Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Huch, ist ja schon wieder Februar. Wo ist denn der Januar schon wieder hin? Also, ich meine das ernst, wo sind die ersten 31 Tage des Jahres schon wieder hin? Was habe ich denn geschafft? Nicht wirklich viel, die Zeit rennt und rennt und der Januar ist wieder weg, ohne dass er mir etwas gebracht hat.

Lauftraining

 

31 Tage sind schon wieder weg, und ich war nur sechs Mal zum Lauftraining. Ja gut, war öfter mal scheiß Wetter und mein Rücken ist derzeit auch nicht das, was ich einen stabilen Laufrücken nennen würde, aber nur SECHS MAL, dass ist verdammt wenig. So sind auch nur knapp 63 Kilometer zustande gekommen. Ja, die 63 Kilometer müssen erst mal gelaufen sein, aber eigentlich hätten es 100 Kilometer + x sein sollen. Keine Ahnung, was der Februar bringt, aber er muss unbedingt besser werden.

Wobei ich auch noch nicht weiß, wie das so mit dem Lauftraining weitergeht, denn eigentlich müsste ich mir auch mal neue Laufschuhe kaufen – nur, wovon?

Studium

 

Schweigen wir lieber. Oder vielleicht doch nicht. Oder vielleicht doch. Ach, egal. 31 Tage sind 31 Tage und das Studium ist das Studium und am 21.02 steht die erste Klausur an und ich bin sowas von Faul, aber okay, es sind ja noch 21 Tage, oder 3 Wochen, oder noch genügend Zeit, um auf die Klausur zu warten, ohne etwas dafür zu machen. Oder vielleicht doch, naja, wir werden sehen.

Bloggen

 

Eigentlich wollte ich dieses Jahr wieder mehr bloggen, also bedeutend mehr, also eigentlich wollte ich in den 31 Tagen auch 31 Blogartikel schreiben, aber ihr könnt ja selbst nachzählen, wie viele Artikel es geworden sind. Aber egal, im Februar können es ja dann 28 Blogartikel werden.

Und sonst so?

 

Sonst war auch nicht viel. Ich sage ja, der Januar ist irgendwie verschwunden, ohne dass ich irgendwas mitbekommen habe. Da waren noch zwei politische Veranstaltungen, also ein Vortrag und ein Film, aber mehr war da auch nicht. Also Schwamm drüber, es kann ja nur besser werden und das Jahr hat ja noch über 300 Tage.

„Helden und Vorbilder“, so heißt das aktuelle Thema vom Blogideekasten. Ich habe zu Vorbildern und Helden ja schon zwei Artikel geschrieben und ich glaube, da gibt es nicht mehr viel zu ergänzen. Aber das soll nicht das Ende des Artikels sein, wäre ja auch langweilig. Ich schreibe jetzt einfach mal, was mir sonst noch so zum Thema einfällt. Lassen wir uns also überraschen, wo dieser Artikel hinführt ;).

Blume

Helden, dass müssen ja nicht immer die Menschen sein, zu denen man aufblickt. Es können auch die Menschen sein, die gar nicht auffallen, die aber dennoch Helden sind, weil sie noch nicht verzweifelt sind, weil sie ihr Leben immer noch Leben und es auch noch genießen. Obdachlose zum Beispiel, die, die sich noch nicht aufgegeben haben. Die, die aus ihrem Leben noch immer das Beste rausholen, obwohl sie schon viele Rückschläge hinnehmen mussten, obwohl sie vom Leben schon stark gezeichnet sind, die aber dennoch nicht aufgeben, die immer noch ein Licht sehen und weitermachen.

Sind wir doch ehrlich, wir beachten Obdachlose viel zu selten. Wir nehmen sie zwar war, gehen ihnen aber aus dem Weg, weil es uns unangenehm ist zu sehen, dass es soviel Armut in der Gesellschaft gibt. Und doch schaffen es die Obdachlosen zu überleben, obwohl sie ausgegrenzt sind und sich kaum jemand die Zeit nimmt, ihnen zuzuhören. Klar gibt es mal immer wieder Alibiveranstaltungen, mit denen Anteilnahme vorgespielt wird, bei denen dann noch ein wirksames Pressefoto herausspringt, aber wirklich Anteilnahme ist selten.

Und da wären wir bei den nächsten Helden. Bei den Menschen, die sich um die Schwächsten der Gesellschaft kümmern, die sich wirklich die Zeit für diese Menschen nehmen, die zuhören können und die das nicht nur machen, damit sie irgendwo in der Presse auftauchen. Diese Menschen könnten übrigens gute Vorbilder sein, aber das sind halt nicht die Idole, die wir uns gerne an die Wand hängen. Es sind die Vorbilder, die wir nicht wirklich wahrnehmen, obwohl sie wichtig wären, um die Gesellschaft generell etwas besser zu machen.

Dann gibt es da noch die Menschen, die durch ihre Krankheit oder Behinderung zu Helden werden. Auch diese Menschen müssen schwere Prüfungen überstehen, die ihnen das Leben stellt und dennoch genießen sie die Zeit, die sie auf dieser Erde haben. Sie kämpfen für die schönen Augenblicke im Leben, auch wenn dieser Kampf am ende nicht gewonnen werden kann. Wer könnte da schon ein größerer Held sein?

Oder die Menschen, die sich um die Pflege von kranken, behinderten oder älteren Menschen kümmern. Ich bin da ehrlich, ich könnte das nicht, ich bin da viel zu nah am Wasser gebaut und würde wohl jeden Abend heulen, weil ich die Schicksale zu nah an mich ranlassen würde. Auch diese Menschen sind Helden, obwohl sie von der Gesellschaft nicht wirklich so behandelt werden.

Ich könnte sicher noch viel mehr aufzählen, aber ich möchte den Artikel nicht zu lang werden lassen.

Und dann liest du einen Blogartikel und bist wieder voll drin.

Voll drin in der Lähmung, die dich schon seit Jahren davon abhält, richtig durchzustarten. Voll drin in der Angst, am Ende auch nicht aus dieser Falle zu entrinnen, am Ende weiterhin genau dort zu sein, wo man eigentlich raus will. Raus aus der Armut, die Armut, die mit der Wende gekommen ist und die, wie ein Gespenst, über einem hängt. Es ist nicht nur die Angst davor, dass Erlebte lähmt einen, es hält einen fest, du kommst nicht vor, aber du kannst auch nicht zurück.

