Es gibt ja so Dinge, die ich nie wirklich verstehen werde. Gold zum Beispiel! Warum kaufen Menschen Gold, wenn sie eine Krise erwarten? Es ist ein Metall, es kann verwendet werden, um bestimmte Produkte herzustellen, es mag auch ziemlich selten sein, aber es hilft nicht wirklich gegen Hunger oder Durst.
Ich persönlich wüsste nicht, warum ich in einer Krisensituation Nahrung gegen Gold tauschen sollte! Es sei denn, ich bräuchte das Metall, um damit etwas anderes herzustellen, was irgendwie dazu beiträgt, meine Grundbedürfnisse zu befriedigen. In der Krise bräuchte ich Nahrung, natürlich auch Kleidung und sauberes Wasser. An kalten Tagen wäre dann Wärme hilfreich und wenn es regnet, dann wäre ein Dach über dem Kopf ganz schön. Das wären wohl so die wichtigsten Dinge, die ich in einer Krisensituation brauchen würde, für Gold hingegen hätte ich eher keine Verwendung. Es nur zu besitzen, um es dann mit anderen Menschen zu tauschen, die eigentlich auch keine Verwendung dafür haben, wäre in meinen Augen absolut sinnlos. Der Besitz würde Ressourcen binden, weil ich darauf aufpassen und es sicher verwahren müsste und die könnte ich in so einer Krise dann mit Sicherheit sinnvoller verwenden.
Wäre es tatsächlich nicht sinnvoller in Dinge zu investieren, die in einer Krise auch einen tatsächlichen Nutzen hätten? Einmachgläser zum Beispiel, um sich einen Vorrat an Nahrungsmitteln anzulegen? Einen Garten, um Nahrungsmittel produzieren zu können, welche dann wieder in den Einmachgläsern landen können, um den Nahrungsmittelvorrat wieder aufzufüllen? Wobei, einen Ort, um Obst und Gemüse anzubauen, findet mensch in der Krise sicher auch so, ohne dass es da Eigentum braucht, welches in der Krise ja auch nicht unbedingt Beachtung finden muss.
Dann vielleicht eher in Wissen investieren, Kräuterführungen vielleicht, um in der Krise zu wissen, welche Wildpflanzen im Notfall essbar sind. Es könnte auch sinnvoll sein, Kurse zu besuchen, die Wissen zum Anbau von Obst und Gemüse vermitteln, oder wie sauberes Wasser gewonnen werden kann. Die Herstellung von Kleidung wäre auch noch so ein Wissensgebiet, in welches Geld vor der Krise sinnvoll investiert sein könnte.
Fähigkeiten also, die einem in der Krise dabei helfen könnten, die Grundbedürfnisse zu stillen und dann vielleicht sogar Dinge zu haben, die gegen andere Dinge getauscht werden könnten, sogar gegen Gold, wenn dafür denn ein Bedarf bestehen sollte.
Ich bin ehrlich, ich verstehe diese Fixierung auf Gold nicht. Wer sagt denn, dass irgendwer Waren gegen Gold tauschen möchte, wenn wir uns in einer Krise befinden? Und wer sagt, dass das Gold nach der Krise überhaupt noch so einen Stellenwert in der Gesellschaft hätte, wenn noch eine existieren sollte?

