Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Meine Oma ist 89. Ich schreibe das, weil 89 ein Alter ist, ab dem man jederzeit damit rechnen muss, dass es vorbei ist. Meine Oma weiß das, sie redet öfter davon, aber ich komme damit überhaupt nicht klar. Vorgestern lag ich die halbe Nacht wach, weil ich einfach darüber nachdenken musste. Irgendwann ist es vorbei, irgendwann geht jeder Mensch, aber fast jeder Mensch, der geht, hinterlässt eine Lücke, die nicht mehr geschlossen werden kann.

Seit ich bin, ist meine Oma!

 

Meine Oma war schon vor mir auf dieser Welt. Ist ja auch klar, denn wenn meine Oma nicht vor mir hier gewesen wäre, könnte meine Mutter nicht leben und somit könnte sie nicht meine Oma sein. Aber das bedeutet natürlich auch, dass meine Oma mich schon mein ganzes Leben begleitet und das ich mir ein Leben ohne sie gar nicht vorstellen kann. Wer kann das schon? Deswegen will ich mir auch gar nicht vorstellen, dass meine Oma irgendwann stirbt. Ich will, dass sie noch lange lebt, dass sie 100 wird, vielleicht auch noch viel älter – aber will meine Oma das überhaupt?

Leider fällt einem meist viel zu spät auf, dass die Zeit eines Menschen begrenzt ist. Wenn der Mensch dann nicht mehr da ist, dann wird einem plötzlich klar, dass die Zeit, die wir mit diesem Menschen verbracht haben, eigentlich viel zu wenig war. Dass wir uns mehr Zeit hätten nehmen müssen. Ein Besuch alle halbe Jahre ist einfach zu wenig, aber das begreifen wir erst, wenn es viel zu spät ist.

Vorher leben wir meist unser Leben, wir wissen, da ist ein Mensch, den wir lieben, und der ist da – ganz selbstverständlich. Dann kann schon mal eine Menge Zeit ins Land gehen, bevor man diesen Menschen wieder besucht und irgendwann könnte es dann sein, dass wir vor einer leeren Wohnung stehen, vor einer Klingel, an der auf einmal ein anderer Name steht und dann sehen wir, der Mensch ist nicht mehr da und er wird auch nicht wieder kommen. Wir stehen vor der Tür und denken uns, dass wir viel zu wenig Zeit mit diesem Menschen verbracht haben, dass wir uns nicht einmal verabschieden konnten und das wir viel zu wenig am Leben dieses Menschen haben teilnehmen dürfen. Und schuld sind wir natürlich selbst, weil wir uns nur mit unserem Leben beschäftigt haben, weil wir diesen Menschen als selbstverständlich angesehen haben und weil wir uns nicht die Zeit genommen haben, die uns dieser Mensch eigentlich hätte wert sein müssen.

Meine Oma ist 89. Sie hat viele Enkel und Urenkel. Genügend eigentlich, damit bei ihr täglich jemand zu Besuch sein könnte. Die Realität sieht leider anders aus! Viele Tage ist sie allein zu Haus, was natürlich Einsamkeit bedeutet, denn meine Oma lebt alleine. Ein Heim kommt für sie nicht infrage, was ich verstehen kann, denn wir alle wissen, was in deutschen Heimen so abgeht. Deswegen denkt sie natürlich auch darüber nach, dass es Zeit ist zu gehen, was nicht stimmt, denn es ist nie Zeit zu gehen, es gibt immer etwas, was man noch machen könnte. Den Urenkeln Geschichten erzählen, wäre so etwas oder ihnen beim Erwachsen werden zusehen. Aber das geht nur, wenn die Urenkel auch mal zu Besuch kommen, was sie viel zu selten machen! Und dann bleibt natürlich nur die Einsamkeit und damit dann auch das Nachdenken darüber, wie lange man diese Einsamkeit noch ertragen muss.

