Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Wenn ich mir so überlege, wie wenig uns die Kinder von armen Menschen wert sind. Ein wenig was über 260,- Euro, damit müssen sie einen ganzen Monat lang versorgt werden. Essen, Trinken, Kleidung, alles muss davon gezahlt werden. Natürlich klappt das, weil es Kleidung aus zweiter Hand gibt und weil ungesundes Essen eben günstig ist, aber so wird schon früh der Grundstein gelegt für die Ausgrenzung der Kinder. Wer keine vernünftige Markenkleidung trägt, wer nicht die finanzielle Möglichkeit hat, am sozialen Leben teilzunehmen, wird von den anderen in der Gruppe nicht akzeptiert. Eine Mitgliedschaft in Vereinen? Für Kinder und Jugendliche aus Hartz4-Familien unmöglich. Vernünftige Förderung von Talenten? Wovon soll diese denn gezahlt werden?

Dem Staat ist es relativ egal, denn die Leistungsträger von Morgen kommen aus anderen gesellschaftlichen Schichten. Warum sollte er daran etwas ändern? Warum sollte er Chancengleichheit schaffen? Wer keine Perspektive hat, braucht nicht darauf hoffen, dass der Staat diese Perspektive schafft. Obwohl gerade Kinder diese Perspektive brauchen! Wozu sollten sie sich in er Schule anstrengen, wenn sie schon früh mitbekommen, dass diese Anstrengung überhaupt nichts bringt? Warum sollten sie Ziele entwickeln? Ziele, die sie eh nicht erreichen können, weil der Staat bei der Förderung versagt, weil er im schlimmsten Fall sogar darauf besteht, dass der Mensch diese Ziele aufgibt, damit er dem Niedriglohnsektor zur Verfügung steht.

Perspektivlosigkeit schafft Gewalt und Hass. Hass auf den anderen, auf das Fremde. Der Staat fördert diese Perspektivlosigkeit, fördert diesen Hass und wundert sich dann, wo dieser Hass und die Wut herkommen, die die jungen Menschen in sich tragen. Dass sie den Zusammenhang nicht sehen, ist nicht verwunderlich, verstecken sich die Politiker doch meist in ihren eigenen Lebensrealitäten, in denen sie sich ihre eigene schöne Welt zusammen bauen. Wer die Realität nicht sieht, braucht sich über seine eigene Verantwortung keine Gedanken zu machen. Wer nicht sieht, dass er Kindern und Jugendlichen die Zukunft verbaut, braucht bei sich nicht die Schuld zu suchen, wenn diese Kinder und Jugendlichen voller Hass durch die Welt laufen. Wenn aus diesen Kindern und Jugendliche junge Erwachsene werden, die ihre eigene Perspektive nur darin sehen, dass Fremde zu bekämpfen, weil sie diesem Fremden die Schuld für ihre eigene Perspektivlosigkeit geben.

Nein, es werden nicht alle Kinder aus Hartz4-Familien so, aber das ist nicht der Verdienst der Gesellschaft, das ist allein der Verdienst der Eltern, die es schaffen, ihren Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Eltern, die es schaffen, dass die Kinder Kind sein dürfen, dass sie spielen können, dass sie Zugang zu einer sozialen Gruppe erhalten. Aber nicht alle Eltern schaffen das! Und wenn der Staat und die Gesellschaft sie nicht wirklich unterstützt, ist das auch nicht verwunderlich. All die Sorgen, die die Eltern haben, färben irgendwann doch auf die Kinder ab.

Anstatt diesen Kindern und Jugendlichen zu helfen, helfen wir lieber denen, deren Eltern es sich auch ohne staatliche Unterstützung leisten könnten, ihre Kinder zu fördern. Der Vorsprung dieser Familien wird also immer weiter ausgebaut, vollkommen ohne Not.

Das bedeutet jetzt nicht, dass die Förderung von Kindern aus gut verdienenden Familien eingestellt werden soll, es bedeutet nur, dass die Förderung von Kindern aus armen Familien verbessert werden muss. Dazu gehört auch, dass die soziale Teilhabe verbessert wird. Die Mitgliedschaft in einem Verein bezahlt wird, die Teilnahme an Freizeitaktivitäten ermöglicht wird und vieles, vieles mehr.

Das Lied könnt ihr auch kaufen, zum Beispiel hier bei Amazon (Amzon-Partnerlink):

„Entschuldigen Sie, natürlich finde ich es scheiße das Menschen sich Wohnraum nicht mehr leisten können, aber daran bin doch ich nicht Schuld und nein, es gibt natürlich auch kein Recht darauf, dass sich die Stadt nicht verändert. Schuld ist doch nur der Vermieter und nicht ich, obwohl ich es bin, der die hohen Mieten zahlt und ich auch bereit bin, diese hohen Mieten zu zahlen. Und warum sollte ich den Vermieter an sein soziales Gewissen erinnern? Dafür ist doch die Politik da! Und alle, die dies eben doch tun, tun dies nur aus Eigennutz …“

Nein, das ist natürlich nicht meine Meinung, so liest sich allerdings die Kolumne von Özlem Topcu, welche in der „Zeit“ veröffentlicht wurde. Sie spricht von autoritären und selbstgerechten Protest der linksautonomen Szene gegen die Gentrifizierung. Davon, dass der Zorn die falschen trifft, die Menschen die „hart Arbeiten“, um sich ihr Auto und ihre Wohnung finanzieren zu können. Was bedeutet das? Das die, die mit den steigenden Mieten nicht mehr mithalten können und deswegen aus ihrem sozialen Umfeld vertrieben werden, nicht „hart Arbeiten“? Ist diese Aussage in sich nicht schon wieder selbstgerecht?

