8 März 2019

Lebens-ABC: B wie Bildung

Es ist eher ungewöhnlich, dass ich dieses Wort wähle. Ungewöhnlich deswegen, weil ich in meiner Jugend eher vor der Schulbildung geflohen bin, ich es nervig fand, jeden Tag in die Schule gehen zu müssen. Jeden Tag dieser einschränkenden Pflicht nachzugehen, die mich von dem abhielt, was mir wirklich Wichtig erschien. Aber eigentlich ist auch das seltsam, denn als Kind konnte ich es kaum erwarten in die Schule zu kommen, zu lernen, was meine größeren Geschwister schon gelernt hatten. Ich wollte Lesen lernen, um die Bücher zu verstehen, die mich schon damals magisch anzogen. Als ich dann lesen konnte, verging diese Magie erst einmal. Ich sollte sie erst später wieder entdecken, zusammen mit meiner Begierde nach Bildung.

Auch Bildung hat mit Neugierde zu tun, so wie es schon bei der Abwechslung war. Bildung hat also auch etwas mit Abwechslung zu tun. Sie ist der Zugang zu dieser Abwechslung, ermöglicht sie erst.

Bildung ist auch Verstehen. Verstehen, wie die Dinge funktionieren. Die Faszination, Dinge nachvollziehen zu können, um sich dann weitere Gedanken darüberzumachen. Gedanken, die einen dann mit noch mehr Faszination und einem Funkeln in den Augen zurücklassen.

Bildung hat auch etwas mit Meinung zu tun. Nur wer sich die Welt erschließen kann, wer Zusammenhänge versteht und ein großes Wissensnetzwerk hat, kann auch seine Meinung weiterentwickeln. Wer weiß, wie er sein Wissensnetz durch Bildung erweitern kann, wer die Zeit hat, neues Wissen zu entdecken, der hat auch die Zeit, seine Meinungen zu reflektieren und zu verstehen, warum nicht die einfachsten Lösungen immer die richtigen sind.

Bildung ist also etwas Fundamentales in meinem Leben. Mein Leben wäre ärmer ohne Bildung, es wäre nicht so bunt, es würde sich leer anfühlen.

Das Lebens-ABC ist eine Idee aus einem Schreibratgeber. Es hilft dabei, dass eigene Leben zu fassen, es greifbar zu machen, mehr über sich selbst zu lernen und damit auch zu erfahren, was einem im Leben wirklich wichtig ist. Natürlich ist es auch eine Schreibübung und es übt darin, sich selbst zu beobachten.

14 Oktober 2015

Peer-to-Peer University – Lernen in der Gruppe

Zur Zeit lese ich das Buch “Die digitale Bildungsrevolution” (Amazon Partnerlink) von Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt. Durch die Lektüre bin ich auf die “Peer-to-Peer-University” gestoßen, die sofort mein Interesse geweckt hat. Neugierig, wie ich nun einmal bin, würde ich dieses Lernwerkzeug gerne einmal testen, doch dazu brauche ich noch zwei Dinge.

  1. Erstens brauche ich ein Thema für einen Kurs und
  2. Zweitens brauche ich noch ein paar Menschen, die dann mit mir zu diesem Thema eine Lerngruppe bilden.

 

Genau das ist nämlich das Prinzip der “Peer-to-Peer-University”. Dort können sich Menschen in einem virtuellen Lernraum zusammentun, um dann gemeinsam ein Thema zu erschließen. Und genau das würde ich auch gerne einmal ausprobieren. Klappt das Lernen in einer solchen Gruppe wirklich? Kann sich eine Gruppe von Menschen ein Thema wirklich selbst erschließen, indem sie gemeinsam auf der Suche nach passenden Lernquellen gehen und daraus Lernmaterialien erstellen? All das würde ich gerne herausfinden, schon deswegen, weil lebenslanges Lernen in der heutigen Zeit verdammt wichtig ist und solche Lerngruppen dann ein Puzzleteil dafür sein könnten.

Vielleicht interessiert es euch ja auch und vielleicht habt ihr gerade auch ein Thema, dass euch brennend interessiert und das sich für eine solche Lerngruppe eignet. Dann hinterlasst doch einfach mal einen Kommentar und vielleicht finden wir uns als Lerngruppe dann zusammen. Ich würde mich auf jeden Fall darüber freuen.