Ich bin natürlich auch ein Enkel meiner Oma. Auch ich bin viel zu selten bei ihr, wobei selten nicht bedeutet, dass ich nur einmal im Jahr zu ihr gehe, aber es ist dennoch selten – auch im Hinblick darauf, dass meine Oma schon 89 ist und ich nicht mehr all zu viel Zeit habe, die ich mit ihr verbringen kann. Dennoch verbringe ich mehr Zeit bei meiner Oma, als viele andere ihrer EnkelInnen. Das mag von diesen nicht böse gemeint sein, weil sie ihr eigenes Leben haben, weil sie arbeiten, weil sie einfach selbst zu wenig Freizeit haben. Aber ich bin mir sicher, wenn unsere Oma nicht mehr da ist, werden sie es bereuen, so wenig Zeit mit ihr verbracht zu haben. Vielleicht werden sie ein schlechtes Gewissen haben, weil sie genau wissen, dass sie sich viel zu wenig Zeit genommen haben, vielleicht aber auch nicht, weil ihre Oma keine ganz so große Rolle in ihrem Leben gespielt hat. Wobei ich das Letztere nicht glauben kann.

Meine Oma hilft, wo sie nur kann!

 

Worüber ich mich regelmäßig ärgere, ist, dass meine Oma so wenig Besuch bekommt. Meist nur dann, wenn jemand Hilfe braucht. Dann erinnert man sich gerne an sie, aber wenn es darum geht, ihr einfach ein wenig Zeit zu schenken, dann wird das schwer mit dem Besuchen. Dann ist plötzlich keine Zeit da! Das macht mich traurig, denn ich bin mir sicher, dass die Zeit vorhanden wäre, wenn man sie sich ernsthaft nehmen wollte.

Ich verstehe natürlich, dass es schwer wird, wenn man nicht in derselben Stadt lebt. Dann ist es tatsächlich nicht möglich, dass man jedes Wochenende zu besuch kommt. Wenn man allerdings gemeinsam in einer Stadt lebt, dann sollte es schon möglich sein, dass man einen Menschen, der zur Familie gehört und den man liebt, mindestens einmal alle 14 Tage besucht. So teuer sind die Fahrpreise dann auch nicht, genau so wenig sind die Fahrzeiten ein Problem. 6-7 Stunden kann sich jeder alle 14 Tage einmal nehmen, selbst wenn man sehr viel Stress im Arbeitsleben hat. Das würde die Einsamkeit meiner Oma vertreiben und neue Lebensfreude bringen.

Meine Oma, das Tor in eine andere Zeit.

 

Meine Oma ist natürlich auch ein Tor in eine andere, längst vergangene, Zeit. Sie kann mir Geschichten aus Zeiten erzählen, die ich nicht miterlebt habe. Sie kann mir natürlich auch Geschichten aus Zeiten erzählen, die ich miterlebt habe, an die ich mich aber nicht mehr wirklich erinnern kann, weil ich noch viel zu Jung war. Wer soll mir diese Geschichten erzählen, wenn meine Oma plötzlich nicht mehr da ist?

Wenn meine Oma irgendwann nicht mehr ist, dann geht nicht nur der Mensch. Nein, dann gehen auch all die Geschichten, die sie in ihrem Leben erlebt hat und die sie gerne erzählt hat. Nur wenig wird davon in der Erinnerung bleiben und es wird sich ein Tor in die Vergangenheit verschließen, welches ich nicht mehr öffnen kann. Sicher kann mir dann noch mein Onkel Geschichten erzählen und meine Mutter natürlich auch, aber es werden nicht die Geschichten sein, die mir meine Oma erzählt.

Meine Oma – Eure Oma

 

Meine Oma lebt noch, sie ist 89 und wird hoffentlich noch viele Geburtstage feiern dürfen. Wie sieht es mit eurer Oma aus? Lebt sie noch? Wenn ja, verbringt ihr genügend Zeit mit ihr? Vielleicht ist es mal wieder Zeit für ein Telefonat mit ihr? Vielleicht auch für einen spontanen Besuch?

Meine Oma ist garantiert nicht nur meine Oma! Es gibt viele Omas da draußen, denen von ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln viel zu wenig Zeit geschenkt wird. Zeit, die nicht vergeudet ist, die beiden Seiten Freude bringt und die eine Bereicherung für beide Seiten ist.

Am 12. Dezember 2012 schrieb ich hier einen Artikel darüber, dass ich viel zu viele Plastiktüten habe, weswegen ich nur noch Stoffbeutel verwenden wollte. Über ein Jahr später kann ich nur sagen, es war die richtige Entscheidung.

