Kurzgeschichte: Erinnerungen

Es ist kurz vor 22 Uhr. Gerade ist ein Kinofilm zu Ende gegangen und die Menschen verlassen das Gebäude. Ich beobachte sie, sehe sie lächelnd durch die Straßen ziehen. Einige küssen sich, andere gehen zum Dönerstand, um sich etwas zu trinken zu kaufen. Sie merken nicht, dass ich sie beobachte, denn ich sitze hier in meinem Taxi, ich warte auf sie, auf die Paare, die schnell nach Hause wollen, die Paare, die ihrem Abend noch einen erotischen Ausklang geben wollen. Sie bemerken mich nicht, weil es mein Job ist, hier zu sein. Und ich merke nicht, dass sich ein Paar in meine Richtung bewegt. Sie hat rote Rosen in der Hand, welche sich, durch den sanften Wind, hin und her bewegen. Er hat eine Bierflasche in der Hand, die sich, angetrieben durch seine Hand, zu seinem Mund bewegt. | mehr

Blogger-Adventskalender: Türchen 13

Nachdenkend gehe ich durch die nächtliche Stadt. Überall sind Lichter, welche die Nacht, die Läden und die Marktbuden erhellen. Auf dem Weihnachtsmarkt hört man glückliche Kinder, die sich in Fahrgeschäften vergnügen. Weihnachtsmusik verfolgt mich, bohrt sich tief in meine Gedanken. Es geht um die Weihnachtsbäckerei, um den Schnee, um Liebe und Zuneigung und um den Zusammenhalt der Familie - Nächstenliebe wird auf einmal großgeschrieben. Langsam gehe ich von Bude zu Bude. Vor einem Stand mit kandierten Obst entdecke ich ein Kind, dass die kandierten Äpfel mit großen Augen ansieht. Die Mutter steht daneben, sieht, wo der Blick des Kindes hinfällt und dann kann ich Traurigkeit in ihrem Gesicht erkennen. Sie kniet sich zu ihrem Kind hinunter, flüstert ihm was ins Ohr und auch in seinem Gesicht flackert kurz Traurigkeit auf. | mehr

Warum ist das Eichhörnchen vom Baum gefallen?

Es war einmal ein Eichhörnchen, welches sich auf die Reise in ein fremdes Land begab. Als es langsam auf den Winter zuging, machte sich das Eichhörnchen auf die Suche nach einem geeigneten Baum, um dort seine Nester zu bauen. Eichhörnchen haben mehrere Nester, da sie öfter kleine Untermieter bekommen. Diese Untermieter mag das Eichhörnchen natürlich nicht, weswegen es dann auch zwischen den Nestern wechselt, wenn diese Untermieter zu Besuch kommen. Als das Eichhörnchen einen Passenden, wenn auch unbekannten, Baum gefunden hatte, begann es sofort mit dem Nestbau. Das Eichhörnchen wusste ja nicht, welches Wetter es zu erwarten hat, da es neu war in diesem Land. Somit wusste das Eichhörnchen natürlich auch nicht, ob die Winter hier sehr kalt sind, oder ob es einen eher milden Winter erwarten dürfte. | mehr

Lernen ist schwer…

Lernen ist schwer. Ihr wisst sicher was ich meine, wenn ich diesen Satz schreibe. Ich gehe sogar weiter, denn lernen ist unmöglich. Zumindest, wenn man es in den eigenen vier Wänden machen soll. Kaum sitzt man am Schreibtisch und hat das Heft mit der zu lösenden Aufgabe vor sich liegen, fällt einen auf einmal ein Schrank auf, den man schon mindestens 10 Jahre nicht mehr beachtet hat. 10 Jahre ist eine lange Zeit, und so kommt es, dass der Schrank auf einmal interessanter ist, als das Heft mit der Aufgabe, welche man eigentlich lösen sollte. Wir können das Heft mir der Aufgabe auch gerne gegen Vokabeln auf Karteikarten austauschen, es bleibt dasselbe, der Schrank ist interessanter. Was verbirgt sich wohl in diesem Schrank, den wir 10 Jahre nicht mehr angesehen haben? | mehr

