13 November 2011

Telefonanruf aus Utopia: Erste Phase der Überarbeitung beendet ;-)

Irgendwann vor langer Zeit hatte ich hier mal einen Zeitplan für die Überarbeitung von meiner Kurzgeschichte „Telefonanruf aus Utopia“ veröffentlicht. Den habe ich allerdings nicht eingehalten und bin erst heute mit der ersten Phase der Überarbeitung fertig geworden. Jetzt sind die Seiten so ziemlich bunt, was mich schon überrascht hat. Als Ausrede möchte ich anbringen, dass die Kurzgeschichte schon im Jahr 2006 entstanden ist, und in dieser Zeit habe ich bestimmte Dinge beim Schreiben noch nicht beachtet. Allerdings hätte ich auch damals schon die Kurzgeschichte überarbeiten müssen, bevor ich sie zum Lesen freigegeben hätte. Denn beim Durcharbeiten ist mir aufgefallen, dass an einigen Stellen Wörter fehlen oder das Wörter falsch gewählt wurden sind. Das wäre mir auch vor 5 Jahren schon aufgefallen, damals war ich aber froh, die Kurzgeschichte endlich fertig zu haben.

Jetzt geht es in die zweite Phase. Das bedeutet für mich, noch einmal die gesamte Kurzgeschichte zu lesen und jetzt konkret auf den richtigen Satzbau und auf versteckte Ausdrucksschwächen zu achten. Das wird schneller gehen, denn dort, wo es mir aufgefallen ist, habe ich mir diese Stellen schon beim ersten Durchgang markiert. Dabei sind mir auch einige Dinge eingefallen, die ich noch sehr viel besser machen kann oder die ich ausbauen kann, weil ich zu wenig darauf eingegangen bin. Diese zweite Phase werde ich bis Ende November geschafft haben, bis dahin habe ich die Kurzgeschichte auch aus dem Kindle-Store genommen, denn da hat sie eindeutig noch nichts zu suchen.

In der dritten Phase werde ich dann die Kurzgeschichte in der neuen Version aufschreiben, und dann brauche ich Testleser ;-).

31 Mai 2011

Mein erster (journalistischer) Kommentar

Gestern habe ich mich das erste Mal getraut, einen Kommentar zu verfassen. Ich meine damit nicht die Kommentare, die unter einen Blogartikel stehen, sondern den Kommentar, der als Meinungsbeitrag von Journalisten eingesetzt wird. Ich hätte mir gedacht, dass solch ein Kommentar sehr viel einfacher zu schreiben ist, als ein normaler News-Artikel, aber dem ist nicht so – jedenfalls bei mir noch nicht.

Zwar gibt man in einem Kommentar nur seine Meinung wieder, aber diese soll eben auch zum Diskutieren anregen. Ich wollte deswegen auch ein wenig Würze in diesen Kommentar bringen, was mir aber in diesen ersten Kommentar wohl noch nicht gelungen ist. Vielleicht sollte ich mich auch noch ein wenig mehr mit gegensätzlichen Meinungen auseinandersetzen, und erläutern, warum ich anderer Meinung bin.
Auch bei der Länge des Kommentars bin ich mir noch nicht sicher. Mein Erster war mit über 500 Wörtern ziemlich lang, ich bin mir nicht sicher, ob so ein Kommentar wirklich gelesen wird.

Deswegen jetzt die Frage an euch, was macht für euch einen (journalistischen) Kommentar spannend? Wie lang sollte er maximal sein, sollte er provozieren, wie sollte argumentiert werden und, und, und? Ideen sind Willkommen und verbessern vielleicht meinen nächsten Kommentar.

Wenn ich mir das jetzt noch einmal durchlese, dann glaube ich, dass viele meiner Blogeinträge auch als Kommentar gewertet werden könnten. Aber ich glaube, dass so ein journalistischer Kommentar doch noch ein wenig mehr braucht, als meine Blogeinträge bieten 😉 . Auch dazu würde mich eure Meinung interessieren.

