Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Ich bin gerade schockiert. Schockiert von der Polizei, die in Berlin einen ganzen Kiez belagert, weil sie eine „Gefahrensituation“ sehen, die dies notwendig macht. Schockiert aber auch von Nachrichten auf Twitter, die davon reden, dass diese Menschen, dir dort auf einem Schuldach sitzen und mit Selbstmord drohen, die deutsche Politik und Gesellschaft erpressen. Dieser Rassismus kotzt mich an, den viele Menschen nicht als Rassismus wahrnehmen wollen.

Die Menschen auf dem Schuldach wollen eine Perspektive, sie wollen ein sicheres Leben leben, so wie wir es tun. Sie wollen ihr eigenes Geld verdienen und sie wollen Freiheit und Frieden. Und als Gegenwicht für diese Forderungen haben sie nun einmal nur ihr Leben, sie haben nichts anderes mehr, was sie verlieren könnten, sie können am Verhandlungstisch nicht mit weniger zufrieden sein, weil weniger bedeutet, dass die Perspektive nicht gegeben ist. Sie können sich nicht mit einem Abschiebestopp zufriedengeben, weil ein solcher Stopp jederzeit wieder aufgehoben werden kann, weil er deswegen keine Perspektive bietet. Mit was sollen die geflüchteten Menschen denn bitte sonst in die Verhandlungen gehen? Und warum sollten sie diesen Menschen, die schon viel zu oft ihre Versprechen gebrochen haben, überhaupt vertrauen?

Vielleicht ist aber auch das Hauptproblem, dass viele einfach nicht verstehen, dass es sich hier um Menschen handelt. Viele verstehen einfach nicht, dass sich diese Menschen nicht aussuchen können, wo sie das Licht der Welt erblicken und viele verstehen auch nicht, dass wir, der reiche Westen, unseren Reichtum auf den Schultern dieser armen Länder aufgebaut haben. Sie verstehen auch nicht, dass unsere Waffen den Krieg in diese Länder bringen und das es einfach UNSERE VERDAMMTE PFLICHT IST, diesen Menschen zu helfen und ihnen eine Perspektive zu geben.

Wer meint denn, dass diese Menschen aus Spaß ihr Land verlassen? Wer denkt wirklich, dass diese Menschen ihr Leben riskieren und ihre Familien zurücklassen, nur damit sie sich bei uns ins gemachte Nest setzen können? Wer kann denn so blöd sein und denken, dass diese Menschen sich nur der Gefahr des Ertrinkens aussetzen, weil sie von unserem Sozialsystem leben wollen? Diese Menschen haben Gründe ihr Land zu verlassen und diese Gründe sind garantiert nicht unsere Sozialsysteme. Es herrscht Krieg und Gewalt in diesen Ländern! Oder Hunger, was genauso schlimm ist! Die Waffen für diese Gewalt kommen aus Deutschland, Europa den USA!!!! Und das Geld, welches wir durch Entwicklungshilfe in diese Länder schicken, versickert entweder bei den Eliten dort im Land oder in den Taschen von WESTLICHEN Unternehmen. Die Menschen vor Ort haben davon nichts, die hungern weiter, die haben weiterhin keinen Zugang zu sauberem Wasser, keinen Zugang zur Bildung – keinen Zugang zu einer Perspektive.

Ich bin so verdammt wütend, weil diese Menschen jetzt auch in Deutschland wieder genau diese Gewalt erfahren müssen. Sie dürfen hier nicht in Frieden leben, obwohl sie seit 2 Jahren in dieser Schule gelebt haben, und zwar friedlich zusammen mit allen anderen Einwohnern im Kiez. Das konnte so ja nicht weitergehen, wo würden wir denn Leben, wenn wir Menschen erlauben würden, ein friedliches Leben zu führen, obwohl sie nicht das Glück hatten, hier in Deutschland geboren zu werden?

Was wäre denn, wenn Deutschland Afrika wäre? Wenn wir hier hungern würden – wobei das ja schon auf viele Menschen zutrifft, weil sie nicht anständig bezahlt werden – was würden wir tun? Würden wir weiter hier im Land bleiben, obwohl in anderen Ländern, die uns Jahrhunderte lang ausgebeutet haben, ein besseres Leben möglich wäre? Wahrscheinlich nicht!!! Aber wir sind ja nicht Afrika, wir sind Reich und wer Reich ist, der kann sich auch Mauern leisten, damit er die Armut, die er verursacht hat, nur nicht sehen muss.

