8 Juni 2021

08.06.2021: Alles ist politisch!

„Politik interessiert mich nicht, ich bin ein total unpolitischer Mensch!“, wer kennt sie nicht, diese Aussage? Wer hat nicht einen Menschen in seiner Verwandtschaft oder in seinem Freundeskreis, der von sich behauptet, dass er oder sie total unpolitisch ist? Persönlich muss ich immer schmunzeln, wenn ich diese Aussage höre, denn viele unserer Handlungen, unserer Meinungen und unserer Entscheidungen sind politisch, haben politische Dimensionen, die uns zwar nicht immer bewusst sind, die dadurch aber nicht verschwinden. Ich schmunzle auch deswegen, weil von derselben Person dann zwei Sätze später politische Positionen bezogen werden, die ganz klar als diese zu erkennen sind. Für mich gibt es keine unpolitischen Menschen und fast jede Entscheidung, die ein Mensch trifft, ist Politik.

Natürlich ist es eine persönliche Entscheidung, wenn ich mich morgens auf mein Fahrrad setze und damit zur Arbeit fahre, es ist aber gleichzeitig auch eine Entscheidung, die das Gemeinwesen betrifft, denn durch meine Fahrt mit dem Rad entlaste ich meine Umwelt von CO2-Emissionen und weil ich noch etwas für meine Gesundheit mache, entlaste ich damit auch das Gesundheitssystem. Ich könnte mich auch dazu entscheiden, mit dem Auto zu fahren, würde dadurch aber CO2 Ausstoßen und so die Luft verschmutzen, die nicht mir gehört, sondern der gesamten Gesellschaft.

Ein anderes Beispiel ist der Kaffee, den ich auf dem Weg zur Arbeit trinke. Auch hier kann ich die persönliche Entscheidung treffen, einen Mehrwegbecher zu benutzen oder auf einen Einwegbecher zurückzugreifen. Und auch mit dieser Entscheidung beeinflusse ich nicht nur meinen individuellen, sondern auch den gesellschaftlichen Raum. Ich verschwende Ressourcen oder ich schone sie, meine persönliche Entscheidung, die auch wieder eine politische Dimension einnimmt.

Ich könnte an dieser Stelle noch mehr Beispiele bringen, zum Beispiel die Mülltrennung und Müllvermeidung, die Entscheidung für Einweg- oder Mehrwegprodukte, Vorurteile gegenüber anderen Menschen und vieles mehr. Dinge, die bewusst und unbewusst laufen, mit denen wir aber die Gesellschaft an sich formen, dazu gehört auch die Ausgestaltung der eigenen Familie und vieles mehr. Politik, das sind all die persönlichen Entscheidungen, die nicht nur eine Wirkung auf den individuellen Raum, sondern auch auf den gesellschaftlichen Raum entfalten. Aber nicht nur die, denn Politik steckt auch in unseren Werten und Überzeugungen, Politik steckt natürlich auch in Parteien und Gesetzen, also in allem, was sich auf unser Leben und auf das Leben all der anderen Menschen auf dieser Welt auswirkt.

Politik ist für mich also die Wechselwirkung all unserer Werte, unserer Entscheidungen und unserer Weltanschauung. Jedes Vorurteil ist Politik, weil es eine – meist negative – Wechselwirkung auf andere Menschen hat. Jede Beziehung ist Politik, jede Freundschaft.

Wenn von meinen Verwandten oder Freunden also jemand sagt, dass er unpolitisch wäre, antworte ich meist mit einem Grinsen, denn selbst diese Aussage ist in ihrer Wechselwirkung zur Gesellschaft schon wieder politisch, auch wenn sie vielleicht nur Ausdruck von einer gleichgültigen Einstellung zur aktuellen Politik ist.

Dieser Artikel ist meine Antwort auf die Reflexionsfragen zum Online-MOOC “Einführung in die Politikwissenschaft“, der durch die oncampus GmbH angeboten wird. Ich sammel die Texte auch hier im Blog, damit sie nicht in den unweiten des Internets verloren gehen.

