Vierhundert versunkene Träume

Vierhundert Menschen! Vierhundert Menschen, die, wenn wir genauer hinsehen, gerade um ihr überleben kämpfen. Sie treiben auf dem Meer, ihr Boot ist gekentert, keine Hilfe weit und breit. Sie kämpfen, wollen weiter, wollen hier nicht sterben. Sie haben noch Träume, sie haben Familie und sie tragen Verantwortung für diese Familie. Vierhundert Menschen! Die Herkunft ist egal, die Religion ist egal, wichtig ist nur, dass es Menschen sind. Wichtig ist, dass sie Träume haben, dass sie in ein anderes Leben flüchten wollen, dass sie die Hoffnung für Menschen sind, die sie zurücklassen mussten. Vierhundert Menschen! Dort, ein Mädchen, vielleicht 18 Jahre alt. Sie sieht noch gut aus, könnte es schaffen, wenn Hilfe unterwegs wäre. Sie schwimmt noch, hat noch keine Probleme damit, sich über Wasser zu halten. | mehr

Buchidee: Kochen mit Helga

Ich war letztens in der Kaufhalle unterwegs und hatte mal wieder eine Buchidee. Der Titel ist „Kochen mit Helga“ und hier könnt ihr jetzt mal die ersten beiden Abschnitte lesen. Ob es ein vollständiges Buch wird, werden wir sehen – eventuell nutze ich den November. Allerdings werde ich es diesmal dann nur als E-Book veröffentlichen. Kennengelernt habe ich Helga in der Kaufhalle, in welcher ich mir mal wieder Mate-Nachschub kaufen musste. Ein Leben ohne Mate ist in unserer heutigen Zeit ja nicht mehr vorstellbar, besonders dann nicht, wenn einem die Folgen bekannt sind, welche durch Mate-Entzug entstehen. Helga schlich mit ihrem Einkaufswagen durch die Gänge der Kaufhalle. Sie blieb vor dem frischen Gemüse stehen und schloss immer mal wieder die Augen, so als ob sie in Erinnerungen schwelgen würde. | mehr

Kurzgeschichte: Erinnerungen

Es ist kurz vor 22 Uhr. Gerade ist ein Kinofilm zu Ende gegangen und die Menschen verlassen das Gebäude. Ich beobachte sie, sehe sie lächelnd durch die Straßen ziehen. Einige küssen sich, andere gehen zum Dönerstand, um sich etwas zu trinken zu kaufen. Sie merken nicht, dass ich sie beobachte, denn ich sitze hier in meinem Taxi, ich warte auf sie, auf die Paare, die schnell nach Hause wollen, die Paare, die ihrem Abend noch einen erotischen Ausklang geben wollen. Sie bemerken mich nicht, weil es mein Job ist, hier zu sein. Und ich merke nicht, dass sich ein Paar in meine Richtung bewegt. Sie hat rote Rosen in der Hand, welche sich, durch den sanften Wind, hin und her bewegen. Er hat eine Bierflasche in der Hand, die sich, angetrieben durch seine Hand, zu seinem Mund bewegt. | mehr

Blogger-Adventskalender: Türchen 13

Nachdenkend gehe ich durch die nächtliche Stadt. Überall sind Lichter, welche die Nacht, die Läden und die Marktbuden erhellen. Auf dem Weihnachtsmarkt hört man glückliche Kinder, die sich in Fahrgeschäften vergnügen. Weihnachtsmusik verfolgt mich, bohrt sich tief in meine Gedanken. Es geht um die Weihnachtsbäckerei, um den Schnee, um Liebe und Zuneigung und um den Zusammenhalt der Familie - Nächstenliebe wird auf einmal großgeschrieben. Langsam gehe ich von Bude zu Bude. Vor einem Stand mit kandierten Obst entdecke ich ein Kind, dass die kandierten Äpfel mit großen Augen ansieht. Die Mutter steht daneben, sieht, wo der Blick des Kindes hinfällt und dann kann ich Traurigkeit in ihrem Gesicht erkennen. Sie kniet sich zu ihrem Kind hinunter, flüstert ihm was ins Ohr und auch in seinem Gesicht flackert kurz Traurigkeit auf. | mehr

Warum ist das Eichhörnchen vom Baum gefallen?

