Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Barriere

Wie rufen gehörlose Menschen eigentlich den Notarzt? Wie Allarmieren stumme Menschen die Feuerwehr? Habt ihr euch diese Frage eigentlich schon mal gestellt?

Für uns, die wir sowohl Hören wie auch sprechen können, ist das ja eine relativ einfache Angelegenheit. Wir greifen zum Telefon, geben die 110 oder die 112 ein und schon ist der Notruf abgesetzt. Aber für Gehörlose und Stumme ist das eben nicht so einfach. Sie könnten zwar auch Anrufen, aber wie sollten sie der Gegenstelle vermitteln, was ihr anliegen ist? Wie kann eine Schwangere zum Beispiel den Notarzt rufen, wenn sie gar nicht sprechen kann?

Ich muss ehrlich sein, ich habe mir bisher noch gar keine Gedanken darüber gemacht, weil es für mich etwas Selbstverständliches ist, aber es ist eben nicht für alle selbstverständlich. Mir ist das erst durch einen Tweet auf Twitter aufgefallen, indem nämlich über die nicht flächendeckend vorhandene Möglichkeit gemeckert wurde, einen Notruf per SMS abzusenden. Ich habe dann kurz einmal nach dem Thema gegooglet und auf der ersten Seite nur eine Möglichkeit für Österreich gefunden, aber nicht für Deutschland.

In einem Artikel konnte ich auch nachlesen, dass das System mit der SMS auch einige Nachteile mit sich bringt, denn die Nothelfer könnten nicht einfach eine Rückfrage stellen, wenn etwas unklar ist. Außerdem könnten SMSen auch verspätet ankommen, was in einem Notfall nicht wirklich glücklich wäre. Aber wenn die SMS so unzuverlässig ist, was bleibt dann noch? Eine Mail? Würde wahrscheinlich dieselben Probleme aufwerfen, wie eine SMS. Faxen? Nun, nicht jeder hat ein Faxgerät zu Hause und ganz ehrlich, inzwischen ist das Fax wohl auch dermaßen veraltet, dass es nur noch in seltenen Fällen zum Einsatz kommt.

Am besten wäre wahrscheinlich eine Art Livechat, über den Gehörlose und Stumme Kontakt zur Notrufzentrale aufnehmen können. Die technische Realisierung ist hier sicher eine Herausforderung, denn der Livechat muss ja, ohne dass ich erst kompliziert eine Auswahl treffen muss, in der richtigen Notrufzentrale eingehen. Es wäre nämlich ein wenig blöd, wenn ich in München einen Krankenwagen brauche, aber mit der Notrufzentrale in Kiel verbunden wäre – auch dass könnte wieder lebenswichtige Minuten kosten.

Eine Umsetzung als App für Smartphones und Tablets wäre wahrscheinlich auch gut, wobei ich natürlich nicht weiß, ob jeder Gehörlose ein solches Gerät besitzt. Aber das ist natürlich kein Grund, eine solche Umsetzung nicht zu realisieren, denn wenn auch nicht alle davon profitieren, so profitieren viele davon und dies könnte dazu beitragen, eine Welt mit weniger Barrieren zu erschaffen.

Ich lerne doch tatsächlich immer noch mehr über die Funktionsweise unserer Demokratie. Die SPD ist da ja so ein guter Lehrmeister und heute gab es eine neue Lektion. Leider hat diese Lektion mit der NPD zu tun, eine Partei, die ich ja am liebsten verdrängen würde, aber es ist halt der demokratischen Logik geschuldet, dass sie jetzt hier in diesen Artikel vorkommt.

Ausgelöst wurde es durch den Tweet von Kevin Hönicke (ihr kennt ihn ja schon):

Tweets von Twitter

Mein zweiter Tweet oben war:

„@KevinHoenicke @Hirschgarten unabhängig vom Inhalt des Antrags? Interessantes Demokratieverständnis… 2/2“

Es wird nicht ausgeführt, worum es im Antrag ging und es wird schon gar nicht vermittelt, ob der Pirat – hier wohl Herr Hemmerlein – aus denselben Gründen gegen den Antrag gestimmt hat, wie die NPD. Es wird einfach mal ein Zusammenhang geschaffen, der irgendeinen Eindruck vermitteln soll. Ich möchte hier nicht spekulieren, welchen Eindruck Herr Hirschgarten vermitteln wollte. Die Lektion ist aber, dass nicht die eigene Meinung das Abstimmungsverhalten steuern sollte, sondern das Verhalten der NPD.