Blog Adventskalender 2011 – 11. Söckchen

Heute ist der 11.Dezember und somit Zeit für das 11.Türchen des Blogger-Advent-Kalenders Es ist das erste Mal, das ich dran teilnehme und ich hoffe, dass euch die Kurzgeschichte gefällt, die ich für euch geschrieben habe. Als der Weihnachtsmann Weihnachten verschlief.. . „Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hat der Weihnachtsmann verpennt.“, so heißt es in einem Weihnachtsgedicht. Und tatsächlich gab es einmal ein Weihnachtsfest, an dem der Weihnachtsmann verschlafen hatte. Das ist schon sehr lange her, und natürlich erinnert sich heute auch keiner mehr daran, wofür der Weihnachtsmann verantwortlich ist. Damals hatte der Weihnachtsmann sehr viel um die Ohren, denn es war mal wieder Krieg auf Erden und auch die Pest verbreitete Leid und Schrecken auf der ganzen Welt. | mehr

Ein seltsamer Montag – Kurzgeschichte

Ich werde diesen Montag wohl nie vergessen. Es war ein ganz normaler Montag, wie immer stand ich um sechs Uhr auf und schaltete den Computer an. Dieser startete ganz normal, doch als ich meine tägliche Dosis Nachrichten konsumieren wollte, ging überhaupt nichts. Mein Browser öffnete keine einzige Internetseite, mein Feed-Reader blieb leer und auch mein E-Mail-Eingang blieb verschont. Eigentlich schön, aber ich ging davon aus, dass mein Internet eine Störung hatte, weswegen ich den Computer wieder ausschaltete und mich auf den Weg zu meiner Bank begab. Ich brauchte unbedingt die Kontoauszüge, welche ich mir im Internet ja nicht holen konnte. Bei meiner Bank angekommen, schauten mich die Mitarbeiter der Bank, welche um diese Uhrzeit eigentlich noch gar nicht hier sein dürften, verdutzt an. | mehr

Die lachende Ente – Teil 3 – Kurzgeschichte

Ich stehe nun schon seit vielen Jahrzehnten hier – immer an dieser Stelle und zu jeder Jahreszeit. Im Sommer genauso wie im Winter, auch wenn es schneit, regnet und stürmt. Das ist auch kein Wunder, denn ich bin fest verwurzelt mit dieser Erde. Schon seit einigen Jahren läuft hier jeden Abend eine Joggerin lang, nein das ist falsch, es laufen hier jeden Abend zwei Joggerinnen lang. Ich kann sie immer schon aus der Ferne sehen, die Menschen, wie sie sich mit ihren beiden Beinen fortbewegen. Das ist durch meine Größe möglich, und ich bin immer neidisch auf die Menschen. Ich würde mich auch gerne fortbewegen können, würde auch gerne die Welt sehen, dass Meer, von welchem mir die Vögel immer berichten. Jedes Jahr erzählen sie mir davon, immer wenn sie hier vorbeikommen, hier einen Halt machen. | mehr

Die lachende Ente – Teil2 – Kurzgeschichte

Hatte sie ihn gesehen? Er war gerade dabei in ein leer stehendes Haus einzusteigen, in welchem er die Nacht verbringen wollte. Genau in diesem Moment lief die Joggerin an dem Grundstück vorbei und er hätte schwören können, dass sie ihm genau in die Augen gesehen hat. Wenn sie ihn wirklich gesehen hatte, dann würde die Joggerin wahrscheinlich die Polizei rufen und dieses Risiko konnte er nicht eingehen. Nicht er, wo seine DNA doch bundesweit gesucht wird. Wer weiß, ob die Polizei nicht auf die Idee kommen würde, eine DNA-Probe von ihm zu nehmen, sobald sie ihn wegen Einbruchs verhaftet hatte? Dieses Risiko war ihm einfach zu groß. Sicher könnte es auch Einbildung sein und die Joggerin hatte ihn gar nicht gesehen. Aber das wusste er nicht und sollte es so sein, dann war die Joggerin eben zur falschen Zeit am falschen Ort. | mehr

