15 November 2010

Eine letzte Berührung

Er streichelte ihr ganz langsam durchs Haar. Eher zufällig hatte er dieses berührt und konnte dann nicht widerstehen, durch die Haare zu streicheln. Ganz langsam und vorsichtig.

Sie merkte die Berührung, die Wärme, welche durch seine Hände abgestrahlt wurde. Schon lange hatte sie diese Wärme nicht mehr gespürt, weswegen sie es sich auch gefallen lies, obwohl vorher noch keine Annäherung stattgefunden hatte.

Er wollte nicht nur ihr Haar spüren, weswegen er mit seinen Fingern auch langsam über ihre Wangen strich. Die Wärme gefiel ihm, gleichzeitig merkte er, wie sich die Wangen langsam rot färbten.

Sie spürte die Berührungen nur noch, denn sie hatte die Augen geschlossen. Sie wollte den Augenblick genießen, sie wollte seine Lippen spüren, seinen Atem. Sie näherte sich seinem Mund, hoffte auf Erwiderung. Sie merkte, wie auch er sich auf sie zubewegte. Spürte seinen Atem in ihrem Gesicht, sie merkte die Finger von ihm wieder in Ihren Haaren, sie fühlte den leichten Druck, den die Finger ausübten, um ihren Kopf zu stabilisieren.

Seine Lippen bewegten sich auf ihre Lippen zu. Er spürte ihren Atem im Gesicht, merkte, wie sich ihre Augen langsam wieder öffneten, wie sich auch ihre Lippen auf seine zubewegten. Nur noch wenige Sekunden, dann würden sich ihre Lippen berühren.

Sie entspannte sich weiter. Jetzt wollte sie nicht mehr nur passiv sein, ihre Hände bewegten sich, streichelten durch sein Haar. Auch sie konnte die Wärme spüren, als sie über seine Wangen streichelte. Ihre Lippen berührten sich, beide küssten sich, lange und intensiv. Sie wollte nicht aufhören, wollte weiter diese Nähe spüren, wollte noch mehr nähe spüren. Deswegen tastete sie sich ganz langsam über seinen Rücken, streichelte ihn, drückte ihn ganz nah an sich ran.

Seine Hand legte sich auf ihren Rücken, er war sich nicht sicher, ob er die Umarmung erwidern sollte, ob er sie auch an sich drücken sollte. Ganz langsam zog er auch sie an sich heran, die Lücke zwischen ihren Körpern wurde immer kleiner, bis sie verschwand. Nur noch die Kleidung war jetzt zwischen ihnen.

Sie knöpfte sein Hemd ganz langsam auf, streifte es über seinen Rücken ab, fühlte die Wärme seiner Haut. Auf seiner Stirn bildeten sich Schweißtropfen, das konnte sie beobachten, weil sie den langen Kuss beendet hatten. Er war anstrengend, aber schön und weckte in ihr das verlangen nach mehr.

Er öffnete ihre blaue Bluse, es waren nur wenige Knöpfe. Dann zog er ihr die Bluse aus, ganz langsam. Er küsste ihre Schultern und ihre Arme.

Sie berührte seinen Po, sie überlegte nur kurz und öffnete dann seine Hose. Sie zog ihn aus, alles, bis er vollkommen nackt vor ihr stand.

Es ging ihm eigentlich ein wenig zu schnell. Aber auch er wollte noch näher mit ihr zusammen sein, er zog ihren BH aus, dann ihren Rock, bis sie am Ende auch nackt vor ihm stand.

Wieder streichelte er ihr langsam durchs Haar, wieder entwickelte sich diese Spannung zwischen ihnen, diese Spannung, die am Ende zum Kuss führte. Diesmal war nichts mehr zwischen ihnen, keine Kleidung, welche die Wärme ihrer Körper isolierte. Jetzt konnte er sie spüren, wenn er ihren Rücken streichelte, sie konnte ihn spüren, wenn sie ihn an sich zog.