Daraus konstruierte ich dann, weil es heute ja aktuell war, dass die SPD also heute für den Winterabschiebestopp geflüchteter Menschen gestimmt hätte, wenn die NPD im Abgeordnetenhaus vertreten gewesen wäre. Warum? Nun, die NPD hätte auf jeden Fall dagegen gestimmt. Wenn ich jetzt der Logik von Herrn Fahrenberg folge, hätte sich die SPD in diesem Fall entweder enthalten können, oder sie hätte für den Antrag gestimmt. Hier die Tweets dazu:

Tweets von Twitter2

Auf diese Argumentation wollte Herr Fahrenberg aber nicht eingehen. Für ihn ist diese Konstruktion falsch, weil die NPD nicht im AGH ist. Deswegen möchte Herr Fahrenberg diese Frage auch nicht diskutieren, obwohl diese Diskussion spannend gewesen wäre. Dann hätte er vielleicht auch gesehen, warum sein Ausgangsargument totaler Schwachsinn war, denn das Abstimmungsverhalten sollte nicht durch das Abstimmungsverhalten einer anderen Fraktion beeinflusst werden, sondern es sollte sich an der eigenen Meinung orientieren. Über diese Meinung kann dann natürlich diskutiert werden, aber wie oben schon erwähnt, nach dem „Warum“ für die Ablehnung wurde gar nicht gefragt, bzw. es wurde nicht vermittelt. Viel lieber ist Herr Fahrenberg dann auf die Rechtschreibung und Grammatik eingegangen, wie ihr im weiteren Gesprächsverlauf nachlesen könnt – einfach auf eines der Bilder klicken.

Unabhängig davon würde mich jetzt einmal eure Meinung interessieren. Sollte das Abstimmungsverhalten auf das Abstimmungsverhalten anderer Fraktionen abgestimmt werden, oder sollte ein Politiker sich bei der Abstimmung an seiner eigenen Meinung zum Antrag orientieren?

Heute Nacht habe ich bei Twitter mal wieder gemerkt, wie weit verbreitet Alltagsrassismus ist und das viele diesen gar nicht mehr als Rassismus wahrnehmen. Am Ende wurde ich dann sogar von der Person geblockt, weil sie sich nicht als Rassist sieht und sich auch nicht Rassist nennen lassen möchte. Zu meiner Verteidigung möchte ich schon jetzt sagen, dass das Wort „Rassist“ in meinen Tweets gar nicht vorkam, aber fangen wir mal von vorne an.

Heute Nacht rief bei Domian eine ältere Frau an – sie war über 90. Ihr wurden 1.000,- Euro geklaut, die sie sich an einem Geldautomaten geholt hatte. Der Aufschrei über die Räuber war groß, was natürlich nicht wirklich was Schlimmes ist. Dann kam aber folgender Tweet von einem Nutzer, dem ich zu diesem Zeitpunkt noch auf Twitter gefolgt bin:

„drecksau …. immer mehr von diesem assis drecks pack kommt alls aus polen und rumänien #domian“

Ich verzichte hier bewusst auf eine Namensnennung, da ich den User jetzt nicht an einen Pranger stellen will. Es geht mir um den Tweet, der voll ist mit Vorurteilen und Rassismus. Darauf wollte ich den User hinweisen und schrieb:

