1 Februar 2011

Die lachende Ente – Kurzgeschichte

Wie jeden Abend machte sich Sabrina für ihr Lauftraining bereit. Sie befüllte ihre Trinkflaschen mit warmen Tee, steckte die Flaschen in ihren Gürtel und startete ihren Trainingscomputer. Danach nahm sie ihren Schlüssel, öffnete die Tür und betrat den Flur. Nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, trat sie ins Freie, atmetet einmal tief ein und genoss die frische, kalte Luft, welche sich in ihren Lungen ausbreitete. Danach lief sie los, nachdem der Trainingscomputer den Satelliten gefunden hatte und sie die Aufzeichnung ihrer Daten gestartet hatte.

Heute lief sie das erste Mal alleine, nachdem sich am Vortag ihre Freundin verletzt hatte. Sie stolperte über einen Stein und verstauchte sich dabei den Knöchel. Für Sabrina war das kein Grund mit dem Training auszusetzen. Es war zwar Winter, und somit schon ziemlich dunkel, als sie loslief, aber davor hatte sie keine Angst, denn in ihrer Gegend war bisher noch nie etwas passiert.

Ihre Laufstrecke führte an einem Fluss entlang. Sie liebte diese Strecke, denn hier lag noch ein besonderer Geruch in der Luft. Außerdem beruhigte sie der Anblick des Wassers, die kleinen Wellen, welche die Oberfläche des Wassers bedeckten. Ebenso liebte sie es, den Enten nachzusehen, wie sie langsam über das Wasser schwammen, oder den Schwänen, wenn sie ihren Kopf zwischen ihren Flügeln steckten. Sie liebte es auch, wenn die Lichter der Häuser, welche auf der anderen Seite des Ufers standen, vom Wasser reflektiert werden. Eigentlich liebte sie alles an der Strecke! Die Bäume, die Blätter, der Boden, der ziemlich weich war, da es keinen Beton gab, der ihn zupflasterte.

Doch an diesem Abend war etwas anders. Nachdem sie die Hälfte der Strecke hinter sich hatte, fühlte sie sich plötzlich beobachtet. Sie schaute sich um, doch da war nirgendwo jemand. Sie wurde schneller und schneller, wusste aber nicht wieso. Irgendetwas war da, irgendwer folgt ihr, machte ihr Angst. Überall sah sie jetzt jemanden, der Baumstamm, den sie schon hundert Mal gesehen hatte, sah plötzlich aus wie ein Mensch. Hinter jedem Baum, der sich bewegte, sah sie einen Menschen, der auf sie zukam. Sabrina wurde immer nervöser, ihr Puls ging noch weiter in die Höhe, Adrenalin schoss durch ihren Körper und plötzlich stolperte sie über eine Baumwurzel, an die sie überhaupt nicht mehr gedacht hatte, obwohl sie schon seit Jahren an dieser Stelle ist.

Das Lachen einer Ente war das letzte was sie hörte.

Am nächsten Tag suchte ein Polizeiaufgebot nach Sabrina, nachdem sie in der Nacht nicht nach Hause gekommen war. Ihr Mann hatte sie als vermisst gemeldet und hoffte nun, dass sie nur etwas Abstand brauchte und sich irgendwo ein Hotelzimmer genommen hat. Doch als die Polizei neben einer Baumwurzel den Trainingscomputer von Sabrina fand, war ihrem Mann sofort klar, dass sie kein Hotelzimmer genommen hat.

17 Januar 2011

Der Schreibtischstaub – Aus der Reihe der Reinigungsgedichte

Der Schreibtischstaub hat zum Krieg aufgerufen,
den Feind musste man gar nicht lang suchen.
Es ist der Lappen, der täglich erscheint,
der Lappen ist der richtige Feind.

Täglich erlitt man schwere Verluste,
ohne das man den Grund hierfür wusste.
Doch jetzt holt man aus zum Gegenschlag,
weil der Schreibtischstaub nicht mehr sterben mag.