Motivation wird erstickt durch Resignation. Es ist das Wissen, dass du eigentlich keine Chance hast, dort rauszukommen, weil du dir Bildung kaum leisten kannst, weil es einfach zu teuer ist und weil der Staat einen auch nicht wirklich unterstützt – es sei denn, du hast das Geld dazu. Es ist diese Resignation die es verhindert, dass du deine Ausbildung mit einer Eins abschließt, weil du nicht den Glauben besitzt, dass dadurch auch nur irgendwas besser wird. Eine Zwei ist ausreichend und es ist dann auch nicht so enttäuschend, wenn du keine Chance in deinem Ausbildungsberuf bekommst. Und diese Chancenlosigkeit kommt durch Resignation, durch das nicht Glauben daran, dass es dir besser gehen kann.

Doch dann ist da wieder die andere Seite, die Motivation, die dir sagt, dass du dann eben noch mehr erreichen musst, dass du dann eben dein Abitur machen musst, wenn du nur so eine Chance bekommst. Und dann machst du das Abitur, aber auch nur mit angezogener Handbremse, weil du die Resignation nicht abschütteln kannst, weil du dich nicht motivieren kannst, mehr Zeit in das Abenteuer zu stecken als nötig ist, um es zu bestehen. Du bestehst es, wieder mit einer Zwei und dann bist du wieder gelähmt, weil du dir ein Studium eigentlich nicht leisten kannst, weil du niemanden im Hintergrund hast, der dir finanziell einen Rückhalt bieten kann, der dich stützt, der dich unterstützt.

„Wann gehst du denn endlich arbeiten?“, heißt es da, obwohl du schon gearbeitet hast, obwohl du schon alles Mögliche gemacht hast, was zwar absolut nichts mit deiner Ausbildung zu tun hatte, was aber wenigstens ein wenig Geld in die Kasse gebracht hat. Und auch das lähmt, dieses Gefrage, dieses infrage stellen von dem, was du machst, was du für richtig hältst. Die Motivation geht verloren und keimt dann doch wieder auf. Du fängst an zu studieren, ohne zu wissen, wie du das Studium finanzieren willst, aber du machst es, weil dein Abitur doch nicht umsonst gewesen sein soll und weil dich das Abitur, in deinem Ausbildungsberuf, nicht weiter gebracht hat.

Und dann wird die Lähmung immer größer, du weißt, dass du es jetzt schaffen musst, weil du sonst deine Schulden, die du für das Studium aufgenommen hast, nie wirst zurückzahlen können. Und das frisst sich in dir rein, bis gar nichts mehr geht, bis du nicht mehr vorwärtskommst, weil deine Motivation wirklich verschwunden ist und du auch nicht mehr zurück kannst, weil du im System bist, weil du einen Studienkredit hast, der wieder zurückgezahlt werden will.

Du bist ratlos, weil die Zeit verfliegt, weil du immer noch nicht dort bist, wo du eigentlich hin willst, weil du immer noch dort bist, wo du raus willst. Und du malst dir deine Zukunft auch nicht in dem Beruf aus, für den du eine Ausbildung hast, sondern in einem, der gerade so zum Überleben reicht, der dich nicht entkommen lässt aus dem, aus dem du entkommen willst, der dich daran erinnert, dass du versagt hast, dass du es nicht geschafft hast. Der dich quält, weil du weißt, dass da mehr wäre, wenn du es dir leisten könntest.

Klar ist natürlich auch, andere schaffen es.

Erinnerungen

Erstaunt werden sich jetzt einige Fragen, wie der Sven nur auf die Behauptung kommt, dass er sich das Linkssein eigentlich gar nicht leisten kann. Eine politische Einstellung kostet ja schließlich kein Geld und Links sein, das kann doch jeder, egal wie viel Geld er oder sie auf dem Konto hat. Stimmt theoretisch ja auch, aber praktisch?

Praktisch kostet Links sein natürlich doch Geld. Das fängt schon bei den Büchern an. Wie viele Bücher von linken Schriftstellern würde ich gerne lesen, kann es aber nicht, weil ich mir Bücher für 20,- Euro und mehr einfach nicht leisten kann. Hinzu kommt, dass ich diese Bücher dann auch meist nicht in Bibliotheken bekomme und so muss ich – leider ist das so – auf die Lektüre meist verzichten, außer ich stolpere durch Zufall irgendwo in einem Bücher Second-Hand-Laden über das Buch, dann hat es aber auch meist schon ein paar Jahre auf dem Buckel und ist nicht mehr ganz so aktuell.

Aber es sind ja nicht nur die Bücher, es sind auch die Zeitschriften und die Zeitungen, die Geld kosten. Sicher kann ich einiges im Internet nachlesen und sicher ist doch auch einiges kostenlos, aber ich habe dann schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich dann der Zeitschrift, bzw. dem Autor keine Anerkennung zukommen lassen kann, schließlich müssen die ja auch von was Leben.

Aber es sind halt auch die Veranstaltungen. Wenn sie denn in Berlin stattfinden, habert es meistens am Eintritt. Ja, der Eintritt ist gerechtfertigt, denn die Referenten haben auch Kosten, die durch diesen Betrag gedeckt werden müssen. Ja, ab und an schaffe ich es, mir den Eintritt für solche Veranstaltungen zu leisten, wie zum Beispiel im letzten Jahr beim „Marx-is-Muss“-Kongress hier in Berlin, aber bei den meisten Veranstaltungen muss ich dann doch passen. Auch politische Abendveranstaltungen, bei denen der Eintritt zwar nichts kostet, aber der Wirt auf seine Kosten kommen möchte, muss ich mir sparsam einteilen. Es gibt so viele Termine in der Woche, aber mehr als zwei pro Woche, das sind dann schon ungefähr 10,- Euro für Getränke, sind einfach nicht drin. Und da spreche ich schon von guten Monaten, denn 40,- Euro im Monat sind eine Menge Geld.

Aber es sind ja auch andere Dinge. Mitmachen bei Demos zum Beispiel. In Berlin ist das kein Problem, aber wenn es dann in ein anderes Bundesland geht, dann ist auch das mit Kosten verbunden. Für viele ist das selbstverständlich, irgendwo bekommt man das Geld schon her, aber dazu braucht es Vernetzung und die ist meist nur dann möglich, wenn man regelmäßig an Veranstaltungen teilnimmt.

