18 April 2013

Ich bitte zum Wettkampf…

Heute ist Donnerstag und im Bundestag wird über die Frauenquote diskutiert und abgestimmt. Ich persönlich halte nichts von der Quote, warum habe ich in einem anderen Artikel zur Frauenquote schon geschrieben. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass ich bestimmte Argumente übersehe, die mich zu einer ganz anderen Meinung kommen lassen würden.

Im oben verlinkten Artikel hätte ich mir daher auch gerne eine breite Diskussion gewünscht, die aber leider nicht stattgefunden hat. Deswegen versuche ich es jetzt noch einmal und ich versuche es mit einem kleinen Wettkampf. Ich möchte jetzt einmal möglichst viele Pro-, und Contra Argumente für die Frauenquote, dabei wäre es aber schön, wenn wir das Stammtischniveau verlassen und wir uns tatsächlich einmal mit beiden Seiten beschäftigen.

Wie soll das Funktionieren?

 

Ich würde mich freuen, wenn ihr einen Blogartikel schreibt, der sich nicht nur mit den Argumenten befasst, die zu eurer Meinung passen, sondern auch mit den Argumenten, welche die Gegenseite vorbringt. Es wäre schön, wenn ihr dabei eure Argumente und die Argumente der Gegenseite fair bewertet und ihr am Ende begründet, warum ihr zu eurer Meinung gekommen seid.

Warum?

 

Nun, mir wird ja öfter vorgeworfen, dass ich mir die Argumente der Gegenseite nicht anhöre, oder um es mit einem Tweet zu sagen:

Wenn du keinen Blog hast, aber dennoch einen Artikel zum Thema schreiben möchtest, lade ich dich ein, diesen Artikel auf meinungsschauspieler.de zu veröffentlichen. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn möglichst viele mitmachen und ihr mir hier per Kommentar einen Hinweis auf euren Artikel gebt. Ich selbst werde auch noch einmal einen Artikel zum Thema schreiben, werde dazu aber erst einmal noch Argumente im Internet sammeln.

23 November 2012

Pharmakonzerne und das deutsche Gesundheitssystem

Ich wollte schon lange einen Artikel über die Pharmaindustrie schreiben. Grund dafür war ein Kommentar unter einem anderen Artikel, der dort nicht wirklich gepasst hat, dessen Autoren ich aber versprochen habe, noch einen Artikel zu dem Thema zu schreiben. Heute werde ich nun dieses Versprechen endlich umsetzen.

Den Apothekern und der Pharmaindustrie wird seit Jahr(zehnten) Geld zugeschustert ohne Ende – während die Versicherungen (a.d.B. Versicherten) immer weniger Leistungen bekommen und mehr zuzahlen müssen!
Vermutlich muß erst das ganze System zusammenbrechen!

 

Erst einmal sollte man hier eine Trennung durchführen, denn die Pharmakonzerne und die Apotheken sind zwei verschiedene Schuhe. Ich stimme zu, dass die Pharmakonzerne in Deutschland viel zu viel Geld verdienen. Eine Begründung dafür ist, dass die Pharmakonzerne auf der anderen Seite auch an neuen Medikamenten forschen. Das ist natürlich wahr, aber warum sind dieselben Medikamente in anderen Ländern dann soviel Billiger? Warum können wir Medikamente reimportieren und diese dann immer noch Billiger verkaufen?
Genau hier liegt auch mein Problem mit diesem System, denn die Gewinnspanne in Deutschland scheint deutlich zu hoch zu sein. Wenn das mit der Forschung begründet wird, muss das wohl bedeuten, dass wir hier in Deutschland diese Kosten alleine tragen. Aber das glaube ich nicht, ich glaube viel mehr, dass das deutsche Gesundheitssystem so aufgebaut ist, dass es durch die Pharmaindustrie ausgenutzt wird. Die Unternehmen machen Gewinne im Milliarden Bereich und da sind die Forschungskosten ja bereits abgezogen. Und diese Gewinne blähen die Kosten in unserem Gesundheitssystem unnötig auf.

Eine Lösung könnte sein, dass die Krankenkassen endlich eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber den Pharmakonzernen bekommen. Es sollte nicht mehr jede einzelne Krankenkasse mit den Konzernen verhandeln, sonder es muss einen großen Verband geben, der diese Verhandlungen für die Krankenkassen übernimmt – oder eine große Krankenkasse, was meine favorisierte Lösung ist. Dieser Verband könnte einen viel größeren Verhandlungsdruck aufbauen, da er in der Lage ist, auch einzelne Pharmakonzerne aus dem lukrativen Markt „deutsches Gesundheitssystem“ ausschließen könnte. Wahrscheinlich wären die Medikamente in Deutschland dann immer noch teurer als in anderen Ländern, aber sie würden sinken und das würde unser Gesundheitssystem entlasten.

