15 März 2015

Gentechnik an Nutzpflanzen – Segen oder Fluch?

Tomatenpflanzen

Durch das Buch „Alles Grün und Gut?“ (Amazon Partnerlink) von Dirk Maxeiner und Michael Miersch bin ich mal wieder auf das Thema Gentechnik und Nutzpflanzen aufmerksam geworden. Auf meinungsschauspieler.de veranstalte ich zu dem Thema eine Blogparade und dieser Artikel hier soll nun mein Beitrag dazu werden.

Tomatenpflanzen

Ich lehne Gentechnik nicht ab!

 

Als Erstes muss ich wohl erst einmal ein Geständnis machen: Ich lehne Gentechnik nicht ab! Ich sehe in der Gentechnik Chancen, um alle Menschen auf dieser Erde mit Lebensmittel zu versorgen. Ja, derzeit haben wir sogar eine Überproduktion an Lebensmitteln, die nur richtig verteilt werden müssten, damit keiner mehr hungern muss. Aber die Weltbevölkerung wächst ja nach wie vor und damit würde auch die Fläche wachsen, die benötigt wird, um alle Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Doch da sehe ich schon das erste Problem. Wenn sich unsere Ackerflächen weiter ausdehnen, bleibt für die Tierwelt weniger Platz. Es würde also wieder auf eine Verdrängung hinauslaufen, die natürlich der Mensch gewinnen würde.

Und genau deswegen sehe ich in Gentechnik Chancen. Sie kann dafür sorgen, dass mehr Lebensmittel auf weniger Fläche entstehen können, was wiederum dazu beiträgt, dass mehr Fläche für die Tiere erhalten bleibt. Und ja, ich sehe es auch durchaus positiv, wenn Pflanzen dadurch so verändert werden, dass sie auch in trockenen Gebieten wachsen können oder das sie immun sind gegen Krankheiten und Pilzen.

Wer sind wir, dass wir lieber Menschen verhungern lassen, als die Technik zu nutzen, hier eine Versorgungssicherheit herzustellen? Eine Versorgungssicherheit, die Biolandbau gar nicht bieten kann, da er dazu sehr viel größere Flächen benötigen würde, von Missernten durch Pflanzenseuchen mal ganz abgesehen? Solange es für die Umwelt, die Tiere und natürlich auch für uns Menschen unschädlich ist, solange sehe ich nicht, warum wir das Recht haben sollten, uns gegen Gentechnik zu stellen.

Der Mensch greift seit Jahrtausenden in die Umwelt ein, er züchtet schon ewig Pflanzen, die mit der natürlichen Form nicht mehr viel zu tun haben und bisher hat sich keiner darüber aufgeregt. Schon deswegen nicht, weil diese Eingriffe dafür sorgen, dass wir heute genügend Lebensmittel haben und wir auch nicht hungern müssen, wenn wir wieder mal ein Jahr mit Missernten haben. Wir sollten vielleicht auch nicht vergessen, dass die Natur selbst das größte Gentechniklabor auf dieser Erde ist.

Glauben wir nun an Gott oder nicht?

 

Einer der größten Einwände gegen Gentechnik ist, dass wir uns nicht in die Schöpfung einzumischen hätten. Ganz ehrlich? Ich glaube nicht an diese Schöpfung. Das Leben auf dieser Erde hat sich zufällig entwickelt und zufällig sind dabei auch wir entstanden. Und wenn ich nicht an die Schöpfung glaube, dann kann auch Gentechnik kein Eingriff in diese Schöpfung sein.

Viele Menschen behaupten ja inzwischen von sich, dass sie nicht an Gott glauben, aber dort, wo ihnen dieser Glaube Vorteile in ihrer Argumentation bringt, dort sind sie auf einmal streng gläubig. Nein, ich kann das nicht ernst nehmen, aber doch, auch ich habe Bedenken gegenüber der Gentechnik, die schon allein in der Veranlagung der Menschen liegen.

Wir nutzen Technik nicht nur, um Gutes zu tun.

