Was ist eigentlich davon zu halten, wenn Frauen immer noch weniger verdienen als die Männer – und das, obwohl sie dieselbe Arbeit machen? Nicht viel, denn eigentlich verstößt es auch gegen das Gesetz, aber die Familien – und Frauenministerin Kristina Schröder sieht hier ein anderes Problem. Sie ist nämlich der Meinung, dass mehr Frauen den typischen Frauenberufen den Rücken zuwenden müssen und in den typischen Männerberufen ihr Glück versuchen sollten. Denn dann würde sich auch das Ungleichgewicht zwischen den Löhnen verringern.

Sicher sollten sich Frauen eine größere Auswahl an Berufen erschließen, da ist nichts Negatives dran. Aber was passiert denn, wenn Frauen nur noch „Männerberufe“ erlernen? Wer übt dann die typischen „Frauenberufe“ aus? Wer wird dann Friseur, Erzieher, Krankenschwester, Hebamme? Und warum sind diese Berufe eigentlich so schlecht bezahlt? Es kann doch nicht die Lösung sein, die Frauen in die „Männerberufe“ zu drängen, damit sich der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern schließt. Vielmehr sollte doch gewährleistet werden, dass für gleichwertige Arbeit auch derselbe Lohn gezahlt wird. Es gibt hier eigentlich nur ein Problem, welches ich sehe, und zwar wie man die Arbeit bewertet. Wie findet man heraus, welche Arbeit gleichwertig mit einer anderen Arbeit ist? Ich bin mir aber sicher, dass man hier eine Bewertungsgrundlage finden könnte, um das festzustellen.

Weiterhin müsste es einen Mindestlohn geben, denn wenn Friseure für 3,xx Euro die Stunde arbeiten gehen müssen, dann ist es kein Wunder, wenn der Lohnunterschied zwischen Mann und Frau 23 Prozent beträgt. Doch dagegen wehrt sich die CDU/CSU/FDP-Regierung, sie setzt auf die Tarifautonomie zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften. Sicher etwas, was schützenswert ist, aber ein Mindestlohn verstößt ja nicht wirklich gegen die Tarifautonomie. Der Staat sollte Mindestbedingungen festlegen dürfen und er macht es ja auch, beim Urlaub zum Beispiel. 24 Tage Urlaub im Jahr sind Pflicht, warum nicht also auch 9,- Euro Mindestlohn? Damit könnten auch andere Probleme gelöst werden, zum Beispiel die Billiglohn-Arbeitnehmer aus anderen EU-Staaten. Wenn die Unternehmen hier in Deutschland jedem Arbeitnehmer denselben Mindestlohn zahlen müssten, dann müsste man sich keine Angst machen, dass Arbeitsplätze für deutsche Arbeitnehmer wegfallen, es sei denn, der ausländische EU-Arbeitnehmer ist besser qualifiziert.

Zurück aber zu den Frauen. Es wird noch ein langer Weg zu gehen sein, bis Frauen in der Arbeitswelt genauso behandelt werden, wie Männer. Aber es ist ein Weg, der gegangen werden muss und vielleicht muss erst einmal die nächste Generation in den Führungsetagen sitzen, damit sich das Gleichgewicht zwischen Männer und Frauen einstellt.

 

Ein Gedanke zu „23 Prozent

  1. Obwohl 9 Euro auch nicht wirklich viel sind. Generell sind es viele Berufe die einfach nur lächerlich bezahlt werden. Und gerade das sind meistens die Berufe, wo sich die Leute „kaputt“ arbeiten. Maurer, Dachdecker etc. Es müsste einfach mehr gezahlt werden. Aber dann müssen wir selber auch wieder mehr in die Tasche greifen… das ist eben die andere Seite

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