux regelmäßig Updates herunter lädt. Und ich wollte auch nicht unfreundlich werden, nicht so früh am Tag.

Diesen Part übernahm dann mein Auftraggeber, als er später am Tag erneut die Hotline anrief, nachdem der Telekommunikationsanbieter nicht einmal in der Lage war mitzuteilen, ab wann denn der Telefonanschluss wieder funktioniert. Um es noch einmal zu erwähnen, es geht hier nicht um einen privaten Anschluss, es geht um den Anschluss eines Vereins. Hier hängen also auch Existenzen dran, Mitarbeiter, die darauf angewiesen sind, dass die Kommunikation nach außen funktioniert. Und ja, zur Kommunikation eines Vereins oder Unternehmens gehört auch heute ncoch das klassische Telefon, aber eben auch das Internet, weswegen zumindest der Surfstick funktionieren muss.

Mai 2 2016

Wenn Provokation nervt – Kritische Gedanken zu „Das Schweigen der Männer“

Friedliche Idylle

Es gibt ja so Bücher, die benutzen bestimmte Aussagen und Sprüche, um den Leser zu provozieren. Es gibt aber auch Bücher, die benutzen diese Aussagen und Sprüche viel zu oft, sie wollen wahrscheinlich auch provozieren, aber durch die Häufigkeit der Wiederholung, wird es dann einfach nur noch nervig. Auf „Das Schweigen der Männer“ trifft der zweite Fall zu – jedenfalls bei mir, obwohl ich gerade einmal die Hälfte des Buches gelesen habe.

Dasa Szekely, die Autorin des Buches, möchte den männlichen Leser anscheinend bei der Ehre packen, nein, eigentlich bei den Eiern, denn die werden auf den ersten hundert Seiten sehr oft erwähnt. Der eine Mann hat „zu viele Eier“, der andere Mann „zu wenige Eier“ und den, der genau die „richtige Anzahl von Eiern“ hat, den sucht sie in ihrem Buch. Variiert wird diese Aussage dann noch mit dem Spruch von „kastrierten Männern“.

Ganz ehrlich, wenn das ein, zwei, vielleicht auch drei Mal im Buch vorkommt, dann ist das Okay, dann wird es das Ziel der Provokation erreichen, aber so ist es ja leider nicht. Es wird eher als eine Art Kategorie für Männer genutzt und genau das finde ich schwierig, besonders weil es dazu beiträgt, dass sich Geschlechterrollen weiterhin in der Gesellschaft durchsetzen. Waren es aber nicht genau diese Geschlechterrollen, die wir endlich durchbrechen wollten? Wie soll das gelingen, wenn Dasa Szekely Männer wieder in genau drei Schubladen steckt? Schublade eins für die Männer, die ihrer Meinung nach zu wenig Eier haben, Schublade zwei für die, die zu viele Eier haben und die dritte Schublade für die, die genau richtig viele Eier haben. Was soll diese Kategorisierung? Aber nehmen wir an, dass diese Kategorisierung eine Berechtigung hat, ist diese dann nicht von Mensch zu Mensch individuell und kann sehr stark variieren und werden die Kategorien nicht schon dadurch wieder hinfällig?

Aber Dasa Szekely reicht diese erste Kategorisierung nicht. Sie zeigt auf den folgenden Seiten noch eine andere Beschriftung für die Schubladen, in die Männer gesteckt werden können. Da ist der Old-School-Mann, der Patriarch, der moderne Despot, der ewige Junge, der zahnlose Tiger und der alte Wolf. Die einen haben zu viele Eier, die anderen zu wenige und die, mit der richtigen Anzahl an Eiern, die sucht Dasa Szekely noch.

Fördert dieses Schubladendenken die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau? Fördert ein solches zuweisen von Rollenbildern die Akzeptanz von Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet fühlen? Menschen, denen bestimmte die Label „männliche Eigenschaft“ oder „weibliche Eigenschaft“ egal sind? Ich vermute, dass wird eher nicht der Fall sein.

Was ist Reife?

 

„Ein reifer Mensch übernimmt Verantwortung für sich selbst, seine ihm Anvertrauten und die Gesellschaft. Es ist weitestgehend autonom in Bezug auf seine Entscheidungen, die auf seinen ethischen Grundsätzen basieren. Seine Werte verleihen ihm die nötige Stabilität, engen ihn aber keineswegs derart ein, dass er sich nicht mehr bewegen kann. Ein reifer Mensch ist insofern gleichermaßen ausreichend stabil und flexibel. Je nach Kontext ist er entweder seiner selbst oder seiner Meinung sicher, bezieht, wenn nötig, Position und reagiert flexibel auf die unterschiedlichsten Gegebenheiten und Situationen.“

Zitat aus dem Buch „Das Schweigen der Männer“ von Dasa Szekely – Seite 41
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Ich stellte oben die Frage, was Reife ist. Dasa Szekely hat eine klare Definition von Reife, diese habe ich euch oben wiedergegeben. Ja, sie hört sich schon ganz Vernünftig an, diese Definition, aber halt, was sind autonome Entscheidungen? Ist es tatsächlich unreif, wenn ich mich mit anderen Menschen berate, bevor ich eine Entscheidung treffe? Es könnte ja schließlich sein, dass sich meine Entscheidung auf andere Menschen auswirkt.

