Kein Umweltschutz wegen zu hoher Auslastung im Alltag?

Gestern habe ich auf Twitter zufällig eine Diskussion zum Thema „Umweltschutz“ mitbekommen. Ich habe mich nicht eingemischt, weil ich die Leute nicht kannte und weil ich mich dann wahrscheinlich wieder viel zu viel aufgeregt hätte. Aber so wirklich lässt mich diese Diskussion nicht los, ich rege mich jetzt schon die gesamte Zeit darüber auf, weil es einfach genau die Einstellung ist, die am Ende verhindert, dass sich überhaupt etwas ändert. Grob wiedergegeben ging es in der Diskussion darum: „... dass das Thema Umweltschutz nicht in den Alltag integriert werden kann, weil die Person dazu zu ausgelastet ist und ihr Tagesablauf schon hart durchgeplant ist.“ Konkret ging es um Plastiktüten oder Stoffbeutel. | mehr

Familienkrach wegen Nachrichten

Es gibt ja hier bei mir immer mal wieder Streit über die Nachrichten. Es geht meist um Nachrichten, wo mit Vorteilen gespielt wird, wo Vergleiche gezogen werden, die diese Vorurteile scheinbar bestätigen. Nachrichten, die Nährboden für rechte Hetze bieten, obwohl dies überhaupt nicht notwendig wäre. Dann kommt es hier immer wieder zur Diskussion, weil ich es Scheiße finde und die anderen nicht verstehen, warum ich es Scheiße finde. Vergleich zwischen Obdachlosen und geflüchteten Menschen Heute gab es mal wieder so einen Aufreger! Eigentlich sollte es ein Artikel zur Unterfinanzierung von Obdachlosenunterkünften sein, daraus wurde aber ein Bericht darüber, dass für die geflüchteten Menschen mehr Geld ausgegeben wird. | mehr

Kurzgeschichte: Volksurteile

„Hallo und herzlich Willkommen zur wöchentlichen Show der Volksverurteilungen. In den nächsten 120 Minuten werden wir ihnen wieder drei straffällig gewordene Personen vorstellen und am Ende haben sie und ihr gesundes Volksrechtsempfinden es wieder in der Hand, per Telefonvoting die gerechten Urteile für diese Personen zu fällen. Natürlich gibt es auch wieder was zu Gewinnen. Unter allen Anrufern verlosen wir wieder ein Auto der Marke „Volksdoof“ im Werte von 35.000,- Euro. ...“ Wie langweilig muss es Freitagsabends doch gewesen sein, als straffällig gewordene Personen noch von Richtern verurteilt wurden. Damals, als es noch Gerichte gab, die Urteile gefällt haben, die nicht dem gesunden Volksrechtsempfinden entsprachen. | mehr

Meine Gedanken zu: #MenAreTrash – Männer sind Abfall

„Provozieren, aber richtig!“, ist der Titel eines Workshops, in dem es um provokative Moderation geht. Provozieren, dass will auch der Hashtag #MenAreTrash in den sozialen Medien, nur macht er das auch wirklich? Tatsächlich habe ich kein Problem damit, wenn Frauen ihre Erfahrungen mit Männern genau so kanalisieren. Selbst wenn ich ein Problem damit hätte, bliebe die Frage, warum gerade ich Bewerten sollen könnte, wie Frauen mit ihren Erfahrungen umzugehen haben? Wenn Frauen meinen, dass Männer Abfall sind, dann sollen sie das gerne kundtun. Sie sollen ihre Wut aufschreiben, ihn in die Welt des Internets schicken, sich mit anderen Austauschen, die das genauso sehen. Nur, wenn dem so ist, warum schreibe ich dann hier meine Gedanken auf? Weil ich den Hashtag auf der anderen Seite dann eben doch für Kontraproduktiv halte. | mehr

Die ewige Diskussion über den Schutz von Leben – Schwangerschaftsabbrüche

In Argentinien hat sich die Regierung gegen die Freigabe von Schwangerschaftsabbrüchen entschieden. Soweit so schlecht! Was mich an der Debatte darüber aber viel mehr stört, dass sind all die Kommentare, die die Meinung vertreten, dass es in der Diskussion nicht allein um die Frage geht, wem der weibliche Körper denn eigentlich gehört, wer also darüber die Entscheidungshoheit hat, sondern viel mehr um den Schutz von Leben. Nein, verdammt noch mal, genau darum geht es in der Debatte nicht! Würde es um den Schutz von Leben gehen, dann würden wir andere gesellschaftliche Debatten führen. Wir würden darüber debattieren, wie wir verhindern können, das Kinder in Armut aufwachsen. Wir würde dafür sorgen, dass kein Mensch mehr unter Hunger leiden muss. | mehr