So beschloss man dann freudig, einen düsteren Plan,
und zwar das jeder jetzt jeden befruchten kann.
Und so hatte man dann den ganzen Tag Spaß,
worüber man ganz den Lappen vergaß.

Als es Dunkel war kam der Lappen dann an,
holte schnell sich wieder Staubfrau und Staubmann.
Denn zur Gegenwehr fehlte die nötige Kraft,
weil man Tagsüber zu viel gevögelt hat.

Gibt es eine Moral in diesem Gedicht?
Nein, eine Moral die gibt es nicht.
Lebe einfach dein Leben, egal ob Tag oder Nacht,
der Tod kommt am Ende, mit aller macht.

14 Januar 2011

Die verhinderte Flucht – Aus der Reihe der Reinigungsgedichte

Wenn man nachts Büros und Toiletten reinigen muss, kommt man ab und an auf sehr seltsame Ideen. So entstand auch dieses Gedicht! Ich glaube ich werde jetzt die Phase der Reinigungsgedichte damit starten, mal schauen, wie viele es werden. 😉

Dein Entschluss kam unerwartet,
lange hattest du gewartet.
Auf die Chance das du dich jetzt,
einfach mal im Klo versteckst.

Hofftest das die Reinigungsfrau,
dann nicht putzt so ganz genau.
Doch sie fand dich ziemlich schnell,
du warst Dunkel, das Klo war hell.

Hattest keine Chance zu bleiben,
musstest durch den Lappen leiden.
Dieser sagte grad heraus,
Schamhaar mit dir ist es aus.

1 Januar 2011

Willkommen im Jahr 2011

Der erste Tag des neuen Jahrzehnts ist nun schon fast wieder Geschichte. Ich hoffe ihr seid gut in dieses neue Jahr gestartet und hattet nicht all zu viel mit den Nachwirkungen der Silvesternacht zu kämpfen. Obwohl ich mir hier in Berlin heute noch nicht so sicher war, ob denn überhaupt schon Silvester war, denn hier wurde noch soviel geknallt, das war schon nicht mehr schön.

Ich selbst bin ganz entspannt ins Jahr gestartet, zwar tun mir heute ein wenig die Muskeln weh, was wohl eine Auswirkung des Silvesterlaufes ist, den ich gestern gelaufen bin, aber ansonsten geht es mir relativ gut. Na gut, mich hat auch eine kleine Erkältung eingeholt, aber das wusste ich gestern schon, von daher hat die mich nicht überrascht. Aber die Erkältung konnte mich nicht davon abhalten, heute einen schönen Spaziergang durch Berlin zu machen. 11,79 KM quer durch meinen Bezirk und auch dem benachbarten. Eigentlich wollte ich dabei auch ein paar Fotos machen, aber am Ende ist aus diesem Vorsatz nicht wirklich etwas geworden.

Für den Januar habe ich mir fest vorgenommen, die Kurzgeschichte „Telefonanruf aus Utopia“ noch einmal zu überarbeiten. Es sind noch viele Fehler drin, die ich heute nicht mehr so machen würde, aber die ich eben vor 4 Jahren gemacht habe, als diese Geschichte entstand. Aber ich möchte nicht nur Fehler entfernen, nein ich möchte auch noch einige Stellen überarbeiten, mehr Tiefe reinbringen und überflüssiges Streichen. Der Grund dafür ist, dass ich es vielleicht wieder als Buch drucken lasse. Ob es dann wer kauft, ist natürlich noch die zweite Frage, aber das ist ja dann erst der übernächste Schritt. Außerdem möchte ich wieder mehr Kurzgeschichten schreiben. Damit habe ich irgendwann aufgehört und nur noch hier und da mal was ganz, ganz Kurzes geschrieben. Aber der NaNoWriMo-Wettbewerb hat mir gezeigt, dass ich immer noch viel Spaß daran habe, meine Geschichten, die sich tagtäglich in meinem Kopf abspielen, aufzuschreiben.

Diese werde ich natürlich dann nicht in einem Buch drucken lassen, sondern weiterhin hier auf dem Blog veröffentlichen, so wie ich es ja auch im letzten Jahr ein-zweimal gemacht habe.

