Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

Nach einiger Zeit kam das Wesen wieder um die Antwort von uns zu erhalten. Wir hatten uns nach einer langen Diskussion für das Correctio entschieden und hofften nun, dass es die richtige Wahl war.

„Wie ist eure Entscheidung?“, fragte das Wesen. Der Kapitän zögerte kurz und antwortete dann „Wir haben uns für das Correctio entschieden. Im Satz wird ein zu schwacher Ausdruck korrigiert.“

Nach kurzen Überlegen sagte das Wesen, „Eure Antwort ist richtig, ihr dürft nun den Nebel durchqueren. Ich wünsche euch eine schöne Reise und hoffe das ihr viele Entdeckungen machen könnt.“

Wir setzten unsere Reise fort und verließen den Nebel noch am selben Tag. Nun konnten wir den vor uns liegenden Raum erkunden und entdeckten einen Planeten der unserem Heimatplaneten sehr ähnlich war. Wir entschlossen uns diesen Planeten als erstes zu erkunden und gaben die Koordinaten zu diesem Planeten in unseren Computer ein. Nun hatten wir ein erstes Ziel welches wir erforschen wollten.

Es vergingen einige Tage bevor wir uns dem Planeten in ausreichender Distanz genähert hätten. Wir scannten die Oberfläche des Planeten und konnten feststellen das wir auf diesen Planeten ohne Probleme überleben könnten und beschlossen daher eine Mission zur Erkundung des Planetens zu starten. Kurz bevor wir den unsere Mission starten wollten, erreichte uns ein Funkspruch vom Planeten selber, was uns sehr überraschte. Es war eine Begrüßungsnachricht vom Planeten welche anscheinend automatisch gesendet wurde, wenn sich ein Raumschiff dem Planeten näherte.

Die Sprache war für uns natürlich nicht zu verstehen, aber nun konnten wir unsere Übersetzungsmaschine das erste mal einsetzen. Zuerst analysierte diese die Form des Textes. Es war zu erkennen das die Nachricht aus vier Absätzen bestand. Die ersten beiden Absätze hatten je vier Zeilen und die letzten beide hatten je drei Zeilen. Der Rhythmus kam unserer Maschine auch ziemlich bekannt vor, allerdings brauchte es seine Zeit bis es diese Informationen mit der Datenbank abgleichen konnte.

In der zwischen Zeit entschlossen wir uns, unsere Außenmission zu starten und begaben uns in unser Raumschutle, mit welchen wir uns auf dem Weg zum Planeten machten. Als wir auf der Oberfläche des Planeten landeten und unsere ersten Schritte auf dem Planeten machten, bemerkten wir sofort, dass dieser Planet früher einmal bewohnt gewesen sein musste, ob er es immer noch war, konnten wir nicht feststellen und deshalb entschieden wir uns, uns nicht zu trennen.

Von unseren Raumschiff erhielten wir die Information, dass die Nachricht die wir empfangen hatten, entschlüsselt wurden war. Wir befanden uns auf den Planeten Barock und die Form in welcher diese Nachricht übermittelt wurde, war auf unseren Planeten als Sonett bekannt. Beim Rhythmus, welcher uns so bekannt vor kam, handelte es sich um einen sechshebigen Jambus, auch bekannt als Alexandriner.

Nachdem wir unseren Funkspruch an unseren Heimatplaneten übermittelt hatten, verging einige Zeit bis die erwartete Antwort kam. Durch Störfelder innerhalb des Nebels konnten wir auch nicht den gesamten Funkspruch empfangen und erhielten daher nur eine unvollständige Liste mit rhetorischen Mitteln. Folgende rhetorische Mittel haben wir erhalten:

Akkumulation : Bei der Akkumulation handelt es sich um eine Reihung von Begriffen zu einem, genannten oder nicht genannten, Oberbegriff. Zum Beispiel : Sohn, Geliebter, Freund, Kind, Mann, du mein Ehemann.

