Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Vorsätze sind ja erst einmal nichts Schlimmes. Im Gegenteil, ich gehe sogar davon aus, dass jeder Mensch irgendwelche Vorsätze hat. Was ich aber nicht mag, sind Vorsätze, die erst zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden. Deswegen habe ich auch keine Vorsätze für das neue Jahr, denn Vorsätze, die nicht sofort umgesetzt werden, kommen nicht vom Herzen.

Wer meinen Jahresrück-, und Vorblick gelesen hat, der weiß, dass ich Ziele fürs neue Jahr habe, aber der Unterschied ist, dass ich durch diese Ziele nichts in meinem Leben ändern möchte, sondern ich möchte in bestimmten Bereichen besser werden. Natürlich würde ich mich ärgern, wenn ich die Ziele nicht erreiche, aber es wäre nicht weiter schlimm.

Vorsätze hingegen verändern etwas im Leben, und deswegen sollten sie immer sofort angegangen werden, denn nur dann sind sie wirklich ernst gemeint. Wenn ich Vorsätze gleich wieder aufschiebe, dann ist das nur ein Anzeichen dafür, dass ich noch nicht bereit dazu bin, etwas in meinem Leben zu ändern – warum sollte das dann zu einem späteren Zeitpunkt der Fall sein?

Ende 2012 nahm ich mir zum Beispiel vor auf Plastiktüten zu verzichten. Ich hatte davon eine viel zu große Sammlung hier zu Hause und für die Umwelt waren und sind diese Plastiktüten ja auch nicht gut. Deswegen kaufte ich mir am nächsten Tag gleich einen Stoffbeutel, den ich seither immer bei mir habe. Selbst wenn ich mir einen Döner kaufe oder den Bäcker nerve, habe ich einen Stoffbeutel dabei, denn wenn ich einen Vorsatz habe, dann möchte ich den auch richtig umsetzen. Natürlich vergesse ich ab und zu auch mal den Beutel, aber auch dann verzichte ich auf Plastiktüten und greife lieber auf eine Papiertüte zurück. Natürlich könnte ich auch einen neuen Stoffbeutel kaufen, aber dann würde ich davon eine Sammlung aufbauen und das ist auch nicht das, was ich möchte, denn dadurch würde ich auch Rohstoffe verschwenden, was nicht unbedingt mein Ziel ist.

Doch warum schreibe ich schon wieder über Vorsätze? Nun, es gibt da eine Blogparade vom WWF, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt. Der WWF stellt auf seinem Blog folgende Fragen:

  • Wie habt ihr es geschafft, schlechte Gewohnheiten in bessere umzuwandeln?
  • Was sind eure wunden Punkte?
  • Woran seid ihr in der Vergangenheit gescheitert?
  • Was wollt ihr unbedingt noch ausprobieren, was einfach machen – oder lassen?
  • Haben schlechte Gewohnheiten unbedingt etwas mit Vorsätzen zu tun?

 

Bei der Blogparade geht es um bessere Vorsätze, von daher stellt sich erst einmal die Frage, ob schlechte Gewohnheiten unbedingt etwas mit den Vorsätzen zu tun haben. Wer definiert, was eine schlechte Gewohnheit ist? Ist eine Angewohnheit, die ich durch einen Vorsatz verändern möchte, immer gleich schlecht?

Im Fall der Plastiktüten ist das ziemlich einfach, denn die Plastiktüten gingen nicht nur ins Geld, sie verschmutzten auch die Umwelt. Allerdings fiel es mir nicht wirklich schwer, diese Gewohnheit abzulegen, denn dadurch, dass ich seither einen Stoffbeutel bei mir habe, hat sich an meiner Lebensqualität nichts geändert. Ich kann immer noch spontan in die Kaufhalle gehen und etwas kaufen und nebenher spare ich sogar Geld, denn die Plastiktüten kosteten pro Einkauf ja auch 10 Cent oder mehr.

Das ist übrigens auch schon der erste Trick, um solche Gewohnheiten abzulegen. Es ist wichtig zu sehen, dass sich dadurch an der Lebensqualität nichts ändert, dass sie sich eventuell sogar verbessert. Dazu müssen wir aber bereit sein, etwas in unserem Leben zu verändern und wenn das der Fall ist, dann spricht auch nichts dagegen, einen Vorsatz sofort umzusetzen und ihn nicht sofort wieder zu verschieben. Das gilt fürs Rauchen genauso, wie für die Plastiktüten oder den Kaffeebecher aus Pappe mit Plastikdeckel. Solange wir es nicht wirklich wollen, solange werden wir Gründe finden, um die Vorsätze doch nicht umzusetzen. Und solange wir denken, dass dadurch Lebensqualität verloren geht, solange werden wir auch nicht wirklich etwas ändern wollen.

Wunden Punkte?

