Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

13. Türchen des Blogger-AdventskalendersNachdenkend gehe ich durch die nächtliche Stadt. Überall sind Lichter, welche die Nacht, die Läden und die Marktbuden erhellen. Auf dem Weihnachtsmarkt hört man glückliche Kinder, die sich in Fahrgeschäften vergnügen. Weihnachtsmusik verfolgt mich, bohrt sich tief in meine Gedanken. Es geht um die Weihnachtsbäckerei, um den Schnee, um Liebe und Zuneigung und um den Zusammenhalt der Familie – Nächstenliebe wird auf einmal großgeschrieben.

Langsam gehe ich von Bude zu Bude. Vor einem Stand mit kandierten Obst entdecke ich ein Kind, dass die kandierten Äpfel mit großen Augen ansieht. Die Mutter steht daneben, sieht, wo der Blick des Kindes hinfällt und dann kann ich Traurigkeit in ihrem Gesicht erkennen. Sie kniet sich zu ihrem Kind hinunter, flüstert ihm was ins Ohr und auch in seinem Gesicht flackert kurz Traurigkeit auf. Beide gehen sie weiter, aber schon kurze Zeit später kann man wieder Fröhlichkeit im Gesicht des Kindes erkennen, das Gesicht der Mutter hingegen bleibt von Traurigkeit erfüllt.

Auch ich gehe weiter, bleibe mit meinen Gedanken aber bei der Mutter mit ihrem Kind. Wahrscheinlich wird sie es schwer haben, dem Kind ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Wahrscheinlich wird es was Kleines sein und wahrscheinlich wird das Kind kurz traurig sein, sich dann aber über das Geschenk freuen. Und dann Frage ich mich, ob das Weihnachten ist?

Kurze Zeit später komme ich an einem Kaufhaus vorbei. Hier streitet sich eine Jugendliche mit ihren Eltern. Es geht wohl um das Geschenk, welches die Eltern hier im Kaufhaus erwerben möchten. Es geht darum, dass das Geschenk wohl noch nicht teuer genug ist und das die Jugendliche wohl etwas will, was noch einmal doppelt so teuer ist.
Und dann muss ich daran denken, dass ich in meiner Jugendzeit nicht einmal wusste, was ich unterm Baum finden würde. Es blieb ein großes Geheimnis bis zur Bescherung und das war es, was den Reiz von Weihnachten ausgemacht hat. Sicher war ich auch vorher schon neugierig, habe versucht herauszufinden, welche Geschenke denn unterm Weihnachtsbaum auf mich warteten, aber erfahren haben ich es immer erst unterm Weihnachtsbaum. Es war nicht immer das, was ich mir gewünscht hatte, aber es war immer schön und ich war nach der Bescherung immer glücklich über das Geschenk.
Inzwischen waren die Eltern des Mädels verschwunden und das Mädel selbst telefonierte mit ihrem Handy. Jetzt hörte sie sich wieder glücklich an, obwohl sie eben noch sagte, dass sie nie mehr glücklich sein würde, wenn sie nicht das teurere Geschenk bekommt. Wahrscheinlich wird sie ihren Willen bekommen haben und unterm Weihnachtsbaum wird das liegen, was sie sich schon immer gewünscht hat.

Spontan zähle ich mein letztes Kleingeld – mein letztes Geld. Es sind noch fünf Euro. Ich steuere auf den Stand zu, vor dem das Kind stand, und kaufe einen leuchtend roten kandierten Apfel. Ich lasse ihn einpacken und schlendere weiter über den Markt in dieser nächtlichen Stadt. Am Ende der Straße entdecke ich das Kind mit seiner Mutter, ich laufe zu ihm, spreche kurz mit der Mutter und gebe dem Kind den leuchtenden Apfel. Ich sehe die großen leuchtenden Augen des Kindes und sage mir, das ist Weihnachten.

Langsam wird es ruhig in der nächtlichen Stadt. Einige Marktbuden werden bereits geschlossen und die Lichter gehen aus. Einige werden natürlich die ganze Nacht über brennen, wodurch die Stadt nicht ganz von der Dunkelheit umhüllt wird.

