11 November 2020

Drohen, einschüchtern, Meinungsfreiheit einschränken …

Herbst

Dieses Internet ist echt spannend, besonders dann, wenn du eine harmlose Diskussion führst, und dir am Ende ein Teilnehmer, den du bis dahin nicht wirklich beachtet hast, mit dem Anwalt droht, weil er sich durch eine allgemeine Aussage angegriffen fühlt. Passiert immer wieder Mal, meist ist eine Aussprache am nächsten Tag möglich, in der all das geklärt wird, aber derzeit gibt es da draußen eine Gruppe von Menschen, denen ich durchaus zutraue, den Weg zum Anwalt zu gehen. Nicht, weil sie mit ihren Anschuldigungen irgendwie Erfolg haben könnten, sondern nur, um dem anderen einen finanziellen Schaden zuzufügen, indem erst einmal ein Brief vom Anwalt geschrieben wird, mit dem du dann zu deinen eigenen Anwalt musst, um das prüfen zu lassen. Dann zahlst du auf jeden Fall die Erstberatung und im schlimmsten Fall, wenn es zu einem Verfahren kommt, noch die restlichen Kosten, weil die Gegenseite kein Geld hat.

Einschränkung der Meinungsfreiheit durch Einschüchterung

Das ist die Ausgangslage! Einige werden jetzt sagen, dass das ja nicht schlimm ist, wenn an den Vorwürfen nichts dran ist, aber ist das wirklich so einfach? Ich finde nicht, denn es kommen da noch andere Ebenen ins Spiel. Wenn das einmal passiert, dann mag das noch okay und verkraftbar sein, aber wenn dir dann in jeder zweiten Diskussion, in der es um ein bestimmtes Thema geht, mit dem Anwalt gedroht wird und es mehrmals dazu kommt, dass du einen Anwalt aufsuchen musst und diese Kosten erst einmal tragen musst, wirst du dich in deinen Meinungsäußerungen einschränken. Im schlimmsten Fall wirst du Plattformen meiden, auf denen das ständig geschieht. Das ist ein Problem, weil das derzeit genau die Vorgehensweise ist, die einige Gruppen dort draußen versuchen, um ungeliebte Meinungen zu unterdrücken. Diese Gruppen versuchen sich selbst zum Opfer zu machen, um die Gegenseite einzuschüchtern, sie daran zu hindern, ihre Meinung weiterhin öffentlich zu verbreiten, damit die eigene Meinung uneingeschränkt und ohne Widerspruch verbreitet werden kann.

Dadurch wird Meinungsäußerung dann zu einem Privileg für Menschen, die es sich leisten können, weil sie sich gegen die Vorwürfe der anderen zur wehr setzen können. Das ist ein riesiges Problem, weswegen ich auch das System der Abmahnungen in diesen Fall als schwierig ansehe. Auch wenn Abmahnungen ja erst einmal was Positives sind, weil so kleinere Streitigkeiten auch ohne ein gerichtliches Verfahren beigelegt werden können. Das Problem sind aber die entstehenden Kosten, die auf jeden Fall erst einmal auf einen zukommen, wenn die Abmahnung geprüft werden muss. Und da die Mehrheit hier wahrscheinlich keine Juristen sind, läuft dies darauf hinaus, einen Anwalt aufzusuchen.

Ich habe keine Ahnung, wie dieses System besser gestaltet werden könnte, vielleicht gibt es auch schon einen Verein, der sich um Abmahnungen kümmert, die gezielt darauf ausgelegt sind, durch Einschüchterung die Meinungsfreiheit einzuschränken, nur ist das halt auch ein Problem für die Plattformbetreiber selbst, wenn immer mehr Menschen aufhören, dort aktiv an Diskussionen teilzunehmen. Das schränkt die Pluralität an Meinungen ein und es schränkt die Meinungsbildung an sich ein.

