Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Das Leben noch einmal leben? Mit dem Wissen und den Erfahrungen, die bisher gemacht wurden? Diese Frage stellt Patrick in einer Blogparade, die derzeit auf seinem Blog läuft (Gefunden Hier). Hier einmal die genaue Fragestellung von seinem Blog:

Nehmen wir mal an, Du wirst nochmal geboren. Gleicher Tag, gleiches Jahr, gleiches Leben. Das Einzige, was diesmal anders ist, Du weißt, was Du weißt.
Deine wesentlichsten und prägendsten Erfahrungen, egal ob gut oder schlecht sind erhalten geblieben. Du kannst vor jeder wichtigen Entscheidung in Deinem zukünftigen „neuen“ Leben auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen.
Als Denkanstoß oder philosophische Grundlage möchte ich mit folgenden Fragen Deine Kreativlunte anzünden:

  • Was würdest Du anders machen?
  • Warum würdest Du Dich diesmal anders entscheiden?
  • Wie würde diese Entscheidung Dein Leben beeinflussen?
  • Was denkst Du, wo, was und wer wärst Du heute?
  • Warum eigentlich?

 

Ich glaube, ich habe diese Frage hier schon einmal beantwortet. Ich möchte mein Leben gar nicht noch einmal leben, denn das Projekt Leben ist schon einmal anstrengend genug. Aber viel wichtiger ist, dass ich viele positive Erfahrungen gemacht habe, viele Personen getroffen habe, die ich wohl nicht treffen würde, wenn ich in meinem Leben etwas ändern würde. Wäre es das wirklich wert? Natürlich gibt es Dinge, die ich lieber nicht gemacht hätte, aber diese Erfahrungen gehören zum Leben dazu, und wenn ich diese Fehler nicht mache, dann mache ich eben andere Fehler.

 

Aber nehmen wir an, ich würde doch etwas ändern …

 

… dann würde ich die Schule ernster nehmen. Ich war nicht wirklich ein Musterschüler und regelmäßig habe ich die Schule auch nicht besucht. Mit meinem heutigen Wissen darüber, wie viel Spaß Lernen machen kann, würde ich diese Möglichkeiten auch nutzen. Dann würde ich mein Abitur wahrscheinlich auch sofort machen und nicht erst 11 Jahre später.

Das würde aber auch bedeuten, dass ich meine Ausbildung zum Kaufmann im Groß – und Außenhandel nicht machen würde. Das wäre schade, weil mir sowohl die Ausbildung viel Spaß gemacht hat, wie auch die Menschen, die ich während der Ausbildung kennengelernt habe. Und ich würde auch die vielen Menschen nicht kennenlernen, die ich auf der Abendschule kennengelernt habe, als ich mein Abitur nachgeholt habe.

Eigentlich würde mein gesamtes Leben anders verlaufen, wenn ich nur meine Einstellung zur Schule ändern würde. Wahrscheinlich würde ich heute schon längst ein Studium absolviert haben, wahrscheinlich würde ich in einem gut bezahlen Job arbeiten und noch wahrscheinlicher ist, dass ich hier heute gar nicht bloggen würde.

Nein, ich glaube, das wäre es nicht wert. Ich würde höchstens ein paar Dinge ändern, die nicht so große Auswirkungen haben würden. Kleinere Fehler halt, die sich auf mein späteres Leben nicht ausgewirkt haben. Ansonsten würde ich alles ganz genauso machen, wie ich es jetzt auch gemacht habe.

Aber warum stellen wir uns immer wieder diese Frage?

 

Ich glaube, wir leben ständig mit der Angst, dass wir im Leben irgendwas verpasst hätten. Und ja, das stimmt wahrscheinlich auch, aber wir werden immer etwas verpassen, auch dann, wenn wir das Leben noch einmal leben. Es gibt so viele Möglichkeiten und um die alle einmal auszuprobieren, müssten wir unser Leben millionenfach neu leben. Und selbst dann werden wir mit unserem Leben nicht zufrieden sein, weil wir viele positive Erfahrungen nicht mehr machen würden, die wir in einem anderen Leben gemacht hätten. Da hilft es auch nicht, wenn wir dieses Wissen und diese Erfahrungen schon abgespeichert hätten, sie zu erleben ist eben doch was anderes.

Unser Leben ist unser Leben, weil es eben genauso ist, wie es ist. Wäre es noch unser Leben, wenn wir andere Optionen wählen als die, die wir gewählt haben? Ist es wirklich sinnvoll, die Fehler nicht zu machen, die wir gemacht haben? Unser Leben wird wahrscheinlich nicht besser, es wird wahrscheinlich nur anders.

Durch das Buch „Alles Grün und Gut?“ (Amazon Partnerlink) von Dirk Maxeiner und Michael Miersch bin ich mal wieder auf das Thema Gentechnik und Nutzpflanzen aufmerksam geworden. Auf meinungsschauspieler.de veranstalte ich zu dem Thema eine Blogparade und dieser Artikel hier soll nun mein Beitrag dazu werden.

Tomatenpflanzen

Ich lehne Gentechnik nicht ab!

 

Als Erstes muss ich wohl erst einmal ein Geständnis machen: Ich lehne Gentechnik nicht ab! Ich sehe in der Gentechnik Chancen, um alle Menschen auf dieser Erde mit Lebensmittel zu versorgen. Ja, derzeit haben wir sogar eine Überproduktion an Lebensmitteln, die nur richtig verteilt werden müssten, damit keiner mehr hungern muss. Aber die Weltbevölkerung wächst ja nach wie vor und damit würde auch die Fläche wachsen, die benötigt wird, um alle Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Doch da sehe ich schon das erste Problem. Wenn sich unsere Ackerflächen weiter ausdehnen, bleibt für die Tierwelt weniger Platz. Es würde also wieder auf eine Verdrängung hinauslaufen, die natürlich der Mensch gewinnen würde.