Es war einmal ein Eichhörnchen, welches sich auf die Reise in ein fremdes Land begab. Als es langsam auf den Winter zuging, machte sich das Eichhörnchen auf die Suche nach einem geeigneten Baum, um dort seine Nester zu bauen. Eichhörnchen haben mehrere Nester, da sie öfter kleine Untermieter bekommen. Diese Untermieter mag das Eichhörnchen natürlich nicht, weswegen es dann auch zwischen den Nestern wechselt, wenn diese Untermieter zu Besuch kommen. Als das Eichhörnchen einen Passenden, wenn auch unbekannten, Baum gefunden hatte, begann es sofort mit dem Nestbau. Das Eichhörnchen wusste ja nicht, welches Wetter es zu erwarten hat, da es neu war in diesem Land. Somit wusste das Eichhörnchen natürlich auch nicht, ob die Winter hier sehr kalt sind, oder ob es einen eher milden Winter erwarten dürfte. | mehr

Lernen ist schwer…

Lernen ist schwer. Ihr wisst sicher was ich meine, wenn ich diesen Satz schreibe. Ich gehe sogar weiter, denn lernen ist unmöglich. Zumindest, wenn man es in den eigenen vier Wänden machen soll. Kaum sitzt man am Schreibtisch und hat das Heft mit der zu lösenden Aufgabe vor sich liegen, fällt einen auf einmal ein Schrank auf, den man schon mindestens 10 Jahre nicht mehr beachtet hat. 10 Jahre ist eine lange Zeit, und so kommt es, dass der Schrank auf einmal interessanter ist, als das Heft mit der Aufgabe, welche man eigentlich lösen sollte. Wir können das Heft mir der Aufgabe auch gerne gegen Vokabeln auf Karteikarten austauschen, es bleibt dasselbe, der Schrank ist interessanter. Was verbirgt sich wohl in diesem Schrank, den wir 10 Jahre nicht mehr angesehen haben? | mehr

Brief an das Leben – Teil 1

Hallo Leben, ich schreibe dir diesen Brief, weil du auch mal einen erhalten solltest. Ich weiß zwar nicht, ob man sich bedanken sollte, dass du in uns bist oder ob man sich eher beschweren sollte. Auf jeden Fall gibt es dich und durch dich gibt es mich. Irgendwann steigt alles, was lebt, in diesen Zug ein, in deinen Zug, der aber immer nur in eine Richtung fährt, ein zurück gibt es nicht. Eigentlich bist du ja egoistisch, Leben, denn du fährst nur dort lang, wo du lang fahren willst, und du hältst nur dort an, wo du anhalten möchtest. Tja Leben, manchmal überlegt man sich die Notbremse zu ziehen und einfach aus zusteigen, aber selbst da machst du nicht mit, denn egal wo man aussteigt, man ist immer am Ziel, dort wo der Zug eh hin wollte. | mehr

Blog Adventskalender 2011 – 11. Söckchen

Heute ist der 11.Dezember und somit Zeit für das 11.Türchen des Blogger-Advent-Kalenders Es ist das erste Mal, das ich dran teilnehme und ich hoffe, dass euch die Kurzgeschichte gefällt, die ich für euch geschrieben habe. Als der Weihnachtsmann Weihnachten verschlief.. . „Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hat der Weihnachtsmann verpennt.“, so heißt es in einem Weihnachtsgedicht. Und tatsächlich gab es einmal ein Weihnachtsfest, an dem der Weihnachtsmann verschlafen hatte. Das ist schon sehr lange her, und natürlich erinnert sich heute auch keiner mehr daran, wofür der Weihnachtsmann verantwortlich ist. Damals hatte der Weihnachtsmann sehr viel um die Ohren, denn es war mal wieder Krieg auf Erden und auch die Pest verbreitete Leid und Schrecken auf der ganzen Welt. | mehr

Ein seltsamer Montag – Kurzgeschichte

Ich werde diesen Montag wohl nie vergessen. Es war ein ganz normaler Montag, wie immer stand ich um sechs Uhr auf und schaltete den Computer an. Dieser startete ganz normal, doch als ich meine tägliche Dosis Nachrichten konsumieren wollte, ging überhaupt nichts. Mein Browser öffnete keine einzige Internetseite, mein Feed-Reader blieb leer und auch mein E-Mail-Eingang blieb verschont. Eigentlich schön, aber ich ging davon aus, dass mein Internet eine Störung hatte, weswegen ich den Computer wieder ausschaltete und mich auf den Weg zu meiner Bank begab. Ich brauchte unbedingt die Kontoauszüge, welche ich mir im Internet ja nicht holen konnte. Bei meiner Bank angekommen, schauten mich die Mitarbeiter der Bank, welche um diese Uhrzeit eigentlich noch gar nicht hier sein dürften, verdutzt an. | mehr