Schon lange hatten die beiden dieses Gefühl nicht mehr gefühlt, diese Wärme und diese Nähe, die sie jetzt wieder spürten. Es war ihre letzte Nacht, eine intensive Nacht. Sie kosteten sie aus, genossen den letzten Tropfen ihrer Liebe.

Am nächsten Tag würde er sie verlassen. Bis dahin waren aber noch ein paar Stunden, Stunden, die sie intensiver nutzten als die letzten 10 Jahre ihrer Ehe.

3 Juli 2009

Dystopie über die CDU/CSU

Wir sind im Jahre 2010, die CDU/CSU haben einen grandiosen Erfolg bei der Wahl erlebt, müssen aber dennoch mit der FDP zusammen arbeiten, da es für die absolute Mehrheit nicht gereicht hat. Nachdem 2009 die Zahlen für Gewalt gegen Kinder gestiegen sind und die Familienministerien dringend etwas dagegen unternehmen möchte, denkt Sie laut darüber nach in jeder Wohnung Teleprompter zu installieren, welche nicht nur Bilder empfangen, sondern auch senden können.

In der Mehrheit der Bevölkerung regt sich widerstand gegen dieses Gesetz, da sie ihre Privatsphäre bedroht sehen. Da der Bürger auch die Anschaffung dieser Geräte selber zahlen soll geht eine große Demonstrationswelle durchs Land.

2011

 

Nachdem im Vorjahr mehrere Kinder durch häusliche Gewalt gestorben sind bringt die Familienministerin ihren Vorschlag aus dem Vorjahr wieder ins Spiel. Diesmal macht sie sich aber dafür stark, dass die Geräte durch den Bund bezahlt werden. In der Bevölkerung lässt der Widerstand nach, da der Schutz der Kinder nun einmal Vorrang hätte und man hat ja nichts zu Verheimlichen, warum also keine Überwachung in Privaträumen?

Nachdem auch die Schwangerschaften von Minderjährigen zugenommen hat, drängt die Familienministerin darauf das Sex vor der Ehe verboten und unter Strafe gestellt wird. Menschen, die dagegen Verstoßen, sollen so zu mindestens 10 Jahre Haft verurteilt werden.

Auch dieser Vorschlag wird in der Bevölkerung sehr gut aufgenommen, scheitert aber noch am Widerstand der FDP, welche auch nicht mit dem Vorschlag der Teleprompter einverstanden ist.

2012

 

Die Kanzlerin gibt das scheitern der Regierung bekannt, nachdem sie die Vertrauensfrage im Bundestag gestellt und gewollt verloren hatte. Bei den Neuwahlen holt die CDU/CSU die absolute Mehrheit. Die Familienministerin kann ihre Forderungen nun ohne Widerstand durchbringen, nachdem auch der Bundesrat durch die CDU dominiert wird. Die Bevölkerung sieht diesen Regelungen gelassen entgegen, denn man hat ja nichts zu Verbergen und mit dem Sex könnte man ja auch bis nach der Hochzeit warten.

Noch im gleichen Jahr gibt die CDU/CSU eine Neuordnung ihrer Partei bekannt. Sie wird ab sofort in eine innerer und äußere Partei gegliedert…..

24 November 2008

Telefonanruf aus Utopia

Hach, heute ist mir mal wieder eine Kurzgeschichte in die Hände gefallen, die ich vor einigen Jahren geschrieben hatte und seither nicht mehr so wirklich beachtet habe, obwohl ich sie immer noch mal überarbeiten wollte.

Was das jetzt mit der Abendschule zu tun hat? Nun es war ein Projekt für die Abendschule, während dem diese Kurzgeschichte entstanden ist. Wer sie einmal lesen möchte, kann sie Hier downloaden.

Würde mich natürlich über ein paar Kommentare von euch freuen.

12 November 2008

Raumschiff Lyrik – Teil 1

Der Wortraum, unendliche weiten, wir schreiben das Jahr 2008 und befinden uns auf der Mission, den Wortraum zu erkunden und neue Lebensformen zu entdecken. Das Raumschiff Lyrik ist eines von drei Schwesterschiffen, dass auf diese Mission geschickt wurde. Neben dem Raumschiff Lyrik, sind auch noch das Raumschiff Epik und das Raumschiff Dramatik im Wortraum unterwegs.