Grenzen auf, überall, kein Mensch ist illegal!

Ich war letztens in der Kaufhalle unterwegs und hatte mal wieder eine Buchidee. Der Titel ist „Kochen mit Helga“ und hier könnt ihr jetzt mal die ersten beiden Abschnitte lesen. Ob es ein vollständiges Buch wird, werden wir sehen – eventuell nutze ich den November. Allerdings werde ich es diesmal dann nur als E-Book veröffentlichen.

Kennengelernt habe ich Helga in der Kaufhalle, in welcher ich mir mal wieder Mate-Nachschub kaufen musste. Ein Leben ohne Mate ist in unserer heutigen Zeit ja nicht mehr vorstellbar, besonders dann nicht, wenn einem die Folgen bekannt sind, welche durch Mate-Entzug entstehen.

Helga schlich mit ihrem Einkaufswagen durch die Gänge der Kaufhalle. Sie blieb vor dem frischen Gemüse stehen und schloss immer mal wieder die Augen, so als ob sie in Erinnerungen schwelgen würde. Dasselbe machte sie vor der Fleischabteilung und vor dem Käsestand. In ihren Einkaufswagen landete allerdings nichts von diesen Waren, dort landeten nur Wurstwaren, die im Preis reduziert waren, ein billiges Weisbrot und im Preis reduziertes Dosengemüse.

Ein wenig amüsiert über diese Beobachtung, machte ich mich damals auf dem Weg in die Getränkeabteilung, um mir meine Ration Mate in den Einkaufswagen zu stellen. Danach ging es zur Kasse, damit ich meine Beute bezahlen kann. Dort sah ich Helga wieder, wobei ich damals ihren Namen natürlich noch nicht kannte. Weil ich ziemlich neugierig bin, sprach ich Helga auf ihr Verhalten von vorhin an und Helga antwortete mir gerne, denn Helga war ein sehr kommunikativer Mensch. Sie nutzte jede Möglichkeit, die sich ihr bot, um sich mit anderen Menschen zu unterhalten – und diesmal bot ich ihr diese Gelegenheit.

Helga war damals schon 70 Jahre alt. Sie ist einige Jahre vorher in Rente gegangen und bekam von dieser nur relativ wenig, obwohl sie ihr ganzes Leben lang gearbeitet hatte. Sie kannte viele alte Menschen, denen es so geht und die deswegen ihre sozialen Kontakte abgebrochen hatten. Helga wollte das aber nicht, weswegen sie täglich unterwegs war, auch wenn sie ziemlich wenig Geld zur Verfügung hatte. Für Spaziergänge brauchte Helga kein Geld und Menschen, die sich mit ihr unterhielten, fand sie auch fast immer. Oft waren es auch dieselben Menschen, mit denen Helga ins Gespräch kam.

Heute hatte sie eigentlich nur vor Einkaufen zu gehen. Doch nachdem ich sie angesprochen hatte, nahm sie natürlich die Chance wahr, auch mit mir in ein längeres Gespräch zu kommen. Sie erzählte mir, dass sie tatsächlich tief in Erinnerungen versunken war, in Erinnerungen an das gute Essen, dass sie früher mit ihren Freunden gegessen hat und welches sie sich jetzt nicht mehr leisten konnte. Ihre Rente war dafür nicht groß genug und das meiste ging schon für die Miete drauf. Auch für Strom ging immer mehr Geld weg, weswegen sie nur beim Essen sparen konnte.

Ich lud Helga damals auf eine Tasse Kaffee ein, weil wir das rege Treiben an der Kasse aufhielten.

 

Kapitel 2

 

Einen Tag später saß ich wieder in meinem Büro. Ich arbeite in einer großen Bank und verdiene dadurch auch jede Menge Geld. Viel mehr Geld, als ich im Monat ausgeben kann.