Hinter Pseudonymen verstecken

Jetzt wäre es natürlich möglich, sich hinter Pseudonymen zu verstecken, die erst einmal nicht so leicht einer realen Person zuzuordnen sind, um eine solche Diskussion zu führen. Dann hätte auch die Gegenseite erst einmal mehr Kosten, um die Person zu identifizieren und würde sich somit ansehen, ob es überhaupt Erfolgsaussichten hat, aber dann gibt es halt Menschen – und dazu gehöre ich – die sich nicht wirklich verstecken können, weil es zum Beispiel Pflichtangaben gibt, die auf dem eigenen Blog hinterlegt sein müssen. Deswegen ist das Pseudonym zwar ein wichtiges Instrument im Internet, aber den Vorteil können halt nicht alle Nutzen.

Deswegen müssten wir eine gesellschaftliche Diskussion darüber führen, wie wir die Meinungsvielfalt im Internet schützen können, ohne das bestimmte Gruppen die Möglichkeit haben, durch irgendwelche Aktionen dem Gegenüber einen finanziellen Schaden zuzufügen. Es muss möglich sein, seine Meinung auch unter seiner richtigen Identität zu vertreten – so lange diese vom Grundgesetz gedeckt ist – ohne Angriffe zu befürchten, die einen dann in die Situation bringen, entscheiden zu müssen, ob Mensch seine Meinung noch öffentlich vertreten will.

Ich schreibe diese Artikel natürlich nicht ohne Grund, denn die Situation, die ich oben beschrieben habe, betrifft mich gerade wieder selbst. Noch ist nichts passiert und wenn was passiert, bin ich mir ziemlich sicher, dass all meine Aussagen weder beleidigend, noch in irgendeiner anderen Art und Weise strafbar sind. Doch auch ich muss natürlich, wenn etwas kommt, zum Anwalt gehen, um mich dagegen zu wehren. Viel schlimmer ist aber diese Ungewissheit, die eine solche Aussage erst einmal auslöst. Denn auch wenn ich mir sicher bin, dass das alles okay war, werde ich jetzt natürlich noch öfter darüber nachdenken, ob ich meine Meinung zu einem Thema auch schreibe und somit hat die Drohung mit dem Anwalt dann auch schon ihr erstes Ziel erreicht!

27 September 2019

Keinen Plan!

Müde sitze ich im Büro. Es ist kurz nach 10 Uhr und die Motivation ist schon im Wochenende. Eigentlich ist sie immer im Wochenende, eigentlich möchte ich in keinem Büro sitzen, möchte über meine Zeit selbst entscheiden. Ich kann das eigentlich auch, denn ich bin selbstständig, entscheide selbst, was ich machen will, doch auf der anderen ist da der Zwang, Geld verdienen zu müssen. Ohne kommt Mensch nicht weit in unserer Gesellschaft.

So sitze ich im Büro, suche nach Motivation, um dann die Dinge zu tun, die ich tun muss, um Geld zu verdienen. Irgendwie gelingt es auch immer wieder, irgendwie ist nach ewigen sechs Stunden die Arbeit erledigt, die zu erledigen war. Es ist auch ganz gut, dass ich dieser Arbeit nachgehe, sonst würde ich wohl zu Hause versauern, würde auch nicht viel tun, weil ich soviel tun möchte und es einfach viel zu viel ist, was ich tun will und genau da liegt irgendwie mein Problem.

Keinen Plan wo ich hin will!

Das Problem ist ja, dass ich eigentlich immer noch nicht so genau weiß, wohin ich im Leben will! Ja, ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht und ja, ich habe mein Abitur nachgeholt, aber mehr habe ich in den 36 Jahren meines Lebens auch noch nicht wirklich erreicht. Wobei, so wirklich richtig ist es ja nicht, denn ich habe in den letzten Jahren viele Dinge gemacht, die mir Spaß gemacht haben, aber es war noch nicht das dabei, was meinem Leben einen Sinn gibt.

Seit 2012 bin ich jetzt Student, aber ist es wirklich das, was ich will? Vor sieben Jahren dachte ich das, doch inzwischen bin ich mir nicht wirklich sicher, denn eigentlich weiß ich nur, dass ich gar keinen Plan habe.

Ich lebe so vor mich hin, verdiene irgendwie immer ein wenig Geld, sodass ich nicht von Hartz4 abhängig bin. Rede mir jedes Semester ein, dass es ab jetzt besser wird, aber eigentlich kann es das nicht, weil der Plan fehlt. Warum studiere ich eigentlich? Was will ich später einmal damit anfangen? Will ich damit später überhaupt etwas anfangen?

