21.01.2026: Komposthaufen als Quelle der Kreativität?

Ich las gestern die Überschrift „Kompostierung des Lebens“ in einem Blog und war sofort neugierig, was sich dahinter versteckt. Und das Bild, welches sich aus dem Zitat ergibt, welches in diesem Blogartikel zu finden ist, begeisterte mich sofort. Was ich dort auch gleich in einem Kommentar drunter schreiben musste.

Mir gefällt es wohl deswegen so gut, weil meine Assoziation eben nicht das Tote war, was am Ende eines Kreislaufes zurückbleibt, sondern das Lebendige, was vom Kompost am Anfang eines Kreislaufes ausgeht. Immerhin entsteht aus dem alten Material, welches vorher ja auch mal lebendig war, wieder neues Leben. Das alte Material wird auf dem Komposthaufen wieder in seine Bausteine zerlegt, dient herbei schon als Lebensgrundlage für andere Organismen und am Ende entsteht aus diesen Bausteinen auch wieder neues Leben. Ich habe da – weil ich nur einen Balkon habe – sofort die Blumenkästen im Frühjahr im Kopf, wo neues, kräftiges Grün entsteht, welches durch die Komposterde und der darin enthaltenen Bausteine überhaupt erst möglich ist.

Das jetzt angewendet auf das Schreiben, bedeutet doch im Grunde nur, alte Erfahrungen, Ideen und Glaubensansätze erst einmal verarbeiten zu müssen. Sie werden in ihre Bestandteile zerlegt und so dann zu Bausteinen für Neues.

Beim Schreiben geht es um Kreativität. Kreativität ist ja die schöpferische Kraft, etwas Neues zu erschaffen. Dafür braucht es Bausteine und die müssen ja irgendwie und irgendwo entstehen. Warum sollte dieser Ort nicht der Komposthaufen sein, wo sich alte Ideen, Erfahrungen, Glaubenssätze und all das andere darauf befindet, was ein Leben so ausmacht? Wo dann – irgendwie – langsam aber sicher die Bausteine entstehen, die für neue und kreative Texte benötigt werden?

Ich finde dieses Bild schön, eben weil es auch zeigt, dass Kreativität sich auch aus Gedanken speist, die schon tief in diesem Komposthaufen verschüttet sind, die so schon gar nicht mehr greifbar sind, die aber dennoch Bausteine liefern. Und weil auch das Zersetzen von Gedanken vielleicht erst greifbar macht, was sich dahinter versteckt und sich so erst der Möglichkeitsraum ergibt, kreativ zu werden.

Im Blogartikel geht es ums journalistische Schreiben. Es geht ums Zuhören, oder vielleicht auch nur ums Hinhören. Auch da greift dieses Bild, denn auch hier entsteht Material für den Komposthaufen. Weil das Gehörte eben nicht unbedingt gleich ein Text ist, aber es ein Baustein sein kann, der zusammen mit all den anderen Bausteinen, die dort auf dem Kompost liegen, sich wieder zu etwas spannendes Entwickeln kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wir bieten Ihnen an, auf unseren Internetseiten Fragen, Antworten, Meinungen oder Bewertungen, nachfolgend nur „Beiträge genannt, zu veröffentlichen. Sofern Sie dieses Angebot in Anspruch nehmen, verarbeiten und veröffentlichen wir Ihren Beitrag, Datum und Uhrzeit der Einreichung sowie das von Ihnen ggf. genutzte Pseudonym.

Rechtsgrundlage hierbei ist Art. 6 Abs. 1 lit. a) DSGVO. Die Einwilligung können Sie gemäß Art. 7 Abs. 3 DSGVO jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Hierzu müssen Sie uns lediglich über Ihren Widerruf in Kenntnis setzen.

Darüber hinaus verarbeiten wir auch Ihre IP- und E-Mail-Adresse. Die IP-Adresse wird verarbeitet, weil wir ein berechtigtes Interesse daran haben, weitere Schritte einzuleiten oder zu unterstützen, sofern Ihr Beitrag in Rechte Dritter eingreift und/oder er sonst wie rechtswidrig erfolgt.

Rechtsgrundlage ist in diesem Fall Art. 6 Abs. 1 lit. f) DSGVO. Unser berechtigtes Interesse liegt in der ggf. notwendigen Rechtsverteidigung.

Auszug aus unserer Datenschutzerklärung.