Ich saß also in meinem Büro und musste an Helga denken, die jetzt garantiert wieder auf einen ihrer Streifzüge durch die Stadt war. Am Tag zuvor erzählte sie mir, dass sie sich ihren Ruhestand anders vorgestellt hatte. Eigentlich wollte sie viel mit ihren Freunden machen, doch ihre Freunde waren jetzt entweder viel in der Welt unterwegs, weil sie eine gute Rente hatten, oder sie haben sich zurückgezogen, weil sie, genau wie Helga, nur eine geringe Rente erhielten. Auch Helga wollte durch die Welt reisen, sie wollte den Planeten kennenlernen, auf dem sie ihre Lebenszeit verbrachte, nur leider reichte ihre Rente nicht dafür. Aber Helga wollte sich auch nicht in ihrer Wohnung verstecken, weswegen sie das Beste aus der Situation machte. Sie freute sich darüber, dass sie ein Dach über dem Kopf hatte, sie im Winter nicht frieren musste und das sie sich auch den Strom noch leisten konnte. Helga erzählte mir stolz, dass sie auch einen Internetanschluss hat, den sie abends gerne nutzt, um im Internet mit anderen Menschen zu schreiben.

Sie sagte mir, dass es ihr doch noch ziemlich gut ginge. Schließlich musste sie noch nicht zur Tafel gehen, um sich Lebensmittel zu holen und sie musste auch nicht auf der Straße leben. Helga war auch nicht neidisch auf ihre Freunde, die jetzt durch die Welt reisten. Sie gönnte ihnen jede Reise, schließlich hätten auch ihre Freunde vorher hart gearbeitet und ab und zu dachten sie sogar an Helga und schickten ihr eine Postkarte oder ein Souvenir.

Dass sie aber nicht mehr so kochen konnte, wie sie es früher getan hatte, das machte Helga doch ziemlich traurig.

Nächsten Samstag, am 21.06.2014, findet hier in Lichtenberg wieder der „Run-for-Help“ statt, der von der Alexander-Puschkin-Schule veranstaltet wird. An dieser Veranstaltung habe ich die letzten beiden Jahre teilgenommen, und ich würde auch gerne dieses Jahr wieder teilnehmen, dazu bräuchte ich allerdings einen Rundensponsor.

Das Prinzip des Laufes ist simpel. Gelaufen wird in der Zeit von 10 Uhr bis 13 Uhr auf dem Sportplatz in der Zachertstraße. Für jede gelaufene Runde – ich plane zwischen 30 und 50 Runden zu laufen – zahlt der Rundensponsor einen vorher vereinbarten Betrag als Spende an die Schule. Natürlich ist auch ein Pauschalbetrag möglich, der sich, bei 50 Runden, zwischen 30,- bis 50,- Euro bewegen sollte. Die Spenden gehen dann an eine Partnerschule in Afrika, wo das Geld sehr gut angelegt ist.

Die Schule stellt für diesen Betrag auch eine Spendenquittung aus, ihr könnt also, wenn ihr euch entscheidet, meine Runden zu sponsorn, den gespendeten Betrag von der Steuer absetzen. Mehr Infos findet ihr hier auf der Seite von „Neues Deutschland“.

Wenn ihr selbst nicht als Sponsor auftreten könnt, würde ich mich freuen, wenn ihr den Artikel in euren Netzwerken teilen könntet.

Die letzten Tage – also von Freitag 10 Uhr bis Sonntag 21 Uhr – waren anstrengend für mich, da ich auf dem „Marx is Muss“-Kongress hier in Berlin war. Gleichzeitig waren die Tage aber auch schön und lehrreich. Und vor allem war das mein erster Kongress, an dem ich mir das maximale Programm an allen drei Tagen angetan habe. Nun ist es erst einmal an der Zeit, das gehörte zu verarbeiten, da es doch ziemlich viel war.

Ich bin mir sicher, dass dadurch auch einige interessante Blogartikel entstehen werden, die ich dann hier oder auf meinen Politik-Blog veröffentlichen werde. Vor allem aber wird das Gehörte dazu Beitragen, dass ich mich in die Thematiken noch mehr einlesen werde, um meine Meinungen und Ansichten auf ein noch stabileres Fundament zu stellen. Denn klar ist auch, dass 30 Minuten Vortrag und 60 Minuten Diskussion nicht ausreichen, um eine Thematik abschließend zu beleuchten und zu klären.

Und dann hat mir der Kongress auch noch viel Lesestoff beschert, welches unabhängig von den Vorträgen ist. Auch das will gelesen werden, was neben dem Studium echt hart werden wird – aber auch das ist machbar und ich muss halt meine Zeit ein wenig besser einteilen, wozu noch sehr viel Potential besteht ;-).