27 Dezember 2010

100.Dinge, die im Jahr 2010 gut waren – Teil 1

Auf schreibnudel.de gab es heute den Tipp, einmal 100.Dinge aufzuschreiben, die im Jahr 2010 gut waren. Nun ich kann mir nicht vorstellen, dass dies so einfach wird, aber ich werde es mal probieren. Sollte es zu viel werden, werde ich den Artikel in zwei Beiträgen spalten. Aber fangen wir erst einmal an.

Das wohl Beste am Jahr 2010 war das Abitur, welches ich bestanden habe. Es war zwar nur eine 2,6 die ich am Ende als Abschlussnote hatte, aber bestanden ist bestanden und es war ja immerhin keine Vier, mit der ich bestanden habe.

Dann war dort natürlich noch der Fahrradunfall, der natürlich nicht gut war. Aber das ich ihn ohne große Verletzungen überstanden habe, das war natürlich super und natürlich auch, dass ich meine Matheprüfung danach noch schreiben konnte.

Die Ausflüge mit dem Fahrrad waren natürlich auch super, auch wenn es gern mehr Ausflüge hätten sein können, aber mein Fahrrad war ja dann ab Ende Mai nicht mehr zu gebrauchen.

Bei Suite101.de wurde ich auch aufgenommen, woran ich nie geklaubt hätte. Seither habe ich dort 19. Artikel veröffentlich, wobei es eigentlich schon ein paar mehr Artikel hätten sein können, und auch hätten sein müssen. Aber auch daran arbeite ich noch. Durch Suite101 habe ich aber eine ganze Menge gelernt und ich bin mir sicher, dass es dort nächstes Jahr noch weiter aufwärtsgeht.

Dann war da der Sieg von Lena beim Grand Prix, was mich natürlich nicht persönlich betrifft, den ich aber sehr gut finde und der auch mit zu den 100.Dingen gehört, die mir dieses Jahr gut gefallen haben.

Die vielen neuen Volksläufe gehören ebenso zu diesen Dingen. Da ist zu einem der 1.IGA Lauf, welcher auf dem ehemaligen Flughafengelände in Tempelhof stattfand. Dann war dort noch der Herbstlauf in Hohen-Neuendorf, den ich auch das erste Mal in diesem Jahr gelaufen bin. Aber auch der Firmenlauf, den ich durch einen Zufall mitlaufen durfte, gehörte mit zu diesen Dingen, die mir dieses Jahr gut gefallen haben.

Dann war dort der erste Text, den ich an jemanden verkauft habe. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals einen meiner Texte gegen Geld verkaufen könnte, inzwischen verkaufe ich sehr oft Texte und verdiene damit einen Teil meines Geldes.

Wo wir schon dabei sind, dann war auch der Schritt in die Selbstständigkeit etwas Gutes. Natürlich könnte ich das schon im nächsten Jahr wieder bereuen, aber zurzeit finde ich, dass es der richtige Entschluss war.

Und wenn ich daran denke, dann denke ich natürlich auch an meinen ersten Auftrag, den ich von Tanja bekommen habe. Auch das gehört mit zu den 100.Dingen in diesem Jahr, die gut waren.

Die Ausflüge, um Pilze zu finden, waren auch gut. Ich war früher sehr oft in den Pilzen, hatte jetzt aber jahrelang niemanden, der mich begleitete. Das hat sich in diesem Jahr geändert, und so waren wir dann gemeinsam dreimal in den Pilzen. Das bringt mich natürlich zu der Krause-Glucke, ein Pilz, den ich sonst maximal einmal im Jahr gefunden habe. Dieses Jahr habe ich diesen Pilz gleich mehrmals gefunden und natürlich auch mehrmals gegessen. Einfach lecker kann ich da nur sagen.

