12.01.2026: Demokratiestammtisch

Anfang letzten Jahres ging mir eine Idee durch den Kopf, die ich im Fediverse wie folgt beschrieben habe: Völlig dämlicher Gedanke ging mir durch den Kopf. Gedanke: Um Demokratie zu stärken, sucht sich jede Familie einmal in der Woche einen Termin für einen Familien-Demokratie-Stammtisch. Da wird über ein aktuelles Thema diskutiert, was ein paar Tage vorher festgelegt wurde, sodass jeder in der Familie die Zeit hat, sich über das Thema zu informieren, Quellen zu sammeln, diese dann natürlich auch zum #DemokratieStammtisch mitzubringen und dann wird in der ersten Runde am Stammtisch jedem ein gewisses Zeitfenster gegeben, wo er*sie seinen Standpunkt vortragen kann, ohne das er*sie von den anderen unterbrochen wird. Danach wird diskutiert und es werden gemeinsam die Quellen bewertet, die von den einzelnen Menschen miteingebracht wurden. | mehr

24.12.2021: Das zweite Pandemie-Weihnachtsfest

Da ist er wieder, der 24.12, der Tag, an dem - wenn wir der Kirche glauben - vor ein paar Tausend Jahren ein Kind geboren wurde, welches Jesus hieß. Ich bin mir sicher, ihr kennt die Geschichte und der Weihnachtsmann ist ja eh das Kind von Coca und Cola ;) ... Darum geht es mir aber eigentlich gar nicht. Wir haben schon wieder den 24.12 und es ist das zweite Weihnachten mit einer Pandemie. Es ist das zweite Weihnachten, an dem viele Familien nicht zusammen feiern werden, aus Angst, die anderen anzustecken. Klar ist das verständlich und doch befinde ich mich da in einem Dilemma, denn Menschen sterben ja nicht nur an Covid-19, sie sterben auch weiterhin an anderen Krankheiten oder sie gehen, weil einfach die Zeit gekommen ist. | mehr

Es braucht nicht mehr Politiksimulation und Planspiele!

Mehr politische Planspiele, mehr Politiksimulationen, irgendwie sind das die einzig greifbaren Ideen, um unsere Gesellschaft demokratischer zu gestalten. Aber warum immer nur simulieren, warum nur spielen, warum nicht Menschen einfach von Anfang an, an demokratischen Entscheidungen beteiligen? Weg von der autoritären Familie, in der die Kinder und Jugendlichen keine wirklichen Mitspracherechte haben, weg von der autoritären Schule, in der sich Demokratie darin ausdrückt, einmal im Jahr eine Klassensprecherin zu wählen! Die Simulation von Demokratie macht Demokratie nicht besser, sie bringt Schüler*innen nicht weiter, diese entkommen dadurch nicht den autoritären Strukturen, in denen sie eingesperrt sind und in denen sie lernen, dass sie eben nicht wirklich mitgestalten können! | mehr

Eine stille Weihnacht – 27.12.2020

Draußen fährt irgendwo die Polizei, die Feuerwehr oder ein Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene durch die Gegend. Die Welt dreht sich also weiter, es gibt weiterhin Leid, Krankheit und Verbrechen, ganz viel Leid in Moria zum Beispiel, wo Menschen von Ratten angeknabbert werden, weil sie nicht genügend geschützt sind, wo sie aufeinander hocken in Schlamm und immer mit der Gefahr leben, dass der Virus zusätzliches Leid bringt oder das Raubtier Mensch sich auf andere menschliche Opfer stürzt. Die Welt dreht sich also weiter, wenn auch ein wenig stiller als die vielen Jahre zuvor. Stiller waren dieses Jahr auch die Weihnachtsfeiertage! Der Besuch, der sonst jedes Jahr kommt, war dieses Jahr ausgeladen. Nicht aus Bosheit, nicht, weil es Streit gab, sondern um die Gesundheit zu schützen. | mehr

11.08.2020: Was läuft bei mir?

Hach, die letzten Monate waren doch nicht ohne. Ein Grund, warum es hier so still war und ich auch mit meinen Wochenrück- und Vorblicken aufgehört habe, war, dass meine Oma gestorben ist. Nicht an Corona, aber wegen Corona konnten wir sie vorher nicht einmal mehr besuchen. Ist sehr schwierig, weil sie, auch wenn sie vielleicht nicht mehr viel mitbekommen hat, ziemlich einsam gestorben sein muss. Im Heim, bei all den anderen Menschen, wo nur ihre Kinder und Enkel nicht mehr gekommen sind. Wahrscheinlich wusste sie nicht einmal, warum wir nicht kommen können, dass wir nicht kommen durften. Das macht es irgendwie noch einmal schwerer, weil der Gedanke daran, dass sie ziemlich einsam gewesen sein muss, schmerzt. | mehr

Alles hat ein Ende …

“Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei ...”, so sang ich damals unter der Wäscheleine im Hof meines Opas. Auch meine Oma war damals noch dabei, ich war jung, ich liebte das Lied und auf dem Dorf, im Hof meines Opas, fühlte ich mich verdammt wohl. Da war der Garten, der immer genügend Karotten für mich hatte. Natürlich noch im Boden, aber wenn sie zu klein waren, wurden sie halt von mir wieder in den Boden gesteckt. Meistens waren sie aber nicht zu klein. Da waren die Erdbeeren, die immer sehr viel besser geschmeckt haben, als die Erdbeeren, die es sonst gab. Außerdem ist frisch von der Pflanze eh immer besser. Der viel zu saure Rhabarber, die Stachelbeeren und all die anderen Dinge, die den Garten so interessant gemacht haben. Dann waren da auch die Hasen und die Hühner. | mehr

