Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Ich sitze hier, verschwende schon wieder meine Zeit und frage mich, wozu das alles? Ich glaube, ich habe die Frage hier schon ein paarmal gestellt, aber bisher keine Antwort gefunden.

Wozu lerne ich? Wieso tue ich mir das Studium noch an? Hey, ich bin 29, fast 30. Wenn ich davon ausgehe, dass ich 70 werde, dann habe ich schon 43 Prozent meines Lebens verbraucht. Und sobald ich 100 Prozent verbraucht habe, geht das Wissen, welches ich mir jetzt aneigne, wieder verloren. Es ist weg, verloren, kann nicht mehr genutzt werden. Und doch habe ich das Bedürfnis zu studieren, ich möchte lernen und ich möchte es anwenden. Einen Sinn macht das aber nicht wirklich.

Viel mehr verschwende ich meine Lebenszeit. Ich könnte jetzt auf dem Rad sitzen, könnte durch die Welt fahren. Ist natürlich nicht so einfach möglich, weil wir in unserer Welt für alles Geld brauchen, weil wir sonst nicht überleben könnten. Aber wäre das nicht der Fall, dann könnte ich jetzt auf dem Rad sitzen und mir die Welt ansehen. Oder ich könnte mich von der Welt abschotten und so viele Bücher lesen, wie ich wollte. Ich könnte all das machen, was mir Spaß macht.

Aber auch das wäre Zeitverschwendung. Denn all das was ich erlebe geht verloren, sobald ich mein Leben verbraucht habe. Das Sinnvollste wäre also gar nichts zu tun. Einfach nur essen, trinken und schlafen und ansonsten doof durch die Gegend zu laufen.

Es ist doch eigentlich ein Fluch, dass wir Menschen denken können, genauso wie es ein Fluch ist, dass wir uns die Vergangenheit merken können. Viel einfacher wäre es doch, wenn es nicht so wäre. Wir müssten uns keine Gedanken über Religionen machen, würden nicht überlegen was die Zukunft bring, und auch nicht darüber Nachdenken, was wir in der Vergangenheit falsch gemacht haben. Wir würden einfach in der Gegenwart leben. Zukunft und Vergangenheit wären egal, alles, was zählt, wäre die Gegenwart. Das, was in diesem Moment passiert. Und sobald das vorbei wäre, wäre es auch schon wieder vergessen und vorbei.

Wäre tatsächlich langweilig, aber Langeweile hätten wir nicht, weil wir gar nicht wüssten, was das ist. Wir würden den Augenblick genießen, würden nicht nach dem Sinn des Lebens suchen und auch nicht nach dem, was nach dem Leben auf uns zukommt. Wir wären uns gar nicht im Klaren darüber, dass das Leben irgendwann wieder aufhört, genauso wie wir uns nicht im Klaren darüber wären, dass das Leben irgendwann einmal angefangen hat. Hier und jetzt, das wäre es, worüber wir uns im Klaren wären.

Lebst du dein Leben? Genießt du jeden Moment, den du auf dieser Welt bist, machst du das, was dir Spaß macht? Oder quälst du dich? Wenn du dich durch das Leben quälst, dann Frage dich doch mal, warum du das machst? Wofür quälst du dich? Welches Ziel verfolgst du? Hoffst du darauf, dass es irgendwann einmal besser wird, dass du irgendwann ein besseres Leben haben wirst? Was wird dieses bessere Leben denn sein? Und wie lange wirst du noch Zeit haben, dieses bessere Leben zu leben? Wenn du dein Leben nicht genießt, wenn du dich quälst, bleibt die Zeit nicht stehen. Jede Sekunde geht verloren, wird von deiner Lebenszeit abgezogen und am Ende fragst du dich dann, warum du dir das angetan hast. Glaubst du an ein Leben nach dem Tot? Glaubst du wirklich daran? Oder ist das nur der Grund, warum du dich quälst? Die Hoffnung darauf, dass das alles nicht umsonst ist? Die Hoffnung, dass du dein Leben nicht umsonst verschwendest?

Lebst du dein Leben?
Oder lässt du dein Leben leben? Lässt du andere für dich bestimmen, was gut für dich ist? Oder entscheidest du selbst?

Lebst du dein Leben?




