Juli 26 2015

Routinen

Routinen. Erst vor Kurzem hatte ich in meinem Forum eine Diskussion darüber, was ich von der Routine im Job halte. Um es kurz zu sagen, ich halte nicht viel von Routine und somit auch nicht von Routinen.

Wenn es wieder Langweilig wird

 

Wenn ein Job zur Routine wird, wird er Langweilig. Wenn alle Arbeitsprozesse einmal durchgespielt sind, und es kein Potential mehr gibt, um sich zu verbessern, dann verliert der Job für mich an Herausforderung. Deswegen kann ich es mir auch nicht vorstellen, mein ganzes Arbeitsleben lang nur in einem Unternehmen zu arbeiten. Ich möchte es mir auch gar nicht vorstellen, denn es wäre ein Langweiliges Leben.

Ich weiß natürlich, dass es viele Menschen gibt, die sich genau das für ihr Leben wünschen. Es gibt viele Menschen, die lieben es, Routinen zu entwickeln und diese dann ihr ganzes Leben lang auszuführen. Sie wollen das Gefühl von Sicherheit, was ich ihnen nicht übel nehmen kann. Im Gegenteil, ich glaube, dass Gefühl von Sicherheit möchte jeder. Auch ich würde mich freuen, wenn ich auf meinem Konto eine gewisse Reserve hätte, aber das ist eben etwas anderes als die Routine im Job.

Hinzu kommt, dass ich davon ausgehe, dass ich meinen Job nicht wirklich gut ausüben würde, wenn ich mich in diesem Langweile. Ich glaube, darunter würde meine Arbeit leiden und das wäre dann auch dem Arbeitgeber gegenüber Unfair, obwohl es da natürlich auch Gründe gibt, die mein Mitleid gegenüber dem Arbeitgeber in Grenzen hält. Aber ich wäre auch selbst nicht glücklich, wenn ich meine Leistung nicht mehr zu hundert Prozent der Arbeit widmen könnte.

Ich liebe Herausforderungen, ich brauche Herausforderungen, um mich selbst weiter zu entwickeln, um mich lebendig zu fühlen. Deswegen wären Routinen im Beruf tödlich für mich, deswegen halte ich nichts von Routinen im Job, deswegen kann ich mir auch nicht vorstellen, ein ganzes Leben lang in einem Unternehmen zu arbeiten.

Routinen im Alltag

 

So wie ich Routinen im Arbeitsleben nicht mag, mag ich sie auch im Alltag nicht. Dennoch habe ich Routinen, da muss ich ehrlich sein. Mein Lauftraining zum Beispiel. Ja, mein Lauftraining ist eine Routine, ich habe sogar eine Standard-Laufstrecke, die ich meistens laufe. Ich muss zugeben, die Laufstrecke ist inzwischen ziemlich langweilig geworden, aber da ich die mit meinem Laufpartner zusammen laufe, sind es die Gespräche, die Abwechslung rein bringen. Wenn ich alleine Laufe, laufe ich meistens einfach spontan irgendwo durch die Stadt, ohne zu wissen, wie lang der Lauf wohl wird und auch ohne zu wissen, wo er mich lang führt. Das ist dann so ein wenig mein Ausbruch aus der Routine, aber das Laufen selbst ist natürlich auch eine Routine, aber diese lässt sich eben nicht vermeiden.

Ich habe noch andere Routinen im Alltag. Der Wochenrückblick zum Beispiel, den ich regelmäßig hier im Blog veröffentliche oder das Zähneputzen, aber ich versuche, mein Leben nicht zu einer einzigen Routine werden zu lassen. Ich versuche neugierig zu bleiben, neues zu entdecken, neues zu erleben. Wer nicht mehr neugierig ist, hat einen wichtigen Antrieb im Leben verloren, wer nichts Neues mehr im Leben erleben möchte, wird sich auch nicht mehr weiterentwickeln können. Wer sein Leben durch Routinen bestimmen lässt, wird Langweilig. Langweilig für sich selbst und auch Langweilig für andere Menschen. Viel schlimmer ist aber die Berechenbarkeit, die sich durch Routinen ergibt.

Ja, Routinen sind nicht zu vermeiden, aber sie sollten auf ein Minimum beschränkt werden. Nur wer sich sein Leben nicht durch Routinen diktieren lässt, wird nicht irgendwann in Langeweile ersaufen. Nur wer Neugierig bleibt, wird sein Leben bis zum letzten Atemzug genießen können. Also gestaltet euer Leben so, dass es nur ein Minimum an Routinen enthält, damit maximaler Platz für Neugier bleibt, fürs Leben, fürs Erleben.


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Veröffentlicht26. Juli 2015 von Sven in Kategorie "Dies und Das", "Erlebnisse und Gedanken

1 COMMENTS :

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