Manchmal fällt der Apfel doch weit vom Stamm – Kurzgeschichte

Vor einigen Wochen stolperte ich über einen Schreibwettbewerb, bei den es um das Thema „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ ging. Leider hatte ich nur noch eine Woche Zeit, um daran teilzunehmen, was ich natürlich nicht geschafft habe. Ich hatte aber mit der Kurzgeschichte schon begonnen, und wollte diese jetzt natürlich auch fertigstellen. Und weil ich ungern eine Kurzgeschichte ungelesen in einem Schubfach verschwinden lasse, veröffentliche ich diese jetzt hier auf meinen Blog. Viel Spaß beim Lesen. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, sagte meine Oma immer. Und eigentlich hat sie ja recht, denn der Stamm, also die Eltern, dienen den meisten als ihre Vorbilder. Kinder übernehmen sich die Eigenschaften ihrer Eltern, egal ob diese Eigenschaften Positiv oder Negativ sind. | mehr

Kleine grüne Männchen – Kurzgeschichte

Ich habe heute mal wieder in meinem Schulzeug vom Abendgymnasium gestöbert und bin dabei auf diese kleine Geschichte gestoßen, welche ich geschrieben habe. Ich weiß leider nicht mehr, weswegen ich diese Geschichte geschrieben habe und wie ich auf das Thema gekommen bin, aber ich gehe mal davon aus, dass wir irgendeinen Text oder eine Geschichte gelesen haben und dazu dann selbst etwas schreiben sollten. Da mir die damalige Fassung nicht mehr gefiel, habe ich sie hier ein wenig umgebaut. Wie immer würde mich eure Meinung interessieren. Aber genug geschrieben, denn die Geschichte ist nun auch schon nicht mehr viel größer. Gestern um 23 Uhr sind in Bielefeld die kleinen grünen Männchen gelandet. Ich muss das wissen, denn ich habe sie aus meinem Fenster heraus beobachtet. | mehr

Die lachende Ente – Teil 3 – Kurzgeschichte

Ich stehe nun schon seit vielen Jahrzehnten hier – immer an dieser Stelle und zu jeder Jahreszeit. Im Sommer genauso wie im Winter, auch wenn es schneit, regnet und stürmt. Das ist auch kein Wunder, denn ich bin fest verwurzelt mit dieser Erde. Schon seit einigen Jahren läuft hier jeden Abend eine Joggerin lang, nein das ist falsch, es laufen hier jeden Abend zwei Joggerinnen lang. Ich kann sie immer schon aus der Ferne sehen, die Menschen, wie sie sich mit ihren beiden Beinen fortbewegen. Das ist durch meine Größe möglich, und ich bin immer neidisch auf die Menschen. Ich würde mich auch gerne fortbewegen können, würde auch gerne die Welt sehen, dass Meer, von welchem mir die Vögel immer berichten. Jedes Jahr erzählen sie mir davon, immer wenn sie hier vorbeikommen, hier einen Halt machen. | mehr

Die lachende Ente – Teil2 – Kurzgeschichte

Hatte sie ihn gesehen? Er war gerade dabei in ein leer stehendes Haus einzusteigen, in welchem er die Nacht verbringen wollte. Genau in diesem Moment lief die Joggerin an dem Grundstück vorbei und er hätte schwören können, dass sie ihm genau in die Augen gesehen hat. Wenn sie ihn wirklich gesehen hatte, dann würde die Joggerin wahrscheinlich die Polizei rufen und dieses Risiko konnte er nicht eingehen. Nicht er, wo seine DNA doch bundesweit gesucht wird. Wer weiß, ob die Polizei nicht auf die Idee kommen würde, eine DNA-Probe von ihm zu nehmen, sobald sie ihn wegen Einbruchs verhaftet hatte? Dieses Risiko war ihm einfach zu groß. Sicher könnte es auch Einbildung sein und die Joggerin hatte ihn gar nicht gesehen. Aber das wusste er nicht und sollte es so sein, dann war die Joggerin eben zur falschen Zeit am falschen Ort. | mehr

Die lachende Ente – Kurzgeschichte

Wie jeden Abend machte sich Sabrina für ihr Lauftraining bereit. Sie befüllte ihre Trinkflaschen mit warmen Tee, steckte die Flaschen in ihren Gürtel und startete ihren Trainingscomputer. Danach nahm sie ihren Schlüssel, öffnete die Tür und betrat den Flur. Nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, trat sie ins Freie, atmetet einmal tief ein und genoss die frische, kalte Luft, welche sich in ihren Lungen ausbreitete. Danach lief sie los, nachdem der Trainingscomputer den Satelliten gefunden hatte und sie die Aufzeichnung ihrer Daten gestartet hatte. Heute lief sie das erste Mal alleine, nachdem sich am Vortag ihre Freundin verletzt hatte. Sie stolperte über einen Stein und verstauchte sich dabei den Knöchel. Für Sabrina war das kein Grund mit dem Training auszusetzen. | mehr