Solange aber Reimporte von Medikamenten noch billiger sind, als die Medikamente, die direkt ausgeliefert wurden, solange läuft in unserem System etwas falsch.

 

Apotheken hingegen haben einen funktionierenden Preiskampf. Sie müssen sich ja nicht nur gegen die Apotheken durchsetzen, die ein paar Ecken weiter sind, sondern inzwischen auch gegen Onlineapotheken, die den Preiskampf noch einmal deutlich steigern. Hier besteht sogar die Gefahr, dass durch diesen Preiskampf der Kunde am Ende auf der Strecke bleibt, weil die Fachberatung verloren geht.
Ich zum Beispiel liebe es in eine Apotheke zu gehen, dort meine Symptome zu beschreiben und dann eine vernünftige Beratung zu bekommen, welches Medikament für mich jetzt das richtige wäre. In einer Onlineapotheke ist das nicht der Fall, hier muss man das Medikament kennen, welches man haben möchte. Das ist eine Alternative für Menschen, die immer dasselbe beziehen, aber auf eine normale Apotheke würde ich nicht verzichten wollen, schon allein deswegen, weil die Wartezeiten unterschiedlich sind. Wenn ich Kopfschmerztabletten brauche, möchte ich nicht noch warten, bis diese mir mit der Post zugestellt werden, sondern ich möchte sie unverzüglich nutzen können.

Weitere Einsparungen bei Apotheken wären also kontraproduktiv, weil dadurch der Service und die Fachberatung verloren gingen. Und das könnte am Ende auch Leben kosten, nämlich dann, wenn es keine Notapotheken mehr gibt, wo man lebensnotwendige Medikamente besorgen kann, wenn diese unerwartet ausgegangen sind.

7 November 2012

Wir Deutschen…

Ja ja wir Deutschen. Uns reicht es, wenn wir alle 4 Jahre ein Kreuz machen dürfen. Alles was in der Zwischenzeit passiert nehmen wir kampflos hin, denn wir freuen uns darauf, dass wir diese Politiker dann bei der nächsten Wahl ärgern können, indem wir sie nicht mehr wählen.
Ein politischer Streik jedoch käme für uns nicht infrage, denn man könnte damit ja eventuell etwas ändern, und das möchte der Deutsche ja bekanntlich nicht. Vor Veränderung hat der Deutsche Angst. Es wäre ihm lieb, wenn alles so bleiben würde, wie es ist und alles was Veränderung bedeutet, wird erst einmal negativ betrachtet.

Das gilt übrigens nicht nur in der Politik, sondern auch in anderen Bereichen. Man nehme einfach nur das Internet, welches der Deutsche als Vorhof zur Hölle betrachtet. Alles, was das Internet bringt, kann nur böse sein, und weil das so ist, muss das Internet in Deutschland so klein wie möglich gehalten werden und natürlich muss es auch reguliert sein, sodass gar kein Webseitenbetreiber auf die Idee kommen könnte, dass seine Webseite auch wirklich legal ist.
Der Deutsche steht neuen Technologien generell eher ablehnend gegenüber, denn die Glühbirne ist das Beste, was es überhaupt gibt und LEDs und Energiesparlampen sind Müll. Diese Technologien hätten nie erfunden werden müssen, wenn es nach dem Deutschen geht, denn an die Glühlampe werden beide Technologien nicht rankommen.

Aber jetzt bin ich vom Thema abgekommen, denn der Deutsche streikt nicht gerne. Mal um eine Löhnerhöhung kämpfen, das ist in Ordnung. Aber politischer Streik? Niemals! Man könnte ja tatsächlich etwas verändern. Deutschland könnte besser werden – aber ich vergaß, Deutschland ist ja schon an einem Punkt angekommen, wo es gar nicht mehr besser werden kann. Deutschland ist das Beste, es geht nicht besser. Alle, die etwas anderes behaupten, sollen einmal ins Ausland blicken. Das Ausland zeigt uns, dass bei uns alles gut ist und das es eigentlich gar keinen Grund gibt, politisch etwas verändern zu wollen.