Und sind Werte nicht immer so etwas wie rote Linien, die ein Mensch nicht überschreiten möchte? Sind sie dann nicht schon per Definition einengend? Wäre eine Bewegung nicht auch immer eine Veränderung der eigenen Werte? Und wenn ja, wie können diese Werte, die ständig durch Bewegung verändert werden könnten, Stabilität bieten?

Was ist eigentlich mit älteren Menschen, die auf bestimmte Situationen und Gegebenheiten nicht flexibel reagieren können? Sind die unreif? Und überhaupt, könnte dieses „Flexibel“ nicht sogar dazu führen, dass wir die Stabilität unserer Werte untergraben und wir so unser stabiles Wertegerüst zum einstürzen bringen?

Ich finde diese Definition etwas schwammig, vielleicht will ich sie auch schwammig finden, vielleicht habe ich – durch die ersten 40 Seiten des Buches, schon eine zu große Distanz zum Buch aufgebaut.

Wer waren diese Vorkriegsväter?

 

Die Autorin nimmt auch immer wieder Bezug auf die Vorkriegsväter, gemeint sind also die Männer, die vor dem ersten und zweiten Weltkrieg Kinder erzogen haben. Diese haben den Jungen der Nachkriegsgeneration gefehlt, so ihre Aussage. Soweit gehe ich sogar noch mit, aber warum sollte die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau heute schon weiter sein, wenn diese Väter ihre Söhne hätten erziehen können? Dieser Zusammenhang ergibt sich mir noch nicht. Waren die Männer vor den Kriegen schon weiter in Sachen Gleichberechtigung? Oder hat nicht gerade das fehlen dieser Männer dazu geführt, dass sich die Frauen emanzipieren konnten, weil sie nicht mehr durch das „Familienoberhaupt“ unterdrückt werden konnten? Und was ist mit den Kriegen, die es vor den beiden Weltkriegen gab? Haben die Männer, die in diesen Kriegen gestorben sind, ihren Söhnen nicht auch gefehlt? Und wenn ja, welche Auswirkungen hatte dieses Fehlen auf die Vorkriegsväter?

Ich kann also tatsächlich mit diesem Bezug nicht viel anfangen. Was ich nicht bestreite, ist, dass der Krieg für ALLE die ihn erleben mussten, ein traumatisierendes Erlebnis war, aber das daraus „das Schweigen der Männer“ entstanden sein soll, das wage ich dann doch zu bezweifeln. Besonders fehlt hier der Beweis, dass die Vorkriegsmänner weniger geschwiegen haben.

Natürlich hat Dasa Szekely recht, wenn sie sagt, dass Gleichberechtigung nur dann erreicht werden kann, wenn beide Seiten miteinander reden. Diese Kommunikation wird aber schon durch die Schubladen erschwert, die sie für Männer entwirft. Diese werden nämlich den vielen unterschiedlichen Facetten und Eigenschaften der Menschen nicht gerecht und die Vorkriegswerte, die die Unterdrückung der Frauen über Jahrhunderte gefördert haben, sind auch nicht das, was Jungen oder Männer als Leitbild brauchen – ja, sie brauchen nicht einmal die Rituale, die die westliche Gesellschaft und die Unterdrückung der Frau ebenso gefördert haben.

Dieser Artikel gibt jetzt noch kein vollständiges Bild über das Buch wieder, dieses kann er auch nicht vermitteln, denn ich habe das Buch noch nicht vollständig gelesen. Es ist erst einmal nur eine Aufarbeitung meiner kritischen Gedanken, die – und das möchte ich betonen – noch keineswegs gefestigt sind. Ebenso möchte ich anmerken, dass das Buch durchaus auch Aspekte angesprochen hat, denen ich positiv gegenüber stehe. Einen vollständigen Lesebericht findet ihr dann auf lesensiegut.de.

April 7 2016

Bye Bye nervige Mietzekatze

nervige Mietzekatze

Abschiede kommen manchmal ziemlich überraschend. Wenn das Haustier stirbt, welches dich 21 Jahre begleitet hat, dann ist das so ein überraschender Abschied. Diesen Abschied musste ich heute leider auch erleben, denn meine nervige Mietzekatze ist heute gestorben.

nervige Mietzekatze

Ich weiß, diese ersten Sätze sind ziemlich holprig, aber wie sollte ein Artikel sonst beginnen, in dem es um einen Abschied geht? Mir fiel tatsächlich nichts besseres ein, aber vielleicht gelingt es mir im weiteren Verlauf des Artikels, noch richtig Abschied zu nehmen.

Eigentlich war es ja gar nicht meine Mietzekatze, da sie aber knapp 20 Jahre bei mir im Haushalt lebte, und sie auch immer wieder zu mir kam, um gestreichelt zu werden oder um zu kämpfen, ist dieser Fakt eher unbedeutend. Sie war halt die Mitbewohnerin, die keine Miete zahlte, die aber bedient werden wollte. Eine Katze halt.

Eine Katze, die zeigte, wenn er etwas nicht gefiel. Und das machte sie so, dass es auch gar nicht übersehen werden konnte. Wenn wir sie mit irgendwas geärgert haben, konnten wir uns sicher sein, dass sie demnächst wieder eine Racheaktion starten wird. Und Rache, dass bedeutete für sie, dass sie auf unsere Kleidung pinkelte. Und das machte sie nicht irgendwie heimlich, das machte sie dann, wenn wir hinsahen.