 

Im Zusammenhang mit Vorsätzen habe ich keine wunden Punkte, denn wenn ich noch nicht bereit bin etwas zu ändern, nehme ich mir keinen Vorsatz, dies zu tun und sobald ich bereit bin, dann ändere ich es einfach. Nein, das geht natürlich nicht immer von heute auf Morgen, aber das ist ja auch nicht notwendig. Notwendig ist nur, sofort die ersten Schritte zu gehen. Dazu zählen auch die Vorbereitung, wenn ich zum Beispiel meinen Cappuccino für Unterwegs nicht mehr in einem Pappbecher genießen will, dann muss ich mir eine Tasse besorgen, die die Funktion des Pappbechers übernimmt. Gilt natürlich auch für andere Getränke. Dann muss ich noch Geschäfte finden, die mir diese Kaffeetasse auch mit Kaffee befüllen, wenn ich diesen nicht unbedingt von zu Hause mitnehmen möchte.

Gescheitert?

 

Derzeit scheitere ich daran, den Plastikmüll noch weiter zu reduzieren, der durch den Einkauf anfällt. Natürlich sortiere ich und die Rohstoffe landen in der Gelben Tonne, aber noch schöner wäre es, wenn ich die meisten Verpackungen einfach einsparen könnte. Scheitern tut es derzeit am Geld und an der Zeit. Ja, es gibt inzwischen einen Laden in Berlin, der viele Dinge ohne Verpackungen verkauft, aber hierzu bräuchte ich erst mal Behälter, vorzugsweise aus Glas und ich bräuchte zusätzlich noch die Zeit, um in diesem Laden einkaufen zu gehen.

Gescheitert ist das Projekt aber noch lange nicht, vielmehr sehe ich mich gerade in der Vorbereitungsphase.

Was will ich noch machen?

 

Es gibt noch vieles, was ich machen will, sobald es der finanzielle Rahmen zulässt. Ich möchte zum Beispiel mein Fahrrad nutzen, um mein Smartphone und einen Zusatzakku aufzuladen. Auch meinen Rücksack möchte ich mit einem Solarpaneel ausrüsten, damit ich kleine Geräte wie MP3 Player und Co. damit aufladen kann. Das scheitert derzeit aber auch noch am Geld, aber ich weiß, dass ich diese Dinge umsetzen werde.

Was ich derzeit aber konkret plane, weil es günstig umzusetzen ist, ist eine Kochkiste, mit der ich dann beim Kochen Energie einsparen kann.

Klimaschutz, Umweltschutz – ständig hören wir diese Worte, ständig zeigen wir auf die Politik und verlangen, dass die etwas dafür machen muss, ständig verlassen wir uns darauf, dass andere das Problem schon lösen, aber das Wichtigste vergessen wir dabei meist: selbst Aktiv zu werden! Es geht nicht um große Änderungen, es geht auch nicht darum, auf irgendwas zu verzichten – obwohl, irgendwann wird es auch darum gehen – aber im Moment geht es erst einmal nur darum, Kleinigkeiten zu verändern, die, wenn es viele machen, zum Klima- und Umweltschutz beitragen.

Das Fahrrad als Kraftwerk

 

Dass das Fahrrad ein super Mittel ist, um seine Mobilität zu steigern, ich glaube, darüber muss ich nicht mehr schreiben. Das es sinnvoller ist, dass Auto für bestimmte Strecken durch das Fahrrad zu ersetzen, habe ich hier auch schon geschrieben. Der nächste Schritt wäre jetzt, den Strom, der durchs Radfahren erzeugt wird, auch tagsüber zu nutzen. Abends und Nachts ist klar, da wird der Strom für die Beleuchtung gebraucht, aber wer viel am Tage fährt, der braucht keine Beleuchtung, warum dann den Strom nicht nutzen, um das Handy, das Smartphone, das Tablet oder den MP3 Player aufzuladen? Ja, dass ist möglich. Ich habe heute bei Amazon mal geschaut*, und es gibt da Ladegeräte für das Fahrrad, die, zusammen mit einem Zusatzakku, den Strom nutzbar machen. Klar, es geht hier nicht um viel Strom, aber wenn das auf ein paar Millionen Menschen hochgerechnet wird, dann kommt da doch einiges zusammen. Warum also nicht?

Solarmodul auf dem Rucksack

 

Es muss ja nicht immer das Fahrrad sein, es kann ja auch der Rucksack sein, den viele von uns auf dem Rücken haben, wenn sie unterwegs sind. Es gibt hier Sets, die in den Rucksack verbaut werden können*, und die dann, wenn die Sonne scheint, Strom produzieren. Klar, die Module müssen dazu in die Sonne, aber da können sie auch hin, wenn wir nicht unterwegs sind. Im Büro den Rucksack aufs Fensterbrett, und schon kann die Sonne ihre Arbeit tun und zum Beispiel einen Akkupack aufladen, der dann den Strom für das Handy bereithält, sobald er gebraucht wird. Und stellt euch vor, ihr könnt den Strom sogar teilen. Vielleicht kennt ihr dann viele interessante Menschen kennen, wenn die euch einfach mal Fragen: “Hat dein Rucksack noch genügend Strom für mein Tablet?”