„hallo? Was sollen diese ekligen Vorurteile?“

Ja, ich finde diese Vorurteile eklig. Ändern wir doch mal kurz die Sicht der Dinge. Machen wir einfach mal folgendes Gedankenspiel: In den Niederlanden ist eine Räuberbande aus Deutschland unterwegs und verbreitet dort angst und Schrecken. Die Niederländer regen sich nun darüber auf und sprechen vom „deutschen kriminellen Pack“. Wie würden wir uns fühlen? Würden wir es fair finden, wenn wir wegen einiger weniger Personen als kriminelles Pack abgestempelt werden würden? Wie würden wir uns fühlen, wenn wir in den Niederlanden unterwegs wären und sich die Leute von uns wegsetzen, sobald sie mitbekommen, dass wir aus Deutschland kommen? Ich gehe einfach mal davon aus, dass das uns nicht gefallen würde, dass wir darüber sauer wären, wenn wir in einen Topf mit Kriminellen gesteckt werden. Und ja, es gibt deutsche Kriminelle, es gibt Deutsche, die ältere Damen ausrauben, es gibt Deutsche, die Andere betrügen, es gibt Deutsche, die Menschen zusammenschlagen, und es gibt Deutsche, die all die anderen Straftaten begehen.

Die Unterhaltung ging noch ein wenig weiter, und der User wollte nicht verstehen, dass Kriminalität nichts mit der Nationalität zu tun hat. Der User wollte weiterhin seine Vorurteile ausleben und nicht verstehen, dass es sich hierbei um Alltagsrassismus handelt. Aber wie schon gesagt, ich habe das Wort Rassismus nicht einmal verwendet, ich habe tatsächlich nur gesagt, dass es keine Rechtfertigung gibt, ganze Völker zu verurteilen, und dafür wurde ich dann geblockt.

Das wird mich aber weiterhin nicht daran hindern, auf solche Arten von Alltagsrassismus hinzuweisen. Ich werde weiterhin meine Meinung dazu schreiben und vielleicht wird dann der ein oder andere über das Nachdenken, was er da in einen Tweet so schreibt. Und ja, auch ich schreibe manchmal ekelhafte Tweets. Auch ich denke manchmal nicht darüber nach, was ich da gerade so twittere, aber wenn mich wer darauf hinweist, lasse ich mich gerne auf eine Diskussion darüber ein und sehe auch ein, wenn einer meiner Tweets nicht okay war.

Ich sitze hier gerade ein wenig vor meinem Rechner und schmunzle. Zum einen über mich, weil ich mir gestern voreilig ein Urteil erlaubt habe und zum anderen über die Medien, die aus einer Mücke einen Elefanten machen.

Ich selbst habe gestern getwittert:

„Leute, ich mag die @MonikaHerrmann1 auch nicht. Aber sie ist weiterhin ein Mensch!! Drohungen und Einschüchterungen sind Scheiße…“

Ich habe mir danach dann die Aktion, auf die sich der Tweet bezieht, noch einmal genauer angesehen und muss sagen, ich finde sie eigentlich doch sympathisch. Im Wohnhaus – nicht in der Wohnung – von Frau Herrmann wurden ein paar Umzugskisten aufgestellt, ein paar Bilder von Geflüchteten an die Wand gehangen und, was dann wohl schon das „Schlimmste“ an dieser Aktion war, die Wände ein wenig mit Farbe verschönert. Dazu gibt es dann noch einen netten Brief, der Frau Herrmann an ihre Politik gegen die Geflüchteten erinnern soll – Politik, die sie ja tatsächlich gemacht hat, auch wenn sie gerne das Gegenteil behauptet. Eine Aktion also, die in anderen Zusammenhängen wohl nicht wirklich wäre wahrgenommen wurden, die wahrscheinlich nicht mal zum Nachdenken angeregt hätte, weil wir ja lieber die Medien für uns denken lassen.

 

Welche Grenze wurde überschritten?

 

Also nochmal, die Aktion fand im Hausflur statt, nicht in der Wohnung von Frau Herrmann. Und dennoch behaupten die Medien, dass eine Grenze überschritten wurde. Ich frage mich: „Welche?“. Ist es wirklich so schlimm, wenn im Hausflur auf einmal leere Umzugskisten stehen? Welche Traumatisierung trägt Frau Herrmann denn durch diese Umzugskisten davon? Sind die Bilder traumatisch, die im Hausflur aufgehängt wurden? Bilder, die den Umgang mit Geflüchteten zeigen? Wenn ja, warum ändern wir dann nichts an diesen Bildern? Warum macht die Politik nicht endlich eine vernünftige Politik für geflüchtete Menschen? Oder sind es die Schriftzüge, die zwar den Hausflur verunstalten und zusätzliche Kosten verursachen, aber sonst keine Bedrohung für Leib und Seele darstellen?