Die lachende Ente – Kurzgeschichte

Wie jeden Abend machte sich Sabrina für ihr Lauftraining bereit. Sie befüllte ihre Trinkflaschen mit warmen Tee, steckte die Flaschen in ihren Gürtel und startete ihren Trainingscomputer. Danach nahm sie ihren Schlüssel, öffnete die Tür und betrat den Flur. Nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, trat sie ins Freie, atmetet einmal tief ein und genoss die frische, kalte Luft, welche sich in ihren Lungen ausbreitete. Danach lief sie los, nachdem der Trainingscomputer den Satelliten gefunden hatte und sie die Aufzeichnung ihrer Daten gestartet hatte. Heute lief sie das erste Mal alleine, nachdem sich am Vortag ihre Freundin verletzt hatte. Sie stolperte über einen Stein und verstauchte sich dabei den Knöchel. Für Sabrina war das kein Grund mit dem Training auszusetzen. | mehr

Eine letzte Berührung

Er streichelte ihr ganz langsam durchs Haar. Eher zufällig hatte er dieses berührt und konnte dann nicht widerstehen, durch die Haare zu streicheln. Ganz langsam und vorsichtig. Sie merkte die Berührung, die Wärme, welche durch seine Hände abgestrahlt wurde. Schon lange hatte sie diese Wärme nicht mehr gespürt, weswegen sie es sich auch gefallen lies, obwohl vorher noch keine Annäherung stattgefunden hatte. Er wollte nicht nur ihr Haar spüren, weswegen er mit seinen Fingern auch langsam über ihre Wangen strich. Die Wärme gefiel ihm, gleichzeitig merkte er, wie sich die Wangen langsam rot färbten. Sie spürte die Berührungen nur noch, denn sie hatte die Augen geschlossen. Sie wollte den Augenblick genießen, sie wollte seine Lippen spüren, seinen Atem. | mehr

Dystopie über die CDU/CSU

Wir sind im Jahre 2010, die CDU/CSU haben einen grandiosen Erfolg bei der Wahl erlebt, müssen aber dennoch mit der FDP zusammen arbeiten, da es für die absolute Mehrheit nicht gereicht hat. Nachdem 2009 die Zahlen für Gewalt gegen Kinder gestiegen sind und die Familienministerien dringend etwas dagegen unternehmen möchte, denkt Sie laut darüber nach in jeder Wohnung Teleprompter zu installieren, welche nicht nur Bilder empfangen, sondern auch senden können. In der Mehrheit der Bevölkerung regt sich widerstand gegen dieses Gesetz, da sie ihre Privatsphäre bedroht sehen. Da der Bürger auch die Anschaffung dieser Geräte selber zahlen soll geht eine große Demonstrationswelle durchs Land. 2011   Nachdem im Vorjahr mehrere Kinder durch häusliche Gewalt gestorben sind bringt die Familienministerin ihren Vorschlag aus dem Vorjahr wieder ins Spiel. | mehr

Telefonanruf aus Utopia

Hach, heute ist mir mal wieder eine Kurzgeschichte in die Hände gefallen, die ich vor einigen Jahren geschrieben hatte und seither nicht mehr so wirklich beachtet habe, obwohl ich sie immer noch mal überarbeiten wollte. Was das jetzt mit der Abendschule zu tun hat? Nun es war ein Projekt für die Abendschule, während dem diese Kurzgeschichte entstanden ist. Wer sie einmal lesen möchte, kann sie Hier downloaden. Würde mich natürlich über ein paar Kommentare von euch freuen. | mehr

Raumschiff Lyrik – Teil 1

Der Wortraum, unendliche weiten, wir schreiben das Jahr 2008 und befinden uns auf der Mission, den Wortraum zu erkunden und neue Lebensformen zu entdecken. Das Raumschiff Lyrik ist eines von drei Schwesterschiffen, dass auf diese Mission geschickt wurde. Neben dem Raumschiff Lyrik, sind auch noch das Raumschiff Epik und das Raumschiff Dramatik im Wortraum unterwegs. Kapitel 1 1.Logbucheintrag des Raumschiffes Lyrik: Heute ist der 12.11.2008 und wir befinden uns auf den Weg zum Planeten Metrum. Dort haben wir den Auftrag, neben der Erforschung des Ahls, beim wieder aufbau der Diplomatischen Beziehungen zwischen den verfeindeten Volksgruppen Jambus, Trochäus, Anapäst und Daktylus zu helfen und einen Waffenstillstand zwischen diesen auszuhandeln. | mehr