Eigentlich weiß ich nur, dass ich nicht in einem 40 Stunden Job gefangen sein möchte, dass ich von der Fünf-Tage-Woche nicht wirklich viel halte, ich nicht in einem Arbeitsvertrag gefangen sein möchte. Klar, ich will sinnvolle Arbeit verrichten, Dinge, die für die Gesellschaft einen wirklichen Wert haben. Ich möchte nicht die Profitgier von einzelnen Unternehmern unterstützen und doch muss ich natürlich irgendwie selbst überleben. Ich will ständig neues lernen, mir die Zeit dafür nehmen können, aber einen Plan, wie ich das alles unter einen Hut bringen kann, habe ich nicht. Natürlich lähmt mich das! Meist sogar sosehr, dass ich eher gar nichts mache, obwohl da genügend Dinge wären, die ich zu erledigen hätte.

Ich verstehe tatsächlich nicht, wie sich Menschen ewig mit einem Job arrangieren können, der sie nicht ausfüllt, der nicht ihrer Berufung entspricht. Mich lähmt das, mir raubt das die Motivation für all die anderen schönen Dinge. Statt zu Wandern sitze ich dann am Wochenende eher zu Hause und überlege, wie ich mein Bankkonto wieder mit Geld befüllen kann. Aber da ich mich damit auch nicht wirklich beschäftigen will, lenke ich mich wieder mit anderen Dingen ab und so komme ich überhaupt nicht weiter, komme nicht auf den Weg, den ich mit totaler Motivation gehen kann. Ein Teufelskreis, der absolut nervig ist!

1 August 2012

Geld müsste eine zeitlich begrenzte Gültigkeit bekommen!

GeldEs wird ja derzeit viel über den Euro diskutiert und wie man ihn wieder stabil bekommt. Es wird über Schulden diskutiert, die über Jahrzehnte gemacht wurden und die man nicht von heute auf morgen verschwinden lassen kann und es wird über die sozialen Leistungen der Staaten gesprochen, die für einen Teil dieser Schulden verantwortlich sind. Aber über wirkliche Lösungen wird nicht gesprochen, es wird nicht analysiert, was wirklich falsch läuft, warum das Geldsystem immer wieder Krisen durchläuft und warum es so immer weiter gehen wird.

Geld müsste eine zeitlich begrenzte Gültigkeit bekommen

 

Nein, ich bin kein Experte, aber ich habe mir jetzt schon öfter Gedanken gemacht, wieso Geld nicht stabil ist. Eines der Hauptprobleme ist, das Geld ewig „gelagert“ werden kann. Der Geldwert besteht also auch dann noch, wenn der Gegenwert, also die Ware, schon lange nicht mehr vorhanden ist. Das mag für eine kurze Zeit okay sein, aber wenn auf Konten Geldwerte über Jahrzehnte lagern, deren Gegenwerte nicht mehr vorhanden sind, kann es nicht Gesund sein für das System. Geld muss zirkulieren, es muss wandern, damit notwendige Investitionen getätigt werden können. Wandert das Geld nicht mehr, muss Neues „geschaffen“ werden, um das Geld, welches auf den Bankkonten rumliegt, welches nicht genutzt wird, zu ersetzen. Auf lange Sicht schadet das dem Geldsystem, denn es kommt immer mehr Geld ins System und mit dem Geld immer mehr Schulden – Grenzen kann es so nicht mehr geben. Nur irgendwann kommt man an dem Punkt, wo einfach zu viele Schulden vorhanden sind und wo zu viel Geldwerte vorhanden sind, denen keine realen Werte mehr gegenüberstehen. Die einen haben das Geld und können es nicht mehr ausgeben, weil sie viel zu viel davon haben und die anderen haben die Schulden und können die nicht mehr abbezahlen, weil sie viel zu viel davon haben.
Meiner Meinung nach ist das falsch. Geld muss zirkulieren, und wenn jemand zu viel davon hat, muss es irgendwann wieder von seinem Konto verschwinden. Geld müsste also auch eine zeitliche Gültigkeit bekommen. Das betrifft den Normalverdiener nicht, sondern nur den, der mehr Geld hat, als er verbrauchen kann. Wenn man zum Beispiel sagt, dass das „Geld“, welches 10 Jahre lang nur auf einem Konto rumgelegen hat, verfällt und somit auch die Schulden, die diesem Geld gegenüberstehen (Staatsschulden), würde das dazu Beitragen, dass das Geld ständig in Bewegung bleibt und das es nicht mehr Geld gibt, als es nötig ist.