Auch ich gehe weg vom Markt, ich bin noch auf der Suche. Durch die Löcher in meinen Schuhen strömt die Kälte immer deutlicher hinein, wodurch meine Füße schmerzen. Es wird Zeit, einen Unterschlupf für die Nacht zu finden, auch wenn der die Kälte nicht vertreiben wird.

30 Minuten später stehe ich vor einem alten Schuppen. Die Tür ist zwar abgesperrt, aber durch ein nicht verriegeltes Fenster komme ich dennoch hinein. Ich nehme meinen Schlafsack, breite ihn in einer Ecke aus, wo gerade noch soviel Platz ist, damit mein Schlafsack und ich dort hineinpassen, und lege mich hin. Ich gehe davon aus, dass der Besitzer in der Nacht nicht mehr in den Schuppen kommen wird und somit wird er gar nicht bemerken, dass ich hier war.

Ich schlafe ein, doch schon kurze Zeit später werde ich von einem Geräusch geweckt. So schnell, wie ich nur kann, stehe ich auf und packe meine Sachen. Vor mir steht ein älterer Mann. Er lächelt mich sanft an und sagt, dass ich keine Angst haben muss. Er ist der Besitzer des Schuppens und er sagt, dass ich ruhig die Nacht im Schuppen verbringen dürfe. Er habe eben nur etwas abgestellt und mich in der Ecke liegen sehen. Deswegen wollte er einen Heizlüfter aus dem Schrank holen, wobei er dieses Geräusch gemacht hätte.

Ich legte meinen Schlafsack wieder hin und er stellte den Heizlüfter in meine Nähe. Dann steckte er den Stecker in die Steckdose und schaltete den Heizlüfter ein. Sofort umgab mich eine wohlige Wärme, die die Kälte erst aus meinen Kleidern und dann aus meinem Körper vertreibt.

Während ich die Wärme genieße, sagt mir der ältere Mann, dass ich am nächsten Morgen doch noch auf ein Frühstück vorbeikommen soll. Dann verabschiedet er sich von mir und ich bedanke mich noch schnell bei ihm. Während er durch die Tür geht, sagt er noch, dass das doch der Sinn von Weihnachten ist. An diesen Tag sollte man doch Wärme und Vertrauen verschenken.

Das nächste Türchen findet ihr Hier, Hier oder Hier.

11. Söckchen

11. Söckchen

Heute ist der 11.Dezember und somit Zeit für das 11.Türchen des Blogger-Advent-Kalenders Es ist das erste Mal, das ich dran teilnehme und ich hoffe, dass euch die Kurzgeschichte gefällt, die ich für euch geschrieben habe.

Als der Weihnachtsmann Weihnachten verschlief.. .

„Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hat der Weihnachtsmann verpennt.“, so heißt es in einem Weihnachtsgedicht. Und tatsächlich gab es einmal ein Weihnachtsfest, an dem der Weihnachtsmann verschlafen hatte. Das ist schon sehr lange her, und natürlich erinnert sich heute auch keiner mehr daran, wofür der Weihnachtsmann verantwortlich ist.

Damals hatte der Weihnachtsmann sehr viel um die Ohren, denn es war mal wieder Krieg auf Erden und auch die Pest verbreitete Leid und Schrecken auf der ganzen Welt. Täglich starben irgendwo auf der Welt Menschen, darunter auch viele Kinder. Für den Weihnachtsmann bedeutete das, dass er täglich sein großes Weihnachtsbuch aktualisieren musste. Dafür brauchte er manchmal den ganzen Tag und die ganze Nacht, sodass er keinen regelmäßigen Schlaf bekam. Computer gab es damals noch nicht, auch nicht beim Weihnachtsmann, weswegen es immer sehr lange dauerte, um das Weihnachtsbuch aktuell zu halten. Das ganze Jahr über musste der Weihnachtsmann die Namen der Kinder streichen, welche durch den Krieg oder durch die Pest ums Leben gekommen sind. Außerdem musste er die Adressen der Kinder aktualisieren, die durch den Krieg oder durch die Pest ihre Eltern verloren hatten und deswegen in ein Waisenhaus gekommen sind.
Natürlich musste er auch noch das Spielzeug kontrollieren, welches von seinen Helfern produziert wurde und auch die Rentiere brauchten seinen Zuspruch, damit sie am 24.12 auch bereit waren, seinen schweren Schlitten zu ziehen.