Ich könnte sicher noch einiges mehr aufzählen, aber ich glaube, dass was ich vermitteln wollte, ist klar geworden. Auch das politische Leben muss finanziert werden, auch Politik ist im Kapitalismus den kapitalistischen Regeln unterworfen. Ich bin, da bin ich ehrlich, immer wieder erstaunt, wie andere sich das leisten können. Vielleicht bin ich auch ein wenig neidisch darauf, denn ich würde das auch gerne können. Ich würde auch gerne an vielen politischen Veranstaltungen teilnehmen, würde gerne immer die aktuellen Bücher lesen, mir jedes Magazin kaufen – es gibt so verdammt viele Interessante davon – und mich jeden Abend mit Leuten treffen, um mit denen über Politik zu diskutieren. Aber das ist aus finanzieller Sicht einfach nicht möglich. Auch hier wird eine Isolierung geschaffen, die nur schwer zu überwinden ist, auch wenn natürlich die Veranstalter, die ihre Kosten decken müssen, nichts dafür können.

Ich habe natürlich dennoch meine politische Einstellung, meine Gedanken, meine Meinungen. Ich werde mich durch den Kapitalismus nicht aufhalten lassen, meine politische Anschauung zu haben und ich werde mich auch nicht davon abhalten lassen, diese auch öffentlich zu machen. Das ist übrigens auch so ein Punkt, den ich noch gar nicht angesprochen habe, die Angst, durch die politische Meinung, schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Schweriner See

Ich sitze gerade hier, starre in den Bildschirm, lese Blogartikel, schreibe. Natürlich weiß ich, dass ich jetzt eigentlich andere Dinge machen sollte, Dinge, die ich schon vor mehreren Tagen hätte fertig haben sollen, für die ich schon Monate Zeit hatte und die ich nicht gemacht habe, weil die Zeit viel zu schnell verging, sie einfach weg war, ich nichts geschafft habe, ich einfach nur hier saß und starrte.

Ich weiß nicht, warum ich derzeit die Zeit einfach verstreichen lasse, warum ich die Dinge, die ich am Horizont sehe, die ich mir schon ausgemalt habe, die ich umsetzen möchte, warum ich diese Dinge nicht umsetze. Ich sitze hier, Träume davon, dass ich das alles mache, wie es wäre, wenn ich es mache, wie sich die Erfolge anfühlen würden, die ich dort am Horizont schon sehen kann – aber ich greife nicht nach ihnen. Ich sitze hier und starre.

Gestern Nacht stand ich auf, nachdem mein Kopf mich wieder nicht schlafen lies, sich so viele Gedanken in ihm ansammelten. Ich stand auf und schrieb mir zwei Gedankengänge auf. Zwei Gedankengänge zu einer Geschichte, die ich schon seit zwei Jahren überarbeiten will, die ich schon am Horizont vor mir sehe, die ich in der Gegenwart aber nicht anfasse. Jetzt habe ich diese zwei Gedankengänge, habe sie auf Papier verewigt und jetzt werden sie verstauben.

Ich habe Träume, ich kann sie am Horizont sehen, kann nach ihnen greifen, aber ich mache es nicht. Ich sitzt hier uns starre, starre in den Horizont, überlege, Tagträume, überlege, lenke mich ab, greife nicht zu. Bevor ich zugreifen kann, muss ich etwas machen, ich mich motivieren, muss es anpacken, packe es nicht an, weil die Motivation fehlt.

Ich verbaue mir meinen Horizont, versuche mich zu befreien, schreibe, um mich zu befreien – finde Motivation, aber nur für wenige Sekunden, einem Wimpernschlag, schon ist sie wieder weg, verflogen, ein weiterer Ziegelstein, der mir die Sicht auf meinen Horizont versperrt.

Ist das überhaupt mein Horizont, den ich dort sehe? Ist es das, was ich will? Oder verfliegt die Motivation so schnell, weil es nicht meine Motivation ist? Nein, sie verfliegt so schnell, weil mich von hinten die Sorgen einholen, die mich lähmen, die mich festhalten, die es mir unmöglich machen, mich auf den Horizont zu konzentrieren. Schließlich lebe ich jetzt und schließlich muss ich jetzt Geld verdienen, damit ich jetzt meine Kosten decken kann. Der Horizont dort, der ist noch soweit weg, der ernährt mich nicht in der Gegenwart – aber auch nicht in der Zukunft, weil der Horizont, den ich sehe, nicht die Zukunft sein kann, weil die Gegenwart lähmt, weil sie mich festhält, weil sie nicht loslässt. Sie soll mich loslassen, soll mich machen lassen, soll mir dabei zusehen, wie ich die Zukunft gestalte, aber sie will nicht.

Ich schreibe. Schreibe meine Gedanken nieder, finde die Motivation für einen Wimpernschlag, sehe sie, sehe, wie sie verschwindet, wie sie dem Horizont entgegen fliegt und mich allein lässt. Allein mit den Dingen, für die es eigentlich schon zu spät ist, in der Hoffnung, dass ich gleich beginne die Mauer einzureißen, die sich vor meinem Horizont aufbaut.

Die Mauer ist schon so groß, dass sich schon ein Sprayer dran verewigt hat. In großen Buchstaben steht dort: „VERSAGEN“

 

Thema geklaut bei Blogideekasten

Papptrinkbecher

Kaffeekapseln, mit der genau eine Tasse Kaffee hergestellt werden kann. Smartphones, die jedes halbe Jahr gewechselt werden. Laptops, die nach einem Jahr ausgetauscht werden, weil die Farbe nicht mehr cool genug ist. Uhren, die ausgetauscht werden, weil die Batterie alle ist. All das können wir, weil wir in einer Konsumgesellschaft leben. Wir können es, weil wir Waren im Überfluss produzieren, und wenn es dann doch zu viele waren, dann vernichten wir sie eben wieder.

Besonders schmerzvoll ist das bei Lebensmitteln, die, wenn sie nicht verkauft wurden, meist im Müllcontainer des Lebensmittelhändlers landen, obwohl wir selbst in Deutschland Menschen haben, die hungern müssen, weil sie sich diese Lebensmittel nicht leisten können. Im Müllcontainer landen Lebensmittel, die durchaus noch verzehrbar wären und die, wenn sie denn verzehrt werden würden, Menschen satt machen könnten.