Ich kann diese Bedrohung nicht sehen. Ich finde nicht, dass es eine Bedrohung oder Einschüchterung ist, wenn jemand wachgerüttelt wird, damit er oder sie noch einmal über die Dinge nachdenkt, die er getan oder nicht getan hat. Es gab keinen Angriff auf die Gesundheit von Frau Herrmann, es ist niemand in ihre Wohnung eingedrungen, womit auch nicht ihre Privatsphäre verletzt wurde und im Brief (oben verlinkt) gibt es auch keinerlei Androhungen, dass ihr irgendwas passiert. Für mich ist es eine legitime Aktion, die Frau Herrmann vielleicht doch noch einmal dazu bringt, über ihre Fehler nachzudenken.

Wer diese Aktion schon als Bedrohung ansieht, wer meint, dass hier schon zu viel „Gewalt“ eingesetzt wurde, der sollte sich einmal darüber Gedanken machen, wie sich Menschen fühlen, die 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr damit rechnen müssen, aus ihrer Wohnung geräumt zu werden – damit sind die geflüchteten Menschen gemeint, aber auch die Menschen, die aus anderen Gründen von Zwangsräumungen bedroht sind. Ein weiteres Beispiel wären auch die Sanktionen bei Hartz4, die Menschen täglich in der Angst davor leben lassen, irgendwas verkehrt zu machen und deswegen sanktioniert zu werden. Was meint ihr, wie eingeschüchtert diese Menschen sind, ganz legal, gestützt durch nationale und internationale Gesetze?

Natürlich möchten die Medien damit Auflage machen, aber mit dieser Auflage lenken sie von den eigentlichen Problemen in Deutschland ab – sie lenken von den eigentlichen Problemen in dieser Welt ab. Die Medien sollten einfach mal die Kirche im Dorf lassen und nicht von Polizeischutz sprechen, nur weil ein paar leere Kisten in einem Hausflur stehen und die Wände mit ein paar Bildern und einem Schriftzug verziert wurden.

Am Donnerstag dem 27.11.2014, schon tief in der Nacht, saß ich mal wieder vor dem Computer um mich vom Lernen abzulenken. Hier und da klickte ich ein wenig rum, las ein paar Artikel und stolperte dabei auch über einen Artikel von Laufen-total.de. Den Inhalt fand ich sehr interessant, weswegen ich mich auch entschloss, diesen mit meinem Laufpartner Bernd zu teilen. Nach dem Wir uns dann am Freitag kurz darüber unterhalten hatten, war unsere Vormittagsplanung für Samstag dem 29.11.2014 Perfekt.

 

Halte deine Umwelt sauber, laufe deine Strecke sauber…

 

Im Blogartikel ging es um die Aktion „Halte deine Umwelt sauber, laufe deine Strecke sauber.“ Bei dieser Aktion ging es darum, sich mit Müllsäcken und Handschuhen zu bewaffnen und die eigene Laufstrecke vom Müll zu befreien. Auf die Idee kamen die Initiatoren, nachdem sie sich selbst über den vielen Müll aufgeregt hatten, der sich links und rechts neben ihrer Laufstrecke verteilte.

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Weil auch Bernd und ich uns immer darüber aufregen, dass überall wo wir hinkommen Müll in der Natur liegt, fiel die Entscheidung an dieser Aktion teilzunehmen nicht schwer. Und so machten wir uns am Vormittag auf den Weg, bewaffnet mit Müllsäcken und Handschuhen, und sammelten auch auf unserer Laufstrecke den Müll ein. Wir verbanden dies aber nicht mit einem Lauftraining, da uns beiden bewusst war, dass wir eh nicht zum Laufen kommen würden. Dass wir aber nicht einmal 1/3 unserer Strecke schaffen würden, war uns nicht bewusst. Wir wussten zwar, dass auf dem Weg eine ganze Menge Müll liegt, dass aber unsere beiden 60 Liter Müllsäcke schon nach knapp 1,5-Kilometern voll sind, war uns nicht bewusst. Und in diesen 120 Litern sind noch nicht einmal die Glasflaschen eingerechnet, die Bernd in einem extra Beutel gesammelt hat.