Das waren jetzt noch lange keine 100.Dinge, die dieses Jahr gut waren, aber wenn ich ehrlich bin, dann fallen mir derzeit nicht mehr ein. Ist aber gar nicht so schlimm, denn sonst würde der Eintrag zu lang werden und ich kann ja dann noch einen zweiten Teil folgen lassen. Wahrscheinlich müsste ich noch mehr ins Detail gehen und auch die ganz kleinen Dinge ansprechen, die mir diese Jahr gefallen haben. Ich werde sicher noch einen zweiten und eventuell auch noch einen dritten Artikel über dieses Thema schreiben und vielleicht liest man ja auch bei euch mal etwas darüber.

1 Dezember 2010

NaNoWriMo – Der Monat ist vorbei

Ich hatte mich ja letzten Monat für den NaNoWriMo angemeldet, habe aber ziemlich schnell gemerkt, dass ich dieses Jahr doch viel zu unvorbereitet in die Sache hinein gegangen bin. Deswegen habe ich auch keine 50.000 Wörter geschafft, ich bin nicht einmal an die 20.000 heran gekommen.

Die Misere begann schon am ersten Wochenende. Bis dahin lag ich sehr gut im Rennen, lag zwischenzeitlich sogar vor der Wortzahl, die ich am Tag schaffen musste. Doch dann vergaß ich den USB-Stick im Büro, auf dem die Geschichte drauf war. Das waren dann schon einmal drei Tage, die ich nicht an der Geschichte schreiben konnte. Eigentlich waren es sogar vier Tage, weil ich den Stick am Donnerstag vergessen hatte und auch am Freitag nicht im Büro war. Am Montag danach habe ich noch einmal mit dem schreiben begonnen, konnte mich dann aber nicht mehr wirklich motivieren, weil ich immer weiter zurück viel und die Geschichte immer langweiliger wurde. Ich hatte zwar schon spezielle Vorstellungen wie die Geschichte weitergehen sollte, doch bis es wirklich spannend werden würde, hätte ich noch ein Jahr überbrücken müssen.

Auch dafür ist mir dann schon eine Menge eingefallen, doch dann kam ich unter Zeitdruck, wodurch wieder Tage wegfielen und ich weiter nach abfiel und irgendwann, es war am Ende der zweiten Woche, verließ mich meine Motivation dann vollständig. Bis dahin hatte ich 11.700 Wörter und mehr sind es dann auch nicht mehr geworden.

Nächstes Jahr werde ich aber wieder antreten, diesmal werde ich aber schon das ganze Jahr über Szenen sammeln, die ich dann in der Geschichte verarbeiten kann. Diese werde ich natürlich nicht ausarbeiten, sondern einfach nur als Konzept aufschreiben. Das Heft dafür werde ich mir demnächst kaufen und dann immer bei mir tragen, damit ich die Alltagssituationen immer gleich aufschreiben kann.

So und zum Schluss hänge ich euch hier noch die PDF an mit der Geschichte, die ich bis jetzt habe. Das spannende kommt erst noch, aber nur, wenn ich die Geschichte auch weiterschreiben werde 😉 .

nanowrimo

25 November 2010

Das Wichtigste aus der Politik vom 24.11.2010 ;-)

Deutsche Politik kann so schön sein, besonders wenn man eigentlich nichts Wichtiges zu sagen hat und es doch in eine Pressemitteilung verpackt. So habe ich gerade eben erfahren das unser Norbert Röttgen, ja genau der Umweltminister, der einfach mal umgangen wurde bei der Frage um die Laufzeitverlängerungen, genau dieser Röttgen hat noch nie gekifft. Nun mal ehrlich, jetzt ist er mir natürlich total unsympathisch und ich werde ihn ab jetzt nie wieder wählen, was ich aber bisher auch noch nie getan habe 😉 . Aber es wird ja noch schlimmer, er betrinkt sich auch nicht in der Öffentlichkeit, nein kein Vollrausch im Bundestag! Wir werden ihn wohl nie auf den Tischen tanzen sehen, oder mitbekommen, wie er grölend durch die Straßen von Berlin läuft und Autos demoliert. Eigentlich schade hätte ihn wieder ein wenig menschlicher gemacht, nachdem er schon nicht kifft.