Es war also eine sehr harte Zeit für den Weihnachtsmann und so geschah es, das er am 23.12 einschlief. Er fiel in einen so tiefen Schlaf, dass auch seine Helfer nicht genug Lärm machen konnten, um ihn zu wecken. Sie versuchten es mit Trommeln und mit Trompeten. Sie ließen Luftballons und Raketen knallen, doch all das half nichts, der Weihnachtsmann erwachte nicht aus seinem tiefen Schlaf. Erst am späten Abend des 24. Dezember wachte der Weihnachtsmann wieder auf, natürlich war es inzwischen viel zu spät, um die Geschenke noch rechtzeitig zu verteilen.
Die Zeit konnte der Weihnachtsmann nicht zurückdrehen, obwohl er über Zauberkräfte verfügt. Deswegen überlegte er angestrengt, wie er die Weihnachtsgeschenke doch noch rechtzeitig zum Heiligabend ausliefern konnte. Er hätte natürlich die Geschenke auch einfach am 25. Dezember verteilen können, aber das war ihm dann doch zu peinlich und außerdem hatte er Angst, dass die Menschen dadurch noch die letzte Hoffnung auf Frieden verlieren würden. Er hatte schon mit seinem Zauber versucht Frieden auf die Welt zu bringen, aber so stark waren seine Kräfte leider nicht, und so konnte er nur darauf hoffen, dass die Menschen den Frieden irgendwann selbst finden würden. Wenn jetzt noch der Heiligabend ausfallen würde, könnte diese Hoffnung in weite ferne rücken.

Dann kam ihm eine Idee! Fast alle Monate im Jahr hatten mindestens 30 Tage, nur der Februar tanzte mit seinen 28 Tagen aus der Reihe. So beschloss er, dem Februar einen neunundzwanzigsten Tag zu geben. Es hätte natürlich blöd ausgesehen, wenn nur dieses eine Jahr einen Februar mit neunundzwanzig Tagen hätte. Da er aber nicht einfach jedes Jahr um einen Tag verlängern konnte, entschied er sich dafür, jedes vierte Jahr um einen Tag zu verlängern. Damit hatte er dann auch noch ein zweites Problem gelöst, welches ihn schon seit vielen Jahrhunderten quälte. Denn alle vier Jahre trafen sich der Osterhase, der Nikolaus und der Weihnachtsmann, um gemeinsam im warmen Meer zu schwimmen und sich über die Feiertage auszutauschen. Dieser Tag fehlte ihn aber immer in der Weihnachtsvorbereitung, was den Weihnachtsmann jedes Jahr aufs Neue ärgerte. Nun konnte er einfach den 29. Februar für dieses Treffen nutzen.

So belegte er die Menschen mit einem Zauber, damit diese sich an den 29. Februar erinnern konnten, den es bisher noch gar nicht gab. Der Zauber bewirkte auch, dass es für die Menschen den 29.Februar schon immer gab. Nun musste er nur noch die ganzen Kalender austauschen, die es auf der Erde gab. Das machte er, während er die Geschenke auslieferte. Damit hatte er seinen Fehler wieder ausgebessert und er rettete damit auch die Hoffnung der Menschen, die nur wenige Wochen später im Frieden leben durften.
Allerdings gab es ein paar Menschen, bei denen der Zauber des Weihnachtsmannes nicht wirkte. Diese Menschen versprachen dem Weihnachtsmann aber, die Geschichte niemanden zu erzählen. Es hielten sich auch alle an dieses Versprechen, nur einer entschied sich, diese Geschichte aufzuschreiben. Da inzwischen aber alle Menschen aus dieser Zeit gestorben sind, weiß niemand, ob diese Geschichte auch wahr ist. Nur der Weihnachtsmann weiß, ob sich das Ganze so zugetragen hat, und ob er wirklich einmal das Weihnachtsfest verschlafen hat. Selbst seine Helfer können sich nicht mehr an diese Geschichte erinnern, denn dazu liegt sie schon viel zu weit in der Vergangenheit.

Morgen geht es weiter mit dem 12.Türchen des Blogger-Advents-Kalenders. Das Türchen findet ihr vielleicht auf dem meinungs-blog, oder auf gregel.com oder auf timotime.de.