So machten wir uns dann nach 80 Minuten schon wieder auf den Weg nach Hause, um dort den Müll und die Glasflaschen zu entsorgen. Der größte Teil unserer Laufstrecke musste leider ohne Reinigung auskommen, obwohl auch dort noch eine ganze Menge Müll herumlag. Dennoch ist unsere Laufstrecke jetzt um 120 Liter Müll und mehrere Glasflaschen ärmer und das macht uns doch ein wenig stolz.

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Vielleicht gibt es diese Aktion ja noch öfter. Wenn ja, dann wäre es sicher schön, wenn wir hier in Berlin noch ein paar mehr Läufer dazu animieren könnten. Dabei sollten wir natürlich nicht vergessen, dass das am eigentlichen Problem nicht viel ändert. Die Leute werden weiterhin ihren Müll achtlos in der Gegend herumwerfen, aber vielleicht lässt das den ein oder anderen doch aufmerksamer werden, wenn er erst einmal selbst seine Laufstrecke vom Müll befreit hat. Sollte die Aktion wiederholt werden, dann sind Bernd und ich sicher wieder dabei und wer weiß, vielleicht auch noch ein paar andere Läufer, die auf derselben Laufstrecke laufen, wie wir.

Ich habe jetzt schon öfter vom „Webmaster-Friday“ in anderen Blogs gelesen, bisher aber nie wirklich die Lust gehabt, dort wirklich teilzunehmen. Ich glaube mich aber zu erinnern, dass ich hier mal auf einen Beitrag in einem anderen Blog geantwortet hatte. Aber egal, denn heute möchte ich auch mal was zu dem aktuellen Thema schreiben. Es geht um meinen Schreibstil hier auf dem Blog und auf den vielen anderen Blogs, auf denen ich schreibe.

Bild von einem Text

 

Wie schreibe ich eigentlich?

 

Über seinen eigenen Schreibstil zu schreiben ist schon schwierig. Es ist so, wie mit einer Selbsteinschätzung beim Vorstellungsgespräch, oder mit der Bewertung eines eigenen Vortrags. Es ist ziemlich schwer und ob die Wirkung, die ich mit meinem Schreibstil erreichen möchte, auch wirklich eintritt, kann nur der Leser entscheiden.

Als Erstes Versuche ich natürlich immer, meine Texte so einfach wie möglich zu halten. Ich möchte, dass jeder, der meine Artikel liest, diese auch verstehen kann. Das bedeutet nicht, dass ich auf Schachtelsätze verzichte und nur Hauptsatz an Hauptsatz reihe – was für meine Leser aber nichts Neues sein dürfte. Vielmehr versuche ich, auf Fach- und Fremdwörter zu verzichten. Ich bin der Meinung, dass viele dieses Mittel einsetzen, um einen bestimmten Leserkreis auszuschließen oder diesem Leserkreis zumindest das Verstehen zu erschweren. Das hat etwas Elitäres, was ich absolut nicht leiden kann. Ich möchte nicht, dass meine Leser sich erst ein Wörterbuch suchen müssen, damit sie meine Artikel verstehen. Vielmehr ist mir wichtig, dass ich mit meinen Lesern auf Augenhöhe diskutieren kann und das geht nur, wenn diese auch verstehen, was ich schreibe.

Dennoch ist mir bewusst, dass meine Sätze manchmal schon verwirrend sind. Viel öfter frage ich mich allerdings – wenn ich ältere Texte von mir lese – ob meine Texte nicht viel zu naiv geschrieben sind, ob ich meinen Schreibstil nicht doch ändern sollte. Doch mir wird dann immer wieder bewusst, dass ich ihn nicht so einfach ändern kann, weil ich frei nach Schnauze schreibe, weil ich meine Artikel meist gar nicht überarbeite, keine Textarbeit durchführe, sondern meist die erste Momentaufnahme auch veröffentliche. Ich finde, das gibt dem Artikel Authentizität, lässt ihn nicht wie ein Kunstobjekt aussehen.