Aber dem Alkohol ist er natürlich dennoch verfallen, hätte mich auch gewundert wenn nicht – wie sonst soll man solch eine Politik durchhalten, wie sie derzeit unsere Bundesregierung macht? Im stillen Kämmerlein, beim Kerzenschein und anständiger klassischer Musik, da gönnt auch er sich mal ein Glas Wein, ein Bier oder eben ein Glas Whiskey. Wobei die Mengenangaben jetzt geschätzt sind, die werden nämlich im Artikel nicht erwähnt.

Ach so und für alle AC/DC Fans, die ihren Norbert gewählt haben, weil sie dachten, er sei einer von ihnen, ich muss euch leider enttäuschen, euer Norbert war noch nie auf einem Konzert von AC/DC. Nehmt es nicht so schwer, gute Rock und Pop-Musik mag er dennoch. Ob es sich dabei allerdings um die Musik handelt, die ihr neben AC/DC gerne hört, das kann ich euch jetzt auch nicht beantworten.

Ja zurück zur Politik!

Ach ja, der Gysi, ihr wisst schon der SED/PDS/Die Linkspartei-Gysi, der Anwalt, der kleine Politiker mit Kreisglatze (nennt man das so? ). Ja genau der! Der hat sich so einfach von seiner Frau getrennt. Nun weiß ich nicht, ob wir uns vielleicht Sorgen machen müssen um seine Politik, es könnte ja immerhin passieren, dass diese nur noch halb so gut ist wie die, die er vorher mit Frau gemacht hat. Allerdings wären viele Ansätze, die er bringt, auch dann noch viel besser als die der jetzigen Bundesregierung, wenn sie wirklich nur noch halb so gut sind, wie vorher mit Frau.

Er war mit seiner Frau übrigens seid 1996 zusammen, insgesamt also 14 Jahre, da hat wohl im zweiten Anlauf doch noch das verflixte 7. Jahr zugeschlagen (2×7=14 😉 )

So, was Wichtigeres gab es nicht in der Politik, also müsst ihr euch damit zufriedengeben. Die Haushaltsdebatte war nämlich langweilig. Jeder gibt den anderen die Schuld an der schlechten Politik, die Grünen sind nur eine Protestpartei, die alles Blockieren was ihnen Stimmen bringt und die SPD, die lässt man in Ruhe, die hat ja eh kein Profil mehr, auf dem man rumtrampeln könnte.

15 November 2010

Eine letzte Berührung

Er streichelte ihr ganz langsam durchs Haar. Eher zufällig hatte er dieses berührt und konnte dann nicht widerstehen, durch die Haare zu streicheln. Ganz langsam und vorsichtig.

Sie merkte die Berührung, die Wärme, welche durch seine Hände abgestrahlt wurde. Schon lange hatte sie diese Wärme nicht mehr gespürt, weswegen sie es sich auch gefallen lies, obwohl vorher noch keine Annäherung stattgefunden hatte.

Er wollte nicht nur ihr Haar spüren, weswegen er mit seinen Fingern auch langsam über ihre Wangen strich. Die Wärme gefiel ihm, gleichzeitig merkte er, wie sich die Wangen langsam rot färbten.

Sie spürte die Berührungen nur noch, denn sie hatte die Augen geschlossen. Sie wollte den Augenblick genießen, sie wollte seine Lippen spüren, seinen Atem. Sie näherte sich seinem Mund, hoffte auf Erwiderung. Sie merkte, wie auch er sich auf sie zubewegte. Spürte seinen Atem in ihrem Gesicht, sie merkte die Finger von ihm wieder in Ihren Haaren, sie fühlte den leichten Druck, den die Finger ausübten, um ihren Kopf zu stabilisieren.

Seine Lippen bewegten sich auf ihre Lippen zu. Er spürte ihren Atem im Gesicht, merkte, wie sich ihre Augen langsam wieder öffneten, wie sich auch ihre Lippen auf seine zubewegten. Nur noch wenige Sekunden, dann würden sich ihre Lippen berühren.

