Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Ich bin derzeit ein wenig amüsiert. Grund hierfür sind die massiven Probleme in der Schulreinigung, die derzeit zumindest in Berlin auftreten. Toiletten, die tagelang nicht gereinigt werden. Staub, der überall herumliegt. Räume, die nicht gefegt werden. Und das Beste, Schulen, die für einen Tag geschlossen werden, damit die Lehrer die Schule selbst reinigen können.

Schule Berlin Lichtenberg

 

Wer ist schuld an den Problemen?

 

Amüsiert bin ich deswegen, weil die Stadt und die Bezirke hätten wissen können, dass günstigere Preise nur über die Anzahl der Stunden möglich sind, die den Reinigungskräften zur Reinigung der Schule zur Verfügung gestellt werden, bzw. für die die Reinigungskräfte bezahlt werden. In der Reinigungsbranche gilt nämlich ein Mindestlohn, somit sind die Stundenlohnkosten Fixkosten. Zusätzlich möchte ein Unternehmen auch noch Gewinn machen, und somit bleibt nur eine Variable, die gekürzt werden kann, und das ist die Anzahl der bezahlten Reinigungsstunden. Wenn der Senat, bzw. die Bezirke also bei der Ausschreibung sich das günstigste Angebot raussuchen, dann sollte ihnen bewusst sein, dass die Qualität der Reinigung darunter stark leidet.

Ich habe selbst schon als Reinigungskraft gearbeitet, und weiß daher, welcher Zeitdruck aufgebaut wird und dieser Zeitdruck wird nicht besser, solange niemand bereit ist, für die Reinigung einen angemessenen Preis zu zahlen. Er wird teilweise so groß, dass nur die gröbsten Verunreinigungen beseitigt werden können. Da passiert es dann auch, dass Räume mal ein-zwei Tage nicht gefegt oder gesaugt werden. Da passiert es auch, dass Tische nicht gründlich abgewischt werden und das auch Mal der Ein- oder andere Mülleimer nicht entleert wird. Wie auch, wenn gar nicht die Zeit dazu da ist?

Schuld am Problem sind also die Politiker, die meinen, dass die Reinigung immer günstiger werden muss. Wer andauernd spart, bekommt genau die Leistung, die er verdient und da ist es auch keine Lösung, wenn die Politiker strengere Kündigungsregelungen in die Verträge schreiben lassen wollen. Die Schulreinigung wird auch dann von Menschen durchgeführt, und Menschen haben, wie wir alle wissen, eine Belastungsgrenze, die auch nicht durch drohende Kündigungen außer kraft gesetzt werden kann! Vielleicht sollten die Entscheidungsträger einfach mal selbst eine Schule reinigen, vielleicht sollten sie selbst einmal sehen, dass das eine körperlich sehr anstrengende Arbeit ist und vielleicht merken sie dann auch, dass diese Arbeit nur dann zu schaffen ist, wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht.

Es ist also lächerlich, wenn sich die Politiker über die Reinigungsunternehmen aufregen, denn die Politik ist dafür verantwortlich, dass die Unternehmen immer niedrigere Preise anbieten. Somit sind auch die Politiker dafür verantwortlich, wenn die Qualität der Reinigung sinkt – nicht die Reinigungsunternehmen und schon gar nicht die Reinigungskräfte.

Oder sind die Politiker der Meinung, dass die Reinigungskräfte einfach noch ein-, zwei Stunden länger – unbezahlt – arbeiten, damit die Schule perfekt gereinigt ist?

Eine Lösung könnte es sein, dass sich die Politik einfach mal Expertenwissen ins Haus holt. Jemanden, der sich mit der Reinigung auskennt und der dann Mindestkriterien aufstellt, die ein Angebot eines Reinigungsunternehmens erfüllen muss, damit es überhaupt in die engere Auswahl kommt. Ein Mindestkriterium könnten zum Beispiel die Anzahl der Reinigungsstunden sein, die für das Schulgebäude einkalkuliert werden müssen. Dann fliegen zwar wahrscheinlich die günstigsten Angebote sofort raus, aber damit wäre die Qualität der Schulreinigung gesichert. Oder die Schulen beschäftigen die Reinigungskräfte direkt, dann wären die Reinigungsunternehmen außen vor, wodurch deren Gewinnspanne wegfallen würde.