Nachtgedanken: Ausbildung

Eigentlich sollte ich schon seit Stunden schlafen. Eigentlich wollte ich auch schon seit Stunden schlafen, aber irgendwie ist es dann doch ein wenig warm und mein Körper kommt gerade nicht richtig runter, obwohl ich Müde bin. Stattdessen lese ich gerade Blogs im Feedreader (meiner lebt immer noch und ich liebe Feeds) und schreibe hier so ein wenig meine Gedanken nieder. Ausbildung Vor ein paar Tagen diskutierte ich auf Twitter mal wieder über die Ausbildung im Allgemeinen. Ausbildung ist dabei für mich eine Investition von zwei Seiten. Die eine Seite ist der Auszubildende selbst. Er investiert mit der Ausbildung in seine berufliche Zukunft. Wenn er Glück hat, steht er danach ziemlich gut da, hat all die Werkzeuge, die er braucht, um in ein gutes Berufsleben zu starten und verdient damit dann seinen Lebensunterhalt. | mehr

Dienstpflicht …

Irgendwie scheint die Bundesregierung, bzw. die Unionsfraktion derzeit ein wenig Ablenkung von anderen Themen zu brauchen, weswegen sie die Wiedereinführung der Wehrpflicht oder einer generellen Dienstpflicht in den Ring geworfen hat. Gibt ja keine anderen Dinge, die diese Bundesregierung endlich mal lösen könnte. Wohnungsnot, Armut, Klima, Rechtsruck in der Gesellschaft, um nur einige Themen zu nennen, die mir da spontan einfallen. Sind sie aber wohl nicht kompetent genug für, deswegen suchen sie sich Themen, die in der Vergangenheit ja schon mal irgendwie funktioniert haben. Klar, ich war damals auch noch bei der Bundeswehr und irgendwie fangen auch so all die Tweets und Meldungen in den sozialen Netzwerken von den Befürwortern einer Dienstpflicht an. „Hat mir ja nicht geschadet. | mehr

Habt ihr es dann endlich?

Na, habt ihr es dann endlich? Habt ihr alle möglichen Vergleiche und Witze über Menschen gemacht, die in der ehemaligen DDR gelebt haben? Habt ihr auch den letzten Zweifel daran beseitigt, dass der Rassismus und Menschenhass nur von den Ostdeutschen kommt? Jetzt mal ehrlich, wundert ihr euch wirklich, dass die Teilung in den Köpfen immer noch vorhanden ist? Glaubt ihr wirklich, dass ihr das mit eurer Arroganz, eurer “Siegermentalität” überwinden könnt? Dieses Getue vom gönnerhaften Wessi, der die Ostdeutschen ja nur aus Mitleid aufgenommen hat und der dafür so viele Opfer bringen musste? Dieses permanente “Ihr-müsst-uns-dankbar-sein”? Ohne überhaupt ein wenig zu reflektieren, dass die Ostdeutschen auch eine Menge verloren haben und sie ebenfalls teuer für die Wiedervereinigung bezahlt haben! | mehr

Kriegsschauplatz Straßenverkehr

Der Straßenverkehr in Berlin ist ein Kriegsschauplatz. Dieser Satz liegt mir jetzt schon mehrere Wochen auf der Zunge und ich wollte schon lange einen Artikel dazu schreiben. Ein Kommentar im Tagesspiegel ist es jetzt, der aus dem passiven Wollen ein aktives Schreiben macht. Deswegen, weil der Kommentar nur eine Facette des Problems aufgreift, der durchaus richtig ist, aber eben vieles ausblendet. Ich bin Fußgänger, Radfahrer und ab und an auch Autofahrer in Berlin. Ich bekomme aus allen drei Perspektiven mit, wie sich andere Verkehrsteilnehmer benehmen und wie wichtig es dadurch wird, nicht immer auf sein Recht zu bestehen, weil das sonst zu Unfällen führen würde. Wenn ich an einer Ampel zum Beispiel langsamer anfahre, weil ich sehe, dass dort noch jemand unbedingt abbiegen muss, obwohl seine Ampelphase schon längst wieder auf Rot ist. | mehr

Die Angst läuft mit bei Läuferinnen

Vor einigen Wochen gab es auf Twitter die Diskussion, wie sich Läufer beim Laufen verhalten sollen, wenn sie hinter einer Läuferin her laufen. Inzwischen gibt es auf einem großen Läufermagazin sogar eine Umfrage dazu und auch ich habe in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht. Wahrscheinlich zu viel, wahrscheinlich auch, weil ich Kurzgeschichten schreibe und meine Phantasie da immer gleich eine Geschichte daraus macht. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, die zur Diskussion standen. Zum einen das flotte Überholen der Läuferin, dann das ändern der eigenen Laufstrecke, oder eben das langsamere Laufen, damit die Läuferin Abstand gewinnt. Ich bin tatsächlich zu dem Schluss gekommen, dass das alles keine brauchbaren Lösungen sind. Warum, das schreibe ich jetzt in den folgenden Absätzen. | mehr

Das ist dann eben so!

