Das Recht zur Körperverletzung

Der Bundestag hat jetzt also einen guten Entwurf, um die Körperverletzung an männlichen Neugeborenen schnellstmöglichst wieder rechtssicher zu machen. Rechtssicher für die Eltern, die sonst in ihrer Religionsausübung gestört werden würden – nicht rechtssicher für die Kinder, die gar nicht selbst entscheiden dürfen, ob sie diesen Brauch ablehnen oder nicht, sie müssen mit der religiösen Entscheidung ihrer Eltern leben, die eben entscheiden, dass dieser Brauch wichtig ist. Und weil sie das Denken, haben die Politiker ihr eigenes Denken sofort eingestellt, sie haben sich die guten Gründe gegen eine Beschneidung wahrscheinlich nicht einmal angehört, und wenn, dann haben sie diese wahrscheinlich mit der Begründung vom Tisch gewischt, dass es sich hier um einen jahrtausendealten Ritus handelt und wahrscheinlich halten sie die Vorhaut nicht für so wichtig, um das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit zu beachten. | mehr

Deutschland diskutiert: Beschneidungen an Jungen

Deutschland streitet. Nicht über die Milliarden zur Rettung spanischer Banken, wobei sie das natürlich auch tun, sondern über die Beschneidung aus religiösen Gründen. Ich streite schon die ganze Zeit mit und komme immer wieder an den Punkt, wo ich nicht verstehe, warum unbedingt so und nicht anders. Aber fangen wir von vorne an. Vor einiger Zeit entschied ein Gericht in Köln, dass die religiöse Beschneidung eines Kindes eine Körperverletzung darstellt. Betroffen von diesem Urteil sind Juden und Moslems, da diese ihre männlichen Kinder beschneiden lassen. Das ist schon lange Tradition, aber im Mittelalter und auch lange davor war es ebenso Tradition, dass bestimmte Jungen kastriert wurden. Diese Tradition hat sich zum Glück nicht gehalten und warum dann nicht auch einmal über die Beschneidung nachdenken? | mehr