Was es aber auf keinen Fall geben wird, ist eine gute Reinigungsqualität bei Niedrigpreisen!

Brücke

Was ist Inklusion? Diese Frage stelle ich mir jetzt schon ein paar Tage, weil ich an einer Blogparade zum Thema Inklusion teilnehmen will. Das wird aber schwierig, wenn ich mir gar nicht bewusst bin, was alles zur Inklusion gehört. In der Blogparade soll ich aufschreiben, wie ich mir eine inklusive Welt in 10 Jahren vorstelle, doch wie soll ich eine solche Welt entwerfen, wenn ich gar nicht weiß, an welchen Ecken es denn so hapert?

Sicher könnte ich von einer Welt schreiben, in der es keine Hindernisse mehr für behinderte Menschen gibt, die mir so auffallen. Eine Welt, in der jede Treppe auch mindestens eine Rampe besitzt, in der Geschäfte für alle Menschen zugänglich sind oder in der Bankautomaten in der Höhe verstellbar sind. Aber reicht das schon? Was ist mit Inklusion an Schulen? Was ist mit Inklusion im Beruf? Mir fehlt der Einblick in die Welt von Menschen, die durch Hindernisse nicht so an der Welt teilnehmen können wie ich, und deswegen fällt es mir so schwer, einen Artikel für eine solche Blogparade zu schreiben.

Auf Twitter kann ich oft lesen, dass „normale“ Menschen nur ÜBER behinderte Menschen sprechen, nicht aber mit ihnen. Dass diese Menschen an den Bedürfnissen von behinderten Menschen vorbeisprechen, weil sie eben die Welt nicht so sehen, wie die behinderten Menschen sie sehen, weil sie die Hindernisse gar nicht wahrnehmen und weil sie auch nicht nachvollziehen können, warum es sich um ein Hindernis handelt. Und genau das will ich nicht machen. Wenn ich einen Artikel schreibe, dann möchte ich auf die wirklichen Probleme eingehen und dann möchte ich eine Zukunft entwickeln, in der die wirklichen Probleme angegangen werden. Nur dazu muss ich wissen, was die wirklichen Probleme sind.

Inklusion ist ein wichtiges Thema, so zumindest sagt es mir mein Instinkt, und ich weiß nicht, ob es den Menschen gerecht wird, wenn ich einfach einen Artikel darüber schreibe, der vielleicht nur an der Oberfläche kratzt.

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Umfrage. Da das Jahr 2014 fast um ist, bietet sich die Frage, ob ihr mit dem Jahr 2014 zufrieden seid, praktisch an. Also kurz Voten und hinterlasst auch unbedingt einen Kommentar ;) – aber der Kommentar ist natürlich keine Pflicht.

Seid ihr zufrieden mit eurem persönlichen Jahr 2014?

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Freaking MathIch liebe Kopfrechnen. Einige werden mich jetzt für einen Freak halten, aber ich liebe Kopfrechnen, seit ich in der Grundschule durch Kopfrechnen eine halbe Schokolade gewonnen habe. Neben Kopfrechnen ist Schokolade nämlich noch so ein Ding, was ich absolut liebe. Freaking Math hat zwar leider nichts mit Schokolade zu tun, aber es ist eine Spiele-App fürs Kopfrechnen.

 

Das Spielprinzip von Freaking Math

 

Das Spielprinzip von Freaking Math ist ziemlich simpel. Auf dem Bildschirm wird eine Rechenaufgabe zusammen mit einer Lösung angezeigt. Die Aufgabe des Spielers ist es jetzt zu entscheiden, ob diese Lösung richtig ist oder nicht. Das Schwierige daran ist, dass der Spieler nur zwei Sekunden Zeit hat, um sich zu entscheiden.