Es gibt viele Menschen, die arbeiten genauso hart oder noch sehr viel härter als Frau Topcu, können sich aber die hohen Mieten nicht leisten, geschweige denn von einem Auto. Menschen, die Jahrzehnte in einem Kiez gelebt haben, ihn teilweise mit geprägt haben, ihn zu dem gemacht haben, was er ist und die dann verdrängt werden, weil es andere Menschen gibt, die bereit sind eine bedeutend höhere Miete zu zahlen, um ein Teil von diesem Kiez zu werden, den die Menschen, die verdrängt werden, aufgebaut haben.

Ja, diese Bereitschaft höhere Mieten zu zahlen, ist Teil des Problems. Frau Topcu macht es sich zu einfach, wenn sie fordert, dass die Politik die Vermieter an ihr soziales Gewissen erinnern soll. Frau Topcu selbst muss dies tun! Frau Topcu natürlich nicht allein, sondern alle, die in der Lage sind solch hohe Mieten zu zahlen. Erst wenn die Bereitschaft sinkt, immer höhere Mieten zu zahlen, erst dann wird ein Prozess der Veränderung starten. Die Politik kann natürlich mit dem Zeigefinger auf den Vermieter zeigen, nur den wird es kaum interessieren, solange es Mieter gibt, die bereit sind, noch höhere Mieten zu zahlen.

Frau Topcu vergisst also, dass sie Teil des Problems ist, und als Teil des Problems, bekommt sie natürlich auch den Protest gegen Gentrifizierung zu spüren. Nicht, weil sie „so hart arbeitet“, sondern weil sie bereit ist, so hohe Mieten zu bezahlen. Sie könnte dies aber ändern. Wenn sie bereit wäre, sich mit den Menschen zu solidarisieren, die aus ihrem sozialen Umfeld verdrängt werden sollen. Wenn sie wirklich der Meinung ist, dass etwas gegen diese Verdrängung gemacht werden muss, dann muss sie dies auch Zeigen. Sie wird dann auch sehr schnell verstehen, dass sie nicht zum Gegenstand des Protestes wird, weil sie ein wenig mehr Geld verdient, sondern weil sie eben bereit ist, Menschen zu verdrängen. Der Protest entsteht nicht, weil die Menschen vor Neid schäumen, er entsteht, weil die Menschen ihr zu Hause verlieren, ihr soziales Umfeld. Dies ist Frau Topcu aber anscheinend nicht wirklich bewusst, denn wenn dem so wäre, würde sie nicht versuchen, den Protest durch eine Neiddebatte zu delegitimieren.

Vielleicht sollte sich Frau Topcu einmal darüber Gedanken machen, ob es nicht falsch ist, den Forderungen der Vermieter nachzukommen, nur weil sie es kann. Vielleicht sollte sie sich einmal überlegen, ob sie diese Spirale nicht durchbrechen möchte und kann, indem sie sich eine Grenze bei der Miethöhe setzt und sie eben nicht in den Szene-Bezirk zieht, wenn die Vermieter dort mehr verlangen als sie bereit ist zu bezahlen. Wenn niemand mehr bereit ist, immer höhere Mieten zu zahlen, dann wird der Vermieter sich dem Markt sehr schnell anpassen müssen, was bedeutet, dass er seine Mietpreise nach unten korrigieren muss. Nur so kann der Prozess der Verdrängung durchbrochen werden – die Politik selbst kann da relativ wenig machen.

Donnerstag, kurz nach fünf, noch viel zu früh, um sich mit irgendjemanden zu streiten. Es ist der dritte Tag, an dem ich meinem Auftraggeber erklären muss, dass der Verein immer noch nicht telefonisch erreichbar ist und das auch die Internetleitung noch nicht steht. Dabei hängt das eine vom anderen ab, denn der Telefonanschluss sollte am Dienstag auf Voice over IP umgestellt werden, der nächste heiße Scheiß, so scheint es jedenfalls, wenn du dem Gerede der Telekommunikationsunternehmen glaubst. Allerdings scheint das Umschalten auf diese Technologie gar nicht so einfach zu sein, und so ist der Verein jetzt schon seit Dienstag nicht telefonisch erreichbar. Der Horror! Im schlimmsten Fall gehen Aufträge verloren und somit auch Gelder, kein schöner Gedanke.