Und wenn ihr ihr Fressen nicht passte, dann holte sie sich eben welches von uns. Ich sehe es noch vor mir, wie sie sich langsam an den Teller mit den Bratwürsten heran schlich, um sich dort, ganz vorsichtig, mit ihren Pfoten eine Bratwurst zu erbeuten. Mit der Bratwurst im Maul, rannte sie dann ganz schnell durch die Wohnung, um sich mit ihrer Beute irgendwo zu verstecken, wo sie diese dann in Ruhe fressen konnte. Und das machte sie nicht nur mit Bratwürsten, sondern auch mit anderen Lebensmitteln, die sie besser fand, als das Katzenfutter, welches wir ihr hinstellten.

Fressen war bei der nervigen Mietzekatze eh ein Thema für sich. Ich nannte sie auch Magerkatze, weil sie ziemlich auf ihre Figur achtete. Ich hätte ja gerne eine dicke Mietzekatze gehabt, aber dagegen hatte die Mietzekatze etwas. Ich war mit ihr deswegen auch beim Tierarzt, aber der konnte leider nichts feststellen und wahrscheinlich hatte sie auch nix, denn sonst wäre sie nicht 21 Jahre alt geworden.

Ansonsten war sie aber eigentlich gar nicht so nervig. Sie schlief viel, was Mietzkatzen halt so tun. Oder sie schaute aus dem Fenster, war aber zu feige, die Wohnung zu verlassen. Oder sie versteckte sich, oder sie griff uns an, oder sie kam, um gestreichelt zu werden. Eine typische nervige Mietzekatze halt.

In den letzten Monaten ging es dann aber doch ziemlich schnell abwärts mit ihr. Erst erblindete sie, dann fing sie sich noch Flöhe ein, obwohl sie eine reine Hauskatze war und nun ging sie von uns. Wahrscheinlich waren die Flöhe schon ein Zeichen dafür, dass die nervige Mietzekatze nicht mehr wirklich Fit war, aber der Abschied kam heute dann doch ziemlich überraschend.

Nun ist sie, wenn es denn tatsächlich einen Himmel geben sollte, genau dort. Wahrscheinlich gibt es aber gar keinen Himmel und ich möchte jetzt auch nicht anfangen an einen Himmel zu glauben. Viel mehr wird sie irgendwann wieder in neues Leben übergehen. Vielleicht wird sie ja Teil eines Baumes. Wobei, sie war jetzt 21 Jahre lang eine Hauskatze, es wäre doch viel schöner, wenn sie irgendwann als teil eines Vogels durch die Welt reisen könnte.

März 23 2016

Terror ist schrecklich!

Lauftraining

Terror ist schrecklich! Ich möchte den Terror hier nicht klein reden. Es ist schrecklich, wenn in Belgien Menschen aus dem Leben gerissen werden, es ist schrecklich, wenn im Libanon eine Bombe explodiert, es ist schrecklich, wenn in Frankreich mit Gewehren auf feiernde Menschen geschossen wird, aber unsere derzeitigen Reaktionen werden daran nichts ändern.

Der Terror wird nicht verschwinden, wenn wir das Brandenburger Tor zum zehnten Mal in irgendeiner Landesflagge erstrahlen lassen, er wird nicht verschwinden, wenn wir davon sprechen, dass wir unsere Werte verteidigen müssen und er wird auch nicht durch Demonstrationen oder durch Nationalismus verschwinden.

Wenn wir Terror bekämpfen wollen, dann müssen wir die Ursachen angehen. Wenn wir von Werten sprechen, dann darf das nicht nur meinen, dass wir die ungerechte Verteilung von Vermögen verteidigen wollen. Terror entsteht durch Armut und Gewalt. Gewalt wie Ausbeutung, Bomben und Krieg. Wenn wir den Terror bekämpfen wollen, dann müssen wir gegen Armut kämpfen. Dann müssen wir aufhören andere Menschen auszubeuten, damit im „Westen“ der Wohlstand erhalten werden kann und dann müssen wir aufhören Infrastruktur zu zerstören, was am Ende nur dazu führt, dass die Perspektivlosigkeit der Menschen noch größer wird und damit auch die Armut dieser Menschen.

Sicher wird es immer Menschen geben die nach Macht streben, aber für diese Menschen wird es schwieriger Anhänger zu finden, wenn die Menschen ein gutes Leben führen. Ein gutes Leben bedeutet dabei übrigens nicht, dass jeder eine Yacht hat. Ein gutes Leben bedeutet, dass die Menschen keine Existenzängste mehr haben müssen, dass sie etwas zum Essen haben, wenn sie Hunger haben, dass sie sauberes Wasser haben und noch so Einiges, was im Westen für viele Menschen als selbstverständlich erscheint.

Es kotzt mich so langsam an, wenn in allen Medien sofort die geflüchteten Menschen ins Spiel gebracht werden, sobald es irgendwo wieder zu Terroranschlägen kommt. Es kotzt mich an, wenn Parteien wie die AfD von solchen Terroranschlägen profitieren, weil die linken Parteien es nicht schaffen, über die wirklichen Gründe für Terror – durch die Verwendung von einfachen Bildern – aufzuklären. Genauso kotzt es mich an, wenn dann wieder Mitglieder der Regierung nach der Verschärfung von Sicherheitsgesetzen rufen, wenn sie durch die Vorratsdatenspeicherung weiter die Freiheit der Menschen einschränken wollen, weil sie nicht den Willen haben, die wirklichen Gründe für Terror anzugehen.