 

Meine Meinung zum Spiel

 

Ich muss zugeben, dass ich lange gezögert habe, das Spiel auf meinem Smartphone zu installieren. Ausschlaggebend waren die Bewertungen, die sich über die viel zu kurze Zeitspanne beschwerten, die für das Lösen der Aufgabe zur Verfügung steht. Allerdings hat mich das Spiel dann doch gereizt und so habe ich es vor ein paar Tagen auf meinem Smartphone installiert. Und ich muss sagen, zwei Sekunden sind wirklich ziemlich kurz, aber eben diese zwei Sekunden machen auch den Suchtfaktor des Spiels aus. Drei Sekunden wären eindeutig zu viel und würden das Spiel langweilig machen, zwei Sekunden sind genau richtig, auch wenn sich einige darüber beschweren.

Mein bestes Ergebnis sind bisher 14 Aufgaben, die ich am Stück gelöst habe – also innerhalb von 28 Sekunden. Im Schnitt liege ich aber zwischen 6-10 Aufgaben am Stück. Ob das gut ist, weiß ich nicht, aber mich hat der Ehrgeiz gepackt und ich möchte mindestens die 20 Aufgaben am Stück packen. Und wahrscheinlich möchte ich dann die 25 packen und dann die 30. Ihr merkt also, dass Spiel hat einen großen Suchtfaktor.

Was mich ein wenig stört, ist, dass es keine werbefreie Version des Spiels gibt – jedenfalls nicht von diesem Autor. Ich wäre durchaus bereit ein paar Euro dafür zu zahlen, schon deswegen, weil mein Smartphone schon sehr langsam ist und durch die Werbung noch langsamer wird.

War die Teilung Deutschlands sinnlos

Heute feiert ein großer Teil der deutschen Bevölkerung den Mauerfall zwischen Ost- und Westdeutschland. Dabei gibt es dann auch den ein oder anderen, der sagt, dass die Teilung Deutschlands sinnlos gewesen sei. Und genau hier meldeten sich wieder die Stimmen in meinen Kopf, die ich doch ab und zu höre, und fragten mich, ob das denn so stimmt, ob die Teilung Deutschlands wirklich sinnlos gewesen ist, oder ob sie nicht auch dazu beigetragen hat, dass in der BRD eine stabile Parteiendemokratie entstehen konnte.

Was wäre denn gewesen, wenn Deutschland nicht erst 1990 die volle Souveränität wiederbekommen hätte, sondern schon bedeutend früher? In den 1950igern oder den 1960igern? Hätten wir dann dennoch so lange Frieden in Europa gehabt? Hätte sich die BRD dermaßen in Europa integriert, wie es jetzt ist? Oder wäre die Entwicklung in Deutschland eine andere gewesen?

Schauen wir uns doch die letzten 25 Jahre an. Deutschland hat inzwischen wieder an Kriegseinsätzen teilgenommen. Die sozialen Sicherungsnetze wurden geschrumpft, nachdem der Wettkampf zwischen Ost und West beendet war. Das Asylgesetz wurde dermaßen beschnitten, dass es inzwischen wohl ein Asylvermeidungsgesetz ist und der Rassismus in der Bevölkerung hat auch zugenommen, so zumindest meine Wahrnehmung. Wo würde Deutschland heute wohl stehen, wenn diese Entwicklungen schon sehr viel früher angefangen hätten? Könnten wir heute dann auf eine solch lange Friedensperiode in Europa zurückblicken?

Ich kann diese Fragen natürlich nicht beantworten, aber ich gehe fest davon aus, dass Deutschland eine andere Entwicklung genommen hätte, wenn es nicht zur Teilung gekommen wäre. Dass ein Sozialismus, der von oben diktiert wird, nicht funktionieren konnte, ist natürlich klar, aber der Wettkampf zwischen beiden Systemen hat auch dazu beigetragen, dass der Kapitalismus in der BRD sozialer war, wodurch auch die Menschen in der BRD eine hohe soziale Absicherung erhielten. Wie hätte das wohl ohne DDR ausgesehen? Auch hier lohnt sich der Blick in die letzten 25 Jahre. Wie oben schon geschrieben, wurden die sozialen Sicherungsnetze geschrumpft. Mit Hartz4 wurde durch die SPD eine Grundsicherung eingeführt, die in meinen Augen menschenverachtend ist. Aber hätten wir überhaupt so ein Sozialsystem, wenn es den Versuch „DDR“ nicht gegeben hätte?