Aber ich weiche ab, denn um kurz nach fünf musste ich heute wieder den Support anrufen. Nachdem auch die Internetleitung nicht funktioniert, musste dafür am Mittwoch eine Lösung gefunden werden und diese Lösung war ein Surfstick, der eventuell, wenn etwas Glück im Spiel ist, mit der nächsten Rechnung verrechnet wird. Aber das liegt in der Zukunft, keiner weiß, wie viel Spaß ich bis dahin noch mit dem Support haben werde.
Nein, es geht jetzt noch nicht um die Zukunft, es geht noch um die Vergangenheit, denn nachdem ich am Mittwoch nun diesen Stick gekauft hatte, rief ich erneut beim Support an, denn dieser wollte mit kostenloses Datenvolumen auf den Stick buchen, damit das Unternehmen wieder online ist. Die Bearbeiterin war freundlich, versicherte mir auch, dass sie das Datenvolumen aufgebucht hätte und wünschte mir noch einen schönen Tag.

Heute um kurz nach fünf komme ich dann in das Büro, schalte das Internet ein und bekomme die Nachricht, dass das Datenvolumen bereits aufgebraucht wäre. Wir reden hier von 50 GB. Da das natürlich nicht sein konnte, rief ich also kurz nach fünf beim Support an, einfach um kurz nachzuhören, was da wohl passiert sei. Eigentlich hatte ich vor freundlich zu bleiben, aber wie willst du freundlich bleiben, wenn dir um kurz nach fünf schon eine unfreundliche Dame die Schuld geben will? Schuld an eine Situation, die der Telekommunikationsanbieter verschuldet hat, weil er den Anschluss nicht umgeschaltet sondern stillgelegt hat und die wohl noch ein paar Tage anhält, weil er einen Fehler im System nicht sofort beheben kann, obwohl er ihn selbst produziert hat.

Ich musste mir also anhören, dass wir das Datenvolumen von 50 GB innerhalb von 12 Stunden verbraucht hätten – mit einer Leitung, die maximal 2 Mbit/s hergibt. Schuld daran sollte sein, dass ich den Stick nicht nach jeder E-Mail, die im Büro abgerufen wird, vom Netz getrennt habe. Ich stelle mir gerade vor, wie ich jedes mal das mobile Datennetz meines Smartphones deaktiviere, nachdem ich eine Mail abgerufen habe und schlage in Gedanken meinen Kopf gegen die Wand.

Auf die Idee, dass die Mitarbeiterin, die ich am Tag zuvor in der Leitung hatte, um den Stick mit dem Datenvolumen bestücken zu lassen, einen Fehler gemacht hat, weshalb das Datenvolumen gar nicht gebucht wurde, kam die nette unfreundliche Support-Mitarbeiterin um kurz nach fünf natürlich nicht und ich hatte nicht wirklich die Lust dazu, mit ihr darüber zu diskutieren, nachdem ich, weil der Telefonanschluss im Büro nicht funktionierte, gerade einmal 4 Stunden geschlafen hatte. Ich wollte nicht über eine Leitung diskutieren, die im Büro gerade einmal dazu reicht, um wenigstens die Mails abzurufen und zu beantworten, wenn schon das Telefon nicht funktioniert. Über eine Leitung, die nicht dazu geeignet ist, um sich irgendwo Videos anzusehen, mit der ich gar keine Trafficintensiven Dienste nutzen könnte, die ich bräuchte, um 50 GB Traffic zu erzeugen. Mal davon abgesehen, dass ich hier zu Hause nicht einmal auf 50 GB Traffic im Monat komme, obwohl ich hier Spotify und Youtube regelmäßig nutze und auch mein Linux regelmäßig Updates herunter lädt. Und ich wollte auch nicht unfreundlich werden, nicht so früh am Tag.

Diesen Part übernahm dann mein Auftraggeber, als er später am Tag erneut die Hotline anrief, nachdem der Telekommunikationsanbieter nicht einmal in der Lage war mitzuteilen, ab wann denn der Telefonanschluss wieder funktioniert. Um es noch einmal zu erwähnen, es geht hier nicht um einen privaten Anschluss, es geht um den Anschluss eines Vereins. Hier hängen also auch Existenzen dran, Mitarbeiter, die darauf angewiesen sind, dass die Kommunikation nach außen funktioniert. Und ja, zur Kommunikation eines Vereins oder Unternehmens gehört auch heute ncoch das klassische Telefon, aber eben auch das Internet, weswegen zumindest der Surfstick funktionieren muss.

Es gibt ja so Bücher, die benutzen bestimmte Aussagen und Sprüche, um den Leser zu provozieren. Es gibt aber auch Bücher, die benutzen diese Aussagen und Sprüche viel zu oft, sie wollen wahrscheinlich auch provozieren, aber durch die Häufigkeit der Wiederholung, wird es dann einfach nur noch nervig. Auf „Das Schweigen der Männer“ trifft der zweite Fall zu – jedenfalls bei mir, obwohl ich gerade einmal die Hälfte des Buches gelesen habe.

