Svens kleiner Blog

Nicht wegen Geld, nicht wegen Ruhm, nicht wegen Aufmerksamkeit sondern einfach nur so ;-)

So so, in Bayern gibt es also Steigungen. Hätte ich mir ja eigentlich vor meinem Fahrradurlaub überlegen können. Nagut, das war mir natürlich auch vorher schon bekannt, aber das meine Kondition so schlecht ist, dass hätte ich dann doch nicht gedacht.

Heute war der erste Tag hier in Bayern und somit auch die erste Fahrradtour, aber ich habe mein Fahrrad an den Steigungen eindeutig mehr geschoben also gefahren. Mir war schon bewusst, dass es Steigungen geben würde, die ich nicht auf dem Rad bewältigen würde, aber es waren dann auch Steigungen dabei, die ich im letzten Jahr noch locker geschafft habe. Meine Kondition hat also ziemlich abgebaut und so war ich nach über drei Stunden und 27 Kilometern doch ziemlich am Ende.

27 Kilometer, eine Distanz die schon ziemlich lächerlich ist. Gut, dass ich hier in den Bergen nicht das schaffe, was ich sonst in Berlin oder Brandenburg schaffe, dass war mit bewusst, aber so wenig: ich bin geschockt!

Viele Jahre verlief die Berliner Mauer rund um den westlichen Teil von Berlin und durch Berlins Mitte. Deutschland war geteilt und Berlin eine geteilte Stadt. Nach der Wende wuchs die Stadt zusammen, zurück blieb die Erinnerung an diese Mauer, eine Mauer welche vielen Menschen Leid gebracht hat und einigen den Tod. Inzwischen ist entlang an der ehemaligen Mauer ein Mauerweg entstanden. Dieser ist 165 KM lang und führt mit dem Rad einmal durch die Geschichte der Deutschen Teilung.

Viel Natur und Geschichte


Wer sich mit dem Rad auf den Weg macht um den Mauerweg zu erkunden sollte viel Zeit einplanen. Denn der Berliner Mauerweg führt durch viel Natur, entlang an Pferdehöfen und anderen Tieren, er führt auch durch interessante Gebiete und Städte wie Potsdam, mit seinen vielen Schlössern, welche ja schon eine eigene Tour wert ist.
Neben diesen vielen Sehenswürdigkeiten, der Natur und den ab und an wirklich sehr abenteuerlichen Wegen, man sollte nicht unbedingt mit einen Rennrad fahren, gibt es auch viel Geschichtliches zu Entdecken. Am gesamten Mauerweg sind Gedenktafeln aufgestellt, auf welchen man entweder etwas zur Geschichte der Mauer und der damaligen Zeit finden kann, wie zum Beispiel den Spionage Tunnel der Westmächte, welcher zur Spionage gegen die UDSSR erbaut wurde, oder den Grenzübergängen für den Müll aus Westberlin, welcher auf Ostdeutschen Boden gelagert wurde. Oder aber man findet hier Namen und Geschichte von Gefallenen. Menschen die an der Mauer erschossen wurden, Fluchthelfern die ihr Leben gelassen haben um anderen zu helfen und vieles mehr.
Die Tour auf dem Berliner Mauerweg ist also nicht nur ein Naturerlebnis, sondern auch ein Geschichtserlebnis. Wer seinen Kindern etwas über die Mauer beibringen möchte, welche Berlin einst geteilt hat, der sollte dies vielleicht mit einer Tagesfahrradtour auf dem Berliner Mauerweg verbinden.
Übrigens findet man auch immer wieder Sitzmöglichkeiten an der Strecke und auch schöne Restaurants sind an der Strecke verteilt. Spätestens wenn man in Potsdam angekommen ist wird man sich in einen der vielen Restaurants, Cafes oder Biergärten niederlassen.
Wer aber die gesamte Strecke an einen Tag schaffen möchte, sollte rechtzeitig losfahren. Wenn man während der Fahrt dann aber bemerkt, dass einen die Tour doch zu lang ist, ist dies gar kein Problem. Denn der Mauerweg führt die gesamte Zeit an Berlin entlang, so dass man jederzeit auf die Öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen kann um wieder nach Hause oder ins Hotel zu kommen.
Der Mauerweg führt aber nicht nur rund um den Westteil von Berlin, sondern auch mitten durch Berlin. Auch hier kann man eine Menge Sehenswürdigkeiten mitnehmen, denn der Weg führt vorbei am Alexanderplatz, führt einen zum Brandenburger Tor und zum Checkpoint Charlie. Auch das ist eigentlich schon wieder eine eigene Tour wert, weswegen man sich überlegen sollte, ob man den Mauerweg nicht in drei einzelne Etappen unterteilt. Eine Etappe durch Berlins Innenstadt mit allen Sehenswürdigkeiten, eine Etappe durch die Natur rund um Berlin und eine Etappe bis nach Potsdam und durch Potsdam.
Eine Radtour rund um den Berliner Mauerweg ist für jeden Berliner und für jeden Berlinbesucher eine wirklich schöne Erfahrung. Es lohnt sich durchaus für alle diese Tour auf sich zu nehmen und dies mit den Berlinbesuch zu verbinden.
Wer sich in Berlin übrigens spontan entscheidet diese Radtour zu machen, dem stehen hier in Berlin sehr viele Fahrradverleih-Stationen zur Verfügung, bei denen man sich günstig Räder ausleihen kann.

Heute habe ich meine erste richtige Fahrrad-Tour dieses Jahr gemacht. Entlang ging es am Berliner Mauerweg, ein Weg der einmal rund um Westberlin führt, entlang der ehemaligen Mauer. Dieser Weg ist 160 KM lang und wir sind heute 80 Kilometer davon gefahren. Gestartet sind wir in Treptow, sind von dort aus immer im Uhrzeigersinn dem Mauerweg gefolgt. Die erst Überraschung war, dass der Weg sehr gut ausgeschildert ist, man kann sich also auch ohne Landkarte auf die Strecke begeben und diese ohne Probleme befahren. Dann gibt es über die Strecke verteilt immer wieder Geschichtliche Denktafeln auf denen ihr die Geschichten der Berliner Mauer nachlesen könnt. Auch gibt es Schilder auf denen den getöteten an der Berliner Mauer gedacht wird.

Die Strecke selber verläuft in weiten Teilen entlang von Pärken und durch Wälder. Teilweise sind die Wege sehr abenteuerlich, zum Teil sind sie aber auch sehr gut erschlossen.  Am besten ist es den Weg in Etappen zu absolvieren, da man in Potsdam dann gleich eine Runde durch die Schlösser und Pärke machen kann, die Potsdam zu Potsdam machen 😉 Der Berliner Mauerweg ist es also wert einmal abgefahren zu werden und wenn man ihn ganz abfährt, kommt man auch durch die Berliner City, wo man sich dann auch gleich die Sehenswürdigkeiten anschauen kann.

Gedenktafel

Bild 1 von 24

Diese Erinnert an einen Gefallenen an der Mauer der durch einen Fluchttunnel 24 Menschen in den Westen brachte, dabei aber selbst starb.