Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Die PSG kannte ich bisher noch nicht, aber wenn ich schon zwei Plakate von denen sehe, dann möchte ich die euch natürlich nicht vorenthalten. Besonders weil die Aussagen doch interessant sind und zur Diskussion anregen.

Wahlplakat der PSG in Berlin - Gegen Krieg und Militarismus

Wahlplakat der PSG in Berlin - Gegen Krieg und Militarismus

Nehmen wir Bild 1. Die PSG ist gegen den Krieg und möchte deswegen die Bundeswehr auflösen und den Kapitalismus bekämpfen. Und ich stimme mit der PSG sogar in einem Punkt überein: Kapitalismus in seiner heutigen Form bedeutet auch Krieg. Hierzu habe ich schon einmal einen Artikel geschrieben, welcher aber nicht auf meinem Blog zu finden ist. Aber auch wenn ich dieser Aussage zustimme, kann ich derzeit die Forderung nicht unterstützen, die Bundeswehr abzuschaffen. Dazu bräuchten wir ein anderes Weltsystem, in welchem keine Armeen mehr benötigt werden. Solange es aber noch ein Land gibt, welches eine Armee hat, brauchen auch die anderen Länder noch eine Armee, um das eigene Land zu verteidigen. Oder was meint ihr dazu?

Wahlplakat PSG Berlin - Recht auf Arbeit

Wahlplakat PSG Berlin - Recht auf Arbeit

Bild 2: Im ersten Punkt stimme ich wieder mit der PSG überein. Allerdings nur teilweise, denn wir benötigen keine 3-4 Millionen Stellen im Bildungs- und Pflegebereich. Und noch weniger sollten diese Stellen alle staatlich finanziert werden. Vielmehr sollte Hartz 4 menschlicher werden, was schon beim Antrag beginnt. Hartz 4 Empfänger sollten endlich wie Menschen behandelt werden und nicht wie Schmarotzer. Schließlich sind viele der Empfänger nicht freiwillig in dieser Situation und daran, dass die Menschen dort auch nicht so schnell wieder hinauskommen, ist auch eher das Hartz-4 System schuld. Was die Gewerkschaften betrifft, so verstehe ich das Problem der PSG derzeit noch nicht, da muss ich mich erst einmal einlesen.

Einheitsschule = Einheitsliga?

Einheitsschule = Einheitsliga?

Kann man Schule und Fußball vergleichen? Beim einen geht es um den Wettbewerb von Teams, einige können Aufsteigen, andere können Absteigen und nur einer kann am Ende Deutscher Meister werden. Ist es das, was man in der Schule von den Schülern erwartet? Hinzu kommt, dass die Fußballklubs eine ganze Menge Geld in ihr Team stecken. Vergleicht man das mit den Schülern, so würden wohl nur die Schüler mit reichen Eltern die Erste Bundesliga erreichen, soll heißen, das Abitur. Ist es das, was die FDP will?

Schule ist kein Wettbewerb, Schüler müssen alle die gleichen Möglichkeiten haben, egal ob arm oder reich. Einige Schüler brauchen länger, um zu verstehen, dass die Schule wichtig für ihr späteres Leben ist. Nur eben für diese Schüler ist der Zug dann meist schon abgefahren, denn nehmen wir hier einfach mal wieder den Fußball als Vergleich. Sagen wir, die Erste Bundesliga ist das Gymnasium. Realschule und Gesamtschule bilden die zweigleisige Zweite Bundesliga und die Hauptschule ist die dritte Bundesliga. Ein Schüler, der während der Grundschule noch nicht erkannt hat, dass Schule wichtig ist fürs Leben und der mit zwölf noch andere Sachen im Kopf hatte, könnte sehr schnell in der dritten Liga landen. Dort wird er dann, weil ihm das Lernen auf einmal Spaß macht, Klassenbester und die Lehrer bescheinigen ihn, dass er das Talent für mehr hat. Er steigt also auf in die Zweite Bundesliga. Hier ist das Lerntempo aber ein anderes, ein schnelleres, warum sich der Schüler erst einmal durchbeißen muss, er schafft geradeso den Klassenerhalt, obwohl er eigentlich das Zeug für mehr hätte. In der Ersten Bundesliga hätte dieser Schüler überhaupt keine Chance, nicht weil das Talent nicht da ist, sondern weil er das noch höhere Lerntempo nicht gewöhnt ist, er schafft es aber dennoch, weil seine Eltern genügend Geld haben, um seine Nachhilfestunden zu finanzieren. Sein Freund jedoch, der dasselbe Leistungsniveau hat, schafft den Sprung in die erste Liga nicht, weil seine Familie sich die Nachhilfe nicht leisten kann. Ist das gerecht?