Dasa Szekely, die Autorin des Buches, möchte den männlichen Leser anscheinend bei der Ehre packen, nein, eigentlich bei den Eiern, denn die werden auf den ersten hundert Seiten sehr oft erwähnt. Der eine Mann hat „zu viele Eier“, der andere Mann „zu wenige Eier“ und den, der genau die „richtige Anzahl von Eiern“ hat, den sucht sie in ihrem Buch. Variiert wird diese Aussage dann noch mit dem Spruch von „kastrierten Männern“.

Ganz ehrlich, wenn das ein, zwei, vielleicht auch drei Mal im Buch vorkommt, dann ist das Okay, dann wird es das Ziel der Provokation erreichen, aber so ist es ja leider nicht. Es wird eher als eine Art Kategorie für Männer genutzt und genau das finde ich schwierig, besonders weil es dazu beiträgt, dass sich Geschlechterrollen weiterhin in der Gesellschaft durchsetzen. Waren es aber nicht genau diese Geschlechterrollen, die wir endlich durchbrechen wollten? Wie soll das gelingen, wenn Dasa Szekely Männer wieder in genau drei Schubladen steckt? Schublade eins für die Männer, die ihrer Meinung nach zu wenig Eier haben, Schublade zwei für die, die zu viele Eier haben und die dritte Schublade für die, die genau richtig viele Eier haben. Was soll diese Kategorisierung? Aber nehmen wir an, dass diese Kategorisierung eine Berechtigung hat, ist diese dann nicht von Mensch zu Mensch individuell und kann sehr stark variieren und werden die Kategorien nicht schon dadurch wieder hinfällig?

Aber Dasa Szekely reicht diese erste Kategorisierung nicht. Sie zeigt auf den folgenden Seiten noch eine andere Beschriftung für die Schubladen, in die Männer gesteckt werden können. Da ist der Old-School-Mann, der Patriarch, der moderne Despot, der ewige Junge, der zahnlose Tiger und der alte Wolf. Die einen haben zu viele Eier, die anderen zu wenige und die, mit der richtigen Anzahl an Eiern, die sucht Dasa Szekely noch.

Fördert dieses Schubladendenken die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau? Fördert ein solches zuweisen von Rollenbildern die Akzeptanz von Menschen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet fühlen? Menschen, denen bestimmte die Label „männliche Eigenschaft“ oder „weibliche Eigenschaft“ egal sind? Ich vermute, dass wird eher nicht der Fall sein.

Was ist Reife?

 

„Ein reifer Mensch übernimmt Verantwortung für sich selbst, seine ihm Anvertrauten und die Gesellschaft. Es ist weitestgehend autonom in Bezug auf seine Entscheidungen, die auf seinen ethischen Grundsätzen basieren. Seine Werte verleihen ihm die nötige Stabilität, engen ihn aber keineswegs derart ein, dass er sich nicht mehr bewegen kann. Ein reifer Mensch ist insofern gleichermaßen ausreichend stabil und flexibel. Je nach Kontext ist er entweder seiner selbst oder seiner Meinung sicher, bezieht, wenn nötig, Position und reagiert flexibel auf die unterschiedlichsten Gegebenheiten und Situationen.“

Zitat aus dem Buch „Das Schweigen der Männer“ von Dasa Szekely – Seite 41
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Ich stellte oben die Frage, was Reife ist. Dasa Szekely hat eine klare Definition von Reife, diese habe ich euch oben wiedergegeben. Ja, sie hört sich schon ganz Vernünftig an, diese Definition, aber halt, was sind autonome Entscheidungen? Ist es tatsächlich unreif, wenn ich mich mit anderen Menschen berate, bevor ich eine Entscheidung treffe? Es könnte ja schließlich sein, dass sich meine Entscheidung auf andere Menschen auswirkt.

Und sind Werte nicht immer so etwas wie rote Linien, die ein Mensch nicht überschreiten möchte? Sind sie dann nicht schon per Definition einengend? Wäre eine Bewegung nicht auch immer eine Veränderung der eigenen Werte? Und wenn ja, wie können diese Werte, die ständig durch Bewegung verändert werden könnten, Stabilität bieten?

Was ist eigentlich mit älteren Menschen, die auf bestimmte Situationen und Gegebenheiten nicht flexibel reagieren können? Sind die unreif? Und überhaupt, könnte dieses „Flexibel“ nicht sogar dazu führen, dass wir die Stabilität unserer Werte untergraben und wir so unser stabiles Wertegerüst zum einstürzen bringen?

Ich finde diese Definition etwas schwammig, vielleicht will ich sie auch schwammig finden, vielleicht habe ich – durch die ersten 40 Seiten des Buches, schon eine zu große Distanz zum Buch aufgebaut.

Wer waren diese Vorkriegsväter?