Natürlich verschenke ich durch diese Authentizität auch Potential, was mir oft beim erneuten Lesen meines Artikels auffällt. Dann sehe ich, dass ich hier Gedankengänge vergessen habe, den ich gerne noch angesprochen hätte und das ich dort mehrfach auf denselben Gedanken eingegangen bin. Aber es besteht eben auch die Gefahr, dass die eigenen Artikel zu stark durch die eigene Zensur geschliffen werden, dass sie an Inhalt und Stärke verlieren. Und genau deswegen mag ich es nicht, einen Artikel erst zehn Mal zu überarbeiten, bevor ich ihn dann veröffentliche.

Etwas anderes sind die Kurzgeschichten und Gedichte, die ich hier auch veröffentliche. Auch bei diesen achte ich auf einfache Sprache, aber hier gebe ich mir schon die Mühe, auch am Text zu arbeiten. Hier ist Textarbeit nötig, um auch wirklich das zu vermitteln, was einem am Herzen liegt.

Jetzt habe ich schon wieder soviel geschrieben, bin mir aber nicht sicher, ob ich überhaupt auf das Thema geantwortet habe. Deswegen noch einmal kurz zusammengefasst:

Meine Artikel schreibe ich meist frei Schnauze. Dabei können durchaus auch mal Schimpfwörter vorkommen. Ich halte nicht viel von elitärer Sprache, die andere Menschen ausschließen soll, und versuche deswegen auch nicht, mich über meinen Schreibstil zu definieren. Vielmehr möchte ich mit meinen Lesern diskutieren und versuche deswegen so verständlich wie möglich zu schreiben.

Aufmerksam geworden auf das heutige Thema bin ich übrigens durch Jaellekatz.

Ich hatte es ja schon einmal in einer Umfrage angekündigt, dass ich einige meiner Kurzgeschichten in ein E-Book zusammenfassen möchte, um diese dann für einen kleinen Betrag zu verkaufen. Damit möchte ich natürlich keine Reichtümer erlangen, aber mir würde das Geld schon helfen, um mein Studium ein wenig besser finanzieren zu können. Konkret geht es da um Fachbücher, die selbst schon im gebrauchten Zustand eine Menge Geld kosten – Studenten wissen, wovon ich rede.

Vor einigen Monaten nun habe ich diesen Plan auch in die Tat umgesetzt und das E-Book „Die lachende Ente und weitere Kurzgeschichten“ veröffentlicht. Den Preis hatte ich dabei mit 1.99 Euro etwas zu hoch angesetzt, was ich nun aber korrigiert habe. Das E-Book ist nun für 0.99 Cent in den meisten E-Book-Shops zu erhalten und deswegen dachte ich mir, ich mache hier noch ein wenig Werbung für das Buch.

 

Die lachende Ente

 

Die lachende Ente - Amazon Partnerlink

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Im E-Book „Die lachende Ente“ findet ihr insgesamt neun Kurzgeschichten, wobei die ersten drei Kurzgeschichten zusammengehören. Wer meinen Blog regelmäßig liest, kennt diese Kurzgeschichten bereits, aber wie oben schon erwähnt, das E-Book soll einen kleinen Beitrag zur Finanzierung meines Studiums einbringen. Vielleicht kennt ihr ja in euren Bekanntenkreis Leute, die gerne Kurzgeschichten lesen, aber nicht auf meinem Blog unterwegs sind, oder vielleicht wollt ihr auch selbst die Kurzgeschichten noch einmal lesen und mich damit ein wenig bei meinem Studium unterstützen. (Ich habe im Bild auf die Amazonseite des Buches verlinkt, aber es gibt sie auch in allen anderen Shops)

Schön wäre es auch, wenn ihr bei Amazon (und in allen anderen Shops) das Buch bewerten könntet. Natürlich genau so, wie ihr es auch empfindet. Wenn ihr es also Scheiße findet, dann verdiene ich auch eine schlechte Bewertung – aber wenn ihr es gut findet, wäre auch eine gute Bewertung sehr hilfreich. Und vielleicht könnt ihr ja diesen Beitrag auch ein wenig in euren sozialen Netzwerken teilen, aber natürlich nur dann, wenn ihr das auch wirklich wollt.