Einige dieser Lebensmittel werden jedoch von den Händlern „gerettet“, und an Organisationen wie die Tafel gegeben. Das ist natürlich super, aber leider machen das nicht alle Händler, denn es gibt da welche, die nur ihren eigenen Profit im Auge haben. Diese Händler denken, dass sie, wenn sie diese abgelaufenen Waren verschenken würden, Einbußen beim Umsatz hinnehmen müssten. Sie denken, dass dann weniger Kunden im Laden einkaufen würden, weil sie sich ja einfach die kostenlosen abgelaufenen Lebensmittel holen können. Dabei vergessen sie aber, dass die Menschen, die diese abgelaufenen Lebensmittel verbrauchen, meist gar nicht das Geld haben, um sich diese Lebensmittel im Laden zu kaufen – dass diese Menschen also gar nicht zum Umsatz des Händlers beitragen.

Viel schlimmer ist aber, wenn diese Händler dann auch noch darauf achten, dass diese abgelaufenen Lebensmittel nicht aus dem Müll geklaut werden. Diese Händler, die ihre Lebensmittel zur Vernichtung freigeben, die dann aber Obdachlose oder mittellose Menschen kriminalisieren, wenn sie sich diese Lebensmittel aus den Containern nehmen, damit sie etwas gegen ihren Hunger tun können. Diese Händler, die ihren Mitmenschen die Mahlzeit nicht gönnen, weil sie daran nichts verdienen und weil sie im Recht sind, weil der Müll ja ihr Eigentum ist und die Menschen, die sich etwas aus dem Müll nehmen, um ihren Hunger zu stillen, ja Diebe sind. Ja, darüber könnte ich mich stundenlang aufregen. Aufregen darüber, dass hier Menschen kriminalisiert werden, die nichts anderes tun, als Müll aus einem Container zu nehmen. Müll, der eh vernichtet wird und der somit gar keinen Schaden anrichtet, wenn er nicht mehr im Container liegt. Aufregen aber auch darüber, dass der Gesetzgeber so etwas überhaupt unter Strafe stellt. Wenn hier denn überhaupt ein Verbrechen vorliegt, dann eher das, dass diese Lebensmittel überhaupt im Müll landen, und nicht bei der Tafel, wo sie vielen Menschen helfen könnten. Wenn also wer eine Bestrafung verdient, dann ist es der Händler, der diese Lebensmittel wegwirft, und damit das Leid und die Not noch vergrößern, obwohl es davon schon genug auf dieser Erde gibt.

Aber auch der Umgang mit den Ressourcen, die eh nur begrenzt auf unserer Erde verfügbar sind, ärgert mich. Warum brauchen wir alle drei Monate ein neues Smartphone? Wozu alle zwei Monate neue Schuhe? Ist das wirklich notwendig? Früher, als wir noch nicht im Überfluss produziert haben, haben wir unsere Gebrauchsgegenstände repariert, heute schmeißen wir sie schon weg, wenn nur die Batterie alle ist und wir sie nicht einfach wechseln können. Eine Jeanshose mit einem Flicken versehen? Warum denn, wenn wir uns für 20,- Euro eine Neue kaufen können?

Ich kann das nicht, schon darum nicht, weil ich gar nicht das Geld habe, um mir jedes Mal etwas Neues zu kaufen. Eine Jeanshose kann durchaus geflickt werden und Schuhe können auch mit nem kleinen Loch noch getragen werden. Ich muss nicht alles austauschen, nur weil es schon leichte Schönheitsfehler hat. Es ist durchaus möglich Dinge zu reparieren, wenn wir denn Lust dazu haben und es könnte vielleicht auch dazu beitragen, diese Welt etwas besser zu machen.
Und natürlich gibt es da Dinge, die im ersten Moment vielleicht nur noch Müll sind, die aber durchaus noch für sinnvolle Dinge verwendet werden können. Ein Blecheimer, der im Boden eventuell ein paar kleine Löcher hat, kann durchaus noch als Blumentopf verwendet werden, genauso wie eine Gießkanne, die nicht mehr verwendet wird.

Wir leben in einer Konsumgesellschaft und denken deswegen oft zu wenig darüber nach, ob wir Dinge jetzt wirklich neu kaufen müssen. Wir überlegen nicht, ob wir das neue Smartphone wirklich brauchen, oder ob das Alte nicht doch noch völlig ausreichend wäre. Wir werfen die alte Jeans lieber weg, verwenden Kaffeekapseln, die unsere Umwelt stark belasten, aber unserer Bequemlichkeit dienen. Wir vernichten Lebensmittel und finden es auch nicht richtig, wenn Menschen kriminalisiert werden, die sich diese Lebensmittel aus dem Müll holen. Wir kennen die Nöte nicht, die durchaus bestehen, weil wir im Überfluss leben und nur in die nächste Kaufhalle gehen müssen, wenn wir Hunger haben. Wir sind – durch die Konsumgesellschaft – blind geworden, für den real existierenden Mangel.

Thema aus dem Blogideenkasten

So, die Weihnachtsgeschenke sind verdaut, die Feiertage überstanden, das Silvesterfressen verspeist und nun befinden wir uns im neuen Jahr. Ja, das Jahr 2015 ist schon einige Tage alt, aber es ist noch ein wenig Zeit, bevor wir uns erneut in die Weihnachtvorbereitungen stützen müssen und bevor das Jahr 2016 vor der Tür steht. Ich würde sogar soweit gehen, dass das Jahr 2015 noch jung genug ist, um neue Dinge zu starten, alte zu einem anständigen Ende zu bringen und, und, und – also kurz gesagt, dass neue Jahr können wir noch ordentlich gestalten.

Baumstamm auf dem Weg

Aber nagut, erst einmal liegt jetzt noch ein wenig Stress vor mir. Bis Mittwochabend muss ich noch fünf Einsendeaufgaben fertigmachen, damit ich die Zulassungen für meine Klausuren bekomme. Mache ich das nicht, dann sieht es ab März mit meiner Finanzierung sehr schlecht aus. Sieht es allerdings auch, wenn ich die Klausuren nicht bestehe, denn bis Ende März muss ich 90 ECTS-Punkte nachweisen, damit mein Studienkredit weiter gezahlt wird. Ansonsten sieht es schlecht aus, dann muss ich neue Wege finden, um meine Kosten und mein Studium zu finanzieren. Das mit dem E-Book und meinen Kurzgeschichten hat ja bisher nicht so funktioniert, was aber auch nicht verwunderlich ist, wer kauft schon Kurzgeschichten von unbekannten Autoren, die keine Bewertungen haben? Aber okay, ist nun einmal so, und wenn ich nicht im Lotto gewinnen sollte, muss ich halt irgendwie anders Geld verdienen.