 

Die Autorin nimmt auch immer wieder Bezug auf die Vorkriegsväter, gemeint sind also die Männer, die vor dem ersten und zweiten Weltkrieg Kinder erzogen haben. Diese haben den Jungen der Nachkriegsgeneration gefehlt, so ihre Aussage. Soweit gehe ich sogar noch mit, aber warum sollte die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau heute schon weiter sein, wenn diese Väter ihre Söhne hätten erziehen können? Dieser Zusammenhang ergibt sich mir noch nicht. Waren die Männer vor den Kriegen schon weiter in Sachen Gleichberechtigung? Oder hat nicht gerade das fehlen dieser Männer dazu geführt, dass sich die Frauen emanzipieren konnten, weil sie nicht mehr durch das „Familienoberhaupt“ unterdrückt werden konnten? Und was ist mit den Kriegen, die es vor den beiden Weltkriegen gab? Haben die Männer, die in diesen Kriegen gestorben sind, ihren Söhnen nicht auch gefehlt? Und wenn ja, welche Auswirkungen hatte dieses Fehlen auf die Vorkriegsväter?

Ich kann also tatsächlich mit diesem Bezug nicht viel anfangen. Was ich nicht bestreite, ist, dass der Krieg für ALLE die ihn erleben mussten, ein traumatisierendes Erlebnis war, aber das daraus „das Schweigen der Männer“ entstanden sein soll, das wage ich dann doch zu bezweifeln. Besonders fehlt hier der Beweis, dass die Vorkriegsmänner weniger geschwiegen haben.

Natürlich hat Dasa Szekely recht, wenn sie sagt, dass Gleichberechtigung nur dann erreicht werden kann, wenn beide Seiten miteinander reden. Diese Kommunikation wird aber schon durch die Schubladen erschwert, die sie für Männer entwirft. Diese werden nämlich den vielen unterschiedlichen Facetten und Eigenschaften der Menschen nicht gerecht und die Vorkriegswerte, die die Unterdrückung der Frauen über Jahrhunderte gefördert haben, sind auch nicht das, was Jungen oder Männer als Leitbild brauchen – ja, sie brauchen nicht einmal die Rituale, die die westliche Gesellschaft und die Unterdrückung der Frau ebenso gefördert haben.

Dieser Artikel gibt jetzt noch kein vollständiges Bild über das Buch wieder, dieses kann er auch nicht vermitteln, denn ich habe das Buch noch nicht vollständig gelesen. Es ist erst einmal nur eine Aufarbeitung meiner kritischen Gedanken, die – und das möchte ich betonen – noch keineswegs gefestigt sind. Ebenso möchte ich anmerken, dass das Buch durchaus auch Aspekte angesprochen hat, denen ich positiv gegenüber stehe. Einen vollständigen Lesebericht findet ihr dann auf lesensiegut.de.

Joa, der April ist also wieder vorbei. Wirklich vermissen werde ich diesen April nicht, denn der April 2016 brachte nicht wirklich so viel Gutes. Anfang des Monats verstarb die nervige Mietzekatze. Dann ging der Monitor kaputt, dann viel mein Smartphone so ungünstig, dass ich jetzt ein Display mit schönem Muster habe und am Ende hatte mein Hinterrad am Fahrrad mal wieder eine Acht, was mich auch noch einmal Geld und Nerven gekostet hat. Ich wüsste jetzt also nicht, warum ich dem April hinterher trauern sollte.

Sport war im April auch nicht viel, aber okay, dafür kann der April nichts, daran bin ich selbst schuld. Ich hätte ja einfach nur mehr Sport treiben müssen, dann wäre auch viel Sport im April drin gewesen.

Gelesen habe ich ein wenig was, ja, ich habe einige Bücher beendet. Das hing die Monate davor ein wenig, aber die ersten Aprilwochen haben mich wenigstens dazu motiviert. Über das Gelesene habe ich aber bisher noch nicht viel geschrieben, soweit reichte die Motivation dann doch nicht.

Das neue Semester hat im April begonnen. Schon wieder! Die Semester fliegen irgendwie auch nur an mir vorbei, ich schaue ihnen dabei zu, lass sie doch fliegen, irgendwann sitze ich auch mit im Flieger. Mal schauen, ob ich meinen Zeitplan einhalten kann oder ob ich den wieder über Board werfen muss, so ein Schiff ist halt doch nicht ganz so schnell wie ein Flugzeug.

Und Bloggen? Na, das bekommt ihr ja selbst mit. So wirklich viel schreibe ich nicht, anspruchsvolles schon gar nicht. Keine Ideen, leerer Kopf, mal sehen, ob das irgendwann wieder besser wird.

Es begab sich also zu einer Zeit, in der die Sozialdemokratische Partei Deutschlands vom Neoliberalismus durchfressen war, dass sich junge Menschen aufmachten, um der Sozialdemokratie neues Leben einzuhauchen. Sie beschwerten sich über die Ungerechtigkeit, die in der Welt herrschte. Sie analysierten, was sich ändern müsste, damit diese Ungerechtigkeit besiegt werden könnte, sahen aber nicht, dass das Ungeheuer in der eigenen Partei saß.