Sie entspannte sich weiter. Jetzt wollte sie nicht mehr nur passiv sein, ihre Hände bewegten sich, streichelten durch sein Haar. Auch sie konnte die Wärme spüren, als sie über seine Wangen streichelte. Ihre Lippen berührten sich, beide küssten sich, lange und intensiv. Sie wollte nicht aufhören, wollte weiter diese Nähe spüren, wollte noch mehr nähe spüren. Deswegen tastete sie sich ganz langsam über seinen Rücken, streichelte ihn, drückte ihn ganz nah an sich ran.

Seine Hand legte sich auf ihren Rücken, er war sich nicht sicher, ob er die Umarmung erwidern sollte, ob er sie auch an sich drücken sollte. Ganz langsam zog er auch sie an sich heran, die Lücke zwischen ihren Körpern wurde immer kleiner, bis sie verschwand. Nur noch die Kleidung war jetzt zwischen ihnen.

Sie knöpfte sein Hemd ganz langsam auf, streifte es über seinen Rücken ab, fühlte die Wärme seiner Haut. Auf seiner Stirn bildeten sich Schweißtropfen, das konnte sie beobachten, weil sie den langen Kuss beendet hatten. Er war anstrengend, aber schön und weckte in ihr das verlangen nach mehr.

Er öffnete ihre blaue Bluse, es waren nur wenige Knöpfe. Dann zog er ihr die Bluse aus, ganz langsam. Er küsste ihre Schultern und ihre Arme.

Sie berührte seinen Po, sie überlegte nur kurz und öffnete dann seine Hose. Sie zog ihn aus, alles, bis er vollkommen nackt vor ihr stand.

Es ging ihm eigentlich ein wenig zu schnell. Aber auch er wollte noch näher mit ihr zusammen sein, er zog ihren BH aus, dann ihren Rock, bis sie am Ende auch nackt vor ihm stand.

Wieder streichelte er ihr langsam durchs Haar, wieder entwickelte sich diese Spannung zwischen ihnen, diese Spannung, die am Ende zum Kuss führte. Diesmal war nichts mehr zwischen ihnen, keine Kleidung, welche die Wärme ihrer Körper isolierte. Jetzt konnte er sie spüren, wenn er ihren Rücken streichelte, sie konnte ihn spüren, wenn sie ihn an sich zog.

Schon lange hatten die beiden dieses Gefühl nicht mehr gefühlt, diese Wärme und diese Nähe, die sie jetzt wieder spürten. Es war ihre letzte Nacht, eine intensive Nacht. Sie kosteten sie aus, genossen den letzten Tropfen ihrer Liebe.

Am nächsten Tag würde er sie verlassen. Bis dahin waren aber noch ein paar Stunden, Stunden, die sie intensiver nutzten als die letzten 10 Jahre ihrer Ehe.

2 November 2010

NaNoWriMo – Der Anfang

Aller Anfang ist schwer, so sagte meine Oma früher immer. Und auch viele andere benutzen diesen Sprichwort um einem Mut zu machen. Auch ich werfe mir dieses Sprichwort seit Gestern andauernd an den Kopf, denn seit Gestern läuft nun der NaNoWriMo. Das bedeutet, bis zum 30 November um Mitternacht, muss ich 50.000 Wörter in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht haben, damit diese einen kleinen Roman, bzw. eine kleine Geschichte ergeben.

Als ich Gestern nun mit dem Schreiben begann, ging erst einmal überhaupt nichts. Ich muss dazu sagen, dass ich mich wirklich auf diesen Wettbewerb einlassen will, weswegen ich mir auch vorher noch keine Gedanken über die Figuren gemacht habe, die in meiner Geschichte vorkommen. Genauso wenig habe ich über die eigentliche Geschichte nachgedacht. Umso schwerer viel mir Gestern natürlich der Einstieg in die Geschichte. Am Ende des Tages hatte ich dann knapp 1.000 Wörter geschrieben, die mir eine Hauptperson gebracht haben, von der ich selbst derzeit ein wenig überrascht bin.