Ob dieses Problem mit einer Einheitsschule gelöst wird, das ist eine andere Frage, über die ich hier nicht diskutieren kann, weil ich mich damit viel zu wenig auskenne. Das ist es aber nicht, worauf die FDP mit diesem Plakat hinaus will, sie will ihre Elite behalten, die 1.Bundesliga und zwar am besten nur mit den Schülern, die genügend Geld mitbringen.

Suchtpolitik statt Drogenkrieg

Suchtpolitik statt Drogenkrieg

Über dieses Wahlplakat habe ich mir jetzt lange Gedanken gemacht. Die Kriminalisierung von Drogensüchtigen finde ich selbst nicht sinnvoll, eine Bestrafung durch Gerichte noch weniger, wobei ich nicht weiß, ob dies überhaupt stattfindet. Hier ist eine vernünftige Suchtpolitik durchaus sinnvoll, wozu auch die Aufklärung gehört. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es das ist, was die Piraten hier fordern, denn auch hier habe ich mir wieder den Programmpunkt der Berliner Piraten angesehen, was weitere Fragen zur folge hatte. Ich möchte diesmal nicht den gesamten Programmpunkt hier zitieren, aber die fünf Punkte, die hier aufgezählt werden.

 

 

Basis dieser Suchtpolitik sind:

1. Umfassende, ideologiefreie Aufklärung
2. Genusskultur und Eigenverantwortung
3. Qualitätskontrolle und Verbraucherschutz
4. Hilfe für Risikokonsumenten
5. Schutz von Nichtkonsumenten

Quelle: Berliner Piraten „Suchtpolitik“ 

1. Die Aufklärung ist, wie ich oben schon erwähnt habe, durchaus wichtig. Dieses könnte in der Schule stattfinden oder in extra Seminaren. Ob der Aufklärende hier aber auf seine Ideologie verzichten kann, wage ich zu bezweifeln. Jeder macht sich seine Gedanken zu Drogen und hat dann auch eine bestimmte Einstellung dazu. Sicher ist eine Aufklärung gefragt, bei der nicht gleich Horrorszenarien verbreitet werden, aber es sollte schon möglich sein zu sagen, welche eigene Anschauung zum Thema vorhanden ist.

2. Soll das bedeuten, dass alle Drogen legalisiert werden sollen? Ich glaube, dass wir bei Tabak und Alkohol derzeit sehen, dass dies nicht wirklich gelingt. Es gibt immer mehr Jugendliche, die ein Alkoholproblem haben, von Erwachsenen einmal zu schweigen. Ich glaube deswegen nicht, dass es sich bei den bisher illegalen Drogen anders verhalten würde, wenn diese legalisiert sind. Sicher ändert sich dann die Motivation und die Jugendlichen, die es heute aus Neugier nehmen und aus Rebellion, weil man etwas Verbotenes tut, werden nicht mehr zu diesen Drogen greifen. Aber diese Jugendlichen werden durch andere ersetzt werden, durch Menschen, die mit diesen Drogen ihre Depression überstehen wollen, die sich nur noch mit diesen Drogen gut fühlen. Es würde also auch hier wieder ein Suchtproblem entstehen, so wie wir es heute schon beim Alkohol und beim Tabak haben.

3. Hört sich gut an, wenn man bedenkt, welche Verunreinigungen die Drogen haben, welche derzeit auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden. Aber auch hierzu wäre wohl wieder eine Legalisierung der Drogen notwendig. Etwas anderes wäre es, wenn man den Menschen hilft, die jetzt schon süchtig sind, indem man diesen einen staatlich kontrollierten Markt zur Verfügung stellt, auf welchen sie sich ihre Drogen kaufen können. Allerdings sollte dies nur ein Bestandteil der Therapie sein, an deren Ende dann der Entzug steht.

4. Was sind Risikokonsumenten? Wer süchtig ist, ist süchtig. Bei dem einen dauert es länger, bei dem anderen geht es ziemlich schnell, womit eigentlich jeder Konsument ein Risikokonsument ist.

5. Vor wem oder vor was?

Allgemein möchte ich festhalten, dass ich, für Medizinesche Zwecke, durchaus für die Legalisierung von Drogen bin. Ich bin aber eindeutig dagegen, dass diese Drogen legalisiert werden, nur um damit „Spaß“ zu haben. Welche Auswirkungen das hat, dass sehen wir beim Alkohol. Das Kummersaufen ist nicht vom Tisch zu weißen und auch nicht die Alkoholtoten, die es jedes Jahr gibt. Auch das Rauchen hat schädliche Wirkungen für die Konsumenten, was im schlimmsten Fall ebenfalls zum Tod führt. Wieso sollten diese Probleme nicht auch bei den anderen Drogen auftreten, wenn diese legalisiert wurden?

Aber auch hier bin ich für andere Meinungen offen, ich lasse mich gerne auch vom Gegenteil überzeugen, wenn die Fakten hierzu stichhaltig sind. Also liebe Piraten und Nichtpiraten, bitte diskutiert auch hier wieder mit mir.