Da sehe ich allerdings schon das zweite Problem, denn wenn ich mir jetzt einen Minijob suche, muss ich dort gleich die Tage angeben, an denen ich Klausuren schreibe – das sind insgesamt sechs Tage –, damit ich an diesen Tagen nicht arbeiten muss. Ich glaube irgendwie, dass das ein Problem werden könnte bei der Jobsuche. Optimal wäre da ja irgendwas, wo ich nebenbei auch noch was fürs Studium machen könnte. Also Nachtwächter oder Aufseher im Internetcafé, was natürlich noch schwieriger wird.

Hach, ich liebe es, wenn ein Jahr genau so anfängt. Da hat man so richtig Motivation zum Lernen und man kann sich natürlich auch so richtig schön aufs Lernen konzentrieren. Manchmal wünschte ich mir doch, in einer reichen Familie geboren wurden zu sein. Dann wäre ich jetzt wahrscheinlich schon fertig mit dem Studieren und hätte wahrscheinlich auch keinen Studienkredit am Hals, aber najut, Mensch kann ja nicht alles haben und vielleicht wird das Jahr 2015 ja auch super und durch irgendeinen Zufall lösen sich alle meine Sorgen in Luft auf.

So, das reicht dann auch erst mal. So ein wenig Jammern am Jahresanfang kann schon mal gut tun und jetzt wird gelernt – nutzt ja alles nichts.

2010 und 2012 habe ich hier schon über die Dinge geschrieben, die im jeweiligen Jahr gut waren. Ich finde, dass das ein super Jahresabschluss ist, und deswegen werde ich es auch dieses Jahr wieder tun. 2010 fing es an mit „100-Dingen“ die gut waren. Da ich das aber nie wirklich hinbekommen habe, sind es eben nur noch die Dinge, die im Jahr 2014 gut waren.

  • Als Erstes ist da ganz klar die Fahrradtour nach Mecklenburg-Vorpommern. Ich hatte das schon ewig vor, doch dieses Jahr hat es sich tatsächlich ergeben, auch wenn es eher zufällig durch einen Tweet war. Am Ende der Tour habe ich dann, nach 10 Jahren, meinen Opa gesehen. Er ist schon über 90, weswegen es gleich noch einmal schöner war.
  • Nach über 4 Jahren habe ich jetzt wieder ein eigenes Fahrrad. Ich finde, dass das erwähnenswert ist.
  • Ich habe meine Wirtschaftswissenschaften-Klausur bestanden.
  • Ich war auf dem „Marx-is-Muss“-Kongress und fand ihn Klasse. Ich hoffe, dass ich 2015 wieder dabei bin, was aber auch von meinen Finanzen abhängig ist.
  • Ich habe zwei Podcast-Sendungen für Meinungsschauspieler.de aufgenommen
  • Ich habe einige meiner Gedichte aufgenommen und im Internet veröffentlicht.
  • Ich habe einige meiner Kurzgeschichten als E-Book veröffentlicht, welches aber nicht wirklich gekauft wird.
  • Ich habe bei der Aktion „Laufe deine Umwelt sauber, halte deine Strecke sauber.“ mitgemacht.
  • Ich habe wieder einige leckere Gerichte gekocht (jamjam)
  • Meine Tomatenpflanzen haben mehrere Kilogramm Tomaten produziert – haben sie noch nie, weswegen ich das hier erwähne ;).
  • Die Niederlage der SPD beim Volksentscheid zum Tempelhofer Feld ;)
  • Ich habe dieses Jahr nicht eine Plastiktüte gekauft :)
  • Ich konnte wieder mehrere Fahrradtouren machen, was auch wirklich Spaß gemacht hat.
  • Ich habe beim Laufen auch dieses Jahr wieder die 1.000 Kilometer-Marke geknackt.
  • Ich habe dieses Jahr wieder einigen Menschen helfen dürfen, indem ich ihnen etwas Geld gespendet habe.
  • Ich war bei mehreren politischen Veranstaltungen.

 

Mehr fällt mir momentan nicht ein, aber ich finde, dass das auch schon eine ganze Menge ist ;).

Ich sitze gerade hier und überlege, ob ich jetzt noch einen politischen Blogartikel schreibe, oder ob ich ihn nicht schreibe. Wenn ihr diese Zeilen lest, so ist zumindest ein Blogartikel entstanden, was sich aber in den folgenden Absätzen entwickelt, kann ich derzeit noch nicht sagen. Ausschlaggebend für diesen Artikel ist aber auf jeden Fall eine Antwort auf einen meiner Kommentare auf dem Blog von Maxim Loick und die Tatsache, dass ich dort mit diesen Gedanken vom eigentlichen Thema des Artikels ablenken würde. Dadurch, dass ich euch erst einmal die beiden Kommentare zitieren muss, um die es geht, wird der Artikel auch etwas länger, und da ich noch nicht weiß, wie ausschweifend ich werde, kann ich nicht versprechen, dass ich mich danach kurzhalten werde.

Mein Kommentar:

 

Hach, so sehr ich dem Artikel im allgemeinen zustimme, so möchte ich doch ein paar kleine Anmerkungen machen.
1. Warum gehen eigentlich alle davon aus, dass dort nur Nichtwähler anzutreffen sind? Tragen die Schilder mit sich rum, auf denen das draufsteht? Oder schließt du das daraus, weil die Leute mit den etablierten Parteien unzufrieden sind? Zweiteres bin ich auch und ich gehe dennoch wählen. Ich habe meine Partei, ganz weit Links von der SPD, gefunden und auch wenn die keine Chance hat in den Bundestag oder in das AGH zu kommen, so ist es die Partei, der ich meine Stimme anvertraue.
2.) Fehler dürfen durchaus gemacht werden, ich glaube nicht, dass das jemand der Politik zum Vorwurf macht. Was aber das Problem ist, ist, dass diese Fehler nicht rückgängig gemacht werden. Nehmen wie doch zum Beispiel die Hartz4 Sanktionen. Warum sind die immer noch nicht abgeschafft? Und jetzt komm nicht damit, dass die CDU die Regierung führt! Es gibt eine Linke Mehrheit im Bundestag, wenn man die SPD und die Grünen denn noch als Linke Parteien anerkennen möchte. Das Problem ist aber, dass man das gar nicht mehr kann. Die SPD ist zur Wirtschaftspartei geworden und die Grünen pflegen ihr streng bürgerliches Wählerpotential – aber okay, das weicht jetzt vom Thema ab.
3.) Wer ist dafür verantwortlich, dass die politische Bildung in Deutschland so schlecht ist? Kann man da wirklich einfach hingehen und sagen, ihr seid zu faul? Sollten sich die Parteien nicht lieber einmal überlegen, warum es in Schulen keinen Lehrfach “Debattieren und politische Diskussion” gibt, oder so ähnlich? (Man könnte es auch “Demokratie” nennen, also das Schulfach.) Wenn den Leuten nicht das nötige Werkzeug an die Hand gegeben wird, dann ist es kein Wunder, wenn sie es am Ende auch nicht tun. Wenn wir in einer Demokratie leben, dann sollten wir die Menschen auch darin Bilden.