24 Dezember 2020

Anstand im Netz, gibt es das überhaupt?

Bild Wissen sammeln, Zeichnung.

Anstand im Netz, gibt es das überhaupt? Dies ist die erste Frage, die im Kurs „Anstand im Netz“ gestellt wird. Und natürlich müssen wir uns diese Frage stellen, denn wer regelmäßig auf Twitter, Facebook und anderen sozialen Medien unterwegs ist, wird sich auch regelmäßig diese Frage stellen. Schnell rutscht eine Diskussion von der sachlichen Ebene auf die Persönliche, schnell wird nicht mehr argumentiert, sondern beleidigt, weil die gefühlte Anonymität im Netz das zulässt und weil schnell vergessen wird, dass da auf der anderen Seite auch ein Mensch ist! Ein Mensch mit Gefühlen, mit anderen Erfahrungswerten und Assoziationen. Ein Mensch der durch Worte durchaus verletzt werden kann, auch wenn wir ihn persönlich gar nicht sehen, wir den Menschen hinter der Diskussion nicht wahrnehmen.

Es gibt Menschen, die spielen im Internet eine Rolle, wollen etwas sein, was sie im realen Leben nicht sind. Dabei vergessen sie aber, dass auch das Internet ein Ort ist, in welchem sich normale Menschen treffen, Menschen, die keine Rolle spielen, die genau so sind, wie sie sind. Verletzlich, emotional, menschlich! Würde es keinen Anstand im Netz geben, dann wären diese Menschen auch nicht im Internet, dann wären nur noch die Menschen hier, die tatsächlich eine Rolle spielen, die Grenzen austesten möchten, die einen Scheiß auf das geben, was andere Menschen im Internet schreiben.

Doch so ist das Internet zum Glück nicht! Natürlich gibt es viele, die sich hinter der Anonymität verstecken, die meinen, dass sie andere Menschen beleidigen und einschüchtern müssen. Aber es gibt auch Menschen, die bauen sichere Orte für all die, die sich im Internet mit Anstand begegnen möchten, die sich hier austauschen und ihren Horizont erweitern wollen. Es gibt diesen Anstand, wie die vielen Netiquetten beweisen, die überall im Internet zu finden sind.

Natürlich müssen wir aufpassen, dass diese Räume nicht verdrängt werden. Wir müssen zeigen, dass das Internet kein anonymer Raum ist und das in diesem Raum Menschen agieren. Das ist die Aufgabe von uns allen und wir müssen notfalls auch Grenzen ziehen, Leitplanken, die verhindern, dass das anständige Miteinander durch Trolle zerstört wird.

Das Internet ist ein Ort, welcher von Menschen gestaltet wird. Die meisten von diesen haben sowohl im realen wie auch im virtuellen Raum Anstand und vermitteln diesen auch. Und weil das so ist, kann die Antwort auf die Frage auch nur sein, dass es auf jeden Fall sehr viel Anstand im Netz gibt.

Dieser Artikel ist meine Antwort auf die Reflexionsfragen zum Online-MOOC “Anstand im Netz”, der durch die virtuelle Hochschule Bayern (vhb) angeboten wird.

8 November 2015

Klimawandel und seine Folgen: Auf geht’s

Wald von Oben

Am 09.11.2015 beginnt jetzt der MOOC zum Thema Klimawandel und seine Folgen. Ich hatte euch ja vor ein paar Wochen schon mal darauf hingewiesen, wer es nicht gesehen hat, hier ist der Artikel dazu. Zum MOOC werde ich dann sicher hier auch ein wenig schreiben, auch wenn mir bewusst ist, dass das Thema nicht alle interessiert. Aber das ist auch nicht schlimm, denn ihr müsst die Artikel ja nicht lesen, wobei ich mich natürlich über Diskussionen freue.

