Ich habe ja letztes Jahr ein paar Entscheidungen getroffen, die ich jetzt gerade deutlich spüre. Zum Beispiel habe ich einen Auftrag abgelehnt, bei dem ich Werbung für die CDU gefahren wäre. Die CDU hatte damals gerade mit der AfD im Bundestag abgestimmt und damit gezeigt, dass die Brandmauer, von der immer so viel gesprochen wurde, nichts wert ist. Diese Abstimmungen waren nicht notwendig, hatten am Ende auch keinen Nutzen und all die Ausreden, die danach von Unions-Politiker*Innen kamen, waren total unglaubwürdig.
Da ich selbst aber über Werte verfüge, die ich nicht einfach in die Tonne trete, war für mich nur richtig, einen solchen Auftrag abzulehnen. Dass das irgendwann später mal wehtut, war mir damals schon klar, so wie auch einige andere Entscheidungen, durch die ich auf Geld verzichtet habe.
Jetzt fehlt mir dieses Geld, denn ich konnte keinen Puffer für die ersten Monate des neuen Jahres aufbauen. Den habe ich normalerweise, weil die ersten Monate des Jahres immer schwierig sind und Rechnungen ja dennoch bezahlt werden müssen. Aber auch wenn es jetzt gerade wehtut, ich würde die Entscheidungen dennoch wieder so treffen, denn es muss Dinge geben, die wichtiger sind als Geld!
Es sind aber nicht nur diese Entscheidungen, die mich in die derzeitige Lage gebracht haben. Viel mehr fing es schon mit der Corona-Erkrankung an, die ich im August 2023 hatte. Die Erkrankung selbst war nach einer Woche überstanden, danach bin ich aber fast alle zwei Wochen von einem anderen Infekt heimgesucht worden, was dann im Mai 2024 mit einer Nierenbeckenentzündung seinen Höhepunkt hatte. Auch in der Zeit konnte ich einige Aufträge nicht annehmen, was natürlich auch die Folge hatte, dass ich weniger Einnahmen erzielen konnte. Dennoch hatte ich es geschafft, mir für 2025 den Puffer aufzubauen, auch wenn dieser nicht so groß war, wie die Jahre davor, weswegen es dann auch unmöglich war, diesen Puffer für 2026 wieder aufzubauen – natürlich auch deswegen, weil ich mich bewusst gegen bestimmte Aufträge entschieden habe, wie oben schon beschrieben.
Jetzt sitze ich hier, überlege, wie ich bis zum 01.02. noch genügend Geld auf mein Konto bekomme, um all die dämlichen Rechnungen zu bezahlen, und fange inzwischen schon an umzurechnen, wie viele andere Alltagsdinge ich mir davon leisten könnte. Es wären zum Beispiel knapp 180 Döner, also mein Dönerbedarf für ein paar Jahre, oder knapp 400 Tassen Cappuccino im Café.
Ja, bringt mich nicht weiter, aber mein Gehirn und so, ihr wisst schon …
Dieses Gehirn hatte am Wochenende auch die Idee, aufgeschobene Linux-Installationen anzubieten. Die Idee kam, als ich bei der Umrechnung in Cappuccino war, weil es ja mal den aufgeschobenen Kaffee gab und hoffentlich auch noch gibt.
Wem das nichts sagt: Der aufgeschobene Kaffee war ein Kaffee, der von einer Person in einem Café bezahlt, aber nicht getrunken wurde. Aufgeschoben deswegen, weil dieser Kaffee dann später von einer bedürftigen Person erfragt und getrunken werden konnte.
Diese Idee, so dachte ich, könnte ja durchaus auch für andere Dinge funktionieren und in meinem Fall wäre es halt die aufgeschobene Linux-Installation, die ich anbieten könnte. Oder halt die Einrichtung des Druckers, oder, oder, oder …
Habe dazu dann im Fediverse mal eine Umfrage gestartet, aber dort kam die Idee eher nicht so gut an.
Nachdem ich mir das jetzt mal aus dem Kopf geschrieben habe, ich nebenbei Spiele spiele, um da ein paar Cents zu verdienen – immerhin knapp 35,- Euro, mit denen ich Rechnungen bezahlen kann – ist jetzt wieder Raum im Kopf, um neue Ideen zu finden, damit mein Konto doch noch glücklich wird.