Allegorie : Hierbei handelt es sich um eine konkrete Darstellung von Abstrakten, welche oft durch Personifikationen vollzogen wird. In einen Bild wird Gedachtes übertragen, welches später dann wieder durch Reflexion erschlossen werden muss. Als Beispiel wäre hier „der Sensenmann“ für den Tot.

Anapher : Bei der Anapher werden wichtige Wörter an Vers-/Satzanfängen wiederholt.

Antithese: Wenn einer sagt das ihm im Sommer kalt sei, im Winter hingegen ist ihm warm, dann handelt es sich dabei wohl um eine Antithese. Bei diesem rhetorischen Mittel werden Begriffe und Gedanken entgegen gestellt.

Ellipse : Bei der Ellipse handelt es sich um unvollständige Sätze, bei denen die Auslassungen eines Wortes oder einer Wortgruppe leicht ergänzbar sind. Als Beispiel hierfür würde gehen: Umso mehr Erfolg (man im Beruf hat), desto mehr Bezahlung ( gibt es für die Arbeit). Der Satz würde lauten: Umso mehr Erfolg, desto mehr Bezahlung.

Metapher: Eine Metapher ist eine Bedeutungsübertragung. Es werden sprachliche Verknüpfungen zweier semantischer Bereiche eingegangen, die normal nicht miteinander verbunden sind. Als Beispiel hier : „Das Feuer der Liebe“

Oxymoron: Wer gerne bittere Süßigkeiten ist, der ist ganz in der nähe der Oxymoron angelangt. Denn ein Oxymoron ist die Verbindung zweier Worte, die sich eigentlich ausschließen. Wie die bitter Süße eben, oder lautlose Musik.

Wer sich gerne mit Scheinwiedersprüchen quält, der hat im Paradoxon seine Bestimmung gefunden.

Das gelbe Gelb und auch das rote Rot sind hingegen der Paranomasie verfallen, denn diese spielen sehr gerne mit Wörtern die ähnlich Klingen oder den selben Wortstamm haben.

Hat man allerdings den Hang zu starken Übertreibungen, so sollte man sich einmal die Hyperbel genauer ansehen, denn diese ist bekannt für ihre Übertreibungen aller Art. Wer sie sucht, der findet diese im Meer der Tränen.

Schöngeister werden sich freuen wenn sie mit den Euphemismus zusammenstoßen, denn dieser verschönt viele Sachen, die gar nicht so sind. Wenn ihr also einen Euphemismus trefft, der auf dem Heimweg ist, so schaut einmal, ob nicht vielleicht der Sensenmann hinter ihm her ist. Denn bei einem Euphemismus könnte „Heimgang“ auch für „Tod“ stehen.

Sehr viel mehr konnte man von aus der Nachricht nicht retten und so hoffen wir, dass wir mit diesem wenig an wissen uns durch diesen Irrgarten durchkämpfen können. Wir warteten nun also auf das Überliterarische Wesen und hofften, dass die Wort- und Satzkonstruktionen nicht über unser Wissen hinaus geht. Keiner von uns wollte für immer in diesem Irrgarten festsitzen und deshalb stand auch jedem die Aufregung im Gesicht. Es dauerte mehrer Stunden, bis sich das Wesen wieder blicken ließ, Stunden welche uns wie Jahre vorkamen, da wir nicht wirklich etwas zu tun hatten.

————————————————————————————————–

Fortsetzung folgt ….. 😉

Der Wortraum, unendliche weiten, wir schreiben das Jahr 2008 und befinden uns auf der Mission, den Wortraum zu erkunden und neue Lebensformen zu entdecken. Das Raumschiff Lyrik ist eines von drei Schwesterschiffen, dass auf diese Mission geschickt wurde. Neben dem Raumschiff Lyrik, sind auch noch das Raumschiff Epik und das Raumschiff Dramatik im Wortraum unterwegs.