 

23 Mai 2011

Schreibwettbewerb zum Tag des Schreibens

Vor einiger Zeit hat Suite101.de mit einigen Partnern den 29. Juni zum „Tag des Schreibens“ ernannt. Bis dahin wird es einige Aktionen geben, eine davon ist der Schreibwettbewerb, welcher am 19.05.2011 gestartet ist und bis zum 19.06.2011 geht. Die Kurzgeschichten sollen sich um ein Dokument und den Tag, an dem sie geschrieben wurden, drehen, zumindest soll es eine wichtige Rolle in der Kurzgeschichte spielen. Zu gewinnen gibt es auch was, und zwar fünf Verlagsverträge plus ein Amazon Kindle für die besten fünf Kurzgeschichten und für die Plätze 6-10 dann noch Buchpakete im Wert von ca. 50,- Euro. Die Kurzgeschichte selbst darf nicht länger sein als 10 Seiten.

Mich reizt es, an diesem Schreibwettbewerb teilzunehmen, auch wenn die Aufgabe ein wenig schwammig ist und ich mir derzeit nicht wirklich etwas darunter vorstellen kann. Ich möchte nicht mitmachen, um zu gewinnen, sondern weil es für mich eine Möglichkeit ist, um das Schreiben zu üben. Wenn ein Thema vorgegeben ist, kann man nicht einfach los schreiben und sehen, wo einen die Geschichte hinführt, sondern man muss sich die Richtung schon vorher aussuchen und dann gezielt schreiben. Das habe ich bisher noch nicht gemacht, weswegen es für mich eine Herausforderung wäre, die mich schon reizt. Ob man die Kurzgeschichte dann einreicht, das kann man entscheiden, sobald sie fertig ist und der Termin zur Abgabe nicht überschritten ist.

Dagegen spricht allerdings, dass ich im November wieder am NaNoWriMo teilnehmen möchte, und ich bis dahin auch noch meine Kurzgeschichte „Telefonanruf aus Utopia“ überarbeitet haben will. Das müsste ich dann nach dem 19 Juni angehen, was mir eine Zeitspanne von 4 1/2 Monaten lassen würde. Ich weiß nicht, ob das reicht, denn ich möchte die Kurzgeschichte noch einmal sehr gründlich überarbeiten. Nicht so leicht also, aber ich werde noch eine Nacht drüber schlafen und mich dann entscheiden.

Für alle, die gerne einen Verlagsvertrag hätte, ist das vielleicht eine interessante Möglichkeit an eben diesen zu kommen. Also macht euch an die Arbeit und schreibt eine Kurzgeschichte, vielleicht ist eure ja die, die unter den ersten fünf landet.

 

21 Mai 2011

Motivation einen Krimi zu schreiben ;-)

Die Schreibnudel möchte, dass aus 10 Wörtern, welche sie vorgegeben hat, ein handfester Tipp geschrieben wird. Okay, dann versuche ich das doch einmal, denn es ist eine interessante Schreibübung.

Um in seiner Motivation einen Krimi zu schreiben nicht ein gebremst zu werden, sollte man sich einen Tee kochen, sein Handy und sein Telefon einpacken, seinen Schreibtisch putzen, etwas Erdbeerkuchen essen, einen genialen Einfall haben, 10 Liegestütze machen und seine Willenskraft bündeln.

Ist doch ein toller Tipp, oder?

 

Ich selbst habe heute auch meinen Schreibtisch aufgeräumt und mir einen weiteren meiner Texte vorgenommen, um die überflüssigen Wörter daraus zu streichen. Auf einer halben A4 Seite waren dies immerhin 41 Wörter, von denen ich mindestens 38 ersatzlos streichen konnte. Das zeigt mir, dass ich auch in meinen Kurzgeschichten eine Menge streichen kann, womit ich heute auch begonnen habe. Immerhin nehme ich mir schon seit 3 Jahren vor meine Kurzgeschichte „Telefonanruf aus Utopia“ zu überarbeiten, heute habe ich nun damit angefangen. Ich werde jetzt jeden Tag eine A4-Seite durcharbeiten und die Wörter streichen, die überflüssig sind. Das perfektioniert noch lange nicht die Kurzgeschichte, ist aber der erste Schritt. Danach werde ich noch die Zeitformen korrigieren müssen, und einige Stellen werden auch umgeschrieben werden.