 

Antwort von Herrn Loick:

 

Lieber Sven,
vielen Dank für Deinen Kommentar.
Zu Deinem ersten Punkt: Mir geht es um die Wahl der politischen Ausdrucksform. Viele glauben, das Nichtwählen wäre ein, dem bin ich in den Wahlkämpfen 2013 und 2014 mehrfach und gehäuft über den Weg gelaufen. Andere glauben gerade, das Marschieren mit rechten Hetzern und dem vor sich hertragen von “Ich verstehe nix mehr, deswegen finde ich die etablierte Politik doof!” sei eine.
Ich plädiere dafür, sich in einer der demokratischen Parteien zu engagieren. Das bringt nicht nur Vorteile für die Gesellschaft insgesamt, sondern vor allem auch für die/den einzelnen. Seit ich 2011 in die SPD eingetreten bin, haben sich mir sehr viele politische Prozesse und Zusammenhänge erschlossen, die mir vorher nicht klar und deswegen auch egal waren. Genau das ändert sich, wenn man anfängt, mitzumachen. Parteien haben einen schlechten Ruf und ich finde, sie haben das zu unrecht. Schon das Mitgliedsein in einer Partei hat einen schlechten Ruf, und auch das, wie ich finde, zu unrecht, denn der ganze Laden funktioniert nur, wenn eine kritische Masse aktiv mitmacht. Wenn Du so willst, ist es mir, bezogen auf die SPD, in diesem Lichte wichtiger, sich in der SPD zu engagieren als sie zu wählen.
Zu Deinen beiden weiteren Punkten: Da sind wir ja bereits voll in der inhaltlichen Debatte zu einzelnen Themen, hurra! Genau das muss man in den Parteien tun und genau das können wir beide hier tun. Damit sind wir aber schon ganz weit weg vom Thema meines Posts, nämlich dem Verhalten derjenigen, die gerade keine Debatten führen wollen, sondern lieber die schnelle Parole in die Straße brüllen möchten und dann tiefbefriedigt wieder nach Hause gehen, weil sie glauben, damit ihrer politischen Pflicht als Wahlberechtigte nachgekommen zu sein.
Und ja, ich finde, man kann diesen Unzufriedenen vorwerfen, dass sie zu faul sind. 1989 haben sich tausende auf die Straßen begeben, um genau dieses Recht einzufordern, das Recht der freien politischen Willensbildung. Jetzt stehen dort andere, die die Parolen von damals benutzen, obwohl sie in einem System leben, das ihnen genau das ermöglicht, was 1989 gefordert wurde. Jede*r kann hier Bundeskanzler*in werden. Jede*r kann hier jeder Partei beitreten, die ihr/ihm am besten passt. Aber niemand wird hier etwas verbessern, indem sie/er Ressentiments gegen Ausländer und sozial schwächer Gestellte schürt.
Bitte sieh mir nach, dass ich an dieser Stelle nicht tiefer auf Hartz IV und die Schuldebatte eingehe, nur so viel: Die Position der SPD zu Hartz IV hat sich ja bereits geändert und wird sich nur weiter ändern, wenn sich genügend Menschen in der SPD einbringen und die Debatte in dieser Partei führen. In der SPD Beuel zum Beispiel rennst Du mit Deiner Kritik an Hartz IV offene Türen ein. In anderen Ortsvereinen mag das anders sein. Oder nehmen wir das Beispiel der Grünen. In Bonn handelt es sich bei denen um ein unfassbar konservativ-bürgerlichen Haufen, der sich mit dem Einkauf teuren Biofleischs im örtlichen Bioladen das Gewissen rein zu halten sucht, auf Bundesebene halte ich die Grünen nach wie vor für einen der wichtigsten Verbündeten gegen den schwarzen Starrsinn.

 

Also, fangen wir oben an. Das nicht Wählen gehen als politische Ausdrucksform. Ich habe darüber ja auf meinungsschauspieler.de einen Artikel geschrieben. Ich habe dort schon dargelegt, warum es gefährlich für die Demokratie ist, nicht zur Wahl zu gehen und auch, warum dies überhaupt nichts bringt. Dennoch ist es eine politische Ausdrucksform. Die Nichtwähler zeigen damit, dass sie mit der Politik nicht zufrieden sind, dass sie nicht an die jetzige Form der Demokratie glauben und das sie sich von den Parteien nicht mehr vertreten fühlen. Das sind keine Gründe, die einfach mit Faulheit begründet werden können. Vielmehr sind es Gründe, die die Parteien zu verantworten haben und es wäre deswegen auch die Aufgabe der Parteien, diese Gründe zu zerstreuen. Das passiert aber nicht, indem sie den Nichtwählern Faulheit vorwerfen und dies geschieht auch nicht, wenn sie den Nichtwählern mangelnde Bildung vorwerfen. Natürlich wird auch das auf einige Nichtwähler zutreffen, aber eben nicht auf den Großteil.

Auch der Aufruf, dass die Menschen doch aktiv in den Parteien mitarbeiten sollen, ändert an der ganzen Sache überhaupt nichts, denn dazu müssten die Parteien einen größeren Grad an Basisdemokratie aufweisen. Was passiert denn derzeit in den etablierten Parteien? Die Basis wählt Delegierte, die wiederum Delegierte wählen, damit diese dann auch wieder Delegierte wählen. Die wirklich wichtigen Posten in einer Partei werden also durch wenige Delegierte vergeben, wobei Basisdemokratie eigentlich bedeuten würde, dass die Basis die wichtigsten Parteiposten vergibt.