Und außerdem macht ein politischer Streik nur unsere Wirtschaft kaputt, denn der Deutsche streikt ja gerne und er würde dann alle drei Wochen einen politischen Streik ausrufen. Das würde unsere Wirtschaft natürlich nicht überleben und am Ende würden wir alle arbeitslos auf der Straße sitzen und verhungern. In Deutschland kann ja auch jeder arbeiten, wenn er nur will, denn in Deutschland gibt es genügend Arbeit für alle. Und jeder kann auch von dieser Arbeit leben, denn die deutschen Arbeitgeber sind die sozialsten Arbeitgeber dieser Welt und sie würden niemanden für einen Hungerlohn arbeiten lassen. Wer von seinem Lohn oder Gehalt nicht Leben kann, der ist einfach nur faul. Und wenn er nicht faul ist, dann ist er einfach zu doof für diese Welt.
Zu doof deswegen, weil die Deutschen ein sehr gutes Bildungssystem haben. Und wer es hier nicht schafft einen vernünftigen Abschluss zu machen, der muss einfach zu doof. Fehlende Bildungschancen gibt es in Deutschland nicht. Jeder hat dieselbe Chance und jeder der was anderes behauptet ist einfach nur blöd…

Änderungen? Nicht in Deutschland! Wir wollen das nicht, wir leben schließlich im besten Land dieser Erde.

30 Oktober 2012

Sie müssen nicht in Deutschland bleiben, wenn es ihnen nicht gefällt…

In Berlin versuchen gerade Flüchtlinge, ihre Lebensbedingungen in Deutschland zu verbessern. Sie fordern Verbesserungen am Asylrecht und sind dafür sogar in den Hungerstreik getreten. Und dann gibt es irgendwelche Leute, die Sätze raushauen wie: „Sie müssen nicht in Deutschland bleiben, wenn es ihnen nicht gefällt.“ oder „Wenn es den Flüchtlingen in Deutschland nicht gefällt, können sie doch in ihre Heimat zurückkehren.“

Bei solchen Sätzen bekomme ich immer einen Hals, ich könnte die Leute anschreien, ich würde sie gerne wachrütteln, die Ignoranz aus ihrem Geist verbannen. Denn sie vergessen immer, dass diese Menschen nicht aus Spaß ihre Heimat verlassen. Es gibt Gründe dafür, dass sie dies tun. Sei es Hunger, Krieg, Armut oder eben irgendein anderer Grund, der dafür sorgt, dass die Menschen ihre Heimat verlassen. Die meisten gehen nicht, weil es ihnen Spaß macht, sie gehen, weil sie eine Zukunft suchen. Die meisten würden wohl lieber bei ihrer Familie bleiben, nehmen aber den Weg nach Europa in Kauf, um dort Geld zu verdienen, mit dem sie ihre Familie in der Heimat unterstützen können.

Und dann vergessen diese Menschen auch gerne, dass wir auch verantwortlich für die Lage in vielen dieser Länder sind. Viele westliche Unternehmen haben dort die Natur zerstört, die Umwelt verschmutzt – sie haben die Lebensbedingungen in diesen Ländern verschlechtert und nicht verbessert. Auch der IWF hat seinen Teil dazu beigetragen, dass sich dort in den letzten Jahrzehnten nicht wirklich viel entwickeln konnte. Und auch die EU hat ihren Teil dazu beigetragen, in dem sie durch billige Lebensmittel die einheimische Landwirtschaft in die Knie gezwungen hat.

Das sind die neueren Entwicklungen, da ist das Leid, welches wir zu Kolonialzeiten in diese Länder gebracht haben. All das vergessen wir! Wir überlegen gar nicht, dass wir auch unsere Verantwortung für die Lebensbedingungen tragen. Wir haben auch eine Verantwortung dafür, dass die Wirtschaft in diesen Ländern am Boden liegt, wir haben auch eine Verantwortung für Kriege, die derzeit in einigen dieser Länder wüten, aber diese Verantwortung schieben wir gerne von uns.

Wir wollen lieber den Flüchtlingen diese Verantwortung geben. Sie sollen doch lieber in ihrem Land etwas aufbauen. Sie sollen dort dabei helfen, dass etwas entsteht, sie sollen aber nicht nach Deutschland kommen, um hier eventuell das Geld zu verdienen, um in ihrem Land etwas aufzubauen.