 

12 Mai 2011

Mein erstes E-Book im Kindle-Store – Telefonanruf aus Utopia

Ich hatte gestern schon angekündigt, dass ich eine Kurzgeschichte im Kindle-Store (nennt man das so?) veröffentlichen werde. Diese wurde heute nun freigegeben und ist für 1,15 Euro erhältlich. Von diesen 1,15 Euro bekomme ich 35 Cent, ich werde also kein Millionär – wenn denn überhaupt etwas verkauft wird. Wie so ein KINDLE oder ein anderes Gerät, mit dem man diese E-Books lesen kann, funktioniert, kann ich euch leider nicht erzählen. Aber wer damit liest, der weiß das mit Sicherheit eh alleine 😉 .

Hier eine kleine Leseprobe für alle, die jetzt mit dem Gedanken spielen die Kurzgeschichte zu kaufen:

Heute ist ein schöner Tag. Die Bomben fliegen von Links nach rechts, von oben nach unten und von Ost nach West. Ich sitze hier vor meinem Zelt in einen sicheren Abstand zur Front.

Oh, natürlich habe ich vergessen zu erzählen, wer ich bin. Ich bin Leutnant Mayer, Leutnant Mayer von der 2.Volkssturmfront. Neben mir sitzt der Leutnant von der anderen Seite, wir spielen gerade Schach und trinken Tee. Ich meine, warum sollten wir uns umbringen, wo wir doch genügend Menschen haben, die sich zum Durchsetzen unserer Interessen, gegenseitig Töten. Ich brauche mir auch keine wirklichen Sorgen machen, denn der Krieg ist Jung und meine Arbeitsstelle ist für die nächsten Jahre gesichert. Das ist mir auch wichtig, denn ich muss zu Hause meine Kinder ernähren und meine Frau gibt auch mehr Geld aus, als man mit einem anderen Beruf verdienen könnte.

Auch für die Wirtschaft ist dieser Krieg wunderbar, die Arbeitslosenzahlen sind gesunken, fast auf null und die Wirtschaft, besonders die Kriegsunternehmen, melden täglich neue Rekordgewinne. Auch der Zustand der Autobahnen wird täglich immer besser, die Schlaglöcher werden immer weniger.

Den Link zum Buch findet ihr hier –> Telefonanruf aus Utopia <— er führt auf die Seiten von Amazon, es handelt sich um einen Amazon-Partnerlink.

11 Mai 2011

Mein Kindle-E-Book ;-)

Man sollte ja alles einmal ausprobiert haben, so habe ich das jedenfalls mal gelernt. Gestern bin ich dann beim Eliterator einen Artikel entdeckt, in welchen er auf sein Lyrik-E-Book fürs Kindle hingewiesen hat. Und da dachte ich mir, das könnte ich doch auch einmal ausprobieren, nicht mit Gedichten, sondern mit einer Kurzgeschichte, welche ich schon lange hier liegen haben. Und genau das habe ich heute dann auch gemacht.

Allerdings musste ich als Erstes die Grammatik und die Rechtschreibung überprüfen, denn die Kurzgeschichte war von 2006 und da waren beide Dinge noch schlechter als sie es heute sind. Nachdem ich eine Stunde investiert hatte, habe ich das Ganze als Doc-Dokument abgespeichert und es dann bei Amazon als E-Book hochgeladen. Kindle Direct Publishing nennt sich das. Das Hochladen und Einstellen des Buches ist ziemlich einfach, dann muss man sich noch einen Preis überlegen, versichern das man alle Rechte hat und schon kann man es einstellen. Jetzt wird das Ganze noch von Amazon überprüft und in drei Tagen sollte es dann verfügbar sein, wenn es den Qualitäts-Richtlinien von Amazon entspricht.

