04.12.2023: Bürger*Innenräte – Brief an Frau Bas

Sehr geehrte Frau Bas, vor ein paar Wochen habe ich den Podcast „Ehrlich jetzt?“ gehört, in welche Sie auch über Bürger*Innenräte gesprochen haben. Dieser Podcast geht mir nicht wirklich auch dem Kopf, weil sie dort in diesem Zusammenhang auch sagten, dass die Entscheidung am Ende dann natürlich bei den gewählten Politiker*Innen liegt. Der Bürger*Innenrat soll also für ein bestimmtes Thema Vorschläge für Lösungen erarbeiten, die am Ende in irgendwelchen Schubladen verschwinden werden. Was genau soll das bringen? Es braucht keine Alibi-Veranstaltungen, um mehr Demokratie zu simulieren, die am Ende nur dafür sorgen werden, dass sich noch mehr Menschen von der Demokratie abwenden! Es braucht jetzt Veranstaltungen, die Menschen in die Entscheidungsfindung mit einbauen, wo die Ergebnisse am Ende nicht in irgendwelchen Schubladen verschwinden. | mehr

14.06.2023: Sehr geehrter Herr Wulff

Sehr geehrter Herr Wulff, beim RND habe ich gelesen, dass sie sich Sorgen machen um unsere Demokratie. Sie sagen: „Diese Faulheit der Leute, die auf der Tribüne sitzen, rummosern, rummäkeln und nicht selber was tun, das werden wir uns nicht mehr lange leisten können.“ Christian Wulff (RND) Ich finde es sehr mutig, wenn sie von Faulheit sprechen, während die Politiker*Innen, die sie wenig später in Schutz nehmen, sich gegen jede Form der Partizipation von Bürger*Innen wehren. Gute Beispiele sind Volksentscheide in Berlin, die entweder gar nicht umgesetzt werden, oder nach einer kurzen Zeit schon wieder ignoriert werden sollen. Welches Signal sendet ein solches Verhalten der Volksvertreter*Innen denn an die Menschen, von denen sie behaupten, dass sie nur auf der Tribüne sitzen und rummosern? | mehr

13.01.2023: Auch friedlicher Protest kann eine Form von Gewalt sein!

„Jede Tugend neigt zur Dummheit, jede Dummheit zur Tugend.“ Friedrich Nietzsche Ich hatte gestern wieder viel zu viel Zeit, über Dinge nachzudenken. Um genau zu sein, habe ich über die Klebeaktionen der letzten Generation nachgedacht – mal wieder – und bin mal wieder zu dem Entschluss gekommen, dass ich mit der Aktionsform nicht viel anfangen kann. Dennoch ist es natürlich eine legitime Aktionsform, um demokratische Prozesse anzustoßen. Es ist nicht antidemokratisch, wie einige Politiker*Innen es gerne betonen, es ist aber auch kein gewaltfreier Protest, wie es die letzte Generation gerne behauptet. Klar, die Aktivist*Innen setzen keine körperliche Gewalt ein! Sie setzen sich friedlich auf die Straße und warten dann dort, bis die Polizei sie wieder von eben dieser Straße entfernt. | mehr

02.01.2023: Böllerverbot

Böllerverbot! Ich mag das Wort schon nicht mehr lesen! Nicht, weil ich unbedingt Feuerwerk zu Silvester brauche, sondern eher, weil diese Debatte schon wieder so geführt wird, dass sich die eine Seite der anderen Seite überlegen fühlt. Dabei gibt es gute Argumente dafür, mit dem Feuerwerk zu Silvester in seiner jetzigen Form aufzuhören, dazu muss es aber eine gesellschaftliche Debatte geben. In diese kommen wir aber nicht, wenn wir einfach etwas verbieten wollen, weil es uns persönlich nicht gefällt. Es wird auch nicht gelingen, den anderen Egoismus vorzuwerfen, wenn es unser eigener Egoismus ist, der nach einem Böllerverbot schreit. Ich selbst kaufe mir kein Feuerwerk, ich brauche es nicht, mir wäre das Geld dafür viel zu schade. | mehr

07.11.2022: Auf den Straßen kleben – Klimaprotest

Ich schreibe ja immer etwas verspätet über Themen, die gerade die Gesellschaft so beschäftigen. Ich muss die meist erst einmal sacken lassen, muss die verschiedenen Eindrücke auf mich einwirken lassen und irgendwann kommt dann der Impuls, dass ich etwas schreiben muss. So auch bei den Klimaaktivisten, die jetzt dafür verantwortlich gemacht werden sollten, dass die Hilfe für eine Person verspätet kam, weil sie durch ihre Aktion einen Stau verursacht haben. Die Klimaaktivist*Innen selbst schreiben, dass damit eine Grenze überschritten ist*, und weißen darauf hin, wer eigentlich die Schuld trägt und warum nicht die Klimaaktivist*Innen selbst. Ich glaube, dieser Artikel war diesmal der Impuls, warum ich auch etwas dazu schreiben muss. | mehr