Hach, ich bin ja schon wieder voll mit Wut über diese Gesellschaft. Über Menschen, die meinen das sie für eine weltoffene Gesellschaft stehen, am Ende des Tages aber doch nur ihre Privilegien durch Abschottung und nationalem Getue verteidigen wollen. Menschen, die zwar meinen, dass die Menschen- und Bürgerrechte wichtig sind, aber eben nur für Menschen aus der westlichen Wertegemeinschaft und die ansonsten diese Menschen- und Bürgerrechte mit den Füßen treten. Leute die meinen, dass es keine Solidarität zwischen geflüchteten Menschen geben kann, dass die Fluchterfahrung, die all dieses Menschen teilen, nicht zu einer solchen Solidarisierung führen kann. Die der Meinung sind, dass der Rechtsstaat schon immer richtig handelt und für die es “eben so ist”, wenn Menschen in ihr Leid zurück geschickt werden, weil sie hier nicht als geflüchteter Mensch anerkennt werden. | mehr

Gesprächsfetzen aus der Stadt: Obdachlosigkeit

Ich fahre ja öfter mal S-Bahn in Berlin und es ist eher schwierig, dabei nicht auch ein paar Gespräche mitzubekommen. So auch gestern, als ich mir noch ein paar Getränke für den Tag besorgen musste. Die Situation: Wie eigentlich in jeder S-Bahn, war auch in dieser S-Bahn wieder ein Mensch ohne Obdach, der sich von den Menschen im Zug eine kleine Spende erhoffte. Ich möchte kurz anmerken, dass ich natürlich auch nicht jedem Obdachlosen etwas geben kann, aber aus dieser Situation heraus entstand dann folgendes Gespräch zwischen ein paar Studentinnen: „Ich gebe ja keinem Obdachlosen Geld. Wenn ich einem etwas gebe, dann muss ich ja allen etwas geben.“ „Stimmt, aber ein wenig Mitleid habe ich ja schon mit denen. | mehr

Unpassende Beispiele …

Wisst ihr, es gibt ja Dinge, die sollte mensch lieber lassen. Dazu gehört zum Beispiel, dass ihr euch, wenn ihr in einem Seminar ein negatives Beispiel für irgendwas braucht, keinen Menschen nehmen solltet, der zufällig in den Raum kommen könnte. Es kommt nämlich überhaupt nicht gut, wenn dann erst einmal Stille ist und dann vom Vorträger die Bemerkung kommt, dass das jetzt gerade kein passendes Beispiel ist. Und jetzt zum abschreiben: Ist etwas unpassend, wenn die Person plötzlich im Raum ist, dann ist es auch unpassend, wenn die Person nicht im Raum ist! Ich verstehe durchaus, dass es in einem Seminar Beispiele geben muss, damit etwas greifbarer wird. Allerdings sind diese Beispiele dann entweder passend, dann kann sie auch die Person hören, die als Beispiel herhalten muss, oder sie sind unpassend, dann sind sie es aber generell und sollten nicht genutzt werden. | mehr

Lasst uns über Menschlichkeit und Solidarität reden …

Mehr Überwachung, mehr Kontrollen, mehr Abschottung, dies sind die Schlagworte, über die gerade in den Medien diskutiert wird. Über die immer diskutiert wird, wenn irgendwo in Europa etwas passiert. Warum diskutieren wir aber nicht mal über Waffenexporte, Armut, Ausbeutung von Rohstoffen durch westliche Firmen und Angst? Warum diskutieren wir nicht über die Perspektivlosigkeit, die dazu führt, dass Menschen ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Familie bei Terrororganisationen suchen? Warum reden wir nicht über den rechten Terror hier in Deutschland? Über die brennenden Unterkünfte, die für geflüchtete Menschen gedacht waren? Über Übergriffe, die eben auch dazu führen, dass die Menschen, die schon hier in Deutschland sind, sich auch noch in die Fänge von Terrororganisationen begeben? | mehr