Plastiktüten

Zu viele Plastiktüten

Sicher habe ich am Anfang den Stoffbeutel noch ein paar Mal vergessen, aber nachdem ich dann den dritten Stoffbeutel gekauft hatte – da ich mir keine Plastiktüten mehr kaufen wollte – habe ich mir angewöhnt, immer einen Stoffbeutel dabei zu haben. Selbst wenn ich abends nur mal Döner gekauft habe, hatte ich immer einen Stoffbeutel dabei, denn auch dabei gibt es meist Plastiktüten, welche die Umwelt ebenso belasten.

Praktisch ist so ein Stoffbeutel auch beim Brötchenkauf, denn hier kann man den Beutel einfach dem Verkäufer/ der Verkäuferin geben, und spart sich damit auch gleich noch die Papiertüten vom Bäcker. Dabei sollte man allerdings schon darauf achten, dass der Beutel auch sauber ist, sonst könnte einem der Appetit auf die Brötchen vergehen ;-).

Die EU möchte übrigens auch erreichen, dass in den nächsten Jahren die Verwendung von Plastiktüten deutlich zurückgeht, da bis zu 8 Milliarden dieser Tüten jährlich in der Natur landen und diese schädigen. Auch im Meer gibt es inzwischen viel zu viel Plastik, was den dort lebenden Tieren natürlich nicht wirklich bekommt.

Es ist also ganz gut, wenn auch ihr euch überlegt, ob ihr nicht ab sofort auf Plastiktüten verzichtet. Der Stoffbeutel lässt sich genauso bequem tragen und hält bedeutend länger ;-).

Als Nächstes ist jetzt der gelbe Sack an der Reihe. Er ist mir immer noch zu voll, sodass ich mal sehen muss, welche Artikel eventuell auch in Mehrwegverpackungen kaufbar sind. Ich bin mir sicher, dass ich dort schon noch ein wenig was machen kann, auch wenn es in der Kaufhalle eben doch sehr viele Verpackungen gibt, die am Ende in den gelben Sack gehören.

Ich fühle mich gerade richtig schlecht! Nicht, weil ich krank bin oder was Schlechtes gegessen habe, nein, ich habe am Freitag einen Termin verpasst, der so verdammt wichtig war. Am Freitag wollte ich um 11 Uhr eigentlich an der Demonstration zum ersten Todestag von Rosemarie Fliess teilnehmen und genau diese Demo habe ich verpasst. Ich Idiot!!!

Rosemarie Fliess ist vor einem Jahr in Berlin gestorben, nachdem sie, mit 67 Jahren, aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt wurde. Diese Zwangsräumung fand statt, obwohl es ein ärztliches Attest gab, welches bestätigte, dass die alte Frau dieser nicht mehr gewachsen ist. Zwei Tage später verstarb Frau Fliess in einer Obdachlosenunterkunft.

Rosemarie Fliess ist natürlich nur ein Beispiel von vielen, wenn auch ein verdammt tragisches, weswegen es wichtig gewesen wäre, wenn an diesem Tag sehr viele Menschen auf die Straße gegangen wären – also auch ich – um den Menschen die Augen zu öffnen. Die Profitgier und Unmenschlichkeit in unserer Gesellschaft trägt dazu bei, dass Menschen sterben. Sie sorgt dafür, dass Menschen vor den Trümmern ihres Lebens stehen, nur weil sie nicht mehr profitabel genug sind. Und genau dagegen muss endlich etwas unternommen werden!!!

Niemand sollte aus seiner Wohnung geräumt werden, nur weil der Vermieter finanzielle Interessen hat. Ja, sicher muss ein Vermieter auch von irgendwas leben, aber in einem solchen Fall sollte es doch möglich sein, dass ein Staat, der mit Milliarden Beträgen Banken rettet, die Miete zahlt, sodass der Vermieter sein Geld hat. In den meisten Fällen sind Mietrückstände eh nur ein vorgeschobener Grund, damit die Wohnungen schnell teuer weiter vermietet werden können. Und dann ist das noch das Hartz4-System, das mit seiner Sanktionspraxis auch dafür sorgt, dass Menschen ihre Miete erst verspätet zahlen können, wenn sie diese denn überhaupt zahlen können.