Jetzt kann natürlich die Antwort kommen, dass ja alle Delegierten irgendwie auch von der Basis gewählt wurden, aber dabei wird halt verkannt, dass sich dadurch die Macht auf verschiedene Netzwerke verlagert, die sich untereinander absprechen und sich so Posten innerhalb der Partei zuschustern können. Netzwerke von Kandidaten, die sich gegenseitig unterstützen, damit ihre Kandidaten sich gegen andere durchsetzen können, indem sie ihre Kandidaten gegenseitig wählen. Dies sollte nicht vergessen werden, wenn über die Möglichkeiten der Einflussnahme in Parteien geredet wird, denn dadurch kann der Mehrheitswillen der Basis ausgehebelt werden – was aber natürlich nicht passieren muss.

Wenn einem das bewusst ist, dann wird erst einmal klar, dass die Mitgliedschaft und die aktive Basisarbeit erst einmal noch nichts an der Politik der Partei ändert. Natürlich hat ein Mitglied einer Partei einen besseren Überblick und er hat auch andere Möglichkeiten, auf Entscheidungen der Partei einzuwirken, aber diese sind nur dann wirkungsvoll, wenn das Mitglied selbst in Netzwerken ist, die sich gegenseitig unterstützen. Und genau das macht Parteienarbeit zu schwierig und genau das ist es, was Menschen davon abhält, sich in Parteien zu engagieren.

Eine Möglichkeit dies zu ändern, wäre, sich auf mehr Basisdemokratie einzulassen. Ja, das kostet sicherlich ein wenig mehr Geld, aber der Gewinn an Demokratie, der dadurch erreicht werden würde, wäre Gold wert. Ein zweiter Schritt wäre dann, sich auch für Nichtmitglieder zu öffnen, ihnen die Mitarbeit an bestimmten Projekten zu ermöglichen. Das könnte vielen Menschen die furcht vor Parteien nehmen und das würde sicherlich auch dazu führen, dass die Parteien Mitglieder dazu gewinnen, aber das verlangt eben halt auch den Mut zur Öffnung und zur Aufgabe von Privilegien, die nur Parteimitglieder genießen.

Hier fällt mir spontan übrigens die Berliner SPD ein, in der ich ja auch mal Mitglied war. Sie hätte sich jetzt viel Vertrauen erarbeiten können, wenn sie die Wahl des Bürgermeisterkandidaten allen Berlinern ermöglicht hätte. Nein, ich rede hier nicht von Neuwahlen, sondern von einem Wahlgang, in dem die Berliner über die drei Kandidaten der SPD hätten entscheiden können. Dies wäre möglich gewesen, indem man in jedem Bezirk die Möglichkeit der Stimmabgabe geschaffen hätte, aber darauf will ich jetzt nicht genauer eingehen, denn die Chance ist ja schon längst vergeben.

Auch politische Bildung ist ein wichtiger Punkt, den die Parteien alle vernachlässigen. Daraus entsteht dann natürlich Unwissen, woraus dann wieder mangelndes Verständnis resultiert. Aber nun einmal ehrlich, wenn der Wähler keine demokratische Bildung erhält, wie soll dann dieses Verständnis entstehen? Einige Mitglieder der SPD fordern ja „Programmieren“ als Schulfach, was meiner Meinung nach nicht falsch ist, aber sie sollten dann halt auch „Demokratie“ als Schulfach fordern. Menschen, die nie gelernt haben, wie sie ordentlich debattieren, wie sie Argumente aufbauen und hinterfragen können, haben nun einmal nicht das Werkzeug, um diese Demokratie tatsächlich mitzugestalten. Wenn die Parteien diesen Mangel aber den Menschen vorwerfen, obwohl die Parteien genau diesen Mangel beseitigen könnten, haben sie noch nicht kapiert, worum es überhaupt geht.

Jetzt muss ich doch einmal kurz auf den eigentlichen Artikel kommen, denn dort ging es um die Pegida-Demonstrationen. Ich bin hier voll auf der Seite des Autors, aber auch hier sollte gefragt werden, warum diese Menschen die Parolen und Vorurteile gar nicht hinterfragen. Ist es wirklich nur Dummheit? Ist es wirklich nur Hass? Oder kommt nicht auch die Hilflosigkeit dazu, dass diese Menschen bestimmte Zusammenhänge sich einfach nicht erschließen können, weil sie das nötige Werkzeug dazu nicht erlernt haben?

Nein, ich möchte die Leute nicht in Schutz nehmen. Wer mit Nazis marschiert erweckt zumindest den Anschein, selbst einer zu sein. Wer dort mitläuft, muss damit leben, wenn er in die rechte Ecke geschoben wird und er muss auch damit leben, wenn er als Nazi betitelt wird. Aber die Politik und die Parteien sollten dabei nicht vergessen, dass sie ihren Anteil dazu beigetragen haben – dass auch sie hier versagt haben.

In diesem Zusammenhang wäre es jetzt eigentlich auch interessant, einmal auf das Thema Hartz4 einzugehen, weil auch hier eine Ursache zu finden wäre, aber ich glaube, dass würde den Artikel jetzt doch zu lang werden lassen. Aber ich möchte dann doch noch auf die Perspektivenlosigkeit einiger Menschen eingehen, und hier kommt dann das System ins Spiel, in dem wir leben. Früher war das mit den Parteien und dem System ja mal ganz einfach. Die Arbeiterparteien – also die SPD und die KPD – wollten den Kapitalismus überwinden. Hier gab es für die Arbeiter, zu denen ich übrigens auch die Erwerbslosen zähle, Perspektiven. Diese waren sicherlich utopisch, aber die Erfolge, welche die Sozialdemokratie erringen konnte, konnten sich durchaus sehen lassen.

Doch diese Trennung ist heute nicht mehr möglich. Die SPD hat sich immer mehr zur Wirtschaftspartei entwickelt. Arbeiterrechte haben sich den Profiten der Unternehmer unterzuordnen, die Überwindung des Kapitalismus ist nicht mehr geplant, die Zähmung schon lange aufgegeben. Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Menschen sich nicht mehr wirklich durch die Parteien vertreten sehen, dass sie keine Perspektiven aufbauen können, dass sie keine Utopien haben, an die sie glauben können. Und dann ist es auch nicht verwunderlich, wenn sich diese Menschen von irgendwelchen Rattenfängern fangen lassen, die sie mit simplen Antworten locken. Und genau deswegen muss die Diskussion tiefer gehen, zumindest dann, wenn man die Ursachen auch ernsthaft beheben möchte. Das hat aber nichts damit zu tun, dass man diese seltsamen Ängste ernst nehmen muss, sondern dass die Ursachen behoben werden.

