Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

„Helden und Vorbilder“, so heißt das aktuelle Thema vom Blogideekasten. Ich habe zu Vorbildern und Helden ja schon zwei Artikel geschrieben und ich glaube, da gibt es nicht mehr viel zu ergänzen. Aber das soll nicht das Ende des Artikels sein, wäre ja auch langweilig. Ich schreibe jetzt einfach mal, was mir sonst noch so zum Thema einfällt. Lassen wir uns also überraschen, wo dieser Artikel hinführt ;).

Blume

Helden, dass müssen ja nicht immer die Menschen sein, zu denen man aufblickt. Es können auch die Menschen sein, die gar nicht auffallen, die aber dennoch Helden sind, weil sie noch nicht verzweifelt sind, weil sie ihr Leben immer noch Leben und es auch noch genießen. Obdachlose zum Beispiel, die, die sich noch nicht aufgegeben haben. Die, die aus ihrem Leben noch immer das Beste rausholen, obwohl sie schon viele Rückschläge hinnehmen mussten, obwohl sie vom Leben schon stark gezeichnet sind, die aber dennoch nicht aufgeben, die immer noch ein Licht sehen und weitermachen.

Sind wir doch ehrlich, wir beachten Obdachlose viel zu selten. Wir nehmen sie zwar war, gehen ihnen aber aus dem Weg, weil es uns unangenehm ist zu sehen, dass es soviel Armut in der Gesellschaft gibt. Und doch schaffen es die Obdachlosen zu überleben, obwohl sie ausgegrenzt sind und sich kaum jemand die Zeit nimmt, ihnen zuzuhören. Klar gibt es mal immer wieder Alibiveranstaltungen, mit denen Anteilnahme vorgespielt wird, bei denen dann noch ein wirksames Pressefoto herausspringt, aber wirklich Anteilnahme ist selten.

Und da wären wir bei den nächsten Helden. Bei den Menschen, die sich um die Schwächsten der Gesellschaft kümmern, die sich wirklich die Zeit für diese Menschen nehmen, die zuhören können und die das nicht nur machen, damit sie irgendwo in der Presse auftauchen. Diese Menschen könnten übrigens gute Vorbilder sein, aber das sind halt nicht die Idole, die wir uns gerne an die Wand hängen. Es sind die Vorbilder, die wir nicht wirklich wahrnehmen, obwohl sie wichtig wären, um die Gesellschaft generell etwas besser zu machen.

Dann gibt es da noch die Menschen, die durch ihre Krankheit oder Behinderung zu Helden werden. Auch diese Menschen müssen schwere Prüfungen überstehen, die ihnen das Leben stellt und dennoch genießen sie die Zeit, die sie auf dieser Erde haben. Sie kämpfen für die schönen Augenblicke im Leben, auch wenn dieser Kampf am ende nicht gewonnen werden kann. Wer könnte da schon ein größerer Held sein?

Oder die Menschen, die sich um die Pflege von kranken, behinderten oder älteren Menschen kümmern. Ich bin da ehrlich, ich könnte das nicht, ich bin da viel zu nah am Wasser gebaut und würde wohl jeden Abend heulen, weil ich die Schicksale zu nah an mich ranlassen würde. Auch diese Menschen sind Helden, obwohl sie von der Gesellschaft nicht wirklich so behandelt werden.

Ich könnte sicher noch viel mehr aufzählen, aber ich möchte den Artikel nicht zu lang werden lassen.

Letzten Monat habe ich einen Artikel über Helden gelesen, und darüber, dass jeder Mensch einen Helden braucht. Ich habe jetzt einmal in meiner Vergangenheit gesucht, und ich habe keinen Helden gefunden, keinen Superheld, den ich brauchte, um Erwachsen zu werden. Nicht mal jemanden, der mich dazu animiert hat, meine Ziele zu erreichen. Vielleicht definiere ich Helden auch nur falsch, aber ich würde eher sagen, dass wir Vorbilder brauchen.

Jeder Mensch braucht Vorbilder und jeder Mensch sucht sich diese. In den ersten Jahren sind es die Eltern, von denen man sich viele Eigenschaften abschaut. Dann kommen Vorbilder aus dem Bereich des Sports oder aus anderen Bereichen hinzu. Fernsehstars, Musiker und viele andere Persönlichkeiten, welche wir uns als Vorbilder suchen. Aber sind dies Helden?

Als ich aufgewachsen bin, war Michael Schumacher mein Vorbild. Er hat sich seine Weltmeistertitel mit viel Leidenschaft erarbeitet, hat nicht aufgegeben, wenn es mal schwierige Zeiten gab, und hat sich dann wieder nach oben gearbeitet. Aber ein Held? Das ist Michael Schumacher mit Sicherheit nicht, dazu hat er in seiner Karriere viel zu viele Fehler gemacht. Da war der absichtliche Unfall, das unsportliche Verhalten in einer Qualifikation und sicher noch einige kleinere Dinge. Das soll nicht heißen, dass ein Held keine Fehler machen darf, aber eben nicht solche, wie sie Michael gemacht hat. Und dennoch war er mein Vorbild und wird es auch noch lange bleiben.

Ein anderes Vorbild hatte ich nicht, jedenfalls fällt mir spontan kein weiteres Vorbild ein. Auch einen Helden hatte ich nicht. Ich habe gerne Raumschiff Enterprise geschaut, aber da gab es keinen Helden. Oder das sprechende Auto, aber auch hier war kein Held versteckt. Nichtmal Superman konnte für mich eine Heldenfigur verkörpern. Brauchen wir also Helden?

Ich finde nicht, dass wir Helden brauchen. Vorbilder brauchen wir, ja, aber keine Helden. Und Vorbilder haben wir genug, das ist zumindest meine Meinung.

 

Wer sind oder waren eure Vorbilder, oder hattet ihr doch Helden, die euch geholfen haben, Erwachsen zu werden?