SOWAS DARF ES IN DEUTSCHLAND NICHT GEBEN!!! Wenn jemand seine Miete nicht mehr zahlen kann, egal aus welchem Grund, sollte der Staat dieses für ihn übernehmen – auch wenn es nur ein Darlehen ist, welches zurückgezahlt werden muss. Außerdem bin ich weiterhin der Meinung, dass Wohnraum kein privates Spekulationsobjekt sein darf, sondern dass es in staatlicher Hand gehört. Wohnraum ist für alle Menschen ein Grundbedürfnis und dieses darf nicht hinter Profitgier zurückstehen.

All das ändert aber nichts daran, dass ich am Freitag diesen wichtigen Termin verpasst habe. Ich möchte mich deswegen bei allen entschuldigen, die am Freitag auf die Straße gegangen sind und dort an Rosemarie erinnert haben, um auf die Unmenschlichkeit von Zwangsräumungen hinzuweisen.

Nachdem ich euch jetzt ein paar Tage habe warten lassen, folgt nun der Artikel zur dritten Etappe. Nachdem ich ja am Mittwoch knapp 100 Kilometer geschafft hatte, waren am Donnerstag noch knapp 70 Kilometer zu absolvieren, um mein Ziel zu erreichen.

Schweriner See

Schweriner See

Das Aufstehen am Donnerstag viel ziemlich schwer, aber um kurz nach sieben habe ich mich dann doch aus dem Bett gequält. Es kündigte sich schon die Erkältung an, durch die ich schon ziemlich Müde war und durch die ich leichte Kopfschmerzen hatte. Muskelkater hatte ich allerdings immer noch keinen, was mich doch überraschte, nachdem ich am Vortag 100 Kilometer gefahren bin. Um acht Uhr ging ich dann erst einmal Frühstücken, wobei ich seltsamerweise keinen großen Hunger hatte. Dann ging es zurück aufs Zimmer, wo ich meine Sachen packte und um neun Uhr ging es dann wieder los mit dem Rad.

Die ersten Kilometer waren auch ganz angenehm, sodass ich ziemlich schnell vorankam. Doch irgendwann ging es dann mit den Steigungen los, die mir verdammt viel Kraft raupten. Und wenn dann keine Steigung war, dann kam eben der Wind von vorne, der genau denselben Effekt hatte, wie die Steigungen. Und wenn beides zusammenkam, war es unmöglich überhaupt noch zu fahren, dann musste ich das Rad immer mal wieder ein paar Meter schieben. Insgesamt war diese dritte Etappe, obwohl sie die kürzeste war, auch die schwerste.

Baumstamm auf dem Weg

Baumstamm auf dem Weg

Dafür hatte ich aber auch wieder verdammt schöne Aussichten und ganz viel Sonne. So gab es eine Stelle, da konnte ich über den Schweriner See schauen und mir die Stadt Schwerin ansehen. Leider hatte ich auch hierfür wieder keine Kamera, die dieses verdammt schöne Panorama hätte einfangen können. Es gab aber auch Stellen, da hatte ich verdammt viel Glück – wäre ich dort unvorsichtiger und schneller gewesen, wäre ich zum Beispiel über einen Baum geflogen, der sich über den Weg gelegt hatte. Und es waren natürlich auch wieder Wege dabei, die für ein Citybike nicht geeignet sind, aber auch hier hat sich das Nextbike super geschlagen, sodass ich dann, gegen 16:40 Uhr, mein Ziel erreichte.

Ziel Erreicht - Wietow

Ziel Erreicht – Wietow

Wietow hat sich schon ziemlich verändert. Es leben jetzt viel mehr Menschen dort, und es gibt dort ein Solarschulungszentrum, was es vorher natürlich auch nicht gab. Das Haus meines Opas war aber immer noch dasselbe, was ich von früher kannte, auch wenn es mir diesmal ziemlich klein vorkam, was ich so gar nicht mehr in meiner Erinnerung hatte. Und nicht nur das Haus von meinem Opa war noch da, sondern auch mein Opa.