 

Teufel100s Weihnachtsgeschichten

 

Teufel100s Weihnachtsgeschichten - Amazon Partnerlink

Teufel100s Weihnachts- geschichten – Amazon Partnerlink

Im übrigen gibt es auch meine beiden Weihnachtsgeschichten weiterhin kostenlos in jedem E-Book-Shop. Auch diese freuen sich natürlich gelesen zu werden und auch diese freuen sich natürlich über Bewertungen ;).

Bei den Weihnachtsgeschichten handelt es sich um die beiden Geschichten, die ich für den Bloggeradventskalender geschrieben habe. Und weil es in einer Geschichte um einen Obdachlosen geht, wäre es auch ganz schön, wenn ihr vielleicht dieses Projekt auf Betterplace unterstützen könnt.

Ich bin derzeit ein wenig amüsiert. Grund hierfür sind die massiven Probleme in der Schulreinigung, die derzeit zumindest in Berlin auftreten. Toiletten, die tagelang nicht gereinigt werden. Staub, der überall herumliegt. Räume, die nicht gefegt werden. Und das Beste, Schulen, die für einen Tag geschlossen werden, damit die Lehrer die Schule selbst reinigen können.

Schule Berlin Lichtenberg

 

Wer ist schuld an den Problemen?

 

Amüsiert bin ich deswegen, weil die Stadt und die Bezirke hätten wissen können, dass günstigere Preise nur über die Anzahl der Stunden möglich sind, die den Reinigungskräften zur Reinigung der Schule zur Verfügung gestellt werden, bzw. für die die Reinigungskräfte bezahlt werden. In der Reinigungsbranche gilt nämlich ein Mindestlohn, somit sind die Stundenlohnkosten Fixkosten. Zusätzlich möchte ein Unternehmen auch noch Gewinn machen, und somit bleibt nur eine Variable, die gekürzt werden kann, und das ist die Anzahl der bezahlten Reinigungsstunden. Wenn der Senat, bzw. die Bezirke also bei der Ausschreibung sich das günstigste Angebot raussuchen, dann sollte ihnen bewusst sein, dass die Qualität der Reinigung darunter stark leidet.

Ich habe selbst schon als Reinigungskraft gearbeitet, und weiß daher, welcher Zeitdruck aufgebaut wird und dieser Zeitdruck wird nicht besser, solange niemand bereit ist, für die Reinigung einen angemessenen Preis zu zahlen. Er wird teilweise so groß, dass nur die gröbsten Verunreinigungen beseitigt werden können. Da passiert es dann auch, dass Räume mal ein-zwei Tage nicht gefegt oder gesaugt werden. Da passiert es auch, dass Tische nicht gründlich abgewischt werden und das auch Mal der Ein- oder andere Mülleimer nicht entleert wird. Wie auch, wenn gar nicht die Zeit dazu da ist?

Schuld am Problem sind also die Politiker, die meinen, dass die Reinigung immer günstiger werden muss. Wer andauernd spart, bekommt genau die Leistung, die er verdient und da ist es auch keine Lösung, wenn die Politiker strengere Kündigungsregelungen in die Verträge schreiben lassen wollen. Die Schulreinigung wird auch dann von Menschen durchgeführt, und Menschen haben, wie wir alle wissen, eine Belastungsgrenze, die auch nicht durch drohende Kündigungen außer kraft gesetzt werden kann! Vielleicht sollten die Entscheidungsträger einfach mal selbst eine Schule reinigen, vielleicht sollten sie selbst einmal sehen, dass das eine körperlich sehr anstrengende Arbeit ist und vielleicht merken sie dann auch, dass diese Arbeit nur dann zu schaffen ist, wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht.