Vielleicht war die Teilung Deutschlands ein lehrreicher Schock für uns Deutschen. Vielleicht hat diese Teilung erst dazu beigetragen, dass in Deutschland viele gegen den Krieg sind und vielleicht hat die Teilung dazu beigetragen, dass Schlimmeres von Europa abgewendet wurde. Am Ende kann ich natürlich keine Antworten geben, aber ich würde fest behaupten, dass diese Teilung auf keinen Fall sinnlos war.

Der 9. November in Deutschland. Er war nicht nur der Anfang vom Ende der DDR, nein, er war auch ein Grundstein dafür, dass die DDR überhaupt gegründet wurde.

 

Der 09.November 1938

 

In der Nacht vom 09. zum 10. November 1938 brannten in Deutschland, Österreich und in der Tschechoslowakei die Synagogen. Diese Nacht wurde für viele Juden zur Hölle. Jüdische Geschäfte wurden zerstört, Wohnungen verwüstet und Juden wurden misshandelt, verhaftet oder gar getötet. Es war der Beginn der größten Vernichtungsaktion gegen Menschen jüdischen Glaubens.

In den Jahren danach folgte der Zweite Weltkrieg, der vielen Millionen Menschen das Leben kostete und der mit einer vernichtenden Niederlage für Nazideutschland endete. Die Siegermächte USA, Frankreich, Großbritannien und die Sowjetunion teilten Deutschland in vier Besatzungszonen auf, die von jeweils einer der Siegermächte kontrolliert wurde. Bevor nun aber abschließend geklärt werden konnte, wie es mit dem besetzten Deutschland weiter gehen soll, kam es zu Spannungen zwischen der sozialistischen Sowjetunion auf der einen Seite und den kapitalistischen Ländern Frankreich, den USA und Großbritannien auf der anderen Seite. Diese Spannungen gingen am Ende soweit, dass im durch die Sowjetunion besetzten Teil Deutschlands die DDR entstand, und in den drei anderen Besatzungszonen die BRD. Dies geschah im Jahre 1949, also 4 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

1961 kam es dann zum Mauerbau, wodurch nicht nur eine optische Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten entstand, sondern auch für viele Jahre die Reisefreiheit der DDR-Bürger stark eingeschränkt wurde. Aber die Mauer war nicht nur eine Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland, es war eine Mauer durch Europa – sie teilte die Welt in einen sozialistischen- und in einen kapitalistischen Block. Auf der einen Seite standen Demokratien, auf der anderen Seite standen Diktaturen. In der DDR gab es eine Parteiendiktatur, in der BRD gab es eine Parteiendemokratie.

Da Menschen, die in einer Diktatur leben und in dieser unterdrückt werden, mit diesem Zustand meist nicht zufrieden sind, entstanden in der DDR sehr viel Hass und Unzufriedenheit. Hinzu kamen die vielen Verbrechen der Staatsführung, die eingeschränkten Grundrechte und natürlich auch der Mangel, der in den sozialistischen Staaten herrschte. Diese Unzufriedenheit suchte sich ihren Weg, führte zu Protesten, die erst noch unterdrückt wurden – unterdrückt mit Gewalt gegen die eigene Bevölkerung – die aber irgendwann nicht mehr unterdrückt werden konnten. Montagsdemos, in denen die Menschen auf die Straße gingen, um die Diktatur der SED zu beenden.

 

Der 09. November 1989

 

Und dann kam der 09. November 1989, die Nachricht, dass es neue Reiseregelungen gibt, die eine ausreise in die BRD erleichterten. Und es gab natürlich viele Menschen, die weg wollten, die in die BRD wollten und die auf eine solche Nachricht gewartet hatten. Sie strömten zu den Grenzübergängen in Berlin, belagerten diese, ließen sich von der Volkspolizei nicht abweisen, machten Druck, weswegen die Volkspolizei die Grenzübergänge öffnete. Die Mauer bröckelte und mit ihr die DDR. An diesem 09. November siegte die Bevölkerung der DDR mit friedlichen Mitteln über die SED und ebnete so den Weg zum Anfang vom Ende der DDR.