Als meine Tante die Tür öffnete, erkannte sie mich erst gar nicht. Das ist nach zehn Jahren aber auch nicht verwunderlich, sodass ich ihr kurz meinen Namen sagte, woraufhin sie mich dann auch erkannte. Natürlich war sie ziemlich überrascht, da ich mich vorher nicht angemeldet hatte, aber sie führte mich dann zu meinem Opa, der gerade am Puzzeln war, und der sich darüber freute, dass ich da war. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie glücklich ich war, als ich meinen Opa gesehen habe. Nach 10 Jahren! Und er ist ja auch schon knapp 90 Jahre alt (vielleicht auch schon etwas älter), da hätte es durchaus sein können, dass er nicht mehr ist.

Leider ist aber eine meiner Tanten gestorben. Sie war noch nicht mal 60 und da war ich dann natürlich schon ein wenig geschockt – auch darüber, dass das schon 1 Jahr her ist und mich niemand darüber informiert hat.

Am Abend bin ich dann mit dem Zug wieder nach Berlin gefahren. Ich hatte zwar eigentlich vor auch zurück mit dem Rad zu fahren, aber, wie oben schon geschrieben, hat sich den ganzen Tag schon eine Erkältung angedeutet, sodass ich die Rücktour nicht geschafft hätte. Insgesamt war es aber eine super Erfahrung, die Strecken waren super, auch dank Google Fahrradroutenplaner, der ja immer noch Beta ist. Und seit Freitag habe ich dann auch den Muskelkater, den ich ja auf den ersten beiden Etappen vermisst hatte.

Wuhuhu, Morgen habe ich nur noch 67 Kilometer vor mir. Dafür musste ich heute aber eine Grusel-Etappe hinter mich bringen, an deren Ende ich beinahe ohne Zimmer gewesen wäre.

Angefangen hat der Tag relativ gemütlich, nachdem ich in der Nacht nicht wirklich schlafen konnte – fragt mich nicht warum, eigentlich hätte ich KO sein sollen, war ich aber nicht. Egal, um 7 Uhr habe ich dann jedenfalls gefrühstückt. Danach bin ich direkt losgefahren, um um acht Uhr in der Kaufhalle zu sein.

Dort kaufte ich mir Bananen, die Dounuts und was zu trinken, wobei die Apfelschorle sich entschied, nicht in der Flasche zu bleiben. Egal, da ich eh noch mal in den DM musste, um mir Powerriegel zu hohlen.

Danach ging es dann aber los, wobei ich mich am Anfang ein paar mal Verfahren hatte, was mich sicher 45 Minuten gekostet hat. Nachdem ich dann aber auf den richtigen Weg kam, verging mir das Lachen ziemlich schnell. Google schickte mich auf irgendwelche Waldwege, die nur teilweise befahrbar waren. Bedeutete für mich, dass ich auch ab und an mal das Rad schieben musste. Auch hier habe ich sicher 40 Minuten verloren.

Dafür habe ich aber viele Rehe gesehen und komische Vögel, die mein Laufpartner sicher gerne fotografiert hätte. Dazu bin ich im übrigen sehr wenig gekommen, denn für Tiere reicht meine Handycam nicht aus, und lauter Bäume wollte ich auch nicht zeigen.

Zum Ende der Etappe war ich dann auf Hotelsuche, was mich bis Parchim brachte, wo ich auch beinahe kein Zimmer bekommen hätte. Doch um 21 Uhr gab es noch Rettung, weswegen ich jetzt frisch geduscht im Bett liege. Die 12 Stunden Etappe spüre ich seltsamerweise immer noch nicht, was mich wundert, denn wenn ich mit meinem Laufpartner radel, bin ich meist schon nach 20 Kilometern kaputt – heute bin ich über 100 Kilometer, mit Umwegen, gefahren.

Achso, ich liege gerade in einem Zimmer für 50 Euro – geiles Teil, kann ich nur sagen. ;)

So, der erste Tag ist überstanden. Ich bin seit 18 Uhr in Neuruppin in einer Pension. Das Erste, was ich hier gemacht habe, war duschen. Danach habe ich noch ein wenig Fern gesehen, und nun liege ich bereits im Bett, schließlich möchte ich morgen früh gleich weiter.