Terror ist schrecklich! Ich möchte den Terror nicht klein reden, aber auch der zwanzigste Trauermarsch bringt überhaupt nichts, solange wir nicht bereit sind, unsere Wirtschafts- und Gesellschaftssystem umzubauen. Solange wir auf Terror nur mit Bomben reagieren, wird sich nichts ändern. Genauso wie Abschottung und der Ausbau von Überwachung nichts bringen wird. Nur die gerechte Verteilung von Vermögen, die Bekämpfung von Armut und Hunger und das Schaffen von Perspektiven wird Terror auf lange Sicht bekämpfen können.

Jeder Trauermarsch muss eine Kritik an unser westliches Gesellschaftssystem sein, denn durch unser Handeln tragen wir dazu bei, dass der Terror in dieser Welt entsteht.

März 18 2016

Verloren auf der Buchmesse

Teddy Bär auf der Suche nach Sonne

Chaotisch, vollkommen ohne Plan über die Buchmesse schlendern. Von Halle zu Halle, ohne Idee, was ich eigentlich entdecken möchte. Internet, um die chaotischen Zustände etwas zu ordnen, gibt es nicht. Oder gibt es vielleicht doch, denn am Eingang stand etwas vom kostenlosen WLAN.

WLAN wäre auch die einzige Möglichkeit, denn das Netz meines Mobilfunkanbieters ist auch an diesem Ort wieder überlastet. Das es hier viele Menschen geben könnte, was bei einer Messe ja durchaus nicht abwegig ist, scheint meinem Mobilfunkanbieter nicht bekannt zu sein, und so wäre WLAN die Rettung gewesen. Doch ich habe absolut keine Ahnung, wie ich an dieses WLAN komme.

Ich habe übrigens auch keine Ahnung, wie ich auf dieser Messe an Geld komme. In Berlin gibt es Geldautomaten auf dem Gelände der Messe, hier gibt es nur eine Sparkasse. Dieser möchte ich aber keinesfalls Gebühren für eine Abhebung bescheren, waren doch die Nachrichten, die ich letztens lesen durfte, nicht wirklich Werbung für dieses Institut. Gewinne von 2 Milliarden sorgen dort dafür, dass die Gebühren für die Kunden erhöht werden müssen.

Es ist nicht mein erster Besuch auf der Buchmesse, um genau zu sein, ist es mein zweiter Besuch. Beim ersten Mal war ich nicht alleine hier, und so habe ich vielleicht gar nicht gemerkt, was die Buchmesse eigentlich mit mir macht, oder ich war von zu vielen Reizen umgeben. Der zweite Besuch jedenfalls macht mich fertig.

Die Buchmesse treibt mich. Der Lärm, die Hektik. All das hat mit Lesen nichts mehr zu tun. Es ist eine Jagd! Entdecken? Fallen lassen? Ist nicht möglich. Der Lärm treibt einen vor sich hin und wer das nicht möchte, der fällt tot um, wie die Meise, die leblos im Wasser im Hof der Messe schwimmt. Ob es zu viel Stress war? Verstehen könnte ich es.

Auf einer Insel habe ich Internet gefunden. Eine WLAN Insel. 1.000 MB für lau, wenn ich meinen Namen und meine Adresse heraus gebe. Ich mache es, ich hoffe immer noch auf Ordnung in meinem Chaos, ich hoffe, dass ich noch die eine Entdeckung mache, dass ich den Grund für diesen Ausflug doch noch finde. 1.000 MB kosten sonst wohl 25,- Euro für 24 Stunden, dass ist es jedenfalls nicht, warum ich zur Buchmesse gefahren bin.

Das Rauschen, welches den Besuch der Buchmesse begleitet, verhindert in mir die Neugierde auf die vielen Bücher, die nur eine Armlänge von mir entfernt stehen. Ich frage mich, warum für so viele Buch- und Literaturblogger die Messen solch wichtige Terme sind. Schaffen diese es wirklich, das Rauschen abzustellen? Schaffen sie es wirklich, die Neugierde auf die Bücher zu wecken? Ich kann es fast gar nicht glauben, ich irre über die Buchmesse, schlendere zum dritten Mal an den Buchständen vorbei, durchquere das vierte Mal die Halle mit der Bloggerlounge, ohne mich hinzusetzen. Ich fühle den Kopfschmerz, der sich langsam in meinem Kopf ausbreitet.

Vielleicht bin ich zu sehr Leser. Vielleicht habe ich eine andere Vorstellung davon, mich einem Buch zu nähern, vielleicht brauche ich die Intimität der Stille, um die Neugierde auf ein Buch aufzubauen. Diese Intimität gibt es hier nicht. Hier werde ich beobachtet, von den Besuchern, von den Standbesitzern, von den Büchern. Ich möchte die Bücher beobachten, ich schaffe es nicht. Sie beobachten mich, beäugen mich, lachen mich von überall an und doch sind sie für mich nicht greifbar, sie interessieren mich nicht. Ich siehe durch die Hallen, suche die Geschichte, die ich in meinem Literaturblog verarbeiten kann – ich finde sie nicht.