Das schlechte Gewissen

Das schlechte Gewissen

Mein Studium und ich, das ist schon ein wenig seltsam. Erst lies ich mir zwei Jahre Zeit, um mir bewusst zu werden, ob ich überhaupt studieren will. Und jetzt, 2 ½ Jahre späte sitze ich da, schaue mir die Lerntexte an und finde keine Motivation. Meine Interessen sind andere, und so sieht auch die bisherige Bilanz des Studiums aus. Ich weiß, ich müsste motivierter an die Arbeit gehen, wenn es was werden soll, aber ich finde diese Motivation nicht, obwohl ich Wirtschaftsinformatik interessant fand, obwohl es das war, was ich von Anfang an machen wollte. Ich habe mich eindeutig geirrt!

Meine Interessen liegen in der Politik und beim Schreiben. Davon ist Wirtschaftsinformatik meilenweit entfernt. Wäre mir das im ersten Semester schon aufgefallen, hätte ich einfach wechseln können. Jetzt noch wechseln? Das kann ich mir finanziell nicht leisten. Sonst würde ich es sofort tun. Scheiß auf die drei Jahre, die ich, wenn dieses Semester zu Ende ist, in dieses Studium investiert habe. Scheiß darauf, dass ich dann schon 32 bin und ich das neue Studium dann erst mit 35 oder 36 abgeschlossen hätte. Wenn das Geld da wäre, wäre all das egal, dann würde ich wechseln, dann würde ich sagen: „Ja, ich wollte das studieren, aber es war ein großer Fehler.“.

Aber das geht nicht, ich muss die Motivation finden, um dieses Studium abzuschließen. Ich kann auch danach noch Schreiben, ich kann auch danach noch was mit Politik machen. Ich kann ja dennoch sagen, dass es ein Fehler war, aber aus Fehlern sollen wir ja bekanntlich das Beste machen. Das Beste wäre in diesen Fall, das Studium abzuschließen, egal wie, wenigstens die Zeit war nicht umsonst.

Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung, könnte also abbrechen und würde dennoch nicht ganz so tief, wie andere Studenten, fallen. Aber ein Abbruch kommt derzeit noch nicht infrage, noch habe ich alle Möglichkeiten, dieses Studium zu beenden. Noch gibt es keinen Grund zur Panik! Es fehlt halt die Motivation und die dürfte in einem Fernstudium eigentlich nicht fehlen.

Lernen

Im Internet gibt es ja so einige Marathons. Lesemarathons zum Beispiel sind sehr beliebt und bringen Leseratten dazu, ein ganzes Wochenende nur zum Lesen zu verwenden. Nun habe ich mir überlegt, dass ein solches Mittel nicht nur zum Lesen verwendet werden kann, sondern auch zum Lernen und deswegen möchte ich am nächsten Wochenende – also vom 17.10 bis zum 19.10 – den ersten Lernmarathon hier im Blog veranstalten.

Zusammen lernt es sich einfach einfacher und warum sollten wir uns nicht gegenzeitig motivieren? Vorgestellt habe ich mir, dass sich hier kurz jeder meldet, der mitmachen möchte. Vielleicht lassen sich auch einige „Lerngruppen“ finden, dazu solltet ihr natürlich auch kurz sagen, welche Themengebiete ihr beim Lernmarathon bearbeiten wollt. Eure Lernfortschritte könnt ihr dann auf eurem Blog dokumentieren, oder hier in den Kommentaren, wobei ich dazu dann am Freitag noch einen extra Artikel online stellen würde.

Um Lerngruppen zu organisieren, bietet sich twiddla.com an. Hierbei handelt es sich um einen Raum, wo ihr alles Mögliche machen könnt. Ihr könnt euch dort miteinander per Headset unterhalten, könnt dort Zeichnen, schreiben, Formeln austauschen und noch viel mehr. Ein idealer Ort also, um sich in einer virtuellen Lerngruppe auszutauschen. Links zu den einzelnen Räumen könnte ich dann am Freitag ebenfalls in den Artikel einbinden, wenn sich Lerngruppen zusammenfinden.