Sicher müssen auch andere Dinge angegangen werden. In den Ländern müssen Bedingungen geschaffen werden, dass diese Menschen nicht mehr flüchten müssen. Die Menschen müssen einen freien und kostenlosen Zugang zur Bildung bekommen, damit sie dort etwas aufbauen können. Ebenso müssen sie die finanzielle Unterstützung bekommen, um Unternehmen zu gründen. Kurz gesagt, sie brauchen Unterstützung, damit sie den Wissensrückstand aufholen können, den sie derzeit haben.

Und es muss dafür gesorgt werden, dass die Menschen in ihren Ländern mehr von den Produkten profitieren, die dort angebaut werden. Der Großteil der Gewinne, welche zum Beispiel durch Kaffee erwirtschaftet werden, muss in den Ländern bleiben, muss den Menschen dort zugutekommen.Was natürlich bedeuten würde, dass der Kaffee teurer wird und das die multinationalen Unternehmen weniger Gewinne für sich behalten können.

Dazu gehört auch, dass in diesen Ländern Umweltstandards eingehalten werden und das die Wirtschaft geschützt wird, welche gegen die westliche Wirtschaft einfach keine Chance hat. Es sollten also nur noch Produkte an diese Länder verkauft werden, welche sie nicht selbst herstellen können, oder welche eben nicht in ausreichender Menge produziert werden können.

Natürlich müssen auch interne Probleme gelöst werden, aber das ist nichts, was wir ändern können. Das ist etwas, was sich ändert, sobald die Bedingungen dafür geschaffen sind.

Aber all das liegt in der Zukunft. In der Gegenwart brauchen diese Menschen Hilfe, und weil wir eine Mitverantwortung für diesen Zustand tragen, haben wir auch die verdammte Pflicht diesen Menschen zu helfen. Und Hilfe ist eben nicht, diese Menschen wieder nach Hause zu schicken, nur weil sie uns zu unbequem sind.

Quellen:

 

Links zum Thema:

3 August 2012

Schutz vor Arbeitslosigkeit – Deutschland vertößt gegen Menschenrechte

Ich lese gerade das Buch „Die Diktatur des Profits“ und bin dort gerade auf einen Artikel 23 der Menschenrechte gestoßen. Wenn ich mir diesen so ansehe, dann bekomme ich einen ganz anderen Blick auf die Hartz4 Leistungen, aber dazu gleich mehr. Hier erst einmal Absatz 1 von Artikel 23:

Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

 

Schutz vor Arbeitslosigkeit…

 

Dieser Schutz vor Arbeitslosigkeit ist in unserem Land gar nicht gegeben. Jeder kann arbeitslos werden, und zwar ohne dass der Täter dafür bestraft wird. Der Täter, der einen Arbeitslosen des Rechtes auf Arbeit beraubt. Der Staat hat eigentlich die Pflicht mich vor der Arbeitslosigkeit zu schützen, tut er das nicht, dann hat er die Pflicht mich dafür zu entschädigen, dass er seiner Pflicht nicht nachkommt. Und genau das wirft ein neues Licht auf die Hartz4-Gesetzgebung. Der Staat hat gar nicht das Recht zu entscheiden, welcher Beruf für mich der richtige ist, sondern dieses Recht hat jeder Mensch allein. Der Staat kann auch nicht verlangen, dass ich jede Arbeitsbedingung annehme, sondern auch hier entscheide ich selbst, welche Arbeitsbedingungen für mich befriedigend sind. Der Staat hat aber die Pflicht mich vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Er muss das tun, denn die Bundesrepublik Deutschland beruft sich auf diese Menschenrechte.
Im Umkehrschluss muss mir der Staat eine Entschädigung zahlen, wenn ich doch arbeitslos werde. Und diese Entschädigung muss er mir ohne Bedingungen zahlen, denn nicht ich verstoße gegen die Menschenrechte, wenn ich arbeitslos bin, sondern der Staat verstößt gegen meine Menschenrechte. Und diese Entschädigung muss er mir solange zahlen, bis er den Zustand der Arbeitslosigkeit wieder abgeändert hat. Der Staat hat kein Recht die Bezüge während der Arbeitslosigkeit einzuschränken und er hat auch nicht das Recht zu sagen, dass ich einen Job annehmen muss, von dem ich nicht leben kann, denn davor schützt mich Absatz 2 und Absatz 3 von Artikel 23 der Menschenrechte.

2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.