Heute lief das Schreiben bisher ganz angenehm. Aus den 1.000 Wörtern sind inzwischen 2.000 geworden. Hört sich jetzt auch noch nicht wirklich viel an, aber ich schreibe hier nebenher, denn auch wenn ich mich den NoNoWriMo einlasse, habe ich auch im November noch einige Arbeiten zu erledigen, damit ich auch im November Geld verdiene. Die eigentliche Schreibzeit liegt also immer in den Abendstunden, geht meist bis in die Nacht hinein. Und das macht mir Mut, denn heute müssen noch 2,5 Seiten geschrieben werden, damit die Anzahl der bisher geschriebenen Wörter wieder stimmt.

Wie sieht es eigentlich bei den anderen aus, die auch bei diesen Wettbewerb mitmachen? Wie bereitet ihr euch darauf vor, wann schreibt ihr und was ist in dieser Zeit mit euren normalen Leben?

31 Oktober 2010

Der Haselnussbaum

Es war einmal ein Haselnussbaum. Dieser stand viele Jahrzehnte an ein und derselben Stelle. Er erlebte, wie Straßen und Gehwege erbaut wurden. Er erlebte den Krach, welchen die Menschen machten und sah den Müll, der achtlos auf sein kleines Grundstück geworfen wurde.

Eines Tages entschloss sich der Baum, sich zu wehren. Er wollte nicht mehr den Krach erleben, nicht mehr den Müll ertragen und auch keine Autos mehr sehen. So begann er, es muss gerade Herbst gewesen sein, die Menschen mit seinen Haselnüssen zu bewerfen. Er wartete darauf, bis die Menschen unter ihm waren, und warf dann gezielt seine Haselnüsse ab. In den meisten Fällen traf er die Menschen, welche sich dann erschrocken nach oben wanden, kurz mit dem Kopf schüttelten und weiter gingen.

Mit der Zeit gingen immer weniger Menschen unter den Baum entlang. Sie machten einen großen Bogen und warfen keinen Müll mehr unter den Baum. Auch Autofahrer mieden den Baum. Dann kam der Tag, an welchem der Baum durch ein rot-weißes Absperrband von den Menschen abgetrennt wurde und der Baum feierte seinen Sieg. Er war sich sicher, dass ihn die Menschen jetzt in Ruhe lassen würden.

Doch der Baum irrte! Seine Ruhe hielt nur ein paar Wochen an, bis eines Tages ein großes Auto kam, aus welchem Menschen ausstiegen, welche einen Helm auf dem Kopf hatten. Diese Menschen hatten auch ein Gerät mit, welches ziemlich viel Krach machte und einen Gestank von sich gab, den der Baum überhaupt nicht vertragen konnte. Deshalb fing der Baum wieder an, mit Haselnüssen zu werfen. Viele hatte er zwar nicht mehr, da er in den letzten Wochen schon zu viele verbraucht hatte, aber mit dem Rest hoffte er, die Menschen wieder vertreiben zu können. Doch die Attacken halfen nichts, die Haselnüsse trafen die Menschen zwar am Kopf, aber es störte sie nicht, da sie vom Helm geschützt wurden.

Die Menschen gingen mit dem Gerät, welches sie Motorsäge nannten, immer näher an seinem Stamm heran. Als sie den Stamm berührten, fühlte der Baum nur noch Schmerz. Sie drangen immer tiefer in ihn ein, bis er am Ende fiel. Die anderen Bäume in der Straße versuchten noch ihn zu retten, doch als sie sahen, was mit dem Baum geschah, stellten sie ihren Widerstand ein.

Der Haselnussbaum konnte sich nun auch nicht mehr wehren, er nahm sein Schicksal hin und starb langsam, als er von einem noch größeren Auto abtransportiert wurde.

Seit diesem Tag traute sich kein Baum mehr, Widerstand zu leisten. Sie nahmen alles hin, was der Mensch mit ihnen machte, auch wenn es hieß, dass der ein oder andere von ihnen starb.