Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Gerade lese ich, dass eine Politikerin der Grünen Pfand für Handys verlangen will. Dieser soll 10,- Euro betragen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass vor einigen Jahren einmal ein Gastbeitrag auf einen anderen Blog veröffentlicht wurde, der sich mit genau diesem Thema beschäftigte. Auch damals forderte der Autor einen Pfand für Handys, damit diese am ende wieder in den Recyclingkreislauf gelangen. Ich habe mit dem Autor damals lange diskutiert, und schon damals fand ich diese Idee ungerecht.

 

Die Rohstoffe im Handy gehören mir!

 

Das Ziel, welches sowohl die Politikerin der Grünen wie auch der Autor hat, ist durchaus erstrebenswert. Beide wollen, dass die kostbaren Rohstoffe in den Handys auch weiterhin genutzt werden können. Immerhin befinden sich in Handys auch Rohstoffe, welche nur in geringen Mengen auf unserer Erde vorkommen, und jede Vernichtung würde zur weiteren Verknappung dieser Rohstoffe beitragen. Doch eines vergessen die Politiker immer, die Rohstoffe, in einen von mir gekauftem Handy; gehören mir und nicht dem Unternehmen. Wieso sollte ich jetzt noch zusätzlich einen Pfand dafür bezahlen? Wenn ein Unternehmen an die Rohstoffe kommen möchte, welche in meinem defekten-, oder ungebrauchten Handy lagern, dann soll er mir doch bitte etwas dafür Zahlen. Immerhin habe ich die Rohstoffe auch bezahlt, als ich das Handy gekauft habe.

Das scheint die Politikerin nicht zu verstehen, denn sie möchte mich dazu verpflichten (durch den Pfand), dass ich mein Eigentum dem Unternehmen schenke, sobald ich es selbst nicht mehr brauche. Aber warum sollte ich das machen? Ein Handy ist nicht mit einer Flasche Wasser zu vergleichen, wo ich das Wasser kaufe, und die Flasche leihweise mit dazubekomme. Das Handy gehört mir, es ist nicht nur geliehen, damit ich telefonieren kann, sondern ich habe das Handy bezahlt, für die Gesprächsminuten muss ich extra zahlen. Wenn das nun jemand haben möchte, dann soll er mir eine Gegenleistung dafür anbieten – eine Gegenleistung ist aber nicht, dass ich meinen Pfand wiederbekomme, den ich Jahre vorher dafür bezahlt habe.

 

Was ist mit den Zinsen?

 

Eine weitere Frage ist, was wird aus den Zinsen, welche auf dieses Kapital anfallen? Immerhin kann ich zwei Jahre lang nicht mit diesen 10,- Euros arbeiten, es liegt irgendwo sinnlos rum. Allerdings werden die Unternehmen, welche dieses Kapital verwalten, mit Sicherheit damit arbeiten und somit Zinserträge erzielen. Gehören diese Erträge dann nicht eigentlich auch mir? Müssten diese Erträge nicht zusätzlich an mich ausgezahlt werden?
Ich meine, wir reden hier ja nicht wirklich über 10,- Euro, sondern über mehrere Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Euro, die durch diese Pfandzahlungen mehrere Jahre irgendwo arbeiten. Das heißt, es werden auch sicher eine ganze Menge Zinserträge erzielt, die dann wofür verwendet werden?

 

Kauft euch die Rohstoffe doch zurück!

 

Wie oben schon erwähnt, sind hier eher die Hersteller der Handys gefragt. Wenn ihnen die Rohstoffe so wichtig sind, dann sollen sie diese zurückkaufen. Sicher wären das pro Handy nur ein paar Cent, aber wenn, zum Beispiel Schulen, Sammelbehälter dafür aufstellen, um diese Einnahmen dann für die Kinder zu verwenden, dann gibt doch jeder seinen Handyschrott gerne her. Er weiß dann, dass er damit etwas Gutes getan hat und das reicht vielen dann schon als Bezahlung für ihr ungenutztes Handy.




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5 Comments

  1. tboley (4 comments)
    10:29 on März 8th, 2012

    100% Zustimmung – heute morgen, als ich die Schlagzeile gelesen hatte, ging mir noch durch den Kopf, dass es keine so schlechte Idee sei. Dein Standpunkt hat mich jedoch überzeugt. Genau so ist es. Es sind eben meine gekauften Rohstoffe im Handy. Bei Getränken macht Pfand Sinn, ich kaufe ja den Inhalt, nicht die Verpackung.

  2. oggy (3 comments)
    14:45 on März 12th, 2012

    Dein letzter Absatz ist mMn besonders hervorzuheben. Das wäre eine tolle Sache, wenn jeder seine Althandys dort „entsorgen“ könnte und diese dann „für den guten Zweck“ recyclet würden.

  3. Michael (4 comments)
    12:01 on März 16th, 2012

    So schwachsinnig wie ich die Idee mit dem Handypfand finde, so gut finde ich die Idee mit dem „Rohstockrückkauf“. Ich selber habe einige alte Handys zu Hause rumliegen und fahre täglich am Kindergarten vorbei. Wenn dort eine Sammeltonne stehen würde und ich wüßte, die Erträge kommen direkt den Kindern zugute, dann würde ich mir schon überlegen, die Dinger dort einzuwerfen.

  4. Teufel100 (673 comments)
    02:10 on März 22nd, 2012

    Das würden sich wahrscheinlich viele überlegen. Ich glaube nämlich nicht, dass dieser Handypfand wirklich etwas bringen würde, weil viele das einfach nur als Preiserhöhung wahrnehmen würden und die Handys dennoch erst einmal im Schrank aufgehoben werden, falls das neue kaputt geht, oder man es verliert oder sonst irgendwas mit dem neuen Handy ist.

  5. Gerd-E. (2 comments)
    15:32 on März 22nd, 2012

    Ein interessanter Beitrag, zeigt er doch, wie die Politik dem Bürger wieder mal in die Tasche greifen will. Doch wie sieht es bei anderen Produkten aus, wie Kühlschränke, Fernseher oder Autos? Dazu gibt es doch schon entsprechende Verordnungen. Beim Druckerkauf bezahlen wir für die Vervielfältigung oder so. Der Endverbraucher muss immer alles bezahlen!

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