Wo wir schon beim Studium sind, die erste Einsendeaufgabe habe ich nun schon bestanden, es folgen noch fünf weitere, die bis zum 07.07 eingesendet sein müssen. Wenn alles klappt, dann schreibe ich dieses Semester 7 Klausuren, davon werden vier an vier aufeinanderfolgenden Tagen Ende September sein. Das wird dann auch ein hartes Programm werden, aber irgendwann will ich ja auch mal fertig sein mit dem Studium.

Nachdem ich jetzt einen Tag ausgelassen habe, weil ich nur ein einziges Foto hatte, geht es nun weiter mit dem dritten Tag Alltagsplaudereien.

Blumen sind schon was Schönes und deswegen kann ein Tag gar nicht schöner beginnen, als damit, die eigene Pflanze anzusehen. Was es wird, weiß ich bisher immer noch nicht, aber es wächst und der Rest ist dann zu erkennen, wenn die Blüten aufgegangen sind, für die jetzt schon Knospen vorhanden sind.

Auf dem Bild ist eine Pflanze zu sehen

Nachdem ich meine Oma besucht hatte, ging es dann in die Kaufhalle, um die Zutaten für das Abendessen zu holen. Ich bin ja irgendwie fast täglich in der Kaufhalle, deswegen gehört das hier auch mal erwähnt.

Gebäude einer Kaufhalle

Gemüse, Gemüse und noch mal Gemüse. Also Möhren, Kohlrabi und Zucchini. Dazu noch etwas Käse, das kann doch eigentlich nur was Leckeres werden, oder?

Verschiedene Gemüsearten

Nachdem das Gemüse zurechtgeschnitten wurde, ein wenig Gemüsebrühe, Milch und Gewürze hinzukamen. Der Käse oben drauf gestreut war, ging das Ganze für 30 Minuten in den Ofen und Voilà, heraus kam ein leckeres Gratin.

Gemüsegratin

Und um den Tag dann auch noch richtig abzuschließen, gab es auch noch ein leckeres Eis zum Abschluss. Ein paar Kalorien kann man sich ja auch mal leisten.

Lecker Eis

Was macht man als Erstes nach dem Aufstehen? Zähne putzen? Falsch! Als Erstes muss telefoniert werden. Erst mit der Oma und dann mit einem Kunden, der auf der Suche nach einem älteren Dokument war, welches ich vor Jahren mal angelegt hatte. Beiden konnte geholfen werden und danach konnten dann auch die Zähne geputzt werden.

Foto von einem Telefon

Dann muss natürlich auch ab und zu der Müll in die Mülltonne gebracht werden. Optimal ist das, sobald die Tüte voll ist. So wie es heute mit dem gelben Sack war, der tatsächlich Gelb war ;-).

Foto von einem gelben Müllbeutel

Wer Blogs hat, der muss auch ab und an mal Artikel schreiben und diese dann auch korrigieren. Nein, ich drucke nicht jeden Artikel aus, aber ab und zu gönne ich mir diesen Luxus dann doch, weil ich das Lesen auf dem Bildschirm nicht so wirklich mag.

Bild von einem Text

Nach einem kurzen Tag und einer bevorstehenden langen Nacht darf ruhig auch ein wenig was getrunken werden, was Koffein enthält. Natürlich nichts Hochwertiges, das ist nämlich viel zu schade, wenn man es nicht genießen kann ;-).

Foto von zwei Flaschen Mio Mio Mate

Eigentlich müsste euch schon aufgefallen sein, dass das hier gefehlt hat. Also mein Studienbrief, der nämlich auch durchgearbeitet werden muss. Ja, die Einsendeaufgaben lassen sich nämlich meist nicht lösen, ohne dass ich den Stoff vorher mal durchgearbeitet habe ;-).

Studienbrief

Es ist kurz vor 22 Uhr. Gerade ist ein Kinofilm zu Ende gegangen und die Menschen verlassen das Gebäude. Ich beobachte sie, sehe sie lächelnd durch die Straßen ziehen. Einige küssen sich, andere gehen zum Dönerstand, um sich etwas zu trinken zu kaufen.