Dass die Menschen in den neuen Bundesländern weniger Geld für gleiche Arbeit bekommen, verstößt hier übrigens ebenso gegen die Menschenrechte. Genauso der Fakt, dass Frauen weniger Geld für gleiche Arbeit bekommen als Männer.
Die Bundesrepublik tritt also unsere Menschenrechte mit Füßen. Sie behaupten, dass jeder Einzelne in der Pflicht ist, sich vor Arbeitslosigkeit zu schützen, oder, wenn er schon arbeitslos ist, diesen Zustand zu beenden. Richtiger ist aber, dass der Staat diese Pflichten hat, denn jeder Mensch hat das Recht darauf. Und wenn ich ein Recht auf etwas habe, dann ist der Staat dazu verpflichtet, dieses Recht zu beschützen und notfalls auch durchzusetzen.

Unser System baut also auf einen Rechtsverstoß auf und eigentlich müssten man gegen diese Menschenrechtsverletzung klagen. Nur leider hat ein Arbeitsloser nicht wirklich das Geld hierzu.

24 Juli 2012

Deutschland diskutiert: Beschneidungen an Jungen

PolitikDeutschland streitet. Nicht über die Milliarden zur Rettung spanischer Banken, wobei sie das natürlich auch tun, sondern über die Beschneidung aus religiösen Gründen. Ich streite schon die ganze Zeit mit und komme immer wieder an den Punkt, wo ich nicht verstehe, warum unbedingt so und nicht anders. Aber fangen wir von vorne an.

Vor einiger Zeit entschied ein Gericht in Köln, dass die religiöse Beschneidung eines Kindes eine Körperverletzung darstellt. Betroffen von diesem Urteil sind Juden und Moslems, da diese ihre männlichen Kinder beschneiden lassen. Das ist schon lange Tradition, aber im Mittelalter und auch lange davor war es ebenso Tradition, dass bestimmte Jungen kastriert wurden. Diese Tradition hat sich zum Glück nicht gehalten und warum dann nicht auch einmal über die Beschneidung nachdenken?

Ich weiß, der Vergleich hinkt, aber es gab sehr viele Traditionen, die wir irgendwann einmal hinter uns gelassen haben – und bei den meisten kann man sagen: „Zum Glück“. Übrigens zählt dazu auch das Verbot der weiblichen Beschneidung, auch wenn das eher ein Ritual aus Afrika ist, das aber durchaus auch religiöse Gründe hatte, in Afrika halt. Darüber streiten wir gar nicht, hier ist jedem klar, dass das Verbot richtig ist – und das ist es auch!

Aber bei der Beschneidung darf nicht diskutiert werden. Das schadet ja keinem, es ist halt nur ein Stückchen Haut, ein Fehler der Evolution, braucht doch keiner. Oder hat die Vorhaut vielleicht doch einen Sinn?
Aber auch darum geht es eigentlich nicht. Viel mehr geht es um das Kind. Hat das Kind ein Recht darauf selbst zu entscheiden, ob es die Beschneidung möchte? Oder hat ein Kind dieses Recht nicht? Wenn es das Recht nicht hat, warum hat es dieses Recht nicht? Und warum haben die Eltern das Recht zu entscheiden, dass das Kind nicht selbst entscheiden darf?
Nein, ich habe nichts gegen Religionen, aber sollte Religionsfreiheit nicht auch für ein Kind gelten? Sicherlich kann es sich später immer noch gegen seine Religion entscheiden, aber könnte eine Beschneidung nicht auch dann durchgeführt werden, wenn sich das Kind klar für die Religion entschieden hat? Und warum ist es für die Eltern so schlimm, wenn sie dem Kind die Entscheidung überlassen? Werden sie wirklich in ihrer Religionsausübung gehindert, sind sie etwa keine Juden oder Moslems mehr, wenn sie ihr Kind nicht beschneiden lassen? Oder ist es vielleicht nur die Angst davor, dass das Kind mit den Traditionen bricht und sich gegen eine Beschneidung entscheidet, wenn es denn selbst entscheiden darf?

Auf diese Fragen konnte mir bisher noch keiner eine Antwort geben. Es heißt halt immer, es ist eine Tradition und die Eltern werden in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt, wenn sie das Kind nicht beschneiden dürfen. Aber wird das Kind nicht auch in seiner Religionsfreiheit eingeschränkt, wenn sie nicht selbst entscheiden dürfen, ob sie beschnitten werden wollen oder nicht?