 

Einer meiner Bedenken ist, dass wir Menschen Technik bisher noch nie nur dazu genutzt haben, um Gutes zu tun. Warum sollte dies mit Gentechnik anders sein? Und ja, Gentechnik kann ganz sicher auch militärisch genutzt werden, und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auch dazu genutzt werden wird. Und genau das ist der Punkt, an dem ich Angst bekomme. Nur, auch wenn wir Gentechnik verbieten, das Militär wird sich die Forschung in diesem Bereich nicht verbieten lassen und es wird die Ergebnisse auch nicht verstecken, sondern es wird diese anwenden, sobald es die Möglichkeit dazu hat. Ein Verbot wird also nicht dazu beitragen, eine militärische Nutzung dieser Technologie zu verhindern, weshalb ich darin keine Begründung sehe, die zivile Nutzung zu unterdrücken.

Wenige Unternehmen haben die Gewalt über das Saatgut

 

Ein größeres Problem habe ich damit, dass das gentechnisch veränderte Saatgut in den Händen von privaten Unternehmen ist. Das ist schon deswegen ein Problem, weil dieses Saatgut meist nicht in der Lage ist, sich fortzupflanzen. Das Saatgut muss jedes Jahr neu gekauft werden, was die Menschen in die Abhängigkeit von privaten Unternehmen treibt und was ebenso dazu führt, dass diese Unternehmen dadurch in der Lage sind, Staaten und Menschen zu erpressen. Allerdings ist dieses Problem durchaus lösbar, indem diese Unternehmen verstaatlicht werden und jeder Staat zugriff auf dieses Wissen hat, um das Saatgut selbst herstellen zu können.

Verdrängung von „normalen“ Pflanzen und Tieren

 

Natürlich besteht auch die Gefahr, dass durch gentechnisch veränderte Pflanzen andere Pflanzen verdrängt werden, die vorher natürlich in der Natur vorkamen. Das würde sich dann nicht nur auf die Pflanzenwelt auswirken, sondern eventuell auch auf die Tierwelt.

Und natürlich könnten die veränderten Pflanzen auch direkt in die Tierwelt eingreifen, indem sie Abwehrstoffe gegen Schädlinge entwickeln, die eigentlich gar keine sind oder die zum Beispiel Nahrungsgrundlage für Vögel und andere Tiere sind.

Fazit

 

Auch ich habe durchaus Bauchschmerzen bei der Gentechnik, wenn ich an die Nebenwirkungen denke, die durchaus auftreten können, aber dennoch ist Gentechnik auch eine Chance, die wir nicht einfach vergeuden dürfen. Wir sollten die Gentechnik dazu nutzen, um die Lebensqualität der Menschen und der Tiere zu verbessern, dabei aber Verhindern, dass das Wissen darüber nur auf wenige Menschen konzentriert ist.

9 Mai 2013

Was gehört zu einem guten Leben?

Ich lese gerade das Buch „Es reicht! Für alle! (Amazon Partnerlink)“ und einem Kapitel wurde die Frage gestellt, was zu einem guten Leben gehört. Ich finde die Frage interessant, weil wir uns alle wohl erst einmal bewusst darüber werden müssen, was zu einem guten Leben gehört.

Was gehört für mich dazu?

 

Grundlegend gehört für mich zu einem guten Leben eine sichere Wohnung, Strom, sauberes Wasser, Essen. Aber das ist natürlich nicht alles. Zu einem guten Leben gehört für mich auch dazu, dass man sich nicht jeden Tag darüber Gedanken machen muss, wie man den nächsten Tag finanziert. Dass man nicht zwischen frischem Obst für einen Tag oder Essen für eine ganze Woche entscheiden muss. Es gehört dazu, dass alle Rechnungen bezahlt sind und man sich nicht darüber Gedanken machen muss, wie man denn die GEZ wieder bezahlt, oder den Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung. Es wäre schön, wenn man sich in einem guten Leben nicht jeden Tag darüber Gedanken machen muss, ob man im nächsten Monat seine Arbeit noch hat, oder ob man arbeitslos ist. Ebenso sollte man, wenn man krank ist, dies auch, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, auskurieren, ohne mit der Angst zu leben, nach der Krankheit entlassen zu werden.