Sie merken nicht, dass ich sie beobachte, denn ich sitze hier in meinem Taxi, ich warte auf sie, auf die Paare, die schnell nach Hause wollen, die Paare, die ihrem Abend noch einen erotischen Ausklang geben wollen. Sie bemerken mich nicht, weil es mein Job ist, hier zu sein.

Und ich merke nicht, dass sich ein Paar in meine Richtung bewegt. Sie hat rote Rosen in der Hand, welche sich, durch den sanften Wind, hin und her bewegen. Er hat eine Bierflasche in der Hand, die sich, angetrieben durch seine Hand, zu seinem Mund bewegt. Sie stiegen ein, ohne sich zu unterhalten – schweigend. Er sagt mir kurz, wo sie hin wollen und dann schweigen sie wieder.

Drückendes Schweigen, welches Erinnerungen in mir weckt. Erinnerungen an damals, als ich noch 20 war und meine erste Beziehung gerade auf ihr Ende zusteuerte. Sie hieß Susi, vier Jahre lang waren wir damals schon zusammen. Eine lange Zeit, in welcher wir uns weiterentwickelt haben – weiterentwickelt und voneinander weg. Damals kamen auch wir aus einem Kino, hatten uns nach der Vorstellung gestritten und wollten nur noch schnell nach Hause – weg vom Kino und weg vom Streit.

Wir stiegen in ein Taxi und achteten dabei ebenfalls nicht auf den Taxifahrer. Auch wir schwiegen, waren mit uns selbst beschäftigt und wussten nicht, dass wir nie wieder miteinander sprechen würden. Plötzlich ist da eine rote Ampel, quietschende Reifen, ein Knall. Sie war sofort tot, schwieg für immer…

Ein Knall holt mich in die Realität zurück. Es ist der Blumenstrauß, der gerade gegen die Laterne knallt.

Der Andre hat mich gestern gefragt, ob ich nicht fünf Tage lang jeden Tag fünf Bilder von meinem Alltag veröffentlichen möchte. Da mein Blog derzeit ziemlich wenig Aktivität aufweist, habe ich gesagt, dass ich das ja mal versuchen kann – versuchen deshalb, weil ich meist keine fünf Bilder aus meinem Alltag mache. Heute folgt nun also der Erste von fünf Teilen.

Jonglierbälle

Auf meinem Schreibtisch liegen diese drei Jonglierbälle, weil ich meist ein wenig jongliere, um einen klaren Kopf zu bekommen. Ich bin zwar kein Profi, aber es entspannt dennoch und es hilft dabei, die Konzentration aufzubauen.

Bild von Fleisch in der Pfanne

Zum Mittag gab es dann ein wenig Fleisch. Ich habe meinen Fleischkonsum in den letzten Wochen zwar ziemlich runtergefahren, aber ab und an muss dann doch mal ein wenig was auf den Teller. Fleisch ist halt viel zu lecker.

Regal mit Mundwasser in der Kaufhalle

In der Kaufhalle stand ich dann wieder vor einer schwierigen Entscheidung. Welches Mundwasser soll ich mir nur kaufen? Ich probiere ja immer noch ein wenig alles aus, lege mich also auf keine Marke fest, aber irgendwie habe ich kein wirkliches System und so stehe ich immer mindestens fünf Minuten vor dem Regal, um mir das Mundwasser auszusuchen. Zum Glück muss man das nur alle 14 Tage machen ;-).

Tasse Cappuccino

Einen leckeren Cappuccino kann man niemanden verwehren. Auch mir nicht und so kurz vor der Diskussionsveranstaltung war der auch noch mal ganz gut, um nicht schon vorher einzuschlafen.

Notizheft

Irgendwo muss man sich ja seine Notizen notieren. Ich meine, ich kann mir ja nicht alle Informationen merken, die ich später eventuell in einen Blogartikel unterbringen möchte. Ich finde das auch entspannter, als auf dem Handy die einzelnen Tasten zu suchen, und die Infos dann irgendwo darin zu speichern.

Ich habe mir mal wieder eine neue Umfrage einfallen lassen, nach dem die Letzte ja doch schon ziemlich lang her ist. Diesmal würde mich interessieren, wie wichtig euch die Europawahl ist. Dafür könnt ihr euch für einen Wert zwischen 1 und 10 entscheiden, wobei 1 für unwichtig steht und 10 für sehr wichtig. Nebenbei interessiert mich natürlich auch eure Meinung zum Thema, die ihr in den Kommentaren kundtun könnt. Dort dürft ihr mir gerne auch verraten, welche Partei ihr wählt und womit euch diese Partei überzeugen konnte.

