Das Meer

Wenn es still daliegt, es nur leichte Wellen schlägt, es ruhig eine Decke über all das legt, was sich in ihm verbirgt, dann sieht das Meer Kilometerweit gleich aus, friedlich. Es hat aber auch eine andere Seite, die Stürmische, das alles verschlingt, wenn es die Chance dazu bekommt.

Ich wohne gar nicht am Meer, ich wohne in Berlin, weit weg vom Meer. Den weiten blauen Horizont, den habe ich bisher nur selten gesehen. In Spanien für ein paar Wochen und in Dänemark. Und doch ist es so faszinierend, so verlockend, so geheimnisvoll. Unter seiner Oberfläche versteckt es Welten voller Schönheit. … Weiterlesen “Das Meer”

Kriegsschauplatz Straßenverkehr

Der Straßenverkehr in Berlin ist ein Kriegsschauplatz. Dieser Satz liegt mir jetzt schon mehrere Wochen auf der Zunge und ich wollte schon lange einen Artikel dazu schreiben. Ein Kommentar im Tagesspiegel ist es jetzt, der aus dem passiven Wollen ein aktives Schreiben macht. Deswegen, weil der Kommentar nur eine Facette des Problems aufgreift, der durchaus richtig ist, aber eben vieles ausblendet.

Ich bin Fußgänger, Radfahrer und ab und an auch Autofahrer in Berlin. Ich bekomme aus allen drei Perspektiven mit, wie sich andere Verkehrsteilnehmer benehmen und wie wichtig es dadurch wird, nicht immer auf sein Recht zu bestehen, weil das … Weiterlesen “Kriegsschauplatz Straßenverkehr”

Das ist dann eben so!

Hach, ich bin ja schon wieder voll mit Wut über diese Gesellschaft. Über Menschen, die meinen das sie für eine weltoffene Gesellschaft stehen, am Ende des Tages aber doch nur ihre Privilegien durch Abschottung und nationalem Getue verteidigen wollen. Menschen, die zwar meinen, dass die Menschen- und Bürgerrechte wichtig sind, aber eben nur für Menschen aus der westlichen Wertegemeinschaft und die ansonsten diese Menschen- und Bürgerrechte mit den Füßen treten. Leute die meinen, dass es keine Solidarität zwischen geflüchteten Menschen geben kann, dass die Fluchterfahrung, die all dieses Menschen teilen, nicht zu einer solchen Solidarisierung führen kann. Die der Meinung … Weiterlesen “Das ist dann eben so!”

Gesprächsfetzen aus der Stadt: Obdachlosigkeit

Ich fahre ja öfter mal S-Bahn in Berlin und es ist eher schwierig, dabei nicht auch ein paar Gespräche mitzubekommen. So auch gestern, als ich mir noch ein paar Getränke für den Tag besorgen musste.

Die Situation: Wie eigentlich in jeder S-Bahn, war auch in dieser S-Bahn wieder ein Mensch ohne Obdach, der sich von den Menschen im Zug eine kleine Spende erhoffte. Ich möchte kurz anmerken, dass ich natürlich auch nicht jedem Obdachlosen etwas geben kann, aber aus dieser Situation heraus entstand dann folgendes Gespräch zwischen ein paar Studentinnen:

„Ich gebe ja keinem Obdachlosen Geld. Wenn ich einem etwas

Weiterlesen “Gesprächsfetzen aus der Stadt: Obdachlosigkeit”

Kampfruf 2018

„Mit Furcht und Befremdung beobachten wir die wachsende Politik der Abschottung und das Erstarken der Nationalstaaterei. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen, die im Austausch mit Menschen und Kulturen aus der ganzen Welt eine Chance für eine positive gesellschaftliche Entwicklung sehen und fordern dazu auf, den eingeschlagenen Weg der Abschottung zu verlassen, um den Weg für eine internationalistische und solidarische Gesellschaft ohne Grenzen zu ermöglichen.“

Na, wer unterschreibt?… Weiterlesen “Kampfruf 2018”

Kurze Momente: Der stürmische Tag

Es gibt ja diese Momente im Leben, die schnell wieder vergessen werden, weil sie eben auch nicht so wichtig sind, die einem dann aber plötzlich wieder einfallen. Viele Jahre später erst, in einem stillen Moment, bei einer Dokumentation, beim Lesen oder aber auch, wenn es keinen speziellen Grund dafür gibt.