Kapitel 1

1.Logbucheintrag des Raumschiffes Lyrik:

Heute ist der 12.11.2008 und wir befinden uns auf den Weg zum Planeten Metrum. Dort haben wir den Auftrag, neben der Erforschung des Ahls, beim wieder aufbau der Diplomatischen Beziehungen zwischen den verfeindeten Volksgruppen Jambus, Trochäus, Anapäst und Daktylus zu helfen und einen Waffenstillstand zwischen diesen auszuhandeln.

Ende des Logbucheintrages

Mein Name ist Henry Sonett und ich bin der Kapitän des Raumschiffes Lyrik. Ich habe mich entschlossen dieses Tagebuch zu führen, damit ich später besser meine Erfahrungen und Entdeckungen wieder geben kann. Unsere erste Reise mit dem neuen Raumschiff führt uns auf den Planeten Metrum, wo seit einiger Zeit ein erbitterter Kampf zwischen den vier verschiedenen Volksgruppen herrscht. Der Grund für diesen Kampf ist ein kleiner ‚ strich über einen x. Die Volksgruppe Jambus ist der Meinung das dieser über den zweiten x sein muss, wohingegen die Volksgruppe der Trochäus diesen über dem ersten x sehen wollen. Damit stimmen nun aber die Volksgruppen der Anapäst und Daktylus überhaupt nicht überein. Beide sind der Meinung dass zwei x’s zu wenig sind und man schon mindestens drei braucht. Aber auch hier gibt es Meinungsverschiedenheiten über den Standort des Striches. Die Anapäst glauben, dass der Strich über das dritte x gehört , wo hingegen die Daktylus meinen, dass der Strich über das erste der drei x-e gehört. Da alle der vier Volksgruppen auf ihre Meinung bestehen und diese gegenüber der jeweils anderen Volksgruppen durchsetzen wollen, ist auf dem Planet Metrum eine Viervölkerschlacht ausgebrochen. Wir haben von unserem Heimatplaneten Literatur nun den Auftrag erhalten, neben unserer Mission, diese Volksgruppen dazu zu bewegen wieder miteinander zu sprechen und sie dazu zu bewegen, einen Waffenstillstand zu schließen.

Da uns allerdings von keinen der vier Volksgruppen die einreise genehmigt wurde, schien unser Auftrag schon als gescheitert. Ein plötzlicher Putsch bei den Jamburanern ermöglichte uns allerdings dann doch die Einreise. Die Bevölkerung der Jambus hatte nämlich keine Lust mehr auf Krieg, besonders die Mütter bestanden darauf, dass das sinnlose Morden ein Ende hat. Schnell war klar, dass auch die anderen Volksgruppen ein Ende des Krieges favorisierten, es wollte aber keiner den ersten Schritt machen, da man Angst davor hatte die alleinige Kriegsschuld auferlegt zu bekommen. Nachdem wir aber die Vertreter der Jambus, mit der Betonung auf dem zweiten x, die Vertreter der Trochäus, mit der Betonung auf dem ersten x, die Vertreter der Anapäst, mit der Betonung auf dem dritten x und die Vertreter der Daktylus, mit der Betonung auf dem ersten von drei x-en, an einen Tisch gebracht hatte, dauerte es auch gar nicht lange, bis wir die Verhandlungen abschließen konnten und sogar einen Dauerhaften Frieden erreichen konnten. Man einigte sich darauf, dass fortan Glaubensfreiheit bestehen sollte und jeder das glauben dürfte, was er wollte. Außerdem einigte man sich darauf, dass Politik und Glauben fortan getrennt voneinander existieren.

So konnten wir unsere Reise durch den Gattungsraum Alpha schnell fortsetzen und freuen uns jetzt schon auf viele neue und interessante Entdeckungen im noch nahezu unerforschtem Gattungsraum.