Der Andre hat mich zum LiebsterAward nummeriert, und da ich noch einen Blogartikel brauche, da ich ja bei den Ironbloggern Berlin dabei bin, nutze ich diese Vorlage doch gleich einmal. Er hat sich elf Fragen ausgedacht, die ich hier beantworten soll.

Tasse Cappucino mit Herz

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

 

Ich habe hier vor ein paar Jahren schon mal geschrieben, wie ich zum Bloggen gekommen bin. Ausschlaggebend war, dass ich von 2006 bis 2010 mein Abitur nachgeholt habe und das Bloggen als Möglichkeit genutzt habe, das Erlernte zu vertiefen und zu wiederholen. Der Blog ist aber nicht 2006 entstanden, sondern erst 2008, da ich damals nach neuen Wegen des Lernens gesucht hatte.

2010 war ich dann mit dem Abitur fertig, aber den Blog habe ich dennoch nicht eingestellt, obwohl ich schon kurz überlegt hatte, dies zu tun. Aber in dieser Zeit, also von Oktober 2008 bis zum Mai 2010, sind hier im Blog sehr viel mehr Dinge gelandet, die nicht nur mit dem Abitur zu tun hatten, und deswegen habe ich dann auch entschieden, den Blog weiterzuführen.

 

Worüber würdest du nie auf deinem Blog schreiben?

 

Bisher habe ich da noch keine Grenze festgelegt, aber die gibt es sicherlich auch. Was wohl die meisten ausschließen können, sind Artikel über das eigene Sexleben, aber ansonsten würde mir jetzt erst einmal nichts einfallen.

 

Hast du durch dein Blog schon besondere Dinge erlebt, die ohne es vermutlich nie passiert wären?

 

Nun, was wären denn solche besonderen Dinge? Also es gibt eigentlich nur so eine Sache, die mir so spontan einfällt, die ich nicht erlebt hätte, und zwar das Bloggertreffen im Meisterschüler. Wie der Name es schon verrät, war es ein Treffen für Blogger, aber ansonsten würden mir da jetzt keine anderen Dinge einfallen.

 

Was hat dich 2014 am meisten bewegt?

 

Naja bewegt. Ich habe dieses Jahr meinen Opa mal wieder gesehen, den ich schon 10 Jahre nicht mehr gesehen hatte. Ergeben hat sich das durch einen Tweet, durch den ich zu einem Fahrrad für eine Fahrradtour nach Mecklenburg-Vorpommern kam und diese Möglichkeit habe ich natürlich gleich ausgenutzt.

 

Nimmst du dir spezielle Ziele für 2015 vor?

 

Nein.

 

Was sind die 5 wichtigsten Dinge in deinem Leben, ohne die du nicht leben wollen würdest?

 

Öhm, Gesundheit, Bücher und Dach übern Kopf. Mehr fällt mir nicht ein.

 

Wie sieht für dich ein idealer Sonntag aus?

 

Es kommt doch immer auf die Tagesform an. Mal ist ein perfekter Sonntag, wenn ich einfach nur schlafen kann. Ein anderes Mal ist ein perfekter Sonntag, wenn ich eine ausgedehnte Wanderung gemacht habe, oder ich eine Fahrradtour gemacht habe. Es gibt also keinen idealen Sonntag, den ich hier jetzt beschreiben könnte.

 

Was darf bei dir zu Weihnachten niemals fehlen?

 

Kartoffelsalat mit Bockwürsten und Senf oder Ketschup. ;)

Was bedeutet Familie für dich?

 

Hach, darauf kann ich keine Antwort geben.

 

Wenn du etwas in der Welt verändern könntest, was wäre das?

 

Wenn ich was verändern könnte, hätten wir eine Welt ohne Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg und Gewalt. Wir hätten also keinen Kapitalismus mehr, würden mit der Natur im Einklang leben und es würde keinen Menschen mehr geben, der nicht genügend zu Essen hat. Kurz gesagt, die Ressourcen und der Wohlstand dieser Welt wären fair verteilt.

Gibt es ein technisches Spielzeug, was du gerne haben wollen würdest, was du dir aber einfach nicht kaufst?

 

Technisches Spielzeug? Kann ich mir generell nicht kaufen. Ich könnte zum Beispiel eine neue FritzBox brauchen, eine neue interne Festplatte und gleichzeitig auch eine externe Festplatte. Ein Kindle wäre auch etwas Schönes, aber das kaufe ich mir nur deswegen nicht, weil ich einfach nicht das Geld dazu habe.

So, damit habe ich die Fragen beantwortet. Jetzt muss ich noch die ganzen Regeln abarbeiten, die für diese Stöckchen gelten, also fangen wir mal an:

 

Die Regeln dieses Awards:

 

1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1.000 Follower haben.
4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award-Blog-Artikel.
6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Zu Regel Nr. 3:

Hmm, woher weiß ich jetzt, welche Blogger noch weniger als 1.000 Follower haben, bzw. um welche Follower geht es? Ich Nummeriere einfach mal welche:

  1. Sven (muss erst rausfinden, ob er noch einen Blog hat)
  2. Anni
  3. Verena
  4. Hermione
  5. Svenja

 

Zu Regel Nr. 4:

 

1. Hast du 2014 alles erreicht, was du erreichen wolltest?
2. Unabhängig von Frage ein, wie zufrieden bist du mit deinem Jahr 2014?
3. Hat sich in deinem Leben 2014 etwas grundlegend geändert?
4. Welche 10 Dinge haben dir im Jahr 2014 besonders gut gefallen?
5. Welche 10 Dinge waren im Jahr 2014 besonders negativ?
6. Dein Lieblingsgetränk im Jahr 2014?
7. Deine Lieblingsspeise im Jahr 2014?
8. Was erwartest du vom Jahr 2015?
9. Welches politische Ereignis 2014 war für dich im negativen oder positiven Sinn wichtig?
10. Was sind deine Pläne für deinen Blog?
11. Welche Frage möchtest du jetzt unbedingt noch beantworten? Stelle die Frage und beantworte sie auch.