Wenn ihr also Lust auf einen Lernmarathon habt, meldet euch hier in den Kommentaren. Ich freue mich auf jeden, der mitmachen möchte.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gegen Kriegseinsätze bin. Ich glaube nicht daran, dass Bomben dazu geeignet sind, Frieden und Demokratie in irgendein Land zu bringen. Und die Kriegseinsätze der letzten Jahrzehnte zeigt auch genau das. Weder in Afghanistan noch im Irak gibt es Frieden, und ob die Demokratie in diesen Ländern funktioniert, ist die zweite Frage. Ganz im Gegenteil, das Leid in beiden Ländern hat sich nicht vermindert, im Irak ist es, meiner Meinung nach, sogar noch größer geworden. Und doch befinde ich mich derzeit an einem Punkt, an dem ich nicht weiter weiß.

Nein, es geht nicht um die Ukraine, es geht um den IS. Sollten wir wirklich dabei zusehen, wie Hunderttausende von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden? Sollten wir wirklich ruhig bleiben, während durch Menschen enthauptet werden? Wäre ein Eingreifen hier nicht besser, könnte es Leid verhindern? Ich habe keine Antwort darauf und wahrscheinlich wäre es auch besser, wenn ich einfach den Mund halten würde, aber wäre das nicht auch feige? Würde ich damit nicht meine Position verraten, würde ich damit nicht allen Recht geben, die Kriegseinsätze für richtig halten?

IS durch die USA und Türkei stark gemacht

 

Meine Ablehnung von Kriegseinsätzen und Waffenlieferungen in Kriegsgebiete – wobei ich Waffenlieferungen generell ablehne – sehe ich dadurch gestärkt, dass der IS erst durch diese Waffenlieferungen starkgemacht wurde. Sowohl die USA wie auch die Türkei sind schuld daran, dass der IS derzeit soviel Leid verbreiten kann. Hätte es die Waffenlieferungen nicht gegeben, würde es die Gruppe wahrscheinlich geben, aber sie hätte nicht die Schlagkraft, die sie heute hat, sie wäre nicht eine solche Bedrohung, wie sie es heute sind. Aber was bringt mir diese Erkenntnis?

Sie bringt mir eigentlich nichts, denn der IS hat diese Waffen nun. Was würde es mir jetzt bringen, wenn ich jetzt mit dem erhobenen Zeigefinger durch die Welt gehe und sage, die USA sind schuld, oder die Nato, oder all die, die meinen, dass wir mit Waffen die Demokratie exportieren können? Es bringt mir nichts, denn die Menschen im Irak und in Syrien werden dennoch getötet, es werden dennoch Menschen hingerichtet und der IS wird weiterhin angst und Schrecken in die Region bringen.

Aber können wir die Fehler, die gemacht wurden, mit Waffengewalt wieder gut machen? Kann Gewalt die Lösung sein?

Ich kann hier nicht mit Ja antworten, denn Kriegseinsätze haben bisher noch nie was Gutes gebracht. Sie bringen immer Leid über die Menschen und sie treffen immer die Zivilbevölkerung. Was sie bisher aber nicht geschafft haben, ist, stabile und friedliche Verhältnisse zu schaffen. Sie haben auch keine Demokratie gebracht, jedenfalls nicht die Angriffskriege der letzten Jahrzehnte.

Wer hier jetzt Deutschland und den 2.Weltkrieg ins Spiel bringen möchte, den muss ich enttäuschen, denn der Krieg ging von Deutschland aus und die anderen Nationen haben sich in diesem Fall nur verteidigt. Dieser Krieg ist also kein gutes Beispiel dafür, dass Waffen, Bomben und Gewalt irgendetwas verbessern könnten.

Ich kann aber auch nicht mit Nein antworten. Wer bin ich denn, dass ich sagen kann, dass wir die Menschen dort jetzt allein lassen sollten? Solidarität mit Plakaten bringt überhaupt nichts, denn das lindert nicht das Leid in den betroffenen Gebieten. Plakate werden nicht die Angst und die Gewalt aufhalten können, sie können eigentlich gar nichts, sie sind Ausdruck unserer Hilfslosigkeit.