Und genau deswegen sehe ich in Gentechnik Chancen. Sie kann dafür sorgen, dass mehr Lebensmittel auf weniger Fläche entstehen können, was wiederum dazu beiträgt, dass mehr Fläche für die Tiere erhalten bleibt. Und ja, ich sehe es auch durchaus positiv, wenn Pflanzen dadurch so verändert werden, dass sie auch in trockenen Gebieten wachsen können oder das sie immun sind gegen Krankheiten und Pilzen.

Wer sind wir, dass wir lieber Menschen verhungern lassen, als die Technik zu nutzen, hier eine Versorgungssicherheit herzustellen? Eine Versorgungssicherheit, die Biolandbau gar nicht bieten kann, da er dazu sehr viel größere Flächen benötigen würde, von Missernten durch Pflanzenseuchen mal ganz abgesehen? Solange es für die Umwelt, die Tiere und natürlich auch für uns Menschen unschädlich ist, solange sehe ich nicht, warum wir das Recht haben sollten, uns gegen Gentechnik zu stellen.

Der Mensch greift seit Jahrtausenden in die Umwelt ein, er züchtet schon ewig Pflanzen, die mit der natürlichen Form nicht mehr viel zu tun haben und bisher hat sich keiner darüber aufgeregt. Schon deswegen nicht, weil diese Eingriffe dafür sorgen, dass wir heute genügend Lebensmittel haben und wir auch nicht hungern müssen, wenn wir wieder mal ein Jahr mit Missernten haben. Wir sollten vielleicht auch nicht vergessen, dass die Natur selbst das größte Gentechniklabor auf dieser Erde ist.

Glauben wir nun an Gott oder nicht?

 

Einer der größten Einwände gegen Gentechnik ist, dass wir uns nicht in die Schöpfung einzumischen hätten. Ganz ehrlich? Ich glaube nicht an diese Schöpfung. Das Leben auf dieser Erde hat sich zufällig entwickelt und zufällig sind dabei auch wir entstanden. Und wenn ich nicht an die Schöpfung glaube, dann kann auch Gentechnik kein Eingriff in diese Schöpfung sein.

Viele Menschen behaupten ja inzwischen von sich, dass sie nicht an Gott glauben, aber dort, wo ihnen dieser Glaube Vorteile in ihrer Argumentation bringt, dort sind sie auf einmal streng gläubig. Nein, ich kann das nicht ernst nehmen, aber doch, auch ich habe Bedenken gegenüber der Gentechnik, die schon allein in der Veranlagung der Menschen liegen.

Wir nutzen Technik nicht nur, um Gutes zu tun.

 

Einer meiner Bedenken ist, dass wir Menschen Technik bisher noch nie nur dazu genutzt haben, um Gutes zu tun. Warum sollte dies mit Gentechnik anders sein? Und ja, Gentechnik kann ganz sicher auch militärisch genutzt werden, und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auch dazu genutzt werden wird. Und genau das ist der Punkt, an dem ich Angst bekomme. Nur, auch wenn wir Gentechnik verbieten, das Militär wird sich die Forschung in diesem Bereich nicht verbieten lassen und es wird die Ergebnisse auch nicht verstecken, sondern es wird diese anwenden, sobald es die Möglichkeit dazu hat. Ein Verbot wird also nicht dazu beitragen, eine militärische Nutzung dieser Technologie zu verhindern, weshalb ich darin keine Begründung sehe, die zivile Nutzung zu unterdrücken.

Wenige Unternehmen haben die Gewalt über das Saatgut

 

Ein größeres Problem habe ich damit, dass das gentechnisch veränderte Saatgut in den Händen von privaten Unternehmen ist. Das ist schon deswegen ein Problem, weil dieses Saatgut meist nicht in der Lage ist, sich fortzupflanzen. Das Saatgut muss jedes Jahr neu gekauft werden, was die Menschen in die Abhängigkeit von privaten Unternehmen treibt und was ebenso dazu führt, dass diese Unternehmen dadurch in der Lage sind, Staaten und Menschen zu erpressen. Allerdings ist dieses Problem durchaus lösbar, indem diese Unternehmen verstaatlicht werden und jeder Staat zugriff auf dieses Wissen hat, um das Saatgut selbst herstellen zu können.

Verdrängung von „normalen“ Pflanzen und Tieren

 

Natürlich besteht auch die Gefahr, dass durch gentechnisch veränderte Pflanzen andere Pflanzen verdrängt werden, die vorher natürlich in der Natur vorkamen. Das würde sich dann nicht nur auf die Pflanzenwelt auswirken, sondern eventuell auch auf die Tierwelt.

Und natürlich könnten die veränderten Pflanzen auch direkt in die Tierwelt eingreifen, indem sie Abwehrstoffe gegen Schädlinge entwickeln, die eigentlich gar keine sind oder die zum Beispiel Nahrungsgrundlage für Vögel und andere Tiere sind.

Fazit

 

Auch ich habe durchaus Bauchschmerzen bei der Gentechnik, wenn ich an die Nebenwirkungen denke, die durchaus auftreten können, aber dennoch ist Gentechnik auch eine Chance, die wir nicht einfach vergeuden dürfen. Wir sollten die Gentechnik dazu nutzen, um die Lebensqualität der Menschen und der Tiere zu verbessern, dabei aber Verhindern, dass das Wissen darüber nur auf wenige Menschen konzentriert ist.