Ein heimlicher Besuch in der Nacht könnte die Lösung sein. Allein durch die Hallen der Messen schlendern, sich von den Buchcovern anlächeln lassen, sich verführen lassen, vom Klappentext, der durch das Rauschen soweit entfernt ist. Unerreichbar durch das Desinteresse der Schüler, die nur hier sind, weil die Lehrer es für eine gute Idee halten, nicht aber, um ein gutes Buch zu entdecken. Durch die Hallen schwärmend, um die Zeit zu überbrücken, bis sie wieder nach Hause dürfen.

Es ist spät geworden, 17 Uhr. Die Messe schließt bald, der erste Tag ist fast vorbei. Ich habe nichts! Ich weiß nicht einmal wirklich, warum ich auf der Messe war. Ich habe kein Buch kennen gelernt, habe mich in keine Geschichte verliebt. Ich war auf der Messe, ja, aber eigentlich war ich auch nicht dort. Ich habe eigentlich keine Kraft mehr, eine letzte Runde. Mich spricht ein Mann an, ein Autor, ein Standbetreiber. Wofür ich schreiben, möchte er wissen, ich stottere, kann es dann aber doch in Worte fassen. Ob ich ein Buch von ihm rezensieren möchte? Klar, eine Rettung, wenigstens ein Artikel für meinen Literaturblog. Dankbar nehme ich das Buch an. Ich glaube, er ist auch ein wenig überfordert von der Messe, ich weiß es aber nicht. Ich bin überfordert, kann es aber nicht in Worten fassen. Ich lasse meine Karte da, schreibe noch schnell die Adresse meines Literaturblogs drauf, denn für diesen habe ich keine extra Karte. Ich verschwinde.

Ich lande noch einmal auf der Internetinsel. Ich checke noch einmal meine Mails, schaue noch einmal bei Twitter nach. Die Ordnung, die ich gesucht habe, habe ich nicht gefunden. Die Ordnung konnte ich auch nicht finden. Die Buchmesse lässt keine Ordnung zu, die Buchmesse ist das Chaos, und gegen dieses Chaos komme ich alleine nicht an.

Verwirrt und Verirrt verlasse ich die Buchmesse. Ich steige in die Straßenbahn, lasse mich fort tragen von diesem Ort. Ich könnte nicht erzählen, was ich gesehen habe. Habe ich etwas gesehen? Nicht einmal die Poesie, die es auf der Buchmesse gab, konnte mich festhalten, nicht einmal sie konnte mit Geborgenheit geben. Das Rauschen der Messe trieb mich auch hier fort, die Hektik steckte mich an, ich wollte doch den Grund finden, das Buch, die Geschichte, wegen der ich zur Buchmesse gekommen bin. Ich fand beides nicht. Ich war verloren, verloren auf der Buchmesse.

Februar 7 2016

Fahrradwetter in Berlin

Radfahren in Berlin

Wisst ihr, da bin ich in der letzten Woche drei Mal mit dem Rad gefahren. Nur kurze Strecken von maximal 5 Kilometer. Das lohnt sich, denn die Temperaturen sind wieder in einem Bereich, die sogar eine längere Radtour zulassen würden. Nur, weil es ja so schön hätte sein können, also das mit meinem Rad und mir, hatte ich nach der dritten kurzen Tour gleich wieder einen Platten, und das, obwohl ich ein Gel im Schlauch habe, welches genau das verhindern soll. Nun, das beste Gel ist natürlich machtlos, wenn sich der Gegenstand, der das Loch verursacht hat, noch im Mantel befindet und das Loch natürlich immer wieder auf sticht.

Nunja, nun werde ich mir nächste Woche wieder die Zeit nehmen müssen, um den Mantel vom Rad zu machen, den Gegenstand zu suchen, der das Loch verursacht und diesen dann zu entfernen. Danach werde ich dann wohl so ein Band aus Plastik in den Mantel legen, welches das Eindringen von spitzen Gegenständen verhindert.

Leute, ich sage euch, Radfahren in Berlin macht nur dann Spaß, wenn deine Räder nicht den Boden berühren …

Januar 11 2016

Blogparade: Brauchen wir bessere Vorsätze?

Lauftraining

Vorsätze sind ja erst einmal nichts Schlimmes. Im Gegenteil, ich gehe sogar davon aus, dass jeder Mensch irgendwelche Vorsätze hat. Was ich aber nicht mag, sind Vorsätze, die erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden. Deswegen habe ich auch keine Vorsätze für das neue Jahr, denn Vorsätze, die nicht sofort umgesetzt werden, kommen nicht vom Herzen.

Wer meinen Jahresrück-, und Vorblick gelesen hat, der weiß, dass ich Ziele fürs neue Jahr habe, aber der Unterschied ist, dass ich durch diese Ziele nichts in meinem Leben ändern möchte, sondern ich möchte in bestimmten Bereichen besser werden. Natürlich würde ich mich ärgern, wenn ich die Ziele nicht erreiche, aber es wäre nicht weiter schlimm.