Wo wir bei Diskussionen sind: Natürlich ist mir auch bewusst, dass es zu dem Thema extreme Positionen gibt. Die einen sagen, dass der Mensch an allem Schuld ist und sehen keine natürlichen Einflüsse, andere sagen, dass der Mensch gar keine Schuld hat und sehen nur die natürlichen Faktoren, die das Wetter beeinflussen. Ich stehe weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Mit ist bewusst, dass der Mensch sehr viele Treibhausgase freisetzt, auf der anderen Seite ist mir aber auch bewusst, dass es natürlich Faktoren gibt, die das Klima auf der Erde schon immer beeinflusst haben und es auch weiterhin beeinflussen werden. Das ist aber kein Grund zu sagen, dass wir so weiter machen sollten, wie wir es derzeit tun, denn wir haben nicht nur eine Verantwortung für uns selbst, wir haben auch eine Verantwortung für die Tiere und Pflanzen, die auf dieser Welt existieren und wenn wir diese ernst nehmen, dann sollte uns eben bewusst werden, dass dieser Planet begrenzt ist, dass es also auch in seiner Nutzung und Ausbeutung Grenzen gibt.

Der Irrsinn vom grenzenlosen Wachstum und von der grenzenlosen Ausbeutung

 

Passend dazu, wenn auch nicht geplant, habe ich vor kurzem das Buch “Es ist dein Planet – Ideen gegen den Irrsinn” (Amazon Partnerlink) gelesen. Es ist eigentlich ein Jugendbuch, was aber nichts daran ändert, dass das Buch lesenswert ist.

Einer dieser Irrsinne, ja es gibt mehrere, ist der Glaube am grenzenlosen Wachstum, auf dem auch unser Wirtschaftssystem ausgerichtet ist. Ein begrenztes System, so wie unsere Erde eines ist, kann aber kein unbegrenztes Wachstum bieten. Genauso sind die Rohstoffe begrenzt, was jetzt zwar erst einmal nichts mit dem Klimawandel zu tun hat, was uns aber dabei helfen kann etwas gegen die Zerstörung unseres Planeten zu tun, wobei es eigentlich nicht die Zerstörung unseres Planeten ist, der wird uns wohl überleben, sondern die Zerstörung unserer eigenen Lebensgrundlagen. Die Pflanzen und andere Lebewesen werden sich wohl an die veränderten Klimabedingungen anpassen können, doch der Mensch wird das irgendwann nicht mehr schaffen, darüber sollten wir vielleicht einmal nachdenken und auch darüber, was wir den nächsten Generationen hinterlassen wollen und dazu gehört dann eben auch wieder das Klima und der Ausstoß von Treibhausgasen.

Genau deswegen werde ich mir auch die Zeit für diesen MOOC nehmen und euch damit ein wenig nerven, wenn es euch denn überhaupt nervt. Ich bin gespannt, was in den nächsten Wochen auf mich zukommt und vielleicht seid ihr ja auch ein wenig gespannt.

5 Oktober 2015

Tipp: MOOC “Klimawandel und seine Folgen”

der Nebel

Wir alle reden über den Klimawandel. Die einen reden mehr darüber, die anderen weniger, aber interessieren sollte er uns alle, auch wenn er vielleicht nicht mehr uns selbst betrifft, sondern erst die nächste oder übernächste Generation. Deswegen ist es auch wichtig, sich über den Klimawandel und seine Folgen zu informieren.

Auf Iversity gibt es ab November einen MOOC genau zu diesem Thema(Link). Ich habe mich dort heute direkt angemeldet und bin gespannt, was dort so auf mich zukommt. Und weil gemeinsames Lernen viel mehr Spaß macht, möchte ich euch doch dazu einladen, dort auch mitzumachen. Die Grundversion des MOOCs ist kostenlos, wer aber am Ende ein Zertifikat und eine Note haben möchte, muss eine Gebühr für den Kurs bezahlen.

Wenn ihr mitmacht, dann hinterlasst doch bitte einen Kommentar, damit wir uns dann auch austauschen können. Und wer nicht mitmacht, darf hier natürlich auch einen Kommentar hinterlassen ;).