5 Oktober 2020

05.10.2020: Was läuft bei mir?

Erinnerungen

Ich sehe mir ja inzwischen täglich die Corona-Zahlen für Berlin an. Sie steigen! In mehreren Bezirken liegt der Wert der 7-Tage Inzidenz über 50 und somit über den kritischen Wert, sodass auch bei der Berliner Corona-Ampel dieser Wert auf Rot steht, die anderen beiden Werte sind zum Glück weiterhin im grünen Bereich – die Frage ist halt, wie lange noch?

Derzeit habe ich ab und an noch ein paar Einsätze als Promoter, deswegen ist dieser Blog hier überhaupt noch erreichbar, aber es reicht halt nur, um die laufenden Kosten bis zum jetzigen Zeitpunkt zu bedienen, ein Polster kann ich mir mit den Einnahmen nicht aufbauen und ich muss immer hoffen, dass die Rechnungen zeitnah überwiesen werden. Wenn die Werte sich aber weiterhin so verschlechtern, werden auch diese Aufträge bald wieder wegfallen, dann wird es wieder zu größeren Einschränkungen kommen und das macht mir schon ein wenig angst. Natürlich erzählt die Politik, dass sie härtere Einschnitte für die Wirtschaft nicht ein zweites Mal zulassen möchte, aber am Ende hat die Gesundheit und das Leben der Menschen einen höheren Stellenwert und das nicht so zu sehen, wäre höchst fahrlässig von der Politik. Deswegen müssen wir wieder mit härteren Einschnitten rechnen, muss ich damit rechnen, dass der Herbst und Winter für mich wieder sehr schwer wird und ich weiterhin kaum Einnahmen haben werde. Ist deprimierend, aber noch deprimierender wäre es, wenn wir wegen der Wirtschaft Menschen sterben lassen.

Die letzten Wochen

Die letzten Wochen waren auf jeden Fall ganz angenehm, nachdem ich die absolute Auftragslosigkeit verlassen habe. Ich durfte endlich wieder ein wenig was machen, hatte Aufträge und mein Terminkalender hatte in den letzten zwei Wochen sogar mehr belegte als unbelegte Tage. Absolut wohltuend für mich und auch absolut wichtig für meine Motivation, die in den letzten Monaten ja doch im Keller war. Ich habe jeden einzelnen Auftrag genossen, jede Stunde, die ich wieder was zu tun hatte und werde es auch noch so lange tun, wie es noch möglich ist.

Dennoch muss ich auch an die nächsten Wochen und Monate denken und habe deswegen eine Kampagne bei GoFundMe gestartet. Natürlich ist mir bewusst, dass viele von euch auch mit der Situation kämpfen und das es andere Projekte gibt, die jetzt erst einmal Hilfe brauchen, aber vielleicht hat der ein oder andere von euch ja doch noch ein paar Euros über. Jetzt höre ich mich schon an wie die armen Menschen in der S-Bahn, die sich dort ihre nächste Übernachtung in einer Unterkunft oder ihre nächste Mahlzeit verdienen müssen. Ganz so schlimm ist es bei mir aber zum Glück noch nicht, ich kann mir ja derzeit sogar noch den Luxus leisten, hier einen Blog zu schreiben, meine Gedanken zu sammeln und dadurch irgendwie durch diese Zeit zu kommen.

Bild GofundMe-Kampagne

Wer GoFundMe nicht mag, mir aber einen Cappuccino zukommen lassen möchte, kann dies über den Paypal-Me -Button machen, der unter jedem Artikel zu finden ist oder eben direkt über die Kaffeetasse an der Seite.

Körper und Geist

Ich habe in der letzten Woche endlich Mal wieder mehr Kalorien verbrannt als zu mir genommen und somit ein paar Kilos vom Corona-Speck verbrannt. Da muss zwar noch deutlich mehr passieren, aber der Trend geht ja zumindest hier in die richtige Richtung. Laufen ist derzeit leider nicht möglich, da ich mich seit einer Woche mit einem schmerzenden Bein zu beschäftigen habe. Ich weiß nicht Mal wirklich, von wo der eigentliche Schmerz ausgeht, aber das Knie ist besonders betroffen. Dafür kann ich aber Radfahren, ist vielleicht nicht die beste Medizin, aber ich vermute einfach, dass die Schmerzen auch ein wenig vom Bewegungsmangel her kommen, den ich in den letzten Monaten durchaus hatte.

Für den Geist beschäftige ich mich derzeit halt weiterhin mit kostenlosen Weiterbildungsangeboten. Gibt ja genügend und ich habe dadurch auch schon einige interessante „Entdeckungen“ gemacht, die ich in der nächsten Zeit weiterverfolgen werde. Wenn wir die Corona-Pandemie dann irgendwann hinter uns gelassen haben, wird das auch für meine Selbstständigkeit Impulse bringen, sodass ich hier durchaus schon längerfristig denke, trotz Motivationsloch, trotz derzeitiger Existenznöte. Jammern alleine löst das Problem ja nicht.

Hoffen wir einfach, dass wir alle Gesund durch die Zeit kommen, denn nur wenn wir am Leben bleiben, können wir eine Zeit nach der Pandemie planen.