Zu nah und groß schienen noch die Geschichten von den großen Kämpfen, welche durch die eigene Partei geführt wurden. Zu glorreich schienen noch die Siege, die für das Proletariat erkämpft wurden und zu Stolz waren diese jungen Menschen noch über die Heldentaten der Partei, die irgendwo in ferner Vergangenheit schimmerten.

Vergessen die Untaten, die durch die eigene Partei in jüngerer Vergangenheit getätigt wurden. Vergessen das Tarifeinheitsgesetz, vergessen die Hartz4-Gesetze und auch vergessen die Liberalisierung des Arbeitsmarktes und der Zeitarbeit. Immerhin hatte diese Partei ja irgendwann einmal Ideale, an die sich der junge Sozialist festhält. Ideale, die der junge Sozialist wieder zum erstrahlen bringen möchte, doch das Ungeheuer, welches die Partei fest in der Hand hat, kann darüber nur lachen.

Zu fest waren die Spinnennetze, die dieses Ungeheuer um die Partei gesponnen hatte. Der innere Kreis der Partei war umgeben von Dornenhecken, die nur ein Eingeweihter durchdringen konnte. Nur wer die Saat des Neoliberalismus in sich hatte, hatte eine Chance in den inneren Kreis der Partei vorzudringen. Nur wer TTIP, CETA und VDS für gut befand, hatte den Schlüssel, um diesen undurchdringbaren Wall zu durchqueren.

Der Rest begnügte sich damit, von außen zuzuschauen und zu applaudieren, obwohl von ihren Werten und Idealen im inneren Kreis nichts übrig blieb. Sie wurden dort auf dem Scheiterhaufen verbrannt, um Energie zu erzeugen.

So begab es sich zu dieser Zeit, dass der junge Sozialist, obwohl er in großen Texten seinen Widerstand angekündigt hatte, doch Werbung für den inneren Kreis machte. Mit seinen Idealen und Werten kämpfte er dafür, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands stark blieb, damit sie, in ferner Zukunft, wenn das Ungeheuer, welches die Partei heimsuchte, besiegt wurde, für ihre Ideale und Werte stehen kann. Den Kampf selbst aber scheute der junge Sozialist. Ihm war bewusst, dass die Dornenhecke Wunden hinterlassen würde, Wunden, die er nicht bereit war zu ertragen. Vielmehr hoffte er, dass das jubelnde Parteivolk einen Aufstand wagen würde. Er hoffte, dass die, die ihre Ideale auf dem Scheiterhaufen brennen sehen konnten, aufstehen und sich zur Wehr setzen. Er hoffte, dass sie sich mit Wasser bewaffneten, um das Feuer zu löschen. Doch viel zu tief saß schon der Keim des Neoliberalismus in diesem Parteivolk, viel zu durchfressen war es von dieser Krankheit. Und doch gesellte sich der junge Sozialist gerne zu ihnen.

Und so geschah es, dass der junge Sozialist zu einem Sozialdemokraten wurde und sich eben auch mit dem Keim des alternativlosen Neoliberalismus ansteckte. Seine Worte schalten noch, als auch er seine Ideale auf den Scheiterhaufen warf. Seine Werte brannten noch, als er das erste Mal eine Errungenschaft der Arbeiterschaft mit Füßen trat.

Ich schrieb hier letzte Woche bereits, dass meine Katze sich von dieser Erde verabschiedet hat, zumindest in der Form als Katze. Ihr letzter Weg führte sie zu einem Tierbestatter, der sich um die Verbrennung der Katze gekümmert hat. Dort wurde sie, zusammen mit anderen Tieren, eingeächert. Ihre Asche wurde dann in anonym in einem Wald verstreut, wo sie jetzt dazu beiträgt, dass neues Leben entsteht.

Leider musste ich mich für dieses Modell entscheiden, da es das günstigste war. Hätte ich das Geld gehabt, dann hätte ich noch etwas gekauft, dass mich auch im nachhinein noch an die Katze erinnert hätte, eventuell hätte ich die Asche der Katze sogar an einen mir bekannten Ort verstreut, aber wenn wir ehrlich sind, dann sind die wirklich schönen Erinnerungen die, die wir im Gehirn abgespeichert haben. Oder die Fotos, die wir irgendwo auf der Festplatte haben und die wir uns ansehen können, um die Erinnerungen, die im Gehirn verankert sind, noch intensiver abzurufen.

Deswegen finde ich es jetzt auch gar nicht so schlimm, dass ich mich für die günstigste Variante entscheiden musste. Viel schlimmer wäre wohl gewesen, wenn ich die Katze einfach in einer Mülltonne entsorgt hätte. Ich möchte mir das gar nicht vorstellen: Da lebst du 21 Jahre mit einem Tier zusammen und dann wirfst du es in die Mülltonne. Einfach nur grauenvoll der Gedanke – jedenfalls für mich.