Fakt ist, dass es jährlich Babys gibt, die an den Folgen der Beschneidung sterben. Die Zahl ist äußerst gering, aber es gibt sie. Die Frage ist hier, ist eine Religion es wirklich wert, dass Kinder dafür sterben? Müssen Kinder wirklich leiden, obwohl sie es gar nicht wollten?

Ich weiß, dieser Artikel steckt voller Fragen und hat kaum Antworten. Aber wie soll ich diese Antworten geben? Ich bin nicht religiös. Meine Meinung ist, dass Kinder das Recht bekommen sollten, selbst zu entscheiden, ob sie beschnitten werden wollen oder nicht. Das bedeutet natürlich, dass die Beschneidung verschoben werden muss, was bei den Moslems nicht wirklich ein Problem darstellt. Nur bei den Juden wird es schwierig, aber man kann ja auch als Erwachsener zum Judentum übertreten, da kann der Bund mit Gott doch sicher auch bis zum 14. Lebensjahr warten.

23 Juni 2012

Frau Merkel gegen alle?

Während wir uns mit der Fußball-Europameisterschaft vergnügen, versucht Frau Merkel mit ihren Ministern „die Welt“ Europa zu retten. Der Euro gerät immer mehr unter Druck, Griechenland, Spanien und Italien stehen kurz vor der Insolvenz und Deutschland möchte mit seinen Milliarden der Supermann, nein, die Superfrau Europas werden.

Das deutsche Grundgesetz scheint dabei aber eher ein Störfaktor zu sein, weswegen Frau Merkel und ihre Superminister dieses wohl auch mit irgendwelchen fiesen Tricks aushebeln möchte. Wahrscheinlich wäre es ihr Lieber, wenn sie mit ihrer Partei in Deutschland derzeit eine Parteiendiktatur führen könnte, dann hätte sie ihre Gesetze nämlich heimlich, still und leise verabschieden können, und müsste sich jetzt keine Sorgen darüber machen, was das Bundesverfassungsgericht wohl von dem ganzen Paket hält.

Genau, die Rede ist vom ESM, der anscheinend nicht nur ein Rettungsschirm werden soll, sondern eine Firma, die zugriff auf die nationalen Haushalte erhält. Der ESM soll das Recht haben, andere zu verklagen, kann selbst aber nicht verklagt werden. Eine Art Super-Firma also, die alles machen kann, was sie will – die aber dann wohl nicht mehr zu bändigen wäre, da man sie ja nicht verklagen kann.

Sollte das alles so stimmen und so verabschiedet werden, dann droht uns in der Zukunft noch sehr viel unrecht und eine noch schlimmere Diktatur des Geldes. Eine souveräne Haushaltsplanung wäre dann nicht mehr möglich, denn wer garantiert, dass diese Firma nicht auf größere Summen zurückgreift, als sie jetzt vorgegeben sind? Niemand garantiert das, weswegen es jetzt wichtig ist, sich doch einmal genauer über den ESM zu informieren.

Ich muss zugeben, dass ich es bereits noch nicht gemacht habe und weiterhin muss ich zugeben, dass dieser Artikel hier bisher nur auf dem bassiert, was ich bisher gelesen habe und deswegen bin ich jetzt einmal auf eure Meinung gespannt und natürlich werde ich mich jetzt auch ein wenig genauer über den ESM informieren.

Links zu den Artikeln:

6 Juni 2012

Fachkräftemangel? Ach leckt mich doch…

Fachkräftemangel – ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie mir dieses Wort langsam auf den Keks geht. Fachkräftemangel, dieses verdammte Wort höre ich schon seit meiner Ausbildung, und die habe ich im Jahr 2004 beendet, also vor 8 Jahren. Dennoch gibt es ihn immer noch, den Fachkräftemangel. Aber warum?

Es gibt so viele Arbeitslose, mehrere Millionen, da werden doch wohl ein paar Tausend dabei sein, die entweder qualifiziert genug sind, um eine Fachausbildung zu bekommen, oder die schlau genug sind, um durch Weiterbildungen und Ausbildungen qualifiziert zu werden. Warum wurde es nicht gemacht? Wahrscheinlich um das Bild vom faulen Hartz4-Empfänger aufrecht zu erhalten, der nicht einmal in der Lage ist die Bundeskanzlerin zu erkennen. Ob wir wohl immer noch Fachkräftemangel hätten, wenn die Millionen die in sinnlose Bewerbungstraining-Maßnahmen gesteckt wurden, in die Ausbildung, oder in die Schulbildung der Arbeitslosen gesteckt wurden wäre? Wenn man willigen Arbeitslosen dabei geholfen hätte, einen vernünftigen Schulabschluss nachzuholen? Ich glaube, dann hätten wir diesen Fachkräftemangel nicht mehr, dann wären die Stellen besetzt und wir müssten nicht jammern.