Auf einer Skala von 1 (unwichtig) bis 10 (sehr wichtig) – wie wichtig ist für euch die Europawahl?

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Meine Oma ist 89. Ich schreibe das, weil 89 ein Alter ist, ab dem man jederzeit damit rechnen muss, dass es vorbei ist. Meine Oma weiß das, sie redet öfter davon, aber ich komme damit überhaupt nicht klar. Vorgestern lag ich die halbe Nacht wach, weil ich einfach darüber nachdenken musste. Irgendwann ist es vorbei, irgendwann geht jeder Mensch, aber fast jeder Mensch, der geht, hinterlässt eine Lücke, die nicht mehr geschlossen werden kann.

Seit ich bin, ist meine Oma!

 

Meine Oma war schon vor mir auf dieser Welt. Ist ja auch klar, denn wenn meine Oma nicht vor mir hier gewesen wäre, könnte meine Mutter nicht leben und somit könnte sie nicht meine Oma sein. Aber das bedeutet natürlich auch, dass meine Oma mich schon mein ganzes Leben begleitet und das ich mir ein Leben ohne sie gar nicht vorstellen kann. Wer kann das schon? Deswegen will ich mir auch gar nicht vorstellen, dass meine Oma irgendwann stirbt. Ich will, dass sie noch lange lebt, dass sie 100 wird, vielleicht auch noch viel älter – aber will meine Oma das überhaupt?

Leider fällt einem meist viel zu spät auf, dass die Zeit eines Menschen begrenzt ist. Wenn der Mensch dann nicht mehr da ist, dann wird einem plötzlich klar, dass die Zeit, die wir mit diesem Menschen verbracht haben, eigentlich viel zu wenig war. Dass wir uns mehr Zeit hätten nehmen müssen. Ein Besuch alle halbe Jahre ist einfach zu wenig, aber das begreifen wir erst, wenn es viel zu spät ist.

Vorher leben wir meist unser Leben, wir wissen, da ist ein Mensch, den wir lieben, und der ist da – ganz selbstverständlich. Dann kann schon mal eine Menge Zeit ins Land gehen, bevor man diesen Menschen wieder besucht und irgendwann könnte es dann sein, dass wir vor einer leeren Wohnung stehen, vor einer Klingel, an der auf einmal ein anderer Name steht und dann sehen wir, der Mensch ist nicht mehr da und er wird auch nicht wieder kommen. Wir stehen vor der Tür und denken uns, dass wir viel zu wenig Zeit mit diesem Menschen verbracht haben, dass wir uns nicht einmal verabschieden konnten und das wir viel zu wenig am Leben dieses Menschen haben teilnehmen dürfen. Und schuld sind wir natürlich selbst, weil wir uns nur mit unserem Leben beschäftigt haben, weil wir diesen Menschen als selbstverständlich angesehen haben und weil wir uns nicht die Zeit genommen haben, die uns dieser Mensch eigentlich hätte wert sein müssen.

Meine Oma ist 89. Sie hat viele Enkel und Urenkel. Genügend eigentlich, damit bei ihr täglich jemand zu Besuch sein könnte. Die Realität sieht leider anders aus! Viele Tage ist sie allein zu Haus, was natürlich Einsamkeit bedeutet, denn meine Oma lebt alleine. Ein Heim kommt für sie nicht infrage, was ich verstehen kann, denn wir alle wissen, was in deutschen Heimen so abgeht. Deswegen denkt sie natürlich auch darüber nach, dass es Zeit ist zu gehen, was nicht stimmt, denn es ist nie Zeit zu gehen, es gibt immer etwas, was man noch machen könnte. Den Urenkeln Geschichten erzählen, wäre so etwas oder ihnen beim Erwachsen werden zusehen. Aber das geht nur, wenn die Urenkel auch mal zu Besuch kommen, was sie viel zu selten machen! Und dann bleibt natürlich nur die Einsamkeit und damit dann auch das Nachdenken darüber, wie lange man diese Einsamkeit noch ertragen muss.