Bewegungsenergie

 

Und überhaupt, es gibt so viele interessante Entwicklungen, um durch unsere Bewegung Strom zu erzeugen. Das Smartphone, Handy oder der MP3 Player müssen also nicht unbedingt an die herkömmliche Steckdose. Diese kleinen Geräte können wir durch Dinge aufladen, die wir im Alltag sowieso tun, die uns also nicht einschränken oder die unseren Lebensstandart einschränken. Wir müssen es nur tun!

Kochkiste

 

Die Kochkiste ist schon alt, kann aber dennoch dabei helfen, Energie einzusparen. Das Prinzip ist dabei ziemlich einfach, denn die Kochkiste ist so aufgebaut, dass Gerichte in dieser fertig gekocht werden, ohne das weitere Energie zugeführt werden muss. Das geschieht, weil die Kochkiste so gut isoliert ist, dass die Wärme nicht so schnell verloren geht, die vorher auf dem Herd erzeugt wurde. Der Herd kommt hier also auch zum Einsatz, aber er kann bedeutend früher abgeschaltet werden, wenn das Essen in der Kochkiste fertig gekocht wird. Und das schöne ist, eine solche Kochkiste könnt ihr euch selbst bauen und müsst sie nicht teuer kaufen. Auch die Kochkiste wird sich nicht negativ auf euren Lebensstandart auswirken, hilft aber dabei, beim kochen Energie zu sparen.

Das sind nur wenige Beispiele dafür, wie jeder Einzelne etwas dafür tun kann, die Umwelt zu schützen. Es sind Beispiele die zeigen, dass der Klimaschutz nicht immer auf Verzicht hinaus läuft, sondern das er sich in unser Leben integrieren lässt.

* = Amazon Partnerlink

Am 09.11.2015 beginnt jetzt der MOOC zum Thema Klimawandel und seine Folgen. Ich hatte euch ja vor ein paar Wochen schon mal darauf hingewiesen, wer es nicht gesehen hat, hier ist der Artikel dazu. Zum MOOC werde ich dann sicher hier auch ein wenig schreiben, auch wenn mir bewusst ist, dass das Thema nicht alle interessiert. Aber das ist auch nicht schlimm, denn ihr müsst die Artikel ja nicht lesen, wobei ich mich natürlich über Diskussionen freue.

Wo wir bei Diskussionen sind: Natürlich ist mir auch bewusst, dass es zu dem Thema extreme Positionen gibt. Die einen sagen, dass der Mensch an allem Schuld ist und sehen keine natürlichen Einflüsse, andere sagen, dass der Mensch gar keine Schuld hat und sehen nur die natürlichen Faktoren, die das Wetter beeinflussen. Ich stehe weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Mit ist bewusst, dass der Mensch sehr viele Treibhausgase freisetzt, auf der anderen Seite ist mir aber auch bewusst, dass es natürlich Faktoren gibt, die das Klima auf der Erde schon immer beeinflusst haben und es auch weiterhin beeinflussen werden. Das ist aber kein Grund zu sagen, dass wir so weiter machen sollten, wie wir es derzeit tun, denn wir haben nicht nur eine Verantwortung für uns selbst, wir haben auch eine Verantwortung für die Tiere und Pflanzen, die auf dieser Welt existieren und wenn wir diese ernst nehmen, dann sollte uns eben bewusst werden, dass dieser Planet begrenzt ist, dass es also auch in seiner Nutzung und Ausbeutung Grenzen gibt.

Der Irrsinn vom grenzenlosen Wachstum und von der grenzenlosen Ausbeutung

 

Passend dazu, wenn auch nicht geplant, habe ich vor kurzem das Buch “Es ist dein Planet – Ideen gegen den Irrsinn” (Amazon Partnerlink) gelesen. Es ist eigentlich ein Jugendbuch, was aber nichts daran ändert, dass das Buch lesenswert ist.

Einer dieser Irrsinne, ja es gibt mehrere, ist der Glaube am grenzenlosen Wachstum, auf dem auch unser Wirtschaftssystem ausgerichtet ist. Ein begrenztes System, so wie unsere Erde eines ist, kann aber kein unbegrenztes Wachstum bieten. Genauso sind die Rohstoffe begrenzt, was jetzt zwar erst einmal nichts mit dem Klimawandel zu tun hat, was uns aber dabei helfen kann etwas gegen die Zerstörung unseres Planeten zu tun, wobei es eigentlich nicht die Zerstörung unseres Planeten ist, der wird uns wohl überleben, sondern die Zerstörung unserer eigenen Lebensgrundlagen. Die Pflanzen und andere Lebewesen werden sich wohl an die veränderten Klimabedingungen anpassen können, doch der Mensch wird das irgendwann nicht mehr schaffen, darüber sollten wir vielleicht einmal nachdenken und auch darüber, was wir den nächsten Generationen hinterlassen wollen und dazu gehört dann eben auch wieder das Klima und der Ausstoß von Treibhausgasen.

Genau deswegen werde ich mir auch die Zeit für diesen MOOC nehmen und euch damit ein wenig nerven, wenn es euch denn überhaupt nervt. Ich bin gespannt, was in den nächsten Wochen auf mich zukommt und vielleicht seid ihr ja auch ein wenig gespannt.