15.10.2022: Mobilitätshürde

Damals, Ende 2000 und in den ersten Monaten des Jahres 2001, habe ich ein Praktikum beim Saturn hier am Alexanderplatz gemacht. Ich war damals 18, hatte mich davon verabschiedet, eine Ausbildung zum Koch machen zu wollen, wusste aber noch nicht, was ich denn dann anderes machen möchte. Es wurde dann eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel - Fachrichtung Großhandel. Aber das soll nicht das Thema sein, denn ich erinnere mich an dieses Praktikum, weil ich damals des Öfteren kein Geld hatte, um mir eine Fahrkarte zu kaufen, damit ich zu meiner Praktikumsstelle fahren konnte. Heißt, ich musste mich entscheiden, ob ich ohne Fahrschein fahre oder ob ich von meinem Wohnort aus zum Alexanderplatz laufe. Ein Fahrrad hatte ich damals nicht, diese Alternative stand mir also nicht zur Verfügung. | mehr

12.07.2022: Solidarität oder Putin

Leute, ich bin genervt! Wir wissen jetzt doch inzwischen alle, dass die Energieabhängigkeit von Russland scheiße ist. Wir hätten es alle auch schon vorher wissen können, wir hätten in den letzten 20 Jahren ordentlich in erneuerbare Energien investieren können, hätten die Forschung für Speichertechnologien finanziell unterstützen können, haben wir aber nicht! Das ist aber kein Grund, jetzt darüber nachzudenken, die Kernkraftwerke weiter laufen zu lassen. Ich schrieb das schon, als dieser Vorschlag zum ersten Mal aufkam, also vor vier Monaten. Seither wurde viel geredet, die Politik hat auch ein wenig was an Gesetzen geändert, aber sehr viel mehr ist dann doch nicht passiert. Klar, es gibt jetzt nicht unbedingt viele Fachkräfte auf dem Markt, die mal schnell auf allen Dächern, wo es möglich wäre, Solarzellen installieren können. | mehr

15.05.2022: Resonanzraum Autofahrt

Gestern, während der Rückfahrt von Rostock nach Berlin, haben wir uns so ein wenig über Politik, Meinungen und Bildung unterhalten. Ich unterhalte mich ja gerne über diese Themen, denn sie gehören zusammen. Die Erkenntnis, die ich daraus gezogen habe, ist nicht neu, ich habe darüber schon oft gesprochen - im Podcast mit Christian zum Beispiel - oder hier im Blog geschrieben, aber auch die Zeit während der Pandemie hat es untermauert. Wir haben ein Problem damit, die Meinung und Ansichten anderer zumindest zuzulassen, ihnen zuzuhören, ihnen einen Raum zu geben. Dadurch verhärten sich Fronten, Menschen werden in Schubladen gestopft und die eigene Meinung bleibt meist unangetastet, weil anderen Argumenten einfach nicht zugehört wird. | mehr

27.02.2022: Krieg

In Europa ist Krieg. Damit schreibe ich nichts Neues und wahrscheinlich wurde es in den letzten Tagen schon so verdammt oft aufgeschrieben. Krieg in der Ukraine, bei dem wir eigentlich nur zuschauen können, weil ein Eingreifen dazu führen könnte, dass die Welt zu einem Atomgrab wird, weil Russland, die USA und all die anderen Atommächte ihre Atombomben einsetzen. Dieses Entsetzen und diese Machtlosigkeit, die sich daraus ergibt, weil Aggressoren einfach agieren können und die Welt zuschauen muss, wenn sie eine Zukunft haben möchte. Dieses Wissen, dass das Leid, was da gerade über Millionen von Menschen gebracht wird, nur durch eine Bevölkerung gestoppt werden kann, die entweder an das glauben, was ihr Präsident ihnen sagt oder die schon seit Jahrzehnten mit Repressionen kämpfen, die schon seit Jahrzehnten Angst haben müssen um ihre Freiheit und um ihr Leben. | mehr

12.10.2021: Was damals war, ist heut nicht mehr!