Heute früh wollte ich eigentlich schon um 7 Uhr los fahren, aber verlassen habe ich die Wohnung erst um halb neun. Danach habe ich erst mal zwei Stunden gebraucht, um aus Berlin raus zu kommen. Nachdem ich Berlin aber verlassen hatte, kam sofort die Sonne raus, und begleitete mich auch für ein paar Stunden. Irgendwann erwischte mich dann aber das schlechte Wetter, und weil Regen ja nicht genug gewesen wäre, musste mich zwei Mal der Hagel erwischen. Aber ich will mich gar nicht beschweren, denn achtzig Prozent der Fahrt war trocken.

Was mich eher schockiert hat, war mein Tempo. Ich bin echt so verdammt langsam unterwegs gewesen, aber zumindest das minimal Ziel habe ich erreicht. Hoffentlich kann ich mich morgen etwas steigern, denn sonst bin ich noch ewig unterwegs.

Entschädigt dafür wurde ich aber von der schönen Strecke, die ich größtenteils von Radwegen aus bestaunen durfte. Auf Twitter habe ich hierzu ja ein paar Bilder veröffentlicht, und sobald ich wieder zu Hause bin, werdet ihr auch im Blog welche zu sehen bekommen.

Heute Nacht konnte ich nicht wirklich schlafen. Als ich im Bett lag, kamen Erinnerungen hoch an die Zeit, die ich in Wietow bei meinem Opa und bei meiner Oma verbracht habe. Es war viel zu wenig Zeit und die Zeit ist schon viel zu lange her. Vor 10 Jahren war ich das letzte Mal dort und das auch nur für einen Tag – zum 50. Geburtstag meines Vaters. Da war nicht wirklich viel Zeit, sich mit meinem Opa zu unterhalten, meine Oma lebte damals schon nicht mehr. Und davor war ich auch zu selten dort, es waren sicher auch 5 Jahre, die ich davor nicht in Wietow war, also habe ich meinen Opa nur einmal, in den letzten 15 Jahren, gesehen.

Nicht einmal zur Beerdigung meiner Oma durfte ich nach Wietow, obwohl ich der Meinung bin, dass das sich so gehört. Das Grab habe ich dann tatsächlich erst viel später gesehen und auch nur ein einziges Mal.

Und doch kommen auch die Fragen auf, was ist, wenn mein Opa gar nicht mehr ist? Wenn ich dort hinfahre und in dem Dorf gar kein Verwandter mehr von mir lebt? Dann hatte ich eine schöne Radtour, ja, und ich kann das Dorf noch einmal sehen, in welchen ich gerne war als Kind, auch wenn die Zeit dort viel zu wenig war.

Ich erinnere mich an die Karotten im Garten, die ich mir immer geklaut habe. Natürlich erinnere ich mich auch daran, wie ich die Karotten, die viel zu klein waren, wieder in die Erde gesteckt habe, was natürlich nicht wirklich sinnvoll war. Die leckeren Erdbeeren, die zwar kleiner waren als die aus der Kaufhalle, die aber mindestens dreimal so gut geschmeckt haben. Oder die Hühner, denen wir jeden Tag die Eier geklaut haben, damit wir zum Frühstück Eier essen konnten.

Ganz früher gab es auch noch Hasen/Kaninchen, die verdammt süß waren, die aber natürlich auch zum Essen gedacht waren. Irgendwann gab es die dann nicht mehr, auch wenn die Käfige noch da waren, aber die Hühner gab es immer, und die waren natürlich auch lustig. Irgendwie hat mich auch das Getreidefutter für die Hühner immer angezogen. Es war ein schönes Gefühl, dort mit den Händen reinzufassen und das Getreide dann langsam wieder in die Tonne rinnen zu lassen.

Und dann war da natürlich der Apfelmost, von dem ich, wenn ich in Wietow war, nie genug bekommen habe. Verdammt lecker das Zeug und sicher gelagert, denn in den Keller durfte ich natürlich nicht alleine. Neben dem Keller gab es auch noch einen Dachboden, auf den ich als Kind immer wieder rauf wollte, aber irgendwie nicht durfte. Es wurde zwar immer wieder gesagt, wir gehen dort nachher mal gemeinsam rauf, aber umgesetzt wurde das dann erst bei meinem vorletzten Besuch. Es gab dort auch nicht wirklich was Besonderes zu sehen, aber die Neugier eines Kindes ist nun einmal verdammt groß.