16 Januar 2015

Ich kann es mir eigentlich gar nicht leisten, Links zu sein…

Erinnerungen

Erinnerungen

Erstaunt werden sich jetzt einige Fragen, wie der Sven nur auf die Behauptung kommt, dass er sich das Linkssein eigentlich gar nicht leisten kann. Eine politische Einstellung kostet ja schließlich kein Geld und Links sein, das kann doch jeder, egal wie viel Geld er oder sie auf dem Konto hat. Stimmt theoretisch ja auch, aber praktisch?

Praktisch kostet Links sein natürlich doch Geld. Das fängt schon bei den Büchern an. Wie viele Bücher von linken Schriftstellern würde ich gerne lesen, kann es aber nicht, weil ich mir Bücher für 20,- Euro und mehr einfach nicht leisten kann. Hinzu kommt, dass ich diese Bücher dann auch meist nicht in Bibliotheken bekomme und so muss ich – leider ist das so – auf die Lektüre meist verzichten, außer ich stolpere durch Zufall irgendwo in einem Bücher Second-Hand-Laden über das Buch, dann hat es aber auch meist schon ein paar Jahre auf dem Buckel und ist nicht mehr ganz so aktuell.

Aber es sind ja nicht nur die Bücher, es sind auch die Zeitschriften und die Zeitungen, die Geld kosten. Sicher kann ich einiges im Internet nachlesen und sicher ist doch auch einiges kostenlos, aber ich habe dann schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich dann der Zeitschrift, bzw. dem Autor keine Anerkennung zukommen lassen kann, schließlich müssen die ja auch von was Leben.

Aber es sind halt auch die Veranstaltungen. Wenn sie denn in Berlin stattfinden, habert es meistens am Eintritt. Ja, der Eintritt ist gerechtfertigt, denn die Referenten haben auch Kosten, die durch diesen Betrag gedeckt werden müssen. Ja, ab und an schaffe ich es, mir den Eintritt für solche Veranstaltungen zu leisten, wie zum Beispiel im letzten Jahr beim „Marx-is-Muss“-Kongress hier in Berlin, aber bei den meisten Veranstaltungen muss ich dann doch passen. Auch politische Abendveranstaltungen, bei denen der Eintritt zwar nichts kostet, aber der Wirt auf seine Kosten kommen möchte, muss ich mir sparsam einteilen. Es gibt so viele Termine in der Woche, aber mehr als zwei pro Woche, das sind dann schon ungefähr 10,- Euro für Getränke, sind einfach nicht drin. Und da spreche ich schon von guten Monaten, denn 40,- Euro im Monat sind eine Menge Geld.

Aber es sind ja auch andere Dinge. Mitmachen bei Demos zum Beispiel. In Berlin ist das kein Problem, aber wenn es dann in ein anderes Bundesland geht, dann ist auch das mit Kosten verbunden. Für viele ist das selbstverständlich, irgendwo bekommt man das Geld schon her, aber dazu braucht es Vernetzung und die ist meist nur dann möglich, wenn man regelmäßig an Veranstaltungen teilnimmt.

Ich könnte sicher noch einiges mehr aufzählen, aber ich glaube, dass was ich vermitteln wollte, ist klar geworden. Auch das politische Leben muss finanziert werden, auch Politik ist im Kapitalismus den kapitalistischen Regeln unterworfen. Ich bin, da bin ich ehrlich, immer wieder erstaunt, wie andere sich das leisten können. Vielleicht bin ich auch ein wenig neidisch darauf, denn ich würde das auch gerne können. Ich würde auch gerne an vielen politischen Veranstaltungen teilnehmen, würde gerne immer die aktuellen Bücher lesen, mir jedes Magazin kaufen – es gibt so verdammt viele Interessante davon – und mich jeden Abend mit Leuten treffen, um mit denen über Politik zu diskutieren. Aber das ist aus finanzieller Sicht einfach nicht möglich. Auch hier wird eine Isolierung geschaffen, die nur schwer zu überwinden ist, auch wenn natürlich die Veranstalter, die ihre Kosten decken müssen, nichts dafür können.

Ich habe natürlich dennoch meine politische Einstellung, meine Gedanken, meine Meinungen. Ich werde mich durch den Kapitalismus nicht aufhalten lassen, meine politische Anschauung zu haben und ich werde mich auch nicht davon abhalten lassen, diese auch öffentlich zu machen. Das ist übrigens auch so ein Punkt, den ich noch gar nicht angesprochen habe, die Angst, durch die politische Meinung, schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.