Wie rufen Gehörlose eigentlich den Notarzt?

Barriere

Wie rufen gehörlose Menschen eigentlich den Notarzt? Wie Allarmieren stumme Menschen die Feuerwehr? Habt ihr euch diese Frage eigentlich schon mal gestellt?

Für uns, die wir sowohl Hören wie auch sprechen können, ist das ja eine relativ einfache Angelegenheit. Wir greifen zum Telefon, geben die 110 oder die 112 ein und schon ist der Notruf abgesetzt. Aber für Gehörlose und Stumme ist das eben nicht so einfach. Sie könnten zwar auch Anrufen, aber wie sollten sie der Gegenstelle vermitteln, was ihr anliegen ist? Wie kann eine Schwangere zum Beispiel den Notarzt rufen, wenn sie gar nicht sprechen kann?

Ich muss ehrlich sein, ich habe mir bisher noch gar keine Gedanken darüber gemacht, weil es für mich etwas Selbstverständliches ist, aber es ist eben nicht für alle selbstverständlich. Mir ist das erst durch einen Tweet auf Twitter aufgefallen, indem nämlich über die nicht flächendeckend vorhandene Möglichkeit gemeckert wurde, einen Notruf per SMS abzusenden. Ich habe dann kurz einmal nach dem Thema gegooglet und auf der ersten Seite nur eine Möglichkeit für Österreich gefunden, aber nicht für Deutschland.

In einem Artikel konnte ich auch nachlesen, dass das System mit der SMS auch einige Nachteile mit sich bringt, denn die Nothelfer könnten nicht einfach eine Rückfrage stellen, wenn etwas unklar ist. Außerdem könnten SMSen auch verspätet ankommen, was in einem Notfall nicht wirklich glücklich wäre. Aber wenn die SMS so unzuverlässig ist, was bleibt dann noch? Eine Mail? Würde wahrscheinlich dieselben Probleme aufwerfen, wie eine SMS. Faxen? Nun, nicht jeder hat ein Faxgerät zu Hause und ganz ehrlich, inzwischen ist das Fax wohl auch dermaßen veraltet, dass es nur noch in seltenen Fällen zum Einsatz kommt.

Am besten wäre wahrscheinlich eine Art Livechat, über den Gehörlose und Stumme Kontakt zur Notrufzentrale aufnehmen können. Die technische Realisierung ist hier sicher eine Herausforderung, denn der Livechat muss ja, ohne dass ich erst kompliziert eine Auswahl treffen muss, in der richtigen Notrufzentrale eingehen. Es wäre nämlich ein wenig blöd, wenn ich in München einen Krankenwagen brauche, aber mit der Notrufzentrale in Kiel verbunden wäre – auch dass könnte wieder lebenswichtige Minuten kosten.

Eine Umsetzung als App für Smartphones und Tablets wäre wahrscheinlich auch gut, wobei ich natürlich nicht weiß, ob jeder Gehörlose ein solches Gerät besitzt. Aber das ist natürlich kein Grund, eine solche Umsetzung nicht zu realisieren, denn wenn auch nicht alle davon profitieren, so profitieren viele davon und dies könnte dazu beitragen, eine Welt mit weniger Barrieren zu erschaffen.

Wer schreibt hier? Sven Buchien

Ich bin Sven. Geboren 1982 in Ost-Berlin, seither ziemlicher Einzelgänger, der sich für alle möglichen Dinge interessiert und deswegen vieles nie zu einem Ende bringt. Mensch mit Abitur, der mal was Studieren wollte, aber das auch nicht beendet hat. Davor hat er aber zumindest die Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel - Fachrichtung Großhandel erfolgreich beendet. Selbstständig. Ständig fragend in das Aquarium Welt schauend. Blogger. Dieser Blog hat nichts mit Aquarien zu tun! Er ist ein Aquarium voll mit meinen Gedanken, Geschichten, Erlebnissen und noch viel mehr. Eine bunte Welt, die ihr anschauen könnt, in die ihr eintauchen und diskutieren könnt, die ihr mit Kommentaren und Gedanken erweitern und bunter machen könnt. Es ist meine Welt, in der Gedanken fließend sind, dass Wasser, die Grundlage für das Leben, die Artikel, die die Fische in diesem Aquarium sind. Der Blog könnte auch Zettelkasten, Mülleimer oder Gedankenablage heißen, aber das Aquarium war es, was am besten passte und am besten passt. Eine kleine, eigene Welt, meine Gedanken- und Erlebniswelt, die durch das Glas drumherum für alle Sichtbar wird, die aber eben doch begrenzt ist durch mich, durch meine Erlebnisse, mein Wissen, offen aber für andere Gedanken, die diese Welt erweitern. In diesem persönlichen Blog teilt Sven Buchien regelmäßig Essays, Erfahrungsberichte und Notizen zu Themen wie IT, Gesellschaft und dem Alltag in Berlin.

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