Ich weiß selbst, wie schwer es war, die drei Jahre zu finanzieren, in welchen ich mein Abitur auf der Abendschule nachgeholt habe. Das kann verbessert werden, die Arbeitsagenturen könnten mit diesen Schulen zusammenarbeiten, sie könnten den Arbeitslosen weniger Steine in den Weg legen, wenn diese ihren Schulabschluss nachholen möchten. Aber das wäre wohl zu einfach, zu einfach für den Staat und zu teuer für die Unternehmen.
Denn auch die Unternehmen könnten sich ihre Fachkräfte ausbilden. Dafür müssten sie Geld in die Hand nehmen, damit die Ausbildungswilligen das Studium leisten können. Aber wozu sollte man das tun, wenn im Ausland die Fachkräfte ja schon ausgebildet wurden, und sie somit sofort und kostengünstig für die deutsche Wirtschaft zur Verfügung stehen?

Ach so, ich vergaß, die meisten Arbeitslosen sind zu doof. Es ist gar nicht möglich diese auszubilden, denn die Gehirne sind einfach viel zu klein. Ach ja, und außerdem trinken die meisten ja schon morgens um acht die dritte Flasche Bier und machen sich ihre erste Flasche Wodka auf. Ich habe also überhaupt nichts gesagt, diese Menschen sind verloren, sie sind es nicht wert ausgebildet zu werden, sie haben gar keine Chance verdient, um zu beweisen, dass sie durchaus in der Lage sind, eine Ausbildung zur Fachkraft zu überstehen.

Ach, was rege ich mich eigentlich auf. Liebe Leser, wir brauchen Fachkräfte, begebt euch in die Ausbildungslager in Thailand, damit ihr hier dann eine Chance auf Arbeit habt.

20 Mai 2012

Vize-Bayern 2011/12

Liebe Bayern-Fans, ich möchte euch ja nicht zu nahe treten, aber so unverdient diese Niederlage auch war, so verdient war sie auch. Ich kann die Bayern ja nicht leiden, aber heute war ich doch tatsächlich mal für euch und dann zeigt ihr so ein Spiel? Sagt mir eines, wie habt ihr es in der Saison geschafft, in einem Spiel sieben Tore zu schießen?

Wer so viele Großchancen hat, und dann auch noch einen Elfmeter zugesprochen bekommt, der muss dieses Spiel einfach gewinnen. Aber nein, lieber macht ihr nur 1 Tor, von gefühlten 200.000 Torchancen. Ich weiß, das ist übertrieben, aber wenn die Engländer aus einer Chance 1 Tor machen und ihr aus 20 Chancen ebenfalls nur ein Tor macht, dann braucht ihr euch am Ende nicht zu wundern, wenn ihr das Spiel verliert.
Wenn man sich die Chancen anschaut, die ihr während der regulären 90 Minuten hattet, dann hättet ihr das Spiel 5:1 Gewinnen müssen, wenn nicht sogar noch höher. Aber es stand nicht 5:1 nach 90 Minuten, es stand 1:1. Dann verschießt euer Team noch einen Elfmeter in der Verlängerung, sorry liebe Bayern-Fans, aber spätestens hier kann man nicht mehr von einer „unverdienten“ Niederlage sprechen.
Ganz im Gegenteil, irgendwie hat das Team doch alles dafür gegeben, um dieses Spiel zu verlieren. Das Team hat seine Großchancen vergeben, es hat den Elfmeter vergeben – es hat sich eure Niederlage also wirklich mehr als verdient. Und dieses Unvermögen kann man auch auf niemanden abwälzen. Der Schiedsrichter hat ein super Spiel gemacht, er hat in allen Situationen gut entschieden, und somit hat er nichts damit zu tun, dass die Bayern am Ende nur 1 Tor geschossen haben. Also können nur die Spieler selbst dran schuld sein, und wenn jemand selbst an einer Niederlage schuld hat, dann hat er sich diese Niederlage eben verdient.
Und dann kann man am Ende eben nicht davon reden, dass die Engländer unverdient gewonnen hätten, im Gegenteil, die Engländer haben das gesamte Spiel über ihr Spiel gespielt und haben sich nicht von den vielen großen Chancen der Bayern verrückt machen lassen. Und wenn diese Spielweise am Ende dazu führt, dass man das Finale gewinnt, dann ist es ein verdienter Sieg – und kein unverdienter.