Und jetzt freue ich mich auf Dienstag, auf den Tag, wenn ich endlich mit dem Rad die Tour starte und mich dann Wietow langsam wieder annähere. Ich bin gespannt darauf, wie sich das Dorf in den letzten 10 Jahren verändert hat, wobei es schon vor 10 Jahren nicht mehr das Dorf war, was ich aus meiner Kindheit kannte.

Nun ist die Fahrradtour nach Mecklenburg also sicher. Am Montag nehme ich das Fahrrad von Nextbike in Empfang und am Dienstag werde ich die Tour dann starten. Mit dem Wetter habe ich hoffentlich auch Glück. Es soll zwar nicht Regnen, aber so warm, wie es derzeit ist, soll es auch nicht werden – warm wird mir aber ganz bestimmt vom Fahrrad fahren.

Jetzt bin ich natürlich ein wenig in der Vorbereitung. Ich muss mir noch überlegen, wie ich die Sachen unterbringe, die ich mitnehme. Dann muss ich noch immer klären, welchen Tarif ich fürs mobile Internet nutze, einen Powerpack fürs Smartphone muss ich mir auch noch besorgen, und natürlich mache ich mir immer noch wegen der Unterkunft Gedanken, da ich diese nicht schon vorher planen kann. Grund dafür ist natürlich, dass ich nicht weiß, wie weit ich täglich mit dem Rad komme.

Was ich auch noch nicht weiß, ist, welche Nahrung ich unbedingt mitnehmen sollte, und welche Getränke für eine solche Tour am besten geeignet sind. Ich überlege, ob ich mir zumindest eine Dose Cola mitnehmen sollte auf so eine Tagestour, weil der Zucker darin ja zumindest kurzzeitig den Akku wieder aufladen kann. Und beim Essen bin ich mir auch unsicher, was da die beste Verpflegung ist. Aber dazu gibt es ja das Internet und das Wochenende habe ich ja noch, um mir darüber Gedanken zu machen.

Wie ich hier in der nächsten Woche bloggen kann, muss ich mir, wenn dieser Artikel angezeigt wird, nicht mehr überlegen. Denn wenn dieser Artikel angezeigt wird, hat zumindest das schon geklappt und ihr könnt euch dann täglich auf ein Update der Tour freuen. Übrigens könnt ihr euch die Bilder der Tour auch auf Twitter ansehen, denn dort werde ich von unterwegs regelmäßig Bilder posten (via Instagram). Wer nicht auf Twitter suchen will, kann auch auf svenbuchien.de schauen, denn in der Flickr-Dia-Show werden die Bilder auch zu sehen sein, auch wenn dort dann kein Text dabei ist. Ihr könnt mich also verfolgen, wenn ihr Lust dazu habt und wenn ihr noch Dinge habt, die ich unbedingt beachten soll, dann schreibt das doch einfach hier in den Kommentaren.

Wo ich gerade die Kommentare anspreche, die werde ich dann in der nächsten Woche nicht freigeben können. Also nicht wundern, wenn ihr Kommentiert, aber die Kommentare nicht erscheinen. Spätestens wenn ich wieder in Berlin bin, wird das garantiert geschehen.

Ihr wisst ja, dass ich doch ein wenig verrückt bin, was ich nächste Woche mal wieder beweisen werde. Ich schrieb gestern auf Twitter, dass ich ein Fahrrad brauche, weil ich nach Mecklenburg fahren möchte. Da ich, wenn ich mal Rad fahren möchte, mir immer eines bei Nextbike leihe, schrieb ich im selben Tweet, dass das wohl zu teuer wäre, ein Rad von Nextbike zu verwenden. Damit war das Thema für mich eigentlich schon erledigt, weil ich niemanden kenne, der mir ein Fahrrad hätte leihen können.

Doch dann bekam ich von Nextbike einen Tweet, dass sie mir ein Fahrrad kostenlos zur Verfügung stellen, wenn ich die Fahrt mit Bildern, auf Twitter, dokumentiere. Nun, wie oben schon erwähnt, bin ich ziemlich verrückt und habe dieses Angebot natürlich sofort angenommen. Ich werde nächste Woche also 240 Kilometer mit dem Rad nach Mecklenburg fahren.