Eben fiel mir ein Moment in meinem Leben ein, welcher schon mindestens 24 Jahre zurück liegt. Damals ging ich noch in die Grundschule und es war ein ziemlich stürmischer Tag in Berlin. An diesem Tag war ich auf dem Weg von der Grundschule nach Hause, vorher machte ich mit meinem … Weiterlesen “Kurze Momente: Der stürmische Tag”

Ein Jahr ist es jetzt her …

Es ist jetzt ein Jahr her. Vor einem Jahr bist du freiwillig von uns gegangen, hast uns hier alleine gelassen. Für mich ist es immer noch nicht greifbar! Ich sehe dich immer noch, wie du hier mit uns Dart spielst, wie du die Pfeile mit so viel Kraft auf die Dartscheibe wirfst, sodass ich denke, dass da gleich ein Loch in der Dartscheibe und der Tür ist. Mich verfolgt das Bild, wie du im Sarg liegst, du dich nicht bewegst. Das letzte Bild von dir, bevor du für immer verschwunden bist.

Das Bild passt nicht! Es ist für mich nicht … Weiterlesen “Ein Jahr ist es jetzt her …”

Saubere Lappen

“Könnten Sie mir bitte einen Lappen geben?”
“Klar”
“Nein, keinen der schon im Klo benutzt wurde. Hören Sie, keinen, der schon im Klo war …”

Klar, keiner der schon im Klo war, denke ich mir. Aber was denkt dieser Mensch eigentlich von mir? Das ich ihm einen Lappen gebe, den ich schon im Klo verwendet habe? Klar, könnte ich machen, aber das wäre ja zu meinem Nachteil, denn ich müsste dann wohl danach die Küche komplett desinfizieren, müsste den Kaffeevollautomaten mehrmals reinigen und desinfizieren, damit die nächsten Gäste nicht durch irgendwelche Keime krank werden. Aber anscheinend denkt dieser Mensch, dass … Weiterlesen “Saubere Lappen”

Lesbos – Blackbox Europa

WOW! Nachdem ich knapp 90 Minuten mit den Tränen gekämpft habe, war das der erste Gedanke, der mir in den Kopf kam. Einfach nur WOW. Nein, es war kein WOW-Thema, um das es gestern in der Box im „Deutsches Theater Berlin“ ging.

„Lesbos – Blackbox Europa“ heißt das Stück, welches ich mir angesehen habe. Der Name verrät schon, worum es geht. Es geht um die geflüchteten Menschen, es geht um Flucht, um Europa, um Menschlichkeit oder eben um Unmenschlichkeit. Es geht um Träume, um versunkene Träume.

Das Publikum sitzt auf Hockern in einem rechteckigen Raum. Die Sitze, die es in … Weiterlesen “Lesbos – Blackbox Europa”

Alles hat ein Ende …

“Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei …”, so sang ich damals unter der Wäscheleine im Hof meines Opas. Auch meine Oma war damals noch dabei, ich war jung, ich liebte das Lied und auf dem Dorf, im Hof meines Opas, fühlte ich mich verdammt wohl. Da war der Garten, der immer genügend Karotten für mich hatte. Natürlich noch im Boden, aber wenn sie zu klein waren, wurden sie halt von mir wieder in den Boden gesteckt. Meistens waren sie aber nicht zu klein.
Da waren die Erdbeeren, die immer sehr viel besser geschmeckt haben, als die Erdbeeren, … Weiterlesen “Alles hat ein Ende …”