Ich bin natürlich auch ein Enkel meiner Oma. Auch ich bin viel zu selten bei ihr, wobei selten nicht bedeutet, dass ich nur einmal im Jahr zu ihr gehe, aber es ist dennoch selten – auch im Hinblick darauf, dass meine Oma schon 89 ist und ich nicht mehr all zu viel Zeit habe, die ich mit ihr verbringen kann. Dennoch verbringe ich mehr Zeit bei meiner Oma, als viele andere ihrer EnkelInnen. Das mag von diesen nicht böse gemeint sein, weil sie ihr eigenes Leben haben, weil sie arbeiten, weil sie einfach selbst zu wenig Freizeit haben. Aber ich bin mir sicher, wenn unsere Oma nicht mehr da ist, werden sie es bereuen, so wenig Zeit mit ihr verbracht zu haben. Vielleicht werden sie ein schlechtes Gewissen haben, weil sie genau wissen, dass sie sich viel zu wenig Zeit genommen haben, vielleicht aber auch nicht, weil ihre Oma keine ganz so große Rolle in ihrem Leben gespielt hat. Wobei ich das Letztere nicht glauben kann.

Meine Oma hilft, wo sie nur kann!

 

Worüber ich mich regelmäßig ärgere, ist, dass meine Oma so wenig Besuch bekommt. Meist nur dann, wenn jemand Hilfe braucht. Dann erinnert man sich gerne an sie, aber wenn es darum geht, ihr einfach ein wenig Zeit zu schenken, dann wird das schwer mit dem Besuchen. Dann ist plötzlich keine Zeit da! Das macht mich traurig, denn ich bin mir sicher, dass die Zeit vorhanden wäre, wenn man sie sich ernsthaft nehmen wollte.

Ich verstehe natürlich, dass es schwer wird, wenn man nicht in derselben Stadt lebt. Dann ist es tatsächlich nicht möglich, dass man jedes Wochenende zu besuch kommt. Wenn man allerdings gemeinsam in einer Stadt lebt, dann sollte es schon möglich sein, dass man einen Menschen, der zur Familie gehört und den man liebt, mindestens einmal alle 14 Tage besucht. So teuer sind die Fahrpreise dann auch nicht, genau so wenig sind die Fahrzeiten ein Problem. 6-7 Stunden kann sich jeder alle 14 Tage einmal nehmen, selbst wenn man sehr viel Stress im Arbeitsleben hat. Das würde die Einsamkeit meiner Oma vertreiben und neue Lebensfreude bringen.

Meine Oma, das Tor in eine andere Zeit.

 

Meine Oma ist natürlich auch ein Tor in eine andere, längst vergangene, Zeit. Sie kann mir Geschichten aus Zeiten erzählen, die ich nicht miterlebt habe. Sie kann mir natürlich auch Geschichten aus Zeiten erzählen, die ich miterlebt habe, an die ich mich aber nicht mehr wirklich erinnern kann, weil ich noch viel zu Jung war. Wer soll mir diese Geschichten erzählen, wenn meine Oma plötzlich nicht mehr da ist?

Wenn meine Oma irgendwann nicht mehr ist, dann geht nicht nur der Mensch. Nein, dann gehen auch all die Geschichten, die sie in ihrem Leben erlebt hat und die sie gerne erzählt hat. Nur wenig wird davon in der Erinnerung bleiben und es wird sich ein Tor in die Vergangenheit verschließen, welches ich nicht mehr öffnen kann. Sicher kann mir dann noch mein Onkel Geschichten erzählen und meine Mutter natürlich auch, aber es werden nicht die Geschichten sein, die mir meine Oma erzählt.

Meine Oma – Eure Oma

 

Meine Oma lebt noch, sie ist 89 und wird hoffentlich noch viele Geburtstage feiern dürfen. Wie sieht es mit eurer Oma aus? Lebt sie noch? Wenn ja, verbringt ihr genügend Zeit mit ihr? Vielleicht ist es mal wieder Zeit für ein Telefonat mit ihr? Vielleicht auch für einen spontanen Besuch?

Meine Oma ist garantiert nicht nur meine Oma! Es gibt viele Omas da draußen, denen von ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln viel zu wenig Zeit geschenkt wird. Zeit, die nicht vergeudet ist, die beiden Seiten Freude bringt und die eine Bereicherung für beide Seiten ist.