Natürlich gibt es einen Grund, warum ich dort hin will. In Wietow, einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, lebt mein Opa, den ich schon 10 Jahre lang nicht mehr gesehen habe. Dabei weiß ich gar nicht, ob mein Opa überhaupt noch lebt, aber ich gehe davon aus, dass ich erfahren hätte, wenn dies nicht der Fall wäre. Außerdem wünsche ich mir schon sehr lange so eine Tour zu machen, und nächste Woche ist der beste Zeitpunkt dazu, weil das die letzte Woche vor dem neuen Semester ist und ich somit diese Möglichkeit einfach mal nutzen werde.

Für mich ist dies tatsächlich Neuland, denn die Fahrt wird sicherlich nicht nur einen Tag dauern, weswegen ich mir unterwegs auch eine Unterkunft suchen muss. Wenn ihr dafür eine gute App für ein Android-Smartphone kennt, immer hier mit den Tipps.

Außerdem brauche ich noch einen günstigen Prepaid Anbieter, bei dem ich eine Datenflat fürs mobile Internet bekomme, mit der ich dann die Bilder von der Tour hochladen kann. Meine 300 MB, die mir normalerweise ausreichen, werden für eine solche Tour garantiert nicht reichen. Auch hier nehme ich Tipps gerne entgegen.

Los geht die Tour am Dienstag, und wenn alles gut läuft, bin ich bis Sonntag wieder in Berlin. Gespannt bin ich darauf, wie mein Körper auf eine solche Tour reagieren wird. Und natürlich auch auf die Strecke und die Landschaft. Mehr zur Tour gibt es dann später, wenn ich alles vorbereitet habe und ich noch mehr weiß.

Wer will, kann mich gerne unterstützen, indem er mir ein paar Cappuccini spendiert. ;-)

Ich mach mir die Welt

Ich mach mir die Welt

Quelle: Twitter – Einfach aufs Bild klicken.

Jetzt ist es also raus! Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt. Gut für mich, allerdings schlecht für euch, denn euch gibt es in der Realität alle gar nicht. Beziehungsweise, es gibt euch schon, allerdings nur in meinem Kopf. Ihr seid alle meine Geschöpfe! Das kann euch gefallen, denn ihr seid für euer Handeln dann nicht wirklich verantwortlich, aber, ich kann euch alle auch wieder verschwinden lassen.

Mir war das natürlich vorher auch nicht bewusst, aber, nachdem jetzt eine meiner fiktiven Kreaturen sich das nicht mehr gefallen lassen will, ist mir das natürlich schlagartig bewusst geworden. Deswegen sehe ich übrigens auch nicht die Argumente anderer, denn ich habe sie mir ja selbst ausgedacht, oder ich habe sie mir eben nicht selbst ausgedacht. Wäre ja auch zu schwer, denn ich muss mir ja schon allein für 7 Milliarden Menschen Geschichten aus den Fingern saugen und dann auch noch in die Tiefe zu gehen, wäre einfach eine Überlastung.Ihr müsst ja bedenken, dass auch noch die Tiere hinzukommen und die Pflanzen.

Allerdings muss ich mich mit dieser Welt, die ich erschaffen habe, selbst strafen wollen. Anders ist nicht zu erklären, warum ich Frau Merkel schon so lange an der Macht lasse. Erklärbar ist allerdings schon, warum sie nur reagiert und nicht selbst mal das Ruder in die Hand nimmt. Auch das wäre wohl zu viel Denkarbeit für mich. Dann lieber eine passive Kanzlerin denken, damit ich noch Kapazitäten für die wirklich wichtigen Dinge habe.

Wobei ich hier ja die Prioritäten auch selbst erdacht habe! Also sind das eben die wichtigen Dinge, die für mich wichtig sind. Habt ihr halt Pech gehabt. Ihr habt ein schlechtes Sexleben? Pech gehabt! Habe ich wohl keine Zeit, mir ein gutes Sexleben für euch auszudenken. Ihr seid ein Nazi? Pech gehabt! Immerhin brauche ich auch Kreaturen, die ich hassen kann! Nehmt es mir nicht übel, irgendwann seid ihr ja nicht mehr.

Ihr denkt jetzt bestimmt, ich bin Irre? Mag sein, aber denkt immer dran, ihr seid von mir erdacht. Wenn ich also Irre bin, seid auch ihr Irre! ;-)