Liebe Bayern-Fans, an dieser Niederlage sind nur eure Spieler schuld. Ich wiederhole mich nur ungern, aber sie hatten so viele Großchancen, damit hätten sie eigentlich schon fast zwei Spiele gewinnen können. Und dann von einer „unverdienten“ Niederlage zu sprechen – sorry, aber das geht am Ende dann wirklich zu weit. Unverdient ist eine Niederlage, wenn einem fünf klare Tore aberkannt werden, oder wenn es 3 falsche Abseits-Entscheidungen gab. Das gab es alles nicht, und somit hat sich euer Team diese Niederlage sehr wohl verdient.

16 Mai 2012

Nazis keinen Raum geben – Jugendlichen einen Raum geben…

Nazis keinen Raum geben
Nazis keinen Raum geben
Nazis keinen Raum geben

Ich finde es ja schön, dass viele Deutsche etwas gegen den Rechtsextremismus machen wollen, aber die Aufkleber, die man überall findet, nerven doch langsam. Wenn ich zum Beispiel lese: „Es reicht! Nazis keinen Raum geben.“, dann Frage ich mich schon, was das für eine Lösung sein soll. Wenn man ein Problem aus dem öffentlichen Raum drängt, ist es noch lange nicht behoben. Die Nazis hören nicht auf Nazis zu sein, nur weil man sie in der Öffentlichkeit nicht mehr wahrnimmt. Es sind immer noch Nazis, auch wenn sie ihre Versammlungen in einer Privatwohnung organisieren.
Die Gesinnung dieser Menschen, die Meinungen, die kann man nur ändern, indem man mit diesen Menschen diskutiert. Es mag nicht leicht sein, aber man muss ihnen zeigen, nein, man muss ihnen Beweisen, dass ihre Meinungen und ihre Ansichten falsch sind.

Und man muss früher anfangen! Warum gibt man Nazis die Möglichkeit, dass sie Hauptschüler ansprechen, und diese von ihrer Gesinnung überzeugen? Es müssen Angebote geschaffen werden, die so etwas verhindern. Den Schülern müssen Chancen aufgezeigt werden, es müssen Freizeitangebote geschaffen werden, welche sie auch in Anspruch nehmen können, wenn sie kein Geld haben. Sie müssen kostenlos qualifizierte Nachhilfe bekommen, damit sie in der Schule die Chancen haben, einen Abschluss zu machen und generell müssen diese Schüler mehr ins soziale Leben integriert werden. Jemand, der überall ausgeschlossen ist, der sucht eben dort seinen Halt, wo er aufgenommen wird. Wenn er es sich zum Beispiel nicht leisten kann, mit Freunden ins Kino zu gehen, dann sucht er sich eben Freunde, bei denen er kein Geld braucht, die ihm helfen, auch ohne Geld am sozialen Leben teilnehmen zu können. Er sucht sich Freunde, die ihn nicht danach beurteilen, welche Klamottenmarke er anhat und diesen Halt findet er eben meist im rechten Milieu.

Das sind alles Gründe, warum sich diese Schüler den Nazis anschließen. Dort haben sie ihre soziale Heimat, dort bekommen sie die Möglichkeit, auch ohne Geld ihre Freizeit zu gestalten und dort finden sie Freunde, die sie nicht an den Rand der Gesellschaft schieben.

Nazis keinen Raum zu geben, bedeutet, dass man diese Menschen noch mehr an den Rand der Gesellschaft schiebt. Der Zusammenhalt wird dadurch noch stärker und nicht schwächer, was nötig wäre, damit diese Menschen aus dem Milieu rauskommen.

Es sollte endlich mal ein Umdenken geben. Es muss verhindert werden, dass Jugendliche und junge Erwachsene überhaupt in dieses Milieu abrutschen, es muss ihnen ein sozialer Halt gegeben werden. Gebt den Jugendliche kostenlose Jugendclubs, in denen sie ihre Freizeit verbringen können. Gebt ihnen den Raum und die Möglichkeit Lerngruppen zu bilden, damit sie gemeinsam ihre Zukunft gestalten können und damit sie sehen, dass sie in der Gesellschaft willkommen sind. Das gilt übrigens nicht nur für den Rechtsextremismus, sondern auch für Jugendliche, die in andere kriminelle Milieus abrutschen.