Seit 2002 schreibe ich ins Internet. Damals waren es noch Chats, Foren und Gemeinschaften - wie die Plattform, wo ich meine Gedichte veröffentlichen durfte - heute sind es mehr Blogs und soziale Netzwerke und Gedichte schreibe ich nur noch selten. 19 Jahre sind das, vielleicht sogar schon 20 und wenn ich all das noch einmal lesen dürfte, würde ich mich wahrscheinlich fragen, was ich damals für ein Idiot war. Ich brauche eigentlich nur 12 Jahre hier in meinem Blog zurückgehen, und würde so in eine Gedankenwelt einer anderen Person tauchen, obwohl die Texte und Gedanken von mir sind. Wahrscheinlich würde ich auch Texte, die ich vor fünf Jahren geschrieben habe, heute nicht mehr so schreiben, ganz einfach, weil ich mich als Mensch weiterentwickelt habe, ich neue Erfahrungen in meine Gedankenwelt eingebaut, meine Ansichten und Meinungen weiterentwickelt habe. | mehr

Ich war dann doch wählen

Ich war dann jetzt doch wählen! Nicht, weil ihr mich davon überzeugt hättet, dass das Wählen irgendwas bringt, sondern weil ich heute sehr aggressiv wurde, als sich kurzzeitig andeutete, dass ich am Sonntag nicht einmal die theoretische Möglichkeit hätte, an der Wahl teilzunehmen. Ich werde nämlich am Wahlwochenende arbeiten, hatte mir aber die Möglichkeit offen gelassen, gleich zur Öffnung der Wahllokale doch meine Kreuze machen zu können. Die Möglichkeit verschwand heute für einen kurzen Augenblick und ich war ziemlich sauer darüber. Wenn mich das jetzt schon sauer macht, wie hätte ich dann die nächsten vier beziehungsweise fünf Jahre damit leben sollen? Also bin ich heute spontan ins zuständige Wahlamt gegangen und habe dort meine Stimmen abgegeben. | mehr

07.09.2021: Diskutiert mit mir

Die Wahl rückt immer näher. Es könnte mir egal sein, denn ich habe mich entschlossen, dieses Jahr nicht zur Wahl zu gehen. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, was die vielen Texte, die ich zur Wahl und zur Demokratie in den letzten Wochen geschrieben habe, beweisen. Seit ich wählen darf, war ich bisher immer wählen. Ich kenne die Argumente, die für eine Wahl sprechen, habe selbst genügend Texte dazu geschrieben oder im Podcast darüber gesprochen. Deswegen bringt es nicht viel, wenn ihr mir jetzt auf Twitter mit genau diesen Argumenten kommt, um mich doch davon zu überzeugen, zur Wahl zu gehen. Ihr dürft es versuchen und ich würde es auch spannend finden, eure Argumente zu hören. Doch das funktioniert nur, wenn ihr dabei auch auf meine Argumente eingeht, wenn ihr euch mit meinen Gedanken beschäftigt, ihr meine Texte lest. | mehr

06.09.2021: Koalitionsbasar bereits vor der Wahl?

Ich bin derzeit wieder verwirrt, weil Parteien ihr Wahlprogramm schon jetzt auf den Koalitionsbasar stellen. Wozu wird von den Parteien ein Wahlprogramm beschlossen, wenn dann schon vor der Wahl Kompromisse zu diesem ausgehandelt werden? Können Parteien dann nicht einfach direkt vor der Wahl einen Koalitionsvertrag aushandeln und diesen einfach zur Wahl stellen? Das wäre doch sehr viel einfacher und jeder wüsste, was er nach der Wahl bekommt. Versteht mich nicht falsch, natürlich braucht es in einer Demokratie Kompromisse, auch in der Demokratieform, die ich mir wünschen würde. Nun gibt es die Demokratieform, die ich mir wünsche, nicht und alles, was wir haben, ist eine repräsentative Parteiendemokratie und dann möchte ich zumindest schon noch die Wahl bei der Wahl haben. | mehr

30.08.2021: Meine Vorstellung vom #Triell

Auf RTL lief das erste große Kanzler*innen-DuellTriell und ich habe es nicht geschaut. Warum auch? Ich habe Twitter und um gleich mit dem Fazit anzufangen: Gewonnen haben alle drei Kandidaten! Sogar eindeutig, also zumindest auf Twitter. In den Umfragen nach der Sendung sah es wohl ein wenig anders aus, aber was interessieren schon Umfragen? Ist so wie bei diesem lästigen Klimathema, da interessiert es die aktuellen Regierungsparteien ja auch nicht, wie viele tausende Menschen auf die Straße gehen, um dafür zu sorgen, dass uns dieser Klimawandel nicht unsere Lebensgrundlagen zerstört. Da geht es nur um die Wirtschaft, und weil Wirtschaft nicht bei allen zieht, kommen dann die Armen auch wieder ins Spiel. | mehr