Es ist November geworden …

Es ist November geworden. Ich weiß gar nicht, wo die Zeit schon wieder hin ist. Der Oktober ging schneller, als er gekommen ist, er verflog, konnte aber nicht die Trauer mitnehmen, die er mitgebracht hat. Er hat sie hier gelassen und ist selbst so schnell wie möglich wieder gegangen. Er weiß schon warum! Es ist November geworden. Die Blätter fallen schon seit einigen Wochen von den Bäumen. Das Grün verschwindet langsam, hinterlässt eine unwirkliche Welt. Grau ist die Welt noch nicht, dass verhindern die bunten Blätter gekonnt, die derzeit auf den Wegen und Wiesen liegen. Sie können aber nicht hinweg täuschen über die Kälte, die der Oktober mitgebracht hat, sie können den Verlust nicht überdecken und sie wissen, dass dieser Verlust, den sie nicht verdecken können, ein Verlust für immer ist. | mehr

Aber was wäre dann?

Es ist nicht einfach zu akzeptieren, dass mein Neffe jetzt einfach weg ist. Auch wenn er jetzt Beerdigt wurde, wenn es endgültig ist, ist es nicht einfach. Wie schön wäre es doch, wenn die Zeit zurückgedreht werden könnte. Einfach zurück zu dem Moment, wo er seine Wohnung verlässt. Ihm einfach die Hand auf die Schulter legen, ihn festhalten, ihn einfach ganz fest drücken, ihm sagen, dass er nicht allein ist, ihn einfach mitnehmen und das Seil einfach wegwerfen. Verdammt wäre das schön, aber was wäre dann? Was würde das kosten? Wie würde es sich auf die Zukunft auswirken? Würde es ihn wirklich retten? Oder würde es einfach nur den Zeitpunkt verschieben, an dem wir ihn dann doch verlieren? Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, wir müssen mit dem Leben leben, welches wir haben und irgendwie ist das ja auch okay so. | mehr

Zwei Wochen sind es jetzt schon …

Es ist jetzt zwei Wochen her! Zwei Wochen, in denen ich mich mit Arbeit ablenke, um mir nicht andauernd dieselben Fragen zu stellen. Mein Körper merkt das natürlich, mir ist das bewusst. Mir ist bewusst, dass meine Rückenschmerzen ein Signal sind, aber ich muss noch durchhalten, ich muss mich noch bis Dienstag ablenken. Am Mittwoch heißt es dann Abschied nehmen. Abschied von einem Menschen, der 21 Jahre lang Teil meines Lebens war. Nicht durchgehend, ist klar, aber er war mein Neffe. Nein, er ist mein Neffe, tief im Herzen wird er weiterleben, wird er bei uns bleiben, auch wenn ich ihn am Mittwoch ein letztes Mal sehen werde. Zumindest hier auf der Erde, denn auch wenn ich nicht daran Glaube, ausschließen, dass es nach dem Leben doch noch etwas gibt, können wir alle nicht. | mehr

Aktuell ist es ja so …

Aktuell ist es ja so: Um zu verdrängen was passiert ist, will mein Gehirn irgendwelche Verschwörungstheorien erfinden. Es fragt mich - obwohl mein Gehirn und Ich ja eins sind - ob das wirklich freiwillig war, oder ob da nicht jemand Druck ausgeübt hat, damit mein Neffe diesen Weg geht. Ich weiß, dass ist total blöd, aber es ist halt so: Wenn ich wüsste, dass das nicht freiwillig war, würden die Fragen verschwinden und ich hätte eine Person, die ich Hassen könnte. Es wäre einfacher, auch wenn die Trauer natürlich dieselbe wäre. Es ist leider nicht so, auch wenn mein Verstand gerne wollte, dass es so ist. Es gibt niemanden, den ich dafür Verantwortlich machen kann und das ist so verdammt schwer. Eine andere Verschwörungstheorie von meinem Gehirn ist ja, dass das alles gar nicht stimmt, das es nur ein übler Scherz ist. | mehr

Mach’s gut Eric …

Wenn ein Mensch sich entscheidet seinem Leben freiwillig ein Ende zu setzen, muss es schlimm in ihm ausgesehen haben. Nein, das ist nicht Feige, es gibt keine Vorwürfe, die irgendwer diesem Menschen machen kann. Es ist auch keine Wut vorhanden, es ist einfach nur Trauer. Ich habe gehofft, niemals einen solchen Text schreiben zu müssen. Jetzt muss ich es, einfach um irgendwas zu tun. Ich muss es, weil die Gedanken, die mir seid dem Anruf durch den Kopf gehen, raus müssen. Ein Anruf, der das eigene Leben für immer verändert, es wird nie wieder so sein, wie es vor dem Anruf war. Schon deswegen nicht, weil ein Mensch aus meinem Leben verschwunden ist, einfach so, unerwartet. Wäre es ein Unfall gewesen oder eine Krankheit, durch die dieser Mensch gestorben wäre, es wäre was anderes. | mehr