Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Hätte man mich diese Frage im letzten Jahr gefragt, hätte ich sie klar mit einen „Nein“ beantwortet. Die sogenannte Kreditaffäre war für mich keine, da das Verhalten von Wulff in diesem Fall nur menschlich war. Wenn ich die Möglichkeit hätte, an einen günstigen Kredit zu kommen, dann würde ich diese auch nutzen. Sicher hat Wulff diesen nur bekommen, weil er Ministerpräsident war und weil Macht eben Geld anzieht. Dennoch ist es ein Privatkredit unter Freunden und das ist nicht verwerflich. Jeder Mensch sucht nach seinem Vorteil, das gilt auch für günstige Kredite.

Auch seine verspätete Aufklärung war für mich noch kein Grund, den Rücktritt von Wulff zu fordern. Wie oben schon erwähnt, war es ein Privatkredit, welchen er noch vor seiner Zeit als Bundespräsident aufgenommen hat. Dass er diesen nicht unbedingt öffentlich machen wollte, kann ich verstehen. Nicht alles gehört an die Öffentlichkeit, auch nicht, wenn man der Bundespräsident ist.

Doch dann machte Wulff einen Fehler, den auch ich nicht mehr akzeptieren kann. Er hat versucht sein Amt als Bundespräsident zu missbrauchen, um einen Artikel in der Bild-Zeitung zu verhindern. Das nennt sich Zensur, und Zensur findet laut Grundgesetz nicht statt.
Der Bundespräsident hat alle seine Handlungen auf unser Grundgesetz abzustimmen, schließlich repräsentiert er unser Land und somit auch unsere Werte. Der Versuch die Medien zu beeinflussen, indem er Drohungen gegen die Medien ausspricht, verstößt gegen diese Werte.

Auch das hätte man ihm noch verzeihen können, hätte er danach einen ehrlichen Schnitt gemacht und die gesamte Wahrheit ans Licht gebracht. Diese Chance hatte er, als er den öffentlich-rechtlichen Sendern ein Interview gegeben hat. Aber auch hier kam er wieder nur mit Halbwahrheiten. Hätte er klar und deutlich gesagt, was er im Telefonanruf gesagt hat und hätte er der Veröffentlichung zugestimmt, dann hätte man einen Schlussstrich ziehen können und dann hätte er als Bundespräsident auch noch eine Zukunft gehabt.
Aber er merkt gar nicht, dass sein Verhalten falsch ist, er merkt nicht, dass er sich nicht an die Werte unseres Grundgesetzes hält und er merkt nicht, dass er seine Glaubwürdigkeit immer mehr verspielt. All das macht ihn untragbar für sein Amt und genau deswegen bin ich inzwischen auch der Meinung, dass Herr Wulff im Amt des Bundespräsidenten nichts mehr zu suchen hat.

Da er sich aber an sein Amt klammert, sollte er wenigstens soviel Courage haben, und nun endlich einen sauberen Abschluss wagen. Er sollte jetzt alles öffentlich machen und er sollte jetzt endlich mit dem Theater aufhören.

Ein guter Bundespräsident wird er nicht mehr werden, aber so kann er wenigstens dafür sorgen, dass langsam wieder ruhe einkehrt und sich die Öffentlichkeit um wichtigere Themen kümmern kann.

Wir sind im Jahre 2010, die CDU/CSU haben einen grandiosen Erfolg bei der Wahl erlebt, müssen aber dennoch mit der FDP zusammen arbeiten, da es für die absolute Mehrheit nicht gereicht hat. Nachdem 2009 die Zahlen für Gewalt gegen Kinder gestiegen sind und die Familienministerien dringend etwas dagegen unternehmen möchte, denkt Sie laut darüber nach in jeder Wohnung Teleprompter zu installieren, welche nicht nur Bilder empfangen, sondern auch senden können.

In der Mehrheit der Bevölkerung regt sich widerstand gegen dieses Gesetz, da sie ihre Privatsphäre bedroht sehen. Da der Bürger auch die Anschaffung dieser Geräte selber zahlen soll geht eine große Demonstrationswelle durchs Land.

2011

 

Nachdem im Vorjahr mehrere Kinder durch häusliche Gewalt gestorben sind bringt die Familienministerin ihren Vorschlag aus dem Vorjahr wieder ins Spiel. Diesmal macht sie sich aber dafür stark, dass die Geräte durch den Bund bezahlt werden. In der Bevölkerung lässt der Widerstand nach, da der Schutz der Kinder nun einmal Vorrang hätte und man hat ja nichts zu Verheimlichen, warum also keine Überwachung in Privaträumen?

Nachdem auch die Schwangerschaften von Minderjährigen zugenommen hat, drängt die Familienministerin darauf das Sex vor der Ehe verboten und unter Strafe gestellt wird. Menschen, die dagegen Verstoßen, sollen so zu mindestens 10 Jahre Haft verurteilt werden.

Auch dieser Vorschlag wird in der Bevölkerung sehr gut aufgenommen, scheitert aber noch am Widerstand der FDP, welche auch nicht mit dem Vorschlag der Teleprompter einverstanden ist.

2012

 

Die Kanzlerin gibt das scheitern der Regierung bekannt, nachdem sie die Vertrauensfrage im Bundestag gestellt und gewollt verloren hatte. Bei den Neuwahlen holt die CDU/CSU die absolute Mehrheit. Die Familienministerin kann ihre Forderungen nun ohne Widerstand durchbringen, nachdem auch der Bundesrat durch die CDU dominiert wird. Die Bevölkerung sieht diesen Regelungen gelassen entgegen, denn man hat ja nichts zu Verbergen und mit dem Sex könnte man ja auch bis nach der Hochzeit warten.

Noch im gleichen Jahr gibt die CDU/CSU eine Neuordnung ihrer Partei bekannt. Sie wird ab sofort in eine innerer und äußere Partei gegliedert…..