Ich bin selbst gespannt, wie es jetzt weitergehen wird und natürlich auch, ob sich die Kurzgeschichte dann auch verkauft. Ich werde euch natürlich informieren, ob das Buch freigeschaltet wurde und wo ihr es dann finden könnt. Interessant ist es eh nur für Leute, die ein Gerät haben, mit denen sie die Kindle-E-Books öffnen können 😉 .

9 Mai 2011

Zu viele Wörter im Text – Wörter die man selten verwenden sollte.

Mein Hobby ist ja das Schreiben. Schreiben ist aber nicht nur Talent (wobei ich nicht einmal weiß, ob ich Talent habe), nein Schreiben ist harte Arbeit – das sollte jedem klar sein. Wenn ich hier einen Artikel veröffentlicht habe, ist der dieser für mich noch lange nicht abgeschlossen. Ich arbeite meist noch mehrere Tage später dran, auch wenn ich nicht alle Änderungen online stelle. Vielmehr interessiert mich, welche Füllwörter ich verwende, welche Fehler ich häufiger mache und wo meine Satzkonstruktionen nicht immer stimmen.

Heute habe ich mich nun an meinen Artikel von gestern gesetzt. Diesmal ging es mir um Wörter, die man laut einer Liste aus dem Buch „Deutsch für Profis“ von Wolf Schneider nicht- oder nur sparsam verwenden sollte. Im ersten Abschnitt hatte ich 10 dieser Wörter verwendet. Um genau zu sein, waren es folgende Wörter:

  • Dreimal das Wort „wieder“
  • Zweimal das Wort „einmal
  • Einmal das Wort „schon“
  • Einmal das Wort „kaum“
  • Einmal das Wort „sogar“
  • Einmal das Wort „einfach“
  • Einmal das Wort „nun“

 

Ich habe mir den ersten Absatz dann noch einmal vorgenommen und dabei viel mir auf, dass ich zweimal das Wort „wieder“ durch „erneut“ hätte ersetzen können. Erneut steht nicht auf der Liste, wäre also ein guter Ersatz für das Wort „wieder“. Weitere vier Wörter hätte ich ersatzlos streichen können. Die Frage ist dann halt, ob sich dadurch der Lesefluss wirklich verbessert oder ob der Text dadurch nicht etwas verliert. Interessant ist das Thema auf jeden Fall, denn im Internet sind ja die Texte am besten, die so wenig Wörter wie nötig verwenden, um so viele Informationen wie möglich zu verwenden. Im folgenden Satz konnte ich so zum Beispiel drei Wörter sparen.

 

Im Original habe ich geschrieben:

„Da der BIG-25-Lauf nun schon einmal bezahlt war, entschied ich mich, einfach dort wieder mit dem Lauftraining zu beginnen und einfach soweit mitzulaufen, wie es mein Körper hergab.“

Nach dem ich die überflüssigen Wörter gestrichen oder ersetzt habe, ergibt sich folgender Satz:

„Da der BIG-25-Lauf schon bezahlt war, entschied ich mich, einfach dort erneut mit dem Lauftraining zu beginnen und soweit mitzulaufen, wie es mein Körper hergab.“

Welche Version nun besser ist, das muss der Leser entscheiden, die Information im Satz bleibt aber dieselbe.

 

Wie sieht es bei euch aus? Macht ihr euch auch Gedanken über eure Texte und über zu viele Wörter im Text?

28 April 2011

Das unfertige Gedicht

Ich schreibe ja ab und an mal ein Gedicht. Dabei geschieht es auch, dass ein Gedicht gut anfängt, dann aber ins Leere verläuft. Ich speichere diese Gedichte dann meistens ab und versuche diese zu einem späteren Zeitpunkt zu beenden. Beim Folgenden war es genauso, leider habe ich bis heute kein wirkliches Ende gefunden.

 

Weißt du, wer ich bin?