Sicherlich ist die Frage berechtigt, wie man bei virtuellem Geld feststellen kann, ob es nun schon 10 Jahre auf dem Konto liegt, oder ob es nicht zwischenzeitlich auf dem Markt unterwegs war und hier neue Werte geschaffen hat? Das ist ein Problem, welches man lösen müsste, es müsste Regeln geben, wie festgestellt wird, ob Geld älter als 10 Jahre ist, oder eben nicht. Ich muss ehrlich sein, ich habe auch noch keine Ahnung, wie man dieses Problem lösen kann, aber ich könnte mir vorstellen, dass es durch eine Art „Bilanz“ möglich sein sollte, in welcher man alle Einnahmen und Ausgaben der letzten 10 Jahre gegenüberstellt. Sollte sich hierbei herausstellen, dass mehr Geld auf dem Konto ist, als es nach dieser Bilanz sein dürfte, würde die Differenz an Gültigkeit verlieren.

Ebenso müsste es auch eine Wertigkeit für die Investitionen geben, denn solche, die tatsächlich reale Gegenwerte schaffen, sind wichtiger, als die, die nur neues virtuelles Geld schaffen.

Natürlich sollte es einen Freibetrag geben, der hiervon nicht betroffen ist, damit man sich fürs Alter absichern kann. Dieser Geldwert sollte aber begrenzt sein und jährlich nur um den Inflationsausgleich, wenn es denn noch eine Inflation gibt, erhöht werden.

Außerdem sollte auch darüber nachgedacht werden, ob Geldwerte unbegrenzt vererbt werden können. Auch hier könnte ich mir die Begrenzung auf einen bestimmten Betrag vorstellen, und alles, was darüber hinaus geht, verliert seine Gültigkeit. Damit würde in jeder Generation ein neuer Wettbewerb starten, sich ein Vermögen aufzubauen und an diesem Wettbewerb wäre jeder beteiligt, nicht nur die, die schon mit einem Millionenvermögen auf die Welt kamen.

23 Mai 2010

Altpapier sammeln

Als ich letztens mal wieder Unterwegs war wurde ich durch ein Schild an meine Kindheit erinnert. Es geht darum für sein Altpapier Geld zu bekommen und nicht zu bezahlen, wie es in den meisten Fällen ja ist, wenn man sein Papier in eine Altpapier Tonne gibt, wo man für die Entleerung ja noch 4 bis 8 Euro bezahlen darf.

Heute habe ich im Internet geschaut ob es so etwas hier in Berlin wirklich gibt und siehe da, ich bin fündig geworden. Die Papierbank sammelt in Berlin Altpapier und zahlt dir dafür bis zu 4 Cent pro Kilo. Hört sich im ersten Augenblick nicht viel an, ist es vielleicht auch nicht. Aber wenn man sich dann noch die Ersparnis für die Papiertonnen dazunimmt, dann kann das doch wirklich schon sinnvoll sein zu überlegen, ob man nicht seinen Papiermüll sammelt und selber zu eine der Annahmestellen bringt, die es in Berlin, bzw. in Deutschland gibt. 100 KG Papier sind auch schon vier Euro, eine Tonne somit 40 Euro. Man wird das vielleicht nicht in einem Jahr zusammen bekommen, aber vielleicht bringt einen das auf lange Sicht doch auch noch ein wenig Geld ein.

Ich habe mir soeben auf jeden Fall einmal eine Kundennummer besorgt, werde jetzt Papier sammeln und mal schauen, wie viel hier in einem Jahr zusammen kommt. Ich werde euch dann darüber informieren 😉