Vorsätze hingegen verändern etwas im Leben, und deswegen sollten sie immer sofort angegangen werden, denn nur dann sind sie wirklich ernst gemeint. Wenn ich Vorsätze gleich wieder aufschiebe, dann ist das nur ein Anzeichen dafür, dass ich noch nicht bereit dazu bin, etwas in meinem Leben zu ändern – warum sollte das dann zu einem späteren Zeitpunkt der Fall sein?

Ende 2012 nahm ich mir zum Beispiel vor auf Plastiktüten zu verzichten. Ich hatte davon eine viel zu große Sammlung hier zu Hause und für die Umwelt waren und sind diese Plastiktüten ja auch nicht gut. Deswegen kaufte ich mir am nächsten Tag gleich einen Stoffbeutel, den ich seither immer bei mir habe. Selbst wenn ich mir einen Döner kaufe oder den Bäcker nerve, habe ich einen Stoffbeutel dabei, denn wenn ich einen Vorsatz habe, dann möchte ich den auch richtig umsetzen. Natürlich vergesse ich ab und zu auch mal den Beutel, aber auch dann verzichte ich auf Plastiktüten und greife lieber auf eine Papiertüte zurück. Natürlich könnte ich auch einen neuen Stoffbeutel kaufen, aber dann würde ich davon eine Sammlung aufbauen und das ist auch nicht das, was ich möchte, denn dadurch würde ich auch Rohstoffe verschwenden, was nicht unbedingt mein Ziel ist.

Doch warum schreibe ich schon wieder über Vorsätze? Nun, es gibt da eine Blogparade vom WWF, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Der WWF stellt auf seinem Blog folgende Fragen:

  • Wie habt ihr es geschafft, schlechte Gewohnheiten in bessere umzuwandeln?
  • Was sind eure wunden Punkte?
  • Woran seid ihr in der Vergangenheit gescheitert?
  • Was wollt ihr unbedingt noch ausprobieren, was einfach machen – oder lassen?
  • Haben schlechte Gewohnheiten unbedingt etwas mit Vorsätzen zu tun?

 

Bei der Blogparade geht es um bessere Vorsätze, von daher stellt sich erst einmal die Frage, ob schlechte Gewohnheiten unbedingt etwas mit den Vorsätzen zu tun haben. Wer definiert, was eine schlechte Gewohnheit ist? Ist eine Angewohnheit, die ich durch einen Vorsatz verändern möchte, immer gleich schlecht?

Im Fall der Plastiktüten ist das ziemlich einfach, denn die Plastiktüten gingen nicht nur ins Geld, sie verschmutzten auch die Umwelt. Allerdings fiel es mir nicht wirklich schwer, diese Gewohnheit abzulegen, denn dadurch, dass ich seither einen Stoffbeutel bei mir habe, hat sich an meiner Lebensqualität nichts geändert. Ich kann immer noch spontan in die Kaufhalle gehen und etwas kaufen und nebenher spare ich sogar Geld, denn die Plastiktüten kosteten pro Einkauf ja auch 10 Cent oder mehr.

Das ist übrigens auch schon der erste Trick, um solche Gewohnheiten abzulegen. Es ist wichtig zu sehen, dass sich dadurch an der Lebensqualität nichts ändert, dass sie sich eventuell sogar verbessert. Dazu müssen wir aber bereit sein, etwas in unserem Leben zu verändern und wenn das der Fall ist, dann spricht auch nichts dagegen, einen Vorsatz sofort umzusetzen und ihn nicht sofort wieder zu verschieben. Das gilt fürs Rauchen genauso, wie für die Plastiktüten oder den Kaffeebecher aus Pappe mit Plastikdeckel. Solange wir es nicht wirklich wollen, solange werden wir Gründe finden, um die Vorsätze doch nicht umzusetzen. Und solange wir denken, dass dadurch Lebensqualität verloren geht, solange werden wir auch nicht wirklich etwas ändern wollen.

Wunden Punkte?

 

Im Zusammenhang mit Vorsätzen habe ich keine wunden Punkte, denn wenn ich noch nicht bereit bin etwas zu ändern, nehme ich mir keinen Vorsatz, dies zu tun und sobald ich bereit bin, dann ändere ich es einfach. Nein, das geht natürlich nicht immer von heute auf Morgen, aber das ist ja auch nicht notwendig. Notwendig ist nur, sofort die ersten Schritte zu gehen. Dazu zählen auch die Vorbereitung, wenn ich zum Beispiel meinen Cappuccino für Unterwegs nicht mehr in einem Pappbecher genießen will, dann muss ich mir eine Tasse besorgen, die die Funktion des Pappbechers übernimmt. Gilt natürlich auch für andere Getränke. Dann muss ich noch Geschäfte finden, die mir diese Kaffeetasse auch mit Kaffee befüllen, wenn ich diesen nicht unbedingt von zu Hause mitnehmen möchte.

Gescheitert?

 

Derzeit scheitere ich daran, den Plastikmüll noch weiter zu reduzieren, der durch den Einkauf anfällt. Natürlich sortiere ich und die Rohstoffe landen in der Gelben Tonne, aber noch schöner wäre es, wenn ich die meisten Verpackungen einfach einsparen könnte. Scheitern tut es derzeit am Geld und an der Zeit. Ja, es gibt inzwischen einen Laden in Berlin, der viele Dinge ohne Verpackungen verkauft, aber hierzu bräuchte ich erst mal Behälter, vorzugsweise aus Glas und ich bräuchte zusätzlich noch die Zeit, um in diesem Laden einkaufen zu gehen.