Jetzt wird die nervige Mietzekatze also doch erst mal Teil eines Waldes werden, aber je nachdem, was sie als erstes wird, besteht ja eine gute Chance, dass sie sehr schnell Teil eines Tieres wird, mit dem sie dann die Welt erkunden kann.

Die letzte Woche war übrigens schon ein wenig seltsam. In der Wohnung gab es einige Geräusche – wahrscheinlich eingebildet – die sonst durch die Katze verursacht wurden. Wahrscheinlich sind es aber Geräuche, die vorher auch schon da waren, die ich aber überhört habe, weil die Katze anderen krach gemacht hat, wenn sie in der Wohnung unterwegs war. Aber in ein paar Wochen werde ich diese Geräuche wohl nicht mehr wahrnehmen, in ein paar Wochen wird es normal sein, dass es etwas Stiller in unserer Wohnung ist. Den krach kann die Katze ab jetzt im Katzenwald machen, aber auch nur, wenn sie gerade einmal nicht schläft.

Abschiede kommen manchmal ziemlich überraschend. Wenn das Haustier stirbt, welches dich 21 Jahre begleitet hat, dann ist das so ein überraschender Abschied. Diesen Abschied musste ich heute leider auch erleben, denn meine nervige Mietzekatze ist heute gestorben.

nervige Mietzekatze

Ich weiß, diese ersten Sätze sind ziemlich holprig, aber wie sollte ein Artikel sonst beginnen, in dem es um einen Abschied geht? Mir fiel tatsächlich nichts besseres ein, aber vielleicht gelingt es mir im weiteren Verlauf des Artikels, noch richtig Abschied zu nehmen.

Eigentlich war es ja gar nicht meine Mietzekatze, da sie aber knapp 20 Jahre bei mir im Haushalt lebte, und sie auch immer wieder zu mir kam, um gestreichelt zu werden oder um zu kämpfen, ist dieser Fakt eher unbedeutend. Sie war halt die Mitbewohnerin, die keine Miete zahlte, die aber bedient werden wollte. Eine Katze halt.

Eine Katze, die zeigte, wenn er etwas nicht gefiel. Und das machte sie so, dass es auch gar nicht übersehen werden konnte. Wenn wir sie mit irgendwas geärgert haben, konnten wir uns sicher sein, dass sie demnächst wieder eine Racheaktion starten wird. Und Rache, dass bedeutete für sie, dass sie auf unsere Kleidung pinkelte. Und das machte sie nicht irgendwie heimlich, das machte sie dann, wenn wir hinsahen.

Und wenn ihr ihr Fressen nicht passte, dann holte sie sich eben welches von uns. Ich sehe es noch vor mir, wie sie sich langsam an den Teller mit den Bratwürsten heran schlich, um sich dort, ganz vorsichtig, mit ihren Pfoten eine Bratwurst zu erbeuten. Mit der Bratwurst im Maul, rannte sie dann ganz schnell durch die Wohnung, um sich mit ihrer Beute irgendwo zu verstecken, wo sie diese dann in Ruhe fressen konnte. Und das machte sie nicht nur mit Bratwürsten, sondern auch mit anderen Lebensmitteln, die sie besser fand, als das Katzenfutter, welches wir ihr hinstellten.

Fressen war bei der nervigen Mietzekatze eh ein Thema für sich. Ich nannte sie auch Magerkatze, weil sie ziemlich auf ihre Figur achtete. Ich hätte ja gerne eine dicke Mietzekatze gehabt, aber dagegen hatte die Mietzekatze etwas. Ich war mit ihr deswegen auch beim Tierarzt, aber der konnte leider nichts feststellen und wahrscheinlich hatte sie auch nix, denn sonst wäre sie nicht 21 Jahre alt geworden.

Ansonsten war sie aber eigentlich gar nicht so nervig. Sie schlief viel, was Mietzkatzen halt so tun. Oder sie schaute aus dem Fenster, war aber zu feige, die Wohnung zu verlassen. Oder sie versteckte sich, oder sie griff uns an, oder sie kam, um gestreichelt zu werden. Eine typische nervige Mietzekatze halt.

In den letzten Monaten ging es dann aber doch ziemlich schnell abwärts mit ihr. Erst erblindete sie, dann fing sie sich noch Flöhe ein, obwohl sie eine reine Hauskatze war und nun ging sie von uns. Wahrscheinlich waren die Flöhe schon ein Zeichen dafür, dass die nervige Mietzekatze nicht mehr wirklich Fit war, aber der Abschied kam heute dann doch ziemlich überraschend.

Nun ist sie, wenn es denn tatsächlich einen Himmel geben sollte, genau dort. Wahrscheinlich gibt es aber gar keinen Himmel und ich möchte jetzt auch nicht anfangen an einen Himmel zu glauben. Viel mehr wird sie irgendwann wieder in neues Leben übergehen. Vielleicht wird sie ja Teil eines Baumes. Wobei, sie war jetzt 21 Jahre lang eine Hauskatze, es wäre doch viel schöner, wenn sie irgendwann als teil eines Vogels durch die Welt reisen könnte.