Ich glaube, ich könnte diese Liste weiter fortsetzen, worauf ich aber hinaus möchte, ist, das zu einem guten Leben dazugehört, dass man finanziell abgesichert ist. Dass das Einkommen dazu reicht, um wirklich die grundlegenden Dinge finanzieren zu können. Dabei geht es nicht darum, dass man sich jeden Luxus leisten kann, aber die Teilnahme am sozialen Leben sollte schon ermöglicht sein. Ebenso die Möglichkeit, dass man sich gesund ernährt, dass man Zugang zu Büchern hat – zur Bildung generell – und das man Respekt erfährt und nicht ausgegrenzt wird, nur weil man nicht jeden Trend mitmachen kann oder will.

Natürlich gehört auch politische Teilhabe dazu, Meinungsfreiheit und vieles mehr. Ich kann das gar nicht alles aufzählen, aber eines gehört nicht dazu: Ausgrenzung von sozialschwachen Menschen! Menschen dürfen aus der Gesellschaft nicht ausgegrenzt werden, nur weil sie sich kein Iphone leisten können.

Was gehört für euch zu einem guten Leben?

 

Mich würde natürlich auch interessieren, was für euch zu einem guten Leben dazugehört und auf was ihr verzichten könntet.

Blogartikel zum Thema:

17 April 2012

Kostenfaktor Lebenserwartung….

Steigendes Lebensalter kostet Billionen“ – das habe ich gerade als Überschrift über einen „Welt“-Artikel gelesen. Den Artikel selbst habe ich nicht gelesen, aber mir reicht schon die Überschrift, damit sich Unbehagen in mir ausbreitet.

Die steigende Lebenserwartung der Menschen wird nicht als etwas Positives gesehen, sondern nur als Kostenfaktor in unserem System. Und alles was Kosten verursacht, ist eigentlich erst einmal etwas Negatives, denn es mindert den Gewinn. Im Grunde bedeutet das, das wir uns dafür schämen müssten, dass wir älter werden. Jeder der nicht mit 65 stirbt, ist einfach nur noch ein Kostenfaktor und somit eine Belastung für unsere Gesellschaft, jedenfalls könnte man so argumentieren, wenn man diese Überschriften immer liest.

Dass wir es aber eigentlich als etwas Positives sehen müssten, dass wir immer älter werden, das scheint in unserer Gesellschaft noch nicht angekommen zu sein. Sicher folgen daraus auch Krankheiten, die bisher noch nicht sooft aufgetreten sind, aber dafür gibt es ja die Forschung, die ja auch viele Arbeitsplätze sichert. Und die Forschung ist ja dazu da, um die Lebensqualität aller Menschen zu verbessern, oder um das Wissen der Menschheit zu erhöhen. Sie ist nur in zweiter Linie dazu da, um Gewinne zu erzielen, auch wenn viele das anscheinend nicht verstehen. Für viele ist Forschung etwas, was am Ende einen Profit in die Kassen irgendwelcher Unternehmen spülen muss. Alles was diesen Zweck nicht erfüllt, wird eben nicht erforscht, auch wenn dadurch Krankheiten verhindert werden könnten, die durch die höhere Lebenserwartung entstehen, und die dadurch höhere Kosten für die Gesellschaft bedeuten.

Wir sollten uns irgendwann bewusstwerden, dass die Wirtschaft für die Menschen da ist, und nicht die Menschen für die Wirtschaft. Wenn uns das klar wird, dann wird uns auch bewusst, dass der Mensch nicht als Kostenfaktor gesehen werden kann, sondern dass alles darauf hinausläuft, die Lebensqualität für Mensch und Tier zu erhöhen. Ein Gesundheitssystem sollte zum Beispiel nicht nur darauf achten, dass die Kosten möglichst gering sind, sondern das auch die Qualität für den Menschen noch gegeben ist und das es keine Zweiklassen-Medizin gibt. So ist es aber nicht, denn auch das Gesundheitssystem ist auf ein Maximum an Profit optimiert, obwohl das Gesundheitssystem eigentlich nur kostendeckend arbeiten müsste. Das gilt auch für das Pflegesystem und für viele andere Systeme, welche die Lebensqualität der Menschen erhöhen.

Ich würde mich darüber freuen, wenn die Überschriften zum Thema Lebensalter in Zukunft nur noch positiv wären. Wie wäre es zum Beispiel mit: „Steigende Lebenserwartung bringt mehr Zeit, um die Welt zu entdecken.“?