Gescheitert ist das Projekt aber noch lange nicht, vielmehr sehe ich mich gerade in der Vorbereitungsphase.

Was will ich noch machen?

 

Es gibt noch vieles, was ich machen will, sobald es der finanzielle Rahmen zulässt. Ich möchte zum Beispiel mein Fahrrad nutzen, um mein Smartphone und einen Zusatzakku aufzuladen. Auch meinen Rücksack möchte ich mit einem Solarpaneel ausrüsten, damit ich kleine Geräte wie MP3 Player und Co. damit aufladen kann. Das scheitert derzeit aber auch noch am Geld, aber ich weiß, dass ich diese Dinge umsetzen werde.

Was ich derzeit aber konkret plane, weil es günstig umzusetzen ist, ist eine Kochkiste, mit der ich dann beim Kochen Energie einsparen kann.

Januar 3 2016

Jahresrück- und Vorblick 2015 und 2016

Das Jahr 2015 ist nun also Geschichte. Ich weiß gar nicht, wohin das Jahr verschwunden ist, aber wirklich vermissen tue ich es auch nicht. Es gibt jetzt auch nicht wirklich viel zu erzählen über das Jahr 2015, also machen wir einfach einen Haken dran.

Laufen

 

Gelaufen bin ich im Jahr 2015 gerade einmal 566 Kilometer. Das ist eigentlich lächerlich, auch für mich, aber nagut, im Sommer hatte ich kaum Zeit zum Laufen und dann kam im Herbst auch noch ein wenig Lustlosigkeit hinzu. So sind es dann nur 566 Kilometer geworden.

Für das Jahr 2016 habe ich mir natürlich wieder bedeutend mehr vor genommen. Alles unter 1.000 Kilometer ist dieses Jahr eine Enttäuschung, auch wenn ich im Sommer wohl wieder denselben Job mache, den ich auch schon im Sommer 2015 gemacht habe. Dieses Jahr werde ich es aber ein bisschen besser organisieren, sodass ich meine Lauftrainings auch im Sommer unterbringen kann.

Radfahren

 

Radfahren war dafür bedeutend besser. Ich bin knapp an die 2.000 Kilometer gekommen und wenn ich im Sommer mehr Zeit gehabt hätte, wären es mit Sicherheit noch sehr viel mehr geworden. Deswegen ist mein Ziel für 2016 die 3.000 Kilometer Marke zu knacken, wozu ich allerdings auch mehr Ausflüge machen muss, aber auch das wird 2016 hoffentlich möglich sein.

Bloggen

 

Mein Blogjahr 2015 war auch eher enttäuschend. Es gab zwar ein paar Kurzgeschichten, aber es gab eben auch viele Wochen, da gab es nur einen Wochenrückblick oder eben gar keinen Eintrag. Das möchte ich 2016 auch ändern. Mein Ziel ist es, jede Woche mindestens zwei Artikel zu veröffentlichen. Ich bin mir zwar noch nicht sicher, worüber ich schreiben werde, aber ich mache ja genügend, sodass sich eigentlich genügend Artikel ergeben sollten.

Studium

 

Darüber schweigen wir lieber. Es kann 2016 also nur besser werden 😉

Arbeit

 

Nachdem ja mein Studienkredit weggefallen ist, musste ich mich ein wenig mehr auf meine Selbstständigkeit konzentrieren, weswegen ich mein Studium ziemlich vernachlässigt habe. Für den Sommer 2016 habe ich allerdings schon wieder einen Auftrag, jetzt muss ich nur noch für die Zeit davor und die Zeit danach noch ein wenig was organisieren, wobei ich seit Dezember auch einen kleinen Auftrag habe, mit dem in jedem Monat ein wenig Geld verdiene, aber eben nicht genug.
Deswegen ist mein Ziel für 2016, wieder mehr online zu machen. Ich habe ja damals bei Textbroker und Co. schon einiges an Geld verdient und 2016 möchte ich das wieder etwas ausbauen.

Lesen

 

Nun, es sind immerhin acht Bücher geworden, die ich dieses Jahr gelesen habe. Ist jetzt nicht wirklich die Welt, aber es ist mehr als gar nix und ich weiß nicht, ob ich dieses Jahr mehr Bücher lesen werde. Mir fehlt dann doch irgendwie die Zeit dafür, aber es werden garantiert auch wieder bessere Jahre kommen.

Mehr fällt mir jetzt erst einmal nicht ein, obwohl es sicher noch mehr zu schreiben gäbe. Aber das schöne an einem Blog ist ja, dass ich jederzeit noch mehr Artikel schreiben kann ;). Deswegen wünsche ich euch jetzt erst einmal willkommen im Jahr 2016 und ich hoffe, dass wir auch dieses Jahr wieder schöne Diskussionen haben werden.

Dezember 20 2015

Blog Adventskalender 2015 – 20.Söckchen: Herr Bär auf der Suche nach der Weihnachtsstimmung

Teddy im Weihnachtssack

Teddy im Weihnachtssack

“Sag mal Herr Bär, was machst du denn im Sack vom Weihnachtsmann?”

“Ich bin auf der Suche nach der Weihnachtsstimmung!”