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6 Comments

  1. Alex (186 comments)
    14:05 on September 17th, 2012

    Hallo
    Die Gedanken gingen mir auch vor etlichen Jahren durch den Kopf.
    Wer schreibt einem vor, dass man lernen muss? Wer sagt, dass ein Studium wichtig ist? Wieso kriegen die einen mehr oder weniger Geld? Wer hat das Recht zu sagen: So ist richtig, so ist falsch?
    Ich habe es auch nie verstanden und dennoch bin ich zufrieden mit meinem Leben.
    Jeder hat von Anfang an unterschiedliche Ausgangspositionen und dennoch will jeder überleben und jeder sollte sein Bestmöglichstes tun.
    Oder wie Steve Jobs mal sagte: Ich will eine Delle ins Universum schlagen. Es ist ihm gelungen mit Apple. Aber nicht jeder ist so kreativ, hat die technischen oder sonstigen Voraussetzungen und somit kommt man wieder zum Ausgangspunkt: jeder sollte das ihm Bestmöglichste tun.
    Und eines bleibt, wenn man die Erde verlassen muss… eventuelle Nachkömmlinge. Alles andere ist Erinnerung.

  2. Horst (5 comments)
    15:01 on September 17th, 2012

    Nein, ich genieße mein Leben nicht. Jedenfalls nicht genug. Ich empfinde das Dilemma ganz wie du es tust. Obwohl ich viel älter bin und – nach deiner Berechnung – nur noch gut 10 Jahre zu leben habe.

    Diese Fragen wird dir keiner befriedigend beantworten können. Selbst wenn du die besten Philosophen fragst, bleiben diese elementaren Fragen meistens unbeantwortet. Es gibt ein schönes Buch über dieses Thema, das du vielleicht längst kennst: „Nichts: Was im Leben wichtig ist. Von Janne Teller. Falls nicht, solltest du es unbedingt lesen.

    Ich denke in solchen Phasen immer an die Milliarden von Menschen, die – jeder in seiner Welt und nach seinen Möglichkeiten – ähnliche Fragen gestellt haben wird. Wir sind unser eigenes Universum und haben das Gefühl, als drehe sich die ganze Welt um uns. Wir wissen, dass das nicht der Fall ist, trotzdem kreisen unsere Gedanken meistens um uns selbst. Konfuzius hat gesagt: „Der Weg ist das Ziel“? Mit diesem Gedanken kann ich mich am ehesten anfreunden. Natürlich kann man viel mehr aus seinem Leben machen. Sogar diejenigen, die viel erreicht haben, werden sich manchmal fragen, was noch möglich gewesen wäre, wenn sie dieses oder jenes anders gemacht hätten.

    Wenn Kant sagt, man solle den Mut haben, sich seines eigenen Verstandes bedienen, meint er damit eben auch, dass man die gewonnen Erkenntnisse bereit sein muss, in seinem Leben umzusetzen. Auch das ist mühsam und – wie vieles im Leben – mit Sorgen und Nöten verbunden. Aber ich versuche es. Was aus seinem Leben machen. Wahrscheinlich ist gar nichts anderes gemeint.

  3. Enyko (34 comments)
    13:07 on September 18th, 2012

    Hi Sven!

    das ist ein sehr spannedes Thema, dass du aufgreifst…aber vergiss bitte nicht den Artikel über unser Apotheken und Pharmaindustrie – System )) hast mir versprochen ))

    Meine Meinung zum Artikel über das Sinn des Lebens:
    Für mich ist es einzig und allein – das Familienglück. Wir alle brauchen Liebe. Liebe ist die Energie, die uns Kraft gibt. Deshalb, jeder Mensch strebt danach, eine Familie zu gründen – eine kleine Welt, in der Harmonie herrschen und lieben kann.

  4. Teufel100 (673 comments)
    15:26 on September 18th, 2012

    @Horst das Buch habe ich mir Gestern noch bestellt, denn bisher kannte ich es noch nicht.
    @Enyko der Artikel kommt noch, nächste Woche habe ich aber erst mal Klausuren, deswegen wird das vor nächster Woche Freitag nichts werden.

  5. Enyko (34 comments)
    20:44 on September 18th, 2012

    ok, dann werde ich noch an meinen Argumenten feilen ))

  6. Booman (1 comments)
    17:39 on August 1st, 2013

    Leben ist der Zustand, den alle Lebewesen gemeinsam haben und der sie von unbelebter Materie unterscheide. Also wenn man bereits exestiert kann man sagen dass man sein Leben lebt….

    war jetzt zu viel philosophie^^

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