Ich bin groß und doch klein,
ich bin lieb, doch gemein.
Bin kein Mann, bin ein Kind,
bin so still, wie der Wind.

Ich bin schlau und auch dumm,
ich bin alt und auch jung.
Bin oft leise, meist laut,
bin der, der sich nicht traut.

 

Ich bin langsam und schnell,
ich bin dunkel und hell,
ich bin warm und doch kalt,
biete niemanden halt.

 

Weißt du, wer ich bin?

 

Es könnte auch sein, dass ich die erste Strophe inzwischen schon woanders verwendet habe, so sicher weiß ich das nicht, denn der Anfang ist schon ziemlich alt. Jedenfalls werde ich das Gedicht jetzt nicht mehr weiter schreiben, weil mir einfach nicht einfällt, wie man es beenden kann.

16 April 2011

Manchmal fällt der Apfel doch weit vom Stamm – Kurzgeschichte

Vor einigen Wochen stolperte ich über einen Schreibwettbewerb, bei den es um das Thema „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ ging. Leider hatte ich nur noch eine Woche Zeit, um daran teilzunehmen, was ich natürlich nicht geschafft habe. Ich hatte aber mit der Kurzgeschichte schon begonnen, und wollte diese jetzt natürlich auch fertigstellen. Und weil ich ungern eine Kurzgeschichte ungelesen in einem Schubfach verschwinden lasse, veröffentliche ich diese jetzt hier auf meinen Blog. Viel Spaß beim Lesen.

„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, sagte meine Oma immer. Und eigentlich hat sie ja recht, denn der Stamm, also die Eltern, dienen den meisten als ihre Vorbilder. Kinder übernehmen sich die Eigenschaften ihrer Eltern, egal ob diese Eigenschaften Positiv oder Negativ sind.

Meine Freundin zum Beispiel, sie ist eine totale Leseratte. Das kommt nicht einfach nur so, dass ist sie, weil auch ihre Mutter den ganzen Tag gelesen hat. Das hat sich bei ihr natürlich eingeprägt und so ist auch sie eine Leseratte geworden. Übrigens gilt das auch fürs Putzen, denn auch hier ist sie genauso gründlich wie ihre Mutter, aber ich erwähnte ja schon, dass es auch für die negativen Eigenschaften gilt. Bei meiner Freundin erkennt man sofort, von wem sie ihre Eigenschaften übernommen hat, und wer sie somit in ihrer Kindheit am meisten geprägt hat. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass wenn ich einige Jahrzehnte früher auf die Welt gekommen wäre, dass ich mich dann in die Mutter meiner Freundin verliebt hätte, ich weiß nur nicht, ob das für meine Freundin jetzt eine Beleidigung ist, oder nicht. Ärgern tut sie sich auf jeden Fall immer, wenn ich schmunzle, sobald sie sagt, dass sie anders ist als ihre Mutter. Das wünscht sie sich vielleicht, aber sie ist es nicht.

Ich hingegen frage mich manchmal, ob ich nicht adoptiert worden bin. Ich finde an mir weder die Eigenschaften meiner Mutter wieder, noch die Eigenschaften von meinem Vater. Wir drei könnten unterschiedlicher nicht sein, was meine Oma auch schon festgestellt hat – und das, obwohl sie ja selbst behauptete, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt.

Meine Mutter liebt zum Beispiel saubere Räume, also richtig sauber, so wie in einem Krankenhaus. Damit kann ich nicht wirklich etwas anfangen, ich brauche mein Chaos. Hier ein Stapel Bücher auf dem Boden, dort ein Haufen mit Unterlagen, die ich mir eventuell noch einmal ansehen muss. Es kann auch mal vorkommen, dass ich drei gebrauchte Tassen auf meinem Schreibtisch stehen habe, was mich aber nicht weiter aufregt, denn irgendwann räume ich diese ja weg und wasche sie dann auch ab.

