16.12.2022: Alltagsprobleme

„Was schaut der Typ mich mit seinen zwei Augen eigentlich so an? Der will mich doch bestimmt fressen! Da werde ich mich mal schnell in Stellung bringen und ihn anständig anstarren, damit er mich nicht überrascht mit seinem Angriff“, dachte sich wahrscheinlich die Spinne, die es sich an der Kellerdecke direkt hinter der Kellertür gemütlich gemacht hat.

Ja, ich habe Angst vor Spinnen und ich kann nicht an einer Spinne vorbeigehen, die auf Kopfhöhe an der Kellerdecke hängt. Wäre die Decke so hoch, wie sie es auch in den Wohnungen ist, wäre es kein Problem, ist sie aber nicht, ich muss mich dort leicht bücken, um mir nicht den Kopf zu stoßen. Und da hat es sich die Spinne gemütlich gemacht.

Der Spinne kann ich das nicht übel nehmen, die sitzt dort, weil es wärmer ist als draußen und wahrscheinlich auch deswegen, weil sie dort noch mehr Nahrung findet, als derzeit in der tiefgefrorenen Umgebung. Auch will ich ihr nichts Böses tun, will ihr keinen Stress machen, weil sie kann ja nichts dafür, dass ich Angst vor Spinnen habe. Problem ist aber, dass ich so nicht an meinem Stromzähler komme, den ich ablesen müsste, weil heute Nacht mein Stromanbieter wechselt und drei Parteien wissen möchten, wie der aktuelle Stromzählerstand ist. Mein alter Anbieter, mein neuer Anbieter und auch der Netzbetreiber würde es gerne wissen. Aber ich komme nicht hin, ich kann nicht an der Spinne vorbei! Die Spinne weiß das wahrscheinlich nicht, die will nur, dass ich sie in Ruhe lasse, die will nur die Wärme genießen und nicht im freien Erfrieren.

Ich halte den Keller eh für den schlechtesten Ort für einen Stromzähler, zumindest dann, wenn die Decken so niedrig sind, wie sie in unserem Keller sind. Ich schaffe es schon nicht, mein Kellerabteil zu entrümpeln, eben wegen der Spinnen. Stromzähler muss ich ja zum Glück nicht sooft ablesen und bisher ging es irgendwie immer, weil keine Spinne am Eingang saß. Aber okay, jetzt war sie da!

„Was schaut mich diese Spinne mit ihren vielen kleinen Äuglein eigentlich so an? Die will mich doch bestimmt fressen! Da werde ich doch mal lieber die Kellertür wieder schließen und heulen, weil ich nicht an den Stromzähler komme!“, waren meine Gedanken und jetzt ist der Stromzähler unerreichbar für mich!

Wer schreibt hier? Sven Buchien

Ich bin Sven. Geboren 1982 in Ost-Berlin, seither ziemlicher Einzelgänger, der sich für alle möglichen Dinge interessiert und deswegen vieles nie zu einem Ende bringt. Mensch mit Abitur, der mal was Studieren wollte, aber das auch nicht beendet hat. Davor hat er aber zumindest die Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel - Fachrichtung Großhandel erfolgreich beendet. Selbstständig. Ständig fragend in das Aquarium Welt schauend. Blogger. Dieser Blog hat nichts mit Aquarien zu tun! Er ist ein Aquarium voll mit meinen Gedanken, Geschichten, Erlebnissen und noch viel mehr. Eine bunte Welt, die ihr anschauen könnt, in die ihr eintauchen und diskutieren könnt, die ihr mit Kommentaren und Gedanken erweitern und bunter machen könnt. Es ist meine Welt, in der Gedanken fließend sind, dass Wasser, die Grundlage für das Leben, die Artikel, die die Fische in diesem Aquarium sind. Der Blog könnte auch Zettelkasten, Mülleimer oder Gedankenablage heißen, aber das Aquarium war es, was am besten passte und am besten passt. Eine kleine, eigene Welt, meine Gedanken- und Erlebniswelt, die durch das Glas drumherum für alle Sichtbar wird, die aber eben doch begrenzt ist durch mich, durch meine Erlebnisse, mein Wissen, offen aber für andere Gedanken, die diese Welt erweitern. In diesem persönlichen Blog teilt Sven Buchien regelmäßig Essays, Erfahrungsberichte und Notizen zu Themen wie IT, Gesellschaft und dem Alltag in Berlin.

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