Mit einer Mühle! Blogartikel vorbei, ich geh ins Bett. Ne, Moment, ich wollte da doch noch mehr zu schreiben.

Das Problem ist ja, dass ich absolut bei Null anfange. Ich habe keine Ahnung von Kaffee und ich habe schon gar keine Ahnung, wie der Kaffee am besten gemahlen wird. Bisher dachte ich ja, dass ist vollkommen egal, solange die Bohne am Ende keine Bohne mehr ist, sondern Pulver, aber da habe ich mich wohl getäuscht. Mein Laufpartner Bernd erzählte mir schon, dass die elektrische Kaffeemühle aus dem Osten, die ich noch besitze und die ein Schlagwerk hat – also so eine Klinge, die nicht wirklich scharf ist, die aber ganz schnell rotiert und dadurch die Bohne zerkleinert – die Bohne nur zerstört, aber keine gute Grundlage für einen Kaffee, beziehungsweise Cappuccino liefert. Dem musste ich jetzt in Experimenten, die ich höchst sorgfältig und unter Einhaltung aller wissenschaftlicher Blogstandards durchgeführt habe, herausfinden.

Die Kaffeemühle mit dem Schlagwerk

 

Da ich ein ziemlich bequemer Mensch bin, testete ich natürlich erst einmal die elektrische Kaffeemühle mit dem Schlagwerk. Bohnen rein, Deckel drauf und dann lange genug den Knopf gedrückt, damit das Kaffeemehl nachher fein genug ist. Klappt wunderbar mit der Kaffeemühle, allerdings fehlte mir hier von Anfang an der Kaffeeduft, also das starke Aroma, dass bei frisch gemahlenen Kaffee immer in der Luft liegt.

Nun bin ich ja ein absoluter Kaffeelaie – um nicht schon wieder zu sagen, dass ich gar keine Ahnung habe – und als dieser ging ich davon aus, dass das die Bohnen sind. Ich sah gar keinen Grund, dass das an der Kaffeemühle lag.

Der Espresso, der durch dieses Kaffeemehl entstand, schmeckte auf keinen Fall schlecht, aber er war doch ziemlich mild, was sich später ja auch auf den Cappuccino auswirkt, der dadurch auch ziemlich mild wird, aber auch das schob ich natürlich auf die Bohne selbst – hey, ich woher soll ich das denn auch besser wissen?

Enttäuscht war ich jetzt nicht wirklich, der Cappuccino war ziemlich gut, aber ich fand schon, dass das durchaus etwas kräftiger sein könnte. Zu meinem Glück befindet sich in unserem Haushalt auch eine manuelle Kaffeemühle. Ja okay, die war ziemlich dreckig, weil sie nie wirklich genutzt wurde, aber nachdem ich sie komplett auseinander gebaut hatte, konnte ich sie gut reinigen und danach konnte ich dann testen, ob es wirklich an der Mühle liegt, wie sich das Aroma der Kaffeebohne so entwickelt.

Manuelle Kaffeemühle (ich habe keine Ahnung wie sich das Mühlwerk nennt)

 

Das Problem bei dieser Mühle war, dass ich erst einmal die richtige Einstellung für das Mühlwerk finden musste, damit das Kaffeemehl nachher auch fein genug für einen Espresso ist. Das hat ein wenig Zeit gedauert, aber wenn diese Einstellung erst einmal gefunden ist, dann bleibt sie, vielleicht sogar einen Leben lang – also ein Kaffeemühlen-Leben-lang halt.

Nach der ersten Mahlung fiel mir gleich der starke Kaffeeduft auf, der auf einmal in der Luft lag. Es war also doch nicht die Bohne, die mir dieses Dufterlebnis vorher nicht gegönnt hatte. Doch, der Duft von frisch gemahlenen Kaffee ist schon etwas schönes, aber nein, deswegen werde ich nicht zum Kaffeetrinker, Cappuccino reicht.

Auch der Espresso, der durch dieses Kaffeemehl entstand, war stärker und aromatischer als der, der durch das Kaffeemehl aus der elektrischen Maschine entstanden ist. Ich habe das übrigens, wie es wissenschaftlicher Standard ist, an meiner Mutter getestet. Die trinkt Kaffee, und so musste ihr Urteil her. Der stark verdünnte Espresso aus der elektrischen Kaffeemühle war ihr zu schwach. Sie fand zwar auch, dass der Kaffee gut schmeckt, aber für sie muss er dann doch etwas stärker sein. Der stark verdünnte Espresso aus der manuellen Kaffeemühle war ihr dann allerdings viel zu stark und dieses viel zu stark ist genau die richtige Grundlage für meinen Cappuccino. Ihr dürft ja nicht vergessen, dass so ein Cappuccino nur zu einem Teil aus Espresso besteht und zu zwei Teilen aus Milch. Ein zu schwacher Espresso würde hier also bedeuten, dass ich Milch mit einer leichten Kaffeenote trinken würde, und das ist ja nicht der Sinn eines Cappuccinos.