Oder mein Vater, mein Vater liebte die Pünktlichkeit. Wenn man zu einer Verabredung zu spät kam, dann konnte es schon passieren, dass er einige Tage nicht mehr mit einem sprach. Ich hingegen halte gar nichts von Pünktlichkeit. Nicht das ich nicht versuche pünktlich zu sein, aber meist bin ich es eben nicht, was ich aber auch nicht wirklich schlimm halte. Im Gegenteil, für mich ist ein Mensch viel sympathischer, der zu einem Treffen mal zu spät kommt, auch wenn ich zehn Minuten auf ihn warten muss. Er zeigt mir, dass ich nicht der Einzige bin, der nicht perfekt ist.

Das sind jetzt nur zwei Beispiele von vielen, in denen ich mich von meinen Eltern unterscheide und weswegen ich mich natürlich auch immer frage, warum ich dann doch soweit vom Stamm gefallen bin. Ich glaube einer der Gründe dafür war, dass meine Eltern beide berufstätig waren. Ich verbrachte wenig Zeit mit meinen Eltern, im Gegensatz zu meiner Freundin, die mit ihrer Mutter sehr viel Zeit verbracht hat. Ich verbrachte meine Zeit mit immer neuen Babysittern oder neuen Erziehern im Kindergarten und neuen Lehrern in der Schule. Von denen habe ich mir auch sehr viel abgeschaut, denn ich erinnere mich an einen jungen Lehrer, der ständig zu spät zum Unterricht kam. Er nahm es auch sehr locker, als eines Tages die gesamte Klasse zu seinem Unterricht zu spät kam. Er grinste nur kurz und trug dann alle Schüler als anwesend ins Klassenbuch ein. Ein sympathischer Mensch eben!

Ich bin meinen Eltern nicht böse darüber, dass sie beide Arbeiten waren. Im Gegenteil, ich finde es sogar gut, denn dadurch konnte ich viele verschiedene Charaktere kennenlernen, von denen ich mir viele verschiedene Eigenschaften abgeschaut habe. Und es gab ja auch sehr viele schöne Erlebnisse, die ich zusammen mit meinen Eltern erleben dürfte. Und sie haben mich nicht ins Internat abgeschoben, was bei einigen meiner Freunde durchaus passiert ist, deren Eltern beide berufstätig waren. Und wenn ich ehrlich bin, so fände ich es doch sehr langweilig, wenn ich dieselben Eigenschaften wie meine Eltern hätte, oder wäre es nicht langweilig, wenn wir alle genauso aussehen würden, wie unsere Eltern?

Und wenn mich jemand fragt, warum ich denn nicht so bin wie meine Eltern, dann sage ich, dass ich Glück hatte. Denn als ich als junger Apfel vom Baum gefallen bin, erfasste mich ein Windstoß, der mich über die Wiese trug. So konnte ich viele Dinge erleben, die andere nicht erlebt haben, und ich landete eben nicht vor dem Stamm meines Baumes, sonder ein paar Meter weiter entfernt, sodass ich ihn zwar noch sehen konnte, aber eben auch die vielen anderen Stämme, die es auf unserer Wiese zu sehen gab.

24 März 2011

Gelaufen – Gedicht

Ich bin gelaufen!
Gelaufen über Wiesen aus Snickers-Gras und Mars-Farnen,
Gelaufen durch Wälder aus Bierdosen-Bäumen,
Gelaufen und fast gestolpert über Starbrucks-Steinen.

Mir fehlten die blauen Blumen aus dem letzten Jahr,
die Haselnussbäume, die für einen Parkplatz weichen mussten.
Das grüne Gras unter dem neuen Einkaufszentrum.

Ich genieße die Natur, die es noch gibt,
die frische Luft, wenn sie nicht gerade verpestet wird.
Ich laufe und laufe, wundere mich, warum der Mensch,
der die Schönheit liebt, die Natur nicht achtet.

Ich bin gelaufen!
Gelaufen über Wiesen aus Snickers-Gras und Mars-Farnen,
Gelaufen durch Wälder aus Bierdosen-Bäumen,
Gelaufen und fast gestolpert über Starbrucks-Steinen.