Kapitel 1

1.Logbucheintrag des Raumschiffes Lyrik:

Heute ist der 12.11.2008 und wir befinden uns auf den Weg zum Planeten Metrum. Dort haben wir den Auftrag, neben der Erforschung des Ahls, beim wieder aufbau der Diplomatischen Beziehungen zwischen den verfeindeten Volksgruppen Jambus, Trochäus, Anapäst und Daktylus zu helfen und einen Waffenstillstand zwischen diesen auszuhandeln.

Ende des Logbucheintrages

Mein Name ist Henry Sonett und ich bin der Kapitän des Raumschiffes Lyrik. Ich habe mich entschlossen dieses Tagebuch zu führen, damit ich später besser meine Erfahrungen und Entdeckungen wieder geben kann. Unsere erste Reise mit dem neuen Raumschiff führt uns auf den Planeten Metrum, wo seit einiger Zeit ein erbitterter Kampf zwischen den vier verschiedenen Volksgruppen herrscht. Der Grund für diesen Kampf ist ein kleiner ‚ strich über einen x. Die Volksgruppe Jambus ist der Meinung das dieser über den zweiten x sein muss, wohingegen die Volksgruppe der Trochäus diesen über dem ersten x sehen wollen. Damit stimmen nun aber die Volksgruppen der Anapäst und Daktylus überhaupt nicht überein. Beide sind der Meinung dass zwei x’s zu wenig sind und man schon mindestens drei braucht. Aber auch hier gibt es Meinungsverschiedenheiten über den Standort des Striches. Die Anapäst glauben, dass der Strich über das dritte x gehört , wo hingegen die Daktylus meinen, dass der Strich über das erste der drei x-e gehört. Da alle der vier Volksgruppen auf ihre Meinung bestehen und diese gegenüber der jeweils anderen Volksgruppen durchsetzen wollen, ist auf dem Planet Metrum eine Viervölkerschlacht ausgebrochen. Wir haben von unserem Heimatplaneten Literatur nun den Auftrag erhalten, neben unserer Mission, diese Volksgruppen dazu zu bewegen wieder miteinander zu sprechen und sie dazu zu bewegen, einen Waffenstillstand zu schließen.

Da uns allerdings von keinen der vier Volksgruppen die einreise genehmigt wurde, schien unser Auftrag schon als gescheitert. Ein plötzlicher Putsch bei den Jamburanern ermöglichte uns allerdings dann doch die Einreise. Die Bevölkerung der Jambus hatte nämlich keine Lust mehr auf Krieg, besonders die Mütter bestanden darauf, dass das sinnlose Morden ein Ende hat. Schnell war klar, dass auch die anderen Volksgruppen ein Ende des Krieges favorisierten, es wollte aber keiner den ersten Schritt machen, da man Angst davor hatte die alleinige Kriegsschuld auferlegt zu bekommen. Nachdem wir aber die Vertreter der Jambus, mit der Betonung auf dem zweiten x, die Vertreter der Trochäus, mit der Betonung auf dem ersten x, die Vertreter der Anapäst, mit der Betonung auf dem dritten x und die Vertreter der Daktylus, mit der Betonung auf dem ersten von drei x-en, an einen Tisch gebracht hatte, dauerte es auch gar nicht lange, bis wir die Verhandlungen abschließen konnten und sogar einen Dauerhaften Frieden erreichen konnten. Man einigte sich darauf, dass fortan Glaubensfreiheit bestehen sollte und jeder das glauben dürfte, was er wollte. Außerdem einigte man sich darauf, dass Politik und Glauben fortan getrennt voneinander existieren.

So konnten wir unsere Reise durch den Gattungsraum Alpha schnell fortsetzen und freuen uns jetzt schon auf viele neue und interessante Entdeckungen im noch nahezu unerforschtem Gattungsraum.