“Na hör mal, heute ist schon der 20. Dezember, wenn du jetzt noch nicht in Weihnachtsstimmung bist, wird das sehr schwer werden.”

“Ja Sven, du hast ja Recht, aber hast du draußen schon einmal die Temperaturen gefühlt? Es sind über 10 Grad Celsius. Und außerdem ist die Welt so kalt, wie soll ich denn da in Weihnachtsstimmung kommen?”

“Herr Bär, jetzt wiedersprichst du dich aber. Erst sagst du, dass es viel zu warm ist, und dann sagst du, dass die Welt viel zu kalt ist. Du musst dich schon entscheiden.”

“Nein, nein Sven, ich wiederspreche mich natürlich nicht. Du weißt doch, dass ich vor langer Zeit nach Deutschland gekommen bin, so wie derzeit auch viele Menschen nach Deutschland kommen. Ich habe in den letzten Monaten viel Fern gesehen, und was ich gesehen habe, war wirklich schrecklich für mich. Ich hatte schon überlegt, wieder nach Hause zu gehen, aber dann viel mir ein, das mein zu Hause bei dir ist.”

“Oh Teddy, ich kann dich ja schon verstehen, aber du darfst dabei auch nicht übersehen, dass es nicht nur Hass gibt. Es gibt auch viele, die die geflüchteten Menschen hier willkommen heißen. Die geben sich wirklich Mühe und das sollte dir doch dabei helfen, die Weihnachtsstimmung zu finden, oder Bär?”

“Ja, es gibt sie, aber es gibt auch so viele Vorurteile und so viel Hass. Vorher kommt dieser Hass? Ich meine, Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe und der Besinnlichkeit. Wie können wir aber von Nächstenliebe sprechen, wenn hier soviel Hass ist in Deutschland? Wie soll ich ein Fest feiern können, wenn dort draußen so viele Menschen keine Unterkunft haben? Wenn dort Menschen kaum Essen haben, wenn es Menschen gibt, die Schutz suchen, den aber nicht finden? Maria und Josef suchten damals auch nach Schutz, und würden wir heute Weihnachten feiern, wenn sie diesen Schutz nicht bekommen hätten?”

“Herr Bär, jetzt versaust du mir aber meine Weihnachtsstimmung. Ich stimme dir zu, die Welt ist derzeit nicht schön, und du hast Recht, Weihnachten würde es wahrscheinlich nicht geben, wenn es da vor ein paar Tausend Jahren nicht den Stall gegeben hätte, in dem Josef und Maria untergekommen wären, aber wenn du diesen Menschen helfen willst, solltest du dann nicht auch ein wenig Hoffnung im Herzen tragen? Immerhin ist das Weihnachtsfest ja auch das Fest der Hoffnung. Wenn du diese Hoffnung nicht mehr im Herzen hast, wie soll die Welt dann besser werden? Außerdem solltest du vielleicht auch daran denken, dass du die Nächstenliebe selbst weitergeben kannst, du darfst sie nicht nur von anderen fordern. Nein, du kannst nicht allen Menschen helfen, dass geht nicht, aber du kannst einigen Helfen.”

“Aber wie?”

“Ach Bär, ich denke, du hast in den letzten Monaten soviel Fern gesehen. Viele Menschen wünschen sich einfach nur ein wenig Zeit und Hilfe. Es geht hier auch nicht nur um die Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, es geht auch um die Obdachlosen, die Weihnachten allein auf der Straße verbringen. Wenn du denen eine kleines Geschenk machst, eine warme Mahlzeit, ein warmes Getränk, einen Schoko-Weihnachtsmann oder eben etwas Zeit, dann bringst du diesen Menschen Freude und das ist es doch, wozu Weihnachten da ist, oder?”

“Ja, da hast du recht. Du Sven?”

“Ja”

“Können wir noch schnell so 200 Schoko-Weihnachtsmänner kaufen? Und vielleicht noch ein paar warme Socken? Und können wir ein wenig was für die Menschen kochen? Oh Sven, komm, lass uns ein wenig Freude in die Welt bringen und dann bekomme ich hoffentlich ein schönes Weihnachtsgeschenk von dir. Oh Sven, jetzt komme ich doch tatsächlich langsam in Weihnachtsstimmung.”

“Öhm Herr Bär, können es auch ein paar weniger Weihnachtsmänner sein? Und ähm …”

“Ja gut, dann holen wir nur 199 Weihnachtsmänner, aber darunter geht gar nichts!”

“Öhm, und wer soll das Bezahlen?”

“Na du natürlich …”

Weihnachtskranz

20ste Adventssocke Ja, die Welt ist nicht perfekt, aber lasst euch dadurch nicht die Weihnachtsstimmung kaputt machen. Und wenn ihr nicht in Weihnachtsstimmung seid, oder ihr Weihnachten generell ablehnt, dann ist das auch nicht so schlimm. Menschlichkeit, Nächstenliebe und Freude kann auch ohne Weihnachten weitergegeben werden, auch mit Kleinigkeiten, ein paar warmen Socken, eine warme Mahlzeit, einen Kaffee oder eben einer Stunde Zeit, um den Menschen zuzuhören. Feiert Weihnachten, genießt die Zeit mit der Familie und den Freunden und geht auch in euch, damit ihr ein wenig Besinnlichkeit findet.

Das nächste Türchen findet ihr hier, hier oder hier.