Es ist also lächerlich, wenn sich die Politiker über die Reinigungsunternehmen aufregen, denn die Politik ist dafür verantwortlich, dass die Unternehmen immer niedrigere Preise anbieten. Somit sind auch die Politiker dafür verantwortlich, wenn die Qualität der Reinigung sinkt – nicht die Reinigungsunternehmen und schon gar nicht die Reinigungskräfte.

Oder sind die Politiker der Meinung, dass die Reinigungskräfte einfach noch ein-, zwei Stunden länger – unbezahlt – arbeiten, damit die Schule perfekt gereinigt ist?

Eine Lösung könnte es sein, dass sich die Politik einfach mal Expertenwissen ins Haus holt. Jemanden, der sich mit der Reinigung auskennt und der dann Mindestkriterien aufstellt, die ein Angebot eines Reinigungsunternehmens erfüllen muss, damit es überhaupt in die engere Auswahl kommt. Ein Mindestkriterium könnten zum Beispiel die Anzahl der Reinigungsstunden sein, die für das Schulgebäude einkalkuliert werden müssen. Dann fliegen zwar wahrscheinlich die günstigsten Angebote sofort raus, aber damit wäre die Qualität der Schulreinigung gesichert. Oder die Schulen beschäftigen die Reinigungskräfte direkt, dann wären die Reinigungsunternehmen außen vor, wodurch deren Gewinnspanne wegfallen würde.

Was es aber auf keinen Fall geben wird, ist eine gute Reinigungsqualität bei Niedrigpreisen!

Brücke

Was ist Inklusion? Diese Frage stelle ich mir jetzt schon ein paar Tage, weil ich an einer Blogparade zum Thema Inklusion teilnehmen will. Das wird aber schwierig, wenn ich mir gar nicht bewusst bin, was alles zur Inklusion gehört. In der Blogparade soll ich aufschreiben, wie ich mir eine inklusive Welt in 10 Jahren vorstelle, doch wie soll ich eine solche Welt entwerfen, wenn ich gar nicht weiß, an welchen Ecken es denn so hapert?

Sicher könnte ich von einer Welt schreiben, in der es keine Hindernisse mehr für behinderte Menschen gibt, die mir so auffallen. Eine Welt, in der jede Treppe auch mindestens eine Rampe besitzt, in der Geschäfte für alle Menschen zugänglich sind oder in der Bankautomaten in der Höhe verstellbar sind. Aber reicht das schon? Was ist mit Inklusion an Schulen? Was ist mit Inklusion im Beruf? Mir fehlt der Einblick in die Welt von Menschen, die durch Hindernisse nicht so an der Welt teilnehmen können wie ich, und deswegen fällt es mir so schwer, einen Artikel für eine solche Blogparade zu schreiben.

Auf Twitter kann ich oft lesen, dass „normale“ Menschen nur ÜBER behinderte Menschen sprechen, nicht aber mit ihnen. Dass diese Menschen an den Bedürfnissen von behinderten Menschen vorbeisprechen, weil sie eben die Welt nicht so sehen, wie die behinderten Menschen sie sehen, weil sie die Hindernisse gar nicht wahrnehmen und weil sie auch nicht nachvollziehen können, warum es sich um ein Hindernis handelt. Und genau das will ich nicht machen. Wenn ich einen Artikel schreibe, dann möchte ich auf die wirklichen Probleme eingehen und dann möchte ich eine Zukunft entwickeln, in der die wirklichen Probleme angegangen werden. Nur dazu muss ich wissen, was die wirklichen Probleme sind.

Inklusion ist ein wichtiges Thema, so zumindest sagt es mir mein Instinkt, und ich weiß nicht, ob es den Menschen gerecht wird, wenn ich einfach einen Artikel darüber schreibe, der vielleicht nur an der Oberfläche kratzt.

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Umfrage. Da das Jahr 2014 fast um ist, bietet sich die Frage, ob ihr mit dem Jahr 2014 zufrieden seid, praktisch an. Also kurz Voten und hinterlasst auch unbedingt einen Kommentar ;) – aber der Kommentar ist natürlich keine Pflicht.

Seid ihr zufrieden mit eurem persönlichen Jahr 2014?

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