Ich drehe mich im Kreis, ich weiß, dass das Leid, welches die Menschen dort ertragen müssen, durch die USA, die Nato, durch Uns dort importiert wurde, aber ich weiß nicht, wie wir es beenden können. Ich weiß nicht, wie wir die Spirale der Gewalt durchbrechen können, wie wir verhindern können, dass sich noch mehr Menschen einem solchen Fanatismus anschließen.
Gewalt wird das nicht verhindern können! Gewalt wird nur dazu führen, dass sich noch mehr Menschen diesem Fanatismus anschließen, Gewalt wird nur noch mehr Menschen in die Reihe des IS treiben, oder in die Reihen der Taliban – wir sollten ja nicht verschweigen, dass es mehrere Gruppen gibt, die ihrem religiösen Fanatismus freien Lauf lassen. Die Lösung kann nur sein, diesen Menschen Alternativen zu bieten. Sie müssen Perspektiven bekommen und diese Perspektiven müssen wir ihnen bieten.

Nur wie? Wie wollen wir diesen Menschen Perspektiven bieten, wenn wir das nicht einmal im eigenen Land hin bekommen? Wenn wir im eigenem Land Menschen haben, die keine Perspektive sehen und sich deswegen radikalisieren? Wenn wir in Europa eine Jugendarbeitslosigkeit von über 20 Prozent haben? Wir haben doch selbst keine Antworten, wir haben selbst doch nur Fragen.

Ein neues Gesellschaftssystem könnte Lösungen bringen, aber das hilft den Menschen, die jetzt durch den IS bedroht werden, nicht weiter. Die Gefahr für ihr Leben besteht jetzt, ein neues Gesellschaftssystem hingegen ist noch nicht einmal am Horizont zu erkennen, es würde für die Menschen also viel zu spät kommen.

Und doch kann ein Kriegseinsatz nicht das richtige Mittel sein. Was bleibt, ist die Ratlosigkeit.

Die SPD ist ja derzeit auf der Suche nach ihrer Digitalen Agenda – besser bekannt unter dem Hashtag #digitalleben – und veranstaltet dazu jetzt auch eine Blogparade, um möglichst viel Input zu bekommen. Ich glaube zwar nicht wirklich daran, dass die SPD alle Beiträge dazu liest und noch weniger glaube ich daran, dass die Meinungen wirklich in den Meinungsbildungsprozess der Partei einbezogen werden. Aber ich fordere ja immer von der SPD, dass sie die Möglichkeiten zum Mitmachen bieten, also werde ich jetzt auch mal an der Blogparade teilnehmen.

Weltzeituhr am Alexanderplatz in Berlin

1. In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich…

 

Die digitale Welt bietet wunderbare Möglichkeiten, die Demokratie auf ein neues Level zu bringen. Für mich bedeutet das, dass ich mich mit Menschen überall auf der Welt austauschen kann, dass ich mit Menschen diskutieren kann, die ich vorher nie gesehen habe und dass ich an Informationen komme, die ich vorher nur schwer bekommen hätte.

Wie oben schon erwähnt, ist die digitale und vernetzte Welt für mich auch eine Welt, in der Demokratie endlich eine Demokratie werden kann, in der wirklich die Mehrheit der Menschen die Politik gestalten können und nicht mehr nur die Parteien. Dazu muss sich in der Politik natürlich eine Menge ändern, aber das wird ein langer Weg werden, denn die Parteien müssen dazu bereit sein, auf einen Teil ihrer Macht zu verzichten.

2. Mein Computer ist für mich…

 

Mein Computer ist für mich ein Computer. Er ist ein Werkzeug, um an die wichtigsten Informationen zu kommen. Ebenso ist er ein Werkzeug, um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, um mich mit anderen Menschen auszutauschen, um zu diskutieren und um Wissen zu sammeln. Mein Computer hilft mir dabei, meine Meinungen zu überprüfen und sie notfalls zu revidieren oder anzupassen.

3. Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist…

 

Die Demokratisierung der Gesellschaft und die Überwindung des Kapitalismus. Die Digitalisierung kann dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen sich politisch bilden können, wodurch sie in die Lage versetzt werden, die Ausbeutung zu überwinden und eine Gesellschaft zu errichten, in der es jeden Menschen gut geht.

4. Bedrohlich! Wir müssen aufpassen, dass…

 

Dass der Staat das Internet nicht nutzt, um Menschen und Meinungen zu manipulieren. Ebenso darf der Staat nicht die Macht bekommen, das Internet zu zensieren, um dadurch unliebsame Meinungen an der Verbreitung zu behindern. Auch darf der Staat nicht die Möglichkeit bekommen, durch das Internet so viele Daten über bestimmte Personen zu sammeln, damit er diese damit Erpressen kann. Die größte Bedrohung ist also der Staat, nicht die privaten Unternehmen wie Google oder Facebook.

5. Die Digitalisierung verändert mein Leben durch…

 

Irgendwie habe ich das schon in den Fragen davor beantwortet. Durch das Internet habe ich viel mehr Möglichkeiten, mich mit anderen Menschen auszutauschen, was dazu führt, dass ich auch viel mehr Möglichkeiten habe, Wissen aufzubauen und meine Meinungen und Ansichten zu untermauern oder anzupassen.

6. Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?

 

Im kapitalistischen System bringt die Digitalisierung noch mehr Möglichkeiten der Flexibilisierung und der Ausbeutung. Aber auch die Möglichkeit, mit der Familie in Kontakt zu bleiben oder mit Freunden und Bekannten. Ansonsten gelten dieselben Dinge, die ich schon in den Fragen davor erläutert habe. Also Zugang zu Wissen, Kommunikation und das alles.

7. Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung der Zukunft aussehen?

 

Die Bildung kann durch die Digitalisierung nur besser werden. Das Internet kann dazu beitragen, dass es in der Bildung wirkliche Chancengleichheit gibt. Dazu muss aber auch der Staat die Grundlagen bilden, was zum Beispiel bedeutet, dass jedes Kind zumindest ein eigenes Tablet bekommt, unabhängig von der finanziellen Ausstattung der Eltern. Und dazugehört natürlich auch, dass die Digitalisierung in der Schule Platz im Unterricht findet. Ob jedes Kind unbedingt programmieren muss, ist dabei ein anderes Thema, wichtig ist nur, dass sie wichtige Kompetenzen für das digitale Leben vermittelt bekommen.

8. An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter?

 

Im kapitalistischen System nichts Gutes. Noch mal kurz erwähnt seien hier die noch höhere Flexibilität der Lohnabhängigen und die dadurch noch besser zu koordinierende Ausbeutung der Arbeitskraft.

9. Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt?

 

Was müssen wir überhaupt tun, dass wir den Absprung aus einer Wirtschaft schaffen, die von Wachstum abhängig ist? Unsere Wirtschaft passiert auf der Annahme, dass unbegrenztes Wachstum möglich ist, aber das ist falsch. Wir leben auf einem Planeten, dessen Ressourcen begrenzt sind und somit ist auch das Wachstum begrenzt. Irgendwann sind die Märkte gesättigt und irgendwann sind alle Innovationen gefunden. Hierauf muss die Politik eine Antwort geben, die sie aber auch hätte geben müssen, wenn wir nicht im digitalen Zeitalter leben würden.

Zusätzlich führt der Fortschritt dazu, dass immer mehr Arbeiten automatisiert werden, wodurch Arbeitsstellen verloren gehen. Dazu trägt natürlich auch die Digitalisierung bei, weswegen ein weiterer wichtiger Punkt wäre, dass wir endlich eine Gesellschaft schaffen müssen, in welche die Arbeit, die immer weniger wird, fairer verteilt wird und in welcher die Gewinne gleichmäßig verteilt werden. Eine Gesellschaft also, in der nicht nur wenige Menschen die Gewinne einstecken und der Großteil der Menschheit